Nicht nur zur Faschingszeit
In der abgelaufenen Karnevals, Fastnachts- oder – je nach geographischem Standpunkt – Faschings-Saison war das Piratenkostüm die beliebteste Verkleidung. Weniger lustig geht es zurzeit auf den Meeren um Afrika zu: Dort treten Piraten ohne Ringelpulli und Augenklappe auf, gehen dafür aber ihrer ureigenen Beschäftigung nach: dem Kapern von Schiffen.
Das läuft weniger romantisch ab als Südseefilme à la Fluch der Karibik dies vermuten lassen. Nicht die Schiffsladung ist für die Freibeuter interessant, sondern allein die menschliche Fracht: Passagiere kann man entführen und für sie Lösegeld verlangen. Ein solches Schicksal widerfuhr vor einem Monat der Besatzung einer französischen Yacht, und am Wochenende musste die Crew eines spanischen Frachters erleben, dass Piraten keineswegs nur im Karneval auftreten. Dabei hat das Freibeutertum durchaus Tradition: Schon in der römischen Antike wurden Schiffe gekapert. Im Mittelalter setzten die Wikinger den Brauch fort. Allerdings plünderten die langbärtigen Nordmänner weniger einzelne Fahrzeuge als komplette Küstenstriche samt den dazugehörigen Landbewohnern aus.
Der bekannteste deutsche Pirat war Klaus Störtebeker, der in der Ostsee den Handelsschiffern der Hanse das Leben schwer machte. Dafür wurde er im Jahre 1401 in Hamburg geköpft. Das Wort Pirat stammt übrigens aus dem Griechischen: peirates bedeutet Angreifer. Eine ähnliche Bezeichnung haben wir aus dem Italienischen übernommen: corsaro steht für Seeräuber.
Autor von Small-Talk-Themen.de



22. April 2008 at 11:05
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