Die Seitensprünge der Lobbyisten
Das Wort „Lobbyist“ haben Sie bestimmt schon häufig gehört; aber was steckt dahinter? Sehr schön ist die Definition der Online-Enzyklopädie Wikipedia: Ein Lobbyist versucht, die Interessen einer Minderheit gegen die Interessen der Mehrheit durchzusetzen. Das tun derzeit 2021 Verbände und Interessengruppen hierzulande. So viele sind auf der offiziellen Lobbyliste des deutschen Bundestags registriert.
Das seit 1972 geführte Register (komplett im Internet einzusehen unter http://www.bundestag.de/wissen/…) reicht von den Unternehmerverbänden bis zu den Gewerkschaften, von der Milchunion bis zum Verein der IHK-Verweigerer. Auch Amnesty International oder der ADAC gehören dazu.
Der Begriff Lobby stammt aus dem Englischen, geht aber auch auf das lateinische lobia („bedeckter Gang“) zurück. Im britischen Parlament wurde die Wandelhalle, die Lobby, zu Gesprächen zwischen Abgeordneten und Wählern beziehungsweise Interessenvertretern genutzt. In Deutschland verhält es sich nicht anders. Ein von den Medien immer wieder gerne zitiertes Lobbyisten-Sprachrohr ist das Institut der Deutschen Wirtschaft, das sich auch ungefragt zu fast allen Entwicklungen im Bereich von Ökonomie und Gesellschaft äußert.
Es wird gemeinsam vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) betrieben. Auch mit Veranstaltungen treten die Lobbyisten an die Öffentlichkeit: Heute öffnen die in Berlin zwischen Reichstag und Gendarmenmarkt ansässigen Landesvertretungen, Verbände, Stiftungen und Beratungsagenturen erstmals gemeinsam ihre Türen. Seitensprünge heißt die Veranstaltung, und Sie erfahren mehr darüber im Internet unter www.seitenspruenge-berlin.de.
Autor von Small-Talk-Themen.de



26. Juni 2008 at 11:00
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