small-talk-themen.de
Täglich ein aktuelles Thema
für Ihren Small Talk
Kaffeekasse
Smalltalk-TippsSmalltalk-Themagratis anmeldenSmalltalk-ShopBlogStartseite
Das Small Talk-Thema des Tages 

Jetzt kostenlos anmelden:  

Small Talk-Themen – alle bisher erschienenen Ausgaben

Hier finden Sie alle bisher erschienenen Ausgaben unseres Newsletters „Das Small Talk-Thema des Tages“ für 2008:

2009 -  2008 -  2007 -  2006 -  2005

23. Dezember 2008Ein harmonisches Weihnachtsfest
„Die besinnlichen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr haben schon manchen um die Besinnung gebracht.“ In seiner Einschätzung fand Joachim Ringelnatz, der große deutsche Dichter der Weimarer Republik, Unterstützung von zeitgemäßen Wissenschaftlern. Die wissen sogar, wie dem Problem weihnachtlichen Unfriedens zu begegnen ist: „Wenn Eheleute gemeinsam den Tannenbaum schmücken“, heißt es in der US-Fachzeitschrift Journal of Family and Psychology, „ist das ein Beweis für eine glückliche Ehe.“
22. Dezember 2008Herzlichen Glückwunsch, Helmut Schmidt!
Politiker genießen in unserer Gesellschaft nicht den besten Ruf. War es vor einigen Jahren noch die Politikverdrossenheit, die ihnen zu schaffen machte, ist mittlerweile eine Politikerverdrossenheit daraus geworden. Und das kurz vor einem Jahr, in dem in Deutschland 15 Urnengänge anstehen! Wo sind die Wurzeln der Volksvertreterabneigung zu suchen?
19. Dezember 2008Der Film, der Road Movies populär machte
Heute vor 40 Jahren kam ein Film in die Kinos, der ein ganzes Genre prägte. Easy Rider ist ein so genanntes Road Movie, das an ständig wechselnden Orten spielt und dessen Hauptdarsteller sich fahrend fortbewegen. Dazu verwendeten Peter Fonda und Dennis Hopper – der gleichzeitig Regie führte – Auslaufmodelle der im Verschwinden begriffenen Motorradmarke Harley Davidson.
18. Dezember 2008Ein Hit, der nicht Wahlkampfschlager werden durfte
Endlich wird ein Rockmusiker so alt, wie er schon seit Jahren aussieht: Keith Richards darf heute seinen 65. Geburtstag feiern. Als Rolling Stones-Gitarrist und – gemeinsam mit Sänger Mick Jagger – Liederschreiber und Produzent gehört er der vielleicht erfolgreichsten Rockband der Welt an. Zumindest als Komponist von Welthits wurde das Duo Richards/Jagger nur noch von den beiden Beatles John Lennon und Paul McCartney übertroffen.
17. Dezember 2008Besitzen Sie noch Ihr Starterkit?
Heute vor 7 Jahren wurden in allen EU-Staaten, die zum 1. Januar 2002 den Euro einführten, so genannte Starterkits ausgegeben. Das waren zugeschweißte Plastikbeutel mit mehreren Exemplaren der neuen Münzen – von 1 Cent bis 2 Euro.
16. Dezember 2008Vom Mundschenk zur Sommelière
Haben Sie von einer Person, die Sie nach deren Beruf fragten, schon einmal die Antwort erhalten: „Ich arbeite als Mundschenk“? Werden Sie auch nicht. Heute heißt die Fachkraft, die Sie über das Weinangebot eines Restaurants berät, Sommelier. So lautet die französische Übersetzung des mittelalterlichen Worts. Die weibliche Form der von der Industrie- und Handelskammer vergebenen Berufsbezeichnung ist übrigens Sommelière.
15. Dezember 2008Befragung ohne Schnüffelei
Wie viele Menschen leben in Deutschland? 82,44 Millionen, sagt die Statistik von 2005. In Wirklichkeit, schätzt die Bundesregierung, dürften es 1,3 Millionen weniger sein, denn die vorliegenden Zahlen sind hoffnungslos überaltert. Gewissheit, sagt Wolfgang Schäuble, bringt nur eine neue Volkszählung. Für den Innenminister ist der geplante Zensus eine lohnende Investition, liefert er doch zuverlässige Daten zur Planung neuer Programme in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.
12. Dezember 2008Jedem seine ganz eigene Lucia?
Morgen ist es wieder so weit: Dann wird in allen schwedischen Familien das Luciafest gefeiert. Und nicht nur in den Familien! Auch Betriebe, Büros, Schulklassen und Vereine wählen ihre ganz eigene Lucia. Das Mädchen – oder auch die Frau – im weißen Gewand, mit einem Lichterkranz im Haar und einer breiten roten Seidenschärpe um die Taille, serviert anschließend auf einem Tablett Kaffee, selbstgebackene Lussebulle und Pfefferkuchen.
11. Dezember 2008Die jungfräuliche Schweiz
„Der Versuch der Schweiz, ewig neutral zu bleiben“, lästerte der Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt, „erinnert an eine Jungfrau, die in einem Bordell zwar Geld verdienen, dabei jedoch keusch bleiben will.“ Immerhin gehören die Schweizer seit 1963 dem Europarat und seit 2002 den Vereinten Nationen an. Zu einer Mitgliedschaft in der Europäischen Union konnten sie sich bislang allerdings noch nicht aufraffen.
10. Dezember 2008Tag der Menschenrechte
Heute vor 60 Jahren verabschiedeten die Vereinten Nationen die Erklärung der Menschenrechte. In aller Welt nutzen Menschenrechtsorganisationen den 10. Dezember, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Amnesty International etwa veranstaltet heute eine Lichteraktion am Brandenburger Tor in Berlin.
9. Dezember 2008Englands Nationaldichter
Wie heißt Englands Nationaldichter? Die Antwort auf diese Frage lautete nicht immer „William Shakespeare“. Ein anderer, gleichwohl jüngerer, hatte ihn lange Zeit von dieser Position verdrängt. Es war der Dichter und Bühnenautor John Milton, dessen Geburtstag sich heute zum 400. Mal jährt.
8. Dezember 2008Armer Teufel, tasmanischer!
Das Echo auf den Tasmanischen Teufel ist geteilt. Die einen finden ihn putzig wegen seines schönen schwarzen Fells und seiner draufgängerischen Art. Andere fühlen sich von seinem nächtlichen Geheul und seinem Fressverhalten – vorzugsweise ernährt er sich von Aas, aus dem er gierig riesige Stücke reißt – abgestoßen.
5. Dezember 2008Ein Brauch findet seine Unschuld wieder
Als der schöne Schweizer Brauch des Klausjagens (siehe unseren Newsletter vom 5. Dezember 2007) erstmals schriftlich erwähnt – und damit historisch belegt – wurde, hatte er bereits seine Unschuld verloren. In Küssnacht beschwerten sich die Ratsherren in einem Protokoll über die Auswüchse des adventlichen Treibens. Die Umzüge des Samichlaus und dessen Schmutzlis (so heißen der Schweizer Nikolaus und seine Gehilfen) wurden immer lärmiger und erschreckten die braven Küssnachter Bürger zu Tode.
4. Dezember 2008Treulose Tochter, verbitterter Vater
Kennen Sie die Schutzheilige der Bergleute, Geologen, Glöckner, Glockengießer, Schmiede, Maurer, Steinmetze, Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker, Architekten, Artilleristen, Feuerwerker, Feuerwehrleute, Totengräber, Hutmacher, der Mädchen und der Gefangenen? Nein? Dann helfe ich Ihnen noch ein wenig auf die Sprünge: Die Gesuchte zählt zu den vierzehn Nothelfern der katholischen Kirche und schützt auch vor Blitz und Donner, Feuergefahr, Fieber, Pest und plötzlichem Tod. Eine Menge Holz, das auf der heiligen Barbara lastet.
3. Dezember 2008Vom Sorgenkind zum Menschen
„Am 3. Dezember“, berichten die gängigen Gedenktage-Verzeichnisse, „ist Internationaler Tag der Behinderten.“ Das Datum wurde, so heißt es weiter, von der World Health Organisation erstmals vor elf Jahren als Anlass genommen, um an die Probleme der Behinderten in unserer Gesellschaft zu erinnern.
2. Dezember 2008Faule Äpfel und tote Hühner
„Mit der Kreativität haben selbst große Geister ihre Probleme“, weiß T.C. Boyle. Der US-Schriftsteller verzückte seine Leserschaft mit historischen Romanen wie Wassermusik (deren Held, der schottische Entdeckungsreisende Mungo Park, wirklich gelebt hat), Abgesängen auf die Hippie-Bewegung (Grün ist die Hoffnung, Drop City) oder auch dem Sanatoriumsdrama Willkommen in Wellville, eine Art amerikanischer Adaption von Thomas Manns Der Zauberberg.
1. Dezember 2008Ein trauriges Jubiläum
Unsere Gesellschaft wird sich durch nichts mehr verändern als durch Aids: Diese Einschätzung der Mikrobiologin Helga Scherf ist richtig – und auch wieder nicht. 33 Millionen Menschen weltweit sind von HIV, also der Infizierung, und Aids, dem Ausbruch der tödlichen und bislang nicht heilbaren Krankheit, betroffen.
28. November 2008Warum die Schweiz keine Hauptstadt hat
Wie heißt die Hauptstadt der Schweiz? Wenn Sie jetzt mit „Bern“ antworten, ist das nicht ganz richtig. Die Verfassung der Schweiz kennt nämlich keine Bundeshauptstadt. Es gab zwar mal eine, doch die hatte Napoleon der Schweiz aufgezwungen, nachdem er das Land erobert hatte. So kam es, dass das Städtchen Aarau gerade mal für fünf Monate diese zentrale Rolle übernehmen durfte.
27. November 2008Nicht jeder Truthahn wandert heute in den Ofen
„Ein Wort, das von Herzen kommt“, sagt ein chinesisches Sprichwort, „macht dich drei Winter warm.“ Leider macht es nicht satt. Daher bedürfen die Dinge, die unseren Hunger stillen, eines besonderen Dankes.
26. November 2008Ddraig Goch Ddyry Cychwyn
„Ddraig Goch Ddyry Cychwyn“: Ganz treue Leser unseres Newsletters können diese Zeile übersetzen. Sie erschien zuerst in der Ausgabe vom 12. Dezember 200514. November widmeten).
25. November 2008Das Weihnachtspostamt in Engelskirchen
Was macht ein Ort, der in seinem Namen himmlische Bestandteile führt? Er richtet ein Weihnachtspostamt ein. Das ist zwar nicht Aufgabe der Gemeinde, sondern der Deutschen Post. Die aber hat ein Herz für Kinder und in Himmelstadt/Bayern, Himmelpfort/Brandenburg wie auch in Himmelpforten/Niedersachsen entsprechende Filialen eingerichtet.
24. November 2008Wie man Freunde gewinnt
Von Dale Carnegie stammt der Ausspruch: „Für jeden Menschen ist sein Name das schönste und wichtigste Wort in seinem Sprachschatz&ndquo;. Er stammt aus seinem erfolgreichsten Buch Wie man Freunde gewinnt und Menschen beeinflusst. Jetzt möchten sie vermutlich noch eine Kurzanleitung, wie Ihnen letzteres erfolgreich gelingt. Bitte schön: „Es gibt auf der ganzen Welt nur eine einzige Methode, um andere Menschen zu beeinflussen&ndquo;, sagt Carnegie: „mit ihnen über das zu sprechen, was sie haben möchten, und ihnen zu zeigen, wie sie es bekommen können&ndquo;.
21. November 2008Pro und contra Weihnachtsmärkte
„Auf dieser Seite finden Sie bemerkenswerte Weihnachtsmärkte, die durch Rekordversuche und amtliche Rekorde auf sich aufmerksam mache&lnquo;: So lautet die Selbstdarstellung des kommerziellen Internetportals www.weihnachtsmarkt-deutschland.de.
Der (bei Redaktionsschluss) 31. und jüngste Eintrag lautet:1000 Kinder verzehren 1000 Lebkuchen in 1000 Sekunden.
20. November 2008Erst verkannt, dann gefeiert
Schenken heißt, einem anderen das geben, was man selber behalten möchte. Selma Lagerlöf, von der dieser Spruch stammt, wurde in ihrem Leben nichts geschenkt. Ihre Eltern verloren während einer Wirtschaftskrise den Hof, auf dem sie vor genau 150 Jahren geboren und aufgewachsen war. Sie ging nach Stockholm, dann ins südschwedische Landskrona, wo sie als Lehrerin arbeitete. Nebenbei tat sie das, was sie ihrer Meinung nach am besten konnte: Schreiben.
19. November 2008Kein sauberes Wasser
Heute ist Welttoilettentag.
Vor sechs Jahren wurde er erstmals ausgerufen, von der Welttoilettenorganisation. Der Hintergrund ist ein sehr ernster: 42 Prozent der Menschheit – zwei von fünf Erdenbürgern! – haben keinen Zugang zu sauberen Sanitäreinrichtungen. So entstehen Krankheiten, so verbreiten sich Seuchen blitzschnell.
18. November 2008Es grüßt der Elch
Vor einer Woche bereits wurde das Frankfurter Caricatura-Museum an dieser Stelle kurz erwähnt. Das junge Projekt – es wurde erst Anfang Oktober ins Leben gerufen – verdient aber eine ausführlichere Würdigung.
17. November 2008Aufstieg zur Weltmacht
Heute geht es in unserem Newsletter gleich noch einmal um England. Anlass gibt die Namensvorgängerin der aktuellen Regentin: Vor 450 Jahren, am 17. November 1558, bestieg Elisabeth I. den Thron. Zu Beginn sah es nicht nach einer 45-jährigen königlichen Karriere aus. Daheim stritten sich Katholiken und Protestanten, Frankreich hatte gerade Calais von England zurückerobert, und im Staatssäckel herrschte Ebbe.
14. November 2008Als Prinz alt werden
Es ist schon ein hartes Schicksal, immer nur Prinz zu sein. Aber es gibt noch härtere für britische Monarchen, doch dazu später. Seit dem 2. Juni 1953 regiert Elisabeth II. England und – in Personalunion – Großbritannien. Das macht die Königin aus dem Hause Windsor anscheinend sehr gut. Jedenfalls sind auch in ihrem mittlerweile 82. Lebensjahr keine Rufe zu vernehmen, sie solle zugunsten ihres Sohnes abdanken.
13. November 2008Blaue Pferde, verwirrende Linien
„Die königliche Buch- und Kunsthandlung Littauer“, berichtete Oskar Maria Graf in seiner Autobiographie Gelächter von außen über seine Stadt München, „befand sich am Odeonsplatz, am Anfang der Ludwigstraße, und dort kaufte von der königlichen Familie abwärts der ganze bayrische Adel seine Jagd- und Genrebilder ...“.
12. November 2008Nashörner, Möpse und ein vierbeiniger Hitparadenstürmer
Geboren wurde er heute vor 85 Jahren als Bernhard Victor Christoph Carl von Bülow. Bekannter ist er unter seinem Spitznamen: Der entspricht der französischen Bezeichnung des Wappentiers seiner Familie. Seit 1950 zeichnete er Reinhold das Nashorn, diverse Möpse und andere Skurrilitäten aus dem Tierreich sowie bald auch seine unverwechselbaren Knollennasen für den Stern, später für eine weitere Illustrierte, die Quick. Ende der Sechziger Jahre kam eine Fernsehserie in der ARD hinzu: Für Cartoon erhielt der Künstler den Grimme-Preis und die Goldene Kamera.
11. November 2008Der Ameisenbär-Skilehrer
Herr Sondermann ist ein einfacher Angestellter irgendwo in einem Büro. Da er mit einer besonders reichen Phantasie ausgestattet ist und diese auch bewusst auslebt, kommt es zu skurrilen und witzigen, manchmal auch bizarren und aberwitzigen Szenen. Ein Beispiel gefällig?
10. November 2008Tag der Männlichkeit?
In einer dpa-Meldung von Freitag wird (mal wieder) ein Trend zu neuer Männlichkeit heraufbeschwört. Pünktlich zu dem neuen James Bond wird festgestellt: „Softies sind out, echte Kerle wieder in“. So ganz passt dazu nicht, dass immer mehr Väter Elterngeld beantragen. „Der Spagat zwischen den unterschiedlichen Anforderungen wird für die Männer immer schwieriger – ein Problem, das Frauen schon lange kennen.“ so der Artikel weiter.
7. November 2008Heute kein Fragezeichen
Zum ersten Mal in dieser Woche beginnt unser Newsletter nicht mit einer Frage, sondern mit einer Antwort. Sie wurde vor 90 Jahren in Bayern gegeben und hieß: Revolution! Im November 1918 gab es noch richtige Umwälzungen im weiß-blauen Voralpenland – nicht zu vergleichen mit einer Landtagswahl wie der jüngsten, bei der eine Partei ihre absolute Mehrheit verliert, was von der Journaille gleich als politischer Erdrutsch gefeiert wird.
6. November 2008Die Welt als Ganzes begreifen?
„Mich erstaunen Menschen, die das Universum begreifen wollen, wo es doch schon schwierig genug ist, sich in Chinatown zurechtzufinden“, meinte einmal der Spaßvogel Woody Allen – und erklärte damit ganz nebenbei die Systemtheorie.
5. November 2008Nur ein Penny für den Guy?
Heute feiern die Briten den Guy Fawkes Day: Am 5. November 1605 versuchte eine Gruppe religiöser Fanatiker um den Katholiken Guy Fawkes, das Parlament von Westminster in die Luft zu jagen (siehe dazu unseren Newsletter vom 7. November 2005).
4. November 2008Ein schwarzer Kennedy?
Heute wird in den Vereinigten Staaten ein neuer Präsident gewählt. Klarer Favorit auf das höchste US-Amt ist jemand, über den der Amerikakorrespondent des Nachrichtenmagazins Der Spiegel Anfang des Jahres schrieb: Er hat keine Chance.
3. November 2008Guter Rat vom Reformator
Heute vor 525 Jahren wurde Martin Luther geboren. Da Glaubensfragen als Small Talk-Thema nicht unbedingt geeignet ist, widmen wir uns daher lieber der säkularen Seite des großen Reformators. Denn Luther hatte nicht nur für die Anhänger seiner religiösen Überzeugung gute Ratschläge parat.
31. Oktober 2008Wie viel ist eine Million?
Nackte Zahlen sagen meist wenig aus. Wenn Sie sich beispielsweise eine Million Sandkörner vorstellen sollen, können Sie mit dieser Aufgabe wenig anfangen. Warum sollten Sie auch? Vermutlich ist es Ihnen eh' egal, ob sie in einen Eimer, einen Kochtopf oder eine Kaffeetasse passen, weil sie mit dem Zeug ohnehin nichts anfangen können. Wie aber verhält es sich – diese Frage drängt sich am heutigen Weltspartag auf – mit Geld, etwa in der Größenordnung von einer Million Euro?
30. Oktober 2008Wer morgen arbeitet und wer nicht
Morgen und übermorgen gibt es wieder allerhand zu feiern und zu gedenken. Was ersteres angeht, sind die Evangelischen eindeutig im Vorteil – wenn sie in den neuen Bundesländern wohnen: In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen geht am Reformationstag (siehe dazu unsereren Newsletter vom 31. November 2005) kein Arbeitnehmer ins Büro oder an die Werkbank.
29. Oktober 2008Ein sinnloser Befehl
Der erste Weltkrieg war für das Deutsche Reich so gut wie verloren: Nachdem die Oberste Heeresleitung offen zugegeben hatte, dass militärisch gar nichts mehr ging, ersuchte die Reichsregierung die Amerikaner um einen Waffenstillstand. Das geschah bereits am 4. Oktober 1918. Als am Ende des Monats immer noch gekämpft wurde und viele Soldaten völlig sinnlos ihr Leben auf den Schlachtfeldern ließen, kam Unruhe besonders in den unteren Diensträngen auf. Die verstärkte sich, als Matrosen der Hochseeflotte zu einem Einsatz gegen die Briten befohlen wurden.
28. Oktober 2008Ein Staat, der nicht lange existierte
Heute ist in unserem Nachbarland Nationalfeiertag: Die Tschechen gedenken der Gründung eines Staates, der längst nicht mehr existiert – obwohl er erst am 28. Oktober 1918 aus der Taufe gehoben wurde.
27. Oktober 2008Der Namenspatron des Teddybären
Heute ist der 150. Geburtstag von Theodore Roosevelt. Sein Porträt hat der Bildhauer Gutzon Borglum - gemeinsam mit den Konterfeis seiner Amtskollegen George Washington, Thomas Jefferson und Abraham Lincoln - in den Fels des Mount Rushmore im US-Bundesstaat Wyoming gemeißelt (siehe auch unseren Newsletter vom 31. Oktober 2006).
24. Oktober 2008Ein ehemals kostenloses Gut
Heute ist der Tag der Bibliotheken. Das Datum erinnert an den 24. Oktober 1828, als Karl Benjamin Preusker im sächsischen Großenhain eine Schulbibliothek für Lehrer und Schüler einrichtete. Die wurde vier Jahre später zur ersten deutschen Stadtbibliothek erweitert und durfte von allen Bürgern unentgeltlich benutzt werden. Ähnlich gut wie die Großenhainer hatten es bis vor einiger Zeit die Bonner:
23. Oktober 2008Schöne neue Inselwelt
Vor drei Tagen berichteten wir von einer neuen Buchreihe über unsere Nachbarländer. Wer nicht bis zum Frühling warten will, um etwas über die Briten zu erfahren, dem sei die Lektüre von Ralf Sotschecks Nichts gegen Engländer ans Herz gelegt.
22. Oktober 2008Die beste Anti-Stotter-Strategie
Der britische Premierminister Winston Churchill bekämpfte sein Stottern, indem er vor jeder Ansprache summte. So brachte er seine Stimmbänder zum reibungslosen Vibrieren. Churchills Labour-Kontrahent Aneurin Bevan versuchte seine Sprachbehinderung durch einen besonders reichen Wortschatz zu überspielen. Marilyn Monroes Anti-Stotter-Strategie wirkte sogar reichlich sexy:
21. Oktober 2008Stifter mit schlechtem Gewissen
Die Nobelpreise für dieses Jahr sind zwar bereits vergeben; verliehen werden sie jedoch erst am 10. Dezember. Das geschieht traditionell am Todestag des Stifters, des schwedischen Chemikers und Fabrikanten Alfred Nobel.
20. Oktober 2008Wie gut kennen Sie Ihre Nachbarn?
Wie gut kennen wir unsere Nachbarn? Diese Frage stellten sich Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt und Ex-Präsident Richard von Weizsäcker. Vermutlich ist die Antwort nicht allzu positiv ausgefallen; und es könnte sein, dass sich die Beiden auch an das ein oder andere Versäumnis aus ihrer Amtszeit erinnert haben.
17. Oktober 2008Keine Schande, aber dennoch kaum zu ertragen
„Bloß eine Klasse der Gesellschaft denkt mehr über das Geld nach als der Reiche“, fand der irische Spötter Oscar Wilde mit ungewöhnlichem Ernst, „und das ist der Arme. Der Arme kann sonst nichts denken. Und dies ist das Elend der Armen.“ Der heutige Tag ist ihnen gewidmet, denn die UNO hat den 17. Oktober weltweit zur Beseitigung der Armut ausgerufen.
16. Oktober 2008Jenseits zweier Buchdeckel
Auf der Buchmesse, das ließ unsere vorgestrige Ausgabe bereits durchblicken, geht es längst nicht mehr nur um Bücher. Doch existiert aller Schwarzmalerei der Puristen zum Trotz immer noch eine Welt jenseits der digitalen.
15. Oktober 2008Kritik an unserer Überflussgesellschaft
Es gibt zwei Arten von Wirtschaftsgurus, sagt ein Experte, der heute 100 Jahre alt geworden wäre: diejenigen, die nichts wissen, und die, die noch nicht einmal wissen, dass sie nichts wissen. Sich selbst schloss John Kenneth Galbraith von dieser Klassifizierung selbstverständlich aus.
14. Oktober 2008Von der improvisierten Bücherschau zum Medienereignis
Morgen öffnet die Messe in Frankfurt ihre Pforten. Es ist das 60. Jubiläum des größten Medienereignisses um die Welt zwischen zwei Buchdeckeln. Noch immer waren in der Mainmetropole nicht sämtliche Trümmer beseitigt, die ihr der Zweite Weltkrieg hinterlassen hatte, als sich im Herbst 1949 die Deutschen ihres alten Ehrentitels als Volk des Buches entsannen.
13. Oktober 2008Wenn einer die Arbeit von vieren macht
Heute vor 60 Jahren stellte der Bergmann Adolf Hennecke einen etwas merkwürdigen Rekord auf: Er (über)erfüllte die durchschnittliche Tagesnorm um 387 Prozent. Nun war diese Aktion gut vorbereitet: Hennecke durfte an jenem 13. Oktober 1948 an einer Stelle abbauen, an der sich die Kohle besonders leicht schürfen ließ. Auch hatte er vorher mehr als ausreichend gefrühstückt, sodass während der Schicht keine weitere Nahrungsaufnahme notwendig war.
10. Oktober 2008Was Ihr Chef nicht wissen muss ...
Heute möchte ich ein wenig Werbung in eigener Sache betreiben. Ich habe nämlich ein Buch geschrieben. Es heißt „Was Ihr Chef nicht wissen muss ...“; und wäre auf dem quietschgrünen Cover noch ein wenig mehr Platz gewesen, hätten noch die beiden Wörtchen „... aber Sie!“ hinzugefügt werden können – denn je mehr Arbeit einer Führungskraft von seiner rechten Hand abgenommen wird, desto besser kann sie sich auf ihre Kernaufgaben konzentrieren. Oder, wie es der Chirurg Ferdinand Sauerbruch ausgedrückt hat: „Eine gute Sekretärin ist der beste Schutz gegen die Managerkrankheit.“
9. Oktober 2008Keine Tränen bei der Beerdigung
„Ich will, dass man lacht, ich will, dass man tanzt, ich will, dass alle sich wie verrückt amüsieren, ich will, dass man lacht, ich will, dass man tanzt, wenn es so weit ist und man mich ins dunkle Loch legt.“ So unsentimental besang Jacques Brel sein eigenes Sterben in dem Chanson Le moribond (Der Todgeweihte). US-Sonnyboy Terry Jacks machte daraus eine total verkitschte Version – und landete mit Seasons in the Sun 1974 einen Welthit.
8. Oktober 2008Das Schweigen eines Dummkopfes
„Es gibt nicht Schöneres“, sagte der Wiener Kabarettist und Schauspieler Helmut Qualtinger, „als dem Schweigen eines Dummkopfes zu lauschen.“ Als Künstler durfte sich Qualtinger, der heute übrigens 80 Jahre alt geworden wäre, eine solche Meinung erlauben – beim Small Talk hätte er wohl keine Chance gehabt.
7. Oktober 2008Keine lahme Ente
Das Volksauto der frühen Bundesrepublik war der VW Käfer, das der DDR der Trabant. Auch die Franzosen entwickelten ein preiswertes, unverwüstliches Modell nicht nur für Jedermann: Linke Studenten und emanzipierte Frauen fuhren gerne das Fabrikat der Firma Citroën und verpassten dem entenähnlichen Gefährt das Image eines Nonkonformisten-Autos.
6. Oktober 2008Moderne Windmühlen
Sie war die größte ihrer Art weltweit, doch nur vier Jahre lang in Betrieb – und selbst in dieser kurzen Zeitspanne stand sie die meiste Zeit still. Die Rede ist von der Großen Windanlage, kurz Growian genannt. Sie wurde heute vor 25 Jahren in Betrieb genommen. Der Riesenpropeller mit seinen damals nur zwei Rotorblättern, jeweils mit 100 Metern Durchmesser, ragte aus der flachen Dithmarscher Landschaft in Deutschlands Hohem Norden heraus.
2. Oktober 2008Die Erfindung des Fernsehers
„Früher“, sagte der österreichische Entertainer Rainhard Fendrich, „wollten die Leute in den Himmel, heute wollen sie ins Fernsehen.“ Irrtum, Rainhard! Früher wollten die Leute in den Himmel fernsehen. Zumindest diejenigen, denen der Brillenmacher Hans Lipperhey vor genau 400 Jahren seine neueste Erfindung vorstellte: ein Instrument zum Sehen in die Ferne.
1. Oktober 2008Dem Alter gehört die Zukunft
„Da die Menschen weltweit immer länger leben, muss die gesamte Menschheit daran interessiert sein, den Prozess des Alterns so produktiv, aktiv und gesund wie möglich zu gestalten“. Das sagte der frühere Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan.
30. September 2008Der Patron der Übersetzer
Heute ist der Namenstag des Hieronymus. Vom Papst erhielt der ebenso fromme wie sprachbegabte Gelehrte anno 382 den Auftrag, die Bibel neu zu übersetzen. Das machte er so gut, dass er zum Schutzpatron der Dolmetscher avancierte. Daher ist der 30. September auch der Internationale Tag des Übersetzens, und damit sind nicht die Fährleute dieser Welt gemeint.
29. September 2008Kein Schiff verloren, aber den Admiral
Als es noch keine Flugzeuge gab, konnte Großbritannien nur auf dem Seeweg angegriffen werden. Dazu musste man aber erst die britische Flotte besiegen. Auf dem besten Weg dazu waren Napoleon Bonaparte und sein Admiral Pierre Charles de Villeneuve.
26. September 2008Vielfalt der Sprachen
Jedes Jahr am 26. September wird der Europäische Tag der Sprachen begangen. Er geht auf eine Initiative des Europarates zurück. Ziel des Aktionstages ist es, zur Wertschätzung von Kulturen und deren Sprachen beizutragen und den Menschen die Vorteile von Sprachkenntnissen bewusst zu machen. Es gibt 200 europäische Sprachen, die auf der ganzen Welt existieren, so eine Schätzung, zwischen 2500 und 10000 Sprachen.
25. September 2008Eine vorübergehende Erscheinung mit vielen PS
„Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“ Das soll Kaiser Wilhelm II. gesagt haben – und sein Urteil würde sich nahtlos einreihen in die Vielzahl von Fehleinschätzungen, die sich der Regent während seiner drei Jahrzehnte währenden Herrschaft leistete. Vielleicht wäre es besser gewesen, er hätte damals bereits eingesehen, dass auch die Monarchie eine vorübergehende Erscheinung ist. Allenfalls bei den Denkmälern sind die Pferde gegenüber den Autos noch im Vorteil. Doch das liegt wohl eher an den Reitern, die sie tragen.
24. September 2008Der Streit um das Kopftuch
Erinnern Sie sich noch an Fereshta Ludin? Sie stand im Zentrum des Kopftuchstreits, in dem das Bundesverfassungsgericht heute vor fünf Jahren ein Urteil fällte. Die Vorgeschichte: Fereshta Ludin, einer deutschen Lehrerin afghanischer Herkunft, wurde vom Land Baden-Württemberg die Einstellung in den Schuldienst verweigert, da sie beim Unterricht aus religiösen Gründen nicht auf das Tragen eines Kopftuchs verzichten wollte.
23. September 2008Die guten und die schlechten Seiten des Herbstes
„Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.“ So beschrieb der Dichter Rainer Maria Rilke die Jahreszeit, die heute beginnt.
22. September 2008Mit dem Rad zur Arbeit?
Müssen Kinder in der Garage bleiben, damit Autos draußen spielen können? Am 22. September soll es umgekehrt sein: Der autofreie Tag ist ein Aktionstag, der von Umweltverbänden, aber auch von Kirchen unterstützt und jedes Jahr begangen wird. „Das Automobil“, erkannte schon in den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts der frühere BMW-Chef Eberhard von Kuenheim, „ist so erfolgreich, dass es nur einen wirklichen Feind hat: sich selbst. Seine massenhafte Verbreitung ist eine Herausforderung an die Zukunft des Straßenverkehrs.“
19. September 2008Keine Feier bei McDonald's
Wolfram Siebeck schreibt gelegentlich Kochbücher und regelmäßig Kolumnen für die Wochenzeitung Die Zeit. Beides hat laut eigener Aussage nur ein Ziel: Die Leser sollen begreifen, dass Essen und Trinken von höchster Qualität sein müssen. Ursprünglich Gastronomiekritiker, wird Siebeck inzwischen als Küchen- und Gourmetpapst tituliert, als „Deutschlands feinste Zunge“ geschätzt und als „Vorkoster der Nation“ gefeiert.
18. September 2008Das legendäre schwarze Notizbuch
Pablo Picasso kritzelte gern darin herum. Ernest Hemingway gefiel die handliche Form ohne jeden Schnickschnack: Heute geht es um Moleskine-Notizbücher
17. September 2008Schulden machen leicht gemacht
Am 17. September 1978 führten die Sparkassen den Dispokredit ein. Drei Jahrzehnte später zählt der Verein Creditreform bundesweit 7,3 Millionen überschuldete Einwohner:
16. September 2008Investor gegen Industriekapitän
Das Rad war die größte Erfindung des Menschen – bis er sich dahinter setzte. Einen Teil der Erfolgsgeschichte des Automobils schrieb der US-Konzern General Motors, der heute vor 100 Jahren in Detroit gegründet wurde. Doch nicht durch gute Autos, eher durch spektakuläre Geschäfte machte der Emporkömmling von sich reden: So dauerte es nicht lange, bis das Kapital des Unternehmens – vor allem durch Aktiengeschäfte – so stark angewachsen war, dass selbst die größten Konkurrenten geschluckt werden konnten: Buick, Pontiac, Oldsmobile, später auch Cadillac und Chevrolet.
15. September 2008Vater und Sohn in einer Mannschaft
Von Island war in diesem Newsletter bislang nicht die Rede, von zwei Erwähnungen als Mitglied der Schengen-Zone (Ausgabe vom 20. Dezember 2007) und als korruptionsresistentestes Land der Erde (Ausgabe vom 21. Oktober 2005) einmal abgesehen. Bei der Sportbegeisterung des 300 000-Einwohner-Völkchens wundert es nicht, dass es die Insel jetzt ausgerechnet über den Umweg eines Balltreters geschafft hat. Eigentlich hätte es ein Handballer sein müssen, denn das ist die mit Abstand erfolgreichste Sportart des kleinen Nordatlantikstaates.
12. September 2008Der Beinahe-Untergang des christlichen Abendlandes
484 Meter ist er hoch, gehört zum Wienerwald und ist ein beliebtes Ausflugsziel der österreichischen Hauptstädter. Doch er ist auch eine Art Wahrzeichen des christlichen Abendlandes. Das wurde heute vor 325 Jahren in der Schlacht am Kahlenberg vor dem Untergang bewahrt. Nie wieder sollte ein türkisches Heer versuchen, Wien zu erobern. Dabei hätte die Belagerung durch den Großwesir Kara Mustafa fast zum Erfolg geführt.
11. September 2008Eine seltsame Methode, Elche zu jagen
Etwas größer als eine Ziege, aber ähnlich im Aussehen, mit stumpfen Hörnern und steifen Beinen – und wenn er müde ist, lehnt er sich zum Schlafen an einen Baum: Wen hat der römische Imperator und Feldherr Gaius Julius Caesar da wohl beschrieben? Ich gebe Ihnen noch einen Hinweis: „Wenn sich die Tiere nach ihrer Gewohnheit daran lehnen, bringen sie mit ihrem Gewicht die ihres Haltes beraubten Bäume zu Fall und stürzen zusammen mit ihnen um.“
10. September 2008Small Talk mit Karl Lagerfeld
„Wer auf meiner Party über Kinder oder das Wetter redet“, droht Karl Lagerfeld, „wird nicht mehr eingeladen.“ Dabei hat der aus Düsseldorf stammende und in Paris reüssierende Modeschöpfer nichts gegen Small Talk. Im Gegenteil: Er weiß genau, dass sich damit auch in seinem Geschäftsbereich alle möglichen Türen öffnen lassen – und beherrscht ihn meisterhaft.
9. September 2008Premiere im Weißen Haus
1893 war ein turbulentes Jahr für die Vereinigten Staaten und ihren frisch ins Amt eingeführten Präsidenten Grover Cleveland. Durch den Zusammenbruch des britischen Bankhauses Baring Brothers – es ist dasselbe Bankhaus, das der Finanzjongleur Nick Leeson unter dem leicht veränderten Namen Barings Bank ein Jahrhundert später erneut ruinieren sollte – kommt es zu einer verhängnisvollen Kettenreaktion:
8. September 2008Was ist Bildung?
Die meisten empfangen sie, viele geben sie weiter, doch die wenigsten haben sie: Was ist das? Der österreichische Publizist Karl Kraus meinte, dabei handele es sich um einen klassischen Fall von Bildung. Sein Wiener Schriftstellerkollege Alfred Polgar pflichtete ihm bei und gestand, dass seine Bildung zum größten Teil aus Lücken bestand. Etwas positiver sah der Schauspieler Peter Ustinov die Sache:
5. September 2008Zehn Jahre Google
„QWERTYUIOP. Oder so ähnlich“: So lautete nach Angaben Ihres Erfinders die erste E-Mail. 1971 wurde sie verschickt, und Ihr Absender, der US-Computerwissenschaftler Ray Tomlinson, erfand ganz nebenbei auch das @-Zeichen. Doch sollten zwei weitere Jahrzehnte ins Land ziehen, ehe das Internet salonfähig wurde. Erst 1991 stellte der britische Physiker Tim Berners-Lee seine Kreation, das World-Wide Web (WWW), am Genfer Kernforschungszentrum CERN vor.
4. September 2008Warum sollte man Fliegen töten?
Anlässlich des Newsletters von vorgestern – es ging um die Weltmeisterschaft im Fliegentöten in Finnisch-Lappland – erhielt ich Leserpost aus Stuttgart. Darin wurde die Frage aufgeworfen, was uns denn eine Fliege zuleide tue und ob das Fliegentöten – außer vielleicht in malaria- oder mückengeplagten Gebieten – überhaupt gerechtfertigt sei.
3. September 2008Schimmel im Labor
Manchmal ist es der Zufall, der einem Forscher zu einer bahnbrechenden Entdeckung verhilft. So widerfuhr es dem Mediziner Alexander Fleming: Im Londoner St. Mary's Hospital hatte der Schotte bei einer Forschungsarbeit eine Schale mit infektionsverursachenden Staphylokokken schlicht irgendwo vergessen. Als er sie nach Wochen wiederfand, war die Kultur von Schimmel befallen. Bevor Fleming die Schale in den Müll kippte, warf er einen zweiten Blick auf sie – und sah Erstaunliches:
2. September 2008Gutes Auge, schnelle Reaktion und ein Uralt-Weltrekord
„Naht die Bedrohung von vorne, heben die Fliegen mit einem Sprung nach hinten ab, droht dagegen Gefahr von hinten, springen sie nach vorne weg. Seitlichen Angriffen entgehen sie mit dem Start nach der jeweils anderen Seite.“ Die alles geschieht binnen 200 Millisekunden, schreibt Matthias Hopfmüller in seinem Artikel „Blitz-Merker“ im Wissenschaftsteil der Süddeutschen Zeitung – und beantwortet die im Untertitel des Beitrags aufgeworfene Frage: „Warum es so schwer ist, Fliegen mit der Hand zu erschlagen“.
1. September 2008Und wieder heißt es Schottland gegen England
Der größte Feind des Eichhörnchens ist – das Eichhörnchen. Zumindest was die Population auf der britischen Insel betrifft: Dort waren ursprünglich nur rote Eichhörnchen heimisch, bis ihnen ihr Platz von grauen, per Schiff aus Amerika eingewanderten Vettern streitig gemacht wurde. (Wir berichteten über dieses Phänomen in unserem Newsletter vom 19. September 2006).
29. August 2008Vorhersagen, die stets in Erfüllung gehen
Ein Meinungsforschungsinstitut sollte nicht nur Statistiken abliefern, mittels derer sich verschiedene Tatbestände belegen lassen. Es muss auch in der Lage sein, Vorhersagen zu treffen, die sich auch als Fehlprognose gut verkaufen lassen. Vorbild war das in der griechischen Antike berühmte Delphische Orakel. Dessen Rat zogen alle Machthaber ein, die vor einer wichtigen Entscheidung standen.
28. August 2008Sachbeschädigung? Oder doch Kunst?
Im Frühjahr 1980 wurde in Zürich ein autonomes Jugendzentrum eröffnet – und ein halbes Jahr später von den Behörden gegen den erbitterten Widerstand seiner Nutzer gewaltsam geschlossen. Daraufhin kam es in der größten Stadt der Schweiz zu tagelangen Krawallen, auf die Hunderte von Festnahmen folgten. Gesucht von der Zürcher Polizei wurde auch ein Unbekannter, der über den Zeitraum von drei Jahren 600 Strichmännchen an die Betonfassaden der vielen Hochhäuser gesprüht hatte.
27. August 2008Warnung vor dem Bären!
Unlängst wurden in Rumänien drei deutsche Urlauber nachts von einem Braunbären heimgesucht. Einer von ihnen trug dabei schwere, zum Glück aber nicht lebensgefährliche Verletzungen davon. Das Trio hatte einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel online zufolge im Bucegi-Massiv gezeltet, einem Teil der Südkarpaten, der bevorzugt von Bären besiedelt wird.
26. August 2008Papst für 33 Tage
Heute vor 30 Jahren, am 26. August 1978, wurde der italienische Kardinal Albino Luciani nach ungewöhnlich kurzer Beratungszeit von nur einem Tag zum Papst gewählt. Nach seinen beiden Vorgängern Johannes XXIII. und dem kürzlich verstorbenen Paul VI. legte er sich den Namen Johannes Paul I. zu. Es sollte einer der kürzesten Amtszeiten der römisch-katholischen Kirchengeschichte werden: 34 Tage später wurde der neue Papst tot in seinem Bett gefunden.
25. August 2008Gestolpert über eine Tänzerin
Er regierte zu einer Zeit, als die Pfalz noch zu Bayern gehörte. Ursprünglich liberal gesinnt, hob er nach seiner Thronbesteigung 1818 in seinem Königreich die Pressezensur auf. Später führte er sie wieder ein, als es auf dem Hambacher Schloss (siehe unseren Newsletter vom 30. Mai 2007) zu einer antimonarchistischen Kundgebung kam. In guter Erinnerung geblieben ist die rege Bautätigkeit unter seiner Ägide: Von der zeugen in der Hauptstadt München bis heute Siegestor und Staatsbibliothek, Universität und Feldherrnhalle, die Alte und Neue Pinakothek, die Ruhmeshalle und die Bavaria-Statue auf der Theresienwiese.
22. August 2008Bei uns verschwendet, andernorts dringend benötigt
Jeder sechste Mensch auf der Erde – so die UNESCO – hat nicht einmal sauberes Wasser zum Trinken. Jeden Tag, ergänzt das Hilfswerk Unicef, müssen 5000 Kinder sterben, weil ihnen nur verschmutztes Wasser zur Verfügung steht. Beide Organisationen mahnen im UN-Jahr der sanitären Grundversorgung – und aktuell während der in Stockholm heute zu Ende gehenden Weltwasserwoche – dringend an, den Zugang zu sauberem Wasser vor allem in den Vororten der Drittweltmetropolen und in den zahlreichen Krisengebieten mit ihren Flüchtlingslagern zu verbessern.
21. August 2008Überwintern mit Bier
Heute vor 40 Jahren endete der Versuch, in der kommunistischen Tschechoslowakei eine „sozialistische Marktwirtschaft“ mit Pressefreiheit, Streikrecht und der Duldung Andersdenkender einzuführen (siehe unseren Newsletter vom 13. Mai). Am 21. August 1968 besetzten sowjetische Panzer das Land einschließlich der Hauptstadt, in der alles begonnen hatte. Auf den Prager Frühling folgte ein jahrzehntelanger Winter. Der bedeutete auch das Karriereende des hoffnungsvollen Reformers Alexander Dubcek, der in der zynisch als „Normalisierung“ bezeichneten Phase politischer Unterdrückung als Waldarbeiter endete.
20. August 2008Die Kunst, mit Zahlen zu lügen
„Ach, die Statistiken!“, schrieb unsere Leserin Maria Glock aus New York (erinnern Sie sich an die Ausgabe „Wie lebt es sich im Exil?“ vom 18. Dezember 2007?) anlässlich des Newsletters letzte Woche zu Kälte- und Hitzetoten. „Ich kann nur sagen, dass mir die Hitze jedes Jahr schlechter bekommt. Muss im Haus bleiben, das wird auch allen Senioren geraten. Vor allem keine Gartenarbeit in der Hitze, joggen und anderer Unsinn für alte Menschen. Heiße Grüße.“
19. August 2008Die Erfinderin des Kleinen Schwarzen
Was verbirgt sich hinter dem „Kleinen Schwarzen“? Ganz strenge Vorgaben gibt es für dieses Kleidungsstück nicht, schreiben die Stil-Experten des Informationsdienstes 'Der große Knigge'. Doch einige wenige Richtlinien sollten schon erfüllt werden:
18. August 2008Ein tragisches Zusammentreffen
Er wurde heute vor 100 Jahren in Nordirland geboren, spielte für den schottischen Spitzenklub Rangers FC in Glasgow und hieß Sam English. In der Saison 1931/32 stellte er mit 44 Toren einen neuen Vereinsrekord auf: Nie wieder sollte ein Fußballspieler so häufig für die Blauhemden treffen. Doch das war's auch schon mit den positiven Meldungen über Sam English. In derselben Saison widerfuhr ihm ein Missgeschick, das ihn sein ganzes Leben lang nachhängen sollte:
15. August 2008Ein weltlicher und kirchlicher Feiertag
Aufmerksamen Leserinnen und Lesern wird nicht entgangen sein, dass in diesem Newsletter das kleine Land Liechtenstein überproportional häufig erwähnt wird, noch dazu, im Gegensatz zu den meisten anderen Medien, fast ausnahmslos mit positiven Schlagzeilen. Der heutige Anlass zur Berichterstattung ist der Nationalfeiertag am 15. August. Vermutlich wählte man das Datum, weil an diesem Tag eh' frei ist (Mariä Himmelfahrt) und die Volkswirtschaft durch die Koinzidenz von weltlichem und kirchlichem Feiertag keine zusätzlichen Verdiensteinbußen hinnehmen musste.
14. August 2008Wenn das Müesli nicht mehr schmeckt
Wenn ein Unternehmen gegründet wird, heißt das auf Neudeutsch Start-up. Wenn ein solches Unternehmen in den ersten zwölf Monaten sehr erfolgreich ist, wird es als Start-up des Jahres ausgezeichnet. Das passierte dem Passauer Online-Anbieter mymuesli.de.
13. August 2008Die Folgen gewaltsamer Umerziehung
Andere Menschen betrügen, unbeholfen agieren, hinterhältig sein: Für solche gering zu schätzenden Handlungen und Einstellungen kennt unsere Sprache die Begriffe linken, linkisch und link. Dahinter steckt nicht zuletzt die in unserer Gesellschaft gängige Vorstellung, Linkshänder seien sonderbare Wesen, denen man nicht so recht trauen kann. Um diesen Vorurteilen entgegenzuwirken, wurde der heutige Linkshändertag ins Leben gerufen (siehe auch unseren Newsletter vom 13. August 2007).
12. August 2008Was älteren Menschen wirklich zusetzt
Hitzewellen wie die vor zehn Jahren (siehe unseren gestrigen Newsletter) braucht kein Mensch. Sie sind aber weniger schädlich als angenommen. Das fand ein europäisches Medizinerteam heraus, welches die gesundheitlichen Folgen der globalen Erwärmung erforschte. Die Wissenschaftler stellten sich die Frage, ob durch die steigenden Temperaturen eine Zunahme der Sterblichkeit vor allem bei Senioren zu befürchten sei.
11. August 2008Rekorde, die niemanden erfreuen
Vor zehn Jahren, am 11. August 1998, wurde die höchste jemals in unserem Land erreichte Temperatur gemessen. 41,2 Grad Celsius zeigte das Thermometer in Brauneberg an, einem kleinen Ort an der mittleren Mosel nicht weit von Bernkastel-Kues.
8. August 2008500 Schafe für jeden Olympiasieger
„Olympische Spiele“, meinte der irische Spötter und Dramatiker George Bernard Shaw, „sind eine wundervolle Gelegenheit, Zwietracht auch unter solchen Nationen zu stiften, die sonst keine Reibungsflächen haben.“ Das ist auch bei der heute eröffneten Olympiade der Fall. Die Staaten, die gute Geschäfte mit der Volksrepublik China machen, fühlen sich plötzlich bemüßigt, ein strengeres Auge auf die Menschenrechtsverletzungen in jenem Land zu werfen. Doch allzu kritisch darf der Blick auch nicht ausfallen, denn nach dem Ende der Spiele am 22. August stehen die wirtschaftlichen Beziehungen wieder im Vordergrund.
7. August 2008Tragik des Lebens
„Ein männlicher Briefmark erlebte was Schönes, bevor er klebte. Er war von einer Prinzessin beleckt. Da war die Liebe in ihm erweckt. Er wollte sie wiederküssen, da hat er verreisen müssen. So liebte er sie vergebens. Das ist die Tragik des Lebens!“ Stumpfsinn in Versen nannte der Dichter seine kleinen gereimten Werke. Doch fiel das Urteil der Kollegen positiver aus:
6. August 2008Das erste prominente deutsche AIDS-Opfer
In New York hatte er sich einen Namen gemacht, in Frankreich eine Goldene Schallplatte eingeheimst – nur in seiner Heimat Deutschland wurde er erst durch die damals nicht alltägliche Ursache seines Todes bekannt.
5. August 2008Wenn in Australien jemand den Harold Holt macht
Heute wäre der 100. Geburtstag von Harold Holt. Ob er noch lebt, darf bezweifelt werden, denn am 17. Dezember 1967 hat man ihn zuletzt gesehen. Danach verschwand er, was recht ungewöhnlich für einen Ministerpräsidenten einer westlichen Demokratie ist (siehe auch unseren Newsletter vom 17. Dezember 2007).
4. August 2008Eine Amtszeit, an deren Ende 28 Jahre Haft standen
Als heute vor 25 Jahren erstmals ein Sozialist italienischer Ministerpräsident wurde, bedeutete das gleichzeitig das schleichende Ende dieser einst großen Partei. Schuld war niemand anderer als der Ministerpräsident selbst:
1. August 2008Immer wieder Ärger mit der Rechtschreibreform
Die misslungene Rechtschreibreform heute vor zehn Jahren hat die Deutschen ihre Liebe zur alten Schreibweise entdecken lassen. Doch ist die so genannte alte Rechtschreibung gar nicht so lange in Kraft gewesen:
31. Juli 2008Eine Reform von Denkbürokraten
Morgen vor zehn Jahren wurde die neue Rechtschreibung eingeführt. Zur Erinnerung die wichtigsten Änderungen: Die Schreibweise eines Wortes hängt vom Wortstamm ab (statt Quentchen heißt es jetzt Quäntchen, von Quantum); auf einen kurzen Vokal folgt ss statt ß; drei gleiche Konsonanten wie in Schifffahrt sind erlaubt; im Infinitiv stehende Verben werden auseinander geschrieben.
30. Juli 2008Dem Ingenieur ist nichts zu schwer
Sicher haben Sie schon mal die Redewendung „Dem Ingenieur ist nichts zu schwer“ gehört. Wissen Sie auch, von wem sie stammt? Und wie dieses Loblied weitergeht? Das Lied getextet hat Heinrich Seidel. Geboren wurde der – so ist auf der Webseite http://www.av-huette.de/seidel.html zu lesen – „dichtende Ingenieur und konstruierende Schriftsteller“ 1842 im mecklenburgischen Perlin. Er starb 1906 in einer Stadt, dessen Namen sich ähnlich anhört: in Berlin. Und jetzt möchten Sie sicher noch wissen, wie der Text lautet. Hier ist er:
29. Juli 2008Was man beim Golf alles berücksichtigen muss
Da ist der Abschlag, und da ist das Grün. Und es geht nur darum, wie man von einem zum anderen kommt: So beschrieb der amerikanische Golfprofi Mike Reid einmal seinen Sport. Die Definition gilt längst nicht mehr (siehe auch unseren Newsletter „In Grönland spielt man mit roten Bällen Golf“ vom 12. Oktober 2005), denn nicht jeder Golfplatz ist grün.
28. Juli 2008Geburtstag im Gefängnis
Die Präsidentschaft Alberto Fujimoris war eine der umstrittensten in der Geschichte Perus, das heute übrigens seinen Nationalfeiertag begeht: Am 28. Juli 1821 wurde der Andenstaatvon Spanien unabhängig. Die Kontroverse um den Ex-Präsidenten beginnt bereits bei seiner Geburt: Wuchs er, wie seine Vorfahren, in Japan auf? Dann hätte er nicht Präsident werden dürfen. Oder kam der Sohn japanischer Einwanderer, wie er selbst behauptet, in der Hauptstadt Lima zur Welt und erfüllte damit die wichtigste Voraussetzung zur Bekleidung des höchsten Amtes?
25. Juli 2008Ein verhinderter Straßenkämpfer wird 65
Wenn es in Fernsehdokumentationen über das bewegte Jahr 1968 geht, wird zur Untermalung gerne ein Text der Rolling Stones eingespielt: Ihr Song Street Fighting Man hört sich so schön revolutionär und martialisch an. Ist er aber nicht. Der Refrain lautet: „But what can a poor boy do except to sing for a Rock 'n' Roll band, cause in sleepy London town there's just no place for a street fighting man.“ Zu Hause auf der Couch ist es halt gemütlicher, da kann man sich besser von den anstrengenden Konzerten erholen.
24. Juli 2008Aus großer Höhe auf die Männerwelt herabschauen
Wenn es stimmt, dass emanzipierte Frauen auf Männer bewundernd herabschauen wollen, tat sie dies aus großer Höhe: Amelia Earhart war eine Frauenrechtlerin, die auf ihr gutes Aussehen ebenso wenig gab wie auf ihre guten Schulnoten. Auch ein Medizinstudium brach sie nach einem Jahr ab. Nein, sie wollte höher hinaus, nachdem sie mit 23 Jahren zum ersten Mal in einem Flugzeug saß.
23. Juli 2008Kein Exil für Elche
Die Schweden – regelmäßige Konsumenten dieses Newsletters wissen das – verfügen über Europas größte Elchpopulation. Aber wer hätte gedacht, dass sie so eifersüchtig darüber wachen? Darauf machte mich eine Leserin aufmerksam, als sie mir einen Artikel aus dem Mannheimer Morgen mit folgender Nachricht schickte:
22. Juli 2008Der berühmteste Ostfriese wird 60
„Es kann sehr hilfreich für eine Beziehung sein, wenn man sich nicht ständig sieht. Es ist auch für meine Frau nicht einfach, den ganzen Tag Otto auszuhalten. Das ist schon alles gut eingerichtet.“ Heute allerdings wird Eva Hassmann ihren Otto aushalten, den ganzen Tag sogar: Der am 22. Juli 1948 im ostfriesischen Emden Geborene feiert seinen 60. Geburtstag.
21. Juli 2008Das Motiv hinter bizarren Vornamen
Lange nichts mehr über beknackte Vornamen berichtet, finden Sie nicht? Gerade Schauspielerinnen üben sich ja in jener bizarren Kunst: Unlängst nannte Nicole Kidman ihren just zur Welt gekommenen Sprössling Sunday Rose, was zugegebenermaßen nicht ganz an Gwyneth Paltrows (Apple) und Angelina Jolies (Zahara) Namensgebung heranreicht. Warum tun sich die Aktricen das an? Oder anders gefragt: Warum tun sie es ihren Kindern an?
18. Juli 2008Früher war alles viel größer
Im Sommer 1965 hatte der US-Physiker Gordon Moore erkannt, dass sich im Schnitt alle zwei Jahre die Kapazität eines Speicherchips verdoppelt. Heute vor vierzig Jahren gründete er dann die Firma Intel – die Abkürzung steht für Integrated electronics – mit dem Ziel, verbesserte Arbeitsspeicher für Computer zu entwickeln. Ein voller Erfolg: Inzwischen hält Intel bei PC-Mikroprozessoren einen Marktanteil von 80 Prozent.
17. Juli 2008Wenn der Kalender nichts hergibt
Kalenderblätter sollen ja recht spannend sein: Nicht wenige Zeitgenossen interessiert, was an einem gewissen Tag vor X Jahren passiert ist, welche Berühmtheit an diesem Tag geboren wurde oder welcher Gedenktag gerade abgehalten wird. Besonders schön ist es, wenn das X für eine runde Zahl steht. Leider tut einem der Kalender nicht immer den Gefallen.
16. Juli 2008Der unmöglichste Job der Welt
Norweger mögen keine Schweden. Sie können es einfach nicht verwinden, dass der skandinavische Nachbar erfolgreicher Fußball und besser Eishockey spielt, die blonderen Mädchen vorweist und noch dazu eine weitaus größere Elchpopulation besitzt. Nur bei der Anzahl weltberühmter Landeskinder kann man in etwa mithalten.
15. Juli 2008Wetter und Wetterfrösche
Da das Wetter immer ein beliebtes Thema für den Small Talk ist, verhält es sich mit dem Wetterbericht nicht anders – und mit denen, die ihn präsentieren. In Großbritannien wurde schon so mancher Wetterfrosch zum Star. Etwa Michael Fish:
14. Juli 2008Dein Feind, der Wolf?
Die größten Feinde unseres Lieblingstieres sind angeblich Bären und Wölfe. Von Bruno und Konsorten hat der Elch allerdings wenig zu fürchten, ist doch der erste seit der Ausrottung wieder eingewanderte Petz vor zwei Jahren in Bayern erschossen worden. Bleiben die Wölfe. Davon gibt es ein Rudel in Sachsen und ein weiteres in Brandenburg. Von letzterem wandert ab und zu ein Exemplar nach Mecklenburg-Vorpommern und gelegentlich sogar ein Bindestrich-Bundesland weiter westlich ein.
11. Juli 2008Bitte nur noch positive Nachrichten!
„Die Menschen sind heutzutage nicht schlechter, als sie früher waren“, meinte der amerikanische Schriftsteller William Faulkner: „Nur die Berichterstattung über ihre Taten ist gründlicher geworden.“ Letzteres lässt sich jedoch ändern.
10. Juli 2008Bilder aus einem Land, das es nicht mehr gibt
Es gibt Staaten, die verschwinden einfach von der Landkarte. Russland, über das wir gestern berichteten, war 69 Jahre lang ein Teil der Sowjetunion – bis die UdSSR sich wiederum Ende 1991 auflöste. Das ist keine zwei Jahrzehnte her, und doch kommen uns Bilder aus jener Welt merkwürdig fremd vor: die Bahnstation von Mogson etwa, fotografiert 1970, als sie den 100. Geburtstag des ersten Sowjetherrschers Lenin beging, oder die Moskauer Tretjakow-Galerie mit Exponaten des so genannten sozialistischen Realismus.
9. Juli 2008Wer sich über den hohen Ölpreis freut
Die weltweite Nahrungsmittelkrise ist das eine, der permanente Anstieg der Energiepreise das andere beherrschende Thema auf dem heute zu Ende gehenden G8-Gipfel im japanischen Toyako. Früher waren es nur sieben Nationen (USA, Kanada, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien), die ihre Regierungschefs über die drängendsten Wirtschaftsprobleme debattieren ließen.
8. Juli 2008Darüber lacht der Bauer
Der Anbau von Raps und Biomasse, schrieben wir in der Ausgabe vom 4. September 2007, sei hierzulande lukrativer als die Produktion von Fleisch, Milch oder Kartoffeln.
7. Juli 2008Nicht schon wieder Schweden gegen Griechenland!
Die Europameisterschaft ist erst eine Woche vorbei, und schon wieder muss ich über Fußball schreiben. Schuld daran ist der idiotische Vorschlag des kontinentalen Fußballverbandes UEFA und ihres Präsidenten Michel Platini, die Teilnehmerzahl ab der übernächsten WM von 16 auf 24 zu erhöhen.
4. Juli 2008Tour de Trance
Morgen beginnt die Tour de France, nach der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen immerhin das drittgrößte Sportereignis des Jahres.
3. Juli 2008Unglücklich im Leben, reich nach dem Tod
„Die Liebe ist so unproblematisch wie ein Fahrzeug. Problematisch sind nur die Lenker, die Fahrgäste und die Straße.“ So pessimistisch sah Franz Kafka, dessen Geburtstag sich morgen zum 125. Mal jährt, die Welt. Was heißt die Welt? Seine Geburtsstadt Prag hat er kaum verlassen – abgesehen von einem kurzen Besuch in Berlin und mehreren Kuraufenthalten.
2. Juli 2008Wie man Sicherheit gewinnt
„Sicherheit erreicht man nicht, indem man Zäune errichtet. Sicherheit gewinnt man sondern indem man Tore öffnet.“ Dieses Zitat stammt von Urho Kekkonen, der von 1956 an ein Vierteljahrhundert lang Staatspräsident von Finnland war. Kein leichtes Amt in der Hochzeit des Kalten Krieges, zumal Finnland eine lange Grenze mit der Sowjetunion teilte.
1. Juli 2008Aus 4 mach 5
Heute vor 15 Jahren wurden die fünfstelligen Postleitzahlen eingeführt. Sie lösten die seit 1962 bestehenden vierstelligen Ziffernkombinationen ab, nach denen die Zustellorte in der BRD und der DDR gegliedert waren. Zwar hatte die Bundespost in der Hoffnung auf eine Wiedervereinigung einige Bereiche nicht vergeben – von 1001 bis 1999 sowie alle mit 25 bis 27 und 36 bis 39 beginnenden – doch spielte die DDR ein Jahr nach dem Mauerbau nicht mit.
30. Juni 2008Fahrradfahren in Klagenfurt wieder erlaubt
Die Europameisterschaft ist vorbei. Gottseidank, werden manche Bürger sagen, die in den Austragungsorten der Spiele wohnen. Etwa die Einwohner von Klagenfurt: Ihnen war es für die Dauer des Turniers untersagt, mit dem Rad in die Stadt zu fahren. Weil Sie womöglich einigen der angetrunkenen Fanmeilen-Besuchern auf deren Heimweg über die Hand gefahren wären? Nein, der Grund ist noch absurder:
27. Juni 2008Das nächste Mal aber bitte mit Elch!
„Was macht eigentlich der Elch?“, fragten wir in diesem Newsletter vor genau einem Jahr. Um anschließend festzustellen, dass wir lange nichts mehr von unserem Lieblingstier gehört hatten. Leider streunt unser Schaufeltier auch aktuell so selten im Blätterwald herum, dass weder von Zusammenstößen mit motorisierten Verkehrsteilnehmern oder spektakulären Saufgelagen zu berichten ist. Was macht der Elchfreund, wenn die Presse schweigt?
26. Juni 2008Die Seitensprünge der Lobbyisten
Das Wort „Lobbyist“ haben Sie bestimmt schon häufig gehört; aber was steckt dahinter? Sehr schön ist die Definition der Online-Enzyklopädie Wikipedia: Ein Lobbyist versucht, die Interessen einer Minderheit gegen die Interessen der Mehrheit durchzusetzen. Das tun derzeit 2021 Verbände und Interessengruppen hierzulande. So viele sind auf der offiziellen Lobbyliste des deutschen Bundestags registriert.
25. Juni 2008Erst siebzehn Jahre alt - und so erfolgreich!
Heute feiert einer der jüngsten Staaten der Erde seinen Nationalfeiertag. Auf den Tag genau siebzehn Jahre ist es her, seit Slowenien seine Unabhängigkeit erhielt. Die Loslösung aus dem Vielvölkerstaat Jugoslawien war kurz, aber nicht schmerzlos. Die Zentralregierung in Belgrad wollte das widerspenstige Bergvolk anfangs nicht in die Freiheit entlassen und ließ seine Truppen aufmarschieren. Vor allem entlang der Grenzen zu Italien und Österreich kam es zu Gefechten zwischen slowenischer Miliz und der dort stationierten regulären Armee.
24. Juni 2008Warum heute jeder Lette Janis heißt
„Das ganze Jahr sammelte ich Lieder, auf den Jani-Tag wartend. Jetzt ist der Jani-Tag gekommen. Jetzt werden die Lieder gesungen.“ Das ist der ins Deutsche übertragene Text eines lettischen Volksliedes. Eine Million dieser meist vierzeiligen Dainas haben die Letten in ihrer Geschichte angehäuft – verwunderlich für ein Land, das nicht einmal zweieinhalb Millionen Einwohner zählt. Doch waren die Dainas wichtig für Sprache, Kultur und Nationalbewusstsein des Volkes, das sich immer wieder gegen die übermächtigen Nachbarn Schweden, Deutschland und Russland abgrenzen und behaupten musste.
23. Juni 2008Antiker und moderner Generationenkonflikt
Der eine ist Herrscher über sein Reich und doch sein Sklave: Er schiebt die Gesetze und das Interesse des Staates vor, um zu tun, was seine Pflicht ist. Die andere hört auf ihre innere Stimme und ihre Ideale, um zu tun, was sie für moralisch gerechtfertigt hält. Der eine, das ist König Kreon, der sein Land zum Wohle seiner Untertanen regiert – selbst wenn er dabei gegen moralische Überlegungen verstößt. Die andere, das ist seine Nichte Antigone, die solchen alle inneren Werte verleugnenden Opportunismus schlicht gesagt zum Kotzen findet:
20. Juni 2008Der Tod ist doch nicht Schlafes Bruder
Der Roman „Schlafes Bruder“ ist, wie sein Autor Robert Schneider eingangs beschreibt, „die Geschichte des Musikers Johannes Elias Alder, der 22-jährig sein Leben zu Tode brachte, nachdem er beschlossen hatte, nicht mehr zu schlafen.“ Das Problem war, dass Alder unglücklich verliebt war und die Zeit, die er mit Schlafen verbrachte, für Verschwendung hielt, denn „im Schlaf sei man tot, jedenfalls lebe man nicht wirklich.“
19. Juni 2008Ein berühmtes Bild eines nicht alltäglichen Spektakels
Vor 140 Jahren malte Edouard Manet ein berühmtes Bild. Es zeigt ein Ereignis, das ein Jahr zuvor stattfand: Vor einem Erschießungskommando steht ein älterer Herr in eleganter Uniform, mit langem Bart und Sombrero. Eingerahmt ist er von zwei gewöhnlichen Delinquenten, die ebenfalls dem Tod geweiht sind. Über die das Gefängnis im mexikanischen Querétaro einrahmende Mauer spinxen die Dorfbewohner. Sie halten sich zwar wegen des Krachs der Schüsse die Ohren zu, wollen aber dennoch Zeuge dieses nicht alltäglichen Spektakels werden. Wann wird schon mal ein Kaiser standrechtlich erschossen?
18. Juni 2008Als Norwegen einen Volkshelden verlor
Norwegen ist ein kleines Land mit nur viereinhalb Millionen Einwohnern, besitzt aber seit jeher eine der größten Flotten der Welt. Kein Wunder, dass auf den Schiffen auch Entdecker ausgeschwärmt sind, um die Regionen jenseits bislang bekannter Grenzen zu erforschen.
17. Juni 2008Ein Bürgerschreck kommt in die Jahre
Am 2. Juni 1967 wurde während einer Demonstration gegen den Besuch des Schah von Persien der Student Benno Ohnesorg erschossen. Von einem deutschen Polizeibeamten, mitten in Berlin. Weil er bei derselben Demonstration einen Stein geworfen haben soll, wanderte der Student Fritz Teufel an jenem Tag in Untersuchungshaft. Dort blieb er bis zum Beginn der Gerichtsverhandlung im November.
16. Juni 2008Was würden Sie antworten?
Der Einbürgerungstest war schon einmal Gegenstand dieses Newsletters (siehe unsere Ausgabe „Nennen Sie drei Elemente der sozialen Sicherung!“ vom 21. März 2006). Damals hatte ich Ihnen Fragen des Landes Hessen vorgestellt, die jeder dort lebende Ausländer absolvieren muss, will er Deutscher werden.
13. Juni 2008Eine Feier, die gut ohne ihren Helden auskommt
Vielleicht hätten sie Fidel Castro für einen Tag aus seinem Pflegeheim entlassen, der Subcomandante Marcos wäre zur Feier incognito aus Mexiko angereist, und Boliviens linker Präsident Evo Morales hätte sicher ebenso persönlich gratuliert wie sein Freund und Amtskollege Hugo Chavez aus Venezuela. Doch auch so wird es ein großer Tag für Lateinamerika – nur kann ihn der, dem die Feiern gelten, nicht mehr erleben.
12. Juni 2008Wer wohl mit dem Wolf tanzt?
Der Wolf, um den es in der heutigen Ausgabe geht, ist weder ein überfahrenes noch ziellos umherstreunendes Exemplar. Er ist sehr lebendig, weiß genau, was er will, und hat auch einen Vornamen:
11. Juni 2008Das Tier des Jahres 2003, für alle zugänglich
An das Tier des Jahres 2007 können Sie sich bestimmt noch gut erinnern: Es ist der Elch, der in unserem Newsletter eine beinahe schon mystische Rolle einnimmt. Nicht ganz so populär wie der unbeholfene Großhufer ist in unserer Leserschaft das Tier des Jahres 2003.
10. Juni 2008Nicht nur Salami und Paprika
Ungarn war einmal berühmt für seine Fußballer. Doch die sind bei der EM nicht dabei. Immer noch berühmt ist Ungarn für Salami und Paprika, seine Thermalbäder und die Puszta. Ungarn hat aber auch bedeutende Erfinder hervorgebracht: Oszkár Asbóth baute den ersten Hubschrauber, Donat Banki erfand den Vergaser und László Bíró das Automatikgetriebe – letzteres bereits anno 1932.
9. Juni 2008Ein zweites Wunder von Córdoba?
Tja, jetzt ist es mit meiner Wette (Newsletter „Warum Österreich zweimal hintereinander siegen sollte“ vom letzten Freitag) also schon vorbei. Ich werde keine tausend Euro gewinnen, ebenso wenig wie das österreichische Team nach der Vorrunde das Turnier noch fortsetzen wird. Es sei denn, der Außenseiter wiederholt den Triumph von Córdoba bei der WM 1978 in Argentinien und schlägt die Deutschen.
6. Juni 2008Warum Österreich zweimal hintereinander siegen sollte
Morgen beginnt die Fußball-Europameisterschaft in der Schweiz und in Österreich. Die deutsche Elf gehört zu den Favoriten, ebenso Spanien, Italien und Frankreich. Normalerweise traut man auch den Gastgebern zu, in einem solchen Turnier weit zu kommen. Doch dieses Mal ist alles anders.
5. Juni 2008Markt oder Staat?
Heute feiern zwei große Ökonomen besondere Jubiläen: Dieser 5. Juni ist Adam Smiths 285. und John Maynard Keynes' 125. Geburtstag. Dabei waren die beiden Volkswirtschaftler grundverschieden. Adam Smiths Theorie beruht auf der Selbstheilungskraft der Wirtschaft:
4. Juni 2008Das zweitgrößte Spektakel in Basel
Dieses Jahr tritt ein großes Spektakel, das die Stadt Basel und die gesamte Schweiz zuverlässig in die Feuilleton-Schlagzeilen rückt – etwas in den Hintergrund. Schuld daran ist die am Samstag beginnende Fußball-Europameisterschaft, die am Samstag beginnt ausgerechnet in Basel. So müssen die über 50 000 Kunstsammler, Kunsthändler und Kunstinteressierten, die auch dieses Jahr in die eidgenössische Rheinmetropole pilgern, ihre Geschäfte etwas früher abschließen.
3. Juni 2008Ein Jahrzehnt attac
„Die Globalisierung“, schreibt der Wirtschaftswissenschaftler Joachim Rau in seinem hervorragenden Buch Märkte, Mächte, Monopole (Verlag Conzett bei Oesch), „gab es schon, als der Begriff noch nicht erfunden war. Sie begann im 15. und 16. Jahrhundert mit der Entdeckung Amerikas und dem Vordringen der Portugiesen und Spanier in entlegene Erdteile.“
2. Juni 2008Münchens literarisches Vermächtnis
„An jenem Mainachmittag, da der Lehrer plötzlich zur Türe hereinkam, auf mich und meine Schwester Anna zuging und uns sagte, wir dürften heimgehen, weil unser Vater sehr krank sei, empfand ich gar nichts. Auf der Straße redeten wir wenig und machten ernste Gesichter. Im Grunde waren wir froh, dass wir den langweiligen Rechenunterricht hinter uns hatten.“
30. Mai 2008Heute ist Weltuntergang!
"Am dreißigsten Mai ist der Weltuntergang, wir leben nicht, wir leben nicht mehr lang": So heißt es in einem unserer deutschen Trinklieder. Bis es so weit ist, sollten Sie vorher einmal auf dieser Internet-Seite vorbeischauen:
28. Mai 2008Ein Tier, das vielen Menschen Freude bereitet hat
Jedes Kind in Spanien kennt Juan Ramón Jiménez, und auch bei uns mag der Schriftsteller manch aktuellem und ehemaligem Schüler ein Begriff sein. Das liegt daran, dass Jiménez' Geschichten um einen langohrigen Vierbeiner in kaum einer Schulfibel fehlten:
28. Mai 2008Das klappt doch nie!
Heute vor 185 Jahren begann in der Schweiz das Zeitalter der großen Dampfschiffe. Das allererste, der Passagierdampfer mit dem frankonisierten Namen Guillaume Tell, wurde auf dem Genfer See zu Wasser gelassen.
27. Mai 2008Hoffnung für die Slawen von nebenan
Morgen bekommt das Bundesland Sachsen einen neuen Ministerpräsidenten. Es wird das erste Mal sein, dass ein Sachse das höchste Amt im Freistaat bekleidet. Es ist Stanislaw Tillich, der am letzten Wochenende zum neuen Landesvorsitzenden der CDU gekürt wurde. Nun ist Tillich nicht nur Sachse, sondern gehört einer Volksgruppe an, die früher im Land an Spree, Neiße und Elbe die Mehrheit bildeten:
26. Mai 2008Der Mensch, der aus dem Nichts auftaucht
Heute vor 180 Jahren tauchte in Nürnberg ein junger Mann auf, den zuvor kein Bewohner der alten Reichsstadt je zu Gesicht bekommen hatte. Es war ein Jüngling von ungefähr siebzehn Jahren, schreibt Jakob Wassermann in seinem auf historischen Tatsachen beruhenden Roman Caspar Hauser oder die Trägheit des Herzens.
23. Mai 2008Schweigsame Zeitgenossen
Schildkröten können dir mehr über den Weg erzählen als Hasen, sagt ein chinesisches Sprichwort. Es scheint zu stimmen. Der Verfasser des Newsletters, den Sie gerade lesen, besitzt nämlich ein Exemplar der Rasse mit den langen Ohren – und das sagt den ganzen Tag lang nichts.
21. Mai 2008Der seligste Schlupfwinkel
„Das Theater ist der seligste Schlupfwinkel für diejenigen, die ihre Kindheit heimlich in die Tasche gesteckt und sich damit auf und davon gemacht haben, um bis an ihr Lebensende weiterzuspielen“: Max Reinhardt, von dem der Spruch stammt, war seinerzeit der wohl berühmteste Regisseur der Welt. Er machte ganz großes Theater.
20. Mai 2008Ein Unfall mit Folgen
Ein Auto mit zwei jungen Männern jagt mit hoher Geschwindigkeit über eine nordirische Landstraße. Verfolgt werden sie von einer Polizeistreife, der die Beiden zuvor aufgefallen sind. Tatsächlich haben die Insassen Grund zur Panik, denn sie sind Mitglieder der verbotenen Irischen Republikanischen Armee. Die Flucht endet tragisch: Ein Polizist feuert auf das Auto vor ihm, der Fahrer stirbt, der Beifahrer wird schwer verletzt. Der außer Kontrolle geratene Wagen dreht sich und reißt eine zufällig am Straßenrand gehende Familie mit sich. Die drei Kinder sterben, die Mutter überlebt schwer verletzt.
19. Mai 2008Wie böse sind die Russen?
„Do you think that the Russians want war?“, fragte Dick Gaughan in seinem wohl bekanntesten Folksong – und gab auch gleich die Antwort: Nein, die Russen wollen keinen Krieg. Schon im letzten – nach dem Überfall der Deutschen – hatten sie über 20 Millionen Opfer zu beklagen. Das prägt.
16. Mai 2008Der Schutzpatron aller Brücken
Durch das in der Vulkaneifel gelegene Dörfchen Auel fließt der gleichnamige Bach. Über ihn führt eine Brücke, die wiederum von einer Heiligenstatue bewacht wird – was die Einheimischen in folgenden Reim gefasst haben: „Dr hillije Sankt Nepomuk hätt in Auel in de Baach jespuck.“
15. Mai 2008Vor Genuss abstechen
„Spargeln und Menschen haben ein gemeinsames Schicksal: Sobald einer den Kopf hochreckt, wird er abgestochen.“ Dieses Zitat stammt von Eugen Gerstenmaier, der anderthalb Jahrzehnte, von 1954 bis 1969, Bundestagspräsident war. Nach dem CDU-Politiker ist der Lange Eugen benannt: Das ehemalige Abgeordneten-Hochhaus mit seiner charakteristischen Silhouette am Rhein ziert heute noch viele Bonn-Postkarten. Doch heute, Sie ahnen es vielleicht schon, geht es in unserem Newsletter nicht um Politiker, sondern um das königliche Gemüse, das essbare Elfenbein oder die Frühlingsluft in Stangen:
14. Mai 2005Die Staatsgründung, die einen Krieg auslöste
Der 14. Mai 1948 ist der Geburtstag Israels. Die arabischen Nachbarn würdigten dieses Datum, indem sie dem neu gegründeten Staat sogleich den Krieg erklärten und ihn am nächsten Tag mit ihren Armeen angriffen. Genutzt hat ihnen das wenig; auch die weiteren militärischen Auseinandersetzungen - den Sechstagekrieg 1967 und den Jom-Kippur-Krieg 1973 - konnte Israel für sich entscheiden. Doch war damit der Nahostkonflikt nicht gelöst:
13. Mai 2008Der Prager Frühling - mehr als nur Musik
Am Pfingstwochenende ist der Prager Frühling eingeläutet worden. Die seit 1946 existierende Veranstaltungsreihe hat sich mittlerweile zu einem der größten europäischen Musikfestivals gemausert. Zur Eröffnung im Jugendstilbau des Prager Gemeindehauses wurde standesgemäß Bedrich Smetanas symphonischer Zyklus Mein Vaterland - sicherlich kennen Sie daraus die Passage Die Moldau - aufgeführt.
9. Mai 2008Morgen ist Tag des Buches
Die UNESCO hat zwar den 23. April zum Internationalen Tag des Buches erklärt (siehe auch unsere Newsletter „ Die Angst vor der Entscheidung“ vom 23. April 2008 und „Verbrennt mich!“ vom 10. Mai 2006): Sie will damit das Lesen als Instrument zur Verbreitung von Wissen fördern.
8. Mai 2008Der Berg ruft
„Der Berg ruft!“, heißt es jedes Jahr zur Pfingstzeit in Mittelfranken: Dann klettern die Bewohner der Universitätsstadt Erlangen auf einen Hügel, um sich dort bei ihrer Bergkirchweih zu vergnügen. Seit 253 Jahren gibt es dieses Volksfest, das heute beginnt und bis zum 19. Mai dauert. Die Einheimischen haben Ihren Berg und das Fest sogar noch lieber als die Universität, die ja auch nicht wenig das Image der Stadt verbessert und Geld in ihre Kassen spült.
7. Mai 2008Eine Rechnung, die nicht aufging
„Ihr Unternehmen, meine Damen und Herren, ergreift aus einer Position der Stärke die Chance, seine Aktivitäten mit denen eines führenden Automobilherstellers zusammenzuführen. Die DaimlerChrysler AG wird der drittgrößte und der global am besten positionierte Automobilhersteller der Welt sein“:
6. Mai 2008Ein Roter fährt schwarz
Vor 250 Jahren wurde der Revolutionär Maximilien Robespierre geboren, vor 65 Jahren Andreas Baader, der Gründer der Baader-Meinhof-Bande, aus der später die RAF hervorging. Ein französischer Radikaler, der mit Hilfe der Guillotine regierte, und ein deutscher Terrorist – keine dankbaren Figuren für einen Small Talk, selbst wenn ein markantes Kalenderjubiläum dazu einlädt. Da greifen wir doch lieber auf einen etwas unrunderen Geburtstag eines unverdächtigen Zeitgenossen zurück:
5. Mai 2008Es ist sieben Minuten vor Zwölf
Es ist fünf Minuten vor Zwölf: So beginnen die üblichen Panikmeldungen, die uns warnen, dass eine Katastrophe unmittelbar bevorsteht, wenn wir nicht sofort handeln. Damit verbunden ist ein moralischer Vorwurf, dass wir längst hätten handeln sollen. Etwas gnädiger geht es bei einer Veranstaltung zu, die sich hierzulande wachsender Beliebtheit erfreut:
2. Mai 2008Was der Krieg aus Menschen macht
Im Prado zu Madrid hängt ein Bild, das eine Erschießung darstellt. Gemalt wurde es vom Spanier Francisco Goya, und es trägt den Titel El Tres de Mayo. Die Erschießung fand tatsächlich statt: in der spanischen Hauptstadt, am 3. Mai vor 200 Jahren.
30. April 2008Eine Konstellation, die erst 2160 wieder eintritt
Morgen gibt es gleich zwei Gründe, warum unser Newsletter nicht erscheint. Der erste heißt 1. Mai und der zweite Christi Himmelfahrt - dass beide Ereignisse auf einen Tag fallen, ist für Arbeitnehmer alles andere als schön. Wäre 2008 kein Schaltjahr, hätten alle Werktätigen hierzulande und in vielen anderen Teilen Europas zwei Tage hintereinander frei gehabt.
29. April 2008Der höchste Sieg in der Bundesliga
Vor 30 Jahren endete die Bundesliga-Saison wegen der bevorstehenden Fußball-WM in Argentinien ungewöhnlich früh. Letzter Spieltag war der 29. April. Ungewöhnlich spannend war's auch: Punktgleich an der Spitze standen der 1. FC Köln und Titelverteidiger Borussia Mönchengladbach, allerdings durch die Differenz von 10 Toren getrennt. Würden beide Mannschaften ihr letztes Spiel gewinnen, musste Mönchengladbach also 10 Tore mehr schießen als der Geißbock-Klub. Anders ausgedrückt: Bei einem 1:0- oder 2:0-Sieg der Kölner beim FC Sankt Pauli mussten die Gladbacher gegen Borussia Dortmund mit 12:0 gewinnen. Genau das taten sie auch.
28. April 2008Ein fast vergessener Retter
Im Jahre 1980 ging der Aktenkoffer von Thomas Keneally zu Bruch. Der australische Schriftsteller brauchte dringend einen neuen. Da er gerade in Los Angeles war, ging er in Beverly Hills in ein entsprechendes Geschäft. Das gehörte einem Herrn mit dem in Kalifornien recht seltenen Namen Leopold Pfefferberg. Der Autor und der Verkäufer kamen ins Gespräch – und Pfefferberg erzählte Keneally seine Geschichte. Sie handelt von Krakau und dem südpolnischen Podgorze, wo der jüdische Lehrer vor dem Zweiten Weltkrieg lebte, und dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, wohin er mit seiner Familie von den deutschen Besatzern deportiert wurde.
25. April 2008Die Tagebücher, die die Welt doch nicht veränderten
Heute vor 25 Jahren erfuhren die Deutschen, dass ihre Vergangenheit keineswegs so war, wie sie in Schul- und anderen Büchern dargestellt ist. Verkündet wurde die neue Wahrheit von der Illustrierten Stern. Auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz präsentierte ihr Reporter Gerd Heidemann der staunenden Weltöffentlichkeit eine Reihe Kladden mit schwarzem Einband. Auf jedem Exemplar prangten gleich zwei Siegel, und oben links in der Ecke funkelte goldfarben das Kürzel F.H.
24. April 2008Jenseits der Welt der Bühnen und Laufstege
Heute ist Girls' Day, Mädchenzukunftstag. Er richtet sich an Schülerinnen im Alter zwischen 10 und 15 Jahren und befasst sich mit deren beruflichen Erwartungen und Aussichten. Die decken sich nicht immer, weshalb die Suche nach der späteren Beschäftigung nur selten im Traumjob endet. Ein Grund vielleicht, die Herangehensweise zu ändern und sich auch mal auf Felder zu begeben, die auf den ersten Blick ungewöhnliche Berufswege bereithalten.
23. April 2008Die Angst vor der Entscheidung
Der 23. April ist der Welttag des Buches. In Deutschland gibt es für den Lesestoff zwischen zwei Deckeln noch einen weiteren Ehrentag: den 10. Mai. Er erinnert an das unrühmlichste Datum der deutschen Literaturgeschichte: die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten an eben jenem Tag des Jahres 1933.
22. April 2008Nicht nur zur Faschingszeit
In der abgelaufenen Karnevals, Fastnachts- oder - je nach geographischem Standpunkt - Faschings-Saison war das Piratenkostüm die beliebteste Verkleidung. Weniger lustig geht es zurzeit auf den Meeren um Afrika zu: Dort treten Piraten ohne Ringelpulli und Augenklappe auf, gehen dafür aber ihrer ureigenen Beschäftigung nach: dem Kapern von Schiffen.
21. April 2008Ein Schweizer bittet um Asyl – in den USA!
Die Gründe, warum ein Schweizer die Vereinigten Staaten um politisches Asyl ersucht, verortet man in einem fernen Jahrhundert. Schließlich war es die Schweiz, die sich Emigranten und Flüchtlingen aus den Nachbarländern immer wieder als Exilland aussuchten. Was aber hatte der Mann, um den es heute geht, so Schlimmes getan?
18. April 2008Der Wolfsjunge
Im Jahr 1954 wurde in einem Krankenhaus der nordindischen Stadt Lucknow ein zehn, vielleicht auch zwölf Jahre alter Junge von einem Unbekannten abgegeben. Ramu, wie er bald genannt wurde, konnte weder aufrecht gehen noch sprechen. Die meiste Zeit verbrachte er auf dem nackten Fußboden liegend, nach Hundeart zusammengerollt. Er stieß tierähnliche Laute aus und ernährte sich ausschließlich von rohem Fleisch.
17. April 2008Die Frage nach dem Warum
'Man muss leben, als hätte man hundertfünfzig Jahre Zeit'; empfahl der Schriftsteller, der heute 111 Jahre alt geworden wäre, denn 'Hast ist der Feind des Lebens.' Dass die Menschen nicht so viel von dem kostbaren Gut zur Verfügung haben, wusste Thornton Wilder nur allzu gut. Nicht von ungefähr beginnt sein erfolgreichster Roman Die Brücke von San Luis Rey - er erschien 1927 und hielt drei Monate lang die Spitzenposition der US-Bestsellerliste - mit diesem Satz:
16. April 2008Hoffnung für Millionen
'Plötzlich hörte ich ein Geräusch, wie ein Windstoß. Ich schaute hinauf zur Grotte, und da sah ich eine Frau, ganz in Weiß, mit einem weißen Kleid. Vor ihrem Gesicht hatte sie einen blauen Schleier, und auf jedem Fuß eine gelbe Rose.' Wen die 14-jährige Bernadette Soubirous in einfachsten Worten beschrieb, war niemand anderes als die Mutter Gottes. Zu diesem Schluss kam der Dorfpfarrer von Lourdes nach eingehender Befragung der schlichten Müllerstochter.
15. April 2008Der Mann, der seine Schuhe aß
Von seiner ersten Polarexpedition kehrte John Franklin noch lebend zurück. Das war schon ein kleines Wunder, denn nach zwei Überwinterungen im ewigen Eis war die Reise mit zahlreichen Entbehrungen verbunden. Zurück in England, wurde er als 'der Mann, der seine Schuhe aß' zum gefeierten Helden. Die nächste Fahrt ins Ungewisse ließ nicht lange auf sich warten.
14. April 2008Er tat nichts, taugte nichts und rauchte viel
'Er tat nichts, taugte nichts und rauchte viel': Dieses vernichtende Urteil über einen Schriftsteller fällte - seine Haushälterin. Andere hielten mehr von seinen Fähigkeiten, so die Redakteure der Vossischen Zeitung in Berlin, die seine Theaterkritiken gerne veröffentlichten. Später wurde er sogar richtig berühmt: mit der Tragödie Emilia Galotti etwa, oder dem Lustspiel Minna von Barnhelm; vor allem aber mit dem Drama Nathan der Weise, das heute noch gängige Schullektüre ist.
11. April 2008Drei Kugeln auf Rudi Dutschke
'Drei Kugeln auf Rudi Dutschke/Ein blutiges Attentat/Wir haben genau gesehen/Wer da geschossen hat', dichtete Wolf Biermann. Der Sänger glaubte auch zu wissen, wer hinter der Tat steckte: 'Die Kugel Nummer Eins kam aus Springers Zeitungswald.' Unbestritten ist, wer an jenem 11. April 1968 auf den Wortführer der deutschen Studentenbewegung schoss: der Anstreicher Josef Erwin Bachmann.
10. April 2008Ein Kreuzzug, der nie stattfand
Tewodros II. von Äthiopien kommt das Verdienst zu, aus einem zerstrittenen, in viele Fürstentümer gespaltenen Territorium ein in sich geschlossenes, später sogar mächtiges Reich geschaffen zu haben. Nachdem die Einigung des Landes vollzogen war und sich das Christentum in Äthiopien endgültig gegen den Einfluss des Islam durchgesetzt hatte, wurde der Kaiser größenwahnsinnig.
9. April 2008Deutsch lernen wegen Tokio Hotel
Als die deutsche Bundeskanzlerin ihre viel beachtete Rede in der Knesset hielt, blieb ein knappes Dutzend Abgeordneter dem israelischen Parlament fern. Grund war, dass Angela Merkel ihren Vortrag auf Deutsch hielt - der "Sprache der Täter", die sechs Millionen Juden ermordeten. Seitdem sind mehr als sechs Jahrzehnte vergangen, und die heranwachsende Generation in Israel hat kein Problem mehr mit der deutschen Sprache. Im Gegenteil: Nicht wenige Teenager wollen sie lernen. Und das sogar freiwillig, da sie in Israel auf kaum einem Lehrplan steht.
8. April 2008Wir Höllers halten zusammen
Heute vor fünf Jahren verurteilte das Landgericht Würzburg einen bekannten Motivationstrainer wegen Untreue, vorsätzlichen Bankrotts und falscher eidesstattlicher Versicherung zu einer längeren Haftstrafe. Das war nicht nett, hat Jürgen Höller aber auch nicht weiter geschadet. Im Gegenteil: Er zeigte, dass er ein echter Motivationskünstler ist und auch dem harten Knastalltag Positives abgewinnen kann (siehe unseren Newsletter vom 29. Januar).
7. April 2008Die älteste deutsche Universität
Wann wurde die erste deutsche Universität gegründet? Und wo? Das ist eine beliebte Frage, die Geschichtsstudenten noch heute gern gestellt wird. Nicht immer gibt es darauf die richtige Antwort. Es ist ja auch nicht so einfach.
4. April 2008Ein Attentat, das wohl nie aufgeklärt wird
Sein Vater war Geistlicher und hatte ihm den Vornamen Michael gegeben. Später überlegte Michael senior es sich anders und nannte sich selbst wie auch seinen Sprössling Martin Luther King - in Anlehnung an den großen deutschen Reformator. Martin Luther King junior legte eine beispiellose Laufbahn hin: Theologiestudium mit Doktorabschluss, Vorsteher einer Baptistengemeinde in Alabamas Hauptstadt Montgomery, Anführer der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, Gewinner des Friedensnobelpreises.
3. April 2008Schon mal an einer Hängeparty teilgenommen?
Der 1. April ist leider vorbei. Schade um den schönen Anlass, zumal sich wieder ein Thema aufdrängt, das an einem solchen Datum gerne aufgenommen wird. Es geht um die mysteriöse Hängeparty, deren Ende die Bonner CDU geradezu enthusiastisch begrüßt. Leider führt die Webseite http://www.cdu-beuel-nord.de nicht näher auf, was sich an diesem geselligen Abend exakt abspielte. Es wird nur berichtet, dass die Veranstaltung ziemlich lange dauerte.
2. April 2008Ein kleiner Ort im Erzgebirge und der Siegeszug des Tango
Ich gebe es zu: Der Tango wurde nicht von den Finnen erfunden, und auch das Monotonen-Museum wird weiter seiner Errichtung harren. Was am gestrigen Beitrag (siehe unseren Newsletter 'Als der Tango erfunden wurde' vom 1. April) jedoch stimmt, ist die Sache mit Carlsfeld und dem Bandoneon. Der kleine Ort im Erzgebirge an der Grenze zu Tschechien ist in Argentinien ein Begriff - wegen seines Musikinstruments, das allerdings seit 1952 nicht mehr hergestellt wird.
1. April 2008Als der Tango erfunden wurde
Der Tango ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann: Dieser Satz beschreibt eine Leidenschaft, die von Argentinien und Uruguay ausgehend ganz Südamerika und schließlich auch den Rest der Welt erfasste. Sogar in Japan und Russland wird leidenschaftlich Tango getanzt. Deutschland hat ebenfalls einen Anteil an der Popularität der lateinamerikanischen Rhythmen:
31. März 2008Gebrochenes Englisch - ungebrochener Kampfgeist
„Mir kann eigentlich nichts passieren“, versicherte Egon Erwin Kisch seinem Schriftstellerkollegen Friedrich Torberg: „Ich bin ein Deutscher. Ich bin ein Tscheche. Ich bin ein Jud. Ich bin aus gutem Hause. Ich bin Kommunist. Ich bin Corpsbursch. Etwas davon hilft mir immer.“ Gar nichts schien ihm mehr zu helfen, als die von Kisch geplante und begonnene Australienreise unter einem denkbar ungünstigen Stern stand. Doch der Reihe nach:
28. März 2008Einfache Wahrheiten, die nicht mehr stimmen
Vor 111 Jahren wurde Sepp Herberger geboren. Bis heute hat der frühere Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Kultstatus: zum einen wegen der sensationell gewonnenen Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz, zum anderen wegen seiner Sprüche. Die sind herrlich lakonisch und in ihrer logischen Konsequenz kaum zu überbieten. Einige Kostproben:
27. März 2008Sehr realitätsnahes Theater
Heute ist der Internationale Tag des Theaters. In unserer Ausgabe vor genau einem Jahr (siehe unseren Newsletter 'Beiße nie die Hand, die dich füttert!' vom 27. März 2007) widmeten wir uns aus diesem Anlass den Bühnenprofis. Heute stehen die Amateure im Mittelpunkt: genauer gesagt die Laienschauspieler, die allabendlich an einer merkwürdigen Inszenierung in Ingolstadt teilnehmen.
26. März 2008Unser Lieblingsgegner
Heute abend trifft die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in Basel auf ihren Lieblingsgegner, die Schweiz. Gegen keine andere Mannschaft hat sie so oft gewonnen. Dabei begann die sportliche Beziehung keineswegs verheißungsvoll:
25. März 2008Als 99 Luftballons die Welt eroberten
Können Sie sich noch an Nenas Hit 99 Luftballons erinnern? Heute vor 25 Jahren eroberte er Platz 1 in Deutschlands Hitparade - um nur eine Woche danach schon wieder verdrängt zu werden. Dennoch ist die Scheibe hierzulande die erfolgreichste der Sängerin. Und nicht nur das: Nenas pazifistisch angehauchter Song eroberte die Spitze der Popmusik-Charts in nicht weniger als 14 Ländern:
20. März 2008Nie mehr blütenweiße Trikots
Lange nichts mehr vom Elch gehört, finden Sie nicht auch? Leider habe ich auch heute nichts Neues über das Tier des Jahres 2007 zu vermelden - sondern nur über sein Feindbild: den Jägermeister. Der Begriff wurde 1934 in Deutschland für Jagdaufsichtsbeamte eingeführt und rasch von einem der Obernazis adaptiert: Hermann Göring nannte sich in Anspielung an seine größte Leidenschaft fortan "Reichsjägermeister".
19. März 2008Warum der Frühling schon morgen beginnt
In manchen Kalendern und auf nicht wenigen Internetseiten ist zu lesen, dass übermorgen der Frühling beginnt. Die schlechte Nachricht: Das stimmt nicht. Die gute: Er beginnt schon morgen. In aller Herrgottsfrühe, um 6 Uhr 48 mitteleuropäischer Zeit, wird es so weit sein.
18. März 2008Der Geburtstag der Demokratie in Deutschland
Der 18. März 1848 ist der Geburtstag der Demokratie in Deutschland, steht auf der Internetseite www.maerzrevolution.de geschrieben. Als ein Symbol für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, so die Betreiber der Website, sollte man ihn zum Gedenk- und Feiertag erklären:
17. März 2008Wo der St. Patrick's Day zuerst gefeiert wurde
Heute ist der Tag, an dem der heilige Patrick angeblich geboren und auch gestorben ist. Der Geschichte des irischen Heiligen hatten wir bereits heute vor zwei Jahren eine Newsletter-Ausgabe gewidmet. In der aktuellen wollen wir uns mit den Festivitäten anlässlich des 17. März befassen.
14. März 2008Richtige Analyse - falscher Schluss?
In das Poesiealbum seiner Tochter Jenny trug er als seine Lieblingstugend 'Einfachheit' ein. Leider war diese ihm, zumindest was seine schriftliche Ausdrucksweise betrifft, nicht immer gegeben. Der erste Band seines Hauptwerks erschien 16 Jahre später als geplant. Das ist wohl auch ein Grund, warum das Buch mit dem blauen Einband meist bis auf das Eingangskapitel ungelesen in den Regalen selbst seiner Anhänger verstaubt.
13. März 2008Affe oder Apostel?
'Eine seltsamere Ware gibt es schwerlich in der Welt', befand der Göttinger Physikprofessor Georg Christoph Lichtenberg: 'von Leuten gedruckt, die sie nicht verstehen; von Leuten verkauft, die sie nicht verstehen; gebunden, rezensiert und gelesen von Leuten, die sie nicht verstehen, und nun gar geschrieben von Leuten, die sie nicht verstehen.'
12. März 2008Karriere trotz Drogen
Geboren in Boston, aufgewachsen auf der idyllischen Ferieninsel Martha's Vineyard vor der amerikanischen Ostküste, geschult an Klavier, Geige, Cello und Gitarre schien nichts auf die spätere Drogenkarriere hinzudeuten.
11. März 2008Was der Mensch am liebsten liest
Treue Leser unseres Newsletters kennen sicher noch Jürgen Udolph: Über Deutschlands einzigen Professor für Namensforschung - er lehrt an der Universität Leipzig - berichteten wir in unseren Ausgaben vom 12. Juni und 13. März 2006.
10. März 2008'Ich habe fertig'
'Fußball ist immer ding, dang, dong.' Was das wohl heißen mag? Vielleicht, dass Fußball ein ziemlich unberechenbares Spiel ist, welches viel Raum für Chaos lässt - und deswegen das Ergebnis nur schwer vorherzusagen ist. Das Zitat stammt jedenfalls von einem Trainer, der mehr als 20-mal Meister geworden ist.
7. März 2008Nie mehr warmer Getreidebrei!
Kennen Sie ein Nahrungsmittel, das aus gekochtem, anschließend breitgewalztem und danach getrocknetem Mais besteht? Genießbar ist es bereits in der Urform - fragen Sie Ihr Kaninchen, Ihr Meerschweinchen oder Ihre Hausratte! Wir Menschen mögen es auch, am liebsten frühmorgens in der Kombination mit Milch oder Joghurt. Die Rede ist von Cornflakes, die heute vor 111 Jahren erfunden wurden.
6. März 2008Räumliche + zeitliche Distanz = weniger Brisanz
Politik gehört eigentlich nicht in den Small Talk, aber diese Woche drängen sich Themen mit solchem Hintergrund geradezu auf. Sie können sie dennoch in die leichte Konversation einbringen, da sie aufgrund räumlicher oder zeitlicher Distanz viel an Brisanz verloren haben. Als heute vor 25 Jahren die Grünen erstmals in den Bundestag eingezogen waren, sahen nicht wenige Wähler der etablierten Parteien das Ende der Demokratie eingeläutet. Längst sind die Bürgerschrecks von damals salonfähig geworden, und ihr parlamentarischer Geschäftsführer der ersten Stunde bekleidete sieben Jahre lang das Amt des Außenministers.
5. März 2008Der Erfinder der Tobin-Steuer
Vier von fünf Devisengeschäften bestehen aus dem Hin- und Herverschieben von Kapital meist innerhalb eines Tages. Leute, die damit ihr Geld verdienen, bezeichnen dieses lukrative Geschäft als Investitionen und Rückinvestitionen; andere sehen darin reine Spekulationsgeschäfte. Das tat auch der Mann, der heute 90 Jahre alt geworden wäre: James Tobin, Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisgewinner des Jahres 1981, forderte eine Gewinnsteuer von einem Prozent auf alle derartigen Transaktionen. Daraus entwickelte sich eine weltweite Bewegung:
4. März 2008Junior Super Tuesday
Der Super Tuesday vor einem Monat hatte für das Lager der Demokraten erwartungsgemäß noch keine Entscheidung gebracht. Das kann sich heute ändern:
3. März 2008Russland hat einen neuen Präsidenten
Gestern war die Präsidentenwahl in Russland, gewonnen hat der Mann mit dem Bären im Namen: Dmitrij Medwedew. Glauben Sie jetzt bitte nicht, dass ich den Urnengang abgewartet hätte, bis ich den Artikel schrieb. Das Ergebnis stand ja schon lange vorher fest. Medwedew, fand die Illustrierte Stern, sei der Kuschelkandidat für den Kreml: Es spiele kaum eine Rolle, wer im größten Land der Erde Ministerpräsident und wer Präsident sei. Es ist anzunehmen, dass sich der nach wie vor starke Mann, Wladimir Putin, mit seinem medwed, seinem Bären, verstehen wird.
29. Februar 2008Ein Datum, das es nicht einmal alle vier Jahre gibt
Eigentlich wäre der Februar gestern zu Ende gegangen. Da aber 2008 ein Schaltjahr ist, müssen Sie den kältesten Monat noch einen Tag länger aushalten. Eingeführt hatte den Extratag Julius Cäsar bereits im Jahr 46 vor Christus: Seine Astronomen hatten wie schon zuvor die alten Ägypter erkannt, dass das Jahr nicht nur 365 Tage, sondern dazu noch sechs Stunden länger dauerte.
28. Februar 2008Der Mann, der Billy the Kid erschoss
Das Album Pat Garrett & Billy the Kid ist eines der schwächsten von Bob Dylan. Es bildete den Soundtrack zum gleichnamigen Western - in dem der Liedermacher übrigens eine Nebenrolle spielt - und erhielt dadurch mehr Beachtung, als es eigentlich verdiente. Ein Song brachte es sogar zu Weltruhm: Knocking on Heaven's Door haben seitdem zahlreiche Interpreten neu aufgenommen. Noch heute wird das Stück von Hobbymusikern gerne auf der Gitarre gequält.
27. Februar 2008Der erste König, der vom Glauben abfiel
Von König Heinrich VIII. von England ist bekannt, dass er sechs Frauen besaß und mit dem Papsttum brach. Doch war er nicht der erste Monarch in Europa, der diesen Schritt vollzog. Schon ein Jahrhundert zuvor schwor Georg von Podiebrad der römisch-katholischen Kirche ab und bekannte sich als frisch gekrönter König von Böhmen ausdrücklich zur Lehre des Reformators Jan Hus. Das war am 27. Februar 1458, also heute vor 550 Jahren.
26. Februar 2008Heute ist Anmeldeschluss
Treffen sich zwei Jäger. Beide sind tot. Witze über Jäger gibt es viele, aber kaum einer ist so kurz wie dieser. Sie können ihn sich für die allerletzten Sekunden eines Small Talks aufbewahren - zeitlich unterkriegen werden Sie ihn auf jeden Fall. Ob er ankommt, hängt davon ab, wie intensiv Ihr Gegenüber dem Waidwerk frönt.
25. Februar 2008Wo Flüchtlinge für Negativschlagzeilen sorgen
Als in diesem Newsletter das letzte Mal von Liechtenstein die Rede war (siehe Ausgabe vom 11. Oktober 2005), wurde darauf hingewiesen, dass der Zwergstaat außer Banken und Briefkastenfirmen auch anderes zu bieten hat: eine kleine, aber feine Industrie - und ein nicht minder effizientes Fußballteam. Letzteres machte in der Qualifikation zur Europameisterschaft mal wieder von sich reden:
22. Februar 2008Ein Land, das zweimal unabhängig wurde
Am Wochenende feiert Estland seinen Unabhängigkeitstag: Das kleine Land im Norden Europas stand die längste Zeit unter Einfluss von außerhalb: Zuerst räuberten dort die Wikinger, dann eroberten es die Dänen, anschließend missionierten die geistlichen Ritter vom Deutschen Orden die Region. 1721 wurde Estland russisch - und blieb es bis zum 24. Februar 1918:
21. Februar 2008Die fünfte Münchner Jahreszeit
In Köln, Düsseldorf und anderen närrischen Hochburgen ist der Karneval die fünfte Jahreszeit; in München beginnt diese erst nach Aschermittwoch. Die Rede ist vom Starkbierfest. Das wird heute eingeläutet und dauert bis zum 9. März. Die Tradition geht zurück auf die Mönche vom Paulanerorden. Seit 1627 betrieben sie im heutigen Stadtgebiet oberhalb der Isar das Kloster Neudeck ob der Au.
20. Februar 2008Tod durch Karoshi
Die Neigung, sich tot zu arbeiten, soll eine typisch deutsche Eigenschaft sein. Das Wort dafür haben jedoch die Japaner erfunden: Karoshi, Tod durch Überarbeitung, heißt die Krankheit, der in der zweitgrößten Ökonomie der Welt jährlich zehntausend Übereifrige zum Opfer fallen (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 19. Juli 2006). Aber was heißt übereifrig?
19. Februar 2008Die Liga der Besten
Heute rollt nach langer Winterpause endlich wieder der Ball in der Champions League. Den Wettbewerb für die besten europäischen Vereinsmannschaften gibt es seit 15 Jahren. Damals löste er den Europapokal der Landesmeister ab, der seit der Saison 1955/56 ausgetragen wurde. Doch während der Vorgängerwettbewerb ausschließlich Teams vorbehalten war, die in der heimischen Liga die Meisterschaft gewonnen hatten, dürfen in der Champions League bis zu vier Mannschaften eines Landes mitmachen.
18. Februar 2008Der Kopfmensch und der Lebemann
Der eine ist Kopfmensch, befasst sich mit der Sinnsuche im allgemeinen und dem Philosophen Friedrich Nietzsche im besonderen. Er wendet sich dem Zen-Buddhismus zu. Der andere lässt seinen Gefühlen freien Lauf, liest ungern und kennt von Nietzsche vermutlich nur die Aufforderung, die Peitsche beim Umgang mit dem vermeintlich schwächeren Geschlecht nicht zu vergessen. Er lässt den lieben Gott einen guten Mann sein.
15. Februar 2008Zwei Tore, die Geschichte machten
'Wir gewinnen, das ist doch wohl klar. Wenn wir die nicht schlagen, fahre ich mit dem nächsten Zug nach Hause.' 'Wir', das war die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Das abschätzige 'die' stand für den Auftaktgegner bei der WM 1982:
14. Februar 2008Der vielseitige Valentin
'Der Valentinstag', schreibt Wikipedia, 'hat nichts mit der Sage um den als Märtyrer gestorbenen heiligen Valentin zu tun.' Die Online-Enzyklopädie sieht wirtschaftliches Kalkül hinter dem Brauchtumstag: 'An Popularität gewann er durch den Handel mit Blumen, besonders jedoch durch die umfangreiche Werbung der Floristen.' Doch ist der Valentinstag wirklich eine Erfindung der Geschäftsleute?
13. Februar 2008Großartige Momente, grässliche Viertelstunden
Er hing den Ideen des französischen Frühsozialisten Pierre-Joseph Proudhon an, nach denen Eigentum, das keinen Produktionszwecken zugeführt wird, Diebstahl ist. Er war befreundet mit dem russischen Anarchisten Michail Bakunin, der den Kapitalismus durch eine kollektive Gesellschaftsordnung ersetzen wollte. Zu seinen Bewunderern zählten Geistesgrößen wie der Philosoph Friedrich Nietzsche und weltliche Potentaten wie König Ludwig II. von Bayern.
12. Februar 2008Bescheidener Stil, beachtliche Songs
Australische Rock- und Popmusik - das ist nicht nur AC/DC und Kylie Minogue. Die wohl anspruchsvollste Band, die der fünfte Kontinent hervorgebracht hat, sind die Go-Betweens. Der Name - ins deutsche übersetzt bedeutet er 'Mittler' - war Programm; die Combo vereinigte den Stil avantgardistischer US-Songwriter wie Bob-Dylan mit Country-, Folk-, Rock- und Gothic-Elementen. Manchmal waren die Lieder tieftraurig:
11. Februar 2008Wenn ein Atompilz das Riesengebirge erleuchtet
Wenn in Tschechien schönes Wetter ist, kann man sich die Schuhsohlen in wunderschönen Wandergebieten ablaufen. Regnet es, sieht die Sache schon anders aus. Man bleibt in der Pension, schaltet aus Langeweile den Fernseher an und sieht verregnete Bilder von wunderschönen Wandergebieten. Das schont zwar die Schuhsohlen, hilft aber nix gegen Depressionen. Besser ist da schon, wenn die düsteren Aufnahmen von einem Geistesblitz erhellt werden:
8. Februar 2008Der größte Ökonom der Welt
'In jungen Jahren', so der Wirtschaftswissenschaftler Joseph Schumpeter, 'wollte ich immer der größte Ökonom der Welt, der beste Reiter Österreichs und der beste Liebhaber Wiens werden. Bei der Reiterei habe ich leider zurückstecken müssen.' An mangelndem Selbstbewusstsein litt der Spross einer reichen Tuchfabrikantenfamilie in Südmähren, das damals noch zur k.u.k. Monarchie gehörte, zu keiner Zeit:
7. Februar 2008Ein schlaues, selbstbewusstes und hart arbeitendes Tier
Sie mögen alles, was Menschen auch mögen, und fressen es liebend gerne. Doch nicht die Nahrungskonkurrenz hat sie dem Menschen häufig zum Feind gemacht, sondern eher die Tatsache, dass sie Krankheiten übertragen - etwa die Pest, die im Mittelalter und der frühen Neuzeit ganze Landstriche in Europa entvölkerte. Dabei sehen sie eigentlich recht possierlich aus, wie selbst Alfred Brehm, der Autor des berühmten Brehms Tierleben und beiliebe kein Freund der Nager, zugeben musste.
6. Februar 2008Ash Wednesday
Auf der englischsprachigen Wikipedia-Seite heißt der Aschermittwoch Ash Wednesday. (Ich habe diese Überschrift aus rein ästhetischen Gründen gewählt: Sie passt so schön zur gestrigen). Dort finden Sie manche das Datum betreffende Information, die Sie auf der deutschsprachigen Seite vergeblich suchen. Der Aschermittwoch liegt immer exakt 46 Tage vor Ostern und variiert entsprechend mit dem Kalendertermin des höchsten christlichen Feiertags.
5. Februar 2008Super Tuesday
Heute werden einige Entscheidungen bei den US-Vorwahlen fallen - wenn auch nicht alle. In 22, also fast der Hälfte aller Bundesstaaten, sollen die Wähler beider Lager abstimmen, welchen der Bewerber sie gern als Präsidentschaftskandidaten hätten.
1. Februar 2008Morgen ist Groundhog Day
Morgen früh, um 7 Uhr 25 Ortszeit, ist es wieder so weit: Dann wird auf dem Hügel Gobbler's Knob unweit der Ortschaft Punxsutawney im Osten der USA das Waldmurmeltier Phil aus seinem Bau gelockt. Entscheidend ist, was dann passiert:
30. Januar 2008Vor dem Gesetz sind alle gleich. Vor dem P1 nicht.
Vor dem Gesetz sind alle gleich. Vor dem Gesetz, schreibt Franz Kafka in seinem Roman Der Prozess, steht aber auch ein Türhüter. Und an dem kommt kaum einer je vorbei. Als Kafka seinen Roman 1914 schrieb, nahm er in seiner Heimatstadt Prag vor allem eine drückende Enge wahr - verbunden mit dem Gefühl, nicht dazuzugehören. Wie hätte er sich wohl im heutigen München gefühlt? Ihre Kosmopolität verbindet die Stadt aufs angenehmste mit einem Bekenntnis zu ihren bayerischen Wurzeln:
29. Januar 2008Vom Millionär zum Toilettenbürster
In letzter Zeit werde ich manchmal darauf angesprochen, ob ich mit Jürgen Höller (kennen Sie bestimmt: der Motivationskünstler, der ganze Hallen füllt) verwandt bin. Um es vorwegzunehmen: Ich bin es nicht. Aber ich wäre es gerne. Dann würde Onkel Jürgen von den vielen Millionen, die er verdient, vielleicht etwas an mich abgegeben. Doch ich bin auch so zufrieden. Jürgen Höller hat ja nicht nur gute Zeiten hinter sich:
28. Januar 2008Der Mann, der den FC zum letzten Meistertitel führte
Wer aus der Leserschaft, der außerhalb Kölns wohnt und den Geißbockverein nur mit der Käsezunft in Zusammenhang bringt, kann sich an Heinz Flohe erinnern? Dabei gehörte der Kölner Mittelfeldmotor einst zu den ganz großen Spielern in Deutschland. Als Flohe noch Regie führte, fuhr der 1. FC Köln seinen bislang letzten Meistertitel ein. Das war vor 30 Jahren; und ich hoffe sehr, dass es nicht weitere drei Jahrzehnte dauern wird, bis es wieder soweit ist.
25. Januar 2008Ein Kaiser, von dem wenig in Erinnerung blieb
Es ist nicht schön für einen Prinzen, unendlich lange auf die Thronfolge zu warten. Geradezu tragisch ist es, wenn man, als es endlich so weit ist, unheilbar erkrankt. Das passierte Friedrich III. Drei Jahrzehnte lang hatte sein Vater Wilhelm I. zunächst in Preußen und später als deutscher Kaiser regiert. Friedrichs Herrschaft dagegen sollte nur 99 Tage währen. So ging das Jahr 1888 als Dreikaiserjahr in die deutsche Geschichte ein:
24. Januar 2008Falls Sie heute abend noch nichts vorhaben...
... und in Bonn wohnen, wüsste ich einen netten Zeitvertreib: Im dortigen 'Südbahnhof' (Adresse: Ermekeilstraße 32, Bonn-Südstadt) steigt um 20 Uhr 30 eine Veranstaltung der besonderen Art: Tiere wehren sich ist ein Kabarettprogramm, an dem auch der Autor der Zeilen, die Sie gerade lesen, beteiligt ist. Auf dem Plakat werben die Veranstalter mit einem Zweizeiler:
23. Januar 2008Ein Nest in den Schweizer Bergen wird zum Nabel der Welt
Heute treffen sich, in 1560 Meter Höhe, die Topmanager der Welt. Im Graubündner Kurort Davos wollen über 2000 Firmenchefs, Politiker und Wissenschaftler fünf Tage lang die klare Bergluft nutzen: um ökonomische Krisen zu bewältigen, konjunkturelle Talfahrten zu stoppen, wirtschaftliche Probleme zu lösen und die schlimmsten Auswirkungen der Globalisierung einzudämmen.
22. Januar 2008Früher standen Polizisten höher im Kurs
Können Sie sich noch an unseren Newsletter vor genau einem Jahr erinnern? Am 22. Januar 2007 berichteten wir über ein schnauzbärtiges Männlein mit weißer Schirmmütze, grüner Jacke und brauner Hose. Das können Sie bei E-Bay käuflich erwerben. Wenn Sie Glück haben, ergattern Sie den Playmobil-Artikel 4609 für einen Euro fünfzig. Das war mal anders:
21. Januar 2008Verwexlungen
'Manche meinen, lechts und rinks kann man nicht velwechsern. werch ein illtum!', dichtete der österreichische Lyriker Ernst Jandl in seiner typischen Kleinschreibweise. Dieser Newsletter verwendet zwar großzügigerweise auch Versalien, vor Verwechslungen ist er nicht gefeit. Und es sind durchaus die feinen Unterschiede - mit leider gar nicht so kleiner Wirkung - die dem Verfasser Probleme bereiten.
18. Januar 2008Der Tag, an dem der Spiegel Konkurrenz bekam
Es gab eine Zeit, da war der Spiegel laut Eigenwerbung auf Seite drei 'Europas größtes, Deutschland einziges Nachrichtenmagazin'. Das änderte sich schlagartig am 18. Januar 1993. Heute vor 15 Jahren erschien erstmals der Focus. Mit aggressiver Werbung und Sprüchen, die seinem Nachnamen alle Ehre machten ('Fakten, Fakten, Fakten - und immer an den Leser denken'), versuchte Verleger und Chefredakteur Helmut Markwort dem großen Vorbild den Rang streitig zu machen.
17. Januar 2008Gute Nachricht für alle Schweine
Die gute Nachricht vorweg: Heute erhalten alle Schweine besonders gutes Futter. Und die schlechte? Ab morgen wird ihnen wieder der übliche Fraß vorgeworfen. Der 17. Januar ist der Tag des heiligen Antonius, des Schutzpatrons der Haustiere. Sollten irgendwelche Rindviecher diesen Newsletter lesen, muss ich sie (Gruß an den Korrektor: bitte sorgfältig darauf achten, dass ich 'sie' klein geschrieben habe!) leider enttäuschen:
16. Januar 2008Bye bye Plastikbeutel
Wenn Australien ab 2010 die Glühbirne verbietet, kann es ihrem Erfinder wurscht sein: Zum Glück hat Jara Cimrman (siehe unseren Newsletter vom 12. Oktober 2007) auch das Nachfolgeprodukt, die Energiesparlampe, entwickelt. Doch das Thema des heutigen Newsletters ist nicht das - leider fiktive - Prager Universalgenie; sondern das Riesenland in der südlichen Hemisphäre, in das unsere Bundesrepublik einundzwanzigeinhalb Mal hineinpasst.
15. Januar 2008Bis ans Ende der Welt
Soooo viele Menschen beziehen unseren Newsletter nicht. Deshalb hatte ich gedacht, dass die beiden Leserinnen aus den USA die am weitest entfernt wohnenden sind. Vielleicht, hoffte ich, würde sich ja eines Tages jemand von der Westküste der Vereinigten Staaten oder aus dem kanadischen British Columbia melden. Doch die erfreuliche Nachricht erreichte uns aus einer ganz anderen Richtung.
14. Januar 2008Bravourös am Berg, erfolglos in der Ebene
„Es gibt noch einen Riesenberg, den ich gern besteigen möchte! Das ist der Mount Everest! Zum Gipfel eines jeden Berges führt ein gangbarer Weg. Ich glaube sicher, dass es auch einen auf den Mount Everest, den Allerhöchsten, gibt.“ Er selber schaffte es nicht mehr dorthin. Dafür gelang ihm etwas, was keiner vor ihm vollbracht hatte:
11. Januar 2008Das verflixte siebte Jahr
Der Euro ist kein Teuro: Das bestätigen uns stets aufs Neue Politiker aller Couleur. Als Nachweis führen sie hochoffizielle Quellen an, etwa den Verbraucherpreisindex für Deutschland des Statistischen Bundesamtes. Doch der ausgewählte Warenkorb an Produkten enthält beileibe nicht immer das, was ein Durchschnittsbürger täglich kauft. Otto Normalverbraucher hat ein empfindliches Gespür für Teuerungen, die ihn täglich treffen. Es beginnt mit dem morgendlichen Brötchenkauf, setzt sich an der Tankstelle fort und endet beim Feierabendbier.
10. Januar 2008Für Fußballfans und Freizeitmusiker
Können Sie sich noch an das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen Italien vor dreißig Jahren erinnern? Nein? Schade, denn das Match war so schlecht nicht. Deutschland gewann, was gegen die Italiener selten vorkommt, mit 2:1. Und noch einen Gewinner hatte die Begegnung: In der Halbzeitpause trat ein bis dato unbekannter Musiker auf und unterhielt die 75 000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion mit virtuosem Orgelspiel.
9. Januar 2008Eine herzergreifende Fabel, politisch wenig korrekt
Dummheit, die man bei andern sieht, wirkt meist erhebend aufs Gemüt: Aus dieser Erkenntnis schuf ein Dichter Kapital, der heute vor 100 Jahren gestorben ist. Seine Zeichnungen erfreuten Millionen Kinder, und bestimmt haben auch Sie in Ihrer Jugend die eine oder andere illustrierte Geschichte von Wilhelm Busch gelesen.
8. Januar 2008Ein Denkmal für den Elch
Das Jahr des Elchs ist seit gerade mal einer Woche vorbei, und über Reiterdenkmäler haben wir bereits mehrfach berichtet (zuletzt in der Ausgabe vom 27. November 2006). Was bringt uns dazu, diese Themen - noch dazu in kombinierter Form - wieder aufzugreifen? Es ist eine Statue, die 28-mal so groß ist wie ein Mensch und immerhin noch 20-mal so hoch wie ein ausgewachsenes Exemplar unseres gehörnten Freundes.
7. Januar 2008Ein zweifelhaftes Manöver
Vertrauen wird dadurch erschöpft, dass es in Anspruch genommen wird, schrieb der Dichter und Dramatiker Bertolt Brecht. Dieser pessimistischen Einschätzung schien das politische Manöver zu entsprechen, das ein deutscher Kanzler kurz nach seiner Kür durch den Bundestag einleitete:
4. Januar 2008Ein König der Schlagfertigkeit
Spanische Monarchen waren bei ihrem Volk lange Zeit nicht sonderlich beliebt. Das änderte sich, als der volkstümliche Juan Carlos den Thron bestieg. Bis heute wird er für sein entschlossenes Auftreten von allen Politikern verehrt. Vom Volk wird er sogar geliebt. Letzteres liegt auch an seiner Schlagfertigkeit...
3. Januar 2008Eine Leserin, die noch weiter weg wohnt als Maria Glock
Unser Newsletter zieht immer weitere Kreise. Ende letzten Jahres hatten wir noch behauptet, unsere vom Redaktionssitz am weitesten entfernte Leserin lebe im US-Bundesstaat Pennsylvania. Doch es gibt jemand, der beziehungsweise die noch weiter weg wohnt und täglich von uns liest:
2. Januar 2008Eine Behörde zum Schutz des freien Wettbewerbs
Das Credo des Kapitalismus lautet: Freier Wettbewerb. Wird der Wettbewerb zu frei, ziehen alle, die solchem Liberalismus vorher das Wort geredet haben, die Notbremse. Auf Wirtschaftslatein heißt das: Sie gründen ein Kartell. Ursprünglich galten solche Vereinbarungen für Ritterturniere, in denen ein bestimmtes Regelwerk eingehalten werden sollte. Das feudale Relikt ließ sich aber ganz gut auf die Neuzeit anwenden - vor allem, wenn diejenigen, die am Wettbewerb teilnahmen, auch die Spielregeln bestimmen konnten.
Melden Sie sich am besten noch heute zu unserem neuen Newsletter „Das Small Talk-Thema des Tages“ an!

 

   

Startseite | Tipps zum Small talk | Small talk-Themen | Newsletter-Anmeldung | Shop

Links aus unseren Newslettern | Über Ralf Höller | Blog | Buch-Rezensionen | Kontakt & Impressum | Presse

 

  
Diese Seite wurde vom McAfee SiteAdvisor auf Sicherheit überprüft Gelassenheits-Schaf
© 2005-2017, web suxxess factory   
Impressum