Archiv für Kategorie ‘Interessantes’:

Erster April

Mittwoch, 28. März 2012

Letzte Woche lieferte Ihnen der Frühlingsbeginn das Small Talk-Thema. Am Ende dieser Woche verrichtet der Anbruch eines neuen Monats einen solchen Dienst. Wenn es überhaupt so weit kommt. Damit ist nicht das Datum gemeint, sondern die Veranstaltung, die Sie am ersten Apriltag besuchen möchten. Falls Sie also nächsten Sonntag auf eine Party eingeladen sind, vergewissern Sie sich, dass sie auch stattfindet. Meistens steht auf der Einladung in Verbindung mit einem solchen Datum der Vermerk “kein Aprilscherz”.

Am Ort des Geschehens - dass es dazu kommt, davon gehen wir jetzt einfach mal aus - können Sie bei Ihrem Small Talk eine Anekdote zum Besten geben: über die Geschichte des Aprilscherzes.

Erfunden haben ihn die Franzosen. Im Jahr 1564 verlegte König Karl IX. den Neujahrstag vom 1. April auf den 1. Januar. Die unangenehme Begleiterscheinung: Zu Beginn des Monats April fielen die traditionellen Neujahrspräsente aus. Die Geprellten rächten sich. Sie hielten am ersten Apriltag andere zum Narren.

Erfunden haben den Aprilscherz die Deutschen. Das wird zumindest in einer anderen Anekdote behauptet. Am 1. April 1540 beschloss der Augsburger Reichstag, das Münzwesen zu vereinheitlichen. Das brachte zahlreiche Spekulanten auf den Plan. Kurz vor dem ins Auge gefassten Datum wurde der Termin für die Währungsreform jedoch verschoben, und zahlreiche Zocker setzten bei dem geplatzten Termingeschäft ihr Geld in den Sand. Von ihren bodenständigeren Zeitgenossen wurden sie mit einem schadenfreudigen „April, April“ gegrüßt.

Seitdem ist der Aprilscherz eine Angelegenheit für Überlegene: Erwachsene legen an diesem Tag gerne ihre Kinder, Meister ihre Lehrlinge, Zeitungen ihre Leser und Radiosender ihre Hörer herein. Und Bezieher dieses Newsletters ihre ahnungslosen Pendants auf der Party am ersten April.

Zwei Regeln sollten Sie im Small Talk, falls Sie es am 1. April versuchen möchten:

  1. Ihr Aprilscherz darf niemanden beleidigen.

  2. Über Ihren Aprilscherz sollten nicht nur Sie lachen können. Auch der oder die Gefoppte muss ihm etwas abgewinnen. Zumindest sollte die betroffene Person den Aprilscherz lustig finden.
Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Der Mann, der den Prager Fenstersturz auslöste

Freitag, 9. März 2012

In Prag steht am Fuß des Wenzelsplatzes die Kirche der unbefleckten Jungfrau Maria. Auf Tschechisch heißt sie Panny Marie Sněžky, wobei der letzte Teil des Namens für die Reinheit steht, den frisch gefallener Schnee symbolisiert.

In der Kirche predigte der hussitische (siehe dazu unseren Newsletter vom 6. Juli 2007: Ein Versprechen, das nicht gehalten wurde) Geistliche Jan Želivský die Reinheit des Wortes Gottes, die er von der katholischen Kirche beschmutzt sah: „Das Wichtigste ist die absolute Ergebenheit in den Willen Gottes, der unser gütiger Vater ist; an ihn müssen wir immer glauben, ihm müssen wir gehorchen, und für nichts achten müssen wir die verlogenen Anordnungen der Menschen: der Päpste, der Kardinäle, der verräterischen Magister. Ein wahrer Christ ist arm, demütig, geduldig, wahrhaftig, einfach, aufrichtig und rein.“

In seinen Predigten kritisierte Želivský ebenfalls die Unterdrückung seiner Glaubensgemeinschaft, die sich in erster Linie aus den Bewohnern der Prager Neustadt rekrutierte. Am 30. Juli 1419 hatte sich wieder eine große Ansammlung von Menschen in seiner Kirche eingefunden. Angeführt von Želivský begab sich die Menge anschließend zum Neustädter Rathaus, um die Freilassung aller in den letzten Monaten verhafteten Hussiten zu verlangen.

Ein heftiger Disput entspann sich zwischen den Demonstranten auf dem Karlsplatz und den Ratsherren, die sich aus den Fenstern der oberen Stockwerke heraus lehnten und wohl auch einige Gegenstände auf die Protestierenden herabwarfen. Daraufhin brachen die aufgebrachten Demonstranten das Rathaustor auf. Sie stürmten die Treppe hinauf; es kam zu einem kurzen Handgemenge. In dessen Verlauf wurden ein Dutzend Ratsherren und Begleiter durch die Fenster aufs Pflaster gestürzt.

Wer nicht durch den Fall ums Leben kam, landete auf den eisernen Spitzen der Spieße, die von den Untenstehenden emporgereckt wurden.

Die Vorgänge in und um das Neustädter Rathaus gingen als Prager Fenstersturz in die Geschichte ein. Es gab später noch zwei weitere (siehe unseren Newsletter vom vom 24. Oktober 2006: Was wissen Sie über unsere Nachbarn?).

Gewaltsam war auch das Ende, das der Prediger fand. Als Želivský die hussitische Revolution auch nach Nordböhmen führen wollte, geriet er in die Hände der kaiserlichen Truppen, die die Macht der Habsburger im ersten vom römischen Glauben abgefallenen Land Europas wiederherstellen wollten.

Anschließend wurde dem charismatischen Prediger, der in Prag immer noch viele Anhänger hatte, gerade auch wegen der blutigen Ereignisse in der Hauptstadt der Prozess gemacht. Mit dem Schwert hatte Želivský versucht, sein Volk zu befreien. Hingerichtet durchs Schwert verlor er sein Leben, am 9. März 1422, heute vor 590 Jahren.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Einwegkommunikation am Valentinstag?

Dienstag, 14. Februar 2012

Offenbar haben Sie gestern eine Meldung vermisst. Darauf ließen einige Leserreaktionen schließen. Es ging um die Frage, wer am Wochenende den begehrten Hennes-Lehmer-Preis erwandert hat.

Ich muss Sie alle enttäuschen: Die Welt wird’s nie erfahren - dank der 100 Euro Schweigegeld, die der Gewinner dem Schreiber dieser Zeilen heimlich zugesteckt hat.

Er ist, soviel sei verraten, männlich, stammt aus dem Rheinland und liest regelmäßig diesen Newsletter. Wen er wirklich gerne liest, ist Kurt Tucholsky. Vom führenden Satiriker der Weimarer Republik hat er dessen Einstellung zur Kommunikation übernommen.

Die Frage, wie Menschen mit Menschen reden, würde der diesjährige Hennes-Lehmer-Preisträger im Tucholsky’schen Sinne mit „aneinander vorbei“ beantworten.

Wenden wir uns am heutigen Valentinstag der gelungenen Kommunikation zu: Damit das, was mitgeteilt wird, gemäß der Lasswell’schen Formel auch ankommt, wird der moderne Transport von Liebesbotschaften um einen nonverbalen Aspekt bereichert.

Appelle an die Sinne in Gestalt von Süßigkeiten oder Blumen und emotionale Verstärker via vorgedruckter bunter Karten sollen die beabsichtigte Wirkung erzielen – nämlich beim Empfänger die Meinung entstehen lassen oder verfestigen, der Sender sei die am meisten begehrenswerte Person auf diesem Planeten.

Bei solcher Art Propaganda – die Kritik gebührt nicht nur Lasswell – handelt es sich um eine Einwegkommunikation, welche die individuellen Bedürfnisse des Adressaten außer Acht lässt. Andernfalls würde man die üblichen durch ausgefallene Geschenke ersetzen und statt der standardisierten Sprüche auf den Karten eigene Worte wählen.

Doch so selbstbezogen, wie dieser Newsletter erscheinen lassen möchte, ist der Tag der Verliebten in seiner aktuellen Form auch wieder nicht. In der Tat werden viel mehr Bedürfnisse berücksichtigt als zuvor geschildert: die der Süßwarenhersteller und Blumenhändler beispielsweise.

Wie man ohne Blumen und Süßwaren aus sicherer Entfernung um die/den Angebetete/n wirbt, darauf hat mich unser Leser Jörg Lorenzen (siehe die Ausgabe vom 5. Dezember 2011: Nikolaus oder Weihnachtsmann ) aufmerksam gemacht. Gehen Sie doch mal auf folgenden Link: SIGNS. Der Beitrag erweitert den Begriff ‘Zeichensprache’ um ungeahnte Dimensionen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Wetterprognose vom Murmeltier

Donnerstag, 2. Februar 2012

Vor 4 Jahren berichteten wir an dieser Stelle erstmals über Punxsutawney Phil (siehe unseren Newsletter vom 1. Februar 2008: Morgen ist Groundhog Day).

jenes Waldmurmeltier aus einem bis auf die ersten Februartage gottverlassenen Nest im US- Bundesstaat Pennsylvania, das nicht nur den Frühlingsbeginn vorhersagt, sondern auch dem Hollywood-Erfolgsfilm Und täglich grüßt das Murmeltier als Vorlage diente.

Doch wie weit her ist es mit der Zuverlässigkeit von Phils Prognosen? Die 100 %, die das murmeltiereigene Webportal groundhog.org vorgibt, werden gelegentlich von altklugen Institutionen wie dem Nachrichtensender CBS oder der größten US-Tageszeitung USA Today angezweifelt. Letztere beruft sich auf eine Studie das renommierten National Climatic Data Center. Das im Bundesstaat North Carolina ansässige Institut verfügt über die größte Sammlung von Wetterdaten weltweit.

Als die Experten ihre Analyse – nicht der wirklichen Wetterdaten, sondern der real existierenden Waldmurmeltierprognosen seit 1988 letztes Jahr öffentlich bekanntgaben, machte sich unter Phils Anhängerschaft eine gewisse Ernüchterung breit: 13 Mal lag der pelzige Wahrsager aus Punxsutawney daneben; nur zehnmal sah das Tierchen richtig vorher, ob dem 2. Februar ein rascher Frühling oder noch 6 Wochen Winter folgen würden.

Um es wissenschaftlich auszudrücken: Phils Trefferwahrscheinlichkeit lag bei 39 %. Eine Steilvorlage für Murmeltierskeptiker wie den CBS-Korrespondenten Barry Leibowitz: Der behauptete frech, Phil sei als Vorhersagemedium nicht besser geeignet als des Reporters eigenes arthritisches Knie. Nach Punxsutawney sollte sich Leibowitz am heutigen 2. Februar lieber nicht bewegen. Sonst läuft er Gefahr, dass Phil unter Vernachlässigung des von ihm geworfenen Schattens, Nagezähne voraus, dem Journalisten ein zweites lädiertes Knie bereitet.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Ein absolut befriedigendes Gefühl samt begleitendem Geräusch

Montag, 30. Januar 2012

Gibt es Dinge, die Sie absolut nicht lassen können?

Stellen Sie sich doch folgende Situation vor:

Sie haben ein Paket bekommen, dessen zerbrechlicher Inhalt nicht in Watte, aber doch in eine Luftbläschenfolie eingehüllt wurde. Der Paketinhalt spielt bald keine Rolle mehr. Doch von der Verpackung können Sie sich so schnell nicht mehr lösen. Eine innere Stimme befiehlt Ihnen, sich nicht eher von der Folie zu trennen, bis Sie sämtliche Luftbläschen zerdrückt haben.

Es gibt schlimmere Zwänge. Die meisten sind zudem nicht von jenem äußerst befriedigenden Plopp-Geräusch begleitet. Die Verpackung wurde erstmals Mitte der 1960er Jahre eingesetzt, als IBM sein 1401er Modell unfallfrei an den Mann oder auch die Frau bringen wollte. Das war angesichts des Gewichts der Geräte gar nicht so, pardon, leicht. Vielleicht wäre eine Investition in Stahlkappen für die Schuhe der Transportarbeiter sinnvoller gewesen. Jedenfalls setzte sich mit der Zeit die Schonverpackung durch.

Erfunden, freilich wider Willen, hatten sie 1957 die US-Ingenieure Alfred Fielding und Marc Chavannes auf der Suche nach neuartigen Tapeten. Das von ihnen entwickelte Material taugte schließlich viel besser als Gewächshausisolierung. Bis IBM auf den Plan trat. An Luftbläschen erfreuten sich die Menschen jedoch schon im Mittelalter. Plastikfolie gab es damals noch nicht. Doch wurden Trinkgefäße häufig so geblasen, dass an den Rändern kleine Erhebungen, so genannte Warzen, entstanden. Geübte Zecher schworen auf die selbst im fortgeschritten alkoholisierten Zustand garantierte Griffigkeit, die auch im häufig doch recht hektischen Wirtshausbetrieb die Leistung am Glas verbesserte.

Wie viel harmloser für die Gesundheit ist hingegen das Zerdrücken der luftgepolsterten Plastikfolie! Es existiert sogar eine ökologische Version dieses Zeitvertreibs ganz ohne Verpackungsabfall.

Klicken Sie einfach die Internetseite virtual-bubblewrap.com an! Oder besuchen Sie, sollten sich dort zu viele Leser dieses Newsletters tummeln, das Webportal www.puffgames.com. Dort finden Sie virtuelle Luftbläschenfolien, die Sie per Mausklick zerdrücken können – samt dem dazugehörigen befriedigenden Geräusch!

Und wenn Ihr Chef etwas dagegen hat? Sagen Sie ihm, dass immer am letzten Montag im Januar der Internationale Luftbläschentag begangen wird.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Der Tag, an dem zwei Dichter gemeinsam starben

Montag, 16. Januar 2012

Wenn der Vater Staatsanwalt ist, noch dazu beim Militär, hat es der Sohn nicht leicht mit seinen schöngeistigen Neigungen. So geschehen im Fall des 1887 geborenen Georg Heym.

Mit 12 begann er erste Gedichte zu schreiben. Die stießen im Elternhaus auf wenig Gegenliebe, zumal die schulischen Leistungen mangelhaft waren. Mit Ach und Krach bestand Heym, nach mehrmaligem erzwungenen Wechsel der Lehranstalt, das Abitur. Um dem Vater doch noch zu gefallen, begann der Filius ein Jurastudium, das er nur bis zum ersten Staatsexamen durchhielt.

Ob sich die nächste Berufswahl als glücklicher erwiesen hätte? Zu der anvisierten militärischen Laufbahn sollte es freilich nicht mehr kommen. Und die literarischen Ambitionen? Erhielten ausgerechnet beim Sport neue Nahrung: Im Berliner Tennisclub Blau-Weiß hatte Heym den Menschen kennengelernt, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband - und der auch Schuld an seinem frühzeitigen Tod hatte.

Durch die Vermittlung des gleichaltrigen Ernst Balcke gelang es Heym noch vor dem Abitur, erste Gedichte zu veröffentlichen, wenn auch nur in einer Schülerzeitung.

Mehr Beachtung erhielt sein dramatisches Werk: Heyms Debütstück Athener Ausfahrt wurde, während er noch in Würzbug studierte, von einem Memminger Verlag gedruckt. In Berlin, wohin er wechseln musste, nachdem er nach Meinung des strengen Vaters in der Fremde zu viel Geld ausgegeben hatte, kam Heym wieder mit Balcke zusammen.

Zunächst im Verlauf des Jurastudiums durch ein gemeinsames Repetitorium, später zunehmend im Neuen Club, einer Vereinigung expressionistischer Künstler. Der Kunst tat’s gut. 1911 erschien Heyms erster Gedichtband Der ewige Tag im renommierten Ernst Rowohlt-Verlag.

Sogar beruflich gab es einen Erfolg zu vermelden: Die Garnison in Metz, bei der er sich als Fahnenjunker beworben hatte, nahm Heym an. Doch der Bescheid traf erst posthum ein, als Heym gemeinsam mit Balcke tot unter dem Eis der zugefrorenen Havel lag. Beide hatten auf brüchigem Eis eine Schlittschuhtour unternommen. Zuerst war Balcke eingebrochen, dann, beim Versuch, den Freund zu retten, zog es auch Heym in die Tiefe.

Heute vor hundert Jahren verlor Deutschland zwei Dichter auf einmal. Erst nach 8 Tagen wurde Heyms Leichnam gefunden, der tote Balcke sollte noch eine weitere Woche in seinem nasskalten Grab liegen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Gesunder Aberglaube

Freitag, 13. Januar 2012

Gleich der zweite Freitag im Jahr ein Freitag der 13. – wenn das mal nicht einen schlechten Start für 2012 bedeutet! Keineswegs möchte der Schreiber dieser Zeilen der Paraskavedekatriaphobie das Wort reden. Doch muss die Angst vor dem ominösen Datum nicht zwangsläufig krankhafter Einbildung entstammen.

Gründe, sich gegen alle Eventualitäten zu wappnen, gibt es genug. Oder doch nicht? Das Phänomen, schreibt die Online-Enzyklopädie Wikipedia, “kann im Einzelfall so weit führen, dass Betroffene Reisen und Termine absagen oder sich an einem Freitag, dem Dreizehnten, nicht aus dem Bett trauen.”

Und gibt gleichzeitig Entwarnung: “Auswertungen von Unfalldaten haben ergeben, dass sich an einem Freitag dem 13. nicht mehr Verkehrsunfälle mit schwerem Sachschaden ereignen als an einem Freitag dem 6. oder 20. Eine Untersuchung der Unfallmeldungen im Jahr 2009 durch den ADAC hat ergeben, dass an einem Freitag dem 13. die Anzahl der Unfallmeldungen 894 betrug, während an anderen Tagen 975 Unfälle zur Meldung kamen.”

Leider hat Wikipedia nur diese eine Statistik zu Rate gezogen – und dabei eine andere völlig außer Acht gelassen. Laut einer Erhebung der Kaufmännischen Krankenkasse, kurz: KKH, liegt der Krankenstand in der Bundesrepublik an einem Freitag dem 13. drei- bis fünfmal über dem Monatsdurchschnitt. Gemäß der KKH-Studie bleiben deutschlandweit rund eine Million Arbeitnehmer an diesem Datum zu Hause oder gleich im Bett.

Was auch seine Vorteile hat: Ist der Anteil der Abstinenzler an einem Freitag den 13. wirklich so hoch, verursachen die übriggebliebenen Paraskavedekatriaphobieresistenten eine im Verhältnis zu anderen Freitagen viel größere Zahl von Unfällen. Dies wiederum lässt den Schluss zu, dass ein gesunder Aberglaube in Hinblick auf das gefährliche Freitagsdatum tatsächlich das Schlimmste verhindern hilft.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Schauderhaft. Schauerlich. Grausig. Schrecklich. Grauenhaft.

Dienstag, 3. Januar 2012

„Der gierige Krieg ist um einen Heldentod reicher, aber die deutsche Kunst um einen Helden ärmer geworden“: Das schrieb der Maler Franz Marc (siehe unseren Newsletter vom 13. Juni 2007: Der Aff, der saudumme!) anlässlich des sinnlosen Sterbens eines Kollegen und engen Freundes.

August Macke, heute vor 125 Jahren geboren, fiel am 26. September 1914 in der Champagne; in einer Schlacht, die für die weitere Entwicklung des Ersten Weltkriegs bedeutungslos war und nichts am Frontverlauf ändern sollte.

Es war nicht Mackes Sache, für die er kämpfte. Kämpfen musste, denn er war eingezogen worden und hatte nicht, wie so viele seiner Altersgenossen, die sich freiwillig meldeten, in die allgemeine Begeisterung zu Beginn des Krieges mit Frankreich eingestimmt. Sein Ende hatte er schon geahnt, wie er in einem Brief an seine Frau Elisabeth realistisch anklingen lässt:

„Ich würde es als ein unerhörtes Glück betrachten, wenn ich aus diesem Krieg zurückkäme. Ich denke an all das Schöne, was ich schon erlebt habe, und was ich auch zum großen Teil Dir verdanke.“

Überhaupt zeichnen seine Berichte von der Front ein ganz anderes Bild, als es die Kriegsromantiker der Obersten Heeresleitung propagieren. Die Briefe strotzen von Adjektiven wie ’schauderhaft’, ’schauerlich’, ‘grausig’, ’schrecklich’ oder ‘grauenhaft’.

Andererseits offenbaren sie ein tief menschliches Empfinden: Macke zeigt sich auch fähig, über die getöteten, teilweise entsetzlich zugerichteten Franzosen zu trauern. Der Leichnam des im Gefecht Gefallenen wurde nie gefunden.

Begraben ist er dennoch auf dem französischen Soldatenfriedhof von Souain-Perthes-lès-Hurlus. Seit 1999 erinnert zudem ein Gedenkstein auf dem Bonner Alten Friedhof an ihn.

In Bonn – vier Jahre vor seinem Tod war Macke dorthin übergesiedelt – besteht auch das Werk des Künstlers fort. Die Stadt am Rhein bewahrt ihm mit dem August-Macke-Haus ein bleibendes Andenken.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Noch ein Klassiker für den vorweihnachtlichen Small Talk

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Einen vorweihnachtlichen Small Talk-Klassiker haben wir Ihnen letzte Woche vorgestellt: den Weihnachtsbaum. Eine weitere Frage an Ihr Gegenüber, die sich im Small Talk aufdrängt, lautet: Haben Sie schon alle Weihnachtsgeschenke besorgt?

Leider sieht man den meisten Last-Minute-Weihnachtsgeschenken an, dass sie auf den letzten Drücker besorgt wurden. Falls Ihr Gesprächspartner immer noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk ist und fürchtet, der Zeitdruck gehe zu Lasten von Stil und Qualität, können Sie ihn mit ungewöhnlichen Vorschlägen überraschen. Zumindest heben sie sich positiv von den üblichen Last-Minute-Geschenken ab.

Nehmen Sie daher Abstand von den notorischen Parfüms, Socken oder Krawatten. Diesen fehlt zur kompletten Eintönigkeit nur noch der Aufdruck “Hauptsache irgendwas”. Da liegen Sie mit Geld oder einem Gutschein schon besser. Geld oder Gutschein?, wird Ihr Gegenüber entsetzt einwenden das geht doch gar nicht!.

Geht doch! Wichtig auch beim Last-Minute-Weihnachtsgeschenk ist das Individuelle und Außergewöhnliche. Bei einer Notlösung verhindert vor allem die Verpackung, dass sie ihren Charakter offenbart. Bleibt für andere Ideen wirklich keine Zeit mehr, darf es als Weihnachtsgeschenk auch Geld oder ein Gutschein sein.

Beim Geldpräsent, das wird Ihnen Ihr Small Talk-Gesprächspartner bestätigen, kommt alles auf die äußere Form an. Sie können bankfrische Scheine gerollt, gefaltet oder in einem fantasievollen Umschlag gesteckt verschenken. Neue, glänzende Münzen finden in einem dekorativen Weihnachtssäckchen oder in einer Dose mit Weihnachtsmotiv Platz.

Bliebe noch der Gutschein. Auch diese Idee können Sie Ihrem Gegenüber im Small Talk vermitteln. Warum nicht eine Einladung für ein Abendessen in einem italienischen Restaurant? Karte oder Gutschein passen ideal zwischen 2 Lasagneplatten, die Sie vorsichtig mit grün-weiß-rotem Geschenkband zusammenbinden und vielleicht mit einer Schmetterlingsnudel, einer Farfalla, verbinden. Das Geschenk perfekt macht ein Text, in welchem Sie vielleicht noch anbieten, an jenem Abend das Babyhüten zu übernehmen.

Vielleicht hat Ihr Gesprächspartner noch bessere Ideen für ein Last-Minute-Weihnachtsgeschenk? Fragen Sie ihn!

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Jeden Tag ein Türchen

Mittwoch, 30. November 2011

Letzten Sonntag durften Sie die erste Kerze an Ihrem Adventskranz anzünden. Morgen, am 1. Dezember, steht dann das erste Türchen in Ihrem Adventskalender – oder dem Ihrer Kinder – zur Öffnung an. Auch für Ihren Smalltalk hält der Adventskalender einiges an Gesprächsstoff bereit.

Erzählen Sie Ihrem Gegenüber die Geschichte des Adventskalenders! Dessen früheste Erwähnung findet sich in einem Kinderbuch, das eine gewisse Elise Averdieck bereits im Jahr 1851 verfasst hat. Damals waren die Menschen und die Haustüren zwar um einiges kleiner als heute. Doch derart kleine Türchen, die in Kartons hineingeschnitten wurden und hinter denen sich gleichzeitig eine Schokoladenfigur verstecke konnte, kannte man noch nicht. Ursprünglich wurde ab dem 1. Dezember täglich ein Bild an die Wand gehängt. Oder man malte an eine Wand – es durfte auch eine Tür sein – 24 Kreidestriche, von denen die Kinder jeden Tag einen wegwischen durften.

Kommerziell hergestellt wird der Adventskalender in Deutschland seit 1903. Zu jener Zeit enthielt er statt der Türchen farbenprächtige Zeichnungen, die ausgeschnitten und auf einen Pappkarton geklebt werden konnten. Initiator dieses Kalenders war der Münchner Verleger Gerhard Lang. Der erste Türchen-Kalender kam 1920 auf den Markt. Im Zweiten Weltkrieg wurden Bildkalender verboten: wegen der Papierknappheit. Doch als alles vorbei war, im Jahr 1946, stellte der Verleger Richard Sellmer schon wieder Adventskalender für den Verkauf her.

Einen Vorteil hatten die Adventskalender von damals: Sie enthielten weniger Kalorien als die heutigen Exemplare. Stellen Sie die Schokoladenfrage auch im Small Talk: Darf ein Adventskalender Süßigkeiten enthalten? Ist das Präsentieren von Bildchen nicht viel gesünder? Als Kompromiss könnten Sie ja wieder zu den guten alten Kreidestrichen an der Wand greifen, die Ihre Kinder anschließend ablecken dürfen. Werden Sie am 6. Dezember von Nikolaus gefragt, ob sie denn auch brav gewesen seien, können die lieben Kleinen guten Gewissens antworten, sie würden schon seit einer Woche Kreide fressen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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