Frage: Was hört der Mensch am liebsten? Antwort: Seinen eigenen Namen! Um den im Smalltalk mit einem Unbekanten herauszufinden, müssen Sie Ihr Gegenüber natürlich danach fragen. Mit der Antwort haben Sie sogleich einen guten Anknüpfungspunkt gefunden, von dem aus Sie das Gespräch fortspinnen können.
- Stellen Sie sich Ihrem Gegenüber vor und fragen Sie nach seinem Namen. Damit geben Sie Ihrem Gesprächspartner die Möglichkeit, sich einzubringen: Er darf gleich sein Lieblingswort benutzen.
- Bekunden Sie weiteres Interesse. Besitzt Ihr Gegenüber einen schwierigen Namen, dürfen Sie ruhig nachfragen, ob Sie ihn richtig verstanden beziehungsweise korrekt ausgesprochen haben. Das zeigt Respekt und gehört zum guten Ton.
- Ein weiterer Vorteil eines ungewöhnlichen Namens: Sie können nach dessen Herkunft fragen. Ihr Gegenüber wird gern antworten!
- Ein Kompliment wirkt bei einem ungewöhnlichen Namen auch nicht schlecht. Sagen Sie beispielsweise: "Gewöhnliche Menschen heißen Bauer oder Ackermann. Darf ich daraus schließen, dass Sie kein gewöhnlicher Mensch sind?"
Und wenn es sich bei Ihrem Gesprächspartner doch um einen gewöhnlichen Namen handelt? Auch dann haben Sie die Möglichkeit, ein wenig nachzuforschen. Ein Beispiel: Ihr Gegenüber heißt Schumacher. Übt er den Beruf noch aus? Nein, der Name schreibt sich doch ohne ‚h’! Aha. Warum eigentlich? Schon hat Ihr Gegenüber einen weiteren Anknüpfungspunkt und wird Ihnen gerne über die Herkunft seines Familiennamens berichten.
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Es ist des Lernens kein Ende, sagte einmal der heute vor 200 Jahren im sächsischen Zwickau geborene Robert Schumann. Der Musiker wusste, wovon er sprach: Als eine Fingerlähmung die Beweglichkeit seiner Hände beeinträchtigte, musste er seine Karriere als Klaviervirtuose aufgeben. Immerhin blieb ihm noch das Komponieren. Für das Flügelspiel in der Familie war seitdem Frau Clara zuständig, ebenfalls eine begnadete Pianistin.
Schumann hatte sie während seines Studiums in Leipzig kennengelernt. Der verhinderte Tastenartist schuf nunmehr bedeutende Kammermusikwerke und Liederzyklen. Auch die Mitte des 19 Jahrhunderts entstandene Oper Genoveva entstammt seiner Feder. Zu diesem Zeitpunkt stand es mit Schumanns Gesundheit nicht mehr zum Besten: Tobsuchtanfälle wechselten mit apathischen Schüben, zur Schlaflosigkeit gesellten sich Wahnvorstellungen - möglicherweise alles Folgen einer Syphilis. 1854 ließ sich der Künstler, mittlerweile zum Musikdirektor der rheinischen Metropole Düsseldorf aufgestiegen, in eine flussaufwärts gelegene Heilanstalt einweisen.
In Endenich, heute ein Stadtteil Bonns, starb Robert Schumann am 29. Juli 1856. Seinen 200. Geburtstag feiern die Orte seines Wirkens mit zahlreichen Veranstaltungen und Konzerten. Mehr dazu finden Sie auf der Internetseite www.schumannjahr2010.de.
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„Wenn ich meine Mutter selber pflegen würde, müsste ich meinen Beruf aufgeben, hätte kein Einkommen mehr und würde dadurch wahrscheinlich selbst zum Sozialfall werden.“ So wird in einer Sendung des Bayerischen Rundfunks ein Angehöriger zitiert, der eine illegale Pflegehilfe in Anspruch genommen hat.
Mindestens 100.000 von ihnen soll es in der Bundesrepublik geben. Meistens kommen sie aus Osteuropa, kümmern sich, oft im Wechsel mit Kolleginnen, rund um die Uhr um Pflegebedürftige und kassieren monatlich 800 bis 1000 Euro. Schwarz, versteht sich. Legale Angebote belaufen sich auf das Vier- bis Sechsfache. Deutschland mit seiner alternden Gesellschaft hat zu viele Patienten und zu wenig professionell Pflegende.
Von 1,5 Millionen Bedürftigen wird gerade mal ein Drittel von einem ambulanten Pflegedienst versorgt. Um den großen Rest kümmern sich Angehörige – oder Schwarzarbeiter. Die Zahlungsbereitschaft der potenziellen Kundschaft ist gering, sagt eine Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT), die mittlerweile auch schon wieder 5 Jahre alt ist. Geändert hat sich seitdem nicht viel: Pflegepatienten wünschen sich eine individuelle, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Betreuung, die große Anbieter mit ihren standardisierte Angeboten häufig nicht leisten können. „Hier werden Chancen für die Entstehung neuer qualifizierter Arbeitsplätze verschenkt“, sagt Claudia Weinkopf vom IAT. „Dies ist umso bedauerlicher, als hiervon auch ältere Beschäftigte, die auf dem Arbeitsmarkt besonders schlechte Karten haben, profitieren könnten. Denn diese bringen oft gerade diejenigen Fähigkeiten und Kompetenzen mit, auf die Senioren besonderen Wert legen.“
Heute, zum Internationalen Tag der Pflege, ist es an der Zeit, sich über dieses drängende Problem wieder einmal Gedanken zu machen.
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„Was den guten Journalisten ausmacht“, haben wir Ihnen letzte Woche anhand des Beispiels von Egon Erwin Kisch nähergebracht. Was aber macht den schlechten Journalisten aus?
Laut dem früheren Fernsehmoderator Robert Lembke handelt es sich dabei um einen Mann, der die eine Hälfte des Lebens damit verbringt, über Dinge zu schreiben, von denen er nichts weiß und die andere Hälfte, nicht über Dinge zu schreiben, die er genau weiß. Der Satiriker Karl Kraus meinte, keinen Gedanken zu haben und ihn ausdrücken zu können, mache den Journalisten, und ein besonders schlechter sei derjenige, der nachher alles vorher gewusst hat. Der britische Kriminalautor Gilbert Keith Chesterton behauptete gar, Journalismus bestehe in erster Linie darin, Leuten zu erzählen, Lord Jones sei gestorben, die vorher nicht einmal gewusst hätten, dass Lord Jones überhaupt existierte. Und der deutsche Publizist Ulrich Erckenbrecht verstieg sich zu folgendem Vergleich: Wer Stil und Ideen hat, ist ein Schriftsteller. Wer Stil hat, aber keine Ideen, wird Journalist. Wer weder Stil noch Ideen hat, wird Germanist.
Beinahe überflüssig zu sagen, dass Erckenbrecht sich meist als Schriftsteller bezeichnet. Lassen wir die Journalisten jetzt in Frieden, heute ist der Internationale Tag der Pressefreiheit
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Stellen Sie sich vor, Sie spazieren durch den Wald, und Ihnen begegnet eine fünfköpfige Familie. Alle sind braun gekleidet, recht schweigsam und fallen durch ihre ungewöhnliche Fortbewegungsart auf. Die findet auf allen Vieren statt, denn bei dem Quintett handelt es sich um Braunbären. Bis zum 17. Jahrhundert hat Meister Petz in der Eifel gelebt und wurde unlängst wieder dort angesiedelt.
Seine neue Heimat ist der Nationalpark Nordeifel nahe der belgischen Grenze. In dem über Jahrzehnte naturbelassenen Gebiet hielt früher die Armee des Nachbarlandes ihre Manöver ab. Nach Ansicht der Nationalparkverwaltung eignet es sich bestens für die Wiederansiedlung zwischenzeitlich ausgestorbenen Wildes. Die Braunbären stammen aus Rumänien, wo sie in einer Vorstadt von Cluj hausten, dem ehemals deutschsprachigen Klausenburg. Die putzigen Tiere ernährten sich von dem, was die Einheimischen wegwarfen, und richteten allenfalls an Mülltonnen Schäden an, berichtet Viorel Veterinescu, der selbst aus Rumänien stammt und seit einem Jahr Chef der Eifeler Nationalparkverwaltung ist. Befürchtungen, die ausgesetzten Bären könnte eine Gefahr für Parkbesucher darstellen, verweist Veterinescu ins Reich der Fabel: „In den letzten zehn Jahren gab es in Nordrumänien exakt einen Bärenzwischenfall mit Personenschaden: Ein Bauer wollte verhindern, dass ein Bär seinen Wertstoffbehälter nach Essbarem durchsuchte. Kurzerhand schob er ihn in die Tonne und verriegelte den Deckel. Unklug nur, dass er nach einer halben Stunde nachschaute, ob der Bär immer noch da war.“
Besuchern, die unvermittelt einem oder mehreren Mitgliedern der Bärenfamilie begegnen, rät Veterinescu, das im Rucksack mitgeführte Essen zu teilen: “Dabei sollte es unbedingt gerecht zugehen. Bären können sehr empfindlich sein!” Im übrigen lägen am Eingang zum Nationalpark Exemplare von Joshua Pivens und David Borgenichts Bestseller Das Survival-Buch: Überleben in Extremsituationen zur kostenlosen Mitnahme bereit. Als weitere Maßnahme erwägt Veterinescu, eine Ausgabe von Tony Buzans erfolgreichem Ratgeber Wie lese ich ein Buch in 10 Minuten hinzuzugeben. Dafür müsste allerdings ein kleiner Obolus von ein paar Euro entrichtet werden.
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„Familie ist der Ort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Sie ist der Ort, wo die Grundwerte unserer Gesellschaft geprägt und gelebt werden. Familienpolitik ist deshalb immer auch Zukunftspolitik.“ So steht es auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu lesen. Böse Zungen würden behaupten, der Stellenwert der Familie – ihr Internationaler Tag wird am heutigen 15 Mai begangen – in unserer Gesellschaft könne so hoch nicht sein, wenn das Ressort in vier Bereiche aufgesplittert ist.
Andererseits hängen alle vier Bereiche eng miteinander zusammen. So sieht das auch die zuständige Ministerin. „Eltern“, lautet die Überzeugung von Ursula von der Leyen, „sind viel mehr gefordert, ihren Kindern zumindest das Nachdenken, das Hinterfragen, das Verstehen von Werten nahe zu bringen.“ Wie soll man sich das in der Praxis vorstellen? In einer gut funktionierenden Familie, so drückte es einmal ein Scherzbold aus, ist die Frau die Regierung, der Mann das Volk und die Kinder sind die Opposition.
Die vierte Gewalt nimmt laut US-Komiker Will Rodgers nicht die Presse ein, sondern der Hauspapagei: Erst wenn das geschwätzige Tier ohne Sorge um Rufschädigung für die Dauer der Sommerferien in Pflege gegeben werden kann, läuft in der Familie alles rund.
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„Fasten, studieren, keine Frauen sehn – klarer Verrat am Königtum der Jugend.“ Meinte jedenfalls William Shakespeare. Doch irgendwann ist die Jugend vorbei, es melden sich die ersten Zipperlein, der Körper reagiert nicht mehr so, wie der Geist es vielleicht will, obwohl auch der schon nicht mehr ist, was er mal war. Muss man sich selbst da nicht etwas Gutes tun? Vielleicht eine Zeitlang entsagen, bevor man sich wieder den Genüssen des Lebens hingibt?
Gestern hat die Fastenzeit begonnen, und die sechseinhalb Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag nutzen viele Menschen, um sich innerlich zu reinigen. So auch einer unserer Leser, der mir schrieb, er verzichte in der Fastenzeit nicht nur auf Fleisch, Alkohol und Süßigkeiten. Auch den großen Zeitdieben verschließt er sich: „Der Fernseher bleibt ausgeschaltet, die Nachrichten werden nur im Radio verfolgt.“ Keine schlechte Idee! Leider kann er diesen Newsletter nicht lesen, denn Surfen im Internet ist ebenfalls gestrichen.
Vielleicht darf er ja weiter E-Mails schreiben und empfangen. Denn übertreiben, so versichert er am Schluss seiner Mitteilung, möchte er nichts: Schließlich seien die Sonntage bei ihm fastenfrei.
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„Die besinnlichen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr haben schon manchen um die Besinnung gebracht.“ In seiner Einschätzung fand Joachim Ringelnatz, der große deutsche Dichter der Weimarer Republik, Unterstützung von zeitgemäßen Wissenschaftlern. Die wissen sogar, wie dem Problem weihnachtlichen Unfriedens zu begegnen ist: „Wenn Eheleute gemeinsam den Tannenbaum schmücken“, heißt es in der US-Fachzeitschrift Journal of Family and Psychology, „ist das ein Beweis für eine glückliche Ehe.“
Zuvor hatte man amerikanische Ehepaare befragt, die mindestens 9 Jahre verheiratet waren. In der Untersuchung bezeichneten jene Paare, die den Weihnachtsbaum gemeinsam schmückten, ihre Ehe als glücklich. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Verteilung der Aufgaben. Die sorgt nämlich dafür, dass sich ein Gefühl der Harmonie einstellt. Häufig übernahmen bei den positiv antwortenden Paaren die Frauen die Organisation des familiären Festes, während die Männer ihr Augenmerk auf den Baumschmuck richteten.
Bei so viel programmierter Harmonie möchte ich Sie noch an ein kleines Detail erinnern: Haben Sie schon Ihren Baum besorgt? Nein? Dann wird es aber Zeit! Zeit wird sich auch das Newsletter-Team nehmen, um über seine Sünden in der Vergangenheit nachzudenken und im neuen Jahr alles besser zu machen. Am 5. Januar melden wir uns wieder. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie bis dahin ein schönes, friedvolles Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2009!
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Siegfried Wolff war zu Beginn des 20. Jahrhunderts Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Zeitung. Einen Doktortitel besaß er auch, den hatte er 1912 an der Universität Tübingen erworben. Und er war ein begeisterter Leser von Franz Kafka. Dem berühmten Schriftsteller aus Prag schrieb er heute vor 90 Jahren folgenden Brief (Sie finden ihn auch im Internet auf der Seite www.franzkafka.de):
„Sehr geehrter Herr,
Sie haben mich unglücklich gemacht. Ich habe Ihre Verwandlung gekauft und meiner Kusine geschenkt. Die weiß sich die Geschichte aber nicht zu erklären. Meine Kusine hats ihrer Mutter gegeben, die weiß auch keine Erklärung. Die Mutter hat das Buch meiner anderen Kusine gegeben und die hat auch keine Erklärung. Nun haben sie an mich geschrieben. Ich soll ihnen die Geschichte erklären. Weil ich der Doctor der Familie wäre. Aber ich bin ratlos.
Herr! Ich habe Monate hindurch im Schützengraben mich mit dem Russen herumgehauen und nicht mit der Wimper gezuckt. Wenn aber mein Renommee bei meinen Kusinen zum Teufel ginge, das ertrüg ich nicht. Nur Sie können mir helfen. Sie müssen es; denn Sie haben mir die Suppe eingebrockt. Also bitte sagen Sie mir, was meine Kusine sich bei der Verwandlung zu denken hat. Mit vorzüglicher Hochachtung, ergebenst Dr Siegfried Wolff“.
Wäre der Verfasser des Briefes nicht schon 1952 gestorben, hätte ich noch einen Tipp für ihn: Hier finden Sie eine ausführliche Interpretation der „Verwandlung“.
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