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Stellen Sie sich vor, Sie spazieren durch den Wald, und Ihnen begegnet eine fünfköpfige Familie. Alle sind braun gekleidet, recht schweigsam und fallen durch ihre ungewöhnliche Fortbewegungsart auf. Die findet auf allen Vieren statt, denn bei dem Quintett handelt es sich um Braunbären. Bis zum 17. Jahrhundert hat Meister Petz in der Eifel gelebt und wurde unlängst wieder dort angesiedelt.

Seine neue Heimat ist der Nationalpark Nordeifel nahe der belgischen Grenze. In dem über Jahrzehnte naturbelassenen Gebiet hielt früher die Armee des Nachbarlandes ihre Manöver ab. Nach Ansicht der Nationalparkverwaltung eignet es sich bestens für die Wiederansiedlung zwischenzeitlich ausgestorbenen Wildes. Die Braunbären stammen aus Rumänien, wo sie in einer Vorstadt von Cluj hausten, dem ehemals deutschsprachigen Klausenburg. Die putzigen Tiere ernährten sich von dem, was die Einheimischen wegwarfen, und richteten allenfalls an Mülltonnen Schäden an, berichtet Viorel Veterinescu, der selbst aus Rumänien stammt und seit einem Jahr Chef der Eifeler Nationalparkverwaltung ist. Befürchtungen, die ausgesetzten Bären könnte eine Gefahr für Parkbesucher darstellen, verweist Veterinescu ins Reich der Fabel: „In den letzten zehn Jahren gab es in Nordrumänien exakt einen Bärenzwischenfall mit Personenschaden: Ein Bauer wollte verhindern, dass ein Bär seinen Wertstoffbehälter nach Essbarem durchsuchte. Kurzerhand schob er ihn in die Tonne und verriegelte den Deckel. Unklug nur, dass er nach einer halben Stunde nachschaute, ob der Bär immer noch da war.“

Besuchern, die unvermittelt einem oder mehreren Mitgliedern der Bärenfamilie begegnen, rät Veterinescu, das im Rucksack mitgeführte Essen zu teilen: “Dabei sollte es unbedingt gerecht zugehen. Bären können sehr empfindlich sein!” Im übrigen lägen am Eingang zum Nationalpark Exemplare von Joshua Pivens und David Borgenichts Bestseller Das Survival-Buch: Überleben in Extremsituationen zur kostenlosen Mitnahme bereit. Als weitere Maßnahme erwägt Veterinescu, eine Ausgabe von Tony Buzans erfolgreichem Ratgeber Wie lese ich ein Buch in 10 Minuten hinzuzugeben. Dafür müsste allerdings ein kleiner Obolus von ein paar Euro entrichtet werden.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Klein, aber wehrhaft

18. Mai 2009

Malta liegt strategisch sehr günstig im Mittelmeer. Kein Wunder, dass die kleine Insel die Begehrlichkeiten des Osmanischen Reichs weckte. Heute vor 444 Jahren tauchte eine vom türkischen Sultan ausgestattete riesige Flotte vor der Hauptstadt Valletta auf, die damals noch St. Elmo hieß.

Malta gehörte dem Malteserorden. Dessen 750 Ritter dachten nicht daran, sich der Übermacht zu beugen. Unterstützt wurden sie von 8000 Einheimischen und 600 spanischen Söldnern, die man in aller Schnelle angeheuert hatte. 4 Monate dauerte die Belagerung, während der die Türken zwar den größten Teil der Insel unter ihre Kontrolle brachten, nicht aber die Festung. Die wurde vom Ordensgroßmeister Jean de la Vallette gehalten, nachdem die Hauptstadt später benannt wurde.
Als Anfang September 1565 die Nachricht von einem aus Sizilien anrückenden Entsatzheer eintraf, verließ die Türken der Mut, und sie zogen ihre Schiffe ab.

Das war höchste Zeit, denn die Zahl der Verteidiger war inzwischen auf weit unter 1000 gesunken. Viel größer aber war die Opferzahl unter den Angreifern: Von den 40.000 Türken wurden 24.000 getötet und 10.000 verwundet oder durch Seuchen geschwächt; 1000 gerieten in Gefangenschaft.

Malta wahrte seine Unabhängigkeit, bis die Insel im Jahr 1800 britische Kolonie wurde. Das blieb sie bis 1964.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Australien hat sich zu einem beliebten Urlaubsland entwickelt. Aber auch zu einem gefährlichen: Seit Beginn unseres noch nicht so fortgeschrittenen Jahrhunderts sind down under nicht weniger als 2.433 Touristen ums Leben gekommen. Diese Zahlen hat jetzt das Australische Amt für Statistik veröffentlicht.

Hauptursache ist die ungezähmte Natur, die vielfach unterschätzt wird. So sterben viele Australienbesucher bei Badeunfällen, durch Hitze, aber auch durch wilde Tiere. Im Meer lauern große Haie, Salzwasserkrokodile und giftige Quallen.

Zu Lande stellen ebenfalls Krokodile die größte Gefahr dar. Hinzu kommen Waldbewohner, denen bislang nicht gerade Blutrünstigkeit bescheinigt wurde. So zitiert das Nachrichtenmagazin Spiegel online einen gewissen Craig Adams, Mitarbeiter im Australischen Reptilienpark: „Die Menschen wissen nicht, dass ein Koala schlimm zubeißen oder einen mit seinen Krallen aufschlitzen kann.“ Und der Wombat, ein klobiges, haariges, dicknasiges Wesen auf vier kräftigen Pfoten, soll durchaus in der Lage sein, einen Menschen umzustoßen.

Falls Sie also demnächst nach Australien reisen, seien Sie bitte vorsichtig. Koalas wissen sehr gut, Ihre Hände einzusetzen. Warum sollten sie nicht auch mit einem Messer oder einem Revolver umgehen können? Wombats wiederum würden Sie nur allzu gerne mit einer ihrer gefürchteten Arschbomben zerquetschen!

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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