Sehr realitätsnahes Theater
Heute ist der Internationale Tag des Theaters. In unserer Ausgabe vor genau einem Jahr (siehe unseren Newsletter „Beiße nie die Hand, die dich füttert!“ vom 27. März 2007) widmeten wir uns aus diesem Anlass den Bühnenprofis. Heute stehen die Amateure im Mittelpunkt: genauer gesagt die Laienschauspieler, die allabendlich an einer merkwürdigen Inszenierung in Ingolstadt teilnehmen.
Hinter dem Theaterstück in der zweitgrößten Stadt Oberbayerns steckt das seit Januar bestehende Rauchverbot im Freistaat. Dieses kann – eine solche Ausnahme lässt das Gesetz ausdrücklich zu – bei künstlerischen Darbietungen umgangen werden. Daher spielen der Wirt Robert Manz und die Gäste seiner Kneipe Treff allabendlich die Zeit vor dem strengen bayerischen Rauchverbot nach.
Die eine Hälfte der Beisl-Besucher frönt dem sündigen Laster, die andere mimt tolerante Zeitgenossen, die sich vom blauen Dunst in keinster Weise belästigt fühlen. Harmonisch bis euphorisch geht’s zu im Treff: harmonisch, weil keiner meckert, und euphorisch, weil man der Regierung – die nur in Wahlkampfzeiten ihre Bürger als mündig lobt, sie sonst jedoch gerne gängelt – ein Schnippchen geschlagen zu haben glaubt.
Nun, die letzte Entscheidung über die Legalität dieses Theaterspiels ist noch nicht gefallen. Wird sie wohl auch nicht so schnell – Landtagswahlen sind erst Ende September.


