Archiv für Kategorie ‘Gesundheit’:

Kurt Tucholsky, Small Talk, Themen, Gespräch, Menschen

Mittwoch, 20. Juli 2011

Wie reden Menschen mit Menschen? Aneinander vorbei, meinte der Schriftsteller Kurt Tucholsky. Für Ihren Small Talk wäre ein solches Szenario denkbar schlecht. Um es zu verhindern, sollten Sie ein Thema finden, zu dem jeder Beteiligte in etwa gleich viel zu sagen hat. Einen solchen gemeinsamen Nenner habe ich Ihnen im Eingangssatz bereits vorgestellt. Richtig: der Mensch!

„Welche Chimäre ist doch der Mensch!“, stellte der Mathematiker und Philosoph Blaise Pascal fest, „welch Unerhörtes, welch Ungeheuer, welch Chaos, welch widersprüchliches Wesen, welch Wunder!“ Pascal war Wissenschaftler und hielt sich nicht lange mit Wundern auf. Im Jahr 1642 entwickelte der Franzose die erste Rechenmaschine. Wenn er damals bereits die Möglichkeiten gehabt hätte, wäre ihm wohl ähnliches in den Sinn gekommen wie einem modernen Naturforscher.

Der Biologieprofessor Konrad Kunsch liefert in seinem Buch Der Mensch in Zahlen den endgültigen Beweis für die Komplexität des menschlichen Wesens. Demzufolge besteht unser Körper aus folgenden Elementen:

  • Sauerstoff: 63 Prozent
  • Kohlenstoff: 20 Prozent
  • Wasserstoff: 10 Prozent
  • Stickstoff: 3 Prozent
  • Kalzium: 1,5 Prozent
  • Phosphor: 1 Prozent
  • Kalium: 0,25 Prozent
  • Schwefel: 0,2 Prozent
  • Chlor: 0,1 Prozent
  • Natrium: 0,1 Prozent
  • Magnesium: 0,04 Prozent
  • Eisen: 0,004 Prozent
  • Übrige Stoffe: 0,81 Prozent

Dazu passt eine Erkenntnis des irischen Dramatikers Samuel Beckett (siehe auch unseren Newsletter vom 13. April 2006 „Das Nichtereignis zum Thema gemacht“): „Man muss versuchen, bis zum Äußersten ins Innere zu gehen Der Feind des Menschen ist die Oberfläche.“ Im Small Talk freilich ist es anders: Bevor Sie derart in die Tiefe gehen, sollten Sie ein wenig an der Oberfläche bleiben. Doch ist es immer hilfreich, etwas Gesprächsstoff in Reserve zu haben. Man weiß nie, wie lange der Abend noch werden wird.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Ein gesundes Small Talk-Thema: die Ernährung

Mittwoch, 13. Juli 2011

Alles, was uns täglich beschäftigt, ist ein Thema für den Small Talk. So auch die Ernährung. Beim Small Talk können Sie über das sprechen, was Sie in jenem Moment tun. Essen beispielsweise, wenn Sie gerade vom Buffet zurückgekehrt sind. Gesund soll es sein und lecker schmecken, predigen die Ernährungsberater.

„Die einzige Methode, gesund zu bleiben“, wusste schon Mark Twain, „besteht darin, zu essen, was man nicht mag, zu trinken, was man verabscheut, und zu tun, was man lieber nicht täte.“ Diese Auffassung verrät, dass der amerikanische Humorist schon vor anderthalb Jahrhunderten gelebt hat. Heute soll die richtige Ernährung vor allem mit Freude verbunden sein. Rezepte wie das von Mark Twain passen einfach nicht mehr in unsere Spaß-Gesellschaft.

Doch ernähren wir uns wirklich so gesund? In seinem Buch Der Mensch in Zahlen hat der Biologieprofessor Konrad Kunsch einmal zusammengetragen, was der Durchschnittseuropäer in seinem ganzen Leben verzehrt. Hier ist die Liste:

  • 3 Rinder
  • 10 Schweine
  • 2 Kälber
  • 2 Schafe
  • 350 Hühner
  • 2 000 Fische
  • 10 000 Eier
  • 1 Tonne Käse
  • 100 Säcke Kartoffeln
  • 80 Säcke Mehl und Zucker
  • 5 000 Brote
  • 1 500 Kilogramm Butter
  • 750 Kilogramm Margarine
  • 425 Liter Speiseöl
  • 100 Torten

Nach Healthfood oder Wellness-Speiseplan hört sich diese Aufstellung nicht gerade an. Zugegeben, die Erfassung erfolgte vor rund anderthalb Jahrzehnten. Ob sich seitdem aber so viel zum Besseren verändert hat?

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Acht Milliarden Mal ein Mensch

Montag, 11. Juli 2011

Wie viele Menschen leben auf dieser Erde? Das ist gar nicht so einfach zu sagen, denn es kommen ständig neue hinzu. Laut Berechnungen der UNO sind es jedes Jahr 79 Millionen. Im Herbst dieses Jahres, so viel ist sicher, wird die Marke von 7 Milliarden geknackt werden.

Die Grenze zur Milliarde wurde erst im Jahr 1804 überschritten. Die zweite kam 1927 hinzu, die dritte 1960, die vierte 1974. Anno 1987 waren es dann fünf Milliarden. Seitdem steigt das Bevölkerungswachstum nicht mehr. 1999 wurde die sechste Milliarde erreicht. Bis es acht Milliarden Erdenbürger sind, schreiben wir, so die UNO, das Jahr 2025.

Wenn Sie die alle zählen möchten, müssten Sie – falls Sie pro Mensch nur eine Sekunde bräuchten – heute schon mal anfangen. Und würden, sobald der Achtmilliardste geboren ist, weitere achtzehn Jahre für die Restanzahl benötigen. Das hört sich ein wenig despektierlich an gegenüber dem Individuum. Tatschlich sind acht Milliarden Menschen acht Milliarden Mal ein Mensch.

Damit wir dies nicht vergessen, hat die UNO den Internationalen Weltbevölkerungstag ins Leben gerufen. Schauen Sie doch mal auf der Internetseite www.weltbevoelkerung.de vorbei. Sie führt die Probleme, die mit der nach wie vor zu stark anwachsenden Menschenmenge auf unserem Planeten zusammenhängen, plastisch vor Augen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Ein Plädoyer für die Ehe

Donnerstag, 7. Juli 2011

Der 7. Juli ist ein beliebtes Datum für Hochzeiten – und für diesen Newsletter eine willkommene Gelegenheit, die Institution Ehe zu hinterfragen. Warum heiraten zwei Menschen? Weil jeder sein oder ihr eigenes Wohlbefinden gegenüber dem Single-Dasein verbessern will! Diese rein ökonomische Interpretation stammt von Gary Stanley Becker. Laut der Theorie des Chicagoer Wirtschaftsprofessors gewinnen beide Partner durch Heirat hinzu. Die Ehe ist eine Fabrik, die Produkte herstellt, beispielsweise Nachwuchs, oder Dienstleistungen wie Fürsorge und Prestige, oder, ganz profan, Mahlzeiten und gebügelte Hemden.

Übrigens kennt auch die deutsche Sprache den Begriff der Zugewinngemeinschaft. Kinder stellen im Unternehmen Familie die langlebigen Güter dar. Die Rentabilität ihrer Produktion hängt davon ab, wie hoch die Betriebskosten für Erziehung und Ausbildung sind. Auf der Habenseite stehen die Gewinne für das Management: etwa durch zusätzliche Familieneinnahmen, Versorgung im Alter oder psychisches Einkommen wie Zufriedenheit. Durch den Haushaltszusammenschluss in einer Ehe lassen sich zudem Kosten einsparen: So entfallen Reisezeit, Reisekosten und Spesen, die für Sozialkontakte aufgewendet werden müssen, ebenso wie teure Dienstleistungen, etwa Mahlzeiten oder käufliche körperliche Zuneigungen, die abseits vom ehelichen Tisch und Bett viel Geld verschlingen.

Ebenfalls nicht zu vernachlässigen: die Steigerung des Betriebsgewinns nach Steuern aufgrund der günstigeren Steuerklasse für Verheiratete. Je größer der erwartete Wertzuwachs durch die Ehe, desto mehr ist ein Mensch bereit, in das Unternehmen zu investieren. Schon das Marketing der eigenen Person zur Verbesserung der Chancen auf dem Heiratsmarkt kann viel Geld, Zeit und Energie kosten. Doch je früher der gemeinsame Bund geschlossen wird, desto länger profitieren beide Partner. Schließlich bedeutet die Heirat eine Fusion, welche die Optimierung der Produktion bei minimalen Betriebskosten zum Ziel hat.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Eine Weiterentwicklung der Nahrungsübertragung von Schnabel zu Schnabel

Dienstag, 5. Juli 2011

Ist er wirklich nichts anderes als eine Weiterentwicklung der Nahrungsübertragung von Schnabel zu Schnabel, wie sie bei Vögeln üblich ist? So charakterisierte der österreichische Biologe und Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeldt den Kuss.

Wer eher der Kreations- als der Evolutionstheorie anhängt, würde vermutlich die Definition des polnischstämmigen US-Schriftstellers Joseph Conrad bevorzugen: „Küsse sind das, was von der Sprache des Paradieses übriggeblieben ist.“ Die amüsanteste Beschreibung stammt wohl aus dem Land, in dem der Kunst der körperlichen Zuneigung dem Vernehmen nach die meiste Zeit gewidmet wird. „Als die Liebe nichts mehr zu sagen wusste“, glaubt die Schauspielerin Brigitte Bardot, „erfand sie den Kuss.“

Deutscher Pessimismus leitete wohl Martin Beheim-Schwarzbach, als er zu seiner Einschätzung fand: „Der Kuss“, so der Schriftsteller und Übersetzer zahlreicher Klassiker, „ist ein Lippenbekenntnis zur Liebe.“ Das letzte Wort in unserem kleinen Streit soll einem Schauspieler gehören. Joachim Fuchsberger hat in seiner Karriere gewiss schon manchen uninspirierten Filmkuss hinlegen müssen. Entsprechend nüchtern fällt sein Urteil aus: Ein Kuss ist Mund-zu-Mund-Beatmung – ohne medizinischen Anlass.

Wie dem auch sei: Morgen, am 6. Juli, ist der Internationale Tag des Kusses. Laut der Internetseite www.worlds-holidays.com wurde der Aktionstag vor zwei Jahrzehnten in Großbritannien ins Leben gerufen und prompt von den Vereinten Nationen übernommen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Patriotisch, aber unaufgeregt

Montag, 4. Juli 2011

„Man muss eine Nation einfach lieben“, fand die im Mittleren Westen der USA aufgewachsene Schriftstellerin Erma Bombeck, „die ihre Unabhängigkeit an jedem 4. Juli feiert, nicht mit einer Parade von Panzern und schießeisenreckenden Soldaten, die am Weißen Haus vorbeidefilieren, um Muskeln zu zeigen und Stärke zu demonstrieren, sondern mit Familienpicknicks, bei denen Kinder sich Frisbees zuwerfen, der Kartoffelsalat langsam verdirbt und die Fliegen vor lauter Glück sterben. Du denkst, du hast dich überfressen, aber es ist nur Patriotismus.“

Der Independence Day erinnert an die Unterzeichung der Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776. Die ehemals dreizehn Kolonien an der amerikanischen Ostküste hatten sich gegen das britische Mutterland erhoben und nach einjährigem Krieg zu den Vereinigten Staaten zusammengeschlossen. Verlesen wurde die Deklaration von Thomas Jefferson, dem späteren US-Präsidenten, im Kongress in Philadelphia.

Darin heißt es: Alle Menschen sind gleich geschaffen und wurden von ihrem Schöpfer mit bestimmten unantastbaren Rechten ausgestattet, darunter das Leben, die Freiheit und das Streben nach Glück. Von allem etwas wollen die Amerikaner an ihrem 4. Juli genießen. Es ist ein unaufgeregter, unbeschwerter Nationalfeiertag im Kreis der Lieben.

Und wer keine Familie hat oder fern der Heimat weilt und den Tag statt mit Picknick im Grünen allein an der Fensterbank verbringt? Hört sich dabei in aller Ruhe Bruce Springsteens Fourth of July, Asbury Park, Sandy an.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Die Wölbung des Schnitzbuckels

Freitag, 17. Juni 2011

„Des deutschen Knaben und deutschen Jünglings höchste und heiligste Pflicht ist, ein deutscher Mann zu werden und geworden zu bleiben, um für Volk und Vaterland kräftig zu wirken, unseren Urahnen, den Weltrettern gleich“:

So martialisch kam Friedrich Ludwig Jahn daher. Heute vor 200 Jahren richtete der Berliner Lehrer in der Hasenheide den ersten öffentlichen Turnplatz in Deutschland ein. Ziel des bald als ‚Turnvater’ titulierten Pädagogen war die Erziehung der deutschen Jugend zu patriotischem Denken. Aus der Leibesertüchtigung mit entsprechender geistiger Unterfütterung sollten Männer hervorgehen, welche die Heimat vom Joch der französischen Besatzung befreien sollten.

Mit der Zeit wurde eine nationalistische Bewegung daraus, die das Deutschtum stärken und das eigene Volk über die Nachbarnationen erhöhen sollte. Entsprechend aggressiv traten Jahn und seine Anhänger auf. „Ist dem Staat an Männern gelegen“, glaubte der Turnvater verkünden zu müssen, „so muss er die Jugend nicht verwahrlosen lassen.“ Zugute kam Jahn und seiner Bewegung, dass der preußische Staat diese als gefährlich einstufte und eine Turnsperre verhängte; auch, weil er eine Einflussnahme auf die studentischen Burschenschaften fürchtete.

Das Verbot wurde erst 1842 aufgehoben. Notwenig war es wohl nie gewesen: Wie die inzwischen rund 90 000 in Vereinen organisierten Turner auf ihrer 1848er Tagung betonten, lag ihnen weniger an der Einführung einer Republik als an einer Einheit Deutschlands.

Als Jahn 1852 starb, war aus der Turnerschaft längst eine reaktionäre Vereinigung geworden. Neue Konkurrenz erwuchs ihr aus dem Ausland: Von der britischen Insel schwappte eine neue Sportart herüber, die den Turnern Konkurrenz machte und von diesen despektierlich als ‚Fußlümmelei’ und ‚englische Krankheit’ bezeichnet wurde.

Der Stuttgarter Professor und Turnlehrer Karl Planck fand Fußball nur „hässlich. Das Einsinken des Standbeins ins Knie, die Wölbung des Schnitzbuckels, das tierische Vorstrecken des Kinns erniedrigt den Menschen zum Affen.“

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Krankheit ist im Small Talk tabu, nicht aber die Gesundheit!

Mittwoch, 15. Juni 2011

Seit der Mensch sich nicht mehr so viel in der Natur bewegt, wird er anfälliger für Krankheiten. Auf diese Entwicklung reagierten die TV-Macher und erfanden Gesundheitsmagazin Praxis. Die Sendung wurde von 1964 an Monat für Monat im ZDF ausgestrahlt, und das über 3 Jahrzehnte! Mit eindrucksvollem Resultat: Am Tag nach jeder Sendung klagten die Ärzte in den Praxen über Patienten, die wiederum über Symptome klagten, die zuvor Gegenstand in Gesundheitsmagazin Praxis waren.

Mit dieser einführenden Anekdote wären Sie bei einem Thema, das zwar mit Krankheiten verwandt ist, sich aber grundsätzlich für den Small Talk eignet: der Gesundheit. Einen weiteren Grundsatz für die leichte und unbeschwerte Konversation haben Sie ebenfalls beachtet und zu Beginn ein wenig ausgeholt. Das ist besser, als Ihr Gegenüber mit dem Holzhammer in die Materie einzuführen. Ein solches Instrument ist nicht nur bei Ärzten aus der Mode gekommen, sondern wie bei Patienten auch bei Small Talk-Teilnehmern eher unbeliebt.

Eine weitere Möglichkeit, den Small Talk über Gesundheit zu starten, wäre ein Zitat. Etwa der folgende Spruch von Mark Twain: „Die einzige Methode, gesund zu bleiben, besteht darin, zu essen, was man nicht mag, zu trinken, was man verabscheut, und zu tun, was man lieber nicht täte.“ Noch älter als Mark Twains bittere Feststellung, aber ebenfalls für jeden Small Talk aktuell ist die Erkenntnis des französischen Philosophen Voltaire: „In der einen Hälfte des Lebens opfern wir unsere Gesundheit, um Geld zu erwerben. In der anderen Hälfte opfern wir Geld, um die Gesundheit wiederzuerlangen.“

Entlassen möchte ich Sie mit einem heiter-nachdenklichen Vierzeiler des bayerischen Volksdichters Eugen Roth. Auch er passt in jeden Diskurs über Krankheit und Gesundheit – und schafft die Überleitung zu dem Small Talk-Tabu, dem wir uns als nächstes widmen: der Politik:

Der Kranke traut nur widerwillig
Dem Arzt, der’s schmerzlos macht und billig.

Lasst nie den alten Grundsatz rosten:
Es muss a) wehtun, b) was kosten.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Wann dürfen Sie im Small Talk über Krankheiten reden?

Mittwoch, 8. Juni 2011

Leiden ist im Small Talk tabu. Vor allem, wenn es sich um Ihr eigenes handelt. Das sollte nur Angehörige und Freunde interessieren. Der Small Talk, zumal mit Fremden, widmet sich positiven Dingen. Sprechen Sie daher lieber über die Gesundheit. Krankheit kommt als Thema nur in Betracht, wenn nicht von Befindlichkeiten im Small Talk Anwender die Rede ist.

„Wie geht es Ihnen?“ ist folglich eine Frage, die im Small Talk so gut wie nie gestellt wird. Sie könnte als Vorlage missbraucht werden. Als Vorlage für leicht hypochondrisch Veranlagte, die dann so richtig mit einer Schilderung ihrer Krankheiten loslegen. Dafür ist der Arzt oder ein Freund oder Verwandter der richtige Ansprechpartner. Nicht aber der Small Talk-Gegenüber!

In der lockeren Konversation dürfen Sie also nur über Krankheiten reden, wenn Sie das Thema gut verpacken. Ein Beispiel: Sprechen Sie über den Arzt mit der Clownsnase. Richtig bekannt wurde Patch Adams erst durch einen Hollywood-Film: Robin Williams spielte darin die Hauptrolle. _„Heitere Stimmung und eine rote Clownsnase können oft mehr bewirken als ein Medikament“, lautete sein Rezept, mit dem er vor allem kleine Patienten heilte oder wenigstens Linderung verschaffte. Sie können’s im Small Talk auch mit anderen Worten sagen: Lachen ist gesund.

Ein weiteres Adams-Zitat eignet sich für die oberflächliche Unterhaltung generell: „Nimm das Leben doch von der humor- und lustvollen Seite.“ Jedenfalls sollten Sie diesen ärztlichen Ratschlag in Ihrem Small Talk beherzigen!

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Der Tag des Meeres

Dienstag, 7. Juni 2011

„Es bedeckt sieben Zehntel der Erde. Sein Atem ist rein und gesund. Es ist eine immense Wüste, wo ein Mann nie alleine ist, in dem er fühlen kann, wie das Leben aller in ihm bebt.

Es ist nur ein Behälter für alle die ungeheuren, übernatürlichen Dinge, die darin existieren; es ist nicht nur Bewegung und Liebe; es ist die lebende Unendlichkeit“, schrieb der französische Autor Jules Verne über das Element, das seiner Vorstellung nach alles ist. Zu lesen ist die Passage in Vernes wohl berühmtestem Roman. Darin lässt der Schriftsteller seinen Kapitän Nemo im Unterseeboot Nautilus eine Erdumrundung 20 000 Meilen unter den Meeren vornehmen und sich und seine Mannschaft während der kompletten Reise ausschließlich von dem ernähren, was die Ozeane hergeben.

Heute begehen die Vereinten Nationen den Tag des Meeres. Er soll nicht nur die Bedeutung der Ozeane für die Ernährungslage der gesamten Menschheit anmahnen. Auch der Schutz der Umwelt hängt zu einem großen Teil von der Gesundheit der Meere ab. Ebenso das Klima: Allein in Indonesien, um ein Beispiel zu nennen, gingen in den letzten Jahren wegen der Erderwärmung und des dadurch gestiegenen Meeresspiegels 24 kleinere Inseln verloren. In den nächsten beiden Jahrzehnten, befürchten die Klimaforscher, werden 2000 weitere indonesische Eilande dasselbe Schicksal erleiden. Weltweit steigen in diesem Jahrhundert die Meeresspiegel mindestens um 18, anderen Berechnungen zufolge sogar um 59 Zentimeter. „Die kleinste Bewegung ist für die ganze Natur von Bedeutung“, erkannte der französische Naturwissenschaftler und Philosoph Blaise Pascal bereits im 17. Jahrhundert, „das ganze Meer verändert sich, wenn ein Stein hineingeworfen wird.“

Ganz so extrem sind die Folgen einer solchen Aktion freilich nicht. Doch sollte der Mensch sehr darauf achten, was er alles ins Meer einleitet.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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