Erst verkannt, dann gefeiert

Schenken heißt, einem anderen das geben, was man selber behalten möchte. Selma Lagerlöf, von der dieser Spruch stammt, wurde in ihrem Leben nichts geschenkt. Ihre Eltern verloren während einer Wirtschaftskrise den Hof, auf dem sie vor genau 150 Jahren geboren und aufgewachsen war. Sie ging nach Stockholm, dann ins südschwedische Landskrona, wo sie als Lehrerin arbeitete. Nebenbei tat sie das, was sie ihrer Meinung nach am besten konnte: Schreiben.

Ihr erster Roman war gleich ein großer Wurf: Gösta Berling. Leider fand das in Schweden zunächst niemand. Das Buch wäre in den Regalen verschimmelt, hätte es nicht im Nachbarland gnädiger Aufnahme gefunden: Es bedurfte der Rezension eines dänischen Kritikers, um dem Werk auch in der Heimat auf die Erfolgsspur zu helfen.

Bis heute ist Gösta Berling eines der meistgelesenen Bücher in Schweden. Weitere Romane folgten, darunter die Wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen. An Anerkennung mangelte es nicht mehr, die größte kam 1909: Da wurde der Schriftstellerin der Nobelpreis für Literatur verliehen – als erster Frau überhaupt. Von dem Preisgeld konnte sich Selma Lagerlöf den elterlichen Bauernhof zurückkaufen. Dort lebte sie bis zu ihrem Tod 1940.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Ein Kommentar to “Erst verkannt, dann gefeiert”

  1. small-talk-themen.de schreibt dazu:

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