Die Olympischen Spiele sind seit Sonntag passé. Was bleibt im Gedächtnis haften? Vielleicht die Tatsache, dass Kanada erstmalig und völlig überraschend die Medaillenwertung gewann. Aber das interessiert im Land des Ahornblatts niemanden. Viel wichtiger ist den eishockeyverrückten Kanadiern, dass ihre Stars um Sidney Crosby Gold gewannen.
Dieser Newsletter blickt heute auf eine kleine Wintersportnation, die Platz 23 in der Länderrangliste belegt: Dabei hat Lettland in Vancouver doppelt so viel Medaillen eingeheimst wie bei allen Spielen zuvor zusammengenommen; bislang war lediglich eine bronzene in Turin 2006 herausgesprungen, für den Rodler Mārtiņš Rubenis. In Kanada 2010 wurde das Edelmetall wie gewohnt mit heißen Kufen gewonnen: Die befanden sich unter dem Skeleton-Fahrer Mārtiņš Dukurs und den Rennrodlern Andris und Juris Sics.
In Erinnerung bleiben wird jedoch ein lettischer Athlet, der bei Olympia keine Medaille gewann: Haralds Silovs heißt er und startete, wie es sich für tüchtige lettische Sportler gehört, auf Kufen: zunächst über die 5000 Meter-Strecke im Eisschnellauf im Olympic Oval, viereinhalb Stunden später dann über 1500 Meter im Shorttrack. Der Wettbewerb wurde wie alle Entscheidungen auf der Kurzbahn im Pacific Coliseum ausgetragen; die Entfernung zwischen beiden Wettkampfstätten beträgt zwanzig Kilometer. Glücklicherweise durfte Silovs diese Distanz mit dem Auto zurücklegen. So reichte es im Shorttrack noch zu einem guten zehnten Platz. In die Olympia-Geschichte geht der 23-jährige Silovs als der Athlet ein, der als erster in zwei unterschiedlichen Disziplinen am selben Tag startete.
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Der politische Aschermittwoch geht auf eine niederbayerische Tradition von 1580 zurück (siehe unseren Newsletter vom 1. März 2006 „Woher stammt der politische Aschermittwoch?“). Bundesweit bekannt wurde das Politspektakel jedoch erst mit den Auftritten von Franz Josef Strauß. Der CSU-Vorsitzende nahm sich am ersten Tag nach Fasching gerne den politischen Gegner vor. Der hieß SPD und war, zum Ärger der Christsozialen, lange Zeit Regierungspartei.
So auch 1975. Damals ließ es Strauß bei seiner Aschermittwochrede in Passau so richtig krachen: Die Sozis, „die ausgezogen waren, Deutschland zu reformieren, und einen Saustall ohnegleichen angerichtet haben“, bekamen so richtig ihr Fett weg. Doch Strauß konnte auch anders. Einst bekannte er, obwohl alle, die zum politischen Aschermittwoch in die Nibelungenhalle geströmt waren, Deftiges erwarteten, in ungewohnter Zurückhaltung: „Es stimmt nicht, dass ich jeden Tag zum Frühstück einen Sozi esse.“ Bevor die Passauer ungläubig ihre Stirn runzeln konnten, schob Strauß einen klärenden Satz hinterher: „Ich esse nur, was ich mag.“
Heute wird es wieder hitzig zugehen in den Hallen und Bierzelten. Wünschen wir den Aschermittwochsrednern, dass sie, was den Humor betrifft, Strauß’sches Niveau erreichen.
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Dass der Valentinstag keine Erfindung der Geschäftsleute ist, haben wir Ihnen bereits in einem früheren Newsletter (siehe unsere Ausgabe vom 14. Februar 2006 „Der Valentinstag – eine Erfindung der Geschäftsleute?“) bewiesen. Doch wie wurde der 14. Februar zum Tag der Verliebten?
Der Brauch, am Valentinstag handschriftliche Grüße auszutauschen und sich eine Kleinigkeit zu schenken, ist im 17. Jahrhundert in Großbritannien entstanden. Ende des 18. Jahrhunderts gab es auf der Insel dann die ersten gedruckten Karten. Der lukrative Brauch schwappte über den Großen Teich und fand in den Vereinigten Staaten seine Fortsetzung. In den 1840er Jahren begann Esther Howland im Mutterland der Geschäftstüchtigkeit mit der Massenproduktion gedruckter Valentines.
Weltweit werden inzwischen mehr als eine Milliarde Karten so versandt, dass sie am 14. Februar ankommen. 2010 allerdings ist dies schlecht möglich, da fällt der Valentinstag auf einen Sonntag. 85 % der Valentinskartenkundschaft sind übrigens Frauen. Doch waren es Männer, die den Brauch zu uns brachten: US-Soldaten, die im Zuge des Zweiten Weltkriegs in Deutschland einmarschierten. Was für Valentinskarten am Sonntag unmöglich ist, wird auch für diesen Newsletter tags darauf nicht gehen: Da bekommen Sie nämlich keinen: Montag ist Rosenmontag – und für die gesamte Redaktion arbeitsfrei.
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Morgen wird im kanadischen Vancouver die Winter-Olympiade eröffnet. 16 Tage lang kämpfen in 86 Wettbewerben die Athleten um 258 Medaillen. Vor 4 Jahren in Turin war Deutschland die erfolgreichste Wintersportnation. Noch wichtiger als der Erfolg ist allerdings die Tatsache, dass er mit sauberen Mitteln erzielt wurde. Und damit wären wir bei einer Brisanz, die eigentlich nicht in den Small Talk gehört. Doch lässt sich das Thema Doping in Zusammenhang mit den Olympischen Spielen leider nicht aussparen (siehe unseren Newsletter vom 22. Juli 2009 „Als Doping noch legal war“).
Der Versuch, die Materie smalltalktauglich zu gestalten, könnte mit einer Begriffserklärung starten. Das Wort stammt aus der Sprache der Kaffern, die im Südosten Afrikas leben. Bei Kulthandlungen und religiösen Feiern tranken sie den starken Schnaps Dop, um sich in Stimmung zu bringen. Das Wort wurde von den Kolonialmächten – den Buren und später den Briten – übernommen und allgemein für stimulierende Getränke verwendet.
Die Welt-Anti-Doping Agentur WADA hat das Doping gleich mehrmals neu definiert. Inzwischen ist nicht nur der Besitz, sondern auch der versuchte Gebrauch eines verbotenen Mittels verboten. Zudem ist die Verweigerung einer Kontrolle ebenso wenig statthaft wie die Verfälschung einer Probe, etwa durch einen Stoff, der ein verbotenes Mittel verschleiert. Sogar die Nichtmeldung des Aufenthaltsorts eines Athleten wird von der WADA nicht mehr geduldet: Er könnte sich auf diese Weise einer unangemeldeten Kontrolle entziehen. Sie sehen, die Gesetze gegen Doping sind gut. Bleibt nur noch dafür Sorge zu tragen, dass sie auch eingehalten werden.
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Punxsutawney Phils erstes Auftauchen im Jahr ist in den Vereinigten Staaten immer ein Gesprächsthema. Nicht nur für den Smalltalk, auch in Hollywood. Davon zeugt der Streifen Und täglich grüßt das Murmeltier (siehe unseren Newsletter vom 1. Februar 2008 „Morgen ist Groundhog Day“). Eine Prognose über die Reaktion des haarigen Gesellen, wenn die Klappe zu seinem Bau für einen Moment geöffnet wird, ist nicht schwer: Er wird seinen Schatten sehen und vor Schrecken zusammenzucken.
Letzteres ist jederzeit, das Erblicken des eigenen Ebenbildes nur an sehr klaren und kalten Tag möglich. Nicht unwahrscheinlich, dass das vorherrschende Hoch stabil und die Kälte von Dauer ist. Sechs Wochen soll der Winter in Phils Heimat, dem Nordosten der USA, noch dauern, wenn das Tier Nerven zeigt. Schade, dass es bei uns keinen Groundhog Day wie in Amerika gibt! Murmeltiere gibt’s in Oberbayern an der Zahl. Vielleicht könnte man auch ein anderes Tier zu einer Prognose bewegen – warum nicht einen Dachs, der sieht ebenfalls sehr possierlich aus.
Am besten, wir fragen Jörg Kachelmann. Der ist zwar nur Spezialist für Nordbayern (siehe unseren Newsletter vom 15. Juli 2008 „Wetter und Wetterfrösche“), hat aber immer eine gute Idee. Nicht so gut für Prognosen eignet sich der Verantwortliche für diese Zeilen; doch das ist ein ganz anderes Thema, das morgen an dieser Stelle näher beleuchtet wird.
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Heute beginnt der Monat, in dem die meisten von uns merken, dass das Monatsgehalt in 28 Tagen ebenso wenig ausreicht wie in 31. Dabei sollte es im Februar wirklich langen.
Die Steuererleichterungen, welche die neue Bundesregierung den Bürgern versprochen hat, werden sich vermutlich mehrend auf das Nettogehalt auswirken. Das Wetter im kältesten Monat des Jahres wird wohl auch 2010 so sein, dass es nicht gerade zum Ausgehen reizt. Wer dazu noch evangelisch ist – Protestanten wird generell ein besseres Verhältnis zum Geld nachgesagt als Katholiken – muss sich auch durch den in diesem Monat anstehenden Karneval nicht zu portemonnaieschmälerndem Hedonismus animiert wähnen.
Hinzu kommt, dass die Olympischen Winterspiele in Vancouver einen Vorwand liefern, sechzehn Abende und Nächte – die Zeitverschiebung von Mitteleuropa zum Westen Kanadas beträgt neun Stunden – vor dem Fernseher zu verbringen.
Sollten Abende übrig bleiben, an denen Sie nichts zu tun haben und sich vor der Leere fürchten, dann überlegen Sie in diesen Stunden doch, was Sie mit dem eingesparten Geld anfangen können. Vielleicht lässt es sich in den letzten Februartagen noch rasch ausgeben.
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An dem Tag, als der heute vor 222 Jahren geborene George Gordon Byron 36 Jahre alt wurde, beschenkte er sich selbst mit einem Gedicht: On this Day I Complete My Thirty-sixth Year. Es wurde sein letztes, was sowohl die Gedichte als auch die Lebensjahre betraf, denn keine drei Monate später war Byron tot. Ob er das nahen seines Endes geahnt hat? Die letzten Zeilen seines Gedichts lauten (in der deutschen Übersetzung von Uwe Brüning):
Geh, deiner harrt ein enges Haus,
Ein Grab, Soldat und Kämpfer, du,
So wähl den besten Boden aus
Und geh zur Ruh!
Das mit dem besten Boden und dem ehrenvollen Tod hatte sich Byron so schön vorgestellt: Ein Jahr zuvor war er Mitglied des Revolutionskomitees zur Befreiung Griechenlands von der Türkenherrschaft geworden. Da der Dichter es nicht bei schönen Worten bewenden lasse wollte, nahm er aktiv am Befreiungskrieg teil. Leider wurde es nichts mit dem Heldentod. Byron starb am 19. April 1824 im zentralgriechischen Mesolóngi, gegenüber der Halbinsel Peloponnes - an Sumpffieber.
Leider durfte er die zweite Belagerung der Stadt durch die osmanischen Truppen im Jahr 1826 nicht miterleben, an deren Ende sich die Verteidiger, die sich dem Feind nicht ergeben wollten, in die Luft sprengten. Doch zeigten sich die griechischen Patrioten großzügig und verehren Byron bis heute als einen ihrer Nationalhelden.
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Heute beginnt die Rückrunde der Fußball-Bundesliga, viel früher als in den Jahren zuvor, als die Winterpause bis Ende Januar dauerte. Und ausgerechnet jetzt wird Westeuropa von einer der längsten Kälteperioden seit Jahrzehnten heimgesucht. Doch darf’s nicht einmal bei ausgewiesenen Schönwettersportlern an den Temperaturen scheitern, zumal jedes deutsche Erstligastadion über eine Rasenheizung verfügt.
„It’s a winter sport“, sagt man im Mutterland des Fußballs; in England ist der Sommer einer anderen Mannschaftssportart vorbehalten, die ebenfalls auf dem grünen Rasen ausgetragen wird: dem Cricket. Das Wort ‚Winterpause’ scheint unter britischen Kickern und ihren hartgesottenen Fans ein Fremdwort; in allen Profiligen auf der Insel rollt sowohl am zweiten Weihnachtstag als auch an Neujahr der Ball – und die Stadien sind an diesen Tagen noch besser besucht als ohnehin.
Ganz so rigoros will die Deutsche Fußball-Liga ihren Spielplan nicht gestalten; ein wenig Regeneration in der Weihnachtszeit und in den ersten beiden Wochen des neuen Jahres gönnt man den Spielern schon. Außerdem durften die Münchner Bayern, die heute abend Hoffenheim empfangen, ihr Trainingslager im warmen Süden verbringen. Ganz anders die Gäste: Sie sind die ganze Zeit daheim geblieben und haben bei Minustemperaturen trainiert. Die werden auch in der Fröttmaninger Arena herrschen, was Hoffenheim zum Vorteil gereichen könnte.
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… meldet der Koninklijke Nederlandsche Schaatsenrijders Bond (KNSB), die unter der Patenschaft der Königin stehende Vereinigung der Niederländischen Natureisläufer. Was es mit dem Elfstedentocht auf sich hat, wissen treue Leser dieses Newsletters; weniger treue müssen die Ausgabe vom 12. Januar 2009 „Die Frage, um die sich dieser Tage alles in Friesland dreht“ zu Rate ziehen. Vor genau einem Jahr stand unser Nachbarland vor derselben Frage wie heute: Findet der Elfstedentocht nun statt oder nicht?
Um die fast 200 Kilometer lange Strecke durch elf friesische Städte auf Schlittschuhen bewältigen zu können, bedarf es tief zugefrorener Kanäle. Zwar hat es in Friesland in letzter Zeit kräftig und andauernd gefroren, doch ist das Eis noch nicht dick genug, um alle Sicherheitsbedenken auszuräumen. „Warum das?“, werden Nichtfriesen vielleicht einwenden, es schneit doch zurzeit kräftig, sogar in den Niederlanden. Das ist zweifellos richtig, doch wirkt sich der Schnee negativ auf die Dicke der Eisdecke aus. Zum einen ist es relativ warm, wenn Schnee fällt; dann gefriert weniger Wasser als bei starkem Frost. Hinzu kommt die kristalline Struktur des Schnees: Bleibt er auf der Eisfläche liegen und scheint die Sonne darauf, wird deren Effekt verstärkt – und das Eis beginnt an der Oberfläche zu schmilzen.
Wünschen wir unseren Nachbarn also viel Frost und wenig Schnee! Es ist an der Zeit, dass endlich wieder einmal ein Elfstedentocht über die Bühne geht. Den letzten durften die eislaufverrückten Friesen vor dreizehn Jahren erleben.
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Als Feiertag ist der Dreikönigstag in Deutschland nördlich der Mainlinie fast überall abgeschafft. Ausnahme ist das Bundesland Sachsen-Anhalt. Im Süden halten Baden-Württemberg und Bayern ebenso wie das tief katholische Österreich weiterhin an der christlichen Tradition fest, die aus Köln stammt (siehe dazu unseren Newsletter vom 6. Januar 2006 „C + M + B“). Traurig für die Domstädter, dass sie heute an den Schreibtisch oder an die Werkbank müssen – und das bei eisigen Temperaturen, die sie selbst winters nicht gewohnt sind.
Immerhin winkt demnächst eine Entschädigung, die außerhalb des Rheinlands kaum ein Arbeitnehmer für sich beanspruchen darf: Am Rosenmontag wird überhaupt nicht gearbeitet, und auch an Weiberfastnacht läuft ab 11 Uhr in den meisten Büros und Betrieben nichts mehr. Bis dahin dauert es zwar noch ein Weilchen – der Sturm der jecken Weiber auf die Rathäuser findet dieses Jahr am 11. Februar statt, selbstverständlich um 11 Uhr 11 – doch haben allerorten die ersten Karnevalssitzungen bereits begonnen.
Verständlich, dass die Traurigkeit nicht lange anhält: Die 2010er Session ist kurz, da muss bis zum Aschermittwoch jeder Tag genutzt werden.
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