Nikolaus oder Weihnachtsmann?
Montag, 5. Dezember 2011„Sagt der Nikolaus zum Weihnachtsmann: Es muss endlich was gescheh’n! Dass man uns so oft verwechselt, das darf nicht so weitergeh’n!“
So heißt es in einem Kinderlied von Rolf Zuckowski. Was ist denn nun der Unterschied zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann?
Nun, der große Auftritt des Nikolaus erfolgt am 6. Dezember oder in der Nacht davor. Der Brauch geht auf den Heiligen Nikolaus von Myra zurück (siehe unseren Newsletter vom 5. Dezember 2005:Der heilige Mann aus der Türkei). Im 12. Jahrhundert entstand in Frankreich die Tradition, Kinder armer Familien am Abend seines Todestages, also am 5. Dezember, zu beschenken.
In Norddeutschland wurde später aus dem Nikolaus der Weihnachtsmann: Calvinistische Protestanten bestanden darauf, die Geschenke zur Weihnachtsfeier und nicht schon am Nikolaustag zu verteilen. Im Gegensatz zur katholischen lehnen die evangelischen Kirchen die Heiligenverehrung ab. Der Weihnachtsmann dürfte also erst am 24. Dezember erscheinen.
Tatsächlich taucht er in nicht mehr zählbarer Vervielfältigung schon Wochen vorher in unseren Städten auf, um Kindern – welch Frevel! – Geschenke zu überreichen. Ob das etwas mit der Kommerzialisierung des christlichen Fests zu tun hat? Ach was!
Es handelt sich nur um Synergieffekte, die für alle Beteiligten vorteilbringend eingesetzt werden und so eine Win-Win-Situation schaffen. Am meisten wird das Weihnachtsmannbüro an der Ware Weihnacht verdienen, ein deutschlandweit operierender Verbund, der mit der Vermittlung von Weihnachtsmännern u n d Nikoläusen sein Geld macht.
Flexibel sind sie ja, die Rotröcke! Und einer von ihnen, da beißt keine Kirchenmaus einen Faden ab, hat auf jeden Fall seine Existenzberechtigung. Jörg Lorenzen, der in Deutschlands hohem Norden, im Raum Kiel, unterwegs ist, hat seinen Segen von fast ganz oben: Ihn hat der authentischste aller Weihnachtsmänner, nämlich der von Grönland, höchstpersönlich autorisiert.
Autor von Small-Talk-Themen.de


