Vierbeiner haben einen guten Stand in der Redaktion dieses Newsletters. Von wilden Tieren und ihren domestizierten Vettern war schon öfters die Rede, und eine Art schaffte es sogar, in beiden Kategorien erwähnt zu werden: der Elch. Die in freier Wildbahn lebenden Exemplare gelangten leider fast ausschließlich als Opfer des zunehmenden Straßen- und Schienenverkehrs auf dieses Portal.
Als Haustier wurde der gehörnte Freund des dänischen Astronomen Tycho Brahe porträtiert (siehe dazu unsere Ausgabe vom 27. Juni 2007 „Was macht eigentlich der Elch?“), den eine große Leidenschaft mit seinem Besitzer verband: das Biertrinken. Kein Angst, hier soll keineswegs dem Konsum von Alkohol das Wort geredet werden. Hilfreich für Mensch und Tier ist es allerdings, wenn deren Interessen nicht allzu sehr entgegengesetzt sind. Vegetariern etwa fällt es regelmäßig schwer, für Hund oder Katze fleischhaltige Kost besorgen zu müssen.
Hier bietet sich eine andere Spezies Vierbeiner zur Haltung an, die sich nicht nur an vegetarischen Verzehrrichtlinien orientiert, sondern sogar die noch strengeren Essensregeln der Rohkost-Veganer befolgt. Na ja, nicht ganz: Hauskaninchen müssen noch davon überzeugt werden, dass Tapeten, Teppiche und Türrahmen zwar weder tierische noch gekochte Speisen sind, aber auch nicht unter pflanzliche Nahrungsmittel fallen.
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Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen: Von wem stammt diese Einsicht? Treue Leser dieses Newsletters (siehe Ausgabe vom 5. Januar 2009 „Krise als Chance?“) wissen Bescheid: von Erich Kästner.
Der Schriftsteller und Dichter wurde heute vor 111 Jahren in Dresden geboren. Von ihm stammen unsterblich gewordene Kinderbücher wie Das fliegende Klassenzimmer, Pünktchen und Anton, Das doppelte Lottchen oder Emil und die Detektive (mehr über diese Geschichten finden Sie auf der Internetseite www.kaestnerfuerkinder.net).
Doch auch den Erwachsenen hat Kästner manch schönen Stoff geliefert. Etwa den satirischen Roman Fabian über einen Gutmenschen, der sich im Berlin der 1920er Jahre zunächst über die Raubtiergesellschaft amüsiert und später an ihr scheitert. Zurück in seiner Heimatstadt geht der Titelheld endgültig unter: Als er einen Ertrinkenden sieht, springt er hinterher. Leider kann er selber nicht schwimmen.
Eine höhere Meinung als von den Menschen – prinzipiell hielt Kästner sie für gut, doch waren seiner Meinung nach die Leute schlecht – hatte der Autor von anderen Lebewesen. Ihnen hat er die Die Konferenz der Tiere gewidmet, denen es eines schönen Tages zu dumm wurde. Einer der dort Vertretenen, der Löwe Alois, resümierte: „O diese Menschen! Wenn ich nicht so blond wäre, könnte ich mich auf der Stelle schwarz ärgern!“
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„Das Publikum ist so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu lesen.“ Das gilt natürlich nicht für die Leser dieses Newsletters, denn der befasst sich auch schon mal mit 222 Jahre zurückliegenden Dingen wie der Geburt Arthur Schopenhauers. Von diesem Philosophen stammt übrigens das Eingangszitat. Schopenhauer schrieb bereits im Alter von 30 Jahren sein Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung.
Auch dazu existiert ein schönes Zitat von ihm: „Was dem Herzen widerstrebt, das lässt der Kopf nicht rein.“ Schopenhauers Herz gehörte nicht nur dem Menschen. Was er bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu Papier brachte, lässt heute noch das Herz eines jeden Tierfreundes – und damit das Herz zahlreicher Leser dieser Zeilen – höher schlagen: „Erst wenn jene einfache und über alle Zweifel erhabene Wahrheit, dass die Tiere in der Hauptsache und im wesentlichen dasselbe sind wie wir, ins Volk gedrungen sein wird, werden die Tiere nicht mehr als rechtlose Wesen dastehen. Es ist an der Zeit, dass das ewige Wesen, welches in uns, auch in allen Tieren lebt, als solches erkannt, geschont und geachtet wird.“
Dem großen Philosophen und Tierfreund Schopenhauer wird 2010 an einem anderen Datum ganz offiziell gedacht: Am 21. September jährt sich sein Todestag zum 150. Mal.
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Punxsutawney Phils erstes Auftauchen im Jahr ist in den Vereinigten Staaten immer ein Gesprächsthema. Nicht nur für den Smalltalk, auch in Hollywood. Davon zeugt der Streifen Und täglich grüßt das Murmeltier (siehe unseren Newsletter vom 1. Februar 2008 „Morgen ist Groundhog Day“). Eine Prognose über die Reaktion des haarigen Gesellen, wenn die Klappe zu seinem Bau für einen Moment geöffnet wird, ist nicht schwer: Er wird seinen Schatten sehen und vor Schrecken zusammenzucken.
Letzteres ist jederzeit, das Erblicken des eigenen Ebenbildes nur an sehr klaren und kalten Tag möglich. Nicht unwahrscheinlich, dass das vorherrschende Hoch stabil und die Kälte von Dauer ist. Sechs Wochen soll der Winter in Phils Heimat, dem Nordosten der USA, noch dauern, wenn das Tier Nerven zeigt. Schade, dass es bei uns keinen Groundhog Day wie in Amerika gibt! Murmeltiere gibt’s in Oberbayern an der Zahl. Vielleicht könnte man auch ein anderes Tier zu einer Prognose bewegen – warum nicht einen Dachs, der sieht ebenfalls sehr possierlich aus.
Am besten, wir fragen Jörg Kachelmann. Der ist zwar nur Spezialist für Nordbayern (siehe unseren Newsletter vom 15. Juli 2008 „Wetter und Wetterfrösche“), hat aber immer eine gute Idee. Nicht so gut für Prognosen eignet sich der Verantwortliche für diese Zeilen; doch das ist ein ganz anderes Thema, das morgen an dieser Stelle näher beleuchtet wird.
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Morgen ist der Welttag des Fernsehens. Er hat keineswegs zum Ziel, dass sich rund um den Globus Menschen einen ganzen Tag lang vor die Glotze setzen. Vielmehr soll selektiv ferngesehen und der segensreiche Anteil des TV an der Informationsgesellschaft unterstrichen werden. So die Theorie. In der Praxis ist es mit der erzieherischen Wirkung der flimmernden Kiste nicht so weit her.
In einer britischen Studie, berichtet die Süddeutsche Zeitung, wurde Affen per TV beigebracht, Stöcke zusammenzustecken, um sich etwas Leckeres aus einem tiefen Behältnis zu angeln. Das funktionierte. Leider steckten die Affen die Stöcke auch zusammen, um sich etwas aus einem flacheren Gefäß zu fischen, dessen Boden sie locker mit der Hand erreicht hätten. Interessant war der Parallelversuch: Die Affen, die kein Fernsehen hatten, schafften es auch, die Stöcke miteinander zu verbinden. Anders als ihre glotzenden Kollegen benutzten sie die Angel nur dann, wenn es nötig war.
Von unseren Vettern zu uns: Seit der Mensch sich nicht mehr so viel in der Natur bewegt, wird er anfälliger für Krankheiten. Auf diese Entwicklung reagierten die TV-Macher und erfanden Gesundheitsmagazin Praxis. Die Sendung wurde von 1964 an Monat für Monat im ZDF ausgestrahlt, und das über drei Jahrzehnte. Mit eindrucksvollem Resultat: Am Tag nach jeder Sendung klagten die Ärzte in den Praxen über Patienten, die wiederum über Symptome klagten, die zuvor Thema in Gesundheitsmagazin Praxis waren.
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Heute ist nicht nur Weltmännertag. Heute ist auch der Tag einer besonders männlichen Spezies Mann. Für Sie steht der heilige Hubertus, der Schutzpatron der Jäger, Reiter und Schützen. Hubertus war zu Beginn des achten Jahrhunderts Bischof von Lüttich. Die von ihm praktizierte christliche Nächstenliebe erstreckte sich freilich nicht auf vierbeinige und gefiederte Wesen. Die schoss er lieber ab, als Sport. Als es wieder einmal zu einem sportlichen Aufeinandertreffen zwischen Mensch und Tier kam, erschien dem heiligen Mann ausgerechnet inmitten des Hirschgeweihs, auf das er scharf war, ein goldenes Kreuz, welches ihn zur Buße gemahnte.
Ob Hubertus anschließend den Träger des Geweihs verschonte, entzieht sich der Kenntnis dieser Newsletterredaktion. Einen Hinweis auf das Verhalten des Bischofs könnte aber der Umstand liefern, dass am heutigen Gedenktag nicht zur Schonung der Hirsche aufgerufen, sondern zur Jagd auf dieselben geblasen wird. Dazu passt eine vor Jahren im nördlichen Nachbarland Belgiens veröffentlichte Dissertation. Sie endete mit dem Satz: „Die Jagd wird erst dann zum Sport werden, wenn die Tiere die Möglichkeit bekommen, zurückzuschießen.“
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Übermorgen ist Bundestagswahl. Falls Sie noch nicht wissen, wo Sie Ihr Kreuzchen setzen, hilft Ihnen vielleicht die Gebrauchtwagen-Frage. In den USA wird sie gestellt, um die Glaubwürdigkeit eines Politikers zu testen: „Würden Sie von dieser Person einen Gebrauchtwagen kaufen?“, heißt es dann in den entsprechenden Umfragen (siehe dazu unsere Ausgabe vom 16. Januar 2009 „Die Gebrauchtwagen-Frage“). In Zeiten der Abwrackprämie wird sie vermutlich nicht mehr gestellt. Ohnehin würden sämtliche Mitglieder der Großen Koalition empfehlen, sich lieber gleich einen Neuwagen zuzulegen. Welchem zeitgemäßeren Test könnte man Spitzenpolitiker stattdessen unterwerfen?
Leser dieses Newsletters sind erfahrungsgemäß sehr tierlieb. Um ihnen am Sonntag eine Entscheidungshilfe an die Hand zu geben, empfiehlt sich vielleicht die Frage, bei welchem Politiker sie im Urlaub ihr Haustier in Pflege geben würden. Oder vom wem sie am ehesten einen Geldanlagetipp entgegen nähmen. Oder auch, wer aus dem Quintett Angela Merkel, Frank-Walter Steinmeier, Gregor Gysi, Guido Westerwelle, Jürgen Trittin die Einladung zum nächsten Kindergeburtstag erhalten könnte.
Sie sehen, es gibt zahlreiche Prüfsteine für Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Sympathie, und ich bin mir sicher, dass der eine oder andere bereits von findigen Beratern am jeweiligen Kandidaten ausprobiert wurde.
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Bevor Menschen ins All geschickt wurden, versuchte man es mit Tieren. Am 3. November 1957 wurde die Hündin Laika an Bord einer russischen Sputnik 2-Rakete in die Erdumlaufbahn geschossen. Das Tier überlebte nur wenige Stunden; dann starb Laika an Überhitzung und Stress.
Besser erging es Able und Baker: Heute vor 50 Jahren beförderte die amerikanische NASA die beiden Affen von Florida aus in den Weltraum. Nach einigen Stunden kehrte die Jupiter-Rakete ebenso wohlbehalten zur Erde zurück wie ihre Insassen. Das Rhesusäffchen Able konnte sich seiner Berühmtheit nicht lange erfreuen: Als ihm 3 Tage später ins Gehirn implantierte Messelektroden entfernt werden sollten, starb es während der Operation durch einen Anästhesiefehler. Besser erging es Baker: Das Totenkopfäffchen wurde noch Jahre später einer staunenden Öffentlichkeit präsentiert. Da hatte der Russe Juri Gagarin längst als erster Mensch die Erde im Weltall umrundet.
Baker sollte ihren Fluggefährten um fast 3 Jahrzehnte überleben: Sie starb Mitte der 1980er Jahre – und wurde in einem Ehrengrab für verdiente Astronauten beigesetzt.
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Putzige Vierbeiner sind ein beliebtes Thema dieses Newsletters. Doch heute geht es nicht um Tiere, sondern um den größten Freund der Tiere. Der hieß Bernhard Grzimek und war Professor, Zoodirektor und überhaupt eine Institution. Seit Oktober 1956 erschien er jede Woche dienstags den Fernsehzuschauern mit der Sendung „Ein Platz für Tiere“. Das Schema war stets das gleiche: Drei bis vier Filme über meist exotische Exemplare; dazwischen warnte der Naturliebhaber vor den Folgen von Umweltzerstörung und der bevorstehenden Ausrottung bestimmter Arten.
Nicht nur die Filme waren gut gemacht, auch sich selbst wusste Frankfurts oberster Tiergärtner gut zu inszenieren: Am Anfang jeder Sendung hatte er ein kuscheliges Jungtier im Arm, das er seinem Zoo entliehen hatte und sich vor der Kamera für die Anliegen des Direktors instrumentalisieren ließ. Warum auch nicht? Grzimek wusste schon vor Jahrzehnten, was Werbefachleute inzwischen täglich praktizieren: Über den emotionalen Appell lässt sich das Interesse des Zuschauers am besten wecken. Dabei war Grzimek ein seriöser Forscher: Sein Film „Serengeti darf nicht sterben“ – bei den Dreharbeiten verunglückte Sohn Michael tödlich – wurde mit dem Dokumentarfilm-Oscar ausgezeichnet. Und auch der Zoo entwickelte sich prächtig, was 3,3 Millionen Besucher jedes Jahr aufs Neue bestätigen.
Grzimek war einer der ersten Direktoren, der in seinem Tierpark an Gefängnisse erinnernde Gitterstäbe durch Plexiglaswände ersetzte und das Füttern der Insassen kategorisch verbot.
Heute wäre Bernhard Grzimek – er starb 1987 während eines Zirkusbesuchs an einem Herzinfarkt – 100 Jahre alt geworden. Nicht nur die wissenschaftliche Arbeit des unermüdlichen Tierschützers hat überdauert. Auch einige moralische Appelle haben nichts von ihrer Überzeugungskraft eingebüßt. „Der einzige, der einen Ozelotpelz wirklich braucht„, redete Grzimek seinem Fernsehpublikum ins Gewissen, „ist der Ozelot selbst.„
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Statt als Sekretärin wollte Jane Goodall lieber als Schimpansenforscherin arbeiten. So warf sie 1957 die Ausbildung im heimatlichen England hin und ging nach Afrika. Zunächst jobbte sie im Nationalmuseum von Kenia. Bald war ihr auch dies zu langweilig, und sie zog in den Gombe Stream National Park im benachbarten Tanzania, um dort unter Menschenaffen zu leben und deren Verhalten aus nächster Nähe zu studieren.
Die ungewöhnliche Methode brachte revolutionäre Erkenntnisse zu Tage, deren weitere Förderung nicht ausblieb. Obwohl Jane Goodall keinen höheren Schulabschluss besaß, durfte sie mit einer Sondererlaubnis an der renommierten Universität von Cambridge studieren. Anschließend kehrte die diplomierte Biologin nach Afrika zurück. Auf ihren Beobachtungen basieren die heute gängigen wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass Schimpansen Werkzeuge verwenden - etwa Zweige, um Termiten aus Löchern herauszupulen oder Steine, mit denen sie Nussschalen zertrümmern.
Jane Goodall wurde nicht nur mit fachlichen Auszeichnungen überhäuft. Heute ist sie Friedensbotschafterin der Vereinten Nationen, und sie tritt für die Anwendung der Menschenrechte auch auf Menschenaffen ein. Am meisten gefreut hat sich Jane Goodall, die heute ihren 75. Geburtstag feiert, über eine ganz andere Art der Anerkennung: Der US-Zeichner Gary Larson verewigte sie in einem seiner Tiercartoons: Darin laust eine Schimpansin ihren Mann, hält plötzlich inne und schimpft: “Aha, schon wieder ein blondes Haar. Wohl mal wieder ‘Feldstudien’ mit dieser Jane Goodall gemacht?” Den Cartoon gibt’s als T-Shirt, weitere Informationen über Jane Goodall auf der englischsprachigen Webseite www.janegoodall.org.
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