Heute vor 50 Jahren gab die National Aeronautics and Space Administration ihr Raumfahrtprogramm Apollo bekannt Noch im selben Jahrzehnt, so die NASA, sollten bemannte Flüge zum Mond stattfinden. Nicht nur Raumfahrtlaien kratzen sich damals ungläubig am Kopf.
Doch als John F. Kennedy 10 Monate später in einer Rede die Vorhersage wiederholte, dass die Vereinigten Staaten noch vor Ende des Jahrzehnts einen Mann auf den Mond und wieder sicher zurück auf die Erde bringen würden, glaubten die Fachleute Bescheid zu wissen: Zwischen beiden Prophezeiungen lag die Erdumrundung des sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin in seinem Raumschiff Wostok 1. Es konnte sich bei den großspurigen Versprechungen der Amerikaner also nur um Propaganda handeln. Kennedy sah das anders: „Manche Menschen betrachten die Dinge, wie sie sind, und sagen: ‚Warum?’ Ich träume von Dingen, die es nie gab, und sage: ‚Warum nicht?’”
8 Jahre später war die kühne Vision der NASA und des US-Präsidenten Realität. Die Sowjetunion hatte nach der Mondlandung der Amerikaner das Nachsehen. Ihr mächtigster Mann, Leonid Breschnew, meinte nur, wenn auch in anderem Zusammenhang: „Gott wird uns nicht verzeihen, wenn wir scheitern.“
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Die meisten Deutschen tun sich beim Small Talk schwerer als beispielsweise Briten oder Amerikaner, sagt Professor Klaus P. Schneider. Als Sprachwissenschaftler erforscht er am Englischen Seminar der Universität Bonn den Small Talk. Deutsche, so hat Schneider festgestellt, sind eher selbst- als partnerbezogen. Viele haben Angst, das, was sie sagen, würde als zu flach eingestuft. Und sie fürchten sich vor Floskeln. Machen Sie es sich selbst nicht zu kompliziert, rät Schneider:
- Ein Small Talk ist kein wissenschaftlicher Diskurs. Trauen Sie sich an scheinbar Belangloses heran. Reden Sie ruhig auch über das Wetter!
- Üben Sie das lockere Gespräch! Suchen Sie nach Gelegenheiten zum Small Talk, und nehmen Sie diese auch wahr.
- Sie müssen keine Angst haben, dass Sie beim Smalltalk intellektuelle Messlatten reißen. Beim Smalltalk geht es darum, sich zu entspannen.
- Es wäre ein großer Fehler, sich vor einem Small Talk zu sehr unter Druck zu setzen. Sie müssen niemandem etwas beweisen. Sagen Sie sich, dass jede Unterhaltung einmal ins Stocken geraten kann. Und Ihre Erfahrung zeigt doch: Bislang sind fast alle Gespräche irgendwie weitergegangen.
Ein Smalltalk, sagt Professor Schneider, ist keine Wissenschaft. Falls Sie also Angst haben, die Konversation würde allmählich zu flach, müssen Sie beim beliebten Thema Wetter nur einen ganz leichten Schwenk machen: Reden Sie übers Klima!
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… und ich sage dir, wer du bist: Autotypen lassen auf den Charakter ihrer Besitzer schließen. Legendär ist der Forschungsbericht der Zeitschrift Psychologie heute, die Deutschlands Autofahrer unter die Lupe nahm.
Dabei fand sie heraus, dass Fahrer von Standardmarken (Opel Astra, VW Golf, Ford Fiesta) meist dem kleinbürgerlichen Milieu angehören. Sie kaufen einen Mittelklassewagen, weil sie sich auch gesellschaftlich der Mittelklasse zurechnen. Der Traum vom Leben auf der Überholspur wird besonders häufig von Coupébesitzern geträumt. Die niedrige Sitzposition und der begrenzte Innenraum vermitteln ein unmittelbares Fahrgefühl. Zumindest beim Tritt auf das Gaspedal wird der Ausstieg aus der Realität vorübergehend wahr. Die Sehnsucht nach Freiheit treibt auch Cabrio-Fahrer umher. Wenn sie den Witterungsbedingungen unmittelbar ausgesetzt sind, spüren Sie die eigene Stärke und wähnen sich mit sich und der Welt in Einklang. Träume spielen ebenfalls bei Kunden von geländegängigen, hochreifigen Fahrzeugen eine große Rolle. Hier ist es der Traum von Freiheit und Abenteuer.
Vielleicht auch von Unabhängigkeit, obwohl in Deutschland ein Querfeldein-Fahrverbot herrscht und so gut wie alle für Autos erlaubten Straßen geteert sind. In Kleinstwagen schließlich sitzen meist junge Leute mit wenig Geld. Werden heute eher stromlinienförmige Fabrikate der Firmen Mercedes und Renault auf deutschen Straßen bewegt, schwang früher bei vielen Fahrern der Marken „VW Käfer“ und „Ente“ ein rebellischer Gedanke mit: Die Fahrer meinten, sich flexibler und cleverer als die „Großen“ im Straßenverkehr behaupten zu können.
Das muss aber schon eine Weile her sein. Der letzte Citroën 2 CV ging heute vor zwanzig Jahren vom Band. Zuletzt wurde er nur noch in Portugal gebaut. Doch selbst in dem kleinen Land am westlichen Rand Europas hat es seit 1974 keine Revolution mehr gegeben.
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Gestern wurden, wie jedes Jahr an Richard Wagners Todestag (siehe unseren Newsletter vom 13. Februar 2008 – Großartige Momente, grässliche Viertelstunden), die Bayreuther Festspiele eröffnet.
2010 ist es das 99. Mal, dass sie stattfinden; es gab, etwa in Kriegszeiten, auch Jahre, in denen das Festspielhaus komplett geschlossen blieb.
Letzteres steht, weithin sichtbar, auf dem Grünen Hügel und wird im Volksmund die ‚Scheune’ genannt – wohl um den provisorischen Charakter zu unterstreichen, den das Gebäude und die Festspiele zu Beginn besaßen. Doch die Scheune steht nach wie vor an ihrem Ort, und „immer noch wallfahrt die Welt, Potentaten und Verzückte, Modegrößen und Geldsäcke, zu einem Musik-Spektakel, das sie anderswo billiger und zuweilen sogar aufregender bekommen könnte.“
So dichtete bereits 1976 ein großes deutsches Nachrichtenmagazin. Weitere hundert Jahre vorher, am 13. August 1876, fand in Bayreuth die erste Wagner-Aufführung statt. Natürlich ging dies nicht ohne Pannen vonstatten, wie der britische Historiker Ben Macintyre schreibt: „Der Drache für Siegfried, für eine phantastische Summe Geldes in London bestellt, traf ohne Hals ein, dieser war aus Versehen nach Beirut verschifft worden.
Der Vorhang ging im falschen Augenblick hoch, und es waren so viele Menschen in die kleine bayerische Stadt gekommen, dass das Essen ausging.“
Unter den Zuschauern war jedoch keiner so enttäuscht wie Wagners Ex-Kumpel Friedrich Nietzsche. Der schrieb rückblickend: „Eine haarsträubende Gesellschaft. Keine Missgeburt fehlt darunter, nicht einmal der Antisemit. Der arme Wagner! Wohin war er gerathen! Wäre er doch wenigstens unter die Säue gefahren! Aber unter Deutsche!“
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Wie viel ist 22:7? Gar nicht so einfach auszurechnen, würden selbst geübte Kopfrechner antworten. Versuchen Sie es mal! Sie werden überrascht sein, dass die Bruchrechnung auch nach der zehnten Stelle noch nicht aufgeht.
Der Rechner des Schreibers dieser Zeilen hat auch schon aufgegeben, der von ihm gemachte Vorschlag kommt einer Kapitulation gleich: 3,142857142857142857142857142857. Einen Mathematiker erinnert diese Zahlenreihe an eine andere Konstante: diejenige der Kreiszahl Pi.
Als Erinnerung für alle, die im Schulunterricht nicht so genau aufgepasst haben: Das ist die Zahl, die das Verhältnis des Umfangs eines Kreises zu dessen Radius beschreibt. Oder, in einer mathematischen Formel ausgedrückt: U = 2πr.
Der Umfang beträgt also das Zweifache der mit dem Radius multiplizierten Kreiszahl Pi, unabhängig von der jeweiligen Größe des Kreises.
Jetzt müssen Sie nur noch die exakte Größe der Zahl Pi kennen, um ebenso exakt die Größe eines Kreises ausrechnen zu können. Doch da muss ich Sie enttäuschen: Die Zahl Pi lässt sich zwar auf eine unendliche Anzahl an Stellen berechnen, aber nicht endlich bestimmen.
Also hat sich die Mathematik auf einen Kompromiss geeinigt und bei 3,14159 für den Hausgebrauch das Rechnen eingestellt.
Der weise Archimedes hatte sich in der Antike bereits mit der Annäherung 22/7 beschieden. Ihm – und wohl auch sich selbst – zu Ehren begehen Mathematiker weltweit den 22. Juli als besonderes Datum.
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Frage: Was hört der Mensch am liebsten? Antwort: Seinen eigenen Namen! Um den im Smalltalk mit einem Unbekanten herauszufinden, müssen Sie Ihr Gegenüber natürlich danach fragen. Mit der Antwort haben Sie sogleich einen guten Anknüpfungspunkt gefunden, von dem aus Sie das Gespräch fortspinnen können.
- Stellen Sie sich Ihrem Gegenüber vor und fragen Sie nach seinem Namen. Damit geben Sie Ihrem Gesprächspartner die Möglichkeit, sich einzubringen: Er darf gleich sein Lieblingswort benutzen.
- Bekunden Sie weiteres Interesse. Besitzt Ihr Gegenüber einen schwierigen Namen, dürfen Sie ruhig nachfragen, ob Sie ihn richtig verstanden beziehungsweise korrekt ausgesprochen haben. Das zeigt Respekt und gehört zum guten Ton.
- Ein weiterer Vorteil eines ungewöhnlichen Namens: Sie können nach dessen Herkunft fragen. Ihr Gegenüber wird gern antworten!
- Ein Kompliment wirkt bei einem ungewöhnlichen Namen auch nicht schlecht. Sagen Sie beispielsweise: "Gewöhnliche Menschen heißen Bauer oder Ackermann. Darf ich daraus schließen, dass Sie kein gewöhnlicher Mensch sind?"
Und wenn es sich bei Ihrem Gesprächspartner doch um einen gewöhnlichen Namen handelt? Auch dann haben Sie die Möglichkeit, ein wenig nachzuforschen. Ein Beispiel: Ihr Gegenüber heißt Schumacher. Übt er den Beruf noch aus? Nein, der Name schreibt sich doch ohne ‚h’! Aha. Warum eigentlich? Schon hat Ihr Gegenüber einen weiteren Anknüpfungspunkt und wird Ihnen gerne über die Herkunft seines Familiennamens berichten.
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Jedes Jahr am 20. Juli wird der Hitler-Attentäter um den Grafen Stauffenberg gedacht. Früher brandmarkte sie die politische Rechte als Vaterlandsverräter, heute werden sie als Heroen stilisiert, zuletzt in dem unsäglichen Film Operation Walküre mit Tom Cruise in der Hauptrolle. Für Verunglimpfung und Heldenverehrung können die Beteiligten von damals nichts. Ihnen ist allenfalls vorzuwerfen, dass sie ihr Attentat reichlich spät verübten, 11 Jahre nach der Machtergreifung und 5 Jahre nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.
Diesen nicht verhindert zu haben warf sich ein anderer Hitler-Attentäter vor: Georg Elser handelte allein, aus Gewissensgründen und war anders als etwa Stauffenberg ein Hitler-Gegner der ersten Stunde. Die Vorbereitungen zum Attentat, das Hitler und den Krieg stoppen sollte, begannen nach der Münchner Konferenz (siehe unseren Newsletter vom 28. Oktober 2008 „Ein Staat, der nicht lange existierte“) und nahmen viele Monate in Anspruch: Tagsüber musste sich Elser in München verstecken, nachts schlich er sich in den Bürgerbräukeller ein, in dem Hitler traditionell in der Nacht zum 9. November eine Rede in Gedenken an frühe Nazi-Märtyrer zu halten pflegte. Am 8. November kamen 7 neue hinzu: Die Säule neben dem Rednerpult enthielt Dynamit; Elser hatte sie in monatelanger Nachtarbeit ausgehöhlt und entsprechend präpariert. Der Führer überlebte den Anschlag. Wegen Nebels hatte er München nicht per Flugzeug verlassen können und nahm den Zug Richtung Berlin. Als die Bombe per Zeitzünder detonierte, hatte Hitler den Saal bereits verlassen.
Elser wurde einen Tag später beim Versuch, die Schweizer Grenze zu überqueren, verhaftet. Er landete in Gestapo-Haft und nach monatelangen Verhören im KZ Dachau. Dort wurde er am 9. April 1945 ermordet – 20 Tage bevor amerikanische Truppen das Konzentrationslager befreiten. Einen Gedenktag für Elser gibt es bis heute nicht.
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„Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan“: Mit diesem Satz stellte Martin Luther die bis dahin geltende Ordnung in Frage. Zumindest die religiöse. „Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan“: Mit diesem Satz im selben Pamphlet (Von der Freiheit eines Christenmenschen) relativierte der Wittenberger Theologieprofessor, dass es ihm keineswegs um die politische Ordnung ging.
Wie die freien Bürger in den Städten sollten sich die adligen Grundherren lediglich von der römischen Kirche lösen und für ihre Leibeigenen gleich mitentscheiden. Vermutlich hatte Luther die Eigendynamik seiner kurzen Abhandlung über die christenmenschliche Freiheit überschätzt. Zu provokant waren allein die Überschrift und die Eingangsthese; schon damals wurden programmatische Schriften offenbar nie richtig zu Ende gelesen. Noch im Veröffentlichungsjahr 1520 erfuhr das Thesenpapier als Flugschrift weitere Verbreitung, und das nicht nur in Wittenberg. So wurden allein in Straßburg und in Augsburg jeweils fünf Neuauflagen gedruckt. Von der Freiheit eines Christenmenschen avancierte trotz des ausdrücklich nichtpolitischen Inhalts zur Rechtfertigungsschrift für den Aufstand der Bauern.
Ein halbes Jahrzehnt dauerte es, bis endlich die um ihre Macht besorgten katholischen Fürsten in der Nordhälfte Deutschlands reagierten: Sie vereinigten sich am 19. Juli 1525 im Dessauer Bund als Gegenbewegung zur Reformation. Das war höchste Zeit, denn in der Südhälfte des Deutschen Reichs tobte seit dem Frühlingsbeginn der Bauernkrieg. Er sollte die süddeutschen Fürsten, deren Interessen der Schwäbische Bund erst sehr spät militärisch vertrat, noch eine Weile in Angst und Schrecken versetzen.
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Das Maracaná-Stadion von Rio de Janeiro ist das größte der Welt. Der Zuschauerrekord ist bis heute gültig und wurde vor exakt 60 Jahren aufgestellt. Offiziell 185.000, vermutlich aber mehr als 200.000 Zuschauer sahen das letzte Spiel der Fußballweltmeisterschaft 1950.
Die letzten Turniersiele wurden nicht im K.o.-System ausgetragen; im Halbfinale spielte jeder gegen jeden. Brasilien hatte Schweden und Spanien klar geschlagen, mit 7:1 beziehungsweise 6:1. Uruguay hatte gegen dieselben Gegner nur ein mühevolles 3:2 und ein 2:2-Unentschieden herausgeholt. Brasilien reichte also eine Punkteteilung. Die Mannschaft ging in Führung, musste dann aber den Ausgleich schlucken. Doch mehr schienen die Urus nicht zustande zu bringen. FIFA-Präsident Jules Rimet hatte sich schon den Pokal gegriffen, um ihn der Heimmannschaft zu überreichen. Da passierte es: Der uruguayische Rechtsaußen Alcides Ghiggia erzielte das 2:1. In den restlichen zehn Minuten gelang Brasilien nichts mehr. Uruguay war zum zweiten Mal nach 1930 wieder Weltmeister. Noch im Stadion erschossen sich drei brasilianische Fans. Der Trainer der unterlegenen Elf kam immerhin lebend aus dem Maracaná heraus; allerdings musste sich Flavio Costa dafür als Kindermädchen verkleiden.
Der heute 83-jährige Siegtorschütze erinnert sich: „Nur 3 Menschen“, so Ghiggia, „haben mit einer Bewegung das Maracaná-Stadion zum Schweigen gebracht: Frank Sinatra, Papst Johannes Paul II. und ich.“ In Uruguay war die Freude natürlich riesengroß. Nicht wenige Eltern nannten ihren Neugeborenen Dosauno – auf Deutsch: Zweizueins.
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Die Litauer, fand gegen Ende des 11. Jahrhunderts der Chronist Adam von Bremen, seien sehr gute Menschen, von denen viel Lobenswertes gesagt werden könnte – wenn sie nur Christen wären. Das mit dem Christentum war für die baltischen Heiden so eine Sache. Christen waren beispielsweise die Schwertbrüder unter dem Rigaer Bischof Albert. Der hatte es auf ihr Land und die Seelen der Besitzer abgesehen. Wer die Kriegszüge überlebte und in Gefangenschaft geriet, hatte bei Albert die Wahl: einen Kopf kürzer oder Kopf unter Wasser.
Die Litauer entschieden sich in der Regel für letzteres: Die Taufe ließ sich später wieder abwaschen. So blieben die Westbalten das letzte heidnische Volk Europas. Im Jahr 1236 konnten die lästigen Schwertritter dann endlich besiegt werden. Doch von Süden stieß bald die Nachfolgeorganisation, der Deutsche Orden, gegen das Land vor. Um den hartnäckigen Nachstellungen zu entgehen, verbündete sich der Litauerherrscher Vytautas mit einem anderen christlichen Volk, den Polen. Dafür musste er sich zur christlichen Religion bekennen, mit einer Taufe, die sich nicht mehr abwaschen ließ. Die Kompromisstaktik hatte Erfolg: Gemeinsam konnten Polen und Litauer ein Heer aufstellen, das den Ordensrittern ebenbürtig war.
Heute vor 600 Jahren kam es zur richtungsweisenden Schlacht von Tannenberg (polnisch: Grunwald; litauisch: Žalgiris). An deren Ende war der Deutsche Orden nicht mehr das, was er früher einmal war: eine Großmacht im Nahen Osten Europas. Diese Stellung sollte im 15. und 16. Jahrhundert das Doppelkönigreich Polen-Litauen einnehmen – bis die Schweden übernahmen.
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