Ein Attentat, das wohl nie aufgeklärt wird
Sein Vater war Geistlicher und hatte ihm den Vornamen Michael gegeben. Später überlegte Michael senior es sich anders und nannte sich selbst wie auch seinen Sprössling Martin Luther King – in Anlehnung an den großen deutschen Reformator. Martin Luther King junior legte eine beispiellose Laufbahn hin: Theologiestudium mit Doktorabschluss, Vorsteher einer Baptistengemeinde in Alabamas Hauptstadt Montgomery, Anführer der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, Gewinner des Friedensnobelpreises.
Heute gilt er als einer der größten Bürger der Vereinigten Staaten überhaupt: Ihm zu Ehren wurde der Martin Luther King Memorial Day eingerichtet. Damit an diesem Tag niemand arbeiten muss, wird er jeweils am dritten Montag eines Jahres begangen, in Anlehnung an Kings Geburtstag am 15. Januar. Nicht mehr uneingeschränkt war der Rückhalt für den schwarzen Prediger in der Bevölkerung – fanatische Weiße hatten ohnehin noch nie für King geschwärmt – nachdem dieser sich gegen den Vietnamkrieg ausgesprochen hatte.
Ein abruptes Ende fand nicht nur die Karriere des Vorzeige-Amerikaners heute vor 40 Jahren: Als in Memphis der weiße Rassist James Earl Ray auf den Balkon zielte, auf dem King sich gerade dem Volk zeigte, war auch dessen Leben zu Ende.
Ob es beim Attentat auf Martin Luther King Hintermänner gab und welche das waren, wurde nie geklärt. Die Emanzipationsbewegung der Schwarzen erlitt einen schweren Schaden.Aufhalten konnte sie der feige Mord freilich nicht. Ray, der zu 99 Jahren Haft verurteilt worden war, erging sich nur in Andeutungen über eine durch das weiße US-Establishment finanzierte Verschwörung. Die Tat wird wohl nie ganz aufgedeckt werden, denn 1988 starb auch der Attentäter.
Autor von Small-Talk-Themen.de



3. April 2008 at 14:03
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