Ein Mann unter Einfluss
Schon als Kind hatte er Visionen. Die ihm erschienen Engel und Propheten verarbeitete er in Zeichnungen und Gedichten. Seine Eltern, tolerante und der Staatskirche gegenüber kritisch eingestellte Protestanten, unternahmen nichts gegen seine leicht erregbare Phantasie und ließen ihn gewähren. Er durfte zu einem Kupferstecher in die Lehre gehen und später an der Königlichen Kunstakademie studieren. Das junge Genie enttäuschte seine Förderer nicht:
Aus ihm wurde einer der größten Maler und Dichter, die sein Land je hervorgebracht hat. Bis heute, exakt 250 Jahre nach seiner Geburt, wird er in – so dichtete er einst – „Englands green and pleasant land“ tief verehrt. Das war zu Lebzeiten nicht immer so: Der Romantiker gehörte dem linken Lager an, war Anhänger der Französischen Revolution und wollte deren Ideen in Wort und Bild auch in seiner Heimat verbreiten.
Das konnte weder dem Königshaus noch der Kirche und auch nicht der konservativen Geschäftswelt der Londoner City gefallen. So wurde der radikale Künstler zum Ein-Mann-Unternehmen und fristete ein Dasein am Rande des Existenzminimums. Als er am 12. August 1827 starb, war er von der Welt vergessen. Die letzen Lebensjahre hatte er in völliger Abgeschiedenheit einsam aber glücklich verbracht, nur in Begleitung seiner Frau Catherine, die ihm 45 Jahre lang die Treue hielt.
Doch schon im 19. Jahrhundert wurde der überzeugte Gegner der Sklaverei und vehemente Vertreter der Gleichheit der Geschlechter wiederentdeckt. Zahlreiche Künstler in Literatur und klassischer Musik – später auch aus der Film- und Rock-Szene – gaben an, hauptsächlich von William Blake beeinflusst worden zu sein.
Autor von Small-Talk-Themen.de



9. Dezember 2008 at 12:04
[…] widmete zum 200. Geburtstag der bereits in unserem Newsletter erwähnte William Blake nicht nur ein berühmt gewordenes Gedicht. Blake illustrierte auch […]