Archiv für Kategorie ‘Urlaub’:

Trost für alle Zukurzgekommenen

Freitag, 23. Dezember 2011

Haben Sie das Gefühl, im fast zu Ende gegangenen Jahr zu kurz gekommen zu sein? Ich möchte Ihnen weder Pessimismus anheim – noch Ihnen unterstellen, ein Profijammerer zu sein.

Aber was die arbeitsfreien Tage 2011 betraf, sah es doch recht mau aus. Der 1. Mai fiel auf den Tag, an dem bei uns aus religiösen Gründen die Arbeit ruht. Heiligabend und der erste Weihnachtsfeiertag füllen das anstehende Wochenende aus.

Und es kommt noch schlimmer: Silvester fällt auf einen Samstag, Neujahr auf einen Sonntag. Im vorangegangenen Jahr sah es übrigens nicht viel besser aus: Der 1. Mai fiel auf einen Samstag, der 3. Oktober auf einen Sonntag, der erste wie der zweite Weihnachtstag ebenfalls auf ein Wochenende, Neujahr auf einen Samstag.

Da hilft nur der Blick auf 2012. Zum Glück sorgt das Einschalten des 29. Februar in den Kalender für einen kleinen Sprung, der uns dem unglücklichen Zusammentreffen von Feiertagen und Wochenenden entkommen hilft. Danke, liebes Schaltjahr, möchte man sagen. Doch es war uns noch einen Gefallen schuldig.

Vor 4 Jahren hatte der Sprung dafür gesorgt, dass der 1. Mai uns wieder mal keinen zusätzlichen arbeitsfreien Tag bescherte. Anno 2008 waren der Tag der Arbeit und Christi Himmelfahrt auf dasselbe Datum gefallen.

Apropos Sprung: Im Englischen wird jener Schaltjahreigenschaft viel besser Ausdruck verliehen als im Deutschen. So heißt bei unseren Nachbarn auf der großen Insel und jenseits des noch viel größeren Teichs das Jahr mit dem Extratag leap year, Sprungjahr. Doch noch ist es nicht so weit. Daher wünsche ich Ihnen erst mal ein schönes und geruhsames Fest mit nicht mehr Ärger als dem darüber, dass 2 der weihnachtlichen Tage auf ein Wochenende fallen.

Die nächste Ausgabe unseres Newsletters erscheint am Dienstag, den 27. Dezember. Den Werktätigen aus der Leserschaft bleibt als einziger Trost: Wenigstens der zweite Weihnachtsfeiertag des Jahres 2011 ist ein zusätzlicher arbeitsfreier Tag.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Endlich daheim

Donnerstag, 8. Dezember 2011

„Reisen veredelt den Geist“, fand der irische Schriftsteller Oscar Wilde, „und räumt mit allen unseren Vorurteilen auf.“

Diese Einschätzung ist schon über ein Jahrhundert alt. Wer heute in fremden Länder unterwegs ist – ob physisch oder nur im Kopf, indem er zur Reiseliteratur greift – tut dies manchmal auch, um eigene Vorurteile bestätigt zu sehen.

Letzteres kann großes Vergnügen bereiten, besonders durch die Brille von Bill Bryson (siehe auch unseren Newsletter vom 23. März 2006: Es war einmal ein Elch) gesehen.

Beispielsweise, wenn der US-Amerikaner über seine Vettern schreibt: „Bis zum heutigen Tage beeindruckt mich die Fähigkeit von Briten aller Altersgruppen und sozialer Herkunft immer wieder, bei der Aussicht auf ein heißes Getränk echt aufgeregt zu werden.“

Die Rede in Brysons Klassiker Reif für die Insel: England für Anfänger und Fortgeschrittene ist vom Tee. Der ist neben Bier das Lieblingsgesöff der Insulaner, wird aber niemals pur und leider nur selten allein serviert.

Doch selbst diesem an sich betrüblichen Umstand können Pragmatiker wie Bryson Positives abgewinnen: „Schamerfüllt nippte ich an meinem Tee und knabberte meinen Keks. Ich hatte noch nie Tee mit Milch getrunken oder ein so kümmerliches, steinhartes Stück Gebäck gegessen. Man hätte es einem Wellensittich zum Schnabelwetzen geben sollen.“

(Die Übersetzerin von Brysons bei Goldmann erschienenem Britenbuch heißt übrigens Sigrid Ruschmeier. Hut ab, eine solche Wendung im Deutschen muss man erst einmal hinbekommen!).

Wer weiß, vielleicht hätte der Käfigvogel das gute Stück lieber, statt daran zu knabbern, in seinem Badewasser versenkt. Zu knabbern wird auch Bill Bryson haben, und zwar am heutigen 8. Dezember. Der ist zugleich sein sechzigster Geburtstag. Somit kommt der Autor in ein für Reiseschriftsteller kritisches Alter, in dem man nicht mehr so gerne unterwegs ist. Jedenfalls lässt dies der Titel von Brysons jüngstem Buch vermuten. Im englischen Original lautet er schlicht: At home.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Die etwas andere Art, Südtirol zu bereisen

Freitag, 25. November 2011

Wie man sich Ländern, Städten und Regionen auch literarisch annähern kann, haben wir in unserem Newsletter vom 15. November 2011: Europa Erlesen gezeigt.

Das neueste Beispiel für eine solche Tour ist jetzt in der Edition Raetia erschienen: Südtirol. Ein literarischer Reiseführer (ISBN 978-88-7283-387-2). Geschrieben hat ihn Ferruccio Delle Cave, Germanist und profunder Kenner der deutschen Literatur. Die ergänzenden historischen Reiseberichte vereinen von Hans Christian Andersen über Goethe, Heine und Kafka bis Stefan Zweig an Schriftstellern alles, was in Mitteleuropa Rang und Namen hat.

Um nur mal die mit M beginnenden zu nennen, die Südtirol bereisten und darüber schrieben: Niccolò Machiavelli, Heinrich und Thomas Mann, Sándor Márai, Karl May, Michel de Montaigne, Alberto Moravia, Christian Morgenstern, Herta Müller und Robert Musil. Natürlich dürfen auch die Südtiroler selbst nicht fehlen. Der mittelalterliche Dichter Oswald von Wolkenstein kommt ebenso zu Wort wie der moderne Autor Franz Tumler.

Das Buch beinhaltet auch einige Überraschungen, jedenfalls für mich: Bislang kannte ich den in Brixen geborenen Lyriker Norbert Conrad Kaser kaum. Um seinem Stil gerecht zu werden, müsste man seinen Namen eigentlich n. c. kaser schreiben. Selten habe ich eine so direkte, kraftvolle, schonungslose Sprache gelesen – und beschlossen, mir so bald wie möglich eine Gesamtausgabe seiner Werke zu besorgen.
Leider wurde n. c. kaser nur 31 Jahre alt, bereits 1978 ist er in Bruneck gestorben. Dort hätten ihn die Stadtväter am liebsten vergessen. Es war das Verdienst des Innsbrucker Journalisten Hans Haider, dass n. c. kasers Werk nicht nur in Österreich, sondern auch in der alten Heimat wieder ausgegraben wurde.

Ferruccio Delle Caves Südtirol-Lektüre macht Lust, anschließend den Lesesessel zu verlassen und das Land zu erwandern oder zu erfahren. Die Litera-Tour beginnt am Brenner und endet am westlichen Ausfalltor, dem Reschenpass. Extra aufgeführt, mit Adressen, auch virtuellen, sind die Sehenswürdigkeiten der verschiedenen Orte, einschließlich Tourismuszentralen und Kulturbüros. Wer den im Buch versammelten Berühmtheiten möglichst authentisch nachreisen möchte, findet sogar die Anschriften der noch existenten historischen Herbergen, in denen die Hand-Werker die Füße hochlegten.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Europa Erlesen

Dienstag, 15. November 2011

Das Reisen ist eine Tätigkeit nicht nur für die Füße. Manche Reisen finden ausschließlich im Kopf statt. Um diesem Bedürfnis zu genügen, hat der kleine, in Klagenfurt ansässige Wieser Verlag Europa Erlesen herausgebracht.

„Die kleinen Bände möchten Wegweiser sein“ heißt es im Geleitwort des Verlegers Lojze Wieser, „die dem Leser … eine Art Wanderkarte mit ins Gepäck geben, mit der er sich auf Wanderung begibt. Er wird entdecken und Weltliteratur finden, große, bekannte und unbekannte Namen, wird sich mit ihnen zu einem Gläschen setzen, wird Gegenden aus einer Perspektive sehen, wie sie sich ihm bisher verschlossen haben, … wird Gräser riechen, Seen verschwinden und Blumen blühen sehen, Flüsse rauschen und Wellen an die Gondeln schlagen hören, und wird hoffentlich immer angehalten sein, ein wenig Rast zu machen, sich auszuruhen, nachzulesen hineinzutauchen in Bilder und literarische Formen, die ihn anregen, die eigenen Mauern zu überwinden und außerhalb der Festungen bei literarischen Spaziergängen Neues zu entdecken.“

Europa Erlesen ist mittlerweile auf über 60 Bände angewachsen, von Amsterdam bis Zürich. Auch Regionen wie Galizien, Dalmatien, die Provence, das Rheinland oder das Ruhrgebiet finden, literarisch aufbereitet, in der Reihe Platz.

Der letzte Band, den ich gelesen habe, behandelt Triest (siehe auch unseren Newsletter vom 30. Mai 2011: Triest mit allen Sinnen). Dem Schriftsteller Claudio Magris ist seine Heimat Grenzstadt, „die selbst Grenze zu sein scheint, Brücke oder Schranke. Sie bringt den Dialog in Gang oder unterdrückt ihn.“

Ähnlich muss es Lojze Wieser in Klagenfurt gehen. Als Kärntner Slowene ist er in der Mitte Europas geboren, und doch schlagen 2 Herzen in seiner Brust und befinden sich 2 Pässe in der Tasche darüber.

Im Fall Triests ersetzt das Buch nicht nur das Reisen. Es spornt gleichfalls dazu an, „Europa im Kleinen“, wie der 1997 verstorbene Theaterregisseur Giorgio Strehler seine Geburtsstadt beschreibt, zu besuchen. Der Autor dieser Zeilen hat dies schon mehrfach getan. Beim nächsten Besuch wird er, seine jüngste Lektüre im Kopf, Triest, den Karst und das Meer mit wieder ganz neuen Augen betrachten.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Humor im Smalltalk

Mittwoch, 9. November 2011

Ein Deutscher, ein Engländer und ein Franzose werden zum Tode verurteilt. Alle haben einen letzten Wunsch frei. Zuerst der Franzose: „Ich möchte noch einmal die Marseillaise hören.“ Dann der Deutsche: „Ich möchte eine Rede halten!“ Schließlich der Engländer: „Ich möchte erschossen werden, bevor der Deutsche mit seiner Rede beginnt.“

Das Schöne an dem Witz ist, dass Sie als Deutscher Ihren Landsmann nicht so gut wegkommen lassen. Ihre ausländischen Zuhörer werden so etwas nicht erwarten und angenehm undeutsch finden. Sie können den Witz auch etwas abwandeln, je nach Gastgeberland. Im Inland können Sie ihn erzählen, wenn Ihr Small Talk-Partner nicht deutscher Nationalität ist.

Hier noch ein zweiter selbstironischer Beitrag für den Small Talk: Ein Deutscher, ein Franzose und ein Engländer sollen guillotiniert werden. Zuerst ist der Franzose dran. Der Henker fragt ihn: „Möchtest du mit dem Gesicht nach oben oder nach unten sterben?“ Die Antwort: „Ein Franzose blickt dem Tod immer ins Auge“. Das Fallbeil saust herunter – und kommt 5 cm über seinem Adamsapfel plötzlich zum Stillstand. „Du musst unschuldig sein“, sagt der Henker und entlässt ihn in die Freiheit.

Dann ist der Engländer an der Reihe. Mit der für Briten charakteristischen Pragmatik wählt er ebenfalls die Gesicht-nach-oben-Position. Wieder stoppt das Fallbeil. Der Engländer ist frei. Zum Schluss kommt der Deutsche. Auch er ist nicht dumm und legt sich auf den Rücken. Doch bevor das Beil fallen kann, sagt er rasch: „Moment! Ich habe gerade den Fehler im Mechanismus entdeckt!“

„Während die Deutschen sich mit Auflösung philosophischer Probleme quälen“, wusste schon Goethe, „lachen uns die Engländer mit ihrem großen praktischen Verstand aus und gewinnen die Welt.“

Sorgen Sie im Smalltalk dafür, dass die Engländer mal aus einem anderen Grund über einen Deutschen lachen!

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Als Deutsche(r) im Ausland

Mittwoch, 2. November 2011

Wenn Sie im Ausland unterwegs sind, sollten Sie sich der Einschätzung bewusst sein, der Sie als Deutsche oder Deutscher unterliegen.

An positiven Eigenschaften werden den Deutschen im Ausland nachgesagt:

  1. Fleiß
  2. Genauigkeit
  3. Pünktlichkeit
  4. Ordnungsliebe
  5. Qualitätsarbeit
  6. Korruptionsresistenz
  7. Glaubwürdigkeit

Negative Eigenschaften, die mit Deutschen verbunden werden, sind:

  1. Perfektionismus
  2. Sturheit
  3. Arbeitsbesessenheit
  4. Humorlosigkeit
  5. Besserwisserei
  6. Griesgrämigkeit
  7. Unfreundlichkeit

Bemühen Sie sich, die positiven Erwartungshaltungen zu bestärken und bei den negativen gegenzusteuern. Im Small Talk wirkt eine scheinbar nebensächliche und oberflächliche Eigenschaft tiefer, als Sie denken: der Humor! In der von der Weltlachorganisation veröffentlichten Internationalen Humorstatistik liegen wir auf Rang 200 – hinter Afghanistan, aber noch vor China.

Diesen scheinbaren Nachteil können Sie rasch in einen Vorteil ummünzen. Da Ihr Gesprächspartner kein fröhliches Wesen in Ihnen vermutet, können Sie ihn positiv überraschen. Den Holzhammer sollten Sie freilich im Gepäck lassen.

Bleibt die Frage, wie Sie als Deutscher mit Ihrem Humor im Small Talk punkten können. Zumal Sie – nach Überzeugung unserer europäischen Nachbarn – vor dem Erzählen eines Witzes erst einmal die Gebrauchsanleitung studieren müssen. So können Sie, wenn ein Small Talk-Gegenüber aus dem notorisch weltkriegsnostalgischen Großbritannien Sie fragt, wie denn Ihre Anreise verlaufen sei, gut gelaunt erwidern: „Danke, ausgezeichnet. Ich habe direkt um die Ecke einen Parklatz für meinen Panzer gefunden!“

Vielleicht liegt unser Humorproblem auch darin, dass viele einheimische Witze mit „ein Deutscher, ein Amerikaner und ein Russe“ beginnen. Das suggeriert deutsche Großmachtphantasien; zudem hat bei solchen Duellen stets der Deutsche das bessere Ende für sich. Wenn Sie also Im Ausland einen Witz erzählen, darf es keinesfalls heißen: „Ein Deutscher, ein Amerikaner und ein Russe.“ Sondern: „Ein Deutscher, ein Engländer und ein Franzose.“ Mehr dazu in der nächsten Woche.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Der Small Talk-Tipp für Reisen nach Belgien

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Heute beschließen wir unsere kleine Reihe mit Tipps für den Small Talk in unseren deutschsprachigen Nachbarländern. In Belgien … Moment, werden Sie jetzt einwenden, dort heißen die Landessprachen Französisch und Flämisch. Und Deutsch, sehe ich mich hinzuzufügen gezwungen. Und damit wären wir gleich beim ersten Thema für den Small Talk.

Belgien ist ein dreisprachiges Land, in dem Wallonen, Flamen und Deutsche absolut gleichberechtigt sind. Auch wenn die deutsche Gemeinde zahlenmäßig sehr klein ist, profitiert sie von der vorbildlichen Nationalitätenpolitik Brüssels. Im Osten unseres Nachbarlandes leben zwischen Eupen und Sankt Vith rund 70 000 Menschen deutscher Zunge. Die deutschsprachige Minderheit hat ihren eigenen Radiosender, den Belgischen Rundfunk, und ihre eigene Tageszeitung, das 1927 gegründete Grenz-Echo.

Reden Sie im Small Talk über Essen, Europa, Sport. In Belgien werden nicht nur Pommes Frites gegessen, obwohl sie dort erfunden wurden. Die belgische Küche, ist freilich vorwiegend in der Wallonie beheimatet. Loben Sie ruhig die cuisine belge. Sie hält jedem Vergleich mit Frankreich stand. Nirgends ist die Dichte an Feinschmeckerlokalen höher als in Belgien, kein Volk gibt, gemessen am Einkommen, mehr Geld für Essen aus.

Dass in Brüssel die Wiege der EU steht, dürfen Sie ebenfalls gerne erwähnen. Was Europa betrifft, ist Belgien vorbildlich. Ganz anders die Politik daheim: Kein europäisches Land ist länger ohne Regierung als Belgien. Doch irgendwie funktioniert es trotzdem. Ganz wichtig für die Identität des Landes: der König!

Im Sport hat Belgien auch Großes geleistet: Die Fußballer waren 1986 sogar Vierter der Fußball-WM und 1980 Vizeeuropameister, nachdem sie das Endspiel in Rom 1:2 gegen die deutsche Elf verloren hatten. Im Damentennis hat Belgien zwei Stars hervorgebracht, die durchaus an Steffi Graf heranreichen: Justine Henin und Kim Clijsters. Wie schön, dass die eine Wallonin und die andere Flämin ist und beide sich sehr gut verstehen!

Wie bei vielen kleineren Nationen, die von ihren großen Nachbarn ein wenig von oben herab betrachtet werden, ist deren Selbstverständnis ein anderes: Die Belgier finden nicht, dass sie in einem kleinen Land leben. Einst war der Staat, mit den Kolonien Belgisch-Kongo und Burundi, fast hundert Mal so groß wie heute. Ein kleines Land liegt in den Augen stolzer Belgier direkt hinter der südlichen Grenze: Luxemburg!

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Der Small Talk-Tipp für Reisen in die Niederlande

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Heute setzen wir unsere kleine Reihe mit Tipps für den Small Talk in unseren deutschsprachigen Nachbarländern fort: Holland … upps, damit wären wir bereits beim zweiten Fauxpas.

Beginnen wir mit dem Landesnamen. In den Niederlanden leben überwiegend Holländer. Aber nicht nur: Die südlichste und die nördlichste Provinz – Limburg und Friesland – sind von anderen Volksgruppen dominiert, die eigene Sprachen sprechen: Limburgisch und Friesisch. Auch wenn viele Holländer über dieses Detail hinwegsehen: Sie als Gast sollten dies nicht tun! Sprechen Sie vom Staat als „den Niederlanden“ und bezeichnen die Bewohner als „Niederländer“. So treten Sie niemandem auf die Füße.

Der erste Fauxpas, Sie haben es sicher gemerkt, war das Adjektiv vor „Nachbarländern“. Viele Niederländer sprechen Deutsch. Niederländer akzeptieren es in der Regel auch, mit Ihnen auf Deutsch zu kommunizieren. Sie dürfen dies nur nicht als selbstverständlich hinnehmen. Auch wenn Deutschland achteinhalb mal so groß ist und sechseinhalb mal so viele Einwohner hat: Die Niederlande sind kein kleines Land! Nach der Einwohnerzahl ist es das siebtgrößte in der EU. Das seefahrende Volk verweist auf eine große Handelstradition und hatte als Kolonialmacht in Südostasien und Mittel- und Südamerika ein Weltreich aufgebaut. Noch heute sind nicht Wenige stolz darauf. Als Deutscher dürfen Sie Ihren westlichen Nachbarn niemals überheblich erscheinen!

Anknüpfungspunkte für einen Small Talk gibt es jede Menge. Das Land bietet Einiges an Überraschungen und Kuriositäten:

  • Es beginnt, siehe oben, mit dem Ländernamen. Fragen Sie doch Ihr Gegenüber, ob er Holländer oder Niederländer ist und was es mit diesen Bezeichnungen auf sich hat. So zeigen Sie gleich zu Beginn eine gute Portion Einfühlungsvermögen.

  • Ein Viertel des Landes liegt unter dem Meeresspiegel. Sind Sie mit dem Flugzeug angereist? Dann ist Ihre Maschine bei der Ankunft in Schiphol 4,5 Meter unter Seeniveau gelandet!
  • In den Niederlanden gibt es doppelt so viele Fahrräder wie Autos. Dieser Umstand wird bei jeder neu gebauten Straße berücksichtigt. Außerdem gibt es ein Radwegenetz von 15 000 Kilometern.
  • Die Niederlande sind fahrradfreundlich, aber nicht so flach, wie Sie vielleicht denken. Das Kernland Holland ist durchgehend „plattes Land“, die Provinz Limburg dagegen sehr hügelig: Die höchste Erhebung, der Vaaslerberg, misst immerhin 322 Meter.
  • Windmühlen sind kein Klischee, sondern immer noch Bestandteil des Alltags. Landesweit sind rund 1000 dieser umweltfreundlichen Energieerzeuger in Betrieb. Allerdings haben wir Deutsche mit unseren Windrädern kräftig aufgeholt.
Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Der Small Talk-Tipp für den Urlaub in Österreich

Mittwoch, 5. Oktober 2011

„Deutsch“, lästerte der Wiener Schriftsteller Friedrich Torberg, „ist die gemeinsame Sprache, die Deutsche und Österreicher trennt.“ Tatsächlich ist die Mentalität der beiden Völker sehr unterschiedlich. Doch lassen sich im Small Talk rasch einige Themen finden, über die Sie sich mit einem Gesprächspartner aus unserem Nachbarland verständigen können.

Geld ist als Small Talk-Thema nicht üblich. Doch wenn es um Gegenstände geht, die täglich durch viele Hände wandern, dürfen Sie eine Ausnahme machen. Beispiel: die Dame auf dem österreichischen 2-Euro-Stück. Das ist, nein, nicht Maria Theresia, sondern Bertha von Suttner. Die kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs gestorbene Pazifistin wurde 1905

Nicht jeder Österreicher stand bei seinen Landsleuten in hohem Ansehen. Der Komponist Gustav Mahler beispielsweise war zwar Hofoperndirektor in Wien. Glücklich wurde er in diesem Amt nicht. Wenige Tage vor seinem Tod beklagte er sich bei seinen Freunden: „Österreich ist schon ein seltsames Land. Muss man hier unbedingt erst gestorben sein, damit einen die Leute leben lassen?“

Ähnlich der Ökonom Joseph Schumpeter: Die von ihm geleitete Privatbank ging pleite. Auch als Politiker erlitt er Schiffbruch: Nach nur 7 Monaten im Amt musste Schumpeter als österreichischer Finanzminister zurücktreten. Erst seine Abhandlung Das Wesen und der Hauptinhalt der theoretischen Nationalökonomie verhalf ihm zu Weltruhm – nach seinem Ableben.

Von der ernsten Musik zur leichten Muse: Nicht nur die klassische Musik hat in unserem Nachbarland Genies hervorgebracht. Das erfolgreichste ursprünglich in deutscher Sprache getextete und komponierte Lied stammt von einem Österreicher: Johann Hölzel. Nie gehört? Sein berühmtester Hit war Rock me Amadeus. Wenn Sie jetzt einwenden, dieses Stück sei von Falco, haben Sie auch wieder Recht: So lautete Hölzels Künstlername.

Noch ein Satz zur Politik: Sollte Ihnen die Verehrung des toten Jörg Haider merkwürdig vorkommen – behalten Sie’s für sich! Auch wenn’s weh tut. Schweigen Sie und werden Sie sich der Tatsache bewusst, dass Österreicher sich von Deutschen häufig bevormundet fühlen. Hören Sie lieber länger zu – statt sich mit gewagten Einschätzungen allzu weit aus dem Fenster zu lehnen.

Abschließend empfehle ich eine amüsante Lektüre, die Ihnen das Land auf unaufdringliche Weise vermittelt: Heinrich Steinfest, Gebrauchsanweisung für Österreich. Piper Verlag, München 2008. Falls Sie doch noch einem Haider-Verehrer den politischen Zahn ziehen wollen, lesen Sie vorher am besten:Sam Apple, Schlepping durch die Alpen. Atrium Verlag, Zürich 2007.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Small Talk im Auslandsurlaub

Mittwoch, 28. September 2011

Die Sommerferien sind zwar schon einige Zeit vorbei. Doch nutzen viele Familien die 2 schulfreien Wochen im Oktober, um noch einmal wegzufahren. Nicht selten geht die Reise über Deutschlands Grenzen hinweg.

Elisabeth Bonneau, Kommunikationstrainerin und Buchautorin aus Freiburg, nennt 5 Richtlinien für den Small Talk im Auslandsurlaub:

  1. Bereiten Sie sich auf eine Begegnung vor. Lesen Sie, lernen Sie aus den Erfahrungen anderer. Werden Sie sich Ihrer Vorurteile bewusst und seien Sie bereit, diese zu hinterfragen.

  2. Denken Sie daran, dass auch Ihr Gesprächspartner gewisse Vorurteile gegenüber Ihrer Kultur hat. Überlegen Sie sich im Voraus, wie Sie diesen begegnen könnten.
  3. Zeigen Sie jedem Menschen Respekt. Imitieren Sie nicht die Sprechweise, Gesten und Rituale anderer Kulturen.
  4. Interpretieren Sie nicht die fremde Kultur nach den Maßstäben der eigenen. Schließen Sie nicht von einer Person auf das ganze Land.
  5. Suchen Sie nach Gemeinsamkeiten zwischen Ihrer und der fremden Kultur. Sollten Sie keine finden, seien Sie dennoch tolerant!

In den nächsten beiden Mittwochsausgaben folgen Small Talk-Tipps für unsere deutschsprachigen Nachbarländer. Das klassische Urlaubsland Liechtenstein ist leider nicht dabei; hier empfehle ich unseren Newsletter vom 15. August 2008: Ein weltlicher und kirchlicher Feiertag.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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