Kein guter Tag, um Weisheit zu lernen

„Ein jedes Alter hat seine Triebfedern“, schrieb der französische Philosoph und Pädagoge Jean-Jacques Rousseau in seinem Erziehungsroman „Émile“: „Mit 10 Jahren wird der Mensch durch Kuchen geleitet, mit 20 durch die Geliebte, mit 30 durch die Vergnügungen, mit 40 durch den Ehrgeiz, mit 50 durch den Geiz. Wann folgt er nur der Weisheit?“

Heute vermutlich nicht mehr, denn der 14. Februar, der Valentinstag, ist der Tag der Zwanzigjährigen, der Tag der Verliebten. Morgen wohl auch nicht, denn dann beginnt mit der Weiberfastnacht in allen katholisch geprägten Teilen Deutschlands die heiße Zeit des Karnevals. Und was nach Aschermittwoch passiert, kratzt einen echten Jecken kaum.

Und mit der Weisheit hat es ohnehin keine übermäßige Eile, wie unser eingangs zitierter Philosoph versichert: „Die Jugend ist die Zeit, Weisheit zu lernen. Das Alter ist die Zeit, sie auszuüben.“ Diese Aussicht ist doch einigermaßen beruhigend. Nicht nur für Karnevalsjecken.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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