Die beste Anti-Stotter-Strategie

Der britische Premierminister Winston Churchill bekämpfte sein Stottern, indem er vor jeder Ansprache summte. So brachte er seine Stimmbänder zum reibungslosen Vibrieren. Churchills Labour-Kontrahent Aneurin Bevan versuchte seine Sprachbehinderung durch einen besonders reichen Wortschatz zu überspielen. Marilyn Monroes Anti-Stotter-Strategie wirkte sogar reichlich sexy: Sie hauchte besonders zart und verführerisch ins Mikrofon.

So erfolgreich diese Strategien gewesen sein mögen – so sinnlos sind sie. Sagt die Bundesvereinigung der Stotterer-Selbsthilfe (sie findet sich im Internet unter http://www.bvss.de) und empfiehlt – keine Therapie. Die Bekämpfung ihrer Sprachstörung ist für Stotterer mit so viel Aufwand und deren Verheimlichung mit einer persönlichen Erniedrigung verbunden, dass beides kontraproduktiv wirkt. Die beste Anti-Stotter-Strategie ist daher, zu diesem Handicap zu stehen. Ihre Umgebung kann den Betroffenen – etwa ein Prozent der Menschheit stottert – dabei helfen.

Daher lautet nicht nur am heutigen Welttag des Stotterns für Zuhörer die Devise: Vermeiden Sie Mitleid oder Verlegenheit mit Ihrem stotternden Gegenüber. Und warten Sie geduldig, bis er oder sie zu Ende gesprochen hat!

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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