Archiv für Kategorie ‘Power-Tipp’:

So gelingt Ihr Small Talk

Montag, 29. Dezember 2014

Die Kunst, alles zu berühren und nichts zu vertiefen: So definierte Oscar Wilde den Small Talk. Doch nahm der irische Spötter die unverbindliche Konversation ernst. Wilde wusste: Der Small Talk öffnete ihm manche Tür. Auch Ihnen kann er hilfreich sein. Vor allem, wenn Sie die Grundsätze befolgen.

Ein Small Talk sollte keinen hochgeistigen Anspruch erfüllen müssen. Das war Oscar Wilde ebenfalls bewusst. Auch Sie würden sich nur unnötig unter Druck setzen. Der Small Talk als lockeres Gespräch würde unmöglich. Funktionieren wird er aber, sofern Sie die elementaren Regeln beachten.

Gelingt der Small Talk? Oder geht er in die Hose? Die Entscheidung fällt meist schon, bevor Sie den Mund aufmachen. Die allererste Regel lautet daher: Begegnen Sie Ihrem Gesprächspartner mit einer positiven Einstellung.

Regel Nummer 2 behandelt ebenfalls den nonverbalen Bereich: Lassen Sie sich im Small Talk mit einem Gegenüber nicht durch andere Personen ablenken. Das ist nicht nur unhöflich. Es würde auch das Interesse Ihres Gesprächpartners an der Konversation schmälern.

Jetzt noch zum verbalen Teil des Small Talks! Hier sind 2 Grundregeln, welche die Konversation betreffen. Erstens; Vermeiden Sie Monologe! Reden Sie Ihr Gegenüber nicht in Grund und Boden. Lassen Sie Pausen zu, stellen Sie Fragen. Aktives Zuhören fördert den Dialog. Zweitens: Beenden Sie Gespräche positiv. Tun Sie dies keinesfalls abrupt. Und schließen Sie mit einem freundlichen Wort. Machen Sie beispielsweise ein Kompliment zum Abschied: „Selten habe ich ein so angeregtes Gespräch erlebt!“

Bei der gepflegten Konversation will die Etikette gewahrt bleiben. Zum Schluss daher noch eine Benimmregel für den Small Talk: Befleißigen Sie sich – bei aller Kontaktfreude – einer gewissen Zurückhaltung. Stören Sie andere Personen nicht, wenn diese gerade im Gespräch sind. Bei Empfängen ist es üblich, sich still zu einer Gruppe zu gesellen. Keine Bange: Sie werden nicht ignoriert werden! Jemand wird Sie sicher bald vorstellen oder in die Unterhaltung einbeziehen.

Eine letzte Grundregel, die Etikette betreffend: Reden Sie nie negativ über andere Personen! Dabei macht es keinen Unterschied, ob diese anwesend sind oder nicht. Denken Sie immer daran: Was Sie über eine andere Person sagen, sagt, genauer betrachtet, am meisten über Sie selbst aus.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Small Talk auf Zehenspitzen? Small Talk auf Augenhöhe!

Dienstag, 23. Dezember 2014

Was tun Sie, wenn sich unterschiedlich große Teilnehmer beim Small Talk gegenüberstehen? Es hilft wenig, wenn der eine Gesprächspartner sich auf Zehenspitzen stellt und der andere sich ständig herabbeugt. Störende Größenunterschiede lassen sich auch auf elegante und wesentlich weniger ermüdende Weise überwinden.

Vom Besuch des französischen Staatsoberhauptes im Weißen Haus anno 2009 ist ein Foto erhalten, das lediglich ein paar Schuhe zeigt. Sie gehörten dem damaligen Amtsinhaber. Beim Gruppenbild mit Damen versuchte Nicolas Sarkozy, sich Barack Obama (1 Meter 88 Körpergröße), dessen Frau Michelle (1 Meter 80) und auch der eigenen Gattin Carla Bruni (1 Meter 75) ein wenig zu nähern – indem er sich auf seine Zehenspitzen stellte.

Da das amerikanische Präsidentenehepaar Sarkozy immer noch um eine halbe beziehungsweise eine viertel Haupteslänge überragte, schlug dieser Verzweiflungsversuch fehl, obwohl Sarkozys Streckungsversuch einem in dieser Kunst sehr versierten Hauskaninchen zur Ehre gereicht hätte. Den aufgemotzten 1,67 Metern des Ex- und, wer weiß, Vielleichtbaldschonwiederpräsidenten blieb nur die Häme der Presse.

Ein Small Talk dauert gewöhnlich länger als ein Foto: Daher müssten Sie sehr lange auf Zehenspitzen ausharren. Versuchen Sie es lieber erst gar nicht! Ein Small Talk auf Augenhöhe gleicht störende Größenunterschiede elegant aus. Wie Ihnen das gelingt? Ganz einfach: Stellen Sie sich in einem stumpfen Winkel – der ist, wenn Sie sich an Ihren Mathematikunterricht erinnern, größer als 90 Grad – zu Ihrem Gesprächspartner auf. So ändern Sie die Perspektive: Sie und Ihr Gegenüber sind nicht mehr miteinander konfrontiert. Statt sich gegenseitig zu mustern, blicken Sie gemeinsam in eine leicht veränderte Richtung.

Sollten Sie mit dieser Lösung immer noch nicht zufrieden sein und sich weiter unwohl fühlen, gibt es eine dritte Alternative: Suchen Sie sich für die Fortsetzung Ihres Small Talks eine Sitzmöglichkeit. Auf einer Couch oder auf 2 Sesseln fallen selbst markante Größenunterschiede kaum noch ins Gewicht.

Das Redaktionsteam wünscht Ihnen ein besinnliches und friedliches Weihnachtsfest. Nächste Woche erscheint unser Newsletter am 29. und 30. Dezember; danach ist leider Schluss.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Woran Sie Ihren Small Talk binden können

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Zum Small Talk passt alles Positive. Manchmal sind dies Kleinigkeiten. Warum nicht der Schlips, die Krawatte, der Binder? An diesem Accessoire können Sie den Small Talk aufhängen. Machen Sie Ihrem Gegenüber ein Kompliment: „Ihre Krawatte gefällt mir.“ Und hängen Sie eine Frage an: „Wo haben Sie die erworben?“

„Eine gut gebundene Krawatte ist der erste wichtige Schritt im Leben“, wusste bereits Oscar Wilde. Auch mit einem Zitat wie diesem können Sie den Small Talk eröffnen. Krawatten sind immer noch Erfolgsgarant. Wenn Sie im Leben etwas bekommen möchten – Geld, eine gute Stelle, Respekt – hilft es, eine Krawatte zu tragen. Die Krawatte verleiht Autorität. Sie ist ein Symbol dafür, dass ein Mann in der beruflichen Hierarchie einen gewissen Rang bekleidet.

In diesem Zusammenhang noch eine kleine Anekdote über erfolgreiche Schlipsträger. Sie stammt von der Wiener Etikette-Expertin Andrea Hurton. Erzählen Sie die Geschichte im Krawatten-Small Talk: Ein amerikanischer Autor stellte sich in New York auf einen Busbahnhof. Dort gab er sich als jemand aus, der kein Geld hat. Er bat Passanten, ihm den Fahrpreis für den Bus zu zahlen. Einmal unternahm er diesen Feldversuch ohne Schlips. Ein anderes Mal band er sich eine Krawatte um. Stets trug er jedoch einen Anzug. Der Unterschied: mit Krawatte nahm er das Vierfache an Geld ein.

Ein Thema für den Small Talk kann auch das lästige Ankleiden sein: Wie binden Sie die Krawatte richtig? Vor jeder Einladung plagt sich vielleicht auch Ihr Small Talk-Gegenüber mit dem komplizierten Knoten ab. Machen Sie das Kreuz mit der Krawatte zum Thema! Selbst Schlipsträger im reiferen Alter tun sich mit den Bindern schwer. Und das, obwohl viele das Handwerk schon bei ihrer Kommunion oder Konfirmation gelernt haben. Beziehungsweise gelernt haben sollten. Fragen Sie Ihr Gegenüber im Small Talk, wie er beim Binden alles richtig macht. Oder ob er sich eines praktischen Tricks bedient.

Schließlich können Sie im Small Talk mit einen vermutlich sehr willkommenen Tipp Sympathiepunkte sammeln. Ob Standard-, Kreuz-, Windsor-, Prinz Albert- oder altdeutscher Knoten: Der Herrenausstatter Harry & Sons hat mit leicht verständlichen Zeichnungen die gebräuchlichsten Bindetechniken für Krawatten zusammengestellt. Gehen Sie auf die Webseite harryandsons.at. Dort klicken Sie den Button Styleguide“ an.

Nicht nur der Krawattenknoten verursacht Probleme beim Binden. Auch die richtige Länge der Krawatte ist nicht leicht hinzubekommen. Zu lang? Zu kurz? Wie ist es richtig? Gibt es eine Faustregel? Diese Fragen werden sich auch Ihrem Small Talk-Gesprächspartner immer wieder stellen. Sie können ihm helfen. Es gibt tatsächlich eine Faustregel! Für die Ideallänge einer Krawatte gilt eine einfache Formel: bis zur Mitte der Gürtelschnalle.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Über Dialekte sprechen im Small Talk

Mittwoch, 26. November 2014

Dialekt reden ist die eine Sache (siehe unseren Newsletter vom 19. November 2014: Dialekt sprechen im Small Talk?). Doch lässt sich im Small Talk auch über Dialekt reden; beispielsweise über die Akzeptanz der Mundart in Deutschland. Dazu wurden tatsächlich wissenschaftliche Untersuchungen angestellt!

So ergab eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Allensbach, dass 73 % der Deutschen die Mundart ihrer Wohnregion sprechen, davon jeder zweite „gut“ und jeder vierte zumindest „ein wenig“. Das bedeutet freilich nicht, dass Dialekte überall gleich beliebt sind. Hier gilt es zu differenzieren.

Lassen Sie zunächst Ihr Gegenüber im Small Talk raten, welcher deutsche Dialekt bundesweit auf die meiste Gegenliebe stößt. Die Auflösung: Von allen Mundarten, die hierzulande gesprochen werden, ist Bayerisch am beliebtesten. 35 % aller Deutschen hören diese Mundart besonders gerne. Dahinter rangieren das norddeutsche Platt (29 %) und das Berlinerische (22 %).

Wie viele Dinge hat auch der Dialekt seine dunkle Seite. Auf die Frage, welche Mundart sie überhaupt nicht mögen, gaben 54 % der Deutschen das Sächsische an. Mit großem Abstand auf Platz 2 in dieser Wertung folgte Bayerisch mit 22 %. Ihr Gegenüber im Small Talk mag darin zu Recht ein Indiz sehen, dass mancher Dialekt die Meinungen spaltet. Fragen Sie ihn, welche Mundart er spricht.

Nicht jeder Sprecher ist von seinem Dialekt überzeugt. Das beste Verhältnis zum eigenen Idiom haben die Bayern: 77 % sagen, dass sie Bayerisch besonders mögen. 2 von 3 Norddeutschen lieben ihr Platt. Unsere Hauptstädter dagegen scheinen weniger lokalpatriotisch zu sein: Berlinerisch wird nur von 46 % seiner Sprecher geschätzt. Da ist das Dialektselbstverständnis der Sachsen wiederum besser: Nur 12 % von ihnen mögen die eigene Mundart nicht.

Jetzt ist Ihr Small Talk-Gesprächspartner wieder gefragt: Findet er denn seine eigene Mundart gut? Welche fremden Dialekte gefallen ihm? Und welche nicht? Wer weiß, vielleicht kann er Ihnen ja die eine oder andere Kostprobe darbieten.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Small Talk über Toleranz

Mittwoch, 12. November 2014

Seit gestern sind im Rheinland die Narren wieder unterwegs. Fünfte Jahreszeit werden die je nach Kalender 3 bis 4 Monate genannt, in denen manches erlaubt und wenig unmöglich scheint. „Jeder Jeck is’ anders“, lautet der närrische Wahlspruch. Wenn das mal keine gelebte Toleranz ist!

Schlagen Sie im Small Talk den Bogen vom Karneval zur UNESCO, denn auch die Weltkulturorganisation befasst sich mit der Frage, wie man mit seinem Nächsten umgehen sollte. Die UNESCO hat den 16. November zum Internationalen Tag der Toleranz ausgerufen. Begangen wird er seit 1995.

Noch ein wenig früher als die UNESCO widmete sich Johann Wolfgang von Goethe dem Leben und dem Leben lassen. Der Menschheit vermachte der Schöngeist ein Zitat, über das nachzudenken sich lohnt. „Dulden heißt beleidigen“: Die dürren Worte des Dichterfürsten wirken beim ersten Hören reichlich schroff. Dabei war der durchaus liberale Goethe alles andere als ein Toleranzgegner. Freilich sah er die durchaus ehrenwerte Eigenschaft nur als ersten Schritt, um auf andere zuzugehen. Bliebe es langfristig bei der Toleranz, würde deren Wirkung bald nicht mehr zum Tragen kommen. Um wirklich eine Beziehung zu den Mitmenschen aufzubauen, müsse der Einzelne sein Gegenüber auch akzeptieren.

Wie eng Dulden und Nichtdulden beieinander liegen können, demonstrierte der Welt ein Physiker. Albert Einstein erwartete auf seine neu entwickelte Relativitätstheorie folgende Reaktionen: „Werde ich Recht behalten, werden die Deutschen sagen, ich sei Deutscher, die Franzosen, ich sei Europäer und die Amerikaner, ich sei Weltbürger. Werde ich nicht Recht behalten, werden die Amerikaner sagen, ich sei Europäer, die Franzosen, ich sei Deutscher und die Deutschen, ich sei ein Jude.“

Beenden Sie den Small Talk mit einem Preußen. Angehörigen dieses Volksstamms werden den Rheinländern diametral entgegengesetzte Qualitäten nachgesagt. Bei einem sehr prominenten Landsmann schien dies anders gewesen zu sein. „In meinem Staate“, sagte Friedrich der Zweite, „kann jeder nach seiner Fasson selig werden.“ Diesen Individuen und Völker verbindenden Satz würde in Köln oder Düsseldorf jede Karnevalsgesellschaft bedenkenlos auf ihre Fahnen schreiben.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Wenn der Abend kein Ende finden will

Mittwoch, 5. November 2014

Der Abend neigt sich dem Ende zu, jedenfalls für Sie. Sie haben genug und wollen nach Hause. Doch sind bei Ihrem Small Talk-Gegenüber keinerlei Anzeichen von Müdigkeit zu erkennen. Was tun? Sie brauchen dringend einen Anknüpfungspunkt für einen Abschluss. Elegant sollte er sein, damit sich niemand der am Gespräch Beteiligten beleidigt fühlt.

Der 8. November hält Ihren Rettungsanker bereit. Es ist der Internationale Tag der Putzfrau. Wie Sie diesen in Ihren Small Talk einflechten? Sagen Sie zu Ihrem Gesprächspartner: „Jetzt kommt gleich die Putzfrau. Allmählich wird es Zeit für mich, nach Hause zu gehen.“

Ihr Gegenüber hat jetzt die Gelegenheit, Sie mit einem Geleitwort aus dem Gespräch zu entlassen. Bedanken Sie sich für den netten Abend, sprechen Sie die Hoffnung auf ein Wiedersehen aus – und gehen Sie in die wohlverdiente Nachtruhe.

Als gewissenhafter Small Talker fragen Sie sich vielleicht, ob Sie den Begriff „Putzfrau“ benutzen dürfen. Politisch korrekt ist er nicht. Das steht so auf der Webseite www.pressenet.info, mit dem Zusatz: „Man nennt die zum Reinigungspersonal gehörende Frau meist Raumpflegerin.“ Und ihr männliches Pendant „Raumpfleger“, möchte man hinzufügen. Oder, will man einen geschlechtsneutralen Begriff verwenden, „Reinigungskraft“.

Leider hören sich all diese mit R beginnenden Putzfrau-Synonyme reichlich distanziert und unpersönlich an. Mit der Putzfrau in volkstümlicher Bezeichnung fühlen sich viele Menschen eher verbunden. Daher dürfen Sie den Begriff ruhig verwenden – solange Sie der Person, die hinter Ihnen sauber macht, den gleichen Respekt entgegenbringen wie derjenigen, die ihr Gehalt bezahlt.

„Ganz gleich“, heißt im Pressenet-Portal, „wie man die Fachfrau in Sachen Reinemachen nun einmal benennt – ohne sie geht nun mal gar nichts.“ Behalten Sie dies auch im Small Talk stets im Hinterkopf.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Ein sehr weltliches Thema für Ihren Small Talk Ende Oktober

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Der letzte Oktobertag wirft im Small Talk seine Schatten voraus. Doch ist es kein religiöses Thema, das wir Ihnen heute vorschlagen. Dem Reformator Martin Luther wird zwar ein unkompliziertes Verhältnis zum Geld nachgesagt. Gegen die folgenden Tipps hätte er freilich den einen oder anderen Einwand geäußert – wie auch gegen manche Auswüchse der modernen Gesellschaft.

Vielfach gilt heute der Lebensmitteleinkauf bei Discountern wie Aldi oder Lidl als schick. Fleißig werden auch in gehobenen Supermärkten Rabattmarken gesammelt. Feilschen ist längst auch außerhalb von Basaren erlaubt. Seit Jahren beispielsweise werden europäische Großstädte zu Minipreisen angeflogen. Dies ist möglich, weil Flugbenzin nicht besteuert und der Aufschlag für Gepäck- und Ähnliches dem Kleingedruckten vorbehalten wird. 2 besonders dreiste Tricks würden das Herz eines jeden Sparfuchses ebenso erfreuen wie den Small Talk beleben.

Erzählen Sie Ihrem Small Talk-Gegenüber die folgende Anekdote über abenteuerlichen Geschäftsgeist im Russland der frühen 1990er Jahre: Der Verkaufsschlager auf den ersten Flohmärkten im postsowjetischen Russland waren Glühbirnen. Genauer: kaputte Glühbirnen. Wer einen solchen Gegenstand erwarb, nahm ihn mit ins Büro und wechselte ihn gegen einen funktionierenden aus. Anschließend ging der oder die Werktätige zum Chef: „Die Glühbirne in meinem Büro ist kaputt“. Die daraufhin neu gekaufte wurde sofort eingeschraubt, und wer Glück hatte, konnte die kaputte wieder auf dem Flohmarkt verkaufen.

Falls Ihr Gesprächspartner mit dem Geschäftlemachen nicht bis zum Wochenende und dem nächsten Flohmarkt warten möchte: Hier ist ein Tipp, den er noch am selben Abend ausprobieren kann – auf der Heimfahrt von der Veranstaltung, auf der Sie zu Gast sind: Es geht darum, wie sich Ihr Gegenüber das Geld für ein Taxi sparen kann. Er bestellt sich beim Pizza-Service eine Margherita – an den Ort, wo er und Sie sich gerade befinden. Wenn der Auslieferungsfahrer eintrifft, lässt er sich gleich nach Hause mitnehmen. Falls der gratis Beförderte schon satt ist: Pizzen kann man auch einfrieren!

Vielleicht sollten Sie abschließend darauf hinweisen, dass es sich bei Ihrem Taxi-Tipp um einen Witz gehandelt hat. Man weiß ja nie, wen man im Small Talk vor sich hat. Doch ist die Wahrscheinlichkeit, in einen Fettnapf getreten zu sein, recht gering. Bis auf Taxifahrer und Pizza-Auslieferer finden die meisten Zeitgenossen die Geschichte lustig.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Small Talk über Schuhe

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Stellen Sie sich vor, Sie sind heute zu einer Veranstaltung geladen – und wissen noch nicht, wie Sie den Small Talk später am Abend bestreiten können. Ein wenig Vorbereitung wäre in der Tat nicht schlecht? Doch scheint für Sie kein Thema in Sicht. Dabei müssen Sie nur an sich herabschauen: Schon tut sich eins auf!

Der 15. Oktober ist der Internationale Tag des Schuhs. Starten Sie mit einer Anekdote in den Small Talk. Ihr Hauptdarsteller heißt Murray Partridge, ist ein britischer Werbefilmer und hatte einen Termin in New York zu absolvieren. In der Stadt der Gegensätze gäbe es Jugendbanden, so die Warnung eines Freundes, die für brandheiße Turnschuhe glatt einen Mord begängen. Vorsichtshalber zog Partridge sein ältestes Paar an. Doch kam er damit nicht mal über den Broadway. Er wurde ausgecheckt, angehalten und aufgefordert, seine Treter auf der Stelle auszuziehen. Die Ernsthaftigkeit seines Angebotsunterstrich der aufdringliche Einheimische – mit einer Fünfhundertdollarnote, die er Partridge unter die Nase hielt. Es handele sich, erfuhr der newyorkunerfahrene Neuankömmling, um ein äußerst begehrtes Adidas-Modell aus den frühen 1970er Jahren. Dies sei praktisch nur noch auf dem Schwarzmarkt zu finden, der Geldscheinwedler müsse es unbedingt haben.

Fragen Sie Ihr Gegenüber im Small Talk, ob er früher auch zur Turnschuhfraktion gehört habe. Und seine Treter gut gepflegt hat? Vielleicht befindet sich ja noch ein Modell auf oder unter der heimischen Schuhablage!

Bleiben Sie im Schuh-Small Talk in New York. Dorthin war aus Wien ein Dr. Ernest Dichter ausgewandert. In der Metropole am Hudson arbeitete der Wissenschaftler mit dem Künstlernamen als Tiefenpsychologe. Er wurde ein berühmter Motivationsforscher. Eines Tages fragte ihn der Vorstand einer großen Fabrik für Damenschuhe, wie man mehr Ware verkaufen könne. „Nun, meine Herren“, erwiderte Dichter, „alles fängt erst einmal damit an, dass Sie den Damen ab sofort keine Schuhe mehr verkaufen sollten.“ Die erstaunten Blicke der Führungsriege ließ Dichter kurz einwirken, dann fügte er nach einer Pause hinzu: „Verkaufen Sie ihnen schöne Füße!“

Schöne Füße, teure Schuhe – polieren Sie Ihren Small Talk mit dem Lederthema auf und binden Sie Ihr Gegenüber ins Gespräch ein. Zu lange Monologe Ihrerseits könnten ihm auf den Senkel gehen. Zum Dialog gehören immer 2. Nur so wird ein Schuh draus!

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Warum Sie am 8. Oktober übers Wetter reden sollten

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Small Talk übers Wetter geht immer. Small Talk übers Wetter geht am 8. Oktober am allerbesten. Warum das so ist? Ganz einfach: Nutzen Sie die Steilvorlage und verbinden Sie Thema und Anlass!

Wer aber sagt, dass der 8. Oktober der Tag der Wettergespräche ist? Die Information über das Datum stammt aus dem Büchlein Es wird eng im Kalender. Darin stellt der Autor Timo Lokoschat 365 kuriose Gedenk- und Feiertage vor. Als Initiator des heutigen Gedenktags nennt Timo Lokoschat einen gewissen Bastian Melnyk. Das tut Lokoschat immer, wenn ihm nichts Besseres einfällt. Allerdings hat Melnyk dem Small Talk auch Einiges zu bieten. Der Softwareentwickler und Karikaturist aus Stuttgart scheint ein Meister in der Kunst zu sein, dem Kalender immer wieder einen neuen bizarren Gedenktag abzuringen.

Die leicht abschätzige Bemerkung stammt übrigens nicht vom Autor dieser Zeilen. Der Nachrichtensender n-tv hat sie verbreitet, in einer Kritik zu Lokoschats Bändchen. Im selben, schwer nachvollziehbaren Zusammenhang fügt der zur RTL-Gruppe gehörende und mehr und mehr ins Infotainment abdriftende Kanal noch an, Elizabeth II. von England gelte als Königin des Small Talks. Tut sie das? Die Frage können Sie ja Ihrem Small Talk-Gegenüber stellen.

Einen Beitrag, der in jeden Wetter-Small Talk passt, lieferte die Großmutter der aktuellen Throninhaberin. Als Mary, Witwe des englischen Königs Georg V. – sie starb 1953 im Alter von 83 Jahren – die Eröffnung einer Brücke vornehmen sollte, riet man ihr wegen des schlechten Wetters ab. Auch sprach das hohe Alter der royalen Seniorin dagegen, dass sie die Zeremonie persönlich vornehmen sollte. Die Organisatoren boten Mary daher folgendes an: Das Begleitprogramm sollte erstens stark abgekürzt und die Eröffnung zweitens nur symbolisch vorgenommen werden.

Nun sind besonders die weiblichen Mitglieder der Familie Windsor für ihre körperliche Robustheit bekannt. Mary dachte gar nicht daran, die extra wegen ihr angereisten Besucher zu enttäuschen. Resolut griff sie zum Regenschirm und ließ alle Übervorsichtigen wissen: „Meine Herren, merken Sie sich eins: Wenn etwas wert ist, getan zu werden, dann ist es auch wert, gut getan zu werden.“

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Haiterer Small Talk zum Welttierschutztag

Montag, 29. September 2014

Tiere sind immer ein dankbares Thema für den Small Talk. Einen Aufhänger liefert der Welttierschutztag, der am Wochenende ansteht, genauer: am 4. Oktober. Er geht auf Franz von Assisi zurück. Der Gründer des Franziskanerordens sah die Tiere als Brüder und Schwestern der Menschen an – und beschränkte sich dabei nicht nur auf Haus und Kuscheltiere.

Wie der Heilige Franz zu der Spezies gestanden hat, die wir Ihnen heute näherbringen möchten, ist nicht bekannt. Wohl aber die Einstellung seiner Mitmenschen: Zwar haben die wenigsten bislang ein Exemplar jener exotischen Tierart zu Gesicht bekommen, doch steht ihr Urteil fest: Das in allen Meeren beheimatete Ungeheuer mit der rauen Haut, der aus dem Wasser ragenden Rückenflosse und den vielen spitzen Zähnen flößt ihnen Angst und Widerwillen ein. Die Rede ist vom Hai.

In schöner Regelmäßigkeit erscheinen im Nachrichtenportal Spiegel online Meldungen über Attacken auf Menschen. Die kommen zwar nicht sehr häufig vor. Dafür sind sie umso spektakulärer. Und lassen sich trefflich schildern und vermarkten. Geben Sie doch mal in google die Begriffe “Spiegel” und “Hai” ein!

Doch eignet sich der gefräßige Räuber auch für den Small Talk? Warum nicht, wenn die Vorfälle, die sein unbändiger Appetit heraufbeschworen hat, nicht gar zu blutrünstig sind. Ein weiterer Vorteil solch haiterer Gespräche: Die Unfälle ereignen sich meist in Australien oder Südafrika. Diese südlichen Länder sind ist weit genug von uns weg, um in einer Small Talk-Runde für Betroffenheit zu sorgen. Im Gegenteil sorgen sie für den Schuss Exotik der jeder Unterhaltung gut tut.

Noch mehr profitiert Ihr Small Talk, wenn zur Exotik noch ein Schuss Humor kommt. Das gelingt Ihnen mit einer Anekdote um einen auch hierzulande recht beliebten französischen Tierfilmer: Jacques Cousteau faszinierte sein Publikum, indem er sich unter ein Rudel Haie mischte. Munter schwamm er zwischen den Raubfischen herum, deren Gebiss mehr Zähne aufweist als das von Oliver Kahn. Einmal wollte ein Reporter wissen, ob Cousteau wirklich keine Angst habe. Der Forscher antwortete: „Mit den Haien ist es dasselbe wie mit den Menschen: Man muss sie kennen. Oft genügt schon das Wissen um eine einzige Kleinigkeit, um sich vor Angriffen zu schützen.“ Welche Kleinigkeit mache ihn denn so sicher, fragte der Medienmann giftig nach. Cousteau entgegnete nonchalant: „Die Tatsache, dass sie bereits gegessen haben.“

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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