Nie aus Ostende herausgekommen

Flämische Maler, das sind nicht nur Bosch und Bruegel, van Eyck und Rubens. Sie alle lebten vor 1700. Der heute vor 150 Jahren geborene Vertreter dieser Kunst kam in Ostende zur Welt, wo er auch zeitlebens wirkte. Seine ersten Motive waren die Bürger der wenig geliebten Heimatstadt, die er für eng, muffig und spießig hielt - aber dennoch nicht verlassen wollte.

Er gab ihnen fratzenhafte Züge und setzte ihren wenig wohlgeformten Köpfen Zylinder auf. Dennoch waren die Gesichter gut zu identifizieren, was der Beliebtheit des Künstlers nicht förderlich war. Völlig verdarb es sich der Maler mit seinen Landsleuten, zumindest den gläubigen, als er den Einzug Christi in Brüssel auf Leinwand darstellte. Berüchtigt ist auch sein expressionistisches Werk Skelette im Kampf um den Leichnam eines Gehängten, das aus dem Jahr 1891 stammt.

Danach wurden nicht nur die Bilder ruhiger. Auch der Rummel um den Künstler ließ nach. In einer solchen Phase folgt meistens eine Ehrung. So auch bei unserem Maler: 1929 wurde ihm ein Adelstitel verliehen. James Ensor, Sohn eines englischen Vaters und einer flämischen Mutter, starb am 19. November 1949. Natürlich in Ostende.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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