Die Dinosaurier mussten die Erde verlassen, weil sie zu groß geworden waren. Dieser Spruch hätte von Kenneth Boulding stammen können, jenem Wirtschaftswissenschaftler, der heute vor 100 Jahren im englischen Liverpool geboren wurde und später in die Vereinigten Staaten auswanderte. Von Boulding stammt allerdings der schöne Satz: „Jeder, der glaubt, exponentielles Wachstum kann unendlich lange andauern in einer endlichen Welt, ist entweder ein Irrer oder ein Ökonom.“
Boulding war Ökonom und erkannte auch die Grenzen seiner Wissenschaft. Er plädierte für den Austausch mit anderen Disziplinen, vor allem der Philosophie und der Religion. Schon 1966 sah er das industrielle Wachstum an seine Grenzen gekommen, ebenso die Belastbarkeit der Umwelt. Um seinen Beitrag zur Rettung des Planeten zu leisten, engagierte sich Boulding zudem in der Friedensbewegung.
Letzteres tat er bereits während des Zweiten Weltkriegs, und später gehörte er zu den Mitorganisatoren des ersten Teach-Ins einer amerikanischen Universität gegen den Vietnamkrieg. Sein Engagement zur Verhinderung militärischer Konflikte wurde letztlich sogar höher bewertet als die Leistungen in seinem ursprünglichen Fach: Boulding war für den Friedensnobelpreis nominiert, hat ihn aber nie bekommen. Er starb 1993 in Boulder im US-Bundesstaat Colorado, wo er bis zu seinem Ende an der Universität lehrte.
Autor von Small-Talk-Themen.de










