Nicht jeder Truthahn wandert heute in den Ofen
„Ein Wort, das von Herzen kommt“, sagt ein chinesisches Sprichwort, „macht dich drei Winter warm.“ Leider macht es nicht satt. Daher bedürfen die Dinge, die unseren Hunger stillen, eines besonderen Dankes.
Ein solcher wird in Nordamerika an jedem vierten Donnerstag im November zelebriert. Heute ist es wieder so weit: Da wird an Thanksgiving ein Truthahn geschlachtet, mit einer leckeren Füllung versehen, in den Backofen geschoben und anschließend im Familienkreis genüsslich verspeist.
Das Fest geht auf das Jahr 1621 zurück: Im extrem harten Winter nach ihrer Ankunft wandten sich die ersten Pilger aus der Alten Welt an die Ureinwohner ihrer neuen Heimat um Hilfe. Die Indianer weihten sie in die Geheimnisse des Maisanbaus ein. Tatsächlich wurde den Siedlern im darauf folgenden Jahr eine reiche Ernte beschert. Das feierten sie, unter anderem mit gebratenem Truthahn. US-Präsident Lincoln erklärte 1683 das Erntedankfest zum nationalen Feiertag.
Bis heute hat sich in diesem Zusammenhang ein besonderer Brauch erhalten: Der schönste Truthahn wird alljährlich vom Präsidenten persönlich begnadigt und landet statt im Ofen in einem Streichelzoo für Kinder.
Autor von Small-Talk-Themen.de


