Eric Clapton wird 65
Was macht eine Band, wenn sie in den Räumen einer Rundfunkanstalt zu lange auf einen Auftritt warten muss? Sie schreibt einen neuen Song. Das taten Jack Bruce, Ginger Baker und Eric Clapton, als es ihnen bei der BBC zu bunt wurde. Das Resultat konnte sich hören lassen: Politician ist bis heute eines der besten Blues-Stücke weißer Musiker. Aktuell ist es auch: Es geht um einen Volksvertreter, der für das Volk nicht zu sprechen ist, wenn es ihn braucht, und darüber hinaus sein Fähnchen schön in den Wind hängt: “I support the left, though I’m leaning to the right“ heißt es in einer Zeile.
Seine musikalisch beste Zeit hatte Eric Clapton - er wird heute 65 - mit der Band Cream und seinen Kollegen Baker und Bruce. Leider hielt das Experiment nur knappe zwei Jahre, doch verdanken wir ihm Klassiker wie White Room, Tales of Brave Ulysses und eben Politician. Clapton war auch mit anderen Bands erfolgreich: The Yardbirds, Bluesbreakers und Derek and the Dominoes. Aus letzterem Engagement stammt der Klassiker Layla. Das meiste Geld scheffelte Clapton als Solist. Zu diesem Zeitpunkt hatte er seinen künstlerischen Höhepunkt zwar bereits überschritten, doch muss man auch die harten Anfangsjahre seiner Karriere in Rechnung stellen, als er sich regelmäßig auf der Bühne verausgabte, dabei aber fast für lau spielte.
Es gab auch Schattenseiten in Claptons Leben: den Verlust des vierjährige Sohnes durch einen tragischen Fenstersturz, den er in seinem Lied Tears in Heaven verarbeitete, oder auch die langjährige Heroinsucht des Künstlers. Nicht verziehen haben viele Fans dem ursprünglich linken Clapton den Wahlkampfeinsatz für Maggie Thatcher in den 1980er Jahren: Wer sich einem Politician andient, ist selber ein Wendehals.
Autor von Small-Talk-Themen.de


