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Stan und Ollie haben Durst, aber mal wieder viel zu wenig Geld. Sie beschließen, sich eine Limonade zu teilen. Ollie nimmt das Glas, zögert einen Augenblick und hält es seinem Kumpel hin: „Trink deine Hälfte!“ Stan nimmt das Glas, zögert ebenfalls einen Augenblick – und leert es in einem Zug. „Warum hast du das gemacht?“, entfährt es dem empörten Ollie. „Ich konnte doch nichts dafür“, erwidert der Angesprochene mit weinerlicher Miene. „So, du konntest nichts dafür?“, kommt die bohrende Nachfrage, „warum konntest du denn nichts dafür?“ Darauf Stan entwaffnend: „Meine Hälfte war die untere!“

So liefen die meisten Sketche des Komikerduos Laurel und Hardy ab: Die dickere Hälfte, obwohl marginal intelligenter, zog stets den Kürzeren. Laurel gab zuverlässig den Part des Dummbauern, der durch Zufall die dickeren Kartoffeln zufallen. Im wirklichen Leben war Laurel der intellektuellere der Beiden: Ihm fiel hinter den Kulissen die Rolle des künstlerischen Kopfs zu, er schrieb die Dialoge und führte häufig auch Regie. Laurel war kein Amerikaner, sondern Brite. Sein richtiger Name lautete Arthur Stanley Jefferson.

Heute vor 120 Jahren wurde er in Ulverston, einem Nest in Englands nördlichster Grafschaft Cumbria, geboren. Mit 20 verschlug es ihn als Mitglied einer Komödiantentruppe um Charlie Chaplin in die USA. 1921 erschien Laurel erstmals gemeinsam mit Hardy auf der Leinwand, in dem Film The Lucky Dog. Seit 1926 arbeiteten die Beiden ständig zusammen. Stan Laurel starb 1965 im kalifornischen Santa Monica.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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schtzngrmm schtzngrmm t-t-t-t t-t-t-t grrmmmmm t-t-t-t s-c-h tzngrmm tzngrmm tzngrmm grrmmmmm schtzn schtzn t-t-t-t t-t-t-t schtzngrmm schtzngrmm tssssssssssssssssssss grrt grrrrrt grrrrrrrrrrt scht scht t-t-t-t-t-t-t-t-t-t scht tzngrmm tzngrmm t-t-t-t-t-t-t-t-t-t scht scht scht scht scht grrrrrrrrrrrrrrrrrrrr t-tt: Was sich so liest wie das unfreiwillige Produkt einer sich in Auflösung befindlichen Schreibmaschine ist in Wirklichkeit ein Gedicht von Ernst Jandl.

Einen Sinn ergibt das Wortgestammel erst, wenn Sie es sich laut vorlesen. Mit onomatopoetischen Versen wie den eingangs zitierten wurde der österreichische Lyriker berühmt: Treffender könnte man das Hörerlebnis in einem Schützengraben kaum beschreiben. Dabei machte es sich Ernst Jandl mit seinem Gedicht wahrlich nicht einfach; in schtzngrmm verzichtet er gänzlich auf Vokale. Vielleicht ist es diese Beschränkung, die den erstklassigen Dichter von einem Lautmaler zweiter Güte unterschied. Natürlich war Jandl auf Lesungen angewiesen, um seine Kunst unter die Leute zu bringen. Eine Kostprobe – darunter auch das vom Autor selbst vorgetragene schtzngrmm – finden Sie im Internet unter www.ernstjandl.com.

Live können Sie den Künstler leider nicht mehr erleben: Ernst Jandl starb heute vor 10 Jahren, nicht ganz 75-jährig, in seiner Geburtsstadt Wien.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Der Papst der Kritiker

2. Juni 2010

Marcel Reich-Ranicki, in Polen geboren, kam als Neunjähriger nach Berlin. Das Abitur durfte er noch am Fichte-Gymnasium machen, seine Einschreibung an der Berliner Universität wurde abgelehnt. Reich-Ranicki war Jude.

Im Oktober 1938 wurde er morgens früh um sieben verhaftet. Außer seiner Aktentasche, erzählte Reich-Ranicki später mit dem ihm eigenen trockenen Humor, konnte er noch Honoré de Balzacs Roman Die Frau von 30 Jahren mitnehmen. Als er das Buch zu Ende gelesen hatte, war er bereits im Ghetto von Warschau interniert. Den Krieg überlebte Reich-Ranicki durch zwei couragierte Aktionen. Die Flucht aus dem Ghetto ging auf seine eigene Kappe: Er bestach einen Wachtposten. Die endgültige Rettung verdankte er einem polnischen Ehepaar, das ihn und seine Frau Teofila über 16 Monate hinweg versteckte.

1958 kehrte Reich-Ranicki zurück nach Deutschland, nachdem ihn die Behörden im kommunistischen Polen wiederholt schikaniert und auch mit einem zeitweiligen Veröffentlichungsverbot belegt hatten. Der Rest ist bekannt: Reich-Ranicki wurde zu dem Literaturkritiker schlechthin in der Bundesrepublik.

Heute feiert er seinen 90. Geburtstag. Über seinen Berufsstand meinte Reich-Ranicki einmal: „Man soll die Kritiker nicht für Mörder halten. Sie stellen nur den Totenschein aus.“

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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„Wenn ich meine Mutter selber pflegen würde, müsste ich meinen Beruf aufgeben, hätte kein Einkommen mehr und würde dadurch wahrscheinlich selbst zum Sozialfall werden.“ So wird in einer Sendung des Bayerischen Rundfunks ein Angehöriger zitiert, der eine illegale Pflegehilfe in Anspruch genommen hat.

Mindestens 100.000 von ihnen soll es in der Bundesrepublik geben. Meistens kommen sie aus Osteuropa, kümmern sich, oft im Wechsel mit Kolleginnen, rund um die Uhr um Pflegebedürftige und kassieren monatlich 800 bis 1000 Euro. Schwarz, versteht sich. Legale Angebote belaufen sich auf das Vier- bis Sechsfache. Deutschland mit seiner alternden Gesellschaft hat zu viele Patienten und zu wenig professionell Pflegende.

Von 1,5 Millionen Bedürftigen wird gerade mal ein Drittel von einem ambulanten Pflegedienst versorgt. Um den großen Rest kümmern sich Angehörige – oder Schwarzarbeiter. Die Zahlungsbereitschaft der potenziellen Kundschaft ist gering, sagt eine Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT), die mittlerweile auch schon wieder 5 Jahre alt ist. Geändert hat sich seitdem nicht viel: Pflegepatienten wünschen sich eine individuelle, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Betreuung, die große Anbieter mit ihren standardisierte Angeboten häufig nicht leisten können. „Hier werden Chancen für die Entstehung neuer qualifizierter Arbeitsplätze verschenkt“, sagt Claudia Weinkopf vom IAT. „Dies ist umso bedauerlicher, als hiervon auch ältere Beschäftigte, die auf dem Arbeitsmarkt besonders schlechte Karten haben, profitieren könnten. Denn diese bringen oft gerade diejenigen Fähigkeiten und Kompetenzen mit, auf die Senioren besonderen Wert legen.“

Heute, zum Internationalen Tag der Pflege, ist es an der Zeit, sich über dieses drängende Problem wieder einmal Gedanken zu machen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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„Der Tag des Ausbildungsplatzes ist seit Jahren ein bewährtes und in der Öffentlichkeit positiv wahrgenommenes Instrument zur Unterstützung des Ausgleichs auf dem Ausbildungsmarkt“, schreibt die Arbeitsagentur auf ihrer Internetseite:

„Die demographische Entwicklung einerseits und die Sicherung des Fachkräftenachwuchses andererseits sind die Herausforderungen der kommenden Jahre.“ Konkret bedeutet dies: Die Zahl der Lehrstellen geht zurück: In Industrie und Handel gab es 2009 ein Minus von 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im Handwerk waren es 5,5 Prozent weniger Ausbildungsplätze. Aufgrund des Geburtenrückgangs gibt es auf der anderen Seite weniger Lehrlinge, da die Zahl der Schulabgänger zurückgeht. Die Handwerksverbände beschweren sich, dass jede(r) Fünfte Azubi nicht ausbildungsreif sei; zu schulischen Defiziten vor allem in den Fächern Mathematik und Deutsch geselle sich ein eklatanter Mangel an Umgangsformen und sozialer Kompetenz. Die Lehrlinge wiederum beanstanden, es werde sich seitens der ausbildenden Betriebe zu wenig um sie gekümmert und sie würden häufig als billige Arbeitskräfte missbraucht.

„Die Ausbildung ist die teuerste Kapitalinvestition, die wir kennengelernt haben“, sagte einmal die US-Managementlegende Peter Drucker. Wir müssen sie auch zu schätzen wissen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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“My English is broken, my legs are broken, but my spirit is unbroken:“ Die Worte, die der unglücklich in Australien gelandete Journalist Egon Erwin Kisch von sich gab, sind treuen Lesern dieses Newsletters ein Begriff (siehe unsere Ausgabe vom 31. März 2008 – Gebrochenes Englisch - ungebrochener Kampfgeist).

„Nichts ist verblüffender als die einfache Wahrheit“, beschreibt Kisch sein Berufsethos, „nichts ist exotischer als unsere Umwelt, nicht ist phantastischer als die Sachlichkeit. Und nichts Sensationelleres gibt es in der Welt als die Zeit, in der man lebt.“ Die ist für Kisch – er starb bereits 1940 – leider schon eine Weile vorbei. Überlebt haben ihn seine Reportagen. Das liegt auch an einer Berichterstattung, die keinen Spielraum für Beeinflussungen welcher Art auch immer ließ: „Der Reporter“, so Kisch, „hat keine Tendenz, hat nichts zu rechtfertigen und hat keinen Standpunkt. Er hat unbefangen Zeuge zu sein und unbefangene Zeugenschaft zu liefern.“ Das hört sich nicht gerade spektakulär an – und soll es auch nicht sein. Die Vermutung liegt nahe, dass Kisch weder für ein Hochglanzreisemagazin noch für ein reißerisches Boulevardblatt geschrieben hätte. „Die Orte und Erscheinungen, die er beschreibt,“, sagt Kisch über seinen Beruf und seine Berufung als Reporter, „die Versuche, die er anstellt, die Geschichte, deren Zeuge er ist, und die Quellen, die er aufsucht, müssen gar nicht so fern, gar nicht so selten und gar nicht so mühselig erreichbar sein, wenn er in einer Welt, die von der Lüge unermesslich überschwemmt ist, wenn er in einer Welt, die sich vergessen will und darum bloß auf Unwahrheit ausgeht, die Hingabe an sein Objekt hat.“

Kisch hatte sie, weshalb er auch 125 Jahre nach seiner Geburt Berufskollegen immer noch als Vorbild dient.

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Vertrauen wird dadurch erschöpft, dass es in Anspruch genommen wird, schrieb einst Bertolt Brecht. Ob er damit die Politiker meinte? Folgt man dem Magazin Reader’s Digest, haben unsere Volksvertreter in dieser Beziehung zu hohes Anspruchsdenken an den Tag gelegt. Die Quittung bekamen sie unlängst in einer Umfrage, welche die Monatszeitschrift in Auftrag gegeben hat. Da landeten die Politiker auf dem letzten Platz: Nur jeder Zehnte würde einem Angehörigen dieser Berufsgruppe vertrauen.

Bei den Spitzenreitern der Skala, den Feuerwehrleuten, sah das ganz anders aus: Sie genießen, hochgerechnet, bei 94 % der deutschen Bevölkerung großes Vertrauen. Ähnlich gut schnitten die Piloten ab. Sie kamen auf 92 %. Interessant: Krankenschwestern (ebenfalls 92 %) waren vertrauenswürdiger als Ärzte (84 %), Polizisten (80 %) genossen mehr Kredit als Richter (60 %). Sehr schlecht schnitten Autoverkäufer (11 %) und Finanzberater (15 %) ab. Und die Journalisten? Kamen auf einen Wert von 26 %. Das verschaffte ihnen eine Platzierung im unteren Drittel.

Gegenüber ähnlichen Befragungen in der Vergangenheit ist das aber ein Fortschritt, da belegten die Vertreter der schreibenden Zunft regelmäßig den letzten Rang. Vielleicht wird es bald noch besser: wenn sie sich an dem Kollegen orientieren, der morgen vorgestellt wird und zeitlebens mindestens so vertrauenswürdig war wie heutzutage ein Feuerwehrmann.

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Über den Mädchenzukunftstag, den Girls’ Day - inzwischen ohne Apostroph geschrieben - berichteten wir in unseren Ausgaben vom 24. April 2008 und vom 27. April 2006. Heute ist es wieder so weit: Angehenden Berufsanfängerinnen sollen mädchenuntypische Berufe im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich schmackhaft gemacht werden. Näheres dazu findet sich im Internetportal www.girls-day.de.

Neu in diesem Jahr ist, dass es auch einen Boys’ Day gibt. Auf der Datenbank "Jungs willkommen" unter gleich zwei Webadressen - www.neue-wege-fuer-jungs.de und www.respekt-jungs.de - werden typisch weibliche Berufe vorgestellt, die sich freilich auch für Angehörige des anderen Geschlechts bestens eignen. Die Altenpflege zählt dazu, die Erziehung im Kindergarten oder auch die Arbeit im Krankenhaus. Alle diese Berufsfelder sind zukunftsträchtig, bislang aber fest in femininer Hand. Ändern könnte sich dies nach einem als positiv empfundenen Schnupperpraktikum. Adressen von Einrichtungen, die ein solches anbieten, finden sich ebenfalls auf den zuvor erwähnten Internetseiten.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Was sagt der Arzt?

7. April 2010

Heute ist Weltgesundheitstag. Nutzen wir den Anlass und befassen wir uns mit einer schon seit längerem aktuellen Diskussion im Gesundheitswesen. Nach den jüngsten Einschnitten vermehren sich die Befürchtungen, dass sich der soziale Status bald wieder wie in vergangenen Jahrhunderten am Gebiss ablesen lässt. In vergangenen Jahrhunderten? Im Frankreich Ludwigs XIII. wurden die Patienten noch wie Könige behandelt, glaubt man der Anekdote um einen gewissen Doktor Moreau.

Als der Monarch den berühmten französischen Arzt zu sich kommen ließ und verlangte, nicht „wie ein gewöhnlicher Patient“ behandelt zu werden, erwiderte dieser: „Leider kann ich keinen Unterschied machen, Sire; denn ich behandele alle meine Patienten wie Könige.“ Welcher Mediziner würde dies heute noch von sich behaupten? Selbst wenn er sich ausschließlich dem Hippokratischen Eid verpflichtet fühlte und alle, die zu ihm kommen, nach bestem Wissen und Gewissen pflegen wollte – die Krankenkassen würden ihm einen Strich durch die Rechnung machen.

„Der alte Arzt spricht lateinisch, der junge Arzt englisch. Der gute Arzt spricht die Sprache des Patienten“, sagte einmal die frühere Bundesgesundheitsministerin Ursula Lehr. Ihr aktueller Kollege hätte bestimmt einen Nebensatz hinzugefügt: „Der moderne Arzt spricht nicht so lange. Er passt die Behandlungsdauer an die Gesetze der Wirtschaft an.“

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Als wäre das Erdbeben nicht schon schlimm genug gewesen, raste einen Tag später eine Flutwelle auf die chilenische Pazifikküste zu. Seismologen hatten zuvor darauf hingewiesen, die Bevölkerung war vorbereitet – und nahm zum Glück die Entwarnung der Meteorologen nicht ernst. Wenigstens hatte Chile durch den Tsunami kaum weitere Opfer zu beklagen.

Außer vielleicht, der Scherz sei erlaubt, die Wetterfrösche: Die befinden sich seitdem in einer handfesten Krise. Damit sind die chilenischen Meteorologen nicht allein. Auch ihre britischen Kollegen gelten seit einiger Zeit als chronisch unzuverlässig. Zugegeben, es ist nicht einfach, für die wetterwendische Atlantikküste zutreffende Prognosen abzugeben. Die Politik des Meteorological Office tut ein übriges: Das staatliche Wetteramt hatte seinen Ansagern doch tatsächlich eine geschönte Sprache beim Wetterbericht empfohlen (siehe unseren Newsletter vom 25. Oktober 2005 „Geschönte Wetterberichte in London“).

Nun rudert eine andere staatliche Einrichtung zurück. Die BBC erwägt, den seit 1927 bestehenden Vertrag mit dem amtlichen Wetterdienst nicht zu verlängern. Der Grund: Nach zahlreichen groben Fehlprognosen schenken drei von vier Briten der Wettervorhersage keinen Glauben mehr. Wenn es auf der Insel so weitergeht mit dem Misstrauen in Institutionen, schaffen sie demnächst das Königshaus ab.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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