Als Norwegen einen Volkshelden verlor
Norwegen ist ein kleines Land mit nur viereinhalb Millionen Einwohnern, besitzt aber seit jeher eine der größten Flotten der Welt. Kein Wunder, dass auf den Schiffen auch Entdecker ausgeschwärmt sind, um die Regionen jenseits bislang bekannter Grenzen zu erforschen.
Es begann mit den Wikingern, die bereits im frühen Mittelalter Europas Küsten heimsuchten – allerdings weniger um interessante Entdeckungen als vielmehr reiche Beute zu machen. In friedlicherer Absicht segelte und dampfte Fridtjof Nansen 1895 mit seiner Fram so nahe an den Nordpol heran wie niemand zuvor. Den Rest wollte er zu Fuß bewältigen, doch ganz kam er nicht hin. Das gelang 1911 seinem Landsmann Roald Amundsen am anderen Ende der Welt:
In einem dramatischen Wettlauf mit dem Engländer Robert Scott erreichte er als erster Mensch den Südpol. Scotts Expedition scheiterte tragisch, Amundsen wurde in seiner Heimat zum Volkshelden. Seine weitere Karriere verlief weniger glücklich. Zwar gelang es ihm 1926 gemeinsam mit dem Italiener Umberto Nobile, in einem Luftschiff den Nordpol zu überfliegen; doch war ihnen der Amerikaner Richard Byrd um wenige Tage zuvorgekommen.
Als Nobile zwei Jahre später bei einer weiteren Fahrt zum Pol mit seinem Luftschiff Italia notlanden musste, war Amundsen einer der ersten, der seine Hilfe anbot. Gemeinsam mit zwei französischen Piloten startete er heute vor 80 Jahren zu einem Rettungsflug. Von dem ist er nie zurückgekehrt.
Autor von Small-Talk-Themen.de



18. Juni 2008 at 10:53
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