Archiv für Kategorie ‘Urlaub’:

Small Talk im Auslandsurlaub

Mittwoch, 28. September 2011

Die Sommerferien sind zwar schon einige Zeit vorbei. Doch nutzen viele Familien die 2 schulfreien Wochen im Oktober, um noch einmal wegzufahren. Nicht selten geht die Reise über Deutschlands Grenzen hinweg.

Elisabeth Bonneau, Kommunikationstrainerin und Buchautorin aus Freiburg, nennt 5 Richtlinien für den Small Talk im Auslandsurlaub:

  1. Bereiten Sie sich auf eine Begegnung vor. Lesen Sie, lernen Sie aus den Erfahrungen anderer. Werden Sie sich Ihrer Vorurteile bewusst und seien Sie bereit, diese zu hinterfragen.

  2. Denken Sie daran, dass auch Ihr Gesprächspartner gewisse Vorurteile gegenüber Ihrer Kultur hat. Überlegen Sie sich im Voraus, wie Sie diesen begegnen könnten.
  3. Zeigen Sie jedem Menschen Respekt. Imitieren Sie nicht die Sprechweise, Gesten und Rituale anderer Kulturen.
  4. Interpretieren Sie nicht die fremde Kultur nach den Maßstäben der eigenen. Schließen Sie nicht von einer Person auf das ganze Land.
  5. Suchen Sie nach Gemeinsamkeiten zwischen Ihrer und der fremden Kultur. Sollten Sie keine finden, seien Sie dennoch tolerant!

In den nächsten beiden Mittwochsausgaben folgen Small Talk-Tipps für unsere deutschsprachigen Nachbarländer. Das klassische Urlaubsland Liechtenstein ist leider nicht dabei; hier empfehle ich unseren Newsletter vom 15. August 2008: Ein weltlicher und kirchlicher Feiertag.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Letzte Worte zum Jahreswechsel

Mittwoch, 22. Dezember 2010

„Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen: Es muss anders werden, wenn es gut werden soll.“

Diese Worte stammen von Georg Christoph Lichtenberg, der Lesern dieses Newsletters ein Begriff ist (siehe unter anderem die Ausgaben vom 3. September 2010 und vom 13. März 2008). Der Göttinger Physiker, dessen geistreiche Sprüche in so manche Aphorismensammlung hineingefunden haben, hatte eigentlich keinen Grund, so pessimistisch ins neue Jahr zu blicken. Andererseits besitzt der Pessimist gegenüber dem Optimisten unbestreitbar den Vorteil, dass er nur schwer enttäuscht werden kann. Noch besser hat es der Fatalist, dem das, was nach Silvester kommt, gewöhnlich komplett an seinem Hinterteil vorbeigeht.

So auch dem Schriftsteller Erich Kästner, der dem neuen Jahr mit einer gehörigen Portion Gleichmut begegnete und diesem in einem Zweizeiler Ausdruck gab: „’Wird’s besser? Wird’s schlimmer?’ fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich.“

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Im Wald der Metropolen

Donnerstag, 2. Dezember 2010

„Dem Wandelnden“, widmete der österreichische Schriftsteller Ludwig Hartinger einem Kollegen zum Wiegenfest, „wächst Blatt um Blatt, Unruhe um Unruhe.“ Der Kollege, das ist Karl-Markus Gauß, treuen Lesern dieses Newsletters ein Begriff (siehe unsere Ausgaben vom 29. Juni 2009 „Assyrer, Zimbern und Karaimen“ und vom 12. Dezember 2007 „Wo Sie heute zwei alte Bekannte treffen können“).

Neulich wuchs ihm tatsächlich Blatt um Blatt, als sein Wiener Verlag Zsolnay ihn mit einem kompletten Buch ehrte. Klar, dass Haringers Gedicht darin Platz fand. Unruhe ist Gauß seitdem ebenfalls wieder erwachsen. Davon zeugt sein neuestes, natürlich wieder bei Zsolnay erschienenes Werk Im Wald der Metropolen (ISBN 978-3-552-05505-6). Gauß’ literarische Reportage führt den Leser auf eine Reise durch Mitteleuropa, jenen bunten Landkartenteppich, der vom alten Habsburgerreich übrig geblieben ist.

Bereits hinreichend eingeführte Kulturlandschaften wie Burgund, die Toskana oder das Elsass – in denen Gauß aber immer noch Unentdecktes auszumachen vermag – wechseln mit weniger bekannten Schauplätzen ab, etwa der westserbischen Krajina, der südslowenischen Kočevje oder Gottschee, wo über Jahrhunderte Deutsche siedelten, oder, die Einheimischen mögen die Ignoranz verzeihen, dem nördlichen Thüringer Wald. Sinnbildlich für die Spuren, auf denen zwischen den Metropolen gewandelt wird, sei diejenige des Stephan Stieröchsel aus dem mährischen Olomouc genannt: „Ein Deutscher aus Olmütz, der in Siebenbürgen predigte und überall zu Hause war, wohin ihn seine Kirche verschickte“, unter anderem „im mährischen Brünn, im schlesischen Liegnitz, im ungarischen Gran.“

Taurinus Olomucensis, so Stieröchsels lateinischer Name, starb bereits mit 34 Jahren. Zuletzt wirkte er im siebenbürgischen Hermannstadt, das heute rumänisch ist und Sibiu heißt. Seine Chronik, die Stauromachia, war länger als ein halbes Millennium verschollen, wurde wiedergefunden, erschien 1967 in einem deutschen Verlag in Rumänien und ging prompt wieder verloren. Gauß entdeckte sie auf einer seiner Wanderungen, in einem Antiquariat in Bukarest.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Wandern im Nationalpark Nordeifel

Donnerstag, 1. April 2010

Stellen Sie sich vor, Sie spazieren durch den Wald, und Ihnen begegnet eine fünfköpfige Familie. Alle sind braun gekleidet, recht schweigsam und fallen durch ihre ungewöhnliche Fortbewegungsart auf. Die findet auf allen Vieren statt, denn bei dem Quintett handelt es sich um Braunbären. Bis zum 17. Jahrhundert hat Meister Petz in der Eifel gelebt und wurde unlängst wieder dort angesiedelt.

Seine neue Heimat ist der Nationalpark Nordeifel nahe der belgischen Grenze. In dem über Jahrzehnte naturbelassenen Gebiet hielt früher die Armee des Nachbarlandes ihre Manöver ab. Nach Ansicht der Nationalparkverwaltung eignet es sich bestens für die Wiederansiedlung zwischenzeitlich ausgestorbenen Wildes. Die Braunbären stammen aus Rumänien, wo sie in einer Vorstadt von Cluj hausten, dem ehemals deutschsprachigen Klausenburg. Die putzigen Tiere ernährten sich von dem, was die Einheimischen wegwarfen, und richteten allenfalls an Mülltonnen Schäden an, berichtet Viorel Veterinescu, der selbst aus Rumänien stammt und seit einem Jahr Chef der Eifeler Nationalparkverwaltung ist. Befürchtungen, die ausgesetzten Bären könnte eine Gefahr für Parkbesucher darstellen, verweist Veterinescu ins Reich der Fabel: „In den letzten zehn Jahren gab es in Nordrumänien exakt einen Bärenzwischenfall mit Personenschaden: Ein Bauer wollte verhindern, dass ein Bär seinen Wertstoffbehälter nach Essbarem durchsuchte. Kurzerhand schob er ihn in die Tonne und verriegelte den Deckel. Unklug nur, dass er nach einer halben Stunde nachschaute, ob der Bär immer noch da war.“

Besuchern, die unvermittelt einem oder mehreren Mitgliedern der Bärenfamilie begegnen, rät Veterinescu, das im Rucksack mitgeführte Essen zu teilen: “Dabei sollte es unbedingt gerecht zugehen. Bären können sehr empfindlich sein!” Im übrigen lägen am Eingang zum Nationalpark Exemplare von Joshua Pivens und David Borgenichts Bestseller Das Survival-Buch: Überleben in Extremsituationen zur kostenlosen Mitnahme bereit. Als weitere Maßnahme erwägt Veterinescu, eine Ausgabe von Tony Buzans erfolgreichem Ratgeber Wie lese ich ein Buch in 10 Minuten hinzuzugeben. Dafür müsste allerdings ein kleiner Obolus von ein paar Euro entrichtet werden.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Klein, aber wehrhaft

Montag, 18. Mai 2009

Malta liegt strategisch sehr günstig im Mittelmeer. Kein Wunder, dass die kleine Insel die Begehrlichkeiten des Osmanischen Reichs weckte. Heute vor 444 Jahren tauchte eine vom türkischen Sultan ausgestattete riesige Flotte vor der Hauptstadt Valletta auf, die damals noch St. Elmo hieß.

Malta gehörte dem Malteserorden. Dessen 750 Ritter dachten nicht daran, sich der Übermacht zu beugen. Unterstützt wurden sie von 8000 Einheimischen und 600 spanischen Söldnern, die man in aller Schnelle angeheuert hatte. 4 Monate dauerte die Belagerung, während der die Türken zwar den größten Teil der Insel unter ihre Kontrolle brachten, nicht aber die Festung. Die wurde vom Ordensgroßmeister Jean de la Vallette gehalten, nachdem die Hauptstadt später benannt wurde.
Als Anfang September 1565 die Nachricht von einem aus Sizilien anrückenden Entsatzheer eintraf, verließ die Türken der Mut, und sie zogen ihre Schiffe ab.

Das war höchste Zeit, denn die Zahl der Verteidiger war inzwischen auf weit unter 1000 gesunken. Viel größer aber war die Opferzahl unter den Angreifern: Von den 40.000 Türken wurden 24.000 getötet und 10.000 verwundet oder durch Seuchen geschwächt; 1000 gerieten in Gefangenschaft.

Malta wahrte seine Unabhängigkeit, bis die Insel im Jahr 1800 britische Kolonie wurde. Das blieb sie bis 1964.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Australienurlauber aufgepasst!

Dienstag, 13. Februar 2007

Australien hat sich zu einem beliebten Urlaubsland entwickelt. Aber auch zu einem gefährlichen: Seit Beginn unseres noch nicht so fortgeschrittenen Jahrhunderts sind down under nicht weniger als 2.433 Touristen ums Leben gekommen. Diese Zahlen hat jetzt das Australische Amt für Statistik veröffentlicht.

Hauptursache ist die ungezähmte Natur, die vielfach unterschätzt wird. So sterben viele Australienbesucher bei Badeunfällen, durch Hitze, aber auch durch wilde Tiere. Im Meer lauern große Haie, Salzwasserkrokodile und giftige Quallen.

Zu Lande stellen ebenfalls Krokodile die größte Gefahr dar. Hinzu kommen Waldbewohner, denen bislang nicht gerade Blutrünstigkeit bescheinigt wurde. So zitiert das Nachrichtenmagazin Spiegel online einen gewissen Craig Adams, Mitarbeiter im Australischen Reptilienpark: „Die Menschen wissen nicht, dass ein Koala schlimm zubeißen oder einen mit seinen Krallen aufschlitzen kann.“ Und der Wombat, ein klobiges, haariges, dicknasiges Wesen auf vier kräftigen Pfoten, soll durchaus in der Lage sein, einen Menschen umzustoßen.

Falls Sie also demnächst nach Australien reisen, seien Sie bitte vorsichtig. Koalas wissen sehr gut, Ihre Hände einzusetzen. Warum sollten sie nicht auch mit einem Messer oder einem Revolver umgehen können? Wombats wiederum würden Sie nur allzu gerne mit einer ihrer gefürchteten Arschbomben zerquetschen!

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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