Als Prinz alt werden
Es ist schon ein hartes Schicksal, immer nur Prinz zu sein. Aber es gibt noch härtere für britische Monarchen, doch dazu später. Seit dem 2. Juni 1953 regiert Elisabeth II. England und – in Personalunion – Großbritannien. Das macht die Königin aus dem Hause Windsor anscheinend sehr gut. Jedenfalls sind auch in ihrem mittlerweile 82. Lebensjahr keine Rufe zu vernehmen, sie solle zugunsten ihres Sohnes abdanken. Dabei ist ein Thronverzicht im Inselkönigreich durchaus möglich und wurde in der Vergangenheit auch schon praktiziert.
Doch das hilft dem potenziellen Nachfolger wenig: Kronprinz Charles ist inzwischen selber in die Jahre gekommen und wird heute 60. Gegen die baldige Inthronisierung eines Charles III. spricht die Langlebigkeit der Windsors: Die Mutter der aktuellen Königin starb im hohen Alter von 101. Hinzu kommt, dass mit dem Königsnamen Charles nicht die besten Erinnerungen verbunden werden: Der letzte Throninhaber, der so hieß, brachte während seiner Regentschaft das halbe Volk gegen sich auf; nur strenggläubige Konservative hielten zu ihm. Überraschend starb er 1685 nach kurzer Krankheit und konvertierte auf dem Sterbebett zum Katholizismus.
Noch unpopulärer war der erste König Karl: Nach seiner gewaltsamen Absetzung wurde England für ein gutes Jahrzehnt Republik. Charles I. endete am 30. Januar 1649 auf dem Schafott. Zumindest dieses Schicksal wird dem Prinzen Charles erspart bleiben.
Autor von Small-Talk-Themen.de



14. November 2008 at 11:46
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