Nicht nur mitreden beim Thema Klima

Früher schauten die Menschen gebannt auf den Wetterbericht. Heute ist es eher der Klimabericht, der sie interessiert. Und der sieht genau zehn Jahre nach Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls nicht gut aus: Elf der letzten zwölf Jahre gehörten zu den wärmsten seit Beginn der Messungen 1850. Die Meeresspiegel steigen in diesem Jahrhundert mindestens um 18, vielleicht sogar um 59 Zentimeter; die Jahresdurchschnittstemperaturen um bis zu 6,4 Grad Celsius. Würden letztere nur um die Hälfte anwachsen, wäre immer noch ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Wetterextreme nehmen zu:

Es wird immer mehr Dürreperioden und Hitzewellen, aber auch Überflutungen und Orkane geben. Verantwortlich ist der Mensch und sein gestiegener Energiebedarf: Seit 1970 hat der Ausstoß von Treibhausgasen um 70 Prozent zugenommen. Er müsste aber – um die Erderwärmung zu begrenzen – im nächsten halben Jahrhundert um die Hälfte zurückgefahren werden.

Es wäre jetzt billig, für den gestiegenen Verbrauch allein industrielle Schwellenländer wie China und Indien – die zusammen ein Drittel der Weltbevölkerung stellen – verantwortlich zu machen. Auch die USA mit dem weltweit größten Pro-Kopf-Verbrauch von Energie sind nicht der Hauptschuldige. Nein, wir müssen schon bei uns selbst anfangen. Jeder Einzelne sollte sich fragen:

Was kann ich tun? Einsparmöglichkeiten gibt es reichlich: seltener fliegen, die Zimmertemperatur um zwei Grad herunterfahren, das Auto öfter stehen lassen, innerstädtisch das Fahrrad sowie außerorts die Bahn benutzen, oder bei jemandem mitfahren beziehungsweise jemanden mitnehmen, elektronische Geräte nicht auf „Stand-By“ schalten, den Energieversorger nach seinem Anteil von Ökostrom abzuklopfen und auswählen.

Reden allein hilft wenig: Das ist bekanntlich heiße Luft und macht die Erde nur noch wärmer.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Ein Kommentar to “Nicht nur mitreden beim Thema Klima”

  1. guert schreibt dazu:

    Vielem in dieser Stellungnahme kann ich zustimmen, nicht jedoch diesem:
    “Verantwortlich ist der Mensch und sein gestiegener Energiebedarf:”

    Vermutlich stimmt dies:
    “Seit 1970 hat der Ausstoß von Treibhausgasen um 70 Prozent zugenommen.” Aber wo ist die Relation zu der Menge, die ohne Einfluss der Menschen in die Atmosphäre geht? Der menschliche Einfluss auf die natürlichen Abläufe ist zweifellos vorhanden, aber wie groß ist dieser Anteil. Ich behaupte, nicht groß genug, um wirklich Merkbares zu bewirken! (siehe: Berner et al. “Klimafakten”) Das Gegenteil ist noch nicht schlüssig dargestellt worden.

    Es gab im Mittelalter ein wesentlich wärmeres Klima. Vor ca. 200 Jahren hatten wir regelmäßig wesentlich längere Kälteperioden im Winter. Schon dies zeigt, dass der menschliche Einfluss auf das Großsystem Erde sehr begrenzt ist.

    Die Tipps sind gut, wenn die “Klimasünder” sie befolgen - aber nicht wegen der Erderwärmung, sondern, weil sie unsere knappen Primärenergievorräte schonen würden. Allerdings fürchte ich, dass die Angesprochenen nicht darauf reagieren und die anderen längst reagiert haben. Wenn ich jedes Mal nach dem Lesen solcher Tipps meine Zimmertemperatur um 2°C senken würde, bräuchte ich sehr viel zusätzliche Energie, um die dann nötigen Gefrierschranktemperaturen zu erzeugen.

    P.S.: Schade, dass die Kommentare zu Ihren Small-Talk-Themen so spärlich auftauchen. Aber machen Sie weiter so. Viele interessante, lustige, lehrreiche und spannende Dinge habe ich dadurch schon kennengelernt.

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