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Deutschland spielt bei der WM erst morgen wieder, gegen Serbien. Zeit also, 40 Jahre zurückzublicken auf eine Fußballschlacht, die bis heute unvergessen blieb. Es ist Mittwoch, 16:08 Uhr: Das Halbfinalspiel im Aztekenstadion zu Mexiko-Stadt ist gerade 8 Minuten alt, und die deutsche Elf liegt durch ein Tor von Roberto Boninsegna bereits mit 0:1 zurück. Es folgt eine Aufholjagd, die bis zur 92. Minute ergebnislos bleibt – weil die Italiener das tun, was sie am besten können: verteidigen.

Da hilft nur, wenn ein deutscher Verteidiger etwas ausprobiert, was ihm sonst nie gelingt: Toreschießen. Ein solcher Versuch gelingt Karl-Heinz Schnellinger in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Bittere Ironie für die Italiener: Schnellinger verdient im Alltag seine panini als Legionär beim AC Mailand. Es gibt Verlängerung, für Deutschland die zweite innerhalb von drei Tagen, nach dem 3:2 über die Engländer in der extra time. In der vierten Minute der zusätzlichen Spielzeit dann die Szene des Spiels: Der bis dahin glänzende italienische Torwart Enrico Albertosi bringt seine Abwehrspieler unnötig in die Bredouille. Gerd Müller spritzt dazwischen und bekommt irgendwie den Fuß an den Ball. Es folgt ein Wettrennen zwischen Albertosi und seinem Verteidiger Fabrizio Poletti, die beide auf allen Vieren Richtung Torlinie krabbeln. Sieger ist der Ball, der aufreizend langsam seinen Weg zum 2:1 für die Deutschen fortsetzt.

Doch das ist nicht das Ende. Plötzlich zeigen die Italiener, was sie in der Offensive draufhaben. Der Lohn sind zwei Treffer durch Tarcisio Burgnich und Gigi Riva. Das Spiel ist 109 Minuten alt, aber noch nicht entschieden. Den Deutschen gelingt erneut der Ausgleich, wieder ist Müller der Torschütze, diesmal per Kopf. Doch nur eine Minute später schlagen die Italiener zurück: Gianni Rivera bleibt es vorbehalten, den 4:3-Schlusspunkt zu setzen. Danach habe die Deutschen keine Kraft mehr.

Die Fußballschlacht im Aztekenstadion wird zu einer bitteren, aber auch zur heroischsten Niederlage der Deutschen. Schön, dass sie im Gegensatz zu anderen verlorenen Schlachten des 20. Jahrhunderts auf dem Felddes Sports erfolgte.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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„Das Rauchen macht dumm; es macht unfähig zum Denken und Dichten. Es ist auch nur für Müßiggänger, für Menschen die Langeweile haben“, fand schon Johann Wolfgang von Goethe. Lieber sprach der Dichterfürst dem Wein zu; 2 Flaschen bereits am Morgen waren keine Seltenheit (siehe auch unseren Newsletter vom 28. August 2009) „Der Geburtstag des Dichters“.

Goethes Kollege Lessing fand am Tabak wenig Tadelnswertes. Sein Rauchverhalten kam schon damals nicht gut an. Lessings Haushälterin etwa imponierten weniger seine literarischen Leistungen, die ihn zum größten deutschen Dichter der Aufklärung machten, als die Art, wie er seinem Beruf nachging und seinen Alltag verbrachte, sie abstieß. Nach Lessings Tod sagte die gute Frau über ihren ehemaligen Dienstherrn nur: „Er tat nichts, taugte nichts und rauchte viel.“ Üble Nachrede über Raucher oder berechtigte Warnungen vor dem Laster des blauen Dunstes wird es dieser Tage, je nach Lesart, wieder zuhauf geben. Ebenso wenig wird es an Warnungen vor den Gefahren des Tabakkonsums fehlen.

Heute ist Weltnichtrauchertag. Nicht alle Mahnungen werden jedoch so originell sein wie diese: „Rauchen Sie nicht im Bett“, schrieb einmal ein Witzbold an die Wand, „die Asche, die herunterfällt könnte Ihre eigene sein.“

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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„Heitere Stimmung und eine rote Clownsnase können oft mehr bewirken als ein Medikament“: Dieser Überzeugung ist der US-Arzt Hunter Adams, auch unter seinem Spitznamen „Patch“ (was übersetzt Flicken heißt) bekannt. Mit anderen Worten: Lachen ist gesund. Dass Lachen und Humor stressreduzierend ist, die Kreativität fördert, die Motivation verbessert und Heilungsprozesse beschleunigt, hat Adams schon immer behauptet.

Inzwischen wurden seine Thesen durch zahlreiche Forscher wissenschaftlich untermauert: Die von Adams entwickelte Humortherapie verkürzt erwiesenermaßen Liegezeiten im Krankenhaus. Adams’ Behandlungsmethoden stießen weltweit auf Nachahmer. In Köln beispielsweise entstand mit der Einrichtung Kolibri das in Deutschland bis dahin einzigartige „Institut für medizinische Clownerie“.

Richtig bekannt wurde Patch Adams jedoch erst durch Hollywood: Robin Williams spielte auf der Leinwand den Arzt im Clownskittel und brachte nicht nur kleine und große Patienten, sondern Millionen Kinobesucher rund um den Globus zum Lachen. Heute wird Adams 65 Jahre alt. „Nimm das Leben doch von der humor- und lustvollen Seite“, lautet eine seiner Empfehlungen. Mit diesem Ratschlag möchte ich Sie ins Wochenende entlassen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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„I hope I die before I get old“, textete Pete Townshend, Chef der britischen Rockgruppe The Who, in seinem Erfolgssong My Generation. „Hoffentlich sterbe ich, bevor ich alt werde“: Dieser Satz entwickelte sich zum Credo der wilden 60er-Jahre-Jugend. „Es hat wunderbar funktioniert“, blickte Townshend bereits mit Anfang Dreißig zufrieden zurück, „es hat zwischen den Leuten, die das Lied mochten, und denen, die es nicht mochten, einen dicken Trennungsstrich gezogen.“ Später fügte er noch einen Satz hinzu: „Aber was ist, wenn wir diesen Trennungsstrich gar nicht mehr wollen?“

Heute, an Townshends 65. Geburtstag, wird My Generation auf zahlreichen Radio- und TV-Kanälen gespielt. In Diskotheken und auf Feten ist das ohnehin immer noch der Fall, so eingängig sind Musik und Text. Den Komponisten selbst reißt das Lied allerdings nicht mehr vom Hocker: „Heute denke ich, dass der Song vollkommen lächerlich ist. Wir sollten den Text ändern, und auch der Rhythmus ist zu schnell für meine müden alten Beine.“

Townshend hat gut reden: In der britischen wie in allen westlichen Gesellschaften wird dem Jugendkult gehuldigt und seitens der Musikindustrie wie der Werbewirtschaft schon Zwölfjährigen der Hedonismus gepredigt. Dem steht eine ältere Generation gegenüber, die noch nie so gesund, so fit und auch so wohlhabend war wie heute. Auch das mit dem Hedonismus werden die Marketingstrategen schon hinkriegen. Gesunde, fitte und wohlhabende Altrocker wie Townshend profitieren von beiden Trends.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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„Wenn ich meine Mutter selber pflegen würde, müsste ich meinen Beruf aufgeben, hätte kein Einkommen mehr und würde dadurch wahrscheinlich selbst zum Sozialfall werden.“ So wird in einer Sendung des Bayerischen Rundfunks ein Angehöriger zitiert, der eine illegale Pflegehilfe in Anspruch genommen hat.

Mindestens 100.000 von ihnen soll es in der Bundesrepublik geben. Meistens kommen sie aus Osteuropa, kümmern sich, oft im Wechsel mit Kolleginnen, rund um die Uhr um Pflegebedürftige und kassieren monatlich 800 bis 1000 Euro. Schwarz, versteht sich. Legale Angebote belaufen sich auf das Vier- bis Sechsfache. Deutschland mit seiner alternden Gesellschaft hat zu viele Patienten und zu wenig professionell Pflegende.

Von 1,5 Millionen Bedürftigen wird gerade mal ein Drittel von einem ambulanten Pflegedienst versorgt. Um den großen Rest kümmern sich Angehörige – oder Schwarzarbeiter. Die Zahlungsbereitschaft der potenziellen Kundschaft ist gering, sagt eine Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT), die mittlerweile auch schon wieder 5 Jahre alt ist. Geändert hat sich seitdem nicht viel: Pflegepatienten wünschen sich eine individuelle, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Betreuung, die große Anbieter mit ihren standardisierte Angeboten häufig nicht leisten können. „Hier werden Chancen für die Entstehung neuer qualifizierter Arbeitsplätze verschenkt“, sagt Claudia Weinkopf vom IAT. „Dies ist umso bedauerlicher, als hiervon auch ältere Beschäftigte, die auf dem Arbeitsmarkt besonders schlechte Karten haben, profitieren könnten. Denn diese bringen oft gerade diejenigen Fähigkeiten und Kompetenzen mit, auf die Senioren besonderen Wert legen.“

Heute, zum Internationalen Tag der Pflege, ist es an der Zeit, sich über dieses drängende Problem wieder einmal Gedanken zu machen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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„Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus, da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus:“ So heißt es in Emanuel Geibels 1841 entstandenen Wanderlied.

Morgen beginnt der Mai, das Wandern hat hierzulande schon seit längerem Konjunktur. 40 Millionen Deutsche, so eine Untersuchung des deutschen Wanderverbandes, verbringen ihre Freizeit auf Schusters Rappen. Das sagt natürlich überhaupt nichts aus. Aufschlussreicher wird die Studie, indem sie zwischen Tagesausflügen und mehrtägigen Wandertouren unterscheidet. Bei letzteren bringen es die Deutschen auf 8,7 Millionen jährlich, wobei im Schnitt dreieinhalb Übernachtungen pro Wanderurlaub anfallen. Das freut die einheimischen Urlaubsregionen nicht weniger als die auf der Wanderwelle mitschwimmende Freizeitindustrie. 144 000 Arbeitsplätze wurden durch das so gesundheitsfördernde wie umweltfreundliche Hobby geschaffen und 7,5 Milliarden Euro an Umsätzen generiert.

Hinzu kommt noch einmal die Hälfte dieser Summe für Ausrüstung wie Wanderschuhe und Wanderkarten. Nicht zu vergessen die Kosten, welche die gebeutelten Krankenkassen durch die höhere Fitness und geringere Anfälligkeit ihrer Mitglieder einsparen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Der April ist – nach den Worten des Aphoristikers Wolfram Weidner – der Monat, in dem das Wetter so unzuverlässig ist, dass es manchmal mit den Vorhersagen übereinstimmt. Und die lauten, um möglichst sicher zu gehen, meistens: Regen. Da das Wetter im April so wechselhaft ist, schlägt es sich häufig in Form kurzer Schauer nieder. Meistens treffen uns diese Kapriolen immer dann, wenn wir keinen Schirm mitführen.

Immer wieder stellt sich in solchen Situationen die Frage der Schadensbegrenzung: Wie schaffen wir es, möglichst wenig nass zu werden? Sollte wir dazu schnell oder langsam durch den Regen laufen? Dazu hat die Redaktion der WDR5-Wissenschaftssendung Leonardo folgende Überlegung angestellt: Wenn Sie eine Strecke von A nach B zurücklegen, befindet sich der Regen nicht nur über Ihrem Kopf, sondern überall um Sie herum. Mit der Vorderseite des Körpers nehmen Sie das gesamte Wasser auf, das sich zwischen den Punkten A und B gerade in Brust- und Bauchhöhe befindet – ganz gleich wie schnell Sie sich bewegen. Wenn Sie also Ihren Kopf möglichst trocken halten wollen, dann legen Sie einen Zahn zu. Der einzige Nachteil: Je schneller Sie gehen, desto größer die Durchschlagskraft der Regentropfen. Und umso stärker spüren Sie den Regen.

Soweit die Experten. Am besten, Sie gewöhnen sich an, immer einen Satz trockener Leibwäsche im Rucksack mitzuführen. Vielleicht auch eine dünne Ersatzhose. Und ein Handtuch.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Heute vor 65 Jahren starb Franklin D. Roosevelt (siehe unseren Newsletter vom 8. November 2007 – „Der Präsident im Rollstuhl“). Das war einerseits überraschend, denn er war erst fünf Monate zuvor zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden. Andererseits auch nicht: Roosevelt litt seit Jahren am Guillain-Barré-Syndrom.

Außerdem lastete seit 1865 ein Fluch auf dem Präsidenposten: Über den Daumen gepeilt alle zwei Jahrzehnte starb ein Inhaber während seiner Amtszeit. Es begann mit William H. Harrison. Dem kurz zuvor Gewählten wurde im Januar 1841 bereits seine Antrittsrede zum Verhängnis: Die dauerte, bei eisigem Wind, zwei Stunden und trug ihm eine Lungenentzündung davon. Drei Monate später war Harrison tot. Abraham Lincoln wurde fünf Tage nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs vom fanatischen Südstaatler John Wilkes Booth erschossen. Charles A. Garfield erlag 1881 einem Attentat. Der Mörder, Charles J. Guiteau, wollte, dass Chester A. Arthur Präsident würde. Was auch geschah, da in den USA beim Tod des Präsidenten noch am selben Tag automatisch der Vizepräsident ins Amt folgt. 1901 erlag William McKinley den Kugeln des Anarchisten Leon Czolgosz. Eines natürlichen Todes starb Warren G. Harding 1923, als er sich während einer Reise durch die Westküstenstaaten nacheinander eine schwere Lebensmittelvergiftung, eine Lungenentzündung und einen Herzinfarkt zuzog.

Das Schicksal Roosevelts ist bekannt, siehe oben. 1963 starb John F. Kennedy; er wurde Opfer eines Attentats, das Lee H. Oswald ausführte. Der nächste an der unseligen Reihe wäre Ronald Reagan gewesen: Auf ihn feuerte 1981 John Hinckley, traf aber nicht direkt: Eine Kugel prallte von der gepanzerten Präsidentenlimousine ab und verletzte Reagan nur, eine andere fing sich der Sicherheitsbeamte Tim McCarthy ein, als er sich in die Schussbahn warf und seinem Präsidenten möglicherweise das Leben rettete. Seitdem ist der Fluch durchbrochen, und nach 1963 hat jeder Inhaber des höchsten US-Amtes dieses überlebt.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Was sagt der Arzt?

7. April 2010

Heute ist Weltgesundheitstag. Nutzen wir den Anlass und befassen wir uns mit einer schon seit längerem aktuellen Diskussion im Gesundheitswesen. Nach den jüngsten Einschnitten vermehren sich die Befürchtungen, dass sich der soziale Status bald wieder wie in vergangenen Jahrhunderten am Gebiss ablesen lässt. In vergangenen Jahrhunderten? Im Frankreich Ludwigs XIII. wurden die Patienten noch wie Könige behandelt, glaubt man der Anekdote um einen gewissen Doktor Moreau.

Als der Monarch den berühmten französischen Arzt zu sich kommen ließ und verlangte, nicht „wie ein gewöhnlicher Patient“ behandelt zu werden, erwiderte dieser: „Leider kann ich keinen Unterschied machen, Sire; denn ich behandele alle meine Patienten wie Könige.“ Welcher Mediziner würde dies heute noch von sich behaupten? Selbst wenn er sich ausschließlich dem Hippokratischen Eid verpflichtet fühlte und alle, die zu ihm kommen, nach bestem Wissen und Gewissen pflegen wollte – die Krankenkassen würden ihm einen Strich durch die Rechnung machen.

„Der alte Arzt spricht lateinisch, der junge Arzt englisch. Der gute Arzt spricht die Sprache des Patienten“, sagte einmal die frühere Bundesgesundheitsministerin Ursula Lehr. Ihr aktueller Kollege hätte bestimmt einen Nebensatz hinzugefügt: „Der moderne Arzt spricht nicht so lange. Er passt die Behandlungsdauer an die Gesetze der Wirtschaft an.“

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Eine farblose Flüssigkeit, die schwarz wird, wenn man sein Gesicht darin wäscht: So definierte Mickey Mouse das Lebensmittel, das wir alle am dringendsten brauchen.

Leider hat es nicht jeder zur Verfügung: 1,2 Milliarden Menschen in den Entwicklungsländern besitzen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, und jedes Jahr sterben zehnmal so viele Menschen durch verschmutztes Wasser als durch militärische Auseinandersetzungen. Das liegt beileibe nicht daran, dass es so wenig Krieg auf dieser Welt gibt.

Wohl aber ausreichend Wasser: Der weitaus größte Teil davon weist jedoch eine Ingredienz auf, die es ungenießbar macht. Um das Schmutziggraue - so die Bedeutung des indogermanischen Wortstamms sal - wieder herauszuwaschen, wird großer Aufwand betrieben.

Rund um den Globus sind über 14.000 Meerwasserentsalzungsanlagen in Gebrauch. Den größten Teil des auf diese Weise aufbereiteten Trinkwassers konsumieren die Bewohner der Arabischen Halbinsel. Dort ist die Entsalzung längst zu einem Umweltproblem geworden, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt: „Die Anlagen am Golf spülen täglich 24 Tonnen Chlor, 300 Kilogramm Kupfer und 65 Tonnen anderer chemischer Substanzen in die Gewässer.“ Und durch die täglich zur Entsalzung entnommenen zwölf Millionen Kubikmeter Wasser wird den Fischen - und indirekt ihren tierischen und menschlichen Verwertern - die Nahrungsgrundlage in Form überlebenswichtiger Mikroorganismen entzogen.

Was gegen einen solchen Raubbau hilft? Weniger Wasser verbrauchen! Nicht nur am heutigen Weltwassertag sollte darüber nachgedacht werden.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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