Zeit der innerlichen Reinigung
„Fasten, studieren, keine Frauen sehn – klarer Verrat am Königtum der Jugend.“ Meinte jedenfalls William Shakespeare. Doch irgendwann ist die Jugend vorbei, es melden sich die ersten Zipperlein, der Körper reagiert nicht mehr so, wie der Geist es vielleicht will, obwohl auch der schon nicht mehr ist, was er mal war. Muss man sich selbst da nicht etwas Gutes tun? Vielleicht eine Zeitlang entsagen, bevor man sich wieder den Genüssen des Lebens hingibt?
Gestern hat die Fastenzeit begonnen, und die sechseinhalb Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag nutzen viele Menschen, um sich innerlich zu reinigen. So auch einer unserer Leser, der mir schrieb, er verzichte in der Fastenzeit nicht nur auf Fleisch, Alkohol und Süßigkeiten. Auch den großen Zeitdieben verschließt er sich: „Der Fernseher bleibt ausgeschaltet, die Nachrichten werden nur im Radio verfolgt.“ Keine schlechte Idee! Leider kann er diesen Newsletter nicht lesen, denn Surfen im Internet ist ebenfalls gestrichen.
Vielleicht darf er ja weiter E-Mails schreiben und empfangen. Denn übertreiben, so versichert er am Schluss seiner Mitteilung, möchte er nichts: Schließlich seien die Sonntage bei ihm fastenfrei.
Autor von Small-Talk-Themen.de


