Eine vorübergehende Erscheinung mit vielen PS
„Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“ Das soll Kaiser Wilhelm II. gesagt haben – und sein Urteil würde sich nahtlos einreihen in die Vielzahl von Fehleinschätzungen, die sich der Regent während seiner drei Jahrzehnte währenden Herrschaft leistete. Vielleicht wäre es besser gewesen, er hätte damals bereits eingesehen, dass auch die Monarchie eine vorübergehende Erscheinung ist. Allenfalls bei den Denkmälern sind die Pferde gegenüber den Autos noch im Vorteil. Doch das liegt wohl eher an den Reitern, die sie tragen.
Oder gibt es bereits einen vierrädrigen Untersatz, der einer Statue als Sockel dient? Meines Wissens hat Michael Schumacher seinerzeit dankend abgewinkt, als dessen Heimatstadt Kerpen dem Rennfahrer ein Denkmal setzen wollte. Gute Indikatoren betreffend den Stellenwert eines Produkts sind die Messen, auf denen es ausgestellt wird. So findet Europas größte Pferdeschau nur alle zwei Jahre statt, die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) dagegen öffnet jährlich ihre Pforten, wenn auch an jeweils verschiedenen Orten:
Letztes Jahr wurden in Frankfurt die Personenkraftwagen präsentiert, ab heute sind in Hannover die Nutzfahrzeuge an der Reihe. Die Veranstaltung dauert bis zum 2. Oktober. Ob auch Nutzpferde gezeigt werden, entzieht sich meiner Kenntnis.
Autor von Small-Talk-Themen.de



25. September 2008 at 10:46
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