Archiv für Kategorie ‘Elch’:

Bald ist der Wolf dran

Freitag, 7. Oktober 2011

Einseitigkeit kann man diesem Newsletter kaum vorwerfen, finden Sie nicht auch? Wenn beispielsweise das Lieblingstier der Redaktion wieder einmal ausführlich in einem Beitrag gewürdigt wurde, kommt in einer späteren Ausgabe dessen größter Feind zu seinem Recht.

Im Frühjahr (siehe unsere Ausgaben vom 21. April: Kein Fairplay gegenüber dem Elch und 31. März: Tierische Frühlingsboten) stand der Elch im Fokus; jetzt, wo der Herbst Einzug gehalten hat, ist endlich des Schaufeltieres Widersacher an der Reihe.

Der größte Wolf-Fan unter der werten Leserschaft ist zweifelsohne Jörg Lorenzen (siehe die Ausgaben vom 14. Juli: Dein Freind, der Wolf? und 11. Juni 2008: Das Tier des Jahres 2003, für alle zugänglich ), den ganz treue Leser auch als Kieler Weihnachtsmann (Weihnachtsmänner gibt es auch außerhalb Berlins) in Erinnerung haben.

Er hat der Redaktion einen Artikel aus der Onlineausgabe der Welt zugeschickt. Darin geht es um einen kleinen, keineswegs auf den Kopf gefallenen Jungwolf. Als einer von 5 Geschwistern machte er vor gar nicht langer Zeit schon einmal Schlagzeilen, weil er in Gefangenschaft geboren wurde: im Zoo an der Wingst, in der Nähe von Cuxhaven.

Von dort ist der junge Isegrim kürzlich ausgebüxt und hält seitdem seine Häscher zum Narren. Um den Verfolgern einen Schuss mit dem Betäubungsgewehr zu gönnen, ist der kleine Wolf zu schlau und hält genügend Abstand.

Andererseits hat es ihm im Tierpark, wo er sehr viel Platz hat, offenbar so gut gefallen, dass er sich nicht allzu weit von dort entfernen und es sich auch nicht mit dem netten Zoodirektor Rüdiger Wandrey verderben möchte.

Die Fähre nach Helgoland zu nehmen würde dem Ausreißer ohnehin nichts bringen, denn auf der roten Felseninsel gibt es kaum ein Gebüsch, in dem er sich verstecken könnte. Falls Sie in der Cuxhavener Gegend wohnen und nach dem für Spaziergänger ungefährlichen Tierchen Ausschau halten möchten: Hier ist ein aktuelles Foto. Sollten Sie den Kleinen sichten, melden Sie es dem Zoo, Telefon 04778 255. Herr Wandrey würde sich freuen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Kein Fairplay gegenüber dem Elch

Donnerstag, 21. April 2011

Vor einem Jahr mussten wir über unseren gehörnten Freund Negatives vermelden: Es gebe zu viele verdammte Elche auf Neufundland, so der Tenor des damaligen Beitrags. Jetzt sind neue Schreckensnachrichten von der großen Insel vor der Ostküste Kanadas – sie ist nur wenig kleiner als Island – eingetroffen, mittels eines Korrespondentenberichts in der Frankfurter Rundschau. Für Leser dieses Newsletters beinhalten die Meldungen wenig Neues.

Nach wie vor (siehe unseren Newsletter vom 20. April 2010 „Die Phalanx der Elchhasser“) verursachen die Schaufelträger im Schnitt 2 Verkehrsunfälle am Tag. Doch tun sie das wirklich? Hier wünscht sich der kritische Zeitungsleser ein Hinterfragen der präsentierten Fakten: Kann es nicht sein, dass die Menschen eine gewisse Mitschuld an den Kollisionen tragen, weil sie zu schnell in ihren Autos unterwegs sind? Prompt springt der Verfasser des Beitrags seinen motorisierten Artgenossen bei: Selbst bei bedächtiger Fahrweise komme es zu schrecklichen Unfällen. Und er bietet den Elchgegnern ein weiteres, unseren Lesern bekanntes Forum: Die Pflanzenfresser bedrohten das Ökosystem, indem sie vor allem die jungen Bäume fräßen. Hier trifft den Menschen ausnahmsweise keine Schuld, da heranwachsende Fichten und Birken nicht in seinen Nahrungsbereich fallen.

Was also soll man tun mit den zwar kopulations-, aber wenig kooperationsbereiten Geweihträgern, die sich fleißig vermehren, ihre eigene Lebensgrundlage wegfressen und noch dazu mit ihrem angefutterten Riesenleibern den zügigen Durchgangsverkehr blockieren? Natürliche Feinde einführen? Wölfe, die plötzlich durch die Inselwälder streifen, kämen bei der einheimischen Bevölkerung nicht so gut an – nachdem man erst vor 100 Jahren die Elche dort angesiedelt hat. Das Abreichen empfängnisverhütender Mittel bei den Kühen wäre zu ineffizient, die Umsiedlung zu aufwändig, der Bau von Zäunen für einen freiheitsliebenden Kanadier schlicht unvorstellbar.

Also entsinnt man sich auf Neufundland eines archaischen Mittels: Die Elche dürfen wieder gejagt werden, sogar in den beiden Nationalparks der Insel. Was aus Sicht des Vierbeiners nicht ganz fair ist: Auf dem begrenzten Terrain können sie schlechter ausweichen, und wegen der Geschwindigkeitsbeschränkungen auf den wenigen Straßen dort fällt auch die Möglichkeit aus, erlegte Verwandte zu rächen und erlittenes Unrecht per gezielter Arschbombe heimzuzahlen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Wenn der Elch nichts zu tun hat

Donnerstag, 31. März 2011

Was machen Tiere, wenn sie gerade mal nichts Besseres zu tun haben und ein paar Exoten begaffen wollen? Sie gehen in den Zoo. Die Möglichkeit dazu haben sie tatsächlich – vorausgesetzt, sie leben in der Nähe des Saint-Jean-Sees im Norden der kanadischen Provinz Québec.

Dort, in Saint-Félicien, sitzen im Zoo Sauvage Menschen in Käfigen, und die wild lebenden Tiere dürfen sie besuchen, wenn es ihnen danach ist. Freilich sind die Menschen nur für jeweils eine Stunde eingesperrt, denn mehr ist ihnen nicht zuzumuten. Was würden deren vierbeinige Besucher wohl sagen, wenn Sie wüssten, dass andernorts ihre Brüder und Schwestern ein ganzes Leben lang hinter Gittern verbringen müssten? In den Genuss, Zweibeiner im Käfig zu betrachten, kommen alle größeren Tierarten, die halt in Kanada heimisch sind, schreibt die Süddeutsche Zeitung in ihrem Bericht: Schwarzbär, Büffel, Wolf, Hirsch, Präriehund, Karibu und natürlich der Elch. Das Angebot wird laut Auskunft der Zooleitung gut angenommen, und unser schaufelbewehrter Freund weiß bei seinen Besuchen das angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden: „Der Elch“, schreibt die Süddeutsche, „reibt auch gerne mal sein Hinterteil an einem der Menschenkäfige, um sich von lästigen Insekten zu befreien.“

Wollen Sie den vierbeinigen Besuchern beim Besuchen von Zweibeinern zuschauen, muss ich Sie enttäuschen: Die zooeigene Webseite www.zoosauvage.org hält leider keine entsprechenden Bilder bereit.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Erik Brahe oder Johannes Kepler?

Dienstag, 14. Dezember 2010

Erinnern Sie sich noch an unseren Newsletter vom 1. April 2009 „Warum musste Tycho Brahe sterben?“? Es ging um die Ursache des Todes von Tycho Brahe, dem aus Dänemark stammenden Astronomen, der am Hofe Kaiser Rudolfs II. in Prag wirkte. Damals schrieben wir, Brahe sei einem Giftmord zum Opfer gefallen. Sollten Sie unserem Bericht keinen Glauben geschenkt haben, kann ich Ihnen dies angesichts des Erscheinungsdatums der damaligen Ausgabe nicht verübeln. Doch berechtigt war diese Skepsis nicht!

Unlängst haben Wissenschaftler des Tschechischen Instituts für Nuklearphysik Brahes Grab in der Teynkirche mitten in der Prager Altstadt geöffnet. Sie vermuten hinter dem plötzlichen Ableben des großen Astronomen eine Vergiftung, verursacht durch das heimliche Verabreichen regelmäßiger Quecksilberdosen. Vielleicht wird das Geheimnis ja heute, zum 464. Geburtstag Brahes, gelüftet. Dann wäre immer noch zu klären, wer den armen Mann um die Ecke gebracht hat. Eine Theorie favorisiert Brahes Vetter Erik, der im Auftrag des Dänenkönigs Christian IV. gehandelt haben könnte, nachdem der Astronom dessen Hof im Streit verlassen und Prag als Exil gewählt hatte. Oder Johannes Kepler? Der Assistent war beim Tod des Meisters zugegen und hat als dessen letzte Worte überliefert: „Ich hoffe, nicht umsonst gestorben zu sein.“

Es gibt aber noch eine dritte Möglichkeit: Brahe hatte den Tod seines besten Freundes aus dänischen Zeiten – ein Elch, der bei einem gemeinsamen Trinkgelage ums leben kam – auf dem Gewissen. Sollte ein militanter Tierschützer den Gehörnten gerächt haben? Das Problem dieser dritten Version ist nur, dass sie eher einem Beitrag zum 1. April als einer wissenschaftlichen Untersuchung entspricht.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Die Phalanx der Elchhasser

Dienstag, 20. April 2010

Bei den Tieren macht’s die Masse, dass man sie nicht mag. Die einzelne Ratte erscheint dem Menschen als durchaus putzig. Sieht er sich einer ganzen Horde gegenüber – und steht die Meute zudem in Verdacht, Krankheiten zu übertragen oder die Nahrung wegzunehmen – lässt die Sympathie merklich nach.

Wie gut, dass der durchschnittliche Leser dieses Newsletters in Deutschland und nicht im Osten Kanadas beheimatet ist. Die Bundesrepublik gilt nicht gerade als Elchland. Wenn doch einmal eines dieser schaufelförmigen Wesen in teutonischen Wäldern auftaucht, ist ihm die Sympathie eines ganzen Volkes sicher. Auf diesen Newsletter übertragen heißt das: Wenn wieder einmal von unserem gehörnten Freund die Rede ist, erreichen die Redaktion doppelt so viele positive Lesermeldungen wie an normalen Tagen, nämlich zwei. Auf der ostkanadischen Insel Neufundland hingegen leben 120 000, nach anderen Schätzungen sogar 150 000 Elche. Die futtern täglich einen halben Zentner, vorzugsweise in Form junger Fichten und Birken. Das schadet dem Wald und betrübt die Spaziergänger, erfüllt Ökologen mit Sorge und bringt die Anwohner in Rage: „Es gibt zu viele verdammte Elche in Neufundland“, zitiert die Süddeutsche Zeitung einen von ihnen, „sie laufen herum wie die Ratten.“

Ob der Rat helfen würde, es gegenüber den Tieren wie bei den Menschen zu handhaben und das Individuum in den Vordergrund zu stellen? Eher nicht, denn eine mächtige Lobby hat sich in die Phalanx der Elchhasser eingereiht: Nicht weniger als 800 Verkehrsunfälle mit Elchen gab es im vergangenen Jahr auf der Insel.

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Das noch nicht ganz ideale Haustier

Freitag, 26. Februar 2010

Vierbeiner haben einen guten Stand in der Redaktion dieses Newsletters. Von wilden Tieren und ihren domestizierten Vettern war schon öfters die Rede, und eine Art schaffte es sogar, in beiden Kategorien erwähnt zu werden: der Elch. Die in freier Wildbahn lebenden Exemplare gelangten leider fast ausschließlich als Opfer des zunehmenden Straßen- und Schienenverkehrs auf dieses Portal.

Als Haustier wurde der gehörnte Freund des dänischen Astronomen Tycho Brahe porträtiert (siehe dazu unsere Ausgabe vom 27. Juni 2007 „Was macht eigentlich der Elch?“), den eine große Leidenschaft mit seinem Besitzer verband: das Biertrinken. Kein Angst, hier soll keineswegs dem Konsum von Alkohol das Wort geredet werden. Hilfreich für Mensch und Tier ist es allerdings, wenn deren Interessen nicht allzu sehr entgegengesetzt sind. Vegetariern etwa fällt es regelmäßig schwer, für Hund oder Katze fleischhaltige Kost besorgen zu müssen.

Hier bietet sich eine andere Spezies Vierbeiner zur Haltung an, die sich nicht nur an vegetarischen Verzehrrichtlinien orientiert, sondern sogar die noch strengeren Essensregeln der Rohkost-Veganer befolgt. Na ja, nicht ganz: Hauskaninchen müssen noch davon überzeugt werden, dass Tapeten, Teppiche und Türrahmen zwar weder tierische noch gekochte Speisen sind, aber auch nicht unter pflanzliche Nahrungsmittel fallen.

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Warum musste Tycho Brahe sterben?

Mittwoch, 1. April 2009

Tycho Brahe ist schon seit über 400 Jahren tot. Das hindert den großen Astronomen jedoch nicht, weiter Schlagzeilen zu produzieren. Kürzlich schrieb der Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Prag, der Sternforscher sei womöglich einem Mordanschlag zum Opfer gefallen; Details zum Tathergang würden derzeit von Wissenschaftlern untersucht.

Es existiert bereits eine handfeste Theorie, wer damals hinter dem Komplott steckte. Die wurde vom Nachrichtenmagazin Spiegel online verbreitet und ist unter www.spiegel.de nachzulesen. Des Giftmords mittels heimlicher Verabreichung von Quecksilber dringend verdächtig ist demnach Tychos Vetter Erik Brahe, nachdem dänische Forscher dessen Tagebuch ausgewertet hatten. Der Ablauf der Tat scheint weitgehend geklärt – nur das Motiv gab den Wissenschaftlern noch Rätsel auf.

Zum Glück konnte die Redaktion des Newsletters, den Sie gerade lesen, zur weiteren Erhellung der Ursachen beitragen: Der Mord geschah aus Rache. Dazu muss man wissen (und wenn Sie die Ausgabe vom 27. Juni 2007„Was macht eigentlich der Elch?“ heranziehen, wissen Sie es), dass die beiden Vettern große Liebhaber eines Tieres waren, welches auch unserer Leserschaft alles andere als gleichgültig ist. Tycho hatte sogar einen Elch als Hausgenossen auf seiner Sternwarte im Öresund. Mit dem ließ er sich regelmäßig auf Trinkgelage ein. Bei einem solchen stürzte der gehörnte Freund eine Treppe hinab, brach sich ein Bein und musste eingeschläfert werden. Nach diesem tragischen Unglück zog es Tycho ins Exil nach Prag, wo er am Hofe Kaiser Rudolfs II. Karriere machte.

Der feige Abschied und mangelnde Trauer für den Trinkkumpan ließen Vetter Erik nicht ruhen: Vier Jahre nach Tychos Ankunft in Prag besuchte er ihn unter einem Vorwand und mischte ihm bei täglichen Biergenus immer wieder unbemerkt einen hübschen Schuss Quecksilber unter. So starb Tycho Brahe am 24. Oktober 1601 ungleich qualvoller als sein vierbeiniger Freund – aus Rache für den Elch.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Jedem seine ganz eigene Lucia?

Freitag, 12. Dezember 2008

Morgen ist es wieder so weit: Dann wird in allen schwedischen Familien das Luciafest gefeiert. Und nicht nur in den Familien! Auch Betriebe, Büros, Schulklassen und Vereine wählen ihre ganz eigene Lucia. Das Mädchen – oder auch die Frau – im weißen Gewand, mit einem Lichterkranz im Haar und einer breiten roten Seidenschärpe um die Taille, serviert anschließend auf einem Tablett Kaffee, selbstgebackene Lussebulle und Pfefferkuchen.

Manchmal, schreibt das Internetportal www.swedengate.de, gibt es dazu auch einen Glögg, laut Selbstbeschreibung auf der Flasche ein „Winterheißgetränk aus Rotwein-Kornschnaps-Zucker-Gewürzen“. Die Pulle habe ich mit bereits besorgt. Fehlt nur noch eine Lucia, die sie mir serviert und öffnet. Das hätte er gern, der alte Chauvi, würden Sie jetzt vermutlich gern einwenden. Stimmt, würde ich entgegnen, und Rosinen und geschälte Mandeln gehören auch noch dazu. Soll ich die etwa selber knacken und pellen? Nun ja, kommt Zeit, kommt Glögg.

Am besten finde ich eh’ das Etikett: Darauf prangt ein kapitales Schaufeltier, eingerahmt von der Aufschrift „Elch-Trunk®“.

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Eine seltsame Methode, Elche zu jagen

Donnerstag, 11. September 2008

Etwas größer als eine Ziege, aber ähnlich im Aussehen, mit stumpfen Hörnern und steifen Beinen – und wenn er müde ist, lehnt er sich zum Schlafen an einen Baum: Wen hat der römische Imperator und Feldherr Gaius Julius Caesar da wohl beschrieben? Ich gebe Ihnen noch einen Hinweis: „Wenn sich die Tiere nach ihrer Gewohnheit daran lehnen, bringen sie mit ihrem Gewicht die ihres Haltes beraubten Bäume zu Fall und stürzen zusammen mit ihnen um.“

Na ja, letzteres geschieht nur, wenn die Bäume vorher angesägt wurden. Aber das tut man in Schweden – glaubt man den Ausführungen in De Bello Gallico, wenn man auf Elchjagd geht. Zudem war Caesar davon überzeugt, dass Elche keine Kniegelenke haben und von alleine nicht wieder aufstehen können. Daher müssten die Jäger am nächsten morgen die umgekippten „Riesenziegen“ nur noch einsammeln. Ach Caesar! Wärest du doch nur selber mal in Schweden gewesen, so wie die Autoren der kurzweiligen Landeskunde, die ich gerade gelesen habe.

Im Gegensatz zu dem alten Römer fördern Agnes Bührig und Alexander Budde nur Wahrheiten über Schweden zutage, und die sind interessant genug. Wussten Sie, dass dort berufstätige Väter bis zu 16 Monate mit ihrem Kind zu Hause bleiben können – mit 80 Prozent ihres Gehalts? Nicht von ungefähr ist der Kinderanteil pro Frau in Schweden um 25 Prozent höher als in Deutschland. Andererseits ist das Durchschnittseinkommen mit 2700 Euro niedriger und die Steuerbelastung um die Hälfte höher als bei uns.

Dafür sind – siehe oben – die Sozialleistungen großzügig, und vier von fünf schwedischen Arbeitnehmern sind gewerkschaftlich organisiert. Doch hat das große „Volksheim“, in dem alle Schweden bislang bequem leben konnten, in den letzten Jahren erste Risse erhalten. Falls Sie auf eine spannende und informative Lektüre aus sind, kann ich Ihnen „Schweden. Eine Nachbarschaftskunde“, erschienen im Ch. Links Verlag, sehr empfehlen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Kein Exil für Elche

Mittwoch, 23. Juli 2008

Die Schweden – regelmäßige Konsumenten dieses Newsletters wissen das – verfügen über Europas größte Elchpopulation. Aber wer hätte gedacht, dass sie so eifersüchtig darüber wachen? Darauf machte mich eine Leserin aufmerksam, als sie mir einen Artikel aus dem Mannheimer Morgen mit folgender Nachricht schickte:

Ein Elch, der am Strand der südschwedischen Laholm-Bucht einsam seine Kreise zog, war unvermittelt in die Wellen gehüpft und hatte sich schwimmend auf den Weg nach Dänemark jenseits des Öresunds gemacht. Ein Sakrileg, seinem Vaterland und den 299 999 übrigen Artgenossen so schnöde den Rücken zuzukehren! Das mochte die patriotische Familie Kristianson, die an der Laholm-Bucht Urlaub machte, nicht auf sich sitzen lassen. Sie schnitt unserem gehörnten Freund den Weg ab und zwang ihn zur Umkehr in die Heimat.

Vielleicht hat es sich nicht bis Schweden herumgesprochen, aber in der EU herrscht Freizügigkeit: Jedes Lebewesen kann sich seinen Wohnort in einem der 27 Länder aussuchen. Das gilt auch für Elche! Klar, dass die weiterhin elchlosen Dänen enttäuscht sind. Wenigstens lief die Aktion unblutig ab: Das letzte Mal, das ein Schaufeltier in jenes südskandinavische Land floh (siehe unsere Ausgabe „Elche billig abzugeben!“ vom 19. April 2006), hetzten ihm die Schweden einen IC hinterher. Der überfuhr den Elch einfach.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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