Das einzige Fußballspiel zwischen der BRD und der DDR
Es gab ein einziges Fußballspiel zwischen den Nationalmannschaften der BRD und der DDR. Heute vor 35 Jahren fand es in Hamburg statt, als letzte Begegnung in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 1974. Die westdeutsche Elf, bereits fürs Viertelfinale qualifiziert, war haushoher Favorit, der Gegner für die Bundesligastars ein nahezu unbekannter.
„Warum wir heute gewinnen“, hatte die Bild-Zeitung am Morgen des Spieltags noch in gewohnter Überheblichkeit getitelt. Am wenigsten despektierlich äußerte sich Bundestrainer Helmut Schön über die DDR-Mannschaft: „Es wimmelt in ihr zwar nicht von Persönlichkeiten, aber sie ist ein gut besetztes, geschlossenes Team, mit Einsatzwillen und Elan.“ Er hätte es besser wissen sollen: Sechs Wochen zuvor hatte der FC Magdeburg im Finale des Europapokals der Pokalsieger den AC Mailand sensationell mit 2:0 geschlagen. In den Reihen des Siegerteams stand auch der Spieler, der nach jenem Abend in Hamburg sagen sollte: „Es war mein elftes Länderspieltor, und ich kann mich nicht erinnern, jemals ein schöneres, wertvolleres erzielt zu haben.“
Tatsächlich hatte Jürgen Sparwasser in der 77. Minute einen perfekten Konter abgeschlossen und so das Aufeinandertreffen entschieden. Mit dieser genialen Aktion hatte sich der DDR-Stürmer in der gesamten Fußballwelt einen Namen gemacht. Für die deutsche Elf bedeutete diese Niederlage aber keinen Nachteil: In der Folge rafften sich die Kicker zu besseren Leistungen auf. Sie gewannen ihre restlichen vier Spiele und wurden Weltmeister.
Für einen westdeutschen Star bedeutete die Niederlage gegen die DDR allerdings das WM-Ende: Der in der 70. Minute eingewechselte Günter Netzer durfte kein weiteres Spiel bestreiten.
Autor von Small-Talk-Themen.de


