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Das Small Talk-Thema des Tages 

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Small Talk-Themen – alle bisher erschienenen Ausgaben

Hier finden Sie alle bisher erschienenen Ausgaben unseres Newsletters „Das Small Talk-Thema des Tages“ für 2009:

2009   2008   2007 -  2006 -  2005

5. Januar 2010Das neue Jahr und die guten Vorsätze
„Es gibt bereits alle guten Vorsätze“, stellte schon im 17. Jahrhundert Blaise Pascal fest, „wir brauchen sie nur noch anzuwenden.“ Vielleicht müssen auch Sie sich mit dem Spruch des der französische Mathematiker und Philosophen trösten, falls Sie schon Ihre Vorsätze für 2010 über Bord geworfen haben. Immerhin bleibt Ihnen ein Thema für Ihren nächsten Small Talk: Fragen Sie Ihr Gegenüber, was er oder sie sich für 2010 vorgenommen hat.
23. Dezember 2009Es gibt keinen Weg zum Frieden
Der 1948 gestorbene Mahatma Gandhi gehört aus deutscher Sicht zu den zehn Persönlichkeiten der Weltgeschichte, welche die Welt am stärksten positiv verändert haben. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid (siehe unseren Newsletter vom 2. März 2006 „Wer hat in der Weltgeschichte am positivsten gewirkt?“). Heute vor 90 Jahren rief Gandhi seine indischen Landsleute zum Widerstand gegen die britischen Kolonialherren auf. Einzig gangbarer Weg für den erklärten Pazifisten war statt einer gewaltsamen Revolution der zivile Ungehorsam.
22. Dezember 2009Der Preiskampf in der Pharmaindustrie
Der Vorschlag zum heutigen Beitrag stammt von einem Leser aus Österreich. Ich selber wäre nicht auf die Idee gekommen, weil mir das Thema für einen Small Talk zu heikel erscheint – und dennoch: Krankheiten und Medikamente betreffen, wie jener Leser treffend bemerkte, fast jede(n) von uns. Und deshalb nähern wir uns heute den Generika an.
21. Dezember 2009Die längste Nacht des Jahres
Der heutige 21. Dezember ist der Tag der Wintersonnenwende und somit der kürzeste des Jahres. Jedenfalls in Deutschland. Was die Länge der Nacht betrifft, gilt es regionale Unterschiede zu beachten: Die mit 16 Stunden und 51 Minuten längste Nacht hat Flensburg zu ertragen. Die Stadt nahe der dänischen Grenze ist Deutschlands nördlichste. Erheblich kürzer ist die Nacht auf den 22. Dezember in Bayern, vor allem in Garmisch-Partenkirchen: Ganz im Süden des Freistaats müssen die Bewohner nur 15 Stunden und 34 Minuten lang auf das Tageslicht warten.
18. Dezember 2009Alles andere als eine Idylle
„Was wir an Weihnachten feiern“, sagt der frühere Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart und heutige Kurienkardinal im Vatikan, Walter Kasper, „ist alles andere als eine Idylle. Die Krippe, die wir längst in unsere warmen Stuben geholt haben, stand bekanntlich im Stall. Niemand war da, der der schwangeren Frau und dem jungen Mann aus Nazareth in Galiläa menschenwürdige Bleibe zu geben bereit war. Kaum war das Kind zur Welt gekommen, musste die junge Familie fliehen, weil Herodes, der machtbesessene Herrscher, dem Kind Jesus nach dem Leben trachtete. Flüchtlinge waren sie, politisch Verfolgte, Asylsuchende.“ Nicht nur katholische Würdenträger, auch weltliche Organisationen denken so.
17. Dezember 2009Die Zauberformel
Es gibt tatsächlich Wahlen, die alle Beteiligten so zufrieden hinterlassen, dass man ihre Ergebnisse zementiert. So geschehen vor 50 Jahren in der Schweiz. Nach dem Urnengang setzte sich die siebenköpfige Regierung, Bundesrat genannt, wie folgt zusammen: je zwei Stimmen für Freisinnige, Christliche Volkspartei und Sozialdemokraten sowie eine für die SVP, die ultrakonservative Schweizer Volkspartei. Diese so genannte Zauberformel erfuhr in einem halben Jahrhundert nur eine Änderung: 2003 mussten die Christlichen einen Sitz an die SVP abgeben, da diese bei den Wahlen, die nach wie vor stattfanden, sehr viel besser abgeschnitten hatte.
16. Dezember 2009Kein Märchen von Grimm
Heute vor 150 Jahren starb Wilhelm Grimm in Berlin. Berühmt wurde er zusammen mit seinem älteren Bruder Jakob durch die Sammlung von „Kinder- und Hausmärchen“. Das Märchen, das ich Ihnen heute erzähle, ist nicht aus diesem Werk. Für Grimms Geschichten würde der Platz nicht reichen, für die folgende wohl:
15. Dezember 2009Geschichten, wie wir sie hier gern erzählt hätten
Ulrich Hesse-Lichtenberger ist der Redaktion dieses Newsletters trotz seines sperrigen Namens bislang nicht aufgefallen. Doch jetzt hat er ein Buch herausgebracht, um das ihn alle Sportjournalisten beneiden. Wie Österreich Weltmeister wurde heißt es und beinhaltet, wie der Untertitel verrät, 111 unglaubliche Fußballgeschichten, die jedoch alle wahr sind.
14. Dezember 2009Norwegen auf Umwegen
„Das war der 33. Transport und der 168. Mann, den ich in den letzten Monaten hierher gebracht habe.“ ‚Hierher’, das ist Schweden, ein im Zweiten Weltkrieg neutrales Land, und ‚ich’ bezeichnet den Fluchthelfer, der zwei Österreichern half, aus dem von Deutschen besetzten Norwegen zu entkommen. Johann Laab und Raimund Huber waren in ihrer Heimat politisch verfolgt. Im Land der Fjorde fanden sie Unterschlupf und gingen einer komplett legalen Tätigkeit nach – bis ihr Exilland am 9. April 1940 der nationalsozialistischen Aggression zum Opfer fiel.
11. Dezember 2009Ein gespanntes Verhältnis
Heute ist der Internationale Tag der Berge, der alljährlich von der UNO begangen wird. Von Bergen und Bergsteigern war in diesem Newsletter schon öfter die Rede, etwa in den Beiträgen „Der Berg ruft“, „Bravourös am Berg, erfolglos in der Ebene“ oder „Der höchste Berg Europas“. Auch lüfteten wir in der Ausgabe vom 12. September 2006 das Geheimnis, warum Reinhold Messner Bergseen meidet.
10. Dezember 2009Die Hölle, empfunden von Thomas Mann
„Der Ruhm zu Lebzeiten ist eine fragwürdige Sache“, meinte Thomas Mann, „man tut gut, sich nicht davon blenden, sich kaum davon erregen zu lassen.“ Heute vor 80 Jahren allerdings musste der Schriftsteller seine Zurückhaltung aufgeben, als er den Literatur-Nobelpreis bekam. Wie gut, dass sich seine Begeisterung auch angesichts der Tatsache in Grenzen hielt, dass ihm die Auszeichnung für ein Werk verliehen wurde, welches er 1901 geschrieben hatte: Die Buddenbrooks.
9. Dezember 2009Eine Wolke ohne Regen
Es war einmal ein Umweltgipfel. Der wurde 1992 in der schönen Stadt Rio de Janeiro abgehalten. Die Teilnehmer stellten fest, dass der Klimawandel ein ernstes Problem und die Staatengemeinschaft zum Handeln gezwungen ist. Auf der daraufhin einberufenen ersten UN-Klimakonferenz, 1995 in Berlin, beschloss man, die Gemeinschaft zu festigen und den Zwang zu verschärfen.
8. Dezember 2009Zu wenig geklaut
Wer ein Ei stiehlt, stiehlt auch ein Kamel. Ins Deutsche übertragen lautet dieses arabische Sprichwort: Wer ein Brötchen stiehlt, dem kann man nicht mehr vertrauen und wird deshalb gekündigt. Um den Diebstahl eines Brötchens geht es heute in einer Verhandlung vorm Arbeitsgericht Dortmund.
7. Dezember 2009Das Klavier hat sich betrunken
„The piano has been drinking“, heißt einer seiner autobiografischen Songs. Er erzählt vom Leben tingelnder Künstler, das sich in den Stunden nach dem Auftritt auf den deprimierenden Mikrokosmos leerer Flaschen und überfüllter Aschenbecher reduziert. Die Begleitband ist schon abgereist und weit und breit keine Kellnerin zu sehen, um den erlösenden letzten Drink des Abends, aus dem längst schon ein weggeworfener Morgen geworden ist, zu servieren.
4. Dezember 2009Welche WM-Gegner winken der deutschen Elf?
Der 4. Dezember ist der Tag der Barbara, der Schutzheiligen der Bergleute, Geologen, Glöckner, Glockengießer, Schmiede, Maurer, Steinmetze, Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker, Architekten, Artilleristen, Feuerwerker, Feuerwehrleute, Totengräber, Hutmacher, der Mädchen und der Gefangenen (siehe dazu unseren Newsletter vor genau einem Jahr „Treulose Tochter, verbitterter Vater“).
3. Dezember 2009Behindert wird man
„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ So hieß es im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, bis vor 15 Jahren ein weiterer Satz hinzukam: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“
2. Dezember 2009Die älteste deutsche Universität
Wie heißt die älteste deutsche Universität? Diese Frage lässt sich so leicht nicht beantworten, denn das Objekt befindet sich heute nicht mehr auf deutschem Boden. Sondern auf tschechischem, denn in Prag entstand 1348 die Karlsuniversität, benannt nach dem damaligen böhmischen König, der später zugleich Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation wurde.
1. Dezember 2009Vor dem Fest und zwischen den Jahren
Der Dezember soll der kürzeste Monat des Jahres sein. Jedenfalls aus Arbeitgebersicht: Für die selbsternannten Träger der deutschen Wirtschaft zerfällt der Dezember in drei Phasen. Die erste währt dieses Jahr 17 Werktage lang, bei tendenziell sinkendem Arbeitseifer durch Nikolaus, diverse Betriebsfeiern, vielleicht das eine oder andere Adventskegeln und weitere die Gemeinschaft der Werktätigen stärkende, deren, wie es so schön auf Neudeutsch heißt, work output jedoch bremsende Zeitvertreibe.
30. November 2009Blut, Schweiß, Tränen. Und Arbeit.
Winston Churchill, heute vor 135 Jahren geboren, war vor allem wegen seiner Zunge gefürchtet. Seinen Rivalen von der Labour Party, Clement Attlee, bezeichnete er einmal als „Schaf im Schafspelz“. Kein Wunder, dass Attlee, der Churchill im Amt des britischen Premierministers beerbte, auch dessen Nachfolger wurde – nachdem Labour die nächste Wahl deutlich gegen Churchills Konservative verlor.
27. November 2009Der erste Adventskranz
Am Sonntag ist der erste Advent. In diesem Zusammenhang wurde in unserem Newsletter bereits des Kalenders gedacht (siehe Ausgabe vom 1. Dezember 2006 „Schöne neue Medizinerwelt?“). Heute erweisen wir dem Adventskranz die Reverenz. Woher stammt der eigentlich?
26. November 2009Was wirklich wichtig ist
Sie kommen in regelmäßigen Abständen heraus, meist monatlich, oft aber auch wöchentlich oder vierzehntäglich, sind geheftet oder geleimt, haben ein nach bestimmten Wiedererkennungsmerkmalen gestaltetes Deckblatt und sind hochgradig von der Zahl ihrer Abonnenten abhängig, wobei der Preis sich weniger nach der Qualität des Inhalts als nach der des Papiers richtet. Die Rede ist von Zeitschriften, deren Welttag heute begangen wird.
25. November 2009Der Wunsch nach Demokratie und sozialer Gerechtigkeit
„Vor einer Legion, ich weiß nicht mehr vor welcher, ritt eine üppige Weibsperson, eine rote Feder auf dem Hecker-Hute, Brille auf der Nase, angetan mit einem Reitkleide aus schwarzem Samt, im roten Gürtel zwei Pistolen, an der Seite einen Schleppsäbel und – hinter ihr reitend – ein badischer Dragoner als Ordonnanz“: Die so martialisch beschriebene Mathilde Franziska Anneke nahm zwar am badisch-pfälzischen Aufstand von 1848/49 teil, sogar zu Pferde und auch in vorderster Front, aber Waffen hat sie zeitlebens ebenso wenig getragen wie Männerkleidung.
24. November 2009Zu lahm. Zu groß. Zu träge. Zu dumm?
„Die Säugetiere haben die Dinosaurier verdrängt“, erklärte der britische Naturforscher Charles Darwin, der heute vor 150 Jahren in seinem Werk Die Entstehung der Arten seine Evolutionstheorie (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 11. Februar 2009 „Das Buch, das die Welt veränderte“) veröffentlichte, „weil sie schneller, kleiner und aggressiver waren.“
23. November 200951 Euro geschenkt
Blicken wir noch einmal 20 Jahre zurück: In den zwei Wochen nach der Maueröffnung hatten 11 Millionen DDR-Bürger bereits den Westen besucht. Die restlichen fünf Millionen hatten nicht nur auf die Reise, sondern auch auf 100 D-Mark Begrüßungsgeld verzichtet. Für unsere jüngeren Leser: Das sind umgerechnet etwas mehr als 51 Euro. Diesen Betrag bekamen Ostdeutsche, wenn sie unter Vorlage eines Ausweises bei einem westdeutschen Geldinstitut vorstellig wurden.
20. November 2009Die erzieherische Wirkung des Fernsehens
Morgen ist der Welttag des Fernsehens. Er hat keineswegs zum Ziel, dass sich rund um den Globus Menschen einen ganzen Tag lang vor die Glotze setzen. Vielmehr soll selektiv ferngesehen und der segensreiche Anteil des TV an der Informationsgesellschaft unterstrichen werden. So die Theorie. In der Praxis ist es mit der erzieherischen Wirkung der flimmernden Kiste nicht so weit her.
19. November 2009Die Herren Unterlasser
„Ein Unternehmen produziert kein Geld, sondern Schuhe“: Es war Peter Ferdinand Drucker, der bereits in den Sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Manager ermahnte, nicht zu sehr auf den Aktienkurs zu schielen. Der in Wien geborene Bestsellerautor (Die Zukunft der Industriegesellschaft) sah vieles voraus: So warnte Drucker auch schon vor der Überalterung in den westlichen Industrienationen und kritisierte heftig die kurzfristige Orientierung in den Konzernzentralen.
18. November 2009Deutscher und Weltbürger
„Mode ist das wichtigste Mittel der Textilindustrie gegen die zunehmende Haltbarkeit der Stoffe“: Dieses Zitat stammt zwar nicht von unserem heutigen Geburtstagskind, sondern von dessen Kollegen Emilio Schuberth. Doch Wolfgang Joop, der an diesem 18. November 65 wird, steht ebenfalls seiner eigenen Branche durchaus kritisch gegenüber. „Teure Designerkleidung“, meinte er einmal, sei nichts für Kinder, denn die schaffe nur „Distanz und Isolation. Kinder wollen meistens so sein wie andere Kinder auch.“
17. November 2009Falschmeldung stürzt Regierung
Stellen Sie sich vor, Sie gehen ins Theater, aber die Veranstaltung fällt aus. Sie gehen wieder nach Hause, und dort teilt man Ihnen mit, dass es für Sie auch in Zukunft keine Theatervorstellung mehr geben wird, schlicht und ergreifend aus dem Grund, da Sie tot sind. Das Ganze könnte der Feder Franz Kafkas entstammen. Doch nur der Schauplatz passt, der Rest hat sich wirklich so zugetragen.
16. NovemberDulden heißt beleidigen
Vor Jahren besuchte ein Reporter den aus Ghana stammenden Bundesligaprofi Anthony Yeboah. Der Fußballer hatte gerade in der Nähe von Frankfurt, wo er bei der Eintracht kickte, ein neues Domizil bezogen. Erstaunt stellte der Pressevertreter fest, Yeboah wohne ja wie ein deutscher Musterbürger. Warum auch nicht? Schließlich wird hierzulande von Neuankömmlingen erwartet, dass sie sich den Landessitten anpassen. Yeboah jedenfalls fühlte sich leicht auf den Schlips getreten und antwortete seinem Besucher: „Soll ich etwa ein Lagerfeuer im Wohnzimmer machen?“
13. November 2009Warum Sie Freitag den 13. doch sehr ernst nehmen sollten
Unserem Newsletter, den Sie vielleicht schon seit einiger Zeit lesen, wird eine gewisse pädagogische Tendenz nachgesagt. Tatsächlich bilden wir uns etwas darauf ein, die Allgemeinbildung unserer Leser zu verbessern. Da ist der Schritt zur seelischen Fürsorge nicht weit. „Freitag der 13.“, titelten wir in der Ausgabe vom 13. Januar 2006, „ist kein Unglückstag“. Als Beleg zitierten wir den Heidelberger Soziologen Edgar Wunder. Der kam nach der Analyse von 26 Freitagen, die von 1985 bis 1999 auf einen 13. fielen, zu einem beruhigenden Schluss: Im statistischen Mittel ist die Unfallzahl an einem Freitag den 13. geringer als etwa an einem Freitag den 20.
12. November 2009Ein Graf, ein Fürst und ein entwürdigendes Geschäft
Luxemburg ist ein kleines Land, in dem sogar der Adel verarmt. Jedenfalls war das früher so, bevor Stahlwerke Konjunktur hatten und es die EU gab. Da musste ein aus diesem Herzogtum stammender Graf einen entwürdigenden Deal schließen: Für eine stattliche Summe führte René, so sein Rufname, eine Frau namens Angèle an den Altar, die durch diese Hochzeit in den Adelsstand erhoben wurde. Nach drei Monaten sollten sich die Beiden dann scheiden lassen. Davon profitierte wiederum ein russischer Adliger: Fürst Basils Land war groß, er selber reich und eine Heirat mit einer Bürgerlichen ausgeschlossen.
11. November 2009Elfter Elfter, elf Uhr elf
„11 ist die Sünde, 11 überschreitet die 10 Gebote.“ Sagt der Astrologe Seni zu seinem Arbeitgeber, dem Feldherrn Wallenstein – in Friedrich Schillers gleichnamigem Drama. Schiller war Schwabe und als solcher dem Karneval beziehungsweise der alemannischen Form des Frohsinns, der Fasnet, gewiss nicht abgeneigt.
10. November 2009Faule Äpfel
„Man sollt' den Tag nicht vor dem Abend loben“, lässt Friedrich Schiller in Wallensteins Tod den Kommandanten von Eger, Gordon, zum Titelhelden sagen. Schiller wäre heute 250 Jahre alt geworden, was für diesen Newsletter ein Grund ist, sich einmal näher mit dem Arbeitsalltag des Dichters zu befassen. Einen ersten Einblick hatten wir Ihnen bereits einmal gegeben (siehe dazu unsere Ausgabe vom 2. Dezember 2008 „Faule Äpfel und tote Hühner“).
9. November 2009Das glücklichste Volk auf der Welt
Heute jährt sich der Tag, an dem die Reisebeschränkungen für DDR-Bürger aufgehoben wurden, zum zwanzigsten Mal. Die und die Vereinigung der beiden deutschen Staaten eingeleitet. Sicher erinnern Sie sich noch an jene zunächst recht langweilige Pressekonferenz, die live im DDR-Fernsehen übertragen und später unzählige male wiederholt wurde. In ihr erwähnte Politbüromitglied Günter Schabowski in einem Nebensatz, seine Regierung habe beschlossen, „eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen.“
6. November 2009Die Kunst, ein Kartenhaus zu bauen
Vor 20 Jahren fiel die Berliner Mauer, vor 10 Jahren wurde sie an anderer Stelle wiederaufgebaut: aus Karten. Na ja, nicht ganz: Was am 6. November 1999 im Casino am Potsdamer Platz aus 91.800 Spielkarten entstand, war keine Mauer, sondern ein komplettes Gebäude. 131 Stockwerke wies es auf und kam auf eine Höhe von 7,71 Meter. Das brachte seinem Konstrukteur, dem US-Amerikaner Bryan Berg, einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.
5. November 2009Ein Jahr Obama
Heute vor einem Jahr, in den frühen Morgenstunden, als die meisten Stimmen ausgezählt waren, war es Gewissheit: Die Vereinigten Staaten von Amerika hatten ihren ersten schwarzen Präsidenten (siehe auch unseren Newsletter vom 4. November 2008 „Ein schwarzer Kennedy?“). „Was darf Europa von einem Präsidenten Obama erwarten?“, fragte der Washingtoner Korrespondent des Berliner Tagesspiegel, Christoph von Marschall in seinem Buch Der schwarze Kennedy. Das Werk erschien übrigens ein Jahr bevor in den USA gewählt wurde.
4. November 2009Die größte Demo in der DDR
Heute vor 20 Jahren versammelten sich eine dreiviertel Million Menschen auf dem Berliner Alexanderplatz. Es war die größte Demonstration in der Geschichte der DDR – und die letzte unter dem alten Regime. 5 Tage später fiel die Mauer. Die Hauptforderung der Demonstranten war damit erfüllt. Unter ihnen befanden sich prominente Schriftsteller wie Christa Wolf, Stefan Heym und Christoph Hein, aber auch vorher ins Zwielicht geratene SED-Größen: Markus Wolf etwa, der frühere Spionagechef, oder der Ostberliner Parteisekretär Günter Schabowski.
30. Oktober 2009Halloween und danach
Am Wochenende kommen alle Leser dieses Newsletters auf ihre Kosten: Die Evangelischen Feiern Luthers Thesenanschlag zu Wittenberg anno 1517, die Katholischen ihre Heiligen und die Anhänger des Vampirkults sich selbst. Allen, die im Alltag nicht bleich geschminkt und in schwarzen Klamotten rumlaufen, bietet ein aus den angelsächsischen Ländern herübergeschwappter Brauch Gelegenheit, das Gruftie-Dasein zu proben.
3. November 2009Kein Beschützer der Tiere
Heute ist nicht nur Weltmännertag. Heute ist auch der Tag einer besonders männlichen Spezies Mann. Für Sie steht der heilige Hubertus, der Schutzpatron der Jäger, Reiter und Schützen. Hubertus war zu Beginn des achten Jahrhunderts Bischof von Lüttich. Die von ihm praktizierte christliche Nächstenliebe erstreckte sich freilich nicht auf vierbeinige und gefiederte Wesen. Die schoss er lieber ab, als Sport. Als es wieder einmal zu einem sportlichen Aufeinandertreffen zwischen Mensch und Tier kam, erschien dem heiligen Mann ausgerechnet inmitten des Hirschgeweihs, auf das er scharf war, ein goldenes Kreuz, welches ihn zur Buße gemahnte.
2. November 2009Warum Österreichs Schulkinder heute frei haben
Ihrer Heiligen gedenkt die katholische Kirche jedes Jahr am 1. November. Was aber ist mit denjenigen, die es noch nicht so weit gebracht haben? Sie bedürfen der Läuterung und schmoren daher noch im Fegefeuer. Kein angenehmer Zustand, so ist zu vermuten. Immerhin räumt die katholische Kirche freimütig ein, dass die zwischen Himmel und Hölle schwebenden Verstorbenen der Fürsorge der noch Lebenden, vor allem ihrer Verwandten, bedürfen. Letztere können Gott bitten, er möge die Seelen aus dem Ort der Läuterung befreien.
29. Oktober 2009Grenzen erwandern
Das Wandern ist in den letzten Jahren in Mode gekommen. Das vielleicht berühmteste Buch in diesem Genre schrieb Hape Kerkeling: Der Komiker schilderte durchaus ernsthaft seine Erlebnisse auf dem Jakobsweg vom französischen Grenzstädtchen St. Jean Pieds-de-Port nach Santiago de Compostela, dem Wallfahrtsort im Nordwestzipfel Spaniens. Auch entlang der Grenzen Deutschlands haben sich Spurensucher aufgemacht, um über das zu berichten, was ihnen unter die Füße kam.
28. Oktober 2009Whisky im Wellnesstempel
Am 3. November ist Weltmännertag (siehe unsere Newsletter vom 2. November 2007 „Das Geschlecht der Mühseligen und Beladenen“ und vom 3. November 2008 „Guter Rat vom Reformator“). Dies hat auch die neue schwarz-gelbe Regierung begriffen und in ihren Koalitionsvertrag folgenden Passus aufgenommen: „Wir wollen eine eigenständige Jungen- und Männerpolitik entwickeln und bereits bestehende Projekte für Jungen und junge Männer fortführen und ergänzen.“
27. Oktober 2009Wo Geschmack und Geld sich nicht beißen
„Jedes Jahr an Weihnachten“, erinnert sich unser heutiges Geburtstagskind, „verfrachtete mich mein Vater in ein Boot, ruderte ungefähr zehn Kilometer von der Küste weg und warf mich dann ins Meer. Ich musste zurück an Land schwimmen, was mir allerdings mit der Zeit kaum noch Probleme bereitete. Viel größer war die Schwierigkeit, mich aus dem Sack zu befreien, in den er mich vorher gestopft hatte.“ Wer eine solche Jugend hinter sich hat, ist prädestiniert, später Komiker zu werden.
26. Oktober 2009Untergegangenes Reich, wiedervereinte Völker
Heute ist Nationalfeiertag in unserem Nachbarland. Am 26. Oktober 1955 erklärte Österreich seine immerwährende Neutralität, was die Besatzungsmächte USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion mit sofortigem Abzug und der Dirigent Karl Böhm mit einer Fidelio-Inszenierung in der nach Kriegszerstörungen wieder aufgebauten Wiener Staatsoper belohnten. Anders als die beiden deutschen Staaten war die Alpenrepublik damit ein freies Land – allerdings ein im Vergleich zum Habsburgerreich vor dem Ersten Weltkrieg stark geschrumpftes: Bis dahin lebten in der k.u.k. Doppelmonarchie (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 12. November 2007 „Ende einer Erfolgsgeschichte“) Ungarn, Kroaten, Slowenen, Ruthenen, Polen, Slowaken, Tschechen, Rumänen, Italiener und Deutsche recht friedlich nebeneinander. Letztere stellten gerade mal ein Viertel der Bevölkerung dieses ersten multiethnischen Gemeinwesens in Europa.
23. Oktober 2009Aktien in Drachen umwandeln
Morgen ist zwar Samstag, doch jährt sich der so genannte Schwarze Freitag, der mit einem Crash an der New Yorker Wall Street die Weltwirtschaftskrise einläutete, an diesem Datum zum 80. Mal. Der Berliner Kabarettist Otto Reutter verfasste eigens zum Börsencrash von 1929 ein Gedicht, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:
22. Oktober 2009Es begann mit einem goldenen Notizbuch
Wissen Sie noch, wer letztes Jahr den Literaturnobelpreis gewann? Zugegeben, es handelte sich nicht gerade um einen Autor, der hierzulande in den Bestsellerlisten steht. Der Franzose Jean-Marie Le Clézio war außerhalb seines Heimatlandes bis dato nur Insidern bekannt. Anders verhielt es sich bei seiner Vorgängerin: Doris Lessing, die 2007 die begehrte Auszeichnung bekam, hatte bereits 1962 einen Welterfolg gelandet: Das goldene Notizbuch lautete der Titel Ihres Erfolgsromans, den nicht wenige Kritiker nicht nur als klassisches Dokument in der Geschichte der Befreiung der Frau, sondern gleich als das komplexeste Werk über weibliche Intellektualität bezeichnen.
21. Oktober 2009Als Rot und Gelb sich noch verbündeten
Vor 40 Jahren ging die erste Große Koalition in Deutschland zu Ende. An ihre Stelle – auch das war ein Novum – trat ein rot-gelbes Bündnis aus Sozial- und Freidemokraten, mit Bundeskanzler Willy Brandt an der Spitze. Es konnte sich 13 Jahre an der Macht halten, auch wenn Brandt nach der Affäre um den DDR-Spion Günter Guillaume 1974 zurücktreten musste und durch Helmut Schmidt ersetzt wurde.
20. Oktober 200935 Jahre Derrick
In Sofies Welt erzählt der Norweger Jostein Gaarder Kindern die Geschichte der Philosophie. Den Eltern, die das Buch ebenfalls lesen, dient die Lektüre als Nachhilfe für alles in der Schule Verpasste. Eine Rahmenhandlung gibt es auch, denn das Werk ist ein Roman. Hier lässt der Autor typische Alltagsszenen seiner Heimat einfließen, etwa wenn Mutter Amundsen ihrer Tochter Sofie vorschlägt: „Lass uns eine Pizza auftauen und Derrick schauen.“ Was sagt uns das? Zunächst einmal, dass der Käseteig einer der größten Exportschlager Italiens ist und es als Fertiggericht bis an den Polarkreis und darüber hinaus geschafft hat. Und dass Deutschlands Beitrag zur Wohnzimmerkultur, obwohl weit jünger, dem unserer südlichen Nachbarn kaum hinterherhinkt.
19. Oktober 2009Unbekannter Nachbar
„Kein Nachbarland ist den Deutschen so nah und so fern wie Tschechien“, schreibt der Autor Hans-Dieter Zimmermann in seiner soeben erschienenen Landeskunde (Tschechien, Verlag C.H.Beck). Mit nah meint er geografisch, denn beide Länder haben nicht nur eine sehr lange Grenze gemeinsam, sondern auch eine an Auseinandersetzungen reiche Geschichte. Die Feindseligkeiten entwickelten sich mit der Fremdherrschaft der Habsburger, lösten den Dreißigjährigen Krieg aus, zogen sich durch die k. u. k. Doppelmonarchie – in der Tschechen hinter Österreichern und Ungarn Bürger dritter Klasse waren – und gipfelten in der Errichtung des „Reichsprotektorats Böhmen und Mähren“ durch die Deutschen ein halbes Jahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.
16. Oktober 2009Alles über England
Schon wieder ein Buch über England? Das hatten wir, mögen Sie jetzt einschieben, in diesem Newsletter doch schon öfter, zuletzt am 23. Oktober 2008 „Schöne neue Inselwelt“. Das kann man, würde ich Ihnen antworten, nicht oft genug haben. Vor allem wenn es sich um ein informatives, spannendes und durchaus witziges Werk handelt wie England, glorious England von Holger Ehling, soeben erschienen im Ch. Links Verlag.
15. Oktober 2009Neues von der Buchmesse
Was gibt es Neues auf der Buchmesse? Ein Buch von Willi Wottreng beispielsweise. Schaut man sich das Gesamtwerk des Schweizer Autors an, bleibt wenig vom Saubermannimage seines Heimatlandes übrig. Ob es um den filigranen Geldfälscher Farinet geht, die wild um sich ballernden Gangster Deubelbeiss und Schürmann (siehe dazu unseren Newsletter vom 5. Juli 2007 „Unparteiisch, aber mit Humor“) oder den ersten europäischen Hells-Angels-Gründer Schippert – Wottrengs Sympathien scheinen den Schweizern mit den nicht ganz so weißen Westen zu gehören.
14. Oktober 2009Marktplatz der Freiheit
„Die Buchmesse ist ein Marktplatz der Freiheit, der durch seine Struktur mit rund 7.000 Verlagen, 2.900 Veranstaltungen und 10.000 Journalisten sicherstellt, dass Zensur nicht stattfindet.“ Das versicherte vor einem Monat der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Jürgen Boos, in einem Offenen Brief. Was war geschehen, dass Boos sich in dieser ungewöhnlichen Form an die Öffentlichkeit wendete? Den Stein des Anstoßes bildeten zwei kritische Autoren aus dem diesjährigen Messegastland China.
13. Oktober 2009Marie Osmond und Nana Mouskouri
Heute haben zwei Sängerinnen Geburtstag, die mit schlimmen Schnulzen die Popwelt belastet haben. Sie finden, hier würde wieder einmal zu negativ berichtet? Einspruch! Gehen Sie doch mal auf Youtube und hören Sie sich den Song Paper Roses von Marie Osmond an. Die vor exakt einem halben Jahrhundert in Utah geborene Marie Osmond eroberte mit dieser Schmonzette 1973 doch tatsächlich die Spitzenposition der britischen und der US-Hitparade!
12. Oktober 2009Deutschlands erster Unternehmensberater
Ein Auto kann man nicht von innen anschieben: So umschreibt der Unternehmensberater Jobst Fiedler die Aufgaben seiner Branche. Der Satz hätte auch von Gerhard Kienbaum stammen können. Der heute vor 90 Jahren in Wuppertal-Barmen geborene Diplomingenieur war Deutschlands erster Unternehmensberater. Ein für damalige Verhältnisse typischer, heute allerdings kaum noch vorstellbarer Lebenslauf prägte seine Jahre bis zur ersten Firmengründung.
9. Oktober 2009Was sich morgen beim Fußball nicht voraussagen lässt - und was doch
Warum schreiben wir so häufig über die Vergangenheit und nur selten über die Zukunft? So lautet ein Vorwurf, der gelegentlich der Redaktion dieses Newsletters gemacht wird. Blicken wir also heute einmal nach vorn und widmen uns dem Morgen. Morgen spielt Russland gegen Deutschland. Es geht um die Qualifikation für die nächste Fußball-WM in Südafrika, und Jogi Löws Elf darf nicht verlieren. Falls doch, muss sie in zwei Ausscheidungsspielen am 14. und 18. November gegen einen anderen Gruppenzweiten antreten. Deutschland hat auswärts noch nie ein WM-Qualifikationsspiel verloren. Und auch morgen würde ein Unentschieden reichen – vorausgesetzt, man besiegt Finnland im letzten Gruppenspiel daheim in Hamburg.
8. Oktober 2009Ein moralisches Angebot
Vor 60 Jahren erhielt eine Sekretärin ein verlockendes Angebot: 100 Dollar sollte sie bekommen und Ihre Kollegin nichts. Sie konnte auch eine zweite Variante wählen: 150 Dollar für beide Sekretärinnen, vorausgesetzt, sie würden sich irgendwie einig, wie sie das Geld aufteilten. Die Vorschläge stammten von Merrill Flood: Der US-Mathematiker wollte herausfinden, ob und wie Menschen sich einen Gewinn teilen, wenn sie sich durch Kooperation eine zusätzliche Summe sichern können.
6. Oktober 2009Deutsches Erbe, amerikanisch gepflegt
„Was die Deutschen gebracht haben, pflegt Amerika auf bestmögliche Weise weiter“, meinte Benjamin Franklin (siehe auch unseren Newsletter vom 17. Januar 2006 „Zeit ist Geld“). Der Erfinder und Politiker lebte als Herausgeber einer Zeitung in Philadelphia, der amerikanischen Stadt, in zuerst von Deutschen besiedelt wurde. Genau betrachtet handelt es sich nur um einen Stadtteil der Millionenmetropole: Germantown heißt der Ort, der am 6. Oktober 1683 von Auswanderern aus Krefeld gegründet wurde, bis heute.
5. Oktober 2009Rote Tinte statt Radiergummi
„Während meines neunjährigen Eingewecktseins an einem Augsburger Realgymnasium“, meinte rückblickend der Dramatiker Bertolt Brecht, „gelang es mir nicht, meine Lehrer wesentlich zu fördern.“ Dem Autor mit der Schulabneigung gelang es aber, seine Lehrer zu täuschen. Davon zeugt eine Geschichte, die wir anlässlich des heutigen Weltlehrertags zum Besten geben wollen.
2. Oktober 2009Himmlische und weltliche Schutzengel
Jedes Jahr am 2. Oktober gedenkt die katholische Kirche ihrer Schutzheiligen. Doch auch nichtreligiöse Menschen vertrauen einer solchen Instanz. Wie sonst erklärt es sich, dass zwei von drei Deutschen – laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa – an die Hilfe von Schutzengeln glauben? Ein schönes Beispiel ist uns aus der Literatur überliefert.
1. Oktober 2009Goldener Oktober
Warum sprechen wir eigentlich vom Goldenen Oktober? Wir von der Redaktion tun dies, weil der Newsletter, den Sie gerade lesen, in diesem schönen Monat entstand. Das war heute vor 4 Jahren. Der Name an sich stammt von der Laubfärbung der Bäume, die Anfang dieses Monats beginnt. Scheint die Sonne in das gelb-rot gefärbte Blätterwerk, wirkt bei tiefblauem Himmel alles wie in Gold getaucht.
30. September 2009Der berühmteste unvollendete Satz der deutschen Geschichte
„Wir sind zu Ihnen gekommen“, verriet der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher seinen Zuhörern, „um Ihnen mitzuteilen, dass heute ihre Ausreise ...“ Weiter kam er nicht, der Rest ging im ohrenbetäubenden Jubel unter. Der kam von rund 4000 DDR-Bürgern, die an jenem 30. September 1989 auf dem Gelände des Palais Lobkowicz – bis heute Sitz der diplomatischen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in Prag – Zuflucht gefunden hatten. Genschers Botschaft aus der Botschaft läutete das Ende der DDR ein.
29. September 2009Pflege zwischen Patient und Portemonnaie
Heute findet in Düsseldorf der Deutsche Care Congress statt. Es ist erst die zweite derartige Veranstaltung im Bereich Pflege, dürfte aber nicht die letzte sein. Zweieinviertel Millionen Deutsche sind derzeit pflegebedürftig, Tendenz stark steigend. Laut Institut der Deutschen Wirtschaft dürfte sich deren Zahl bis zur Jahrhundertmitte fast verdoppeln. Andererseits wird jedes vierte Krankenhaus bis zum Jahr 2020 schließen. In die entstehende Lücke stoßen private Gesundheitsdienste, sodass der Pflegebereich – ein Traum der Neoliberalen und Globalisierungsapostel – in Zukunft verstärkt marktwirtschaftlichen Mechanismen unterworfen sein wird.
28. September 2009Mord schafft Tradition
Wenn zwei Brüder sich streiten und der eine den anderen umbringt, hat dies mitunter schwerwiegende Folgen, Nicht immer sind sie negativ. So geschehen im Falle von Václav und Boleslav: Nachdem Böhmen sich vom Großmährischen Reich abgespalten hatte und lange bevor es Königreich wurde, kam es in der noblen Familie der Přemysliden zum Streit um die Herzogswürde. Václav gewann. Die Niederlage schien ihm Boleslav zu verübeln, jedenfalls bis zum 28. September 935, dem Tag, an dem er seinen Bruder erschlug.
25. September 2009Haustierpfleger, Anlageberater und Kindergeburtstagsgast
Übermorgen ist Bundestagswahl. Falls Sie noch nicht wissen, wo Sie Ihr Kreuzchen setzen, hilft Ihnen vielleicht die Gebrauchtwagen-Frage. In den USA wird sie gestellt, um die Glaubwürdigkeit eines Politikers zu testen: „Würden Sie von dieser Person einen Gebrauchtwagen kaufen?“, heißt es dann in den entsprechenden Umfragen (siehe dazu unsere Ausgabe vom 16. Januar 2009 „Die Gebrauchtwagen-Frage“). In Zeiten der Abwrackprämie wird sie vermutlich nicht mehr gestellt. Ohnehin würden sämtliche Mitglieder der Großen Koalition empfehlen, sich lieber gleich einen Neuwagen zuzulegen. Welchem zeitgemäßeren Test könnte man Spitzenpolitiker stattdessen unterwerfen?
24. September 200950 Jahre Blechtrommel
Heute vor 50 Jahren veröffentlichte Günter Grass seinen Roman Die Blechtrommel (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 16. Oktober 2007 „Günter Grass zum 80.“). Es ist eines der bedeutendsten, vielleicht das bedeutendste Werk der deutschen Nachkriegsliteratur. Als Grass vor einem Jahrzehnt den Nobelpreis erhielt, würdigte das Stockholmer Komitee die Blechtrommel gar als „Wiedergeburt des deutschen Romans“.
23. September 2009Sorry, Mr. President
„Wenn mich jemand fragt: ‚Junge, wie schaffst du es nur, so lange zu spielen?’, dann antworte ich: ‚Das ist ziemlich einfach. Das Aufhören ist schwer.’“ Bruce Springsteen ist berühmt für seine langen Konzerte, in denen er alles gibt – und die nur noch übertroffen wurden von den Auftritten der Grateful Dead (siehe unseren Newsletter vom 1. August 2007 „Jeden Tag auf der Bühne“), die zwar nicht immer alles gaben, aber noch weniger Lust als Springsteen hatten, vor Mitternacht in ihr Hotel zurückzukehren.
22. September 2009Ein Tag ohne Auto?
Der 22. September wird in der EU als Aktionstag begangen, bei der eine Aktion tunlichst unterbleiben sollte: das Autofahren. Unmöglich, werden Sie vielleicht einwenden, heute ist Dienstag, ein Werktag! Doch wie unmöglich ist der Verzicht tatsächlich?
21. September 2009Das erste handliche Mobiltelefon
Das erste tragbare Mobiltelefon, schrieben wir in unserem Newsletter vom 19. Juni 2009 „link“, wog 18 Kilo und passte allenfalls in einen Trekking-Rucksack. Heute vor 25 Jahren kam endlich eine Version auf den Markt, die in der Jackentasche Platz hatte. Allerdings nur in einer reißfesten: Das Dynatac 8000X von Motorola wog 800 Gramm und damit ein Fünftel weniger als ein Paket Mehl.
18. September 2009Glücklich mit und ohne Buch
Vor 60 Jahren öffnete zum ersten Mal die Frankfurter Buchmesse ihre Pforten – damals noch in der ehrwürdigen Paulskirche (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 16. Oktober 2008 „Jenseits zweier Buchdeckel“). Das diesjährige Großereignis um die Welt zwischen zwei Pappdeckeln findet vom 14. bis zum 18. Oktober statt. Das Gastland 2009 ist China, aktuelle Informationen diesbezüglich finden Sie auf der Webseite www.buchmesse.de.
17. September 2009Reinhold Messner erreicht das Rentenalter
Im Himalaya begegnen sich zwei Yetis. „Ich hab' da mal 'ne Frage an dich“, sagt der eine: „Glaubst Du, den Messner gibt es wirklich?“ Die beiden Witzfiguren hätten sich leicht davon überzeugen können, denn der Südtiroler Bergsteiger hatte als erster Mensch alle Achttausender der Erde bezwungen - noch dazu ohne ein gesichtverschleierndes Sauerstoffgerät.
16. September 2009Das Nonplusultra
Welches Wort wählen Sie, um etwas Ausdruck zu verleihen, das Sie für das Größte, das Höchste, das Unübertreffbare halten? Vielleicht den Begriff ‚Nonplusultra’? Übersetzt bedeuten diese drei aneinandergereihten Wörter ‚nicht mehr weiter’. Der Sage nach hat sie der antike Recke Herkules am Felsen von Gibraltar angebracht. Das Naturdenkmal zählte als „Säulen des Herakles“ zu den 7 Weltwundern. Es sollte Reisende davon abhalten, die Meerenge zwischen Nordafrika und Europa zu durchfahren und die damals bekannte Welt zu verlassen.
15. September 2009Ein General des Friedens
Zwei Millionen Schweizer Soldaten kämpften in vier Jahrhunderten – meist als Söldner in fremden Heeren. Auch der heute vor 222 Jahren geborene Henri Dufour diente einer ausländischen Streitkraft: In der Armee des Nachbarlandes Frankreich stieg er unter Napoleon zum Offizier auf und hatte es, als er 1817 den Dienst quittierte, zum Hauptmann gebracht. Später trat er in die Schweizer Armee ein, organisierte die Landesverteidigung, wurde General und schließlich Oberbefehlshaber des Heeres. Weitere militärische Meriten konnte er sich nicht erwerben.
14. September 2009Manchmal unglücklich, aber letztlich genial
Heute vor 65 Jahren wurde nicht der erfolgreichste deutsche Fußballspieler geboren, aber der vielleicht beste. Günter Netzer war Mitglied der Weltmeistermannschaft von 1974, kam aber während des gesamten Turniers nur zu einem 20-Minuten-Einsatz – und das ausgerechnet bei der letztlich folgenlosen 0:1-Vorrundenniederlage gegen die DDR. Es war Netzers letztes Länderspiel. Auch sein erstes hatte unter einem unglücklichen Stern gestanden: ein torloses Unentschieden in Albanien, mit dem man in der Qualifikation für die Europameisterschaft 1968 ausschied.
11. September 20091,7 Millionen Menschen auf sechzig Quadratkilometern
Isaac Davis hat einen Job, den er hasst, eine Freundin, die zu jung für ihn ist, eine verbitterte Ex-Frau, die gerade ein Enthüllungsbuch über ihre Ehe schreibt und eine neue Liebe, der er hilflos und konfus durch den New Yorker Großstadtdschungel hinterherirrt. Perfekte Voraussetzung für einen Woody-Allen-Film: Manhattan heißt der sehenswerte Streifen aus dem Jahr 1979. Benannt ist er nach jener – rechnet man die Wasserflächen ab – 60 Quadratkilometer kleinen Insel, auf der sich fast 1,7 Millionen Menschen drängeln – Touristen nicht eingerechnet.
10. September 2009Grand & Golden Slam
Der größte Erfolg, den ein Tennisprofi erzielen kann, ist der Grand Slam. Dazu müssen innerhalb eines Jahres die vier größten Turniere gewonnen werden. Den Anfang machen die Offenen Tennismeisterschaften von Australien in Melbourne, gefolgt von den French Open in Paris und den All England Championships in Wimbledon. Den Reigen beenden die Offenen Amerikanischen Tennismeisterschaften in Flushing Meadows, einem Vorort von New York.
9. September 2009Hochzeit am Schnapszahldatum
Charles Darwin, britischer Naturwissenschaftler und Begründer der Evolutionstheorie (dessen 200. Geburtstag weltweit in einem Darwin-Jahr begangen wird; siehe auch unseren Newsletter vom 11. Februar 2009 „Das Buch, das die Welt veränderte“), war für seine nüchterne Art bekannt. Einmal griff er zu einem großen Bogen Papier und malte darauf eine Senkrechte und eine Waagerechte. Links notierte er „Heiraten“, auf die rechte Hälfte schrieb er „Nicht heiraten“.
8. September 2009Der Zufall des Gelesenen
Weltweit können rund ein Fünftel der erwachsenen Menschen weder lesen noch schreiben. Diesem trostlosen Umstand widmet sich der heutige Weltalphabetisierungstag. Auch in Deutschland ist die Problematik nicht unbekannt: Zu den rund 500.000 totalen Analphabeten kommen im Land der Dichter und Denker noch einmal mindestens vier Millionen Erwachsene hinzu, die kaum lesen und schreiben können.
7. September 2009Die knappste aller Mehrheiten
Am 7. September 1949 nannte sich die Deutsche Reichsbahn in Deutsche Bundesbahn um, und die ebenfalls neu gegründete Deutsche Bundespost gab ihre erste Briefmarke heraus. Thema war das Ereignis, das ebenfalls heute vor 60 Jahren stattfand: Da trat in Bonn zum ersten Mal der Deutsche Bundestag zusammen. Dafür, dass dies in der doch recht beschaulichen Stadt am Rhein möglich war, hatten in einer Kampfabstimmung die Mitglieder des Parlamentarischen Rates – dieser hatte auch das Grundgesetz in Kraft gesetzt – beschlossen: Mit 33 zu 29 Stimmen entschieden sie sich gegen Frankfurt und für Bonn.
4. September 2009Die Erfindung der Currywurst
„Wurst ist eine Götterspeise“, meinte der deutsche Dichter und Satiriker Jean Paul, „denn nur Gott weiß, was drin ist.“ Erst recht gilt diese Feststellung für die Currywurst, denn anfangs wusste außer Gott nur Herta Deuwer, was hineingehörte.
3. September 2009„Er weiß alles“
Wer möchte Millionär werden? Diese Frage hätten 332 Menschen, die es tatsächlich geworden sind, am liebsten mit ‚Ich nicht‘ beantwortet: Zu unglücklich waren die Umstände, die zu diesem Prozess führten; denn exakt 332 Superreiche sind laut Forbes-Liste im Zuge der Finanzkrise vom Milliardär zum Millionär geworden. Positiv auf die Frage Who wants to be a millionaire? reagierten die Briten, die 1998 an der Erstausstrahlung der gleichnamigen Sendung im Privatsender ITV teilnahmen.
2. September 2009Was ist die Arbeit noch wert?
Was ist Arbeit heute noch wert? So lautet das Thema einer Tagung, die morgen im Kölner Hilton Hotel stattfin det. Veranstaltet wird sie von der Akademie des deutschen Beamtenbundes (Internet: www.dbbakademie.de). Um die Eingangsfrage gleich zu beantworten: Keine 4,50 €. So bescheiden – und oft noch geringer – ist der Stundenlohn von 1,2 Millionen Deutschen, schreibt die Wochenzeitung Die Zeit. „In vielen Branchen“, heißt es in dem Artikel (www.zeit.de) weiter, „finden die Arbeitgeber Wege, ihre Lohnkosten immer weiter zu senken – und sei es mit dubiosen Tricks.“
1. September 2009Niederlage des Geistes
„Der ungerechteste Frieden ist immer noch besser als der gerechteste Krieg“, fand Marcus Tullius Cicero, einer der brillantesten Köpfe der römischen Antike. Dennoch ließ er sich dazu hinreißen, die Angriffskriege des Gaius Julius Caesar zu rechtfertigen. Kein Wunder, dass seitdem immer wieder Krieg als Mittel der Politik angesehen wird, wenn auch für das letzte.
31. August 2009Der Monat, der den Himmel auf Erden verspricht
Der Monat, der morgen beginnt, „ist die Zeit glänzender Jagdgesellschaften und Bälle. Es ist der Monat, in dem Ehen geschlossen werden und zerbrechen, in dem die Nächte lang sind und ein wenig zuviel getrunken und getanzt wird, in dem man sich verliebt, sich den Himmel auf Erden verspricht und an gebrochenem Herzen zu sterben glaubt.“ So schildert die britische Schriftstellerin Rosamunde Pilcher den September.
28. August 2009Der Geburtstag des Dichters
„Eine Sammlung von Anekdoten und Maximen ist für den Weltmann der größte Schatz, wenn er die ersten an schicklichen Orten ins Gespräch einzustreuen, der letzten im treffenden Falle sich zu erinnern weiß.“ Diesen Ratschlag beherzigen wir zum 260. Geburtstag des Dichters und geben ein Zwiegespräch wieder, das sich am 28. August 1818 – oder war es der 27.? – in einem Hotelzimmer im böhmischen Karlsbad entspann.
27. August 2009Der Beginn des Jetzeitalters
Das Wörtchen jet heißt ‚tänzeln, stolzieren’ und war in der englischen Sprache ursprünglich ein Verb. 1420 wurde es erstmals erwähnt und 1692 um die Bedeutung ‚hervorschießen’ erweitert. Vier Jahre später verwendete man jet als Hauptwort, um einen Wasserstrahl zu beschreiben. Mit fortschreitender Technik wurde auch die Düse, durch die zunächst Wasser, später auch Gas oder Benzin schoss, als jet bezeichnet.
26. August 2009Wissen, was man übersehen muss
„Junge Leute leiden weniger unter eigenen Fehlern als unter der Weisheit der Alten.“ Diese Erfahrung des 1747 gestorbenen französischen Schriftstellers Luc de Clapiers, auch bekannt als Marquis de Vauvenargues, musste gestern Philipp Mißfelder machen. „Dabei besteht die Kunst der Weisheit“, folgt man dem amerikanischen Philosophen William James, „darin, zu wissen, was man übersehen muss."
25. August 2009Herzlichen Glückwunsch, Philipp Mißfelder!
Wenn es jemand bereits im zarten Alter von 30 in diesen Newsletter verschlägt, muss er entweder Sportler sein oder etwas Großartiges geleistet haben. Bei Philipp Mißfelder, der heute Geburtstag hat, ist beides nicht der Fall. Auch die Äußerungen des Bundesvorsitzenden der Jungen Union und Abgeordneten des deutschen Bundestags passen nicht in einen Small Talk-Newsletter, in dem Themen wie Politik, Krankheit und sozialer Sprengstoff nichts zu suchen haben. Vor allem dann nicht, wenn humorlos präsentiert werden wie von dem 1979 in Gelsenkirchen Geborenen.
24. August 2009Ein Platz, wo man seinen Hut aufhängen kann
Ein Zimmer war für den britischen Schriftsteller Bruce Chatwin (siehe unseren Newsletter vom 19. Januar 2009 „Tod in Nizza“) lediglich ein Platz, wo man seinen Hut aufhängen kann. Den Hut brauchte er für seine zweite Berufung, das Wandern. Ein Zuhause dagegen lähmte ihn und verursachte Schreibblockaden.
21. August 2009Der 50. Stern auf dem Banner
Heute vor 50 Jahren kam der bislang letzte Stern auf das amerikanische Banner. Die geschieht nur, wenn ein neuer US-Bundesstaat aus der Taufe gehoben wird. Am 21. August 1959 war es so weit für eine Inselgruppe, deren Metropole Honolulu exakt 7785 Kilometer von der Bundeshauptstadt Washington entfernt ist.
20. August 2009Wasser als Todesursache
Vornehme Hotels wie das Grand Hyatt in Berlin oder das Atlantic Kempinski in Hamburg leisten sich einen Wasser-Sommelier: Der betreut wie der Kollege oder die Kollegin bei vermeintlich edleren Tropfen (siehe unseren Newsletter vom 16. Dezember 2008 „Vom Mundschenk zur Sommelière“) die Auswahl des kohlensäurehaltigen, immer häufiger auch stillen Getränks. Jetzt sofort den Bogen zu unserem aktuellen Thema, der Weltwasserwoche, zu schlagen und darauf hinzuweisen, dass jeder Sudanese ein Drittel seines Tages opfern muss, um eine Ration Wasser zu holen (siehe Ausgabe vom 22. August 2008 „Bei uns verschwendet, andernorts dringend benötigt“), wäre nicht fair.
19. August 2009Paneuropa-Frühstück am Eisernen Vorhang
Was konnten DDR-Bürger 1989 tun, um in den Westen zu kommen? Sie konnten einen Ausreiseantrag stellen. Über 40 000 waren auf diesem legalen Weg in der ersten Jahreshälfte in die Bundesrepublik gelangt. Die große Mehrheit derjenigen, die ihrer ostdeutschen Heimat den Rücken kehrten, tat dies mit weniger Geduld. Viele reisten in die sozialistischen Bruderländer, um über die BRD-Botschaften nach Westdeutschland aufgenommen zu werden.
18. August 2009Aktuell und für die Öffentlichkeit interessant
Nichts ist so unwichtig wie die Nachricht von gestern. Deshalb bemühen sich die Zeitungen darum, täglich neue Meldungen zu verbreiten. Damit sie das können, hilft ihnen die Deutsche Presseagentur, kurz dpa genannt. Heute vor 60 Jahren wurde sie in Goslar gegründet. Inzwischen sammeln 456 fest angestellte Redakteure und, laut Eigendarstellung, rund tausend freie Journalisten weltweit „Informationen zu aktuellen Ereignissen und Themen, die für die Öffentlichkeit interessant sein könnten.“
17. August 2009Die Schrecken des Krieges und ihre literarische Verarbeitung
Als „rotbärtiger Kerl, der sich Christoffel Gelnhausen nannte und dessen schlaksiger Jugendlichkeit – er mochte Mitte Zwanzig sein – ein blattriges Gesicht widersprach“, beschreibt ihn Günter Grass in seinem Roman Das Treffen in Telgte. Und fügt hinzu: „In seinem grünen Wams unterm Federbuschhut wirkte er wie erfunden.“ Erfunden hatte Grass das Treffen aller namhaften deutschen Dichter im Münsterland, das der Autor am Ende des Dreißigjährigen Krieges spielen lässt.
14. August 2009Woodstock und die Woodstock-Legende
Zum Jubiläum wird im Fernsehen bestimmt wieder der Dokumentarfilm über das größte Rockmusik-Festival aller Zeiten gezeigt. An diesem Wochenende vor 40 Jahren lockte es in Woodstock eine halbe Million Besucher an. Doch es fand gar nicht in Woodstock statt, nicht einmal in der Nähe dieser kleinen Ortschaft im US-Bundesstaat New York. Dort hatten die Behörden den Organisatoren zu viele Probleme beschert.
13. August 2009Ein nicht erwarteter 50. Geburtstag
Morgen hat Earvin Johnson Geburtstag. Der neben Larry Bird beste Basketballer der 1980er Jahre – Johnson errang 5 Meistertitel mit den Los Angeles Lakers, Bird 3 mit den Boston Celtics – hätte vermutlich selbst nicht geglaubt, dass er ein halbes Jahrhundert alt werden würde.
12. August 2009Glanzloser Kick? Wichtiger Schritt? Vielleicht auch beides?
Heute abend tritt unsere Fußballnationalmannschaft in Baku an. Es ist nicht nur das erste Spiel einer deutschen Elf gegen Aserbaidschan. Meines Wissens hat es auch noch nie ein WM-Qualifikationsspiel einer DFB-Auswahl gleich zu Saisonbeginn gegeben – ohne ein vorangegangenes Freundschaftsspiel.
11. August 2009Ein Grund zur Panik?
„Der Mond kreist um die Erde, die Erde kreist um die Sonne. Also gibt es Momente, in denen sich Sonne, Mond und Erde auf einer Linie kreuzen. In genau diesem Moment verdeckt der Mond die Sonne und der Himmel verdunkelt sich“: So schön und so einfach erklärt die Webseite www.kindernetz.de das Phänomen der Sonnenfinsternis.
10. August 2009Beweis erbracht, aber dabei nicht überlebt
Es ging längst nicht mehr darum, ob die Erde eine Kugel war oder eine Scheibe. Letzteres hatte selbst im angeblich so finsteren und fortschrittsfeindlichen Mittelalter niemand mehr so recht geglaubt. Dass die Erde nicht flach war, war für alle Seefahrer bereits früh eine ausgemachte Sache. Wie auch für diejenigen, die ihnen vom Land aus zuschauten: Die Betrachter verloren beim Auslaufen zunächst den Schiffsrumpf aus den Augen, während die Segel noch gut zu erkennen waren. Als letztes verschwand die Mastspitze. Kehrte ein Schiff heim, erspähten Hafenbehörden oder Beobachter von Land aus zuerst die Mastspitze, dann tauchten die Segel auf, zuletzt war der Rumpf zu sehen. Wie sonst ließe sich dieses Phänomen erklären, wenn nicht mit der Kugelgestalt der Erde? Zumal es für das Erscheinungsbild keine Rolle spielte, in welche Richtung die Schiffe davonsegelten und aus welcher Richtung sie zurückkamen.
7. August 2009Alles schaut auf die Bayern
Heute beginnt die Fußball-Bundesliga mit dem Spiel des Titelträgers VfL Wolfsburg gegen den Vorjahresdritten VfB Stuttgart. Es ist die 47. Saison, und Favorit ist wie immer der Rekordmeister aus München. Ob die Bayern ihren 21 Titeln einen 22. hinzufügen können, halte ich für fraglich. Die Hoffnungen, die mit dem neuen Trainer Louis van Gaal verbunden werden, erinnern an die Aufbruchstimmung unter Jürgen Klinsmann im letzten Jahr. Die war schnell verflogen.
6 August 2009Die Antwort des Dichters
„Der Obrigkeit gehorchen, ist
Die erste Pflicht für Jud und Christ.
Es schließe jeder seine Bude
Sobald es dunkelt, Christ und Jude.
Wo ihrer drei beisammen stehn,
Da soll man auseinander gehen.
Des Nachts soll niemand auf den Gassen
Sich ohne Leuchte sehen lassen.“
5. August 2009Die Deutschen und ihre Vereine
„Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine, kürzt die öde Zeit, und er schützt uns durch Vereine vor der Einsamkeit.“ So heißt es in dem Gedicht Ruf zum Sport von Joachim Ringelnatz, über den dieser Newsletter ziemlich genau vor einem Jahr berichtete (siehe Ausgabe vom 7. August 2008 „Tragik des Lebens“). Anlass für unseren aktuellen Beitrag ist jedoch nicht der Dichter, sondern sein Gegenstand: Heute vor 45 Jahren beschloss der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Regelung des öffentlichen Vereinsrechts.
4. August 2009Ein schwieriges Jubiläum
Was ist von einem Literaturnobelpreisträger zu halten, der einen Tag vor Ende des Zweiten Weltkriegs einen positiven Nachruf auf Adolf Hitler verfasst? Darin bezeichnete der Norweger Knut Hamsun den deutschen Diktator, dessen Wehrmacht nicht nur sein Land überfiel, als „Krieger für die Menschheit und ein Verkünder des Evangeliums vom Recht für alle Nationen.“
3. August 2009Der höchste Berg Europas
Wie heißt der höchste Berg Europas? Das Matterhorn in den Schweizer Alpen? Oder der in Italien beheimatete Monte Rosa? Das fragten sich die Gelehrten und die Bergsteiger des 18. Jahrhunderts. Selbst die Erstbesteigung des wahren Champions am 8. August 1786 brachte keine Gewissheit, denn Jacques Balmat und Michel-Gabriel Paccard erreichten den Gipfel des Mont Blanc bei zu schlechtem Wetter, um einen Überblick zu gewinnen oder gar Messungen vorzunehmen.
31. Juli 2009Flug ohne Wiederkehr
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Diese Zeilen stammen aus Antoine de Saint-Exupérys Der kleine Prinz. Es ist Kinder- und Erwachsenenbuch in einem und verwebt eine wahre Geschichte mit einer erfundenen.
30. Juli 2009Der erste Prager Fenstersturz
Treue Leser dieses Newsletters wissen, dass es in der Geschichte der tschechischen Hauptstadt drei Fensterstürze gab (siehe dazu unsere Ausgabe vom 24. Oktober 2006 „Was wissen Sie über unsere Nachbarn?“). Das erste dieser seltsamen Ereignisse fand heute vor 590 Jahren statt.
29. Juli 2009Kleine Insel - großer Triumph
Von den Färöern war, anders als von anderen Kleinstaaten, in diesem Newsletter noch nie die Rede. Dabei kennt die Inselgruppe im Nordatlantik jedes Kind – sofern es in unserem südöstlichen Nachbarland lebt und sich für Fußball interessiert. Der Grund ist das erste Qualifikationsspiel zu einem großen Turnier, das die Kicker der Färöer im September 1990 bestritten.
28. Juli 2008Erfolgsgeschichte mit Do-it-yourself-Konzept
Wenn eine Frau in einem Modemagazin blättert, entdeckt sie meist sündhaft teure Kleider, die sie sich nicht leisten kann. Ganz anders in den Zeitschriften, die Aenne Burda herausgab: Sie warteten mit Schnittmustern und Arbeitsanleitungen auf, die es den Leserinnen ermöglichten, die begehrten Stücke eigenhändig zu nähen.
27. Juli 2009Was hat es mit dem Fettnäpfchen auf sich?
Vor zwei Jahrzehnten, als es die DDR noch gab, kursierte dort folgender Witz: Eine Brücke ist neu eingeweiht worden. Zur Feier des Tages soll der erste Autofahrer, der über sie fährt, mit einem Geldgeschenk von 1000 Mark belohnt werden. Nach kurzer Zeit halten die dafür abgestellten Volkspolizisten einen Trabant an. Sie eröffnen dem Fahrer die freudige Nachricht. Anschließend fragen sie ihn, was er mit dem unerwarteten Gewinn machen wolle. „Meinen Führerschein!“, kommt die spontane Antwort. „Glauben Sie dem Mann kein Wort, Genosse Volkspolizist“, mischt sich die Beifahrerin ein, „der ist total betrunken!“ Auf der Hinterbank meldet sich die Großmutter zu Wort: „Und den Wagen hat er vor einer halben Stunde geklaut!“ Plötzlich öffnet sich der Kofferraumdeckel, der Opa klettert hinaus und fragt: „Leute, sind wir schon im Westen?“
24. Juli 2009Bohemians gegen Bohemians
Stellen Sie sich einmal vor, die Bundesliga hat begonnen, und es spielt der 1. FC Köln gegen den FC Köln. In der ersten tschechischen Liga ist so etwas möglich. Dort spielen ab dieser Saison – sie wird morgen eröffnet – zwei Vereine unter dem Namen Bohemians Prag. Das kam so: Der Traditionsverein Bohemians, Meister des Jahres 1983, verlor vor einigen Jahren seine Lizenz und damit auch seinen Platz in der Liga. Als Bohemians 1905 Prag spielte die Mannschaft zunächst im Amateurbereich weiter. Die Lizenz, der Platz in der Zweiten Liga (Bohemians war inzwischen abgestiegen) und der Vereinsname wurden vom damaligen Drittligisten FC Střížkov Praha 9 erworben.
23. Juli 2009Harry Potter entwachsen
„Man hat einfach nicht genug Zeit, um nichts zu tun“: Aus diesen Worten des Schauspielers Daniel Radcliffe dürfen seine Fans schließen, dass ihm eine große Karriere bevorsteht und sie ihn in weiteren Rollen als nur der des Hauptdarstellers in Harry-Potter-Filmen bewundern dürfen. Den Anfang machte Radcliffe in New York: Dort trat er in einer Broadway-Inszenierung von Peter Schaffers Drama Equus auf – gleich in der Hauptrolle, noch dazu in einer Weise, die ihm die Kritik mit Wertschätzung und das Publikum mit Applaus honorierte.
22. Juli 2009Als Doping noch legal war
„Wenn du im Wald läufst, musst du ständig das Tempo und den Laufrhythmus ändern, um zum Beispiel Wurzeln auszuweichen, und das verlangt eine ständige Wachsamkeit, wie im Wettkampf“: So lautete das Erfolgsgeheimnis des Langstreckenläufers Lasse Virén, der bei den Olympischen Spielen 1972 und 1976 jeweils Gold über 5.000 und 10.000 Meter gewann.
21. Juli 2009Die Formel für ein langes Leben …
… gibt es noch nicht. Doch haben Wissenschaftler der amerikanischen Real Age-Bewegung vor einiger Zeit die Lebensgewohnheiten sehr alt gewordener Menschen ausgewertet. Einem Bericht des Magazins Simplify your life zufolge kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass wir unser Leben statistisch um bis zu 35 Jahre verlängern können: Wer einmal pro Woche Fisch isst, bekommt die notwendige Portion Kalzium, um 2,7 Jahre älter zu werden. Ballaststoffreiche Kost bringt 3,5 Jahre; ehrenamtliches soziales Engagement noch einmal so viel.
20. Juli 2009Eine Rede, die nie gehalten werden musste
„Das Schicksal hat es so gefügt, dass die Männer, die zum Mond flogen, um ihn in Frieden zu erkunden, dort in Frieden ruhen werden. Diese tapferen Männer, Neil Armstrong und Edwin Aldrin, wissen, dass für sie keine Hoffnung auf Rückkehr besteht. Doch sie wissen auch, dass ihr Opfer der Menschheit Hoffnung gibt“. Mit diesen Worten hätte die Traueransprache des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon begonnen, wenn den Astronauten der Apollo 11-Mission auf dem Mond etwas zugestoßen wäre.
17. Juli 2009Der Tod einer großen Sängerin
Warum gab es in der Geschichte des Jazz so viele gute Sängerinnen, aber kaum Frauen, die an einem Instrument brillierten? Die Antwort ist einfach: Es wurde ihnen in einem von Männern dominierten Business nicht zugetraut. Zum Spielen eines Instruments bedarf es einer gewissen Technik, deren Beherrschung freilich inzwischen auch Frauen unter Beweis gestellt haben.
16. Juli 2009Der Hafen, der seine Stadt berühmt machte
An welche Stadt denken Sie, wenn Sie den Begriff Tor zur Welt lesen? Das bahnbrechende Ereignis, das bis in die heutige Zeit die Haupteinnahmequelle der 1,8-Millionen-Metropole sichert, fand vor genau 820 Jahren statt: Am 16. Juli 1189 gab ein Kaiser mit rotem Bart die Erlaubnis für den Ausbau einer Flussmündung. Der hatte bereits zwei Monate zuvor begonnen, aber die von Kaiser Friedrich I., auch Barbarossa genannt, unterzeichnete Gründungsurkunde gab dem Hafenbau den höchsten Segen.
15. Juli 2009Eine Frage, die sich seit 140 Jahren stellt
Margarine oder Butter? Das ist die Frage, die sich ernährungsbewusste Zeitgenossen, zu denen auch Sie womöglich gehören, bis heute immer wieder gestellt haben. Die Antwort ist recht einfach: Die Entscheidung hängt davon ab, ob Sie Ihre Rettungsringe mit pflanzlichem oder tierischem Fett produzieren möchten. Tatsächlich ist die Kalorienzahl von Margarine und Butter nahezu identisch: rund 750 kcal pro 100 Gramm.
14. Juni 2009Startschuss für Demokratie und Parlamentarismus in Europa
„Die Wut des Volkes ist längst nicht gestillt durch den Tod des Gouverneurs der Bastille und die Zerstörung dieses berüchtigten Gefängnisses“, schreibt der Revolutionär François-Noel Babeuf aus der Hauptstadt Paris an seine Frau Marie. „Ich verstehe, warum das Volk zur Selbstjustiz greift, ich billige diese Justiz, der durch die Vernichtung der Schuldigen Genüge geschieht; wie sollte sie heute nicht grausam sein?“ Grausam war die Unterdrückung des französischen Volks durch Krone, Adel und Klerus. Grausam war aber auch die Revolution, die der Repression folgte.
13. Juli 2009Ein bunter Würfel, der die Welt beschäftigte
Nicht nur Salami und Paprika stammen aus Ungarn, sondern auch der Kugelschreiber und der Zauberwürfel. Das praktische Schreibgerät erfand der inzwischen nach Amerika ausgewanderte László Biró im Jahr 1938 (siehe dazu unseren Newsletter vom 10. Juni 2008 „Nicht nur Salami und Paprika“). Die Konstruktion der in beliebiger Richtung drehbaren bunten Steine – sie können so geordnet werden, dass die sechs Seiten des Würfels jeweils eine einheitliche blaue, weiße, rote, gelbe, grüne oder orange Farbe aufweisen – geht auf einen Budapester Ingenieur zurück.
10. Juli 2009Ein nicht so leicht zugänglicher Reformator
Die Religion drängt sich nicht gerade als Thema für den Small Talk auf. Wenn jedoch der 500. Geburtstag eines großen Reformators gefeiert wird, kann man ja mal eine Ausnahme machen. Am 10. Juli 1509 erblickte im nordfranzösischen Noyon Johannes Calvin das Licht der Welt, die er mit seiner strengen Auslegung von Gottes Schrift verändern sollte.
9. Juli 2009Eklat ums Bier
Das deutsche Reinheitsgebot für die Herstellung von Bier stammt vom 23. April 1516: Seinerzeit legte der bayerische Herzog Wilhelm IV. fest, dass als Zutaten beim Brauen allein Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden dürfen (siehe dazu unseren Newsletter vom 23. April 2007 „Die älteste lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt“).
8. Juli 2009Eine aktuelle Beschreibung bayerischer Politik?
„Bayern war ein autonomer Staat; bayerischer Politiker zu sein, das war was.“ So beschreibt der in München geborene Schriftsteller Lion Feuchtwanger seine Heimat: „Zerfiel nämlich damals Europa in zahlreiche souveräne Einzelstaaten, von denen einer das Deutsche Reich war, so zerfiel dieses Reich wiederum in achtzehn Bundesstaaten. Diese so genannten Länder, an ihrer Spitze das Land Bayern, wachten, wiewohl sie ihrer wirtschaftlichen Struktur nach längst Provinzen waren, eifersüchtig über ihre Eigenstaatlichkeit. Hatten ihre Tradition, ihre historischen Sentiments, ihre Stammeseigentümlichkeiten, ihre Sonderkabinette.
7. Juli 2009Als Schweden nicht mehr Weltmacht war
Heute vor 300 Jahren verlor Schweden seinen Weltmachtstatus. Den hatte es spätestens als – neben Frankreich – großer Gewinner des Dreißigjährigen Krieges erworben. Hinzu kamen im weiteren Verlauf des 17. Jahrhunderts der Sieg über den skandinavischen Rivalen Dänemark und die Eroberung Polens. Als nächstes Beutestück hatte sich Schwedenkönig Karl XII. in seinem schier unersättlichen Expansionsdrang Russland auserkoren. Doch an diesem Bissen sollte er sich, wie so mancher ambitionierte Feldherr nach ihm, kräftig verschlucken.
6. Juli 2009Stützen der Gesellschaft
Stützen der Gesellschaft heißt das wohl bekannteste Werk des Künstlers. Es entstand 1926 und ist in der Neuen Nationalgalerie in Berlin zu bewundern. Fünf Menschen sind auf dem Bild zu sehen: ein Mitglied einer schlagenden Verbindung, dem bereits das Hakenkreuz auf der Krawatte prangt; ein Verleger mit einem umgekehrten Nachttopf auf dem Kopf; ein Kapitalist, aus dessen Schädel ein Scheißhaufen quillt (bitte entschuldigen Sie den Begriff, aber ich konnte der Alliteration nicht widerstehen); ein Geistlicher, der Wasser predigt, aber selbst – das signalisiert seine rote Nase – den Wein bevorzugt; schließlich ein Soldat mit Blut am Bajonett.
3. Juli 2009Mütterchen mit Klauen
Seine Hauptstadt Wien war für ihn ein absterbendes Riesendorf, seine Heimatstadt Prag ein Mütterchen mit Klauen. Franz Kafka, dessen Geburtstag sich heute jährt (siehe auch unseren Newsletter vom 3. Juli 2008 „Unglücklich im Leben, reich nach dem Tod“), war halt ein unverbesserlicher Pessimist. „Hoffnung gibt es schon“, lautete seine Devise, „aber nicht für uns.“ Für Kafkas negative Atmosphäre, die sich wie ein roter Faden durch sein literarisches Schaffen zieht, wurde ein neues Wort erfunden: kafkaesk.
2. Juli 2009Dürfen Sie alte Witze erzählen?
Erzählen Sie gern Witze? Dann haben Sie ein Problem: Fast jeder Scherz wurde in der einen oder anderen Form bereits zum Besten gegeben. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie aus Angst, zum Wiederholungstäter zu werden, dem Humor komplett entsagen müssen. Wichtig ist nur, dass Sie einen Witz gut erzählen!
1. Juli 2009Kostenlose Geburtstags­­party für 150 Gäste
Wie schmeißt man eine Geburtstagsparty für 150 Gäste, wenn man in Berlin wohnt, aber außer einem klapprigen VW-Bus keinen Raum und schon gar kein Geld zur Verfügung hat? Ganz einfach: Man meldet die Party als Demonstration an, für „Friede, Freude & Eierkuchen“. So geschehen heute vor 20 Jahren. Das Geburtstagskind hieß Matthias Roeingh alias Dr. Motte, und seine 150 ravenden Kumpels bildeten die Staffage für Deutschlands erste Love Parade.
30. Juni 2009Die französischste Art, ein Omelette zu verzehren
Woher führt der kürzeste Weg von den USA nach Kanada? Dieser Frage ging der Franzose François Gravelet nach. Und fand für sich die Antwort: über den Niagarafluss. Dummerweise versperren Felsen den Weg durchs Flussbett, und zu allem Übel stürzt das Wasser auf seiner Strecke vom Ontario- zum Eriesee mehr als fünfzig Meter in die Tiefe. Es bedurfte also eines Hilfsmittels, dachte sich unser Mann.
29. Juni 2009Assyrer, Zimbern und Karaimen
Über Karl-Markus Gauß haben wir an dieser Stelle bereits einmal berichtet (siehe unseren Newsletter vom 12. Dezember 2007 „Wo Sie heute zwei alte Bekannte treffen können“). Bekannt wurde den Autor mit einem Buch über Minderheiten in Europa. Es heißt Die sterbenden Europäer und handelt von Albanern in Süditalien, jüdischen Sepharden in Sarajevo, Sorben in Ostbrandenburg und Ostsachsen und Deutschen in der südslowenischen Gottschee (slowenisch: Kočevje).
26. Juni 2009Volksmund, bitte melden!
Der Volksmund verbindet mit dem morgigen Datum eine alte Wetterregel: Fällt auf Siebenschläfer Regen ein, soll's für sieben Wochen sein (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 27. Juni 2006 „Oben grau, unten weiß – und sorgt nur für Verwirrung“). Sehr verlässlich sind solche Bauernregeln (siehe dazu die Ausgabe vom 11. Mai dieses Jahres „Warten auf Sophie“), darin sind sich unsere studierten Wetterfrösche ausnahmsweise einmal einig, nicht.
25. Juni 2009Wo leben die zufriedensten Europäer?
Gestern ging es um die Göttin des Glücks, heute wollen wir uns der weltlicheren Form dieses Zustandes widmen. Mit anderen Worten: Wo auf unserem Kontinent sind die Menschen am zufriedensten? Diese Frage stellte die Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen rund 30.000 privaten Haushalten vom Nordkap bis zur südlichsten Mittelmeerinsel Malta, von Portugals Westküste bis zum Ostrand der Türkei.
24. Juni 2009Der Tag der Schicksalsgöttin
Heute ist das Fest der Fortuna. Der Göttin waren in der römischen Antike zahlreiche Tempel geweiht. In der Sprache der alten Römer bedeutet fortuna nicht nur ‚Glück‘, sondern ebenfalls ‚Vorherbestimmung‘.
23. Juni 2009Keine Lust, im Winter zu feiern
Das Großherzogtum Luxemburg ist einer der wenigen Staaten, die ihren Nationalfeiertag aus rein klimatischen Überlegungen gewählt haben. Es ist der 23. Juni, und auf diese Festlegung wird wohl auch das Geburtsdatum zukünftiger Herrscher keinen Einfluss mehr haben.
22. Juni 2009Das einzige Fußballspiel zwischen der BRD und der DDR
Es gab ein einziges Fußballspiel zwischen den Nationalmannschaften der BRD und der DDR. Heute vor 35 Jahren fand es in Hamburg statt, als letzte Begegnung in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 1974. Die westdeutsche Elf, bereits fürs Viertelfinale qualifiziert, war haushoher Favorit, der Gegner für die Bundesligastars ein nahezu unbekannter.
19. Juni 2009Das erste Mobiltelefon
Die Firma Apple aus San Francisco bringt heute die dritte Generation des so genannten iPhone in den Handel. Die neuen Mobiltelefone verfügen über eine Videokamera, eine Autofokus-Funktion für Fotoaufnahmen und einen Kompass. Überrascht Sie das?
18. Juni 2009Die größte und die bevölkerungsreichste Insel der Welt
Die Welt der Inseln scheint Ihnen ja ganz gut zu gefallen; jedenfalls gab es keine negative Leserpost. Kein Grund also, das Thema zu wechseln. Noch weiter nördlich als die beiden Eilande, um die es in den letzten Ausgaben ging, liegt die größte Insel der Welt. Doch hat Grönland den Nachteil, dass es um den Polarkreis herum empfindlich kalt ist, weshalb zwischen der Hauptstadt Nuuk im Süden und dem an die USA verpachteten Luftwaffenstützpunkt Thule im Hohen Norden weniger als 60 000 Menschen leben.
17. Juni 2009Ein Geburtstag, der beinahe nicht gefeiert worden wäre
Das Thema unseres heutigen Newsletters ist mit dem von gestern fast identisch; doch geht es nicht um Irland, sondern um Island. Die 1000 Kilometer weiter nördlich gelegene Insel ist um ein Drittel größer, verfügt aber mit 300 000 Einwohnern gerade mal über ein Dreizehntel der irischen Bevölkerung.
16. Juni 2009Ein ganz besonderer Tag auf der grünen Insel
Leopold Bloom spaziert, phantasiert, trinkt, quatscht, prügelt sich, liest, gafft und trifft einen trübseligen Stephen Dedalus. Das alles geschieht am 16. Juni 1904 in Dublin. Der Ire James Joyce machte daraus seinen Roman Ulysses, der achtzehn Jahre später erschien und zu einem Welterfolg wurde.
15. Juni 2009Vierzig Jahre Oliver Kahn
Die Torhüter gelten als die schrägsten Vögel im Fußball. Diese Etikettierung wurde von den Meistern ihres Fachs gerne in Kauf genommen: "Wer besser sein will als der Durchschnitt", fand etwa die ehemalige Nummer eins der Münchner Bayern, "braucht dazu ein gewisses Maß an Besessenheit."
12. Juni 2009Ein Staat, der zweimal unabhängig wurde
Heute vor 111 Jahren wurde das Land, um das es heute geht, zum ersten Mal unabhängig. „Entdeckt“ hatten es die Spanier, die das Inselreich 1575 zur Kolonie machten und es nach ihrem damals regierenden König benannten. Doch war die Unabhängigkeit nach dem Abzug der Europäer nur von kurzer Dauer.Eine andere Macht trat auf den Plan, die zuvor selber Kolonie war: 1902 verleibten die USA sich die Eilande im Pazifik offiziell ein. Sie blieben vier Jahrzehnte, bis im Zweiten Weltkrieg die Japaner das Land in Besitz nahmen. Nach Kriegsende kam die gebeutelte Inselgruppe an die Vereinigten Staaten zurück, um 1946 endgültig unabhängig zu werden.
10. Juni 2009Was ist Kunst?
An der Beantwortung der Frage „Was ist Kunst?“ haben sich schon viele Experten die Zähne ausgebissen. Die Kunst verglich der russische Schriftsteller Leo Tolstoi mit dem „Mikroskop, das der Künstler auf die Geheimnisse seiner Seele einstellt, um diese allen Menschen gemeinsamen Geheimnisse allen zu zeigen.“ Reichlich verzwickt, diese Definition, meinen Sie nicht auch?
9. Juni 2009Wie ein deutscher Offizier einen Lachs fängt
Welche Städte kommen Ihnen in den Sinn, wenn Sie an die Toskana denken? Vielleicht Florenz, Siena oder Pisa? Bestimmt nicht Prato, obwohl diese, was die Wirtschaftskraft angeht, es locker mit der Konkurrenz aufnehmen konnte. Hier ist das Textilzentrums Italiens, das heute freilich fest in chinesischer Hand ist. Früher waren Einwanderer aus dem Norden willkommen, auch aus Deutschland. So kam es, dass ein sächsischer Textilingenieur sich dort niederließ. Seinem heute vor 111 Jahren in Prato geborenen Sohn gab Erwin Suckert den Vornamen Erich. Der Filius passte sich gut in die italienische Umgebung ein, ging aufs Gymnasium, machte erste Schreibversuche in einem Satiremagazin.
8. Juni 2009Die Geburt von Big Brother
„Big Brother is watching you“, heißt es in dem heute vor 60 Jahren erschienenen Zukunftsroman 1984. Die Vision vom großen Führer, der alles und jeden beobachtet, war auf das stalinistische Sowjetsystem gemünzt, das den Autor zutiefst enttäuscht hatte.
5. Juni 2009Pflanzen Sie einen Baum!
„Gehen Sie nie ohne Ihren Stoffbeutel aus dem Haus“, empfiehlt die UN-Webseite www.unep.org zum heutigen Weltumwelttag, „dann können Sie in jedem Geschäft, in dem Sie einkaufen, die angebotene Plastiktragetasche ablehnen.“ Andere Vorschläge erscheinen zumindest hierzulande etwas merkwürdig, da ein eigentlich selbstverständliches Verhalten angemahnt wird: „Wir können Wasser sparen, indem wir nicht die ganze Zeit über, während wir uns rasieren, das Gesicht waschen oder die Zähne putzen, den Kran aufgedreht lassen.“
4. Juni 2009Das erste osteuropäische Land mit neuer Demokratie
Vor 20 Jahren hielt die Demokratie Einzug ins östliche Europa. Die Sowjetunion unter Michail Gorbatschow setzte nicht nur im eigenen Land auf Reformen, sondern lockerte auch den Griff auf die Verbündeten. „Im Grunde brauchen wir diese Führung über sie gar nicht“, sprach der oberste Genosse vertraulich zu seinen kommunistischen Parteikollegen: „Das bedeutet nämlich, dass wir sie uns auf den Hals laden.“
3. Juni 2009Stay gold!
Anglizismen sind dem Verein Deutsche Sprache (VDS) häufig ein Ärgernis. Deshalb läuft, wer zu viele von ihnen verwendet, Gefahr, von den 31.000 Vereinsmitgliedern zum Sprachpanscher des Jahres gewählt zu werden. Letztes Jahr widerfuhr dem Regierenden Bürgermeister von Berlin die zweifelhafte Ehre: Klaus Wowereit warb mit dem Spruch „Be Berlin“ für seine Stadt. Dieses Mal stehen wieder 5 Kandidaten zur Auswahl.
2. Juni 2009Meister der Halbzeitansprache
Was passiert in der Halbzeitpause eines Fußballspiels? Nicht viel, sollte man meinen, wenn eine Mannschaft im Viertelfinale des Europapokals 1:3 hinten liegt und zusätzlich noch das 0:2 aus dem Hinspiel aufholen muss.
29. Mai 2009Ein Vorbild nicht nur für junge Leute
„Junge Leute können von meinem Beispiel erlernen, das etwas von nichts kommen kann. Was ich geworden bin, ist das Resultat meiner harten Bemühungen.“ Er hat tatsächlich sehr hart gearbeitet. Davon zeugen 24 Opern, 83 Streichquartette und 104 Symphonien.
28. Mai 2009Tiere im Weltall
Bevor Menschen ins All geschickt wurden, versuchte man es mit Tieren. Am 3. November 1957 wurde die Hündin Laika an Bord einer russischen Sputnik 2-Rakete in die Erdumlaufbahn geschossen. Das Tier überlebte nur wenige Stunden; dann starb Laika an Überhitzung und Stress.
27. Mai 2009Gibt es Hoffnung?
Noch ein Nachtrag zu unserem Newsletter von gestern und zum heutigen Champions League-Finale: „Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft.“ Diese Erkenntnis stammt vom Fußballfan Jean-Paul Sartre.
26. Mai 2009Der Tag, an dem Fußballgeschichte geschrieben werden kann
Sollte Manchester United das morgige Champions League-Finale gegen den CF Barcelona gewinnen, wäre dies in mehrfacher Hinsicht ein historisches Datum. Noch nie ist es seit Bestehen des Wettbewerbs einer Mannschaft gelungen, ihren Titel erfolgreich zu verteidigen. Dieses Kunststück würde United zudem einen Tag nach dem 100. Wiegenfest ihres berühmtesten Trainers vollbringen: Am 26. Mai 1909 wurde Matt Busby geboren. Den Schotte zog es nach Ende des zweiten Weltkriegs in Englands Norden.
25. Mai 2009Servicewüste Deutschland?
Wie finden Sie den Service in Deutschland, fragt jedes Jahr das Meinungsforschungsinstitut Allensbach   und erhält als Antwort: Es wird besser. Zumindest in einigen Branchen ist das der Fall: in Hotels, Bäckereien und Restaurants, bei Taxifahrern und Handwerkern. Verschlechtert hat sich die Dienstleistungsbereitschaft dagegen bei den Tankstellen und im Autohandel. Am zufriedensten sind die Deutschen mit ihrem Friseur. Auch die Buchhändler und Apotheker schneiden sehr gut ab.
22. Mai 2009Tag der Verfassung und der Bundespräsidentenwahl
Morgen ist, wie jedes Jahr am 23. Mai, Verfassungstag. Sollte Ihnen die Bedeutung dieses Datums auf den ersten Blick nicht klar sein, sei Ihnen an dieser Stelle schon mal verziehen. Lange Zeit hatte unsere Zweite Republik überhaupt keine Verfassung, sondern nur ein Provisorium. Dessen Geltungsdauer wurde in Artikel 146 festgelegt: „Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“
20. Mai 2009Wo Christi Himmelfahrt als Feiertag abgeschafft ist
Vierzig Tage lang, vom Ostersonntag an gerechnet, erschien Jesus seinen Jüngern und erzählte ihnen vom Reich Gottes, in das er bald einziehen würde. Danach erschien er ihnen wohl nicht mehr; jedenfalls berichten weder das Lukasevangelium noch die Apostelgeschichte Entsprechendes. Daraus lässt sich schließen, dass Jesus zu diesem Zeitpunkt aufgestiegen war. So entstand das Fest Christi Himmelfahrt.
19. Mai 2009Als England Republik wurde
England und sein Königshaus: Diese beiden Begriffe sind seit Jahrhunderten eng miteinander verbunden. Und doch gab es eine Zeit, in der das Land eine Republik war. Sie begann heute vor 360 Jahren und dauerte bis zur Inthronisation Karls des Zweiten 1660. Der erste englische König dieses Namens war am 30. Januar 1649 auf dem Schafott geendet.
18. Mai 2009Klein, aber wehrhaft
Malta liegt strategisch sehr günstig im Mittelmeer. Kein Wunder, dass die kleine Insel die Begehrlichkeiten des Osmanischen Reichs weckte. Heute vor 444 Jahren tauchte eine vom türkischen Sultan ausgestattete riesige Flotte vor der Hauptstadt Valletta auf, die damals noch St. Elmo hieß.
15. Mai 2009Wo die Grundwerte unserer Gesellschaft geprägt werden
„Familie ist der Ort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Sie ist der Ort, wo die Grundwerte unserer Gesellschaft geprägt und gelebt werden. Familienpolitik ist deshalb immer auch Zukunftspolitik.“ So steht es auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu lesen. Böse Zungen würden behaupten, der Stellenwert der Familie – ihr Internationaler Tag wird am heutigen 15 Mai begangen – in unserer Gesellschaft könne so hoch nicht sein, wenn das Ressort in vier Bereiche aufgesplittert ist.
14. Mai 200960 Jahre Recht auf Kriegsdienstverweigerung
Dieses Jahr feiern wir den 60. Geburtstag des Grundgesetztes. Der geht mit einem anderen Jubiläum einher, denn in §4 Absatz 3 unserer Verfassung heißt es:„Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“ Wichtig in diesem Satz war die Passage gegen sein Gewissen: Um herauszufinden, dass es der Verweigerer ernst meinte, besitzt der Staat das Recht auf eine Überprüfung.
13. Mai 2009Für Maria und alle Heiligen
Heute vor 1400 Jahren wurde zum ersten Mal Allerheiligen gefeiert. Ursprünglich war der Tag nur den römischen Göttern gewidmet, jetzt wurde er der Jungfrau Maria und allen christlich-katholischen Märtyrern geweiht. Dafür sorgte Papst Bonifatius IV (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 12. Mai 2006 "Warum morgen nicht Allerheiligen ist").
12. Mai 2009Ein Beruf, dem die Anerkennung lange versagt blieb
Heute ist der Internationale Tag der Pflege. Thema dieses Newsletters kann aber weder eine mögliche Unterversorgung der Patienten in unseren Krankenhäusern sein noch eine Diskussion der seitens der Großen Koalition in Angriff genommenen Pflegereform. Statt dessen widmen wir uns den Wurzeln dieses Gedenkdatums.
11. Mai 2009Warten auf Sophie
„Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter – oder bleibt, wie's ist“: Das ist die einzige Bauernregel, der niemand widersprechen kann. Die übrigren sind zwar wesentlich aussagefreudiger, doch hapert's häufig mit dem Wahrheitsgehalt. Der liegt, so hat ein Schlauberger einmal ausgerechnet, bei 50 Prozent.
8. Mai 2009Der schwedische Graf und seine kleine Insel
Anfang der Woche stand eine kleine Schwedin im Mittelpunkt unseres Newsletters. Heute kommt ein großer Landsmann von nobler Abstammung zu dieser Ehre. Geboren wurde er vor genau 100 Jahren in Stockholm. Doch wird er zumindest in Deutschland weniger mit seinem Geburtsort in Verbindung gebracht als mit der Insel, auf der er im Alter von 95 Jahren starb. Die liegt mit zehn weiteren sowie zwei Halbinseln im Bodensee und wurde von dem schwedischen Adeligen zu einem wahren Blumenparadies umgebaut.
7. Mai 2009Zahlen, die einfach nicht stimmen konnten
„98,85 Prozent“, titelte die SED-Zeitung Neues Deutschland am Tag nach der Kommunalwahl in der DDR heute vor 20 Jahren, „stimmten für die Kandidaten der Nationalen Front.“ Neu kamen den Lesern solche Schlagzeilen nicht vor, denn in den so genannten sozialistischen Ländern waren ähnlich hohe Ergebnisse für die Einheitsliste üblich. Neu war nur, dass auch in der DDR die Menschen an solche Zahlen nicht mehr glaubten.
6. Mai 2009Zwei Jahre jünger als der Bruder, aber viel berühmter
Der Forscher, dessen 150. Todestag heute begangen wird, „war in ganz Europa berühmt wegen einer Expedition in die Tropen, die er 25 Jahre zuvor (also im Jahr 1803) unternommen hatte. Er war in Neuspanien, Neugranada, Neubarcelona, Neuandalusien und den Vereinigten Staaten gewesen, hatte den natürlichen Kanal zwischen Orinoko und Amazonas entdeckt, den höchsten Berg der bekannten Welt bestiegen, Tausende Pflanzen und Hunderte Tiere, manche lebend, die meisten tot, gesammelt, hatte mit Papageien gesprochen, Leichen ausgegraben, jeden Fluss, Berg und See auf seinem Weg vermessen, war in jedes Erdloch gekrochen und hatte mehr Beeren gekostet und Bäume erklettert, als sich irgend jemand vorstellen mochte. Er war der jüngere von zwei Brüdern.“
5. Mai 2009Niemand ist behindert
Ende des letzten Jahres ist die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ratifiziert worden. Am heutigen 5. Mai soll weltweit darauf hingewiesen werden, dass diese Gleichstellung nicht nur auf dem Papier besteht. „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden“, heißt es auch in unserem Grundgesetz.
4. Mai 2009Die Person hinter Pippi
Kennen Sie Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf? Zugegeben, der Name ist ein bisschen lang; daher nannte sich ihre Trägerin schlicht Pippi Langstrumpf. Die rotbezopfte sommersprossige Göre, die locker mit dem linken Arm ein Pferd (am liebsten ihr eigenes, das auf den Namen Lilla Gubben hörte) stemmen konnte, entstammt der Fantasie der Schriftstellerin Astrid Lindgren (siehe dazu unseren Newsletter vom 14. November 2007 „Den Kopf in der Suppenschüssel, das Pferd auf dem Arm“).
30. April 2009Warum die Niederländer heute schon frei haben
Morgen ist der Tag der Arbeit, an dem in Deutschland nicht gearbeitet wird (und folglich auch unser Newsletter nicht erscheint). Ein Feiertag ist der 1. Mai auch in anderen westlichen Industrienationen; nur die Vereinigten Staaten und Kanada begehen ihren Labor Day jeweils am ersten Montag im September.
29. April 2009Als die Autokrise begann
Wann begann die Autokrise? Heute vor fünf Jahren, würden nicht wenige Amerikaner antworten. An diesem Tag verließ der letzte Oldsmobile die Fertigungshalle in Lansing im Bundesstaat Michigan. Doch sollte jenes Exemplar schon keinen Meter Straße mehr befahren. Es wurde schnurstracks ins Museum überführt, wo es einen Platz neben seinen Vorgängermodellen gefunden hat. Damit war die 107-jährige Geschichte der nach Mercedes und Peugeot und vor Ford und Chrysler drittältesten Automarke der Welt zu Ende.
28. April 200815 Sekunden komplette Ruhe
Der liebe Gott hat uns zwei Ohren gegeben, damit wir den Lärm um uns herum besser vertragen – und einen Mund, damit wir dagegen anschreien können. Doch es geht auch anders, findet das Lärminformationsportal. Die Betreiber dieser Internetseite haben sich den Kampf gegen die akustische Umweltverschmutzung auf die Fahnen geschrieben.
27. April 2009Form ohne Inhalt?
Design oder nicht sein? Diese Frage ist heute Gegenstand unseres Newsletters, bei dem es um das Zusammenwirken von Form und Inhalt geht. „Design“, sagte einmal der japanische Architekt Kiyoshi Sakashita, „steht heute vor Funktion und Preis an erster Stelle.“ Das heißt doch nichts anderes, als dass das Nichts, das verkauft werden soll, schön verpackt werden muss.
24. April 2009Der größte Freund der Tiere
Putzige Vierbeiner sind ein beliebtes Thema dieses Newsletters. Doch heute geht es nicht um Tiere, sondern um den größten Freund der Tiere. Der hieß Bernhard Grzimek und war Professor, Zoodirektor und überhaupt eine Institution. Seit Oktober 1956 erschien er jede Woche dienstags den Fernsehzuschauern mit der Sendung „Ein Platz für Tiere“. Das Schema war stets das gleiche: Drei bis vier Filme über meist exotische Exemplare; dazwischen warnte der Naturliebhaber vor den Folgen von Umweltzerstörung und der bevorstehenden Ausrottung bestimmter Arten.
23. April 2009Der Tag, an dem Schriftsteller sterben
Den heutigen 23. April hat die UNESCO zum Welttag des Buches erklärt. Inspiriert hat die Weltkulturorganisation der Namenstag des Patrons von Katalonien. An Sant Jordi – wie der Heilige Georg im Nordosten Spaniens heißt – schenkt man sich in dieser Region gegenseitig Bücher. Der 23. April ist zudem der Todestag zweier Nationaldichter: des Engländers William Shakespeare und des Spaniers Miguel de Cervantes. Und noch ein berühmter Schriftsteller ist eng mit dem Datum verbunden: Immerhin ist der isländische Literatur-Nobelpreisträger Halldór Laxness an jenem Tag nicht gestorben, sondern geboren.
22. April 2009Wider den Egoismus
Er hätte auch mit Kartenspielen oder Billard sein Geld verdienen können, denn er wusste sowohl seinen Kopf als auch seine Hände geschickt einzusetzen. Aber für eine solche Karriere wäre es wohl nötig gewesen, seine Heimatstadt zu verlassen. So blieb er sein Leben lang an seinem Geburtsort, ließ sich jeden Morgen um Viertel vor Fünf von seinem Hausdiener wecken und ging abends pünktlich um Zehn ins Bett. Täglich unternahm er einen langen Spaziergang; häufig lud er Freunde zum Mittagessen ein, bei dem es grundsätzlich nie um Geschäftliches ging.
21. April 2009Wie Sie in den Flow kommen
Kleiner Nachtrag zu gestern: Da haben wir ja gelernt, dass es entscheidend ist, wann wir unsere Aufgaben erledigen. Das finden auch der ungarischstämmige Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi von der Universität Chicago und der Heidelberger Professor Felix von Cube: Sie untersuchten, wann Sportler, Kletterer, Schachspieler und Manager optimale Leistungen erzielen. Ihre Antwort: im Flow. So heißt der Zustand, der Höchstleistung mit Wohlbefinden vereint.
20. April 2009Nicht alles gleichzeitig erledigen
Ich bin ein Multitaskingtalent und deshalb äußerst effizient: Dieser Irrglaube ist es, der verhindert, dass wir so viel leisten, wie wir eigentlich könnten. Statt unsere Stärken sinnvoll einzusetzen, verzetteln wir uns.
17. April 2009Als Gustav Gans die Macht übernahm
Všechno včas, das fragte ich Sie gestern, ist tschechisch und heißt auf Deutsch: Alles klar? War ja auch nicht so einfach mit den böhmischen und südrussischen Dörfern. Heute bleiben wir in Böhmen. Als das Land Teil der Tschechoslowakei war, durfte es den Prager Frühling und musste es die sowjetische Invasion erleben (siehe dazu unsere Newsletter vom 21. August („Überwintern mit Bier“) und 13. Mai 2008 („Der Prager Frühling - mehr als nur Musik“)).
16. März 2009Und was sind Böhmische Dörfer?
Bevor ich die Frage in der Überschrift beantworte, lassen Sie mich eine zweite stellen, mit der ich etwas weiter aushole: Kommt Ihnen etwas spanisch vor? Blicken wir kurz auf den gestrigen Newsletter („Was steckt hinter einem Potemkinschen Dorf?“) zurück: Eine kritischer hinschauende Zarin Katharina hätte beim Anblick der Potemkinschen Dörfer exakt jenes Gefühl beschleichen müssen.
15. April 2009Was steckt hinter einem Potemkinschen Dorf?
Früher, als es noch keine Fußballspiele gab, führten die Nationen Kriege gegeneinander. Gegen den Erzfeind Türkei – das Osmanische Reich war durch und durch muslimisch – schnitt das christlich-orthodoxe Russland immer sehr schlecht ab. Das änderte sich jedoch mit der Auseinandersetzung, in der beide Staaten von 1768 bis 1774 verstrickt wurden.
14. April 2009Ein Leben reich an Werken und Geschichten
Georg Friedrich Händel starb vor exakt einem Vierteljahrtausend in London. Da ein Tag nicht ausreicht, den Komponisten von 46 Opern und Schöpfer von 25 Oratorien gebührend zu ehren, wurde in der Musikszene das komplette Jahr 2009 zum Händel-Jahr erklärt. Sie werden dem großen musikalischen Geist also noch öfter begegnen.
9. AprilBitte kein Eiertanz!
Osterzeit ist Eierzeit: Der Brauch, diese zu bemalen, geht zurück ins Mittelalter. Damals wurden Steuern traditionell am Gründonnerstag beglichen – häufig in Form von gekochten und damit haltbaren Eiern. Ein Teil der Eier erhielt in der Kirche den Segen und wurde rot angemalt, um sie von nicht geweihten Exemplaren zu unterscheiden.
8. April 2009Die nicht ganz so geheime Formel von Coca Cola
Wie viel Zucker ist in Coca Cola enthalten? Diese Frage beschäftigt ganze Internetforen. Geben Sie doch mal die drei Wörter „Coca Cola Inhaltsstoffe“ in Google ein: Sie erhalten mehr als 10 000 Einträge. Einer davon ist vom Hersteller selbst, und der kann die Eingangsfrage am besten beantworten. „In 100 ml Coca-Cola“, steht auf der werkseigenen Webseite www.coca-cola-gmbh.de geschrieben, „sind 10,6 Gramm Zucker enthalten.“
7. April 2009Hand- und Mundwerk
Im ausgehenden Mittelalter waren gute Ärzte so selten wie objektiv nachweisbare Erfolge von Aderlässen. Und doch konnte ein Mediziner-As wie Theophrastus Bombastus von Hohenheim nicht von der Heilkunst allein leben. Obwohl seiner Überzeugung nach der Arzt im Herzen wuchs, weil „Helfen und nutz sein des Herzens Amt, Schwätzen und süßes Reden des Maules Amt“ waren, verdiente der später als Paracelsus berühmt Gewordene sein Geld weniger mit dem Hand- als mit dem Mundwerk.
6. April 2009Der ziemlich letzte unbetretene Fleck der Erde
Heute vor 100 Jahren erreichte ein amerikanischer Entdecker einen der letzten unbetretenen Flecken der Erde. „Er war ein großer Mann mit wuchtigem Rumpf und dickem roten Haar, das zu ergrauen begann. Er trug einen langen Schnurrbart. Bei einer früheren Expedition hatte er die Zehen eingebüßt. Er ging merkwürdig schlurfend, schob die Füße über den Boden, ohne sie anzuheben.“ So beschreibt E.L. Doctorow in seinem großartigen Roman über die USA des frühen 20. Jahrhunderts den Forscher Robert Peary.
3. April 2009Schimpansenforscherin statt Sekretärin
Statt als Sekretärin wollte Jane Goodall lieber als Schimpansenforscherin arbeiten. So warf sie 1957 die Ausbildung im heimatlichen England hin und ging nach Afrika. Zunächst jobbte sie im Nationalmuseum von Kenia. Bald war ihr auch dies zu langweilig, und sie zog in den Gombe Stream National Park im benachbarten Tanzania, um dort unter Menschenaffen zu leben und deren Verhalten aus nächster Nähe zu studieren.
2. April 2009Wo die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes beginnt
Heute endet in Bonn die UNESCO-Weltkonferenz Bildung für nachhaltige Entwicklung. Hintergrund sind nicht nur die krassen Unterschiede der Informations- und Lernmöglichkeiten zwischen Bewohnern von Entwicklungs- und Schwellenländern und jenen der westlichen Industriestaaten. Auch die Art des Lernens weltweit steht auf dem Prüfstand. Ziel ist es, das bisherige, allzuoft nach dem Bestehen von Prüfungen schielende Faktenwissen durch Kompetenzen wie soziale Verantwortung oder Zivilcourage anzureichern.
1. April 2009Warum musste Tycho Brahe sterben?
Tycho Brahe ist schon seit über 400 Jahren tot. Das hindert den großen Astronomen jedoch nicht, weiter Schlagzeilen zu produzieren. Kürzlich schrieb der Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Prag, der Sternforscher sei womöglich einem Mordanschlag zum Opfer gefallen; Details zum Tathergang würden derzeit von Wissenschaftlern untersucht.
31. März 2009Auch nichts gegen Waliser?
Das kleine Wales hat einen Prinzen, der die Sprache nicht spricht (Charles kann nur Englisch), einen beliebten Sänger, der lieber nicht dort lebt (Tom Jones zog vor Jahrzehnten nach Kalifornien) und einen berühmten Dichter, der sich despektierlich über seine Heimat äußerte: „Wales ist das Land meiner Vorfahren“, sagte Dylan Thomas, „und die können es gerne behalten.“ Er selber wanderte erst nach London und später nach New York aus.
30. März 2009Nichts gegen Iren
Heute möchte ich Ihnen ein weiteres Land näher bringen, das nicht so klein ist wie allgemein angenommen (siehe auch unseren Newsletter über Luxemburg vom 24. März „Kein so kleines Land“). Irland hat zwar nur etwas über 4 Millionen Einwohner, doch haben sich die Nachfahren von Generationen ausgewanderter Inselbürger auf der ganzen Welt ausgebreitet. Denken Sie nur mal daran, mit wie vielen Irish Pubs unser Globus an allen möglichen und unmöglichen Orten aufwarten kann.
27. März 2009Menschen mit Problemen
„Theater“, bekannte einst Laurence Olivier, „ist masochistischer Exhibitionismus“. Beim britischen Schauspieler stimmte wenigstens das Schmerzensgeld, und später erhob ihn die Queen sogar in den Adelsstand. Oliviers weniger erfolgreiche Kollegen mussten dagegen hart um ihre Gage kämpfen. War der Kampf erfolglos, pflegte ihnen Regisseur Herbert Beerbohm Tree nach dem Vorsprechen einen Rat zu geben: „Bitte, schlagen Sie gleich nicht die Tür laut hinter sich zu, wenn Sie gehen.“
26. März 2009Wer war B. Traven?
Wer war B. Traven? Alle kannten den in deutscher Sprache publizierenden, im Süden von Mexiko lebenden Schriftsteller; nur Wenige wussten, wer sich hinter dem Pseudonym verbarg. B. Travens Bücher erreichten Millionenauflagen.
25. März 2009Neues Tier im Weißen Haus
Kurz nachdem in den USA ein Präsident eingeführt wird, zieht er nach Washington ins Weiße Haus. Nicht nur die Boulevardpresse in der Hauptstadt interessiert sich anschließend dafür, wer mit ihm einzieht: Außer der Ehefrau, den Kindern und vielleicht dem Dienstpersonal lenken vor allem die Haustiere die Aufmerksamkeit der Journaille auf sich.
24. März 2009Kein so kleines Land
„Lëtzebuerg, offiziell d'Groussherzogtum Lëtzebuerg, ass e Land an Europa, dat tëschent Däitschland, der Belsch a Frankräich läit. Et huet eng Fläch vun 2586 km² a ronn 450 000 Awunner“: So heißt es in der Wikipedia, die ja auch auf Lëtzebuergesch erscheint. Immerhin steht dort nicht der Satz, der überall sonst steht: Luxemburg sei ein kleines Land.
23. März 2009Welttag der Wetterfrösche
Et is wie et is un et kütt wie et kütt, sagt der Rheinländer. Das gilt vor allem fürs Wetter, das man nicht ändern kann: Es ist wie es ist und es kommt wie es kommt. Aber es ist gut, wenn man weiß, wie es kommt, sagen die Wetterfrösche, die heute den Welttag der Meteorologie begehen (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 23. März 2007 „Alle reden vom Wetter. Die WMO redet vom Klima.“). Und was sagt der Smalltalker? Der freut sich, dass er immer ein aktuelles Thema hat.
20. März 2009Frühling aus meteorologischer, kalendarischer und poetischer Sicht
Aus meteorologischer Sicht hat der Frühling bereits am 1. März begonnen. Heute um 12 Uhr 43 mitteleuropäischer Zeit ist es endlich auch aus kalendarischer Sicht so weit: Dann überschreitet die Sonne den Äquator auf ihrem Weg in Richtung Norden; Tag und Nacht sind bei uns gleich lang.
19. März 2009Leistung zeigen und Beziehungen knüpfen
Erfolge sind immer ein Ergebnis von Leistung und Beziehungen, lautet die Philosophie der Webseite www.frauen-kluengeln.de. Wer sich beim beruflichen Weiterkommen durch Netzwerke helfen lässt, tut gut daran. Eine schnellere Karriere und ein höherer Verdienst winken.
18. März 2009In Bayern wird ein Pfälzer erster gewählter Ministerpräsident
Der erstmals vom Volk gewählte bayerische Landtag durfte heute vor 90 Jahren - ebenfalls eine Premiere – den bayerischen Ministerpräsidenten küren. Bis dahin hatte dies der König in Eigenregie besorgt. Doch seit der Revolution, die am 7. November 1918 (siehe unseren Newsletter vom 7. November 2008) die weiß-blaue Monarchie hinweggefegt hatte, war der Thron verwaist, König Ludwig im Exil.
17. März 2009Der St. Patrick's Day wird auch in Deutschland gefeiert
Sogar das Bier ist grün. Wie sie das hinkriegen, darüber schweigen sich die Hersteller aus. Es passt aber so schön ins Bild, wenn sich ein kilometerlanger grüner Lindwurm durch die Straßen der Hauptstadt schlängelt und 30 000 ebenfalls überwiegend grün Gekleidete begeisternd der Parade applaudieren.
16. März 2009Nichts berühren, alles vertiefen
Heute vor 10 Jahren erlebte die Europäische Union die schwerste Krise ihrer Geschichte. Was war geschehen? Die wichtigste politische Institution der Gemeinschaft, die Europäische Kommission, war geschlossen zurückgetreten; die EU stand also von einem Tag auf den anderen ohne Regierung da.
13. März 2009Schon wieder Freitag der 13.!
Jesses, schon wieder Freitag der 13.! Wie kann ich Ihnen da nur Angst machen und anschließend wieder nehmen, nachdem ich bereits letzten Monat (siehe unsere Ausgabe vom 13. Februar „Ein prekäres Datum, dass uns dieses Jahr noch zweimal bevorsteht“) vor den größten Gefahren in Form von herabfallenden Messern, zerbrochenen Spiegeln, aufgestellten Leitern und kreuzenden Katzen gewarnt habe?
12. März 2009Die Wiederkehr des Verdrängten
„Unser Programm ist die Wiederkehr des Verdrängten“: So lautet die Eigenwerbung des Ahriman-Verlags (im Internet unter www.ahriman.com), der mit seinem Programm an vergessene Ereignisse und Persönlichkeiten erinnern will.
11. März 2009Rücktritt wegen schlechten Mannschaftsspiels
Gestern hatten wir die Religion, heute haben wir die Politik als Small-Talk-Thema. Kein Wunder, denn das, was heute vor zehn Jahren passierte, war zu komisch, um an dieser Stelle nicht bedacht zu werden. Völlig überraschend trat damals Oskar Lafontaine sowohl von seinem Amt als Finanzminister als auch von seiner Position als SPD-Vorsitzender zurück.
10. März 2009Seit 50 Jahren im Exil
Religion ist kein Small-Talk-Thema, Politik auch nicht. Warum erzähle ich Ihnen heute dann etwas über den Dalai Lama? Vielleicht, weil es sich um einen immer freundlichen, stets lächelnden, dennoch von allen Politikern und Theologen ernst genommenen älteren Herrn handelt, der nur ein Problem hat? Er darf nicht mehr zu Hause wohnen.
9. März 2009Barbie wird 50
Die Mädchen benutzten die Puppe, um ihre Wunschvorstellungen der späteren Erwachsenenwelt auszudrücken: So erklärt Ruth Handler, die Erfinderin der Barbie-Puppe, den riesigen Erfolg ihres Modells. Interessant ist, wie sich das Äußere der Puppe in den letzten fünf Jahrzehnten gewandelt hat – und die Zukunftshoffnungen der Mädchen mit ihnen.
6. März 2009Kritischer Geist mit scharfer Zunge
„Viele, die ihrer Zeit vorausgeeilt waren, mussten auf sie in sehr unbequemen Unterkünften warten“: Auf den Urheber dieser Zeilen traf jenes kritischen Geistern beschiedene Schicksal nur bedingt zu. Der heute vor 100 Jahren geborene Stanislaw Jerzy Lec lebte als Kommunist im kommunistischen Polen. Solange dort verbissene Betonköpfe herrschten, hatte sein Metier, die Satire, nicht gerade Konjunktur.
5. März 2009Am Sonntag ist Internationaler Frauentag
Ist der Weg in höchste politische Positionen für Frauen in Deutschland besonders schwierig? Von den ersten Demonstrationen in westeuropäischen Staaten am 8. März 1910 – auf dieses Datum geht der Internationale Frauentag zurück – bis zum Einzug Angela Merkels ins Bundeskanzleramt liegt eine Spanne von mehr als neun Jahrzehnten.
4. März 2009Ein Indianer als US-Präsident?
Barack Obama wurde als erster schwarzer US-Amerikaner ins höchste Amt gewählt. Wird es da nicht Zeit, dass jemandem aus einer anderen benachteiligten Bevölkerungsgruppe eine solche Ehre widerfährt? Diesem Ziel sehr nahe kam heute vor 80 Jahren der Republikaner Charles Curtis.
3. März 2009Die Geburt der modernen Türkei
„Seit Jahrhunderten haben die Türken sich ständig in die gleiche Richtung bewegt. Wir sind immer von Osten nach Westen gegangen!“ Die Aussage von Präsident Mustafa Kemal lässt sich historisch zwar nicht komplett belegen, aber sie gibt eine Politik vor, die seitdem Gültigkeit hat: die Westorientierung der Türkei.
2. März 2009Leiche in der Umhängetasche
Gelegentlich ist in diesem Newsletter vom Verein Deutsche Sprache e.V. die Rede, zuletzt in der Ausgabe vom 30. August&nbap;2007 „Sprachpanscher 2007“. Ein besonderes Anliegen der Sprachschützer ist der Missbrauch unserer liebsten Fremdsprache: Manche Anglizismen, die längst Einzug in unseren Sprachalltag gefunden haben, existieren im Englischen gar nicht – oder bedeuten etwas ganz anderes.
27. Februar 2009Das Ende der Revolution in Mexiko
Eine alte Fotografie zeigt eine chaotische Menschenmenge im Nationalpalast von Mexico City. Soldaten in Galauniform stehen neben bewaffneten Bauern und Städtern im Sonntagsanzug. Sogar einige Kinder drängen sich zwischen die Erwachsenen, denn alle haben nur ein Ziel: Sie wollen auf dieses Bild.
26. Februar 2009Zeit der innerlichen Reinigung
„Fasten, studieren, keine Frauen sehn – klarer Verrat am Königtum der Jugend.“ Meinte jedenfalls William Shakespeare. Doch irgendwann ist die Jugend vorbei, es melden sich die ersten Zipperlein, der Körper reagiert nicht mehr so, wie der Geist es vielleicht will, obwohl auch der schon nicht mehr ist, was er mal war. Muss man sich selbst da nicht etwas Gutes tun? Vielleicht eine Zeitlang entsagen, bevor man sich wieder den Genüssen des Lebens hingibt?
25. Februar 2009Der politische Schnee von gestern
Heute ist Aschermittwoch. Auch an diesem traditionell religiösen Fest mischt sich die Politik gerne in Bereiche ein, in denen sie eigentlich nichts zu suchen hat. Im Wahljahr 2009 wird das kaum anders sein. Die Rede ist vom politischen Aschermittwoch, an dem gerne Reden gehalten werden. Den Ursprung dieses, na ja, Brauchtums haben wir im Newsletter vom 1. März 2006 erklärt.
24. Februar 2009Nie wieder Strasse!
„Wenn Sie eine schwarze Katze sehen, bringen Sie das Tier dazu, auf keinen Fall vor Ihnen die Strasse zu überqueren“: Als dieser Satz in unserem Newsletter vom Freitag den 13. erschien, war ich auf die eine oder andere Zuschrift erboster Tierschützer gefasst.
20. Februar 2009Fassen Sie sich. Aber bitte kurz!
„Wird man unerwartet gebeten, eine Rede zu halten, so erschrecke man nicht, sondern fasse sich. Aber kurz!“ Diese Empfehlung stammt von Heinz Erhardt, der heute seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.
18. Februar 2009„Meine Herren und Damen!“
Vor 90 Jahren, bei den Reichstagswahlen am 19. Januar 1919, durften Frauen in Deutschland erstmals wählen. Nicht nur das: Sie kamen auch in den Genuss des passiven Wahlrechts. So zogen exakt einen Monat später 37 weibliche Abgeordnete ins Parlament ein.
17. Februar 2009Wenn das Leben ein Baseball ist
Im Cricket und im Baseball kommt es darauf an, einen Ball mit möglichst hoher Geschwindigkeit zu werfen. Das Flugobjekt zu treffen wird für den Mann am Schlag noch schwerer, wenn es mit einem Drall versehen ist. Ein derart schwer auszurechnendes Wurfgerät nennen Briten und Amerikaner Screwball. Schwer auszurechnen sind auch die Komödien, die unter dieser Bezeichnung firmieren.
16. Februar 2009Bescheidenheit ist keine Zier
„Bescheidenheit ist die schlimmste Form der Eitelkeit“, fand der französische Missionar Charles de Foucauld. Offenbar hatte der fromme Mann in seinem Leben viele Dankesreden gehört, die von ihren Preisträgern mit den Worten begonnen wurden, sie hätten den Preis ja gar nicht verdient. Nichts langweilt ein Publikum mehr als unterwürfige Buhlerei um Komplimente. Das sah offenbar auch der Althistoriker Christian Meier so, als ihm vor einem Jahrzehnt ein begehrter Preis verliehen wurde.
13. Februar 2009Ein prekäres Datum, dass uns dieses Jahr noch zweimal bevorsteht
Sind sie abergläubisch? Dann steht Ihnen ein hartes Jahr bevor! Nicht weniger als dreimal werden Sie sich 2009 mit einem prekären Datum konfrontiert sehen. Wenn Sie diese Zeilen lesen, haben Sie den ersten Freitag den 13. bereits zur Hälfte hinter sich. Das ist doch schon mal was, oder?
12. Februar 2009Der beliebteste Präsident aller Zeiten
Wer ist der beliebteste US-Präsident aller Zeiten? Diese Frage stellte der amerikanische Nachrichtensender ABC seinen Zuschauern. Als Antwort erhielten die Journalisten den Namen des Staatsoberhauptes, das heute vor 200 Jahren geboren wurde. Auch der amtierende US-Präsident hält viel von diesem Vorgänger: Barack Obama nennt Abraham Lincoln als sein Vorbild und leistete seinen Amtseid auf jene Bibel, auf die schon Lincoln bei dessen Inauguration die Hand gelegt hatte.
11. Februar 2009Das Buch, das die Welt veränderte
Hat Gott die Tiere – so, wie es in der Bibel steht – eins nach dem anderen erschaffen? Diese Frage rührt an Grundfesten der Religion und ist damit streng genommen kein Small Talk-Thema. Wir können das Tabu jedoch leicht umgehen, indem wir unser Sujet in der Biologie ansiedeln. Die Eingangsfrage hatte sich ein berühmter Forscher gestellt, dessen Geburtstag sich morgen zum 200. Mal jährt. Natürlich plagten Charles Darwin Zweifel, als er vor anderthalb Jahrhunderten sein Werk Über die Entstehung der Arten veröffentlichte.
10. Februar 2009Apostrophitis bei uns, Apostrophobie bei den Briten
Immer wieder werden im Deutschen merkwürdige Apostrophe gesetzt wie „Petra's Katzenparadies“ oder „Meyer's Würstchenbude“. Abgeschaut haben wir uns diese Marotte aus dem Englischen. Die Inselbewohner greifen noch häufiger zum Auslassungszeichen als wir. Sie müssen auch, denn ihre Grammatik schreibt ihnen den Gebrauch des Genitiv-Apostrophs zwingend vor: etwa für „Peter's Chip Shop“ oder bei Ihren Vettern jenseits des großen Teichs im „McDonald's Restaurant“.
9. Februar 2009Wer wird das 28. EU-Mitglied?
„Die Erweiterung“, schreibt der in der EU für diesen Prozess zuständige Kommissar Olli Rehn auf seiner Webseite, „geht derzeit nicht mit dem Tempo eines Hochgeschwindigkeitszugs, sondern eher mit dem eines Nahverkehrszugs voran.“ Kein Wunder, wurden 2004 doch gleich zehn neue Mitglieder im Paket aufgenommen, zu denen sich 3 Jahre später Bulgarien und Rumänien gesellten.
6. Februar 2009Bilder, die lügen
Im Liechtensteinischen Landesmuseum gibt es zurzeit eine Ausstellung „Bilder, die lügen“. Gezeigt werden Briefkästen mit Firmenschildern und Banken mit Geheimnissen. Doch Spaß beiseite. Schließlich hat es sich dieser Newsletter zur Aufgabe gemacht, nur noch positive Nachrichten über das kleine Fürstentum zu verbreiten. Gottseidank bietet sich ein aktueller Anlass – eben jene eingangs erwähnte Ausstellung. Die kann ich Ihnen guten Gewissens empfehlen.
5. Februar 2009Wer essen will, muss nicht arbeiten
Wer essen will, soll auch arbeiten. Diesen Schluss lässt Götz Werner nicht gelten. Der Wirtschaftsprofessor an der Universität Karlsruhe und Gründer der Drogeriekette dm setzt sich für das Gegenteil ein: Nur wer anständig zu essen hat, kann auch anständig arbeiten, lautet seine Überzeugung: „Wenn der Bürger ein Einkommen bekommt, um frei von den dringlichsten Existenzsorgen zu sein, ist er frei, etwas Sinnvolles zu tun.“
4. Februar 2009Verlegertochter wird Terroristin
„Patty Hearst“ lautet die Überschrift zum Eingangskapitel von Sven Regeners aktuellem Bestseller Der kleine Bruder. Als der Protagonist den Namen auf der langen Autotour von Bremen nach Berlin irgendwann einmal erwähnt, assistiert sein Beifahrer Wolli: „Symbionese Liberation Army. Keine Ahnung, was die eigentlich wirklich wollten, da hat nun echt keiner durchgeblickt.“
3. Februar 2009Naturnah und bewohnerfreundlich
„Betonfabrikant in Finnland – ein Traumberuf!“ So beschreibt Reiseautor Claus Haar in seiner Gebrauchsanweisung für Finnland (erschienen im Piper Verlag) die gängige Architektur im nördlichsten EU-Land: „Generationen wuchsen mit den Betonquadern der Wohnblocks, geraden Linien, Flachdächern, Fensterbändern in allgegenwärtigem unschuldig-freundlichem Weiß auf.„
2. Februar 2009Der große Tag der Feuchtgebiete
Hierzulande haben Feuchtgebiete schon seit längerem Konjunktur. Das liegt aber weniger an einem klimatischen als an einem literarischen Phänomen: Charlotte Roche ist mir ihrem hygienekritischen Abgesang auf die Intimrasur seit Monaten in Deutschlands Bestsellerlisten, und ihre Lesungen sind stets ausverkauft.
30. Januar 2009Die letzte lange Winterpause
Eine lange Winterpause wird es in der Fußball-Bundesliga so schnell nicht mehr geben. Im nächsten Jahr treten die Vereine schon Mitte Januar zur Rückrunde an. Eine Änderung gibt es bereits in der aktuellen Saison: Zum ersten Mal seit 17 Jahren steigen nur zwei Mannschaften direkt ab. Der Drittletzte streitet sich mit dem Dritten der Zweiten Liga in Hin- und Rückspiel um den noch freien Bundesligaplatz.
29. Januar 2009Für den Nobelpreis offenbar nicht gut genug
„Er fiel im Oktober 1918, an einem Tag, der so ruhig und still war an der ganzen Front, dass der Heeresbericht sich nur auf den Satz beschränkte, im Westen sei nichts Neues zu melden“: So endet der Roman Im Westen nichts Neues, der heute vor 80 Jahren in die Buchläden kam.
28. Januar 2009Der Präsident, der doppelt zählt
Grover Cleveland ist eingefleischten Lesern dieses Newsletters ein Begriff. Als bislang einziger Inhaber des höchsten Amtes der Vereinigten Staaten sorgte er dafür, dass im Weißen Haus Präsidentennachwuchs zur Welt kam. So geschehen im Jahre 1893.
27. Januar 2008Ein sehr reicher Mann, der nicht Brite werden darf
Er verkaufte Coca Cola auf der Straße, später handelte er mit Nähmaschinen. Erfolgreicher waren seine Bemühungen um eine reiche Araberin. Als Samira ihm das Jawort gab, hatte Mohamed Al-Fayed aus dem ägyptischen Alexandria seine finanziellen Probleme für immer hinter sich gelassen. Dafür tauchten neue Schwierigkeiten auf. Samira war die Tochter des berüchtigten Waffenhändlers Adnan Kashoggi. Aus diesem Grund wollte zunächst niemand Handel mit dem Neureichen treiben, obwohl dessen eben erst gegründete Reederei durchaus funktionstüchtig war.
26. Januar 2009Ein Schiff, das nicht jedem Glück brachte
Heute ist Nationalfeiertag auf dem zweitsüdlichsten Kontinent: Die Australier gedenken der Ankunft der ersten weißen Siedler heute vor 220 Jahren. Was für die Ankömmlinge in der Rückbetrachtung nach einer grandiosen Erfolgsgeschichte aussieht, bedeutete aus Sicht der Ureinwohner einmal mehr eine schreckliche Begegnung mit europäischen Eroberern.
23. Januar 2009Der Katastrophenglücksfall von Alesund
Manchmal sind es Kleinigkeiten, die eine Katastrophe auslösen, und gelegentlich sind es Katastrophen, die sich in einen Glücksfall verwandeln. Einen solchen Katastrophenglücksfall erlebte die westnorwegische Hafenstadt Alesund heute vor 105 Jahren.
22. Januar 2009Gelb sorgt für ganz neue Töne
Vor 100 Jahren gründete Wassily Kandinsky in München die avantgardistische Neue Künstlervereinigung. Geometrische Linien waren das Erkennungszeichen des aus Moskau stammenden Künstlers, mit dem die braven Landeshauptstädter zunächst wenig anfangen konnten. Da half es auch nicht, dass Kandinsky gemeinsam mit seinem Freund Franz Marc ausstellte. Dessen blaue und gelbe Pferde hielten selbst die Galeristen für „Sudelzeug“.
21. Januar 2009Wenn der Handkäs' nicht mehr stinkt …
Die Landtagswahl ist vorbei, jetzt können sich die Hessen wieder den wirklich interessanten Dingen widmen. Etwa der Kultur: Da hat die Metropole Frankfurt etwas in Deutschland Einmaliges zu bieten.
20. Januar 2009Was passieren kann, wenn ein Präsident zu lange redet
Heute wird der 44. Präsident der Vereinigten Staaten in sein Amt eingeführt. Die Welt ist gespannt, was Barack Obama mit Blick auf die nächsten vier Jahre anzukündigen hat. Gewiss wird er sich an großen Amtsvorgängern orientieren.
19. Januar 2009Tod in Nizza
Fünf große Bücher schrieb Bruce Chatwin in seinem kurzen Leben. Alle spielen auf verschiedenen Kontinenten: In Traumpfade folgt er den australischen Ureinwohnern auf verschlungenen Wegen, deren Landkarten nur in ihren Köpfen existieren. Utz ist eine Hommage an einen in Prag leben- und sterbenden Sammler Meißener Porzellans. Der Vizekönig von Ouidah handelt von brasilianischen Sklaven und deren wieder in Westafrika siedelnden Nachkommen (Regisseur Werner Herzog verfilmte den Stoff unter dem Titel Cobra Verde).
16. Januar 2009Die Gebrauchtwagen-Frage
Im Wahljahr 2009 wird es in Deutschland insgesamt 15 politische Abstimmungen geben, bei denen die Bevölkerung gefragt ist. Neben der Europawahl stehen Kommunal- und Landtagswahlen gleich in mehreren Bundesländern an. Es beginnt mit dem Urnengang in Hessen am kommenden Sonntag; Höhepunkt ist die Bundestagswahl am 27. September.
15. Januar 2009Ein Traum, der allmählich Wirklichkeit wird
Zweimal hintereinander ging es in diesem Newsletter um Bremen. Heute führt er Sie etwas weiter weg: in die USA. In den Staaten ist der Martin Luther King Memorial Day ein Feiertag, an dem nicht gearbeitet wird. Begangen wird er jeweils am dritten Montag des Jahres – also diesmal zu Beginn der kommenden Woche.
14. Januar 2009Als Eltern noch um Verständnis gebeten wurden
„Guten Tag, liebe Beat-Freunde. Nun ist es endlich soweit. In wenigen Sekunden beginnt die erste Show im Deutschen Fernsehen, die nur für Euch gemacht ist“, begrüßte Wilhelm Wieben die jugendlichen Zuschauer der ersten Beat Club-Sendung. Für die besorgten Eltern schob der spätere Tagesschau-Sprecher gleich eine Erklärung hinterher: „Sie aber, meine Damen und Herren, die Sie Beat-Musik nicht mögen, bitten wir um Ihr Verständnis: Es ist eine Live-Sendung mit jungen Leuten, für junge Leute. Und nun geht's los!“ Und wie es losging! Jimi Hendrix trat dort auf, The Who, Deep Purple, Black Sabbath und so ziemlich alles, was in der Rockmusik Rang und Namen hatte.
13. Januar 2009Warum ist dreimal Bremer Recht?
„Wird in jedem Zusammenhang gebraucht und hat keine wirkliche Bedeutung“: So urteilt das Online-Lifestylemagazin jetzt in seiner Rubrik „KenndieStadt“ über die Redensart „Dreimal ist Bremer Recht“. Tatsächlich werden alle möglichen Ausflüchte damit begründet – doch nach einer wirklich überzeugenden Begründung für die Herkunft des Spruchs werden Sie lange suchen.
12. Januar 2009Die Frage, um die sich dieser Tage alles in Friesland dreht
Früher froren in Friesland jeden Winter die Kanäle zu. Was lag also näher, als die Schlittschuhe herauszukramen und erst mal ein paar Runden auf dem Eis zu drehen? Bald merkten die Bewohner der nördlichsten niederländischen Provinz, dass sie auch größere Strecken auf Kufen zurücklegen konnten –; bis zu 200 Kilometer am Tag.
9. Januar 2009Künstler ohne Illusion
Nur neun Seiten benötigte der Bühnenautor Heiner Müller, um Shakespeares Hamlet zu bearbeiten. Was sprachlich brillant daherkam, ließ sich später trotzdem kaum auf die Bühne bringen, weshalb Die Hamletmaschine nur selten aufgeführt wird. Immerhin ist das Schauspiel nächste Woche in Stuttgart zu sehen.
8. Januar 2009Wer zu spät kommt …
… den bestraft das Leben. Dieser Ausspruch wird dem letzten Generalsekretär der sowjetischen KPDSU noch heute häufig in den Mund gelegt. Dabei stammen diese Worte nicht von Michail Gorbatschow. Sie stammen von seinem Dolmetscher.
7. Januar 2009Nein, das hat er nicht gesagt
„Zitate sind fehlerhaft wiedergegebene Worte eines anderen“: Diese Einschätzung des amerikanischen Schriftstellers Ambrose Bierce ist ein gutes Jahrhundert alt – und wird immer wieder bestätigt. Zuletzt beim Tod des Schauspielers Horst Tappert: Dessen Leibrolle war der Titelheld der in aller Welt beliebten Krimiserie Derrick. Sein berühmtester Ausspruch, mit dem Derrick/Tappert gerne zitiert wurde lautete: „Harry, hol' schon mal den Wagen.“ In Wirklichkeit – das können alle bezeugen, die sämtliche 281 Folgen der Serie gesehen haben – ist dieser Satz nie gefallen.
6. Januar 2009Warum in Bischofshofen heute kein Vogel in der Luft ist
In Deutschland ist das Dreikönigsfest ein Feiertag. Leider gilt dies nur für Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und in Bayern. Auch in unserem tiefkatholischen Nachbarland Österreich braucht heute niemand zur Arbeit zu gehen. Eine Ausnahme bilden die Skispringer. Die Könige der Lüfte haben traditionell am 6. Januar die letzte Prüfung der Vierschanzentournee zu bestehen. Was in Oberstorf begann und sich in Garmisch und Innsbruck fortsetzte, findet einen würdigen Abschluss in Bischofshofen im Salzburger Land.
5. Januar 2009Krise als Chance?
Das neue Jahr ist angebrochen, und ich hoffe, Sie sind gut rübergekommen. Doch wie wird es in den nächsten Monaten weitergehen? Folgt man den Prognosen der Wirtschaftsweisen und Finanzgurus, erwartet uns nichts Gutes. Von einer Krise ist die Rede, sogar von der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Nun, zuvor wurden uns auch goldene Zeiten vorhergesagt mit einem Leben in nie dagewesenem Wohlstand.
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