Archiv für Kategorie ‘Gesundheit’:

Der Tag des Meeres

Dienstag, 7. Juni 2011

„Es bedeckt sieben Zehntel der Erde. Sein Atem ist rein und gesund. Es ist eine immense Wüste, wo ein Mann nie alleine ist, in dem er fühlen kann, wie das Leben aller in ihm bebt.

Es ist nur ein Behälter für alle die ungeheuren, übernatürlichen Dinge, die darin existieren; es ist nicht nur Bewegung und Liebe; es ist die lebende Unendlichkeit“, schrieb der französische Autor Jules Verne über das Element, das seiner Vorstellung nach alles ist. Zu lesen ist die Passage in Vernes wohl berühmtestem Roman. Darin lässt der Schriftsteller seinen Kapitän Nemo im Unterseeboot Nautilus eine Erdumrundung 20 000 Meilen unter den Meeren vornehmen und sich und seine Mannschaft während der kompletten Reise ausschließlich von dem ernähren, was die Ozeane hergeben.

Heute begehen die Vereinten Nationen den Tag des Meeres. Er soll nicht nur die Bedeutung der Ozeane für die Ernährungslage der gesamten Menschheit anmahnen. Auch der Schutz der Umwelt hängt zu einem großen Teil von der Gesundheit der Meere ab. Ebenso das Klima: Allein in Indonesien, um ein Beispiel zu nennen, gingen in den letzten Jahren wegen der Erderwärmung und des dadurch gestiegenen Meeresspiegels 24 kleinere Inseln verloren. In den nächsten beiden Jahrzehnten, befürchten die Klimaforscher, werden 2000 weitere indonesische Eilande dasselbe Schicksal erleiden. Weltweit steigen in diesem Jahrhundert die Meeresspiegel mindestens um 18, anderen Berechnungen zufolge sogar um 59 Zentimeter. „Die kleinste Bewegung ist für die ganze Natur von Bedeutung“, erkannte der französische Naturwissenschaftler und Philosoph Blaise Pascal bereits im 17. Jahrhundert, „das ganze Meer verändert sich, wenn ein Stein hineingeworfen wird.“

Ganz so extrem sind die Folgen einer solchen Aktion freilich nicht. Doch sollte der Mensch sehr darauf achten, was er alles ins Meer einleitet.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Der erste deutsche Umweltminister

Montag, 6. Juni 2011

Atomare Katastrophen ziehen Konsequenzen nach sich. Die erfolgen manchmal in den Staaten, die nicht unmittelbar betroffen sind, rascher als in den Ländern, wo sie sich zugetragen haben.

So geschehen beim Reaktorunfall im ukrainischen Tschernobyl: Die damalige Sowjetmacht verschwendete die meiste Energie, den schweren Störfall zu vertuschen. Anders die Bundesregierung: Sie konnte oder wollte die radioaktive Wolke, die nur einen Tag nach der Havarie über Nord- und Mitteleuropa gezogen war und sich dort abgeregnet hatte, nicht ignorieren. Heute vor 25 Jahren rief sie ein neues Bundesministerium ins Leben, für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Der erste Amtsträger kam von der CDU. Walter Wallmann hieß er und dachte nicht im Traum daran, vom Pro-Kernenergie-Kurs seiner Partei auch nur ein Jota abzuweichen. „Das, was dort geschehen ist“, meinte er im Hinblick auf Tschernobyl und zeigte sich im Satzbau noch inkompetenter als bei der Bewältigung seiner Aufgabe, „Kernschmelze, radioaktive Isotopen werden in die Luft geschleudert mit all den bekannten Konsequenzen – das wäre so bei uns nicht möglich.“

Wenn dann zwischen zwei nuklearen Katastrophen nicht die prognostizierten Jahrtausende, sondern gerade mal ein Vierteljahrhundert liegt, regt sich Widerspruch gegenüber solchen Schwallmännern. Die von der aktuellen Bundesregierung eingesetzte Kommission zur Kernkraft hat jedenfalls eingesehen, dass deren Nutzung allein schon die bloße Möglichkeit eines Unfalls unverantwortbar macht. Atomkraftwerke sollten daher durch risikoärmere Methoden der Energieerzeugung ersetzt werden. Von solchen Einsichten war ein Walter Wallmann, könnte man weiter kalauern, meilerweit entfernt. Im Bonner Ressort blieb er nur ein gutes Jahr, bis er als hessischer Ministerpräsident nach Wiesbaden wechselte.

Wallmanns Amtsnachfolger aus derselben Partei hinterließ einen nachhaltigeren Eindruck: Klaus Töpfer wird bis heute gerne als Experte in Sachen Umweltschutz und Reaktorsicherheit herangezogen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Romantisch oder prosaisch? Ihr Small Talk im Mai

Mittwoch, 11. Mai 2011

Jugend, Liebe, Gesang und all das, was schön ist im Leben: Das ist der Mai. So sah es der amerikanische Dichter Henry Longfellow, der im 19. Jahrhundert lebte. Tatsächlich hält der Mai für den Romantiker alles bereit – einschließlich zahlreicher Gedichte, die komplett zu zitieren allerdings jeden Small Talk-Partner überfordern würden.

Dass auch Intellektuelle Zugang zur Mairomantik haben, zeigt ein Zitat eines deutschen Dichters: „Ein Maitag“, fand Friedrich Hebbel, ein Zeitgenosse Longfellows, „ist ein kategorischer Imperativ der Freude.“ Bekanntlich wusste auch der Begründer des Idealismus, Immanuel Kant, die Freuden des Lebens zu schätzen (siehe unseren Newsletter vom 22. April 2009 – Wider den Egoismus).

Doch muss sich der Small Talk nicht in der Mairomantik erschöpfen. Es locken, gerade im Mai, auch handfeste wirtschaftliche Themen: Den schönsten aller Monate für den Naturfreund ist alles andere als ein Erfolgsgarant für den prosaischen Börsianer. „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus, da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus“, dichtete vor 150 Jahren Emanuel Geibel.

Ganz meiner Meinung, würde der besonnene Aktienhändler zustimmen, den Mai sollten Sie nutzen, um irgendwohin ins Grüne zu fahren – und bloß nicht, um ein Börsenparkett zu betreten. Eine alte Maklerweisheit empfiehlt: „Sell in May – and go away …“ Auch in den Sommermonaten danach werden auf dem Aktienmarkt keine günstigen Geschäfte erwartet – erst wieder zu Beginn des Herbstes. Daher lautet der zweite Teil des Börsianergesetzes, den Sie in Ihrem nächsten Small Talk zum Besten geben können: „… but remember to come back in September.“

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Astronomie statt Astrologie

Freitag, 8. April 2011

Jahrhundertelang stand die Astrologie in höchst seriösem Ansehen. Vor allem die abergläubischen Machthaber des Mittelalters bedienten sich der heute als Scharlatanerie geziehenen Lehre und zeigten sich gegenüber deren Jüngern durchaus erkenntlich. Erst ab Mitte des 15. Jahrhunderts machte die wissenschaftliche Himmelsbeobachtung der Sterndeuterei den Rang streitig. Einer ihrer hervorragendsten Vertreter wirkte an der Wiener Universität.

Der aus Oberösterreich stammende Georg von Peuerbach wurde zu einem Wegbereiter der modernen Astronomie. „Sein großes Verdienst“, lautet sein Eintrag im Astronomieportal www.astrokramkiste.de, „besteht zum einen darin, dass er das zu seiner Zeit vorhandene astronomische Wissen aufbereitete, mit eigenen Beobachtungen ergänzte und es dann seine Schülern und Studenten auf sehr anschauliche und gut verständliche Weise lehrte.“ Auf Peuerbachs Beobachtungen und Aufzeichnungen basieren die Forschungen des Mikuláš Koperník, auch Nicolaus Copernicus genannt, die das wissenschaftliche Weltbild der Neuzeit begründeten.

„Zum anderen“, heißt es auf der Astronomen-Website weiter, „war Georg von Peuerbach ein geschickter Handwerker. Er entwarf nicht nur neue astronomische Instrumente, sondern baute sie auch selbst mit hoher Präzision und viel Geschick.“ Davon zeugt heute noch die Sonnenuhr, die auf der Rückseite des Wiener Stephansdoms angebracht ist – natürlich von keinem anderen als von dem Genie, das auch Namensgeber eines Gymnasiums in Oberösterreichs Hauptstadt Linz wurde.

Wahrscheinlich wäre unsere Welt in den Genuss weiterer ebenso nützlicher wie schöner Werke gekommen, hätte sie der Künstler nicht allzu früh verlassen. Peuerbach starb bereits mit 38, heute vor 550 Jahren in Wien.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Die Sprache des Patienten

Mittwoch, 6. April 2011

Heute ist Weltgesundheitstag. Ein schöner Anlass, sich wieder einmal in die Welt der Weißkittel zu versetzen. „Erst das Wort, dann die Pflanze, zuletzt das Messer“, lautet deren Maxime, welche dem römischen Gott der Heilkunde in den Mund gelegt wurde. Der Patient hätte diesen Leitsatz am liebsten auf die ersten drei Worte beschränkt. Sie schätzen Beratung mehr als Medikamente oder gar Operationen.

Einer Studie britischer Medizinern der Universität Southampton zufolge erwarten 3 von 4 Patienten von ihrem Arzt mehr Zeit für Gespräche: etwa ärztliche Ratschläge, wie sie ihre Gesundheit erhalten und Krankheitsrisiken vermindern können. Nur jeder Vierte will ein Medikament, einen chirurgischen Eingriff wünscht offenbar niemand. Leider wird dem Begehr der Hilfesuchenden zu selten entsprochen. So ergab eine Untersuchung der niederländischen Universität Utrecht, dass lediglich 20 Prozent von dem, was Ärzte erklären, ihren Patienten in Erinnerung bleibt. Schlimmer noch: Selbst davon wird die Hälfte falsch verstanden.

Hauptgrund für die mangelhafte Aufnahme sind die häufig unanschaulichen Erklärungen der Ärzte. Kein Wunder, wenn sie auf Holländisch erfolgen … Doch im Ernst: Die Studie empfiehlt den Medizinern, eine möglichst einfache und eindeutige Sprache zu wählen. Und diese durch Bilder zu unterstützen: Ein Röntgenbild, lautet eine alte Radiologenweisheit, sagt mehr als tausend Worte. Zudem spart eine solche Informationsweitergabe dem Arzt Zeit, die in einem gewinnorientierten Gesundheitswesen fast so wichtig wie Geld ist. Anpassung der Behandlungsdauer an die Gesetze der Wirtschaft, heißt das im modernen Medizinmanagement. Dort liest man lieber Kosten-Nutzen-Tabellen als Fieberkurven.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Finnen und Briten fürchten jetzt schon den nächsten Sommer

Freitag, 1. April 2011

Nebel und Nieselregen sind unsere ersten Gedanken, wenn vom Londoner Winter die Rede ist. Das Bild einer ganz in grau gehüllten Themsemetropole entsteht in unseren Köpfen, und wir empfinden nur deshalb kein Mitleid mit ihren Bewohnern, weil sie wegen ihrer Spleenigkeit ohnehin nicht wetterfühlig sind.

Doch da liegen wir falsch, sagt uns das renommierte British Medical Journal und weist auf die wirklichen Gefahren hin, die auf unsere westlichen Nachbarn lauern. Was sind schon Nebel und Regen verglichen mit der sommerlichen Hitze, die alljährlich ihren Tribut fordert und kräftig unter dem Inselvolk aufräumt! Wir sollten Abschied nehmen von gängigen Klischees (dem Vorbild britischer Boulevardzeitungen folgend, die ihre Leitartikel längst nicht mehr mit einem but we won the war abschließen) und realitätsnäheren Bildern Platz einräumen. London im Sommer müssen wir uns etwa so vorstellen: Bangen Blickes starren vor allem die über 65-Jährigen ab Ende Juni auf die Quecksilbersäule: Übersteigt die Lufttemperatur die Grenze von 72,14 Grad Fahrenheit, müssen sie umgehend Vorsichtsmaßnahmen einleiten: 72,14 Grad Fahrenheit sind der kritische Wert; ab dieser Temperatur ist in der Inselhauptstadt mit den ersten Hitzetoten zu rechnen. Luftfeuchtigkeit und Windaktivität, so haben Forscher vom Queen Mary and Westfield College der Universität London herausgefunden, haben keinen Einfluss auf das körperliche Befinden. Allein die Außentemperatur ist verantwortlich, deshalb sprechen die Mediziner in diesem Zusammenhang von Hitzetoten.

Darüber können die Griechen nur lachen. Auch sie wurden im Rahmen einer europäischen Studie über den Treibhauseffekt untersucht, und sie erwiesen sich als wesentlich hitzeresistenter als ihre nördlichen EU-Partner. 72,14 Grad Fahrenheit, für Briten eine ernst zu nehmende Bedrohung, bedeuten für Athener wahre Wohlfühltemperaturen. 72,14 Grad Fahrenheit sind gerade einmal 22,3 Grad Celsius. In Griechenland bedarf es mindestens weiterer vier Grad auf der Messskala, bis sich erste Anzeichen einer Hitzeanfälligkeit bemerkbar machen. Doch das hilft den Briten wenig. Den wegen ihrer Unterkühltheit oft bewunderten, unter der Hitze aber scheinbar weich werdenden Insulanern drängt sich die Frage auf, ob angesichts des weltweiten Treibhauseffekts Grund zur Panik besteht. Keep cool, wiegeln die Forscher ab. Zwar sei durch die globale Erwärmung generell mit höheren Sommertemperaturen als in der Vergangenheit zu rechnen, doch übersteige in Europa die Zahl der Kältetoten die der Hitzeopfer bei weitem. Aufgrund der zu erhoffenden milden Winter werde daher die allgemeine Lebenserwartung der Briten in den nächsten Jahrzehnten sogar steigen. Noch einen weiteren Trost haben die Wissenschaftler für ihre gebeutelten Landsleute bereit: In Nordfinnland fordert die Sommerhitze bereits ab 17,3 Grad Celsius die ersten Opfer. Dabei sind die Finnen nicht gerade als Weichlinge verschrien. Berühmt ist ihr Kampfgeist, Sisu in der Sprache der Einheimischen. Beflügelt vom Sisu konnten sie sich im Zweiten Weltkrieg Stalins Rote Armee vom Leib halten.

Solche Zeiten sind längst passé, und die Finnen, gleich den Briten, scheinen auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Der Krieg gegen die Sowjetunion fand vor sieben Jahrzehnten statt: 1939/40. Im Winter.

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Rebellen

Dienstag, 29. März 2011

Einen frühmodernen Rebellen haben wir Ihnen, in der Person Michael Gaismairs, in unserer Ausgabe vom 11. März vorgestellt. Ein moderner Rebell starb 1955: James Dean war in einem Porsche unterwegs, seinen Freiheitsdrang auslebend und, wie so häufig, viel zu schnell.

Dennoch hätte er diese Fahrt überlebt, wäre ihm nicht von einem unvorsichtigen Verkehrsteilnehmer die Vorfahrt genommen worden. Als Idol der Jugend hat Dean bis heute überlebt. Vor exakt 55 Jahren kam der Film in die Kinos, der ihn berühmt machte. Sein deutscher Titel lautete: „Denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Im Original las es sich etwas anders: Rebels without a cause, Rebellen ohne Grund. Damit wären wir wieder bei Gaismair. Der wird ebenfalls bis heute verehrt, allerdings nur in seiner Heimat Südtirol.

Für Gaismair gilt das amerikanische Prädikat, mit einer leichten Abweichung: „Rebel with a cause.“ Gaismair hatte einen Grund, wofür er kämpfte: die persönliche Freiheit, die James Dean im muffigen Amerika der 1950er Jahre gefühlt nur mit Einschränkungen – wenn auch verglichen mit dem Tirol des 16. Jahrhunderts wesentlich kleineren – genießen durfte. Deans Lebensmaxime hätte freilich auch Gaismair geteilt „Träume, als würdest du ewig leben; lebe, als würdest du morgen sterben.“

Gestorben sind beide, wie es bei Rebellen so unüblich nicht ist, eines plötzlichen, nicht natürlichen Todes.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Der Siegeszug der Zuckerindustrie

Freitag, 25. März 2011

Heute vor 200 Jahren kam ein großer Feldherr auf die Idee, der einen ganzen Industriezweig zum Blühen brachte. Als Napoleon Bonaparte auf Europas Schlachtfeldern Krieg führte, strafte ihn der Rivale England mit einer Rohstoffsperre. Unter die Produkte, die von britischen Blockadeschiffen ferngehalten wurde, fiel der Zucker. Dieser, meinte der findige Franzose, ließe sich auch aus Rüben gewinnen. Den Anbau der süßen Knollen befahl Napoleon in allen Ländern, die in den unfreiwilligen Genuss seiner Herrschaft gekommen waren.

Napoleon und seine Armeen zogen wieder ab, der Zuckeranbau blieb. Und dies durchaus freiwillig: Hatten die Produzenten doch bemerkt, welch vortreffliche Gewinne sich aus den weißen oder braunen Körnern ziehe lassen. Ein mächtiger Verband sorgt in Deutschland wie auch in anderen europäischen Ländern dafür, dass der Zuckerverbrauch nicht weniger wird – trotz der dadurch verursachten Krankheiten wie Karies und Bluthochdruck.

Eine Alternative zur Rübe ist ein süßes Kraut aus Paraguay: Stevia ist 300-mal süßer als industriell hergestellter Zucker. Laut der Webseite www.stevia-zuckerersatz.de nutzen rund 150 Millionen Menschen diese Alternative. Somit entscheidet sich lediglich ein verschwindend geringer Anteil der Weltbevölkerung für ein Nahrungsmittel, das nachweislich keine der oben erwähnten gesundheitlichen Schäden nach sich zieht. Stevia-Produkte sind nur außerhalb Europas zu bekommen. Die für einen Verkauf innerhalb der EU notwendige Unbedenklichkeitserklärung für die zahlreichen Inhaltsstoffe der Pflanze ist bislang ausgeblieben.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Wertvolles Wasser

Dienstag, 22. März 2011

„Alle Organisationen“, so die Aufforderung am heutigen Weltwassertag, „die wasserwirtschaftliche Aufgaben erfüllen oder zum Schutz der Gewässer beitragen können, sind aufgefordert, die Öffentlichkeit auf den besonderen Wert sauberen Trinkwassers aufmerksam zu machen.“ Doch schauen wir in diesem Newsletter einmal nicht auf die 1,2 Milliarden Menschen weltweit, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Wir blicken nach Deutschland.

Hierzulande verkaufen viele Städte ihre Wasserwerke, um mit dem eingenommenen Geld ihre Schulden abzuzahlen. Letzteres ist sicher sinnvoll. Doch ist der Preis, der dafür entrichtet wird, nicht zu hoch? Das fragt die Internetseite www.trinkwasser.de und gibt zu bedenken: Die Gemeinde hat nach einem Verkauf kaum noch Einfluss auf die Qualität des Trinkwassers. Umweltschutzauflagen werden durch private Betreiber weniger konsequent eingehalten. Wartungsarbeiten werden verzögert, notwendige Investitionen zurückgefahren, Mitarbeiter entlassen. Gebühren, die bislang dem Wasserwerk zugeflossen sind, entfallen. Das Wasser wird teurer. Sicher, dieses Szenario mag an der einen oder anderen Stelle angreifbar sein.

Doch gehen Sie mal auf die Webseite www.stoppgats.at. Hier finden Sie handfeste Belege über die Folgen flächendeckender Wasserprivatisierung, wie Sie beispielsweise 1989 in Großbritannien erfolgte. Schon bis zum Jahr 1999 war der Wasserpreis auf der Insel um 102 Prozent gestiegen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Weder Ideal noch Wirklichkeit

Dienstag, 15. März 2011

US-Präsident John F. Kennedy war der erste, der Verbrauchern verbriefte Rechte zugestand. Dazu zählten sichere Produkte, eine umfassende Information über und eine freie Wahl dieser Produkte auf einem für alle frei zugänglichen Markt. Zu den Verbrauchern rechnete Kennedy ausdrücklich auch Patienten hinzu. Aus der Anregung wurde ein festes Datum: Seit 1983 ist der 15. März der Tag des Verbraucherschutzes.

In Deutschland wird in diesem Jahr das Gesundheitswesen ein Veranstaltungsschwerpunkt sein. In Berlin beispielsweise trifft sich im Gesundheitsministerium Hausherr Philip Rösler mit Gerd Billen, dem Vorsitzenden der Verbraucherschutzverbände. Die Frage, um die es heute geht – „Der souveräne Patient – Ideal oder Wirklichkeit?“ – ist angesichts einer Zweiklasseneinteilung in privilegierte privat Versicherte und benachteiligte Kassenpatienten wohl nicht ganz richtig gestellt. Souverän ist schließlich nur, wer zwischen mehreren echten Alternativen frei entscheiden kann.

In unserem Gesundheitswesen ist das leider noch nicht möglich: „Die Herstellung von Transparenz über Angebote und Leistungen“, sagte Röslers Vorgängerin Ulla Schmidt einmal, sei „die wesentliche Voraussetzung eines Qualitätswettbewerbs.“ So kommt rasch der Verdacht auf, dass der souveräne Patient nicht nur nicht Wirklichkeit ist. Er scheint nicht einmal beabsichtigt.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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