| 03. Februar 2012 | Verfall, Trübsinn, Untergang
Seine Gedichte trugen Titel wie Verfall, Melancholie, Trübsinn, Untergang oder Die Verfluchten. In ihnen wird „blasser Kinder Todesreigen“ aufgeführt, verbreitet sich „des Todes ernste Düsternis“, das „Weltunglück geistert durch den Nachmittag“, „über unsere Gräber beugt sich die zerbrochene Stirne der Nacht“ und spiegelt sich der Poet im Wasser als krummer Schreiber, „umrahmt von Dornen, schwarz und starrverzückt.“ |
| 02. Februar 2012 | Wetterprognose vom Murmeltier
Vor 4 Jahren berichteten wir an dieser Stelle erstmals über Punxsutawney Phil (siehe unseren Newsletter vom 1. Februar 2008: Morgen ist Groundhog Day). |
| 01. Februar 2012 | Keine Angst vor Wiederholungen!
Täglich grüßt das Murmeltier nur im Film. Im wirklichen Leben tut es dies nur einmal im Jahr. Immer am 2. Februar wird auf dem Hügel Gobbler's Knob bei Punxsutawney das Waldmurmeltier Phil aus seinem Bau gelockt. Dessen Reaktion entscheidet dann, wie lange im Osten der USA noch auf den Frühling gewartet werden muss (siehe unseren Newsletter vom 1. Februar 2008: Morgen ist Groundhog Day ). Seit 1887 gibt es dieses Ritual, und jedes Mal lockt seine Wiederholung mehr Zuschauer an. |
| 31. Januar 2012 | Ein Prototyp des verkannten Genies
Über den jungen Mann hieß es in der Presse, er „sorgt unablässig für die Befestigung seines Rufes als Liederkomponist. Er verdient ihn auch in vollstem Maße. Seine Kompositionen besitzen Originalität, Charakter, Wahrheit und Gefühl. Da ist keine Note unnütz und die unbemerkbarste Veränderung im Akkord oder in der Begleitung bewirkt oft den herrlichsten Effekt.“ |
| 30. Januar 2012 | Ein absolut befriedigendes Gefühl samt begleitendem Geräusch
Gibt es Dinge, die Sie absolut nicht lassen können?
Stellen Sie sich doch folgende Situation vor:
Sie haben ein Paket bekommen, dessen zerbrechlicher Inhalt nicht in Watte, aber doch in eine Luftbläschenfolie eingehüllt wurde. Der Paketinhalt spielt bald keine Rolle mehr. Doch von der Verpackung können Sie sich so schnell nicht mehr lösen. Eine innere Stimme befiehlt Ihnen, sich nicht eher von der Folie zu trennen, bis Sie sämtliche Luftbläschen zerdrückt haben. |
| 27. Januar 2012 | Warum gibt es gleich zwei Puzzle-Gedenktage?
Nächsten Sonntag empfängt die AS Rom den FC Bologna. Leider ohne ihren bekanntesten Spieler: Der wird am Puzzle-Tag zu Hause bleiben und seinem allerliebsten Hobby frönen. Das ist natürlich ein Witz. |
| 26. Januar 2012 | Spitzen aus Brüssel und von Heinrich Heine
Für den heutigen Newsletter bieten sich gleich 2 Einstiege an. Zunächst das Intro für Praktiker: Tag für Tag fällt einem Zöllner derselbe Mann auf. Er scheint irgendetwas über die Grenze zu schmuggeln. Aber was? |
| 25. Januar 2012 | 5 Regeln gegen öden Small Talk
Den heutigen Beitrag soll ein Gedicht einleiten. Es ist nicht ganz neu. Doch obwohl 1908 in der Literaturzeitschrift Jugend erstmals veröffentlicht, klingen die satirischen Zeilen immer noch aktuell: |
| 24. Januar 2012 | Konjunktur der Nullen
Gestern hieß es in diesem Newsletter, die Briten hätten im Siebenjährigen Krieg Preußens Finanzen saniert. Wie seriös ist eine solche Aussage? |
| 23. Januar 2012 | Friedrich der Glückliche
Friedrich der Große wird morgen 300 Jahre alt. Da dieses Datum schon etwas länger bekannt ist, haben sich im Vorfeld zahlreiche Historiker mit dem Thema befasst – und werden es noch ein ganzes Jahr lang tun. |
| 20. Januar 2012 | Friede der Kreatur
Haben Sie es inzwischen drauf? Kniechen-Näschen-Öhrchen meine ich. Falls ja, können Sie nebenbei sicher diesen Newsletter lesen. Heute geht es um von vielen Menschen als ekelhaft empfundene Lebewesen. „Spinnen waren mir auch zuwider“, reimte anno 1878 Gottfried Keller, „all meine jungen Jahre, ließen sich von der Decke nieder. In die Scheitelhaare, saßen verdächtig in den Ecken oder rannten, mich zu erschrecken, über Tischgefild und Hände, und das Töten nahm kein Ende.“ |
| 19. Januar 2012 | Vorsicht vor Kniechen-Näschen-Öhrchen!
Im Jahr 1933 kam ein Film in die US-Kinos, der eine unwiderstehliche Wirkung auf sein Publikum ausübte. Fra Diavolo hieß er, und Dennis King spielte die Titelrolle des edlen Räubers. Doch das war nicht so wichtig, denn der Streifen war eh' als Parodie ausgelegt. |
| 18. Januar 2012 | Die vierte Gewalt?
Als vierte Gewalt in Deutschland werden die Medien bezeichnet. Sie üben – ähnlich dem vierten Schiedsrichter beim Fußballspiel – eine Wächterfunktion aus und greifen dann ein, wenn die ursprünglichen drei Gewalten versagen. |
| 17. Januar 2012 | Ein Bär von geringem Verstand
Morgen ist der Tag eines Bären von geringem Verstand. Erfunden hat ihn der vor 130 Jahren geborene Schriftsteller Alan Alexander Milne. Seitdem hat Pu der Bär mit seinen Geschichten nicht nur Millionen auf der britischen Insel, sondern in der ganzen Welt durch die Kindheitsjahre begleitet. Der erste Band mit dem gleichnamigen Titel wurde in 50 Sprachen übersetzt. Kein Wunder, dass Milnes Anhänger den 18. Januar zum, wie es auf Englisch lautet, Winnie the Pooh Day ausgerufen haben. |
| 16. Januar 2012 | Der Tag, an dem zwei Dichter gemeinsam starben
Wenn der Vater Staatsanwalt ist, noch dazu beim Militär, hat es der Sohn nicht leicht mit seinen schöngeistigen Neigungen. So geschehen im Fall des 1887 geborenen Georg Heym. |
| 13. Januar 2012 | Gesunder Aberglaube
Gleich der zweite Freitag im Jahr ein Freitag der 13. – wenn das mal nicht einen schlechten Start für 2012 bedeutet! Keineswegs möchte der Schreiber dieser Zeilen der Paraskavedekatriaphobie das Wort reden. Doch muss die Angst vor dem ominösen Datum nicht zwangsläufig krankhafter Einbildung entstammen. |
| 12. Januar 2012 | Danke, ich kann klagen!
Treffen sich zwei Staatsanwälte. "Wie geht's?", fragt der eine. "Danke", kommt die Antwort, "ich kann klagen!" |
| 11. Januar 2012 | Warten Sie nicht bis zum Frühling!
"Der Frühling ist die Zeit der Pläne, der Vorsätze", heißt es im Roman Anna Karenina. So lange sollten Sie freilich nicht mehr warten. Das Thema der guten Absichten drängt sich im Small Talk zu Jahresbeginn geradezu auf. Wäre doch schade, wenn Sie dazu nichts beisteuern könnten! |
| 10. Januar 2012 | Als der Rubikon überschritten wurde
"Alea iacta est", der Würfel ist geworfen: Mit diesen Worten überschritt Gaius Julius Caesar an der Spitze seines Heeres den Rubikon, den Grenzfluss zwischen Ober- und Mittelitalien. |
| 09. Januar 2012 | Ein Holländer als Papst
Ein Holländer als Papst: Das wäre doch mal – ein Kompromiss! Ein solcher war tatsächlich nötig, heute vor 490 Jahren. Damals standen sich zwei europäische Großmächte in tiefer Abneigung gegenüber. |
| 06. Januar 2012 | Eine Erfindung für den Haussegen, gegen den Schnapsteufel
„Frauen, die schlecht kochen und welche kein gemütliches Heim zu schaffen vermögen, treiben ihren Mann aus dem Haus und dem Schnapsteufel in die Arme.“ |
| 05. Januar 2012 | Zu wenig russisch
Der Mann, der heute vor 250 Jahren Zar wurde, „war weder geisteskrank noch unintelligent“, was für einen europäischen Throninhaber schon mal ganz gute Voraussetzungen bedeuteten. |
| 04. Januar 2012 | "Frohes neues Jahr" - bis wann?
Das neue Jahr ist zwar schon 4 Tage alt, aber Sie haben sicher noch nicht alle Freunde und Bekannte wiedergetroffen. Vor der ersten Begegnung im noch jungen Januar stellt sich die alte Frage: |
| 03. Januar 2012 | Schauderhaft. Schauerlich. Grausig. Schrecklich. Grauenhaft.
„Der gierige Krieg ist um einen Heldentod reicher, aber die deutsche Kunst um einen Helden ärmer geworden“: Das schrieb der Maler Franz Marc (siehe unseren Newsletter vom 13. Juni 2007: Der Aff, der saudumme!) anlässlich des sinnlosen Sterbens eines Kollegen und engen Freundes. |
| 02. Januar 2012 | Was würden Sie tun, wenn Sie das neue Jahr regieren könnten?
Man sollte das neue Jahr so beginnen, wie man das alte aufgehört hat. Im Fall dieses Newsletters heißt das: mit Joachim Ringelnatz. |
| 30. Dezember 2011 | Sektchen?
„So wünschlein-pünschlein den andern gleich, will ich mich nüchtern betrinken, um gegen Morgen durchs Federweich in Kaktusträume zu sinken“, pflegte Joachim Ringelnatz bezüglich Silvester zu dichten, um dann am nächsten Morgen mit stechender Rübe festzustellen: „Die besinnlichen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr haben schon manchen um die Besinnung gebracht.“ |
| 29. Dezember 2011 | Eigentlich doch ganz erfolgreich
Wer muss schon um Acht ins Bett? Und wer ist eigentlich doch ganz nett?
So lauten die einzig halbwegs erträglichen Zeilen in Stefan Raabs Machwerk über einen Ex-Bundestrainer, der morgen 65 Jahre alt wird. Stefan Raab, der eigentlich Humor hat, was er in jenem Lied freilich unbewiesen lässt, findet Berti Vogts eigentlich doch ganz nett. |
| 28. Dezember 2011 | Small Talk zwischen den Jahren
Der Newsletter, den Sie gerade vor sich haben, erscheint nur werktags. Daher befürchte ich, dass Sie diese Zeilen, zumal in einem Jahr mit unglücklich liegenden Feiertagen, an Ihrem Arbeitsplatz lesen. |
| 27. Dezember 2011 | Friedlich schwappt die Westerwelle
Über Guido Westerwelle ist in diesem Newsletter heuer bereits berichtet worden (siehe unsere Ausgabe vom 8. März 2011: Surfen auf der Westerwelle). |
| 23. Dezember 2011 | Trost für alle Zukurzgekommenen
Haben Sie das Gefühl, im fast zu Ende gegangenen Jahr zu kurz gekommen zu sein? Ich möchte Ihnen weder Pessimismus anheim – noch Ihnen unterstellen, ein Profijammerer zu sein. |
| 22. Dezember 2012 | Ein dunkles Kapitel Schweizer Geschichte
Am Spanischen Bürgerkrieg (siehe unseren Newsletter vom 17. Juli 2006: 15 Milliarden Euro für General Franco ) von 1936 bis 1939 nahmen viele Ausländer teil: 66 000 Deutsche und Italiener, die General Franco unterstützten, und fast ebenso viele Antifaschisten aus ganz Europa und den USA, die auf der Gegenseite kämpften. |
| 21. Dezember 2011 | Noch ein Klassiker für den vorweihnachtlichen Small Talk
Einen vorweihnachtlichen Small Talk-Klassiker haben wir Ihnen letzte Woche vorgestellt: den Weihnachtsbaum. Eine weitere Frage an Ihr Gegenüber, die sich im Small Talk aufdrängt, lautet: Haben Sie schon alle Weihnachtsgeschenke besorgt? |
| 20. Dezember 2011 | Die längste Nacht des Jahres als Hort eines besonderen Tages
Morgen ist der Tag der Taschenlampe. Warum dieses Datum am 21. Dezember begangen wird, ist eine komplizierte Geschichte. Sie beginnt mit David Missell. Der Brite arbeitete in einer New Yorker Fabrik, die Lampen herstellte. Zupass kam Missell, dass es bereits elektrisches Licht und Batterien gab. Eine tragbare elektrische Laterne ebenfalls: Diese, von Louis A. Jackson 1895 zum Patent angemeldet, wurde an Fahrräder angebracht und fand beim US-Militär Verwendung. |
| 19. Dezember 2011 | Ettore Schmitz? Nie gehört!
Heute vor 150 Jahren wurde Ettore Schmitz geboren. Sagt Ihnen nichts, der Name? Dann geht es Ihnen wie Millionen Italiener, die mit dem Signore deutschen Familiennamens kaum etwas anfangen können. Das ändert sich aber, sobald sie erfahren, dass eben jener Herr Schmitz unter dem Pseudonym Italo Svevo schriftstellerisch tätig war. |
| 16. Dezember 2011 | Wenig zu ernten für die Kartoffelkäfer
Wenn ein Fußballverein aus dem Rheinland 111 Jahre alt wird, erfährt er in diesem Newsletter gewöhnlich eine besondere Würdigung. |
| 15. Dezember 2011 | Ein Preis, der den Erfolg übersteigt
„Das zwanzigste Jahrhundert blickt nieder auf geheimnislose Welt“, schreibt Stefan Zweig in seinen Sternstunden der Menschheit. „Alle Länder sind erforscht ...“ |
| 14. Dezember 2011 | Ein Klassiker für den vorweihnachtlichen Small Talk
Wer Weihnachten nicht im Herzen hat, findet es auch nicht unter einem Baum. Und doch gehört die geschmückte Fichte oder Tanne zum Fest einfach dazu. Beginnen Sie Ihren Vorweihnachts-Small Talk mit der Frage an Ihr Gegenüber, ob er bereits einen Weihnachtsbaum für sich und seine Familie besorgt hat. |
| 13. Dezember 2011 | Alles Tomtar, oder was? Nein, nur Tärnor, Stjärngossar und Pepparkaksgubbar!
Sind die Schweden wirklich so langweilig? Klar, würde jetzt nicht nur ein Norweger antworten. Viele Briten finden das auch. So besuchten einmal die Punkrocker der Gruppe Stranglers voller Hoffnung auf Abenteuer das Land der Mitternachtsonne – und schrieben ein Lied über die Enttäuschung, die sie erlebten: Sweden. All quiet on the Eastern front. |
| 12. Dezember 2011 | Die 11 ist nicht nur Köln vorbehalten
Vor einem Monat ging es an dieser Stelle um die Bedeutung der 11 und das Datum der dreifachen Einsdoppelung. Dabei ist die jecke Zahl nicht den Kölnern allein vorbehalten. Sondern auch den Solothurnern, was wiederum die Redaktion erfreut: Zeigt die Leserpost von Werner Mathys doch, dass man uns auch im Schweizer Mittelland eifrig studiert: |
| 09. Dezember 2011 | Die Autobahn neben dem Dienstweg
'Bestechlichkeit', 'Filz', 'Klüngel', 'Seilschaften', 'Veruntreuung', 'Vetternwirtschaft', 'Wettbewerbsbetrug': es gibt viele Synonyme für den Begriff 'Korruption'. Heute wird der Weltantikorruptionstag begangen. |
| 08.Dezember 2011 | Endlich daheim
„Reisen veredelt den Geist“, fand der irische Schriftsteller Oscar Wilde, „und räumt mit allen unseren Vorurteilen auf.“ |
| 07. Dezember 2011 | Abwechslung auf der Weihnachtsfeier
In der zweiten Dezemberwoche häufen sich die betrieblichen Weihnachtsfeiern. Um daraus keine betrüblichen Weihnachtsfeiern entstehen zu lassen, sind Ihre Small Talk-Künste gefragt. |
| 06. Dezember 2011 | Weltkulturerbe mit Verspätung
Seit wann ist der Kölner Dom Bestandteil des Unesco-Weltkulturerbes? Um diese Frage beantworten zu können, müssten Sie zunächst einmal wissen, seit wann überhaupt eine entsprechende Liste existiert. |
| 05.Dezember 2011 | Nikolaus oder Weihnachtsmann?
„Sagt der Nikolaus zum Weihnachtsmann: Es muss endlich was gescheh'n! Dass man uns so oft verwechselt, das darf nicht so weitergeh'n!“
So heißt es in einem Kinderlied von Rolf Zuckowski. Was ist denn nun der Unterschied zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann? |
| 02. Dezember 2011 | Kein vorweihnachtliches Drücken der Tränendrüse
Im Jahr 2007 wurde der Gedenktag „Internationaler Tag der Behinderten“ umbenannt. Seitdem wird der 3. Dezember als "Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung" begangen. |
| 01. Dezember 2011 | Eine bleibt sitzen. Tausende stehen auf.
Warum sollte eine Frau ihren Sitzplatz im Bus für einen nicht wesentlich älteren Mann räumen? Vielleicht, weil es der Busfahrer so will? Weil die Bestimmungen im US-Staat Alabama es so vorsehen? Weil die Frau schwarz ist und der Mann weiß? |
| 30. November 2011 | Jeden Tag ein Türchen
Letzten Sonntag durften Sie die erste Kerze an Ihrem Adventskranz anzünden. Morgen, am 1. Dezember, steht dann das erste Türchen in Ihrem Adventskalender – oder dem Ihrer Kinder – zur Öffnung an. Auch für Ihren Smalltalk hält der Adventskalender einiges an Gesprächsstoff bereit. |
| 29. November 2011 | Bitte keinen BMW-Fahrer!
Der heutige Newsletter wendet sich ganz besonders an die jüngere Leserschaft – und an diejenigen, die die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben. In der Andreasnacht zum 30. November sollen sich Hinweise auftun, wer denn nun der künftige Lebenspartner sein wird. |
| 28. November 2011 | Eine willkommene Kränkung
„Am nächsten Morgen, ich lag noch im Bett, klopfte es an die Tür; unser braver alter Diener, der mich sonst nie weckte, wenn ich nicht ausdrücklich eine Stunde bestimmt hatte, erschien mit bestürztem Gesicht. Ich möchte hinunterkommen, es seien Herren von der Polizei da und wünschten mich zu sprechen.“ |
| 25. November 2011 | Die etwas andere Art, Südtirol zu bereisen
Wie man sich Ländern, Städten und Regionen auch literarisch annähern kann, haben wir in unserem Newsletter vom 15. November 2011:Europa Erlesen gezeigt. |
| 24. November 2011 | Es war einmal ein Stück Holz
Man muss sein Leben aus dem Holz schnitzen, das man zur Verfügung hat: Diesen Satz des deutschen Schriftstellers Theodor Storm nahm ein zeitgenössischer italienischer Kollege wörtlich. Carlo Lorenzini, heute vor 185 Jahren in Florenz geboren, arbeitete zunächst als Journalist, dann als Übersetzer von französischen Märchen ins Italienische. Beides mit mäßigem Erfolg. |
| 23. November 2011 | Wie erwirbt man eine gute Allgemeinbildung?
Eine gute Voraussetzung für den Small Talk ist das Wissen um die alltäglichen Dinge. Doch wie erwirbt man eine gute Allgemeinbildung? Hören Sie täglich eine Stunde lang ein Informationsradio (Deutschlandfunk oder das Wortprogramm eines Regionalsenders wie WDR 5, NDR 1 oder Bayern 5). Um auch die Hintergründe zu erfahren, abonnieren Sie die Titanic. War ein Scherz. |
| 22. November 2011 | „Ich pack das nicht. Ich halt das nicht mehr aus. Ich will das nicht mehr sehen“ …
… sagte der Radio-Reporter und konnte doch nicht weg. Es war 17 Uhr 12, der letzte Samstag im Mai 1999, gleichzeitig der letzte Spieltag der Bundesligasaison. Soeben hatte der 1. FC Nürnberg im Spiel gegen Freiburg den Anschlusstreffer markiert. |
| 21. November 2011 | Das Kreuz mit den Frauen
Der zerbrochene Krug war am 8. September 2006 Gegenstand dieses Newsletters; Michael Kohlhaas wurde, wenn auch nur in der US-Version des Coalhouse Walker, in der Ausgabe vom 6. Januar 2011 gewürdigt. |
| 18. November 2011 | Immer noch ein Schnäppchen: die T-Aktie
„Der Oktober ist einer der besonders gefährlichen Monate, um mit Wertpapieren zu spekulieren“, fand nicht nur ein berühmter amerikanischer Spötter und Satiriker. Auch nach dem Ableben Mark Twains kam es zu ungewöhnlich vielen Abstürzen an der Börse (siehe unseren Newsletter vom 19. Oktober 2007: Schwarzer Oktober?). |
| 17. November 2011 | Fast bankrott und doch nicht am Ende
Wissen Sie noch, welches Land die Wirtschafts- und Finanzkrise als erstes traf? Es ist so groß wie die Ex-DDR, liegt am Rand unseres Kontinents und heißt nicht Griechenland. |
| 16. November 2011 | Ein Thema, über das man eigentlich nicht spricht …
… schon gar nicht im Small Talk - ist die Toilette. Doch hält sich dieser Newsletter für etwas Außergewöhnlich, weshalb er auch vor jenem vermeintlichen Tabu nicht Halt macht. Einen aktuellen Anlass gibt es auch: Am 19. November ist Welttoilettentag. Seit 2001 wird er zelebriert, von der Welttoilettenorganisation. |
| 15. November 2011 | Europa Erlesen
Das Reisen ist eine Tätigkeit nicht nur für die Füße. Manche Reisen finden ausschließlich im Kopf statt. Um diesem Bedürfnis zu genügen, hat der kleine, in Klagenfurt ansässige Wieser Verlag Europa Erlesen herausgebracht. |
| 14. November 2011 | Ein Stuhlbein weniger, über das man stolpert
Das Café Costes in Paris war eines der berühmtesten seiner Art. An Konkurrenz mangelte es ihm nicht, zumal der französischen Hauptstadt nicht gerade ein Mangel an diesen Einrichtungen nachgesagt wird. Es kommt halt auf die Gegenstände an, die letzteren die unverwechselbare Form verleihen. |
| 11.November 2011 | 11. 11. 11
Am elften Elften um elf Uhr elf beginnt bekanntlich die fünfte Jahreszeit. Falls Ihnen diese Zahlenspielerei zu, wie der Rheinländer sagt, jeck ist, muss ich Ihnen leider sagen, dass es gleich noch toller kommt. |
| 10. November 2011 | Eine Kunst, die Wissen schafft
Die Nobelpreisträger werden Anfang Oktober bekanntgegeben, ihre Preise bekommen sie am 10. Dezember überreicht. Damit Ihre Profession in der Zwischenzeit nicht in Vergessenheit gerät, hat die UNESCO den 10. November zum Welttag der Wissenschaft erklärt. |
| 09.November 2011 | Humor im Smalltalk
Ein Deutscher, ein Engländer und ein Franzose werden zum Tode verurteilt. Alle haben einen letzten Wunsch frei. Zuerst der Franzose: „Ich möchte noch einmal die Marseillaise hören.“ Dann der Deutsche: „Ich möchte eine Rede halten!“ Schließlich der Engländer: „Ich möchte erschossen werden, bevor der Deutsche mit seiner Rede beginnt.“ |
| 08.November 2011 | Ein Beruf wie jeder andere auch, nur weniger anerkannt
Mit dem Wort Putzfrau habe ich so meine Schwierigkeiten. Ich finde den Begriff leicht despektierlich. Unterstützt fühle ich mich von der Webseite Pressenet. Die schreibt unter Pressenet/Putzfrau: „Die Bezeichnung 'Putzfrau' gilt als politisch inkorrekt – man nennt die zum Reinigungspersonal gehörende Frau meist Raumpflegerin. Aber ganz gleich, wie man die Fachfrau in Sachen Reinemachen nun einmal benennt – ohne sie geht nun mal gar nichts.“ |
| 07. November 2011 | Nonchalant dank Persil
„Verbraucherinformation mit sieben Buchstaben: Werbung!“ So lautete einmal eine Werbung für Werbung im deutschen Fernsehen. Doch was genau steckt hinter der Werbung? |
| 04. November 2011 | Uns Uwe
Es gibt bislang nur einen Sportler, der es zum Hamburger Ehrenbürger geschafft hat. Dabei stammen zahlreiche Weltmeister aus der Hansestadt: der Autorennfahrer Manfred von Brauchitsch, der Fußballer Andreas Brehme, der Ruderer Peter-Michael Kolbe wie auch der Boxer Max Schmeling. Tennisprofi Michael Stich ist zwar weder Hamburger (er wurde im benachbarten Pinneberg geboren) noch Weltmeister (dafür gewann er das Turnier in Wimbledon), doch in Hamburg verwurzelt. |
| 03. November 2011 | Der zwölfte Mann im WM-Finale
Drei Tore schossen die Deutschen bei der Fußballweltmeisterschaft 1954 gegen die Ungarn. Und kassierten 8. Am 20. Juni war das und ging als Opfergang von Basel – nicht in die Sportgeschichte ein. Ganz anders das Wunder von Bern 14 Tage später. |
| 02. November 2011 | Als Deutsche(r) im Ausland
Wenn Sie im Ausland unterwegs sind, sollten Sie sich der Einschätzung bewusst sein, der Sie als Deutsche oder Deutscher unterliegen. |
| 31. Oktober 2011 | Von der Schwierigkeit, 95 Thesen anzunageln
Heute ist Feiertag in den neuen Bundesländern. Sie sind überwiegend protestantisch und begehen den 31. Oktober in Erinnerung an die 95 Thesen, die Martin Luther 1517 ans Schlosskirchenportal zu Wittenberg nagelte. Angeblich. |
| 28. Oktober 2011 | Die Kinder erben nur den hundertsten Teil
1975 gründet der damals 19-jährige Bill Gates mit seinem Partner Paul Allen die Firma Microsoft. Die Beiden wollten die Programmiersprache Basic auf den ein Jahr zuvor erfundenen ersten Minicomputer, den Altair 8080, übertragen. |
| 27. Oktober 2011 | Vom Wanderschauspieler zum Millionär
Vom Tellerwäscher zum Millionär: Eine solche Bilderbuchkarriere ist der Stoff amerikanischer Träume – heute wie vor 200 Jahren; auch wenn derart extremes Klettern auf der beruflichen Leiter selbst im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nur noch selten möglich ist. Doch soll es dort noch in jüngster Zeit drittklassige Schauspieler gegeben haben, die später Gouverneur von Kalifornien und sogar Präsident wurden. |
| 26. Oktober 2011 | Der Small Talk-Tipp für Reisen nach Belgien
Heute beschließen wir unsere kleine Reihe mit Tipps für den Small Talk in unseren deutschsprachigen Nachbarländern. In Belgien … Moment, werden Sie jetzt einwenden, dort heißen die Landessprachen Französisch und Flämisch. Und Deutsch, sehe ich mich hinzuzufügen gezwungen. Und damit wären wir gleich beim ersten Thema für den Small Talk. |
| 25. Oktober 2011 | Was macht Menschen erfolgreich?
Was macht Menschen erfolgreich? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, untersuchte Howard Gardner, Pädagoge an der Harvard-Universität, 7 Genies. Alle hatten sie 3 Fähigkeiten gemeinsam. Sämtlich erhielten sie sich ihre ursprüngliche Begeisterung für ihr Fachgebiet - und das ihr ganzes Leben hindurch. Spielerisch und ohne Druck lernten die Koryphäen ständig mehr hinzu und wurden immer besser. |
| 24. Oktober 2011 | Mit guten Worten und einer Knarre
„Ich mach's wie jeder andere“, rechtfertigte sich der Delinquent, „ich stille nur Bedürfnisse.“ Leider war das Verlangen, das der 1899 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geborene Geschäftsmann befriedigte, sündiger Natur. |
| 21. Oktober 2011 | Klappt es diesmal mit dem Weltuntergang?
Es ist schon ein Kreuz mit dem Weltuntergang! Bislang ist keine der diesbezüglichen Prophezeiungen in Erfüllung gegangen. Warum eigentlich nicht? Der größte Fehler, den Weltuntergangsverkünder machen können, ist die Benennung eines konkreten Datums. Eine solche Prognose lässt sich hinterher nur schwer korrigieren. |
| 20. Oktober 2011 | Nobelpreis für einen Verzichtpolitiker
Was ist ein Verzichtpolitiker? Dieses Prädikat hafteten Politiker vor allem aus den Reihen der CDU/CSU dem ersten sozialdemokratischen Bundeskanzler an. Konservative Stimmen warnten vor einem Ausverkauf deutscher Interessen, dessen erste Schritte sie in der Unterzeichnung der Moskauer Verträge und der Garantie der polnischen Westgrenze sahen. Damit seien die ehemals deutschen Ostgebiete für immer verloren. |
| 19. Oktober 2011 | Der Small Talk-Tipp für Reisen in die Niederlande
Heute setzen wir unsere kleine Reihe mit Tipps für den Small Talk in unseren deutschsprachigen Nachbarländern fort: Holland … upps, damit wären wir bereits beim zweiten Fauxpas. |
| 18. Oktober 2011 | Ein anderer Name für Rock'n'Roll
„Andere Musiker seiner Zeit mögen mehr Erfolg gehabt haben“, schreibt der US-Kritiker Jon Wiener, „aber Chuck Berry hatte mehr Einfluss“. Mit seiner Musik inspirierte er die Beatles, die Animals, die Yardbirds und die Rolling Stones. Sie spielten seine Songs nach, lange bevor sie anfingen, eigene Lieder zu komponieren. „Willst du dem Rock'n'Roll einen anderen Namen geben“, sagte einst John Lennon, „dann versuch es mal mit Chuck Berry“. |
| 17. Oktober 2011 | Armutszeugnis
Jeder zweite Erdenbewohner muss mit weniger als 2,00 Euro am Tag auskommen. Die meisten dieser Menschen leben in der Dritten Welt. Zwar sind die Preise dort günstiger als in Deutschland, doch gilt dies leider nicht für Lebensmittel. |
| 14. Oktober 2011 | Grüne Insel am Abgrund
Niemand kann so gut wie Ralf Sotscheck darlegen, warum Irland ruiniert wurde. Das tat der Autor in einem Interview mit WDR 5 und einem Beitrag für die tageszeitung, der leider nicht Eingang in sein neues Buch gefunden hat. |
| 13. Oktober 2011 | Was wissen Sie über das Buchmesse-Gastland?
Wissen Sie, wie das diesjährige Gastland der Frankfurter Buchmesse heißt? Kleiner Tipp: Es ist eine große Insel im Westen Europas, heißt nicht Irland und beherbergt noch weniger Einwohner als Luxemburg. Stolz blickt das Land auf eine große Literaturtradition zurück. In Relation zur Einwohnerzahl weist die Inselnation weltweit sogar die meisten Literatur-Nobelpreisträger auf. |
| 12. Oktober 2011 | Der Small Talk-Tipp für Reisen in die Schweiz
Schweizer haben mit Österreichern eins gemeinsam: Sie fühlen sich von Deutschen bevormundet. Legendär der Fettnäpfchentritt des ehemaligen Finanzministers und vielleicht zukünftigen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück: Er bezeichnete die Schweiz als Steueroase, die auf eine schwarze Liste gehöre. Es war vor allem der rüde Ton des Deutschen, der die Schweizer in Rage versetzte: Statt Zuckerbrot zu reichen, müsse die Peitsche geschwungen werden, meinte Steinbrück und wünschte sich eine Kavallerie, welche die Eidgenossen wie weiland die US-Indianer zur Räson bringe. Heute noch plagen solche Erinnerungen die Schweizer Volksseele. |
| 11. Oktober 2011 | Im Westen nichts Neues
Der Name Ralf Sotscheck ist Lesern dieses Newsletters ein Begriff. Pünktlich zur Buchmesse liegt ein neuer Titel des seit 1985 in Dublin lebenden gebürtigen Berliners vor: Irland. Tückische Insel. Nach seinem kritisch-amüsanten Nationenporträt Nichts gegen Iren (siehe unsere Ausgabe vom 30. März 2009) war ich auf den Nachfolgeband sehr gespannt. |
| 10. Oktober 2011 | In eigener Sache
Mittwoch beginnt die diesjährige Frankfurter Buchmesse, auf der auch der Autor dieser Zeilen weilen wird. Vielleicht findet er ja einen Verleger für sein geplantes Buch. Dieses könnte den Titel tragen: Jeden Tag ein bisschen klüger! |
| 07. Oktober 2011 | Bald ist der Wolf dran
Einseitigkeit kann man diesem Newsletter kaum vorwerfen, finden Sie nicht auch? Wenn beispielsweise das Lieblingstier der Redaktion wieder einmal ausführlich in einem Beitrag gewürdigt wurde, kommt in einer späteren Ausgabe dessen größter Feind zu seinem Recht. |
| 06. Oktober 2011 | Was ein junger Autor braucht
Kennen Sie den Tag des Kruges? Das ist der 4. Oktober. Vor 10 Jahren hat ihn der damalige Zeit (siehe unseren Newsletter vom 21. Februar 2011: Qualitätsjournalismus aus Hamburg)-Kolumnist Harry Rowohlt (siehe unsere Ausgabe vom 21. Oktober 2005 Welcher Staat ist korrupter – Deutschland oder Hongkong?) ausgerufen - zu Ehren Flann O'Briens. |
| 05. Oktober 2011 | Der Small Talk-Tipp für den Urlaub in Österreich
„Deutsch“, lästerte der Wiener Schriftsteller Friedrich Torberg, „ist die gemeinsame Sprache, die Deutsche und Österreicher trennt.“ Tatsächlich ist die Mentalität der beiden Völker sehr unterschiedlich. Doch lassen sich im Small Talk rasch einige Themen finden, über die Sie sich mit einem Gesprächspartner aus unserem Nachbarland verständigen können. |
| 04. Oktober 2011 | Was ist der Mensch ohne Tiere?
Der heutige Internationale Welttierschutztag geht auf Franz von Assisi (siehe auch unseren Newsletter vom 4. Oktober 2007 Der Schutzpatron der Tiere) zurück. Der Franziskanerordensgründer sah Tiere als Brüder und Schwestern des Menschen und wurde deren Schutzpatron. |
| 30. September 2011 | Amerika neu entdeckt
Über Thomas Wolfe wissen treue Leser dieses Newsletters, dass ihn sein Landsmann Sinclair Lewis einst mit dem größtmöglichen Lob überschüttete (siehe unsere Ausgabe vom 21. Dezember 2006: Der Winter ist eine Aufgabe ). |
| 29. September 2011 | Unverheiratet, Atheistin, im Ausland geboren – und Premierministerin
Kann eine unverheiratete, kinderlose Frau, noch dazu Atheistin, Premierministerin eines westlichen Staates werden, in welchem sie noch nicht einmal geboren wurde? |
| 28. September 2011 | Small Talk im Auslandsurlaub
Die Sommerferien sind zwar schon einige Zeit vorbei. Doch nutzen viele Familien die 2 schulfreien Wochen im Oktober, um noch einmal wegzufahren. Nicht selten geht die Reise über Deutschlands Grenzen hinweg. |
| 27. September 2011 | Die ungewöhnliche Karriere des Manfred Nidl-Petz aus Wien
Nichts ist so alt wie der Erfolg von gestern. Aber zum Achtzigsten darf man dieses Zitat, verbunden mit einem Glückwunsch, ruhig bemühen. Sein Urheber heißt bürgerlich Manfred Nidl-Petz und ist in Wien aufgewachsen. |
| 26.September 2011 | Dem billigen Jakob ein Schnippchen schneiden
Joe Scott besaß einen kleinen Frisörsalon im kalifornischen Santa Monica. Ein Haarschnitt bei ihm kostete 12 Dollar, und sein Geschäft lief immer gut – bis eines Tages genau gegenüber seiner Eingangstür die Filiale einer großen Coiffeurkette mit dem Angebot öffnete: „Hier Haarschnitt nur 5 Dollar!“ |
| 23. September 2011 | „Die Show hat mir gefallen!“
Das Spiel mit Puppen begeistert seit jeher Jung und Alt. Damit sein Leben zu bestreiten ist weniger lustig. Vor allem, seit es das Fernsehen mit seinen beliebten Zeichentrickserien gibt. |
| 22.September 2011 | Ein Käfig, der seine Insassen schützt
Die Angst vorm Gewitter war bei den Menschen schon immer stark ausgeprägt. Vermutlich war sie sogar größer als das Vertrauen in Gott, sonst hätten wir nicht so viele Kirchen mit Blitzableiter. |
| 21. September 2011 | Weitere Erfolgstipps für den Small Talk
Die Erfolgsstrategie der Small Talk-Spezialisten hierzulande ist immer die gleiche: auf den Gesprächspartner einstellen und ihn sich wohlfühlen lassen. Blicken wir einmal über Deutschlands Grenzen hinweg und lassen einen Österreicher zu Wort kommen. |
| 20. September 2011 | Warum Kinder doch was zu sagen haben sollten
Gestern wurde an dieser Stelle auf Kinder eingedroschen, glücklicherweise nur verbal. Heute nun sollen die lieben Kleinen rehabilitiert werden. „Kinder haben was zu sagen“, heißt das Motto des heutigen Weltkindertags, dessen Schirmherrschaft und Eröffnung Bundespräsident Christian Wulff übernommen hat. |
| 19. September 2011 | Nicht nur Erwachsene sind grausam
Kinder sind manchmal doch recht grausam. Dicke Kinder sind meist die Verlierer. Landen alle zusammen auf einer einsamen Insel, gibt es bald Mord und Totschlag: So lässt sich, in 25 Wörtern, William Goldings http://www.amazon.de/gp/product/3596214629/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&tag=businessbestp-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3596214629">Herr der Fliegen zusammenfassen. |
| 16. September 2011 | Ein schmerzloser Tod?
Beim ersten Versuch musste der junge Mann 430 Meter unterhalb des Gipfels aufgeben. Doch das war nicht das Schlimmste. Edward Whymper, 1840 im flachen London geboren, war mit 22 Jahren höher am Matterhorn geklettert als je ein Mensch vor ihm. |
| 15. September 2011 | Alter Kutter trifft auf Riesenwasserstoffbombe
Heute vor 40 Jahren verließ ein altersschwacher Fischkutter den Hafen von Vancouver. An Bord der Phyllis Cormack befanden sich Mitglieder einer kleinen kanadischen Bürgerinitiative, von der bis dahin noch niemand etwas gehört hatte. |
| 14. September 2011 | 6 Grundregeln für einen erfolgreichen Small Talk
Small Talk ist die Kunst, alles zu berühren und nichts zu vertiefen. So definierte das irische Dichtergenie und gesellschaftliche Enfant terrible Oscar Wilde den Zeitvertreib der unverbindlichen Konversation. Die Betonung liegt auf Zeitvertreib. |
| 13. September 2011 | Ärzte wehren sich
Über kaum einen Beruf kursieren so viele Witze, Bonmots und Anekdoten wie über Ärzte. Klar, dass sich die Zunft der Weißkittel irgendwann einmal wehren musste. Das tat sie heute vor 111 Jahren. |
| 12. September 2011 | Drei große Detmolder Dichter
Im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts wurden 3 große deutsche Dichter in Detmold geboren: Georg Weerth, Ferdinand Freiligrath (siehe unseren Newsletter vom 18. März 208) und Christian Dietrich Grabbe. |
| 09. September 2011 | Ein Land, das kaum Schlagzeilen macht
Heute vor 20 Jahren wurde ein Land unabhängig, das den wenigsten Deutschen etwas sagt. Eingefleischten Beziehern dieses Newsletters schon: |
| 08. September 2011 | Ein nützliches Hobby, das sogar Leben retten kann
Wenn es bei der Schulstudie Pisa um das Leseverständnis geht, schneidet Deutschland regelmäßig schlecht ab. Dazu scheint eine Untersuchung der Stiftung Lesen zu passen: 70 % der Eltern, die selbst zu Büchern greifen, legen in der Erziehung Wert darauf, ihren Kindern Lesefreude zu vermitteln. Unter Eltern, die selbst nicht lesen, sind es nur 37 %. |
| 07. September 2011 | So merken Sie sich Namen (III)
Die vielfältigsten, wenn auch nicht immer schnellsten Memorierungsmöglichkeiten bietet die visuelle Methode. Bauen Sie sich eine Eselsbrücke, um sich an Namen zu erinnern. |
| 06. September 2011 | Die Folge eines Misserfolgs
Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige: Dieser Satz mochte für seinen Urheber gelten, Ludwig XVIII. von Frankreich. Auf den böhmischen Monarchen schien er keinerlei Eindruck gemacht zu haben. Wie sonst lässt es sich erklären, dass Leopold II. gemeinsam mit seiner Gattin über eine Stunde zu spät zur festlichen Uraufführung einer Oper in Prag kam, die eigens für ihn komponiert war? |
| 05. September 2011 | Wer zieht ins Rote Rathaus ein?
Ein politisches Ereignis, das in knapp 2 Wochen ansteht, beschäftigt nicht nur die Hauptstädter. Am 18. September sind Wahlen in Berlin, und diese Abstimmung könnte, was eine bis vor kurzem eher kleine Partei betrifft, Signalwirkung für die gesamte Bundesrepublik haben. |
| 02. September 2011 | Ein zu groß geratenes Dorf, immer noch falsch ausgesprochen
Am 4. September 1781 beendeten 44 Männer und Frauen, begleitet von 4 Soldaten und 2 Priestern, ihren Zug durch die kalifornische Einöde. An einem beschaulichen Plätzchen am Fluss Porciuncula machten sie Rast – und beschlossen, sich dort für immer niederzulasssen. |
| 01. September 2011 | Der Tag, an dem sich das Septemberwetter entscheidet
Der September scheint der Monat der Zukurzgekommenen zu sein. Zumindest, wenn man einer landwirtschaftlichen Beobachtung und einer dichterfürstlichen Versicherung folgt. |
| 31. August 2011 | So merken Sie sich Namen (II)
Was geschrieben steht, findet auch den Weg ins Hirn: Für Menschen, die den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, ist die haptische Methode wie geschaffen. |
| 30. August 2011 | Land der Reben und Rüben
"Rheinland-Pfalz blickt auf nun mehr als 60 Jahre Landesgeschichte zurück", heißt es auf der Webseite rlp.de/. |
| 29. August 2011 | Der bedeutendste Deutsche
Wer ist für Sie der/die bedeutendste Deutsche?
Diese Frage stellte das Goethe-Institut Deutsch lernenden Europäern aus 18 Ländern. Über 13 000 beteiligten sich. Als einer der ersten Teilnehmernationen sorgten die Letten für statistisch verwertbare Resultate. |
| 26. August 2011 | Nicht nur für Franzosen
„Die Erklärung“, forderte Jean Joseph Mounier, „soll kurz, einfach und genau sein.“Damit meinte der Rechtsanwalt, von Beginn an einer der Anführer der Französischen Revolution, die Erklärung der Menschenrechte. |
| 25. August 2011 | Von Röcken nach Röcken
Statt mit anderen Kindern zu spielen verfasste der 10-Jährige lieber Gedichte. „Ich hatte keine Vorbilder“, bekannte der Jungpoet in der Rückschau, „konnte kaum mir denken, wie man einen Dichter nachahme, und formte sie, wie die Seele sie mir eingab.“ |
| 24. August 2011 | So merken Sie sich Namen (I)
Sind Sie eher der auditive, der haptische oder der visuelle Typ? Im ersten Fall wird es Ihnen am meisten helfen, wenn Sie sich den Namen, den Sie sich merken wollen, mehrfach laut vorsagen. |
| 23. August 2011 | Multitalent aus Königswinter
Er erfand ein Aufzeichnungsverfahren für Schallplatten und einen Schnellstarter fürs Radio, der später auch bei Fernsehgeräten verwendet wurde. Nachdem die erste Firma, die ihn anstellte, Pleite ging, jobbte er als Pianist oder auch Geiger in Hotelbars. |
| 22. August 2011 | Als in Moskau die Karten neu gemischt wurden
„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben; aber wer vorprescht, den bestraft das Leben auch“: Vorgeprescht war Gennadi Janajew, Mitglied des Zentralkomitees der regierenden KPdSU und Zögling des Mannes, von dem das Eingangszitat stammt. |
| 19.August.2011 | Die zwei Gesichter des US-Präsidenten
Welche Person der Weltgeschichte, lebende eingeschlossen, hat die Welt am stärksten positiv verändert? Diese Frage stellte das Meinungsforschungsinstitut Emnid den Deutschen im Jahr 2005 (siehe unseren Newsletter vom 2. März 2006 Wer hat in der Weltgeschichte am positivsten gewirkt?). |
| 18. August 2011 | Der Zwiespalt des schlechten Gewissens
Die beste Voraussetzung für eine gute Tat, meinte der Schriftsteller und Aphoristiker Gerhard Uhlenbruch, sei ein schlechtes Gewissen. An letzteres erinnern uns regelmäßig die Vereinten Nationen. |
| 17. August 2011 | Das Kreuz mit den Namen – zwei Fragen an Professor Udolph
Professor Jürgen Udolph ist Deutschlands renommiertester Namensforscher. Da die Herkunft von Namen das Thema ist, das ihn am meisten interessiert, müsste er sich diese doch ganz leicht merken können. Oder nicht? |
| 16. August 2011 | Ein nicht erwarteter Geburtstag
Am 16. August wird Rulon Gardner 40 Jahre alt. Rulon wer?, mögen Sie sich vielleicht fragen – aber nur, wenn Sie kein Amerikaner sind! |
| 15. August 2011 | Das Herz von Midlothian
Öffentliches Ausspucken ist, laut einer statistischen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Emnid, nach fehlender Hilfsbereitschaft und schlechten Tischmanieren der schlimmste Manierenfauxpas, dessen sich ein Deutscher schuldig machen kann. |
| 12. August 2011 | Wir? Eine Mauer bauen? Aber nicht doch!
„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Diesen Satz sagte SED-Chef Walter Ulbricht auf einer Pressekonferenz am 15. Juni 1961 eher beiläufig. Die versammelten Journalisten nahmen kaum Notiz davon. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass die Deutsche Demokratische Republik ihre Bürger durch derart massive bauliche Maßnahmen hindern würde, in den kapitalistischen Westen überzusiedeln. |
| 11. August 2011 | 125 Jahre Automobil
„Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“ Dieser Einschätzung Wilhelms II. schenkten seine Zeitgenossen vermutlich nicht viel glauben. Der Preußenkönig und Deutschenkaiser glaubte schließlich auch bis zu dessen Untergang, dass sein Reich den Ersten Weltkrieg gewinnen würde. Wie wir inzwischen wissen, strafte auch bezüglich der fahrbaren Untersätze die Geschichte den Großsprecher aus dem Hause Hohenzollern Lügen. |
| 10. August 2011 | Namen verlangen Respekt!
Lehrer müssen als erstes die Namen ihrer Schüler lernen. Verglichen mit dieser beruflichen Anforderung – im Durchschnitt sitzen 24 Kinder in Deutschlands Klassen – ist Ihre Aufgabe im Small Talk recht einfach. Doch trotzdem – oder gerade deshalb? – merken wir uns Namen nicht so leicht. Woran liegt das? |
| 9. August 2011 | Ein umstrittener Manager
„Der wahre Grund für die Arbeitslosigkeit ist die Gleichgültigkeit – der Nichtbetroffenen“. Dieser bemerkenswerte Satz stammt von einem deutschen Manager, dessen Namen ich Ihnen erst am Ende dieses Beitrags verrate. |
| 8. August 2011 | Die Mannschaft ohne Eigenschaften
Fußball ist ein – in exakt gleicher Form niemals wiederholbarer – künstlerischer Schaffensprozess mit stets ungewissem Ausgang. Diese Definition stammt vom Journalisten Harald Irnberger, der mit Die Mannschaft ohne Eigenschaften eines der besten Fußballbücher überhaupt geschrieben hat. Darin stellt der Österreicher ebenfalls die These auf, dass sich in diesem Sport gesellschaftliche Tendenzen nicht nur spiegeln, sondern vorweggenommen werden. |
| 5. August 2011 | Mit dem Ball dreht sich - das Trainerkarussell
Nicht nur Fußball ist eine runde Sache. Auch das Trainerkarussell kommt mit Anpfiff des ersten Bundesligaspieltags rasch in Bewegung. Wenn es nach den ersten Saisonniederlagen richtig rund geht, fliegt bald der erste Übungsleiter. Den Rekord in dieser Disziplin hält der FSV Mainz 05. Dort saß zu Beginn der Saison 2009/10 Jörn Andersen im Regiestuhl. Die von den eigenen Fans selbstironisch als Karnevalsverein bezeichneten 05er hatte der Norweger soeben aus den Niederungen der Zweiten Liga in die Eliteklasse zurückgeführt. |
| 4. August 2011 | 50 Jahre Obama
Vor vier Jahren war in diesem Newsletter erstmals die Rede von einem politischen Newcomer: „Immerhin gibt es“, hieß es damals „mit dem Demokraten Barack Obama vielleicht bald einen schwarzen Präsidentschaftskandidaten.“ (Siehe Ausgabe vom 26. Juli 2007 „Ein Traum der doch noch wahr werden könnte“). Das Talent von gestern ist das Staatsoberhaupt von heute. |
| 3. August 2011 | Small Talk im Namen Ihres Gegenübers
Von der Menschheit allgemein zum Menschen im Besonderen: So lautet das Motto des heutigen Beitrags. „Für jeden Menschen“, wusste Rhetorik-Legende Dale Carnegie, „ist sein Name das schönste und bedeutungsvollste Wort in seinem Sprachschatz.“ Geben Sie Ihrem Gesprächspartner die Möglichkeit, sich gleich mit seinem Lieblingswort in den Small Talk einzubringen. Wie Ihnen das gelingt? Ganz einfach: Fragen Sie Ihr Gegenüber, wie er – oder sie – heißt. Ein Gebot des guten Tons sollten Sie dabei noch beachten: Fragen Sie erst nach dem fremden Namen, nachdem Sie sich selbst vorgestellt haben. |
| 2. August 2011 | Die Herren Boninsegna und van der Kroft
Borussia Mönchengladbach hatte zwar bereits gestern Geburtstag, aber da berichteten wir über den Pionier Konrad Duden. Eine ganz andere Pionierleistung gelang dem vor 111 Jahren gegründeten Club in den 1970ern: Fünfmal wurde man Deutscher Meister. Das gelang mit – im Gegensatz zum ewig zweckmäßig spielenden Hauptkonkurrenten Bayern München – begeisterndem Offensivfußball. |
| 1. August 2011 | Eine Pionierleistung, die gründlich ruiniert wurde
„Zeit seines Lebens“, schreibt die Webseite www.duden.de, „widmete sich Konrad Duden Fragen der deutschen Sprache. Mit seinem Orthographischen Wörterbuch schuf er die Grundlage für eine einheitliche deutsche Rechtschreibung.“ Heute vor 100 Jahren starb Konrad Duden in Wiesbaden. Dort ist auch die Heimat des gleichnamigen Verlags, der den für die deutsche Sprache verbindlichen Leitfaden für die Rechtschreibung herausgibt. |
| 29. Juli 2011 | Die Hochzeit des Jahrhunderts
War es die „Hochzeit des Jahrhunderts“, wie Revolverblätter und seriöse Medien in seltener Übereinstimmung titelten? Und die der trauende Erzbischof von Canterbury mit den Worten begleitete: „Die geheiratet haben, leben dann glücklich bis ans Ende ihrer Tage, wenn sie das Abenteuer durchstehen, eine Welt mit mehr Liebe zu schaffen.“ Das Paar, das sich heute vor 30 Jahren das Jawort gab, sollte dieses Abenteuer nicht durchstehen. |
| 28. Juli 2011 | Ein blindes Volk folgt seinem blinden Führer
Das Jahr 2015 steht in unserem Nachbarland Tschechien ganz im Zeichen des Jan Hus. Am 6. Juli wird es exakt 6 Jahrhunderte her sein, dass der Reformator ein unfreiwilliges Rendezvous mit dem Scheiterhaufen in Konstanz hatte (siehe dazu unseren Newsletter vom 6. Juli 2007 „Ein Versprechen, das nicht gehalten wurde“). |
| 27. Juli 2011 | Lassen Sie es weiter menscheln im Small Talk!
„Man kann die Menschen in drei Klassen einteilen“, war der britische Staatsmann Winston Churchill überzeugt, „solche, die sich zu Tode arbeiten, solche, die sich zu Tode sorgen und solche, die sich zu Tode langweilen.“ Man könnte noch eine vierte Klasse hinzufügen: Solche, die andere Menschen zu Tode langweilen. |
| 26. Juli 2011 | Die Unabhängigkeit der Niederlande
Als wir vor 5 Tagen über die Unabhängigkeit Belgiens berichteten, erreichte uns eine Anfrage, wann denn die Niederlande diesen Schritt gemacht hätten. Das war heute vor 430 Jahren der Fall. Und wie bei Belgien war die Loslösung von einer fremden Macht die entscheidende Etappe auf diesem Weg. |
| 25. Juli 2011 | Der Weg zum Heiligen Jakob
„Wenn man auf ein Ziel zugeht, ist es äußerst wichtig, auf den Weg zu achten. Denn der Weg lehrt uns am besten, ans Ziel zu gelangen, und er bereichert uns, während wir ihn zurücklegen.“ Der Weg, der da beschrieben wird, ist allein in seinem spanischen Teil mehr als 800 Kilometer lang. Er führt von den Pyrenäen – wo alle Jakobswegzweige zusammenkommen – bis in den äußersten Nordwesten des Landes, nach Santiago de Compostela. Santiago ist die spanische Form für Sankt Jakob. |
| 22. Juli 2011 | Ein Festival feiert Jubiläum
Heute schon möchte ich Sie auf eine Veranstaltungsreihe hinweisen, die kommenden Montag beginnt: ein jährlich wiederkehrendes Event, das 2011 zum 100. Mal stattfindet. Natürlich wird es jede Menge Prominenz anlocken: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihr Kommen ebenso angekündigt wie die neue Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, und Jean-Claude Trichet, der Präsident der Europäischen Zentralbank. |
| 21. Juli 2011 | Glücklich mit Plan B
Heute ist Nationalfeiertag in Belgien. Nachdem das kleine Land bereits ein Jahr zuvor seine Unabhängigkeit erklärt hatte (siehe unseren Newsletter vom 30. November 2010 „Ein Land, das es vielleicht bald nicht mehr gibt“), bestieg am 23. Juli 1831 mit Leopold I. der erste belgische König den Thron. Nun ja, das Attribut ‚belgisch‘ stimmt nicht ganz. Der Monarch stammte aus dem deutschen Fürstentum Sachsen-Coburg und Gotha. Auch musste das künftige Staatsoberhaupt lange zu seinem Glück überredet werden. Erst als ihm die Krone Griechenlands angeboten wurde, entschied er sich doch lieber für Belgien als die lukrativere Option. |
| 20. Juli 2011 | Der Mensch als Small Talk-Thema
Wie reden Menschen mit Menschen? Aneinander vorbei, meinte der Schriftsteller Kurt Tucholsky. Für Ihren Small Talk wäre ein solches Szenario denkbar schlecht. Um es zu verhindern, sollten Sie ein Thema finden, zu dem jeder Beteiligte in etwa gleich viel zu sagen hat. Einen solchen gemeinsamen Nenner habe ich Ihnen im Eingangssatz bereits vorgestellt. Richtig: der Mensch! |
| 19. Juli 2011 | Nicht ganz unwillkommene Eroberer
Heute vor 1400 Jahren geriet Spanien unter arabische Herrschaft. Kein Grund zu trauern, wie Lion Feuchtwanger in seinem Roman Die Jüdin von Toledo so schön beschreibt: „Die Moslems brachten die vernachlässigte Landwirtschaft wieder hoch und gewannen dem Boden durch kluge Bewässerung ungeahnte Fruchtbarkeit ab. Sie förderten den Bergbau durch eine neue, hochentwickelte Technik. Künste und Wissenschaften blühten wie bisher niemals unter diesem Himmel. Die Stadt Córdova [das heutige Córdoba] hatte dreitausend Schulen, jede größere Stadt hatte ihre Universität, es gab Bibliotheken wie niemals seit der Blüte des hellenistischen Alexandria.“ |
| 18. Juli 2011 | Jahrmarkt der Eitelkeiten
An die Ratschläge von William Makepeace Thackeray hat sich die Redaktion dieses Newsletters immer gerne gehalten: Einer der Tipps des englischen Schriftstellers an seine Kollegen von der schreibenden Zunft lautete: Neues in einem vertrauten Licht und Vertrautes in einem neuen Licht zu zeigen. Heute vor 200 Jahren wurde Thackeray in Kolkata, das damals, zur britischen Kolonialzeit noch Calcutta hieß, geboren. Sein berühmtester Roman wird – zumindest, was den Titel betrifft – heute noch gern zitiert: Jahrmarkt der Eitelkeiten heißt er und hält dem viktorianischen England den Spiegel vor. |
| 15. Juli 2011 | Versagen von Justiz und Presse
Heute hat Jörg Kachelmann Geburtstag. Eine ausgelassene Feier wird's beim 33-Jährigen kaum geben. Am Ende eines aufsehenerregenden Prozesses sprach ihn das Landgericht zwar vom Vorwurf der Vergewaltigung frei. Den Ausschlag gab allein die mangelnde Beweislage. Der Wettermoderator muss weiter mit dem Makel eines in dubio pro reo-Urteils leben. Bereits eine Woche nach Prozessende erschien im Schweizer Orell Füssli Verlag das Buch Die Akte Kachelmann. |
| 14. Juli 2011 | Blutige Anfänge
Szenen wie die folgende, vom Revolutionär François-Noel Babeuf geschilderte, spielten sich heute vor 222 Jahren in Paris ab, beim Sturm auf die Bastille: Der Finanzpolitiker Joseph Foulon, „der sich seit 4 Tagen für tot erklären und einen Holzklotz statt seiner beerdigen ließ, gestern verhaftet, aufs Rathaus geführt und im gleichen Augenblick, als er herauskam, gehängt“ wurde. |
| 13. Juli 2011 | Ein gesundes Small Talk-Thema: die Ernährung
Alles, was uns täglich beschäftigt, ist ein Thema für den Small Talk. So auch die Ernährung. Beim Small Talk können Sie über das sprechen, was Sie in jenem Moment tun. Essen beispielsweise, wenn Sie gerade vom Buffet zurückgekehrt sind. Gesund soll es sein und lecker schmecken, predigen die Ernährungsberater. |
| 12. Juli 2011 | Zwei untypische Südamerikaner
„Horacio Ricardo Neumann – was für ein vielversprechender Name“, schreibt Hans-Georg König in seinem Buch über den 1. FC Köln. Vom Vorstadtverein zum Weltclub. Ende 1972 wurde der Argentinier von den Domstädtern verpflichtet. „Niemand hatte je zuvor etwas von ihm gehört“, berichtet Königs weiter, „FC-Präsident Oskar Maaß investierte dennoch eine stattliche Summe. Sie trug keine Zinsen.“ 16 Spiele absolvierte der heute vor 65 Jahren geborene, in seiner Heimat Der Tank genannte Stürmer in der Bundesliga und erzielte dabei zwei Treffer. Zu wenig für einen Sturmtank, weshalb Neumann zwei weitere Jahre auf der Bank verbrachte und anschließend nach Korsika zum damaligen französischen Erstligisten SEC Bastia verkauft wurde. |
| 11. Juli 2011 | Acht Milliarden Mal ein Mensch
Wie viele Menschen leben auf dieser Erde? Das ist gar nicht so einfach zu sagen, denn es kommen ständig neue hinzu. Laut Berechnungen der UNO sind es jedes Jahr 79 Millionen. Im Herbst dieses Jahres, so viel ist sicher, wird die Marke von 7 Milliarden geknackt werden. |
| 8. Juli 2011 | Und was ist mit der Liebe?
Hatte ich's mir doch gedacht: Das gestrige Plädoyer für die Ehe stieß bei der werten Leserschaft nicht auf ungeteilte Zustimmung. Hat da jemand schlechte Erfahrungen gemacht? Zugegeben, wir haben uns auf den rein ökonomischen Aspekt beschränkt. Für den romantischen empfehle ich den Newsletter der Illustrierten Bunte. Die Ehe aus Sicht des Naturwissenschaftlers haben wir an dieser Stelle auch bereits behandelt (siehe unsere Ausgabe vom 9. September 2009 „Hochzeit am Schnapszahldatum“). Fehlt noch der rechtliche Aspekt. |
| 7. Juli 2011 | Ein Plädoyer für die Ehe
Der 7. Juli ist ein beliebtes Datum für Hochzeiten – und für diesen Newsletter eine willkommene Gelegenheit, die Institution Ehe zu hinterfragen. Warum heiraten zwei Menschen? Weil jeder sein oder ihr eigenes Wohlbefinden gegenüber dem Single-Dasein verbessern will! Diese rein ökonomische Interpretation stammt von Gary Stanley Becker. Laut der Theorie des Chicagoer Wirtschaftsprofessors gewinnen beide Partner durch Heirat hinzu. Die Ehe ist eine Fabrik, die Produkte herstellt, beispielsweise Nachwuchs, oder Dienstleistungen wie Fürsorge und Prestige, oder, ganz profan, Mahlzeiten und gebügelte Hemden. |
| 6. Juli 2011 | Zwei Tabus, ein Small Talk-Thema: Krankheit + Politik = Gesundheitspolitik
Die Themen Krankheit und Politik sollten im Small Talk mit Vorsicht angegangen werden. Kombiniert man beide, erhält man schon wieder ein kontroverses Sujet: die Gesundheitspolitik. Die eignet sich jedoch für die unverbindliche Konversation. Vor allem, wenn Sie das Thema mit einer Anekdote wie der folgenden einleiten: |
| 5. Juli 2011 | Eine Weiterentwicklung der Nahrungsübertragung von Schnabel zu Schnabel
Ist er wirklich nichts anderes als eine Weiterentwicklung der Nahrungsübertragung von Schnabel zu Schnabel, wie sie bei Vögeln üblich ist? So charakterisierte der österreichische Biologe und Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeldt den Kuss. |
| 4. Juli 2011 | Patriotisch, aber unaufgeregt
„Man muss eine Nation einfach lieben“, fand die im Mittleren Westen der USA aufgewachsene Schriftstellerin Erma Bombeck, „die ihre Unabhängigkeit an jedem 4. Juli feiert, nicht mit einer Parade von Panzern und schießeisenreckenden Soldaten, die am Weißen Haus vorbeidefilieren, um Muskeln zu zeigen und Stärke zu demonstrieren, sondern mit Familienpicknicks, bei denen Kinder sich Frisbees zuwerfen, der Kartoffelsalat langsam verdirbt und die Fliegen vor lauter Glück sterben. Du denkst, du hast dich überfressen, aber es ist nur Patriotismus.“ |
| 1. Juli 2011 | Der Meister kurzer Sätze
Lange Worte waren seine Sache nicht. Wenn er schrieb, benutzte er am liebsten Hauptsätze. Dieser karge, klare Stil muss auch das Stockholmer Komitee überzeugt haben, als es Ernest Hemingway 1954 den Literaturnobelpreis zusprach. Ausdrücklich lobte es seine späte Erzählung Der alte Mann und das Meer. Darin schildert der Autor den Kampf eines einsamen Fischers zunächst mit einem Schwertfisch – und anschließend, nachdem er seine Beute in Sicherheit bringen will, mit den Haien, die sich einen solchen Leckerbissen ebenfalls nicht entgehen lassen wollen. |
| 30. Juni 2011 | Ein Name, kurz, prägnant und palindromtauglich
Sein Besitzer ist ziemlich alt, dazu unsportlich und wenig attraktiv. Immerhin wird ihm eine gewisse Zuverlässigkeit nachgesagt, und lustig soll er auch sein. Diese Attribute verbinden Leser der Website www.onomastik.com mit einem Namen, der sich vorwärts wie rückwärts gleich liest und dessen Tag heute im Kalender steht. Die letzte mit ihm in Verbindung gebrachte Eigenschaft ist vermutlich allein seinem bekanntesten Träger geschuldet: dem ostfriesischen Blödelbarden mit Nachnamen Waalkes (siehe unseren Newsletter vom 22. Juli 2008 „Der berühmteste Ostfriese wird 60“). |
| 29. Juni 2011 | Nicht immer tabu im Small Talk: die Politik
Zu den Tabus, die stets in Verbindung mit Small Talk genannt werden, gehört auch die Politik. Schade eigentlich, denn nur über wenige andere Themen unterhalten sich die Menschen zumindest in Deutschland so gerne. Entwarnung kommt vom Deutschen Knigge-Rat, einem Kreis namhafter Umgangsformen-Experten. Dessen für Etikette zuständige Fachfrau Agnes Anna Jarosch findet: „Es gibt durchaus Situationen, in denen es erlaubt ist, über Politik zu sprechen. Etwa wenn es um das aktuelle Tagesgeschehen geht.“ |
| 28. Juni 2011 | Erarbeiten, nicht erkaufen
„Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennenzulernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften.“ Diesen Spruch haben Sie vermutlich schon öfters gehört, vielleicht auch in der einen oder anderen abgewandelten Form. Er stammt von einem französischen Schriftsteller, der mit einem auch von Erwachsenen gern gelesenen Jugendbuch bis heute währende Berühmtheit erlangte (siehe auch unseren Newsletter vom 31. Juli 2009 „Flug ohne Wiederkehr“). |
| 27. Juni 2011 | Das Wetter am Siebenschläfer
Das Wetter ist immer ein dankbares Small Talk-Thema. Heute ganz besonders, denn der Siebenschläfertag entscheidet, wie sich das Wetter in der nächsten Zeit entwickeln wird. Fällt auf Siebenschläfer Regen ein, so der Volksmund, soll's für 7 Wochen sein (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 26. Juni 2009 „Volksmund, bitte melden!“). Der Bauernkalender gibt noch weitere Varianten dieser Regel preis; etwa „Das Wetter am Siebenschläfertag 7 Wochen so bleiben mag“, oder „Ist Siebenschläfer ein Regentag, regnet's noch 7 Wochen nach". |
| 24. Juni 2011 | Was in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni geschah – oder auch nicht
Bei den einen heißt sie Johannisnacht, andere nennen sie Sommersonnenwende. Es kommt ganz darauf an, ob der Betrachter Christ oder Heide ist. Gemeint ist in beiden Fällen die Nacht vom 23. auf den 24. Juni. Die Letten behaupten ohnehin, ihr Volk sei nur oberflächlich christianisiert worden. So steht es jedenfalls in der Online-Zeitung www.lettische-presseschau.de. |
| 22. Juni 2011 | Warum die Luxemburger morgen doppelt feiern
Morgen haben die Luxemburger gleich doppelten Grund zu feiern: Zum einen ist Fronleichnam. Dann erscheint unser Newsletter nicht, was freilich – schadenfrohe Assoziationen sollen erst gar nicht aufkommen – keineswegs der Anlass zur ausgiebigen Freude ist; eher schon die Tatsache, dass der nächste Small Talk-Tipp am Mittwoch, den 29. Juni, auf Sie wartet. Nein, die Freuden in unserem Nachbarland sind a) religiösen und b) staatsrechtlichen Quells. |
| 21. Juni 2011 | Der Mythos von Córdoba
Die Deutschen glauben an das Wunder von Bern, die Österreicher klammern sich an den Mythos von Córdoba. Beide Ereignisse könnten unterschiedlicher nicht sein, nur das Resultat war dasselbe: 3:2. |
| 20. Juni 2011 | Pardon wurde nicht gegeben
„Möge der Name Deutschland in China in einer solchen Weise bestätigt werden, dass niemals wieder ein Chinese es wagt, etwa einen Deutschen auch nur scheel anzusehen:“ Dieser an sich nachvollziehbare Wunsch wurde bereits vor gut einem Jahrhundert geäußert. |
| 17. Juni 2011 | Die Wölbung des Schnitzbuckels
„Des deutschen Knaben und deutschen Jünglings höchste und heiligste Pflicht ist, ein deutscher Mann zu werden und geworden zu bleiben, um für Volk und Vaterland kräftig zu wirken, unseren Urahnen, den Weltrettern gleich“: |
| 16. Juni 2011 | Ein privates Bekenntnis, das Politik machte - und Schule
Bankenpleiten gibt es nicht erst seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers. Sieben Jahre zuvor erwischte es die Bankgesellschaft in der Bundeshauptstadt. Das brachte das Land Berlin an den Rand des wirtschaftlichen Ruins – und den Regierenden Bürgermeister um seinen Job. |
| 15. Juni 2011 | Krankheit ist im Small Talk tabu, nicht aber die Gesundheit!
Seit der Mensch sich nicht mehr so viel in der Natur bewegt, wird er anfälliger für Krankheiten. Auf diese Entwicklung reagierten die TV-Macher und erfanden Gesundheitsmagazin Praxis. Die Sendung wurde von 1964 an Monat für Monat im ZDF ausgestrahlt, und das über 3 Jahrzehnte! Mit eindrucksvollem Resultat: Am Tag nach jeder Sendung klagten die Ärzte in den Praxen über Patienten, die wiederum über Symptome klagten, die zuvor Gegenstand in Gesundheitsmagazin Praxis waren. |
| 14. Juni 2011 | Onkel Toms unwillige Erben
„So phänomenal war der Erfolg des Werkes, dass der englische Historiker Thomas Macauley Onkel Toms Hütte als ‚den wertvollsten Beitrag, Amerikas zur englischen Literatur’ pries und Heinrich Heine das Buch mit der Bibel verglich.“ So phänomenal schätzt der Verlag dtv die Wirkung des bekanntesten Werks der US-Schriftstellerin Harriet Beecher-Stowe ein – und preist auf seiner Webseite das hauseigene Produkt als „einzige vollständige Taschenbuchausgabe“ an. Es folgt noch ein Zusatz: „Heute ist dieser amerikanische Romanbestseller des 19. Jahrhunderts meist nur noch in gekürzter Form – als Kinderbuchklassiker – bekannt.“ Und das, möchte man hinzufügen, ist auch gut so. |
| 10. Juni 2011 | Ein Einwanderer aus Griechenland, der für Ärger sorgte
Alles Übel kommt aus Griechenland: Diesen Spruch hört man derzeit häufig in Mitgliedsländern der Europäischen Union. In Großbritannien mag er dieser Tage seine Berechtigung haben. Und das hängt zusammen mit dem Mann, der heute 90 Jahre alt wird. Geboren wurde er als Prinz Philippos Andreou von Griechenland auf der Insel Korfu. Sowohl sein Großvater als auch sein Onkel waren Könige, als sein Geburtsland noch eine Monarchie war. Auf den Titel verzichtete der Prinz 1947. Eine kluge Entscheidung, denn Griechenland befand sich damals mitten in einem blutigen Bürgerkrieg. |
| 9. Juni 2011 | Die erste Eisenbahnfahrt
Die erste Dampfeisenbahn auf dem europäischen Kontinent fuhr in Belgien (siehe unseren Newsletter vom 5. Mai 2010 „Nie wieder Pferdetransport!“). Erfunden wurde das neue Verkehrsmittel, das die industrielle Revolution entscheidend vorantrieb, in Großbritannien. Sein Erfinder, heute vor 230 Jahren geboren, hatte zwar zeit seines Lebens mit Dampfmaschinen zu tun. Die erste, die George Stephenson zu bedienen hatte, stand jedoch in einer Kohlegrube im nordenglischen Darlington. Dort musste sich der aus ärmsten Verhältnissen stammende Zweitgeborene – beide Eltern konnten weder lesen noch schreiben – verdingen, um seinen eigenen Lebensunterhalt und den seiner Familie zu bestreiten. Es gelang ihm, sich emporzuarbeiten, bis er eines Tages selber die Grube leitete. Da hatte er bereits seine erste Dampflokomotive gebaut, die zunächst nur unter Tage eingesetzt wurde. |
| 8. Juni 2011 | Wann dürfen Sie im Small Talk über Krankheiten reden?
Leiden ist im Small Talk tabu. Vor allem, wenn es sich um Ihr eigenes handelt. Das sollte nur Angehörige und Freunde interessieren. Der Small Talk, zumal mit Fremden, widmet sich positiven Dingen. Sprechen Sie daher lieber über die Gesundheit. Krankheit kommt als Thema nur in Betracht, wenn nicht von Befindlichkeiten im Small Talk Anwender die Rede ist. |
| 7. Juni 2011 | Der Tag des Meeres
„Es bedeckt sieben Zehntel der Erde. Sein Atem ist rein und gesund. Es ist eine immense Wüste, wo ein Mann nie alleine ist, in dem er fühlen kann, wie das Leben aller in ihm bebt. |
| 6. Juni 2011 | Der erste deutsche Umweltminister
Atomare Katastrophen ziehen Konsequenzen nach sich. Die erfolgen manchmal in den Staaten, die nicht unmittelbar betroffen sind, rascher als in den Ländern, wo sie sich zugetragen haben. |
| 3. Juni 2011 | Das Jubiläum der kleinsten Bundesligastadt
Wenn ein Fußballklub mit der Abkürzung FCK 111 Jahre alt wird, wäre das im närrischen Rheinland ein ganz besonderer Grund zum Feiern. Leider hat der 1. FC Köln ein anderes Kürzel, nämlich FC, und ist bei weitem nicht so alt (siehe unseren Newsletter vom 30. Januar 2006 „Fritzle und Füchsle, Hennes und Hermann“) wie sein nicht aus dem Rheinland stammender Fastnamensvetter. |
| 1. Juni 2011 | Weg vom Nowinski-Image
Basketball ist bei uns eher eine Randsportart. Wenn dieser Tage dennoch viele Fans und Journalisten das Spiel zwischen den beiden in 3,05 Metern Höhe aufgehängten Körben verfolgen, noch dazu im fernen Amerika, liegt das an einem einzigen Mann. |
| 31. Mai 2011 | Zu kalt zum Fliegen
Wie ein Vogel durch die Lüfte zu gleiten: Warum sollte ein Mensch das nicht auch können? Ihm müssten nur zwei Flügel wachsen! Zwei recht große freilich, damit sich viel Luft darunter staut. |
| 30. Mai 2011 | Triest mit allen Sinnen
Der schönste Weg, sich Triest zu nähern, beginnt mit einer Fahrt auf der ehemaligen Südbahn. Die Eisenbahnstrecke verbindet bis heute Wien mit dem Adriahafen. In dem kleinen Ort Kreplje steigt der (oder die) Reisende aus und geht zu Fuß weiter. |
| 27. Mai 2011 | Ein Land, in dem gleich zwei Diktatoren leben
Heute vor zwanzig Jahren endete eine der schlimmsten Schreckensherrschaften des 20. Jahrhunderts: In Äthiopien wurde der Diktator Mengistu Haile Mariam gestürzt. |
| 26. Mai 2011 | Warum die Europaflagge nur zwölf Sterne hat
Das US-Banner weist 50 Sterne auf – einen für jeden einzelnen der Vereinigten Staaten. Zur Europäischen Union haben sich 27 Einzelstaaten zusammengefunden. Doch warum prangen auf der Europaflagge, welche ja auch die EU verwendet, ganze zwölf Sterne? |
| 25. Mai 2011 | Tabus im Small Talk (Fortsetzung)
Was wirklich nicht in den Small Talk gehört, sind dramatische Schilderungen des eigenen Befindens, die Verbreitung von Unwahrheiten und Diskriminierungen. Bei letzteren macht es keinen Unterschied, ob die Beleidigungen Anwesenden gegenüber geäußert werden oder nicht anwesende Dritte betreffen. |
| 24. Mai 2011 | Eines der wenigen lesenswerten Bücher über Bob Dylan
Über Bob Dylan ist fast alles gesagt (siehe auch unsere Newsletter vom 24. Mai 2007 „Mit 66 Jahren“, 25. September 2006 „Erfolg im Rentenalter“ und 24. Mai 2006 „Jede Nacht ein anderes Hotelzimmer“). Obwohl er immer noch Schlagzeilen produziert. Zuletzt Anfang April, als er zwei Konzerte in China gab. |
| 23. Mai 2011 | Wenn Regierungen töten lassen
Heute vor 77 Jahren starben im US-Staat Louisiana 2 Gewaltverbrecher im Kugelhagel der Polizei (siehe unseren Newsletter vom 12. Dezember 2007 „Wo Sie heute zwei alte Bekannte treffen können“). Schon recht bald hätte die Geschichte den Mantel des Schweigens über die Beiden ausgebreitet. Wären da nicht die Umstände ihres Todes gewesen: Die 6 Polizisten, die ihnen auflauerten, durchsiebten ihren Wagen mit 167 Schüssen. So wurden Bonnie Parker und Clyde Barrow zu einem Mythos. |
| 20. Mai 2011 | Antiker Rhetorik- und Small Talk-Experte
„Der gute Redner wird Vergleiche anwenden und Beispiele vorbringen“, wusste bereits Marcus Tullius Cicero. Der Zeitgenosse Cäsars war der wohl einflussreichste Rhetoriker der römischen Antike. Nach ihm ist der Rednerpreis benannt, der heute in Bonn vergeben wird. |
| 19. Mai 2011 | Die Kunst, sich die Hände zu waschen, ohne nass zu werden
Die Kunst der Besteuerung besteht ganz einfach darin, die Gans so zu rupfen, dass man möglichst viel Federn bei möglichst wenig Geschrei erhält: Dieses Rezept, das heute noch jedem Staatshaushalt zugrunde liegt, stammt nicht erst aus dem 17. Jahrhundert. |
| 18. Mai 2011 | Was ist im Small Talk wirklich tabu?
Tabu-Themen im Small Talk sind „Krankheit, Tod, Religion, Rassenprobleme, Politik, Stammtischparolen – und vor allem: Lästereien über Anwesende!“ Diesen Satz finden Sie so oder ähnlich in fast allen üblichen Ratgebern zum Smalltalk. |
| 17. Mai 2011 | Der Tod als Karrierekick
Muss ich erst sterben, um zu leben? Diese Frage stellte Österreichs erfolgreichster Populärmusiker (siehe auch unseren Newsletter vom 25. März 2008 – Als 99 Luftballons die Welt eroberten) auf seinem Album Out of the Dark. |
| 16. Mai 2011 | Nur noch drittklassig
Vor acht Jahrzehnten waren die bedeutendsten Fußballnationen Europas andere als heute. Engländer und Schotten gaben damals den Ton an. Letztere beispielsweise hatten bis zum 16. Mai 1931 außerhalb der britischen Insel kein einziges Spiel verloren. |
| 13. Mai 2011 | Freitag der 13. – der Beweis
Über Freitag den 13. sind die Meinungen geteilt. Ist er ein Unglückstag – oder ein ganz normales Datum? |
| 12. Mai 2011 | Der erste funktionsfähige Computer
Bereits im Jahr 1938 stellte der deutsche Erfinder Konrad Zuse einen komplett mechanischen Rechner her. |
| 11. Mai 2011 | Romantisch oder prosaisch? Ihr Small Talk im Mai
Jugend, Liebe, Gesang und all das, was schön ist im Leben: Das ist der Mai. So sah es der amerikanische Dichter Henry Longfellow, der im 19. Jahrhundert lebte. Tatsächlich hält der Mai für den Romantiker alles bereit – einschließlich zahlreicher Gedichte, die komplett zu zitieren allerdings jeden Small Talk-Partner überfordern würden. |
| 10. Mai 2011 | Der Tag des Buches und seiner Verbrennung
Der 10. Mai ist der Tag des Buches. In Deutschland wird er immer an diesem Datum begangen, in Gedenken an die Bücherverbrennung: Am 10. Mai 1933 ließen die Nationalsozialisten die Werke „entarteter“ und jüdischer Schriftsteller und Wissenschaftler öffentlich in Flammen aufgehen. |
| 9. Mai 2011 | Tag der Flagge, der Hymne und der gemeinsamen Währung
Von Europa als Traum von Wenigen, Hoffnung für Viele, Notwendigkeit für uns alle sprach – Leser unseres Newsletters wissen’s spätestens seit dem 19. April 2011 – Konrad Adenauer. |
| 6. Mai 2011 | Viele Väter, eine Mutter
Vor 155 Jahren erblickte Sigmund Freud das Licht der Welt. Er tat dies im nordmährischen Städtchen Přibor, das damals zu Österreich und heute zur Tschechischen Republik gehört. Vor einigen Jahren weilte der Autor dieser Zeilen eher zufällig in der Heimat des Vaters der Psychoanalyse. |
| 5. Mai 2011 | Als die Fahrräder aus den Niederlanden verschwanden
Niederlands Fußballer haben erst einmal einen Titel gewonnen – und den ausgerechnet beim Erzrivalen. Das war bei der Europameisterschaft 1988 in Deutschland. Im Endspiel besiegten die Oranjehemden die Sowjetunion mit 2:0. Vorher waren sie im Halbfinale auf die Gastgeber getroffen. |
| 4. Mai 2011 | Der Mai als Small-Talk-Thema
Alles neu macht der Mai – und liefert Ihrem Small Talk jede Menge frische Themen. Es beginnt bereits mit dem Namen: ‚Wonnemonat’ wird der Mai bei uns auch genannt. Die Bezeichnung stammt aus dem 8. Jahrhundert und geht auf Karl den Großen zurück. Der fränkische König und spätere Kaiser erfreute sich der steigenden Temperaturen und der sprießenden Vegetation. Später setzte sich bei uns die lateinische Monatsbezeichnung durch: Der Mai ist nach der römischen Göttin Maia benannt. |
| 3. Mai 2011 | Der Heilige und das Prinzip, für das er nichts kann
Der Schutzpatron der Feuerwehr ist der Heilige Florian. Morgen ist sein Tag groß im katholischen Namenskalender vermerkt. Die religiöse Popularität verdankte der römische Beamte im oberösterreichischen Lorch seiner Konsequenz: |
| 2. Mai 2011 | Missbrauchte Freiheit
Gibt es tatsächlich keine Freiheit ohne Pressefreiheit? Mag sein, denn die Pressefreiheit gehört zu den Grundrechten; sie ist in jeder demokratischen Verfassung garantiert. |
| 29. April 2011 | Jobkiller oder Investition in die Zukunft?
„Wer in der Arbeit bloß einen reinen Kostenfaktor sieht, dessen Preis so weit wie möglich gedrückt werden muss, der hantiert mit sozialem Sprengstoff, der rüttelt an den Grundfesten unserer Zivilisation.“ |
| 28. April 2011 | Eine Meuterei, die kräftig Wellen schlug
Die Mannschaft bestand aus 46 Männern. In den Büchern, die das Ereignis beschreiben, welches sich heute zum 222. Mal jährt, wird die Crew meist fein säuberlich in zwei Gruppen eingeteilt. |
| 27. April 2011 | Selbstironie im Smalltalk
Es gibt eine Form der Ironie, mit der Sie niemandem Schaden zufügen. Wenn Sie im Smalltalk garantiert Sympathiepunkte mit Ihrem Humor einfahren wollen, setzen Sie auf Selbstironie. Menschen, die ironisch reflektiert sind und sich selbst gerne mal durch den Kakao ziehen, ernten sogar Pluspunkte von Leuten, die ihnen vorher nicht besonders gut gesinnt waren. |
| 26. April 2011 | Auch auf Koptisch, Maltesisch, Inuit
Es ist schon verdammt hart, zweitgeborener Sohn zu sein. Oder auf einer einsamen Insel festzusitzen, alle möglichen Dinge zu bauen und einem Eingeborenen Englisch beizubringen. Aber es lohnt sich doch. Vor allem, wenn man die elende Geschichte zu Papier bringt. |
| 21. April 2011 | Kein Fairplay gegenüber dem Elch
Vor einem Jahr mussten wir über unseren gehörnten Freund Negatives vermelden: Es gebe zu viele verdammte Elche auf Neufundland, so der Tenor des damaligen Beitrags. Jetzt sind neue Schreckensnachrichten von der großen Insel vor der Ostküste Kanadas – sie ist nur wenig kleiner als Island – eingetroffen, mittels eines Korrespondentenberichts in der Frankfurter Rundschau. Für Leser dieses Newsletters beinhalten die Meldungen wenig Neues. |
| 20. April 2011 | Ironie im Smalltalk
Nicht jede Art von Humor wirkt im Small Talk gleich. Ironie etwa beweist Geist und Witz. Nur darf sie niemandem schaden. Ironie zieht nur bei Gesprächspartnern, die Ihnen einigermaßen wohlgesonnen sind. Sind Sie sich dessen im Gespräch (noch) nicht sicher, lassen Sie die Ironie lieber außen vor. |
| 19. April 2011 | Das Adenauer-Zitat, diesmal mit Quellenangabe
Anscheinend gebricht es diesem Land an Geschichte-Oberseminaren und Germanistik-Sprachforschungsinstituten. Wie anders lässt es sich erklären, dass nach dem gestrigen Newsletter die Redaktion eine Vielzahl der üblichen Zuschriften (also zwei statt einer) erreichte? Alle einte derselbe Begehr: Aufklärung über die genauen Umstände und das Datum des berühmten Adenauer-Zitats. |
| 18. April 2011 | Der Grundstein für das Haus Europa
„Die Einheit Europas war ein Traum weniger. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für alle.“ Diese legendären Sätze soll Deutschlands erster Bundeskanzler gesagt haben. Geben Sie die Triade, wie eingangs dieses Beitrags in Anführungszeichen geschrieben, einmal in Google ein: Sie erhalten 106 Treffer. Was Sie nicht bekommen, ist eine genaue Angabe, woher dieses Zitat stammt. Nun sieht sich die Redaktion dieses Newsletters weder als Geschichte-Oberseminar noch als Germanistik-Sprachforschungsinstitut und muss daher keineswegs herausfinden, ob überhaupt und wann Konrad Adenauer seine berühmten Worte ausgesprochen hat. Vermutlich nach dem Zweiten Weltkrieg. |
| 15. April 2011 | Als Libyen das erste Mal bombardiert wurde
Die Libyen-Politik des Westens gleicht einer Achterbahnfahrt. Mit einem solchen Erscheinungsbild darf sie Einzug in unseren Newsletter halten, der sich ja nicht nur auf unernste und belanglose Themen kaprizieren muss. |
| 14. April 2011 | Ein neues Hassobjekt aus Island
„In Island, wo ich aufwuchs“, erinnert sich die Sängerin Björk Gudmundsdottir, „warfen die Kinder Steine nach mir und beschimpften mich, weil ich in ihren Augen sonderbar aussah. Als ich später nach London zog, ist mir das nie mehr passiert.“ Als Du nach London zogst, liebe Björk, warst Du auch schon groß, und gegenüber Erwachsenen wächst selbst bei ungezogenen Britenkindern die Hemmschwelle, sie mit Steinen zu bewerfen. |
| 13. April 2011 | Witze und Anekdoten im Small Talk
Humor kommt generell, Ironie und Selbstironie speziell in der gehobenen Konversation an. Es gibt auch einfachere, volkstümlerische Varianten des Humors, die Ihnen im Small Talk offenstehen. |
| 12. April 2011 | Eine amerikanische Erfahrung
In welchem Krieg ließen die meisten Amerikaner ihr Leben? Es war nicht der Erste Weltkrieg, es war nicht der Zweite Weltkrieg, und es war auch nicht der Vietnamkrieg. Die meisten Opfer gab es für die USA im Bürgerkrieg zu beklagen: 617 528 Soldaten und Zivilisten fanden während der größten militärischen Auseinandersetzung auf amerikanischem Boden den Tod. |
| 11. April 2011 | Der langweiligste Tag des 20. Jahrhunderts?
Der 11. April ist laut der Internet-Enzyklopädie Wikipedia der langweiligste Tag der Weltgeschichte. An keinem anderen Datum passierte angeblich so wenig Bedeutsames – zumindest, was das 20. Jahrhundert betrifft. Keine bedeutenden Personen starben an diesem Tag, und es kamen auch keine neuen hinzu. |
| 8. April 2011 | Astronomie statt Astrologie
Jahrhundertelang stand die Astrologie in höchst seriösem Ansehen. Vor allem die abergläubischen Machthaber des Mittelalters bedienten sich der heute als Scharlatanerie geziehenen Lehre und zeigten sich gegenüber deren Jüngern durchaus erkenntlich. Erst ab Mitte des 15. Jahrhunderts machte die wissenschaftliche Himmelsbeobachtung der Sterndeuterei den Rang streitig. Einer ihrer hervorragendsten Vertreter wirkte an der Wiener Universität. |
| 7. April 2011 | Die Sprache des Patienten
Heute ist Weltgesundheitstag. Ein schöner Anlass, sich wieder einmal in die Welt der Weißkittel zu versetzen. „Erst das Wort, dann die Pflanze, zuletzt das Messer“, lautet deren Maxime, welche dem römischen Gott der Heilkunde in den Mund gelegt wurde. Der Patient hätte diesen Leitsatz am liebsten auf die ersten drei Worte beschränkt. Sie schätzen Beratung mehr als Medikamente oder gar Operationen. |
| 6. April 2011 | Humor im Small Talk
Haben Sie den letzten Small Talk-Tipp (siehe unseren Newsletter vom 30 März 2011 „Nach der Anreise folgt – die Abreise“) beherzigt? Hoffentlich nur in der abgemilderten Form, indem Sie die Idee lediglich erzählt, nicht aber in die Praxis umgesetzt haben. Unsere Redaktion hat inzwischen eine Reihe von Protestschreiben aus der Taxifahrerszene erreicht. Offenbar befürchtet die Zunft der professionellen Beförderer einen massiven Auftragseinbruch. |
| 5. April 2011 | Das Wetter vor hundert Jahren
Im Small Talk bietet sich als Thema immer mal wieder das Wetter an. Gibt es aktuell nichts her, schaut man in die Zukunft oder blickt zurück. Der Gegenstand der Unterhaltung wandelt sich dann zum Klima. |
| 4. April 2011 | Seit zwanzig Jahren tot, aber immer noch frisch
1991 war für die Schweiz, kulturell gesehen, ein Unglücksjahr: Das kleine Land verlor seine beiden größten Schriftsteller: Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch. Letzterer starb heute vor 20 Jahren. Als das Meinungsforschungsinstitut Allensbach sich nach den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts erkundigte, landete Frisch unter den Top Ten. Die Umfrage fand, wohlgemerkt, nicht in der Schweiz, sondern in Deutschland statt. |
| 1. April 2011 | Finnen und Briten fürchten jetzt schon den nächsten Sommer
Nebel und Nieselregen sind unsere ersten Gedanken, wenn vom Londoner Winter die Rede ist. Das Bild einer ganz in grau gehüllten Themsemetropole entsteht in unseren Köpfen, und wir empfinden nur deshalb kein Mitleid mit ihren Bewohnern, weil sie wegen ihrer Spleenigkeit ohnehin nicht wetterfühlig sind. |
| 31. März 2011 | Wenn der Elch nichts zu tun hat
Was machen Tiere, wenn sie gerade mal nichts Besseres zu tun haben und ein paar Exoten begaffen wollen? Sie gehen in den Zoo. Die Möglichkeit dazu haben sie tatsächlich – vorausgesetzt, sie leben in der Nähe des Saint-Jean-Sees im Norden der kanadischen Provinz Québec. |
| 30. März 2011 | Nach der Anreise folgt – die Abreise
Nicht nur die Frage, wie jemand zum Veranstaltungsort gefunden hat, ist im Small Talk von Belang. Mindestens ebenso interessant ist es, herauszufinden, wie man wieder zurückkommt. Vielleicht kann man ja ein Taxi teilen. Würde ein solches Angebot zu aufdringlich wirken, verzichten Sie lieber darauf. Erzählen Sie stattdessen eine Geschichte. |
| 29. März 2011 | Rebellen
Einen frühmodernen Rebellen haben wir Ihnen, in der Person Michael Gaismairs, in unserer Ausgabe vom 11. März vorgestellt. Ein moderner Rebell starb 1955: James Dean war in einem Porsche unterwegs, seinen Freiheitsdrang auslebend und, wie so häufig, viel zu schnell. |
| 28. März 2011 | Warum man nicht schneller sein muss als ein Löwe
Vor exakt fünf Jahren wurde an dieser Stelle die Frage beantwortet, warum der böhmische Löwe zwei Schwänze hat (siehe unsere Ausgabe vom 28. März 2006). |
| 25. März 2011 | Der Siegeszug der Zuckerindustrie
Heute vor 200 Jahren kam ein großer Feldherr auf die Idee, der einen ganzen Industriezweig zum Blühen brachte. Als Napoleon Bonaparte auf Europas Schlachtfeldern Krieg führte, strafte ihn der Rivale England mit einer Rohstoffsperre. Unter die Produkte, die von britischen Blockadeschiffen ferngehalten wurde, fiel der Zucker. Dieser, meinte der findige Franzose, ließe sich auch aus Rüben gewinnen. Den Anbau der süßen Knollen befahl Napoleon in allen Ländern, die in den unfreiwilligen Genuss seiner Herrschaft gekommen waren. |
| 24. März 2011 | Ein schöner Vogel, leider ausgestopft
Warum schauen wir uns ausgestopfte Tiere im Museum an? Vermutlich, weil sie so putzig aussehen. Dabei vergessen wir manchmal, um wie viel schöner diese Tiere sind, wenn sie noch leben. Besonders krass ist das Verhältnis zwischen Präparaten und lebendigen Exemplaren bei den Wandertauben: geschätzte 1000:0. Der zweite Wert ist verbürgt. |
| 23. März 2011 | Wie war die Fahrt hierhin?
Der Ort, an dem Sie sich befinden, zieht eine weitere den Small Talk belebende Frage nach sich: Wie war die Anreise? Wichtig bei einem solchen Themen ist die Art und Weise, wie Sie Ihre Auskünfte einholen: Vermeiden Sie unbedingt Fragen, die mit einem simplen Ja oder Nein beantwortet werden können. |
| 22. März 2011 | Wertvolles Wasser
„Alle Organisationen“, so die Aufforderung am heutigen Weltwassertag, „die wasserwirtschaftliche Aufgaben erfüllen oder zum Schutz der Gewässer beitragen können, sind aufgefordert, die Öffentlichkeit auf den besonderen Wert sauberen Trinkwassers aufmerksam zu machen.“ Doch schauen wir in diesem Newsletter einmal nicht auf die 1,2 Milliarden Menschen weltweit, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Wir blicken nach Deutschland. |
| 21. März 2011 | Tierische Frühlingsboten
In der Eifel sind es springende Frösche (siehe unseren Newsletter von vor vier Tagen „Nicht nur der Tag des Heiligen Patrick“), im Osten der USA grüßt ein Murmeltier (Ausgabe vom 1. Februar 2008 „Morgen ist Groundhog Day“). Tierische Frühlingsboten erfreuen den Menschen. Meistens jedenfalls. |
| 18 März 2011 | Die Tage der Kommune
Die französische Hauptstadt war schon immer auch etwas Besonderes. Doch was sich ihre Bevölkerung am 18. März 1871 herausnahm, stellte sogar den Staat infrage. „Was fordert Paris?“, hieß es in einem Manifest, das auch sogleich die Antwort gab: „Die absolute Autonomie der Kommune.“ Wichtig war das Adjektiv: Die Bürger wollten sich selbst regieren, ohne dass übergeordnete regionale oder staatliche Behörden auch nur das Geringste mitzubestimmen hätten. |
| 17. März 2011 | Nicht nur der Tag des Heiligen Patrick
Heute ist der Tag, an dem der Heilige Patrick angeblich geboren und auch gestorben ist. Am 17. März feiern die Iren deshalb den St. Patrick's Day – nicht nur in der Heimat, sondern auch in den zahlreichen Irish Pubs, die wie sie selbst über die ganze Welt verstreut sind (siehe auch unseren Newsletter vom 17. März 2008 „Wo der St. Patrick's Day zuerst gefeiert wurde“). Da dürfen Veranstaltungen in Deutschland selbstverständlich nicht fehlen (siehe unsere Ausgabe vom 17. März 2009 „Der St. Patrick's Day wird auch in Deutschland gefeiert“). |
| 16. März 2011 | Der Ort, an dem Sie sich befinden
Nicht nur der Ort, aus dem Sie stammen, birgt Gesprächsstoff. Auch der Ort, an dem Sie sich befinden. Falls Sie sich dort nicht auskennen, könnten Sie Ihr Small Talk-Gegenüber um den einen oder anderen hilfreichen Hinweis bitten. Oder umgekehrt: Ihr Gesprächspartner teilt Ihnen mit, er sei zum ersten Mal in jener Stadt. Dann können Sie etwas Nachhilfe geben. Und wenn Sie sich beide nicht auskennen? In einem solchen Fall weiß zumindest einer eine lustige Gelegenheit zu berichten, wie er – oder sie – an den Ort der Veranstaltung gefunden hat. |
| 15. März 2011 | Weder Ideal noch Wirklichkeit
US-Präsident John F. Kennedy war der erste, der Verbrauchern verbriefte Rechte zugestand. Dazu zählten sichere Produkte, eine umfassende Information über und eine freie Wahl dieser Produkte auf einem für alle frei zugänglichen Markt. Zu den Verbrauchern rechnete Kennedy ausdrücklich auch Patienten hinzu. Aus der Anregung wurde ein festes Datum: Seit 1983 ist der 15. März der Tag des Verbraucherschutzes. |
| 14. März 2011 | Große Kunst eines verletzlichen Künstlers
Der Komponist, um den es heute geht, schreibt ein Musikkritiker, „kann entsetzlich bummelich schreiben, ohne Kraft und Saft, ohne Erfindung; er dudelt ein Stück wie das andere herunter.“ Der Schreiber dieser Zeilen, ein gewisser Robert Eitner, war gefürchtet und verschaffte manchem Künstler ein Andenken, auf welches er liebend gern verzichtet hätte. Als die Kritik 1884 erschien, konnte sich der Künstler nicht mehr wehren: Zu diesem Zeitpunkt war er schon mehr als ein Jahrhundert tot. |
| 11. März 2011 | Eine Leiche in Habsburgs Keller
Nächsten Donnerstag beginnt die Leipziger Buchmesse. Auf eine Neuerscheinung möchte ich Sie heute schon aufmerksam machen: ein historisches Sachbuch im Stil einer Dokufiktion: Die Handlung, wie bei einem Tagebuch immer mit Datumsangabe, springt von Ort zu Ort; später werden die einzelnen Stränge zusammengeführt. Das bringt Tempo und Spannung in die Angelegenheit. |
| 10. März 2011 | Der Staat bin ich
Der Staat bin ich: Mit dieser einfachen Formel begründete Frankreichs König Ludwig XIV. seinen Herrschaftsanspruch. Der wurde mit dem 10. März 1661 absolut. |
| 9. März 2011 | Ich komme aus... äh...
Die Frage nach der Herkunft bringt jeden Small Talk ins Rollen. Doch ergibt sich nicht immer eine Antwort, mit welcher das Gegenüber sofort etwas anfangen kann. Einmal angenommen, Sie kommen aus einem Kaff, das niemand kennt. Dann könnten Sie die Herkunftfrage natürlich mit dem Satz „Ich komme aus einem Kaff, das niemand kennt“ beantworten. |
| 8. März 2011 | Surfen auf der Westerwelle
Morgen ist Aschermittwoch. In Bayern wird der erste Tag nach dem Fasching gerne mit dem Adjektiv ‚politisch’ begangen. Den am meisten beachteten Auftritt, so viel ist heute schon klar, wird Horst Seehofer halten. |
| 4. März 2011 | Nicht ewig neutral
Heute vor 10 Jahren fand in unserem südlichen Nachbarland eine Volksabstimmung statt: 3 von 4 Wahlberechtigten entschieden sich gegen einen Beitritt der Schweiz zur Europäischen Union. Damit wiederholte sich das Ergebnis der Befragung von 1992. So ganz abgeschieden von allen internationalen Zusammenschlüssen wollte das kleine Alpenland freilich nicht bleiben. |
| 2. März 2011 | Ich komme aus …dem Bergischen Land!
Stellen Sie sich vor, jemand fragt Sie im Verlauf eines geselligen Abends nach Ihrer Herkunft. Nehmen wir weiter an, Sie stammen aus einer Metropole im Bergischen Land. Nun könnten Sie, um ein wenig Spannung in den Small Talk zu bringen, listig antworten: "Ich stamme aus einer Metropole im Bergischen Land!" |
| 1. März 2011 | Werbung für Wuppertal
Wuppertal ist die Heimat von Friedrich Engels und der Schwebebahn. Leider durfte der berühmteste Sohn der Stadt die Geburtsstunde des weltweit einzigartigen Verkehrsmittels nicht mehr miterleben. |
| 28. Februar 2011 | Ein Mord, der wohl nie aufgeklärt wird
„Die Geschichte ist eine Schule, in der die Stundenpläne selten eingehalten werden“: Der Urheber dieses Zitates hatte seine letzte Stunde vermutlich auch nicht vorhergesehen. Sie schlug heute vor 25 Jahren mitten in der Stockholmer Innenstadt. |
| 25. Februar 2011 | Karl May, werkgetreu verfilmt
Heute hat Karl May Geburtstag. Der Schriftsteller wurde am 25. Februar 1842 im sächsischen Hohenstein-Ernstthal geboren. Bestimmt wird an seinem Wiegenfest wieder einer der Kinokassenschlager der 1960er Jahre ausgestrahlt, die zur weiteren Popularität des Dichters beitrugen. Doch hielten vor allem die Winnetou-Verfilmungen gehobenen Ansprüchen kaum stand: zu holzschnittartig die Charaktere, zu kitschig die Handlung. |
| 24. Februar 2011 | Der bequemere Weg zum Erfolg
Darf ein Buch, das Persönlichkeitsrechte verletzt, verboten werden? Im Falle von Klaus Manns Mephisto, Roman einer Karriere geschah dies tatsächlich. 8 Jahre lang hatte das Werk die Gerichte beschäftigt, als das Bundesverfassungsgericht am 24. Februar 1971 in einem Grundsatzurteil das Verbot bestätigte. Geschrieben hat Klaus Mann, der wie sein Großvater Thomas vor den Nationalsozialisten fliehen musste, seinen Mephisto im holländischen Exil. Dort erschien er 1936 im Amsterdamer Querido Verlag, in deutscher Sprache. |
| 23. Februar 2011 | „Ich komme … nicht aus der Domstadt“
Die Frage nach der Herkunft bringt jeden Small Talk ins Rollen. Vor allem, wenn Sie diese nicht direkt beantworten, sondern über einen kleinen Umweg. Einmal angenommen, Sie stammen aus Düsseldorf. Dann haben Sie mehrere Möglichkeiten, Ihre Herkunft auf amüsante Art ein wenig zu verschleiern. Sagen Sie beispielsweise: |
| 22. Februar 2011 | Ein allseits anerkannter Märtyrer
Es ist selten, dass gleich sechs verschiedene Kirchen einem einzigen Heiligen huldigen. Morgen ist dies der Fall. Der 23. Februar wird von der katholischen, evangelischen, anglikanischen, orthodoxen, armenischen und koptischen Kirche begangen. Die ebenso breite wie tiefe Verehrung gilt einem – laut Übersetzung aus dem Griechischen – viel Frucht Bringenden. |
| 21. Februar 2011 | Qualitätsjournalismus aus Hamburg
Wochenzeitungen haben es in Deutschland schwer. Sie müssen sich bei der Jagd nach den werten Lesern und den noch begehrteren Abonnenten mit den überregionalen Tageszeitungen wie Süddeutsche, Frankfurter Allgemeine, Frankfurter Rundschau, Welt und tageszeitung messen. Darüber hinaus machen ihnen die politischen Wochenmagazine Der Spiegel und Focus die Leserschaft streitig. |
| 18. Februar 2011 | Als die USA zwei Präsidenten hatte
Was geschieht mit einem gewählten Staatsoberhaupt, wenn sein Staat ihm verlustig geht? Dieser seltene Umstand widerfuhr Jefferson Davis. Heute vor 150 Jahren wurde er als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt. |
| 17. Februar 2011 | Zweimal denselben Fehler gemacht
Alpine Skiläufer wurden in diesem Newsletter bislang kaum gewürdigt. Heute kommt einer zu Ehren, der etwas schaffte, was ihm vermutlich kein professioneller Rennfahrer nachmachen wird – und auch nicht nachahmen möchte. |
| 16. Februar 2011 | Wie geht es weiter nach der Selbstvorstellung?
Wie geht es weiter, nachdem sich beim Small Talk die Gesprächspartner gegenseitig mit Namen vorgestellt haben? Man könnte die Person gegenüber fragen, woher sie denn komme. Und sie könnte, um ein Beispiel zu geben, antworten: aus Bonn. |
| 15. Februar 2011 | Dieses Jahr kein Rosenmontag …
… zumindest nicht im Februar. Letztes Jahr am Fünfzehnten dieses Monats hatte der Schreiber dieser Zeilen es gut: Er musste keinen Beitrag verfassen, und auch die werte Leserschaft durfte sich eine Pause gönnen und den Tag mit Nützlicherem verbringen (unsere Ihnen werktäglich zugesandten Zeilen dienen ausschließlich der Erbauung; allgemeinbildende Nebenwirkungen sind bestenfalls willkommen, keinesfalls beabsichtigt!). |
| 14. Februar 2011 | Eine Erfindung der Post
Ist der Valentinstag eine Erfindung der Geschäftsleute? Für diese These spricht, dass sich Verliebte auf der ganzen Welt am 14. Februar Blumen, Süßigkeiten und andere kleine Aufmerksamkeiten schenken. Für eine andere These spricht die Tatsache, dass jedes Jahr weltweit mehr als eine Milliarde Karten so versandt werden, dass sie am 14. Februar beim Empfänger oder bei der Empfängerin des Herzens ankommen (siehe auch unseren Newsletter vom 12. Februar 2010 – Wie der 14. Februar zum Tag der Verliebten wurde). |
| 11. Februar 2011 | Gewinnstreben contra Nächstenliebe
„Die Rolle der Ärzte hat sich radikal verändert, sie werden heute von Managern unterwiesen und sind nicht länger Anwälte der Patienten. Das Ziel der Medizin ist eine gesunde Bilanz statt einer gesunden Population. Der Schwerpunkt liegt auf Effizienz, Profitmaximierung, Kundenzufriedenheit, Zahlungsfähigkeit, Unternehmertum und Wettbewerb. Die Ideologie der Medizin wird ersetzt durch die Ideologie des Marktes. In dem Maße, in dem Medizin zum Kapitalunternehmen wird, wird die medizinische Ethik durch die Geschäftsethik verdrängt.“ |
| 10. Februar 2011 | Den Diplomingenieur abbusseln?
Der ‚Diplomingenieur’ sollte im Smalltalk unerwähnt bleiben, hieß es im gestrigen Newsletter. Zu welch unfreiwilliger Komik die Nennung des Titels führen kann, möchten wir in unserer heutigen Ausgabe demonstrieren. Was halten Sie von folgender Fußballreportage eines österreichischen Kollegen: |
| 9. Februar 2011 | Selbstvorstellung beim Small Talk?
Es gibt Alltagssituationen, in denen eine Selbstvorstellung nicht nötig, ja sogar überflüssig ist: etwa bei einer Bitte um Auskunft, bei der Frage nach dem Weg oder der Uhrzeit, in Wartezimmern von Ärzten, auf Reisen im Flugzeug und in der Bahn, beim Warten auf den Aufzug oder während dessen Benutzung. |
| 8. Februar 2011 | Gestorben, und diesmal für immer
Fjodor Michailowitsch Dostojewski war nicht nur Schriftsteller. Ursprünglich hatte er Ingenieur gelernt. Sein Berufsethos sah er einmal darin, „bewusst ein Ziel anzustreben und sich auf diese Weise mit der Technik zu befassen – indem man neue Wege bahnt, wo immer sie auch hinführen mögen.“ Sein weiterer Weg führte ihn leider nicht zu beruflichem Erfolg, sondern vor ein Erschießungskommando. |
| 7. Februar 2011 | Die letzte Männerbastion Europas
Es ist nicht so, dass die Schweiz sich in ihrer Geschichte besonders frauenfeindlich gab. Bereits 1867 standen, etwa in Zürich, die Universitäten auch weiblichen Studierenden offen. Nur mit dem Wahlrecht ließen sich die Eidgenossen Zeit. Es wurde Frauen erst 1971 gewährt. Und das nur auf Bundesebene. Heute vor 40 Jahren durften ausschließlich Männer darüber abstimmen. Ein früherer Versuch, den Frauen an den Wahlurnen endlich das gleiche Recht einzuräumen, war 1959 bei einem Volksentscheid gescheitert. |
| 4. Februar 2011 | Wer folgt Elisabeth auf den Thron?
Den König oder die Königin abzusetzen ist in Großbritannien nahezu unmöglich. Deshalb muss sich Kronprinz Charles noch eine Weile gedulden, auch wenn er dieses Jahr sein 63. Lebensjahr vollendet. Eine Wechselmöglichkeit nicht auf dem Thron, aber in der Ausübung der Regierungsfunktion räumt das britische Recht allerdings ein. |
| 3. Februar 2011 | Der Tag, an dem die Musik doch nicht starb
Eine der längsten Singles, die je veröffentlicht wurden, ist American Pie. Das Stück ist so lang – über acht Minuten – dass es auf eine Vor- und Rückseite gepresst werden musste. Trotzdem wurde die Scheibe von Don McLean ein Hit. 1971 konnten Folksänger noch Platz 1 der amerikanischen Charts erreichen. |
| 2. Februar 2011 | So verbessern Sie Ihre kommunikative Kompetenz!
Kommunikative Kompetenz – ein zu großes Wort für die kleine Konversation? Zugegeben, allzu anspruchsvoll sollte es im Small Talk nicht zugehen. Doch ohne Gesprächsbereitschaft kommt keine Unterhaltung in Gang. |
| 1. Februar 2011 | Ein ostfriesischer Blödelstar, der nicht auf den Namen Otto hört …
… wurde heute vor 70 Jahren in Emden geboren. Der Sohn eines Lehrerehepaars hatte in einem protestantischen Elternhaus wohl so viel dröge Ernsthaftigkeit miterlebt, dass er sein Leben lang nur noch Unfug machen wollte. Das stimmt freilich nicht ganz. |
| 31. Januar 2011 | Ein Ex-Politiker wird vierzig
Wenn es jemand mit 30 Jahren in diesen Newsletter verschlägt, muss er Sportler sein, etwas Großartiges geleistet haben – oder Philipp Mißfelder heißen (siehe unsere Ausgabe vom 25. August 2009 „Herzlichen Glückwunsch, Philipp Mißfelder!“). Die Person, um die es heute geht, ist gerade 40 geworden. Im Gegensatz zu Philipp Mißfelder hat Matthias Berninger die politische Karriere bereits hinter sich. Und das ganz freiwillig! |
| 28. Januar 2011 | Deutscher, Pole und Europäer
Sein Name ist als Jan Heweliusz oder Johann Hewelke überliefert, je nachdem man seine Geburtsstadt Danzig Polen oder Deutschland zugehörig erklärt, was in der turbulenten Geschichte der beiden Völker nicht immer einfach war – auch nicht am 28. Januar vor 400 Jahren, als der große Astronom das Licht der Welt erblickte. Seine Schriften, die Licht in die Dunkelheit des Alls brachten, publizierte als Johannes Hevelius in lateinischer Sprache. Sich selbst bezeichnete der Wissenschaftler als Bürger des polnischen Weltreichs, das seinerzeit von der Ostsee bis an die türkische Grenze reichte. |
| 27. Januar 2011 | Ball contra Würfel: Wenn das Runde dem Eckigen folgt
„Der Ball ist rund“, lautet Fußball-Deutschlands bekannteste Weisheit. Sie wird dem früheren Nationaltrainer Sepp Herberger (siehe auch unseren Newsletter vom 28. März 2008 „Einfache Wahrheiten, die nicht mehr stimmen“) zugeschrieben. Der fragte einst auch, warum sich die Leute so gerne Fußball anschauen. Die Antwort lieferte er gleich mit: „Weil sie net wissen, wie's ausgeht!“ Solche scheinbar ehernen Wahrheiten bedürfen seit einiger Zeit der Überprüfung. |
| 26. Januar 2011 | Sind Sie kommunikativ?
Ob Sie einen gelungenen Small Talk führen, hängt nicht zuletzt von Ihrem Gesprächsverhalten ab. Beantworten Sie für sich ehrlich die folgenden sieben Fragen – und finden Sie heraus, ob Sie ein kommunikativer Typ sind. |
| 25. Januar 2011 | Vogelhochzeit mit Rabe und Elster
Bei der Vogelhochzeit denken Sie vielleicht an das bekannte Kinderlied. Darin spielen einheimische Singvögel die Hauptrolle: Die Drossel ist der Bräutigam, die Amsel die Braut. Auch ein Pfau darf als Exot mitwirken, und selbst ein Räuber wie der Sperber wird vom Fest nicht ausgeschlossen. Keine Aufnahme finden allerdings Rabe und Elster. Für die ist nur Platz bei der sorbischen Vogelhochzeit. Dort spielen das schwarzweiße und das rabenschwarze Federvieh sogar die Hauptrolle und vermählen sich. |
| 24. Januar 2011 | Verhinderter Arzt, berüchtigter Schnulzensänger
„Der jüdische Cowboy mit der anachronistischen Attitüde eines versprengten Presley-Jüngers aus den 50er Jahren schreibt in Erfolgsserie theatralische Schlager mit der Verschleißkonsequenz von Saisonhits“: Diese Kritik – sie entstammt dem von Siegfried Schmidt-Joos und Barry Graves herausgegebenen und im Rowohlt-Verlag erschienenen Rocklexikon – können Sie auf der nächsten Party zum Besten geben, sobald Musik von Neil Diamond gespielt wird. Das könnte gut sein, denn seine Hits wie Beautiful Noise, Song Sung Blue oder Let me take you in my arms again haben längst Evergreen-Status erreicht. |
| 21. Januar 2011 | Fast tödliche Vögel der Seele
„Ein jeder Engel ist schrecklich“, heißt es in dem Gedicht, das Rainer Maria Rilke heute vor 99 Jahren an Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe schickte. Es war die erste von zehn Elegien, die zu erstellen der Dichter ein volles Jahrzehnt benötigte. Erst am 22. Februar 1922 vollendete er die letzte. |
| 20. Januar 2011 | Überzeugende Gegensätze
„Meine Mitbürger, fragt nicht, was euer Land für euch tun kann. Fragt, was ihr für euer Land tun könnt.“ Diese beiden Sätze entstammen der Amtseinführungsrede des Präsidenten, der heute vor fünfzig Jahren das Ruder in den Vereinigten Staaten übernahm. |
| 19. Januar 2010 | Wie reden Sie übers Wetter?
Mit einem intellektuellen Gesprächspartner, das haben Sie in der Newsletter-Ausgabe vom 27. Oktober gelernt, bereden Sie das Small Talk-Thema Nummer eins in leicht abgewandelter Form: Sie diskutieren das Klima! Wie aber handhaben Sie es in der Konversation mit bodenständigeren Small Talk-Teilnehmern? |
| 18. Januar 2010 | Woher der Cocktail seinen Namen hat
Gestern konnten Sie in unserem Newsletter lesen, wer hinter dem Namen eines bestimmten Cocktails steckt. Heute erfahren Sie, woher der Cocktail ganz allgemein seinen Namen hat. Dessen Bezeichnung in der ursprünglichen Sprache scheint auf das Hinterteil eines geflügelten Haustiers zurückzugehen. |
| 17. Januar 2011 | Kein kalter Kakao
Kalter Kakao mit einem Schuss Rum und wahlweise einem Klecks Sahne obenauf – fertig ist der Longdrink namens Lumumba. Seinen Namen verdankt der Cocktail einem afrikanischen Politiker, der heute vor fünfzig Jahren starb. |
| 14. Januar 2011 | Glücklicher Märtyrer
Der Name Felix leitet sich aus dem gleichlautenden lateinischen Adjektiv ab, das ‚glücklich’ bedeutet. Natürlich gibt es auch einen Heiligen, der so heißt, und heute ist sein Namenstag. Felix von Nola lebte im dritten Jahrhundert in der Nähe von Neapel. Als Priester seines Heimatstädtchens war er Christenverfolgungen ausgesetzt und erlangte dadurch rasch den in der katholischen Kirche begehrten Märtyrerstatus. |
| 13. Januar 2011 | James Joyces wahre Heimat
James Joyces Roman Ulysses spielt im Dublin des Jahres 1904, genauer gesagt am 16. Juni jenes Jahres. An diesem Tag hatte der Schriftsteller in einem Pub der irischen Hauptstadt seine spätere Frau Nora Barnacle kennengelernt (siehe dazu unseren Newsletter vom 16. Juni 2009 „Nur im Film der Dummbauer“). Wenige Monate darauf war Joyce bereits in Triest – und blieb ein komplettes Jahrzehnt in der damals zu Österreich-Ungarn gehörenden Hafenstadt. Dort entstanden die Ideen zu seinen wichtigsten Werken. Nur die Schauplätze hat Joyce von seiner Wahlheimat in seine Heimatstadt transferiert. |
| 12. Januar 2011 | Reden Sie … übers Wetter!
„Alle reden vom Wetter“, meinte einmal Bayerns Urkomiker Karl Valentin, „aber keiner unternimmt was dagegen!“ Warum auch? Dann hätte man ja nichts mehr, über das man reden könnte. |
| 11. Januar 2011 | Frühstück in Wolfratshausen
Heute vor 9 Jahren rang sich Angela Merkel zu einer wegweisenden Entscheidung für ihren späteren Werdegang durch. Sie traf sich zum Frühstück mit CSU-Chef Edmund Stoiber in dessen Haus südlich von München. Was in Wolfratshausen besprochen wurde, deutete zunächst auf einen Knick in der Karriere der erfolgreichsten ostdeutschen Politikerin hin; verzichtete Angela Merkel doch entgegen früherer Ankündigungen auf eine Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl im Herbst 2002! |
| 10. Januar 2011 | Bulle, weiblich und aus Gold
Heute vor 655 Jahren tagte in Nürnberg ein wegweisender Reichstag. Unter dem Herrscher Karl IV. (siehe dazu auch unsere Newsletter vom 7. April 2008 „Die älteste deutsche Universität“ und 9. Juli 2007 „1-3-5-7-9-7-5-3-1“) legte die Goldene Bulle das Procedere für die Wahl eines deutschen Königs fest. Der Name des Gesetzes stammt ab vom lateinischen bulla für die Kapsel, in der Urkunden aufbewahrt wurden. Das Behältnis war bei besonders wichtigen Papieren aus Gold. |
| 7. Januar 2011 | Die erste Präsidentschaftswahl
Heute vor 222 Jahren wurde der erste Präsident der USA gewählt. Bereits 1789 erfolgte die Kür nicht direkt durchs Volk, sondern durch Wahlmänner. Nur zehn der damals dreizehn Vereinigten Staaten durften an der Wahl teilnehmen; North Carolina und Rhode Island hatten die Verfassung noch nicht ratifiziert, in New York mochte man sich nicht auf einen Wahlmodus einigen. |
| 6. Januar 2010 | Ein Buch, fast so häufig verkauft wie die Bibel
Der US-Schriftsteller Edgar Lawrence Doctorow (siehe unsere Ausgaben vom 8. April 2010, 6. April 2009, 16. März 2007) ist Lesern dieses Newsletters ein Begriff. Einem großen Publikum bekannt machte ihn sein Roman Ragtime, der 1974 erschien und sechs Jahre später von Miloš Forman verfilmt wurde. |
| 4. Januar 2011 | Der wahre James Bond
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wann James Bond geboren wurde? Angeblich hat ihn ja der englische Schriftsteller Ian Fleming 1952 erfunden. Doch der wirkliche James Bond ist älter, viel älter, sogar noch älter als Ian Fleming, der 1908 geboren wurde. |
| 3. Januar 2011 | Ein guter Vorsatz
„Ab Neujahr lichtet sich der Blick, die frohe Laune kehrt zurück, die uns verlassen im Versagen. Ich nehm' mir vor, nicht mehr zu klagen.“ So dichtete sich der amerikanischer Dirigent Leonard Bernstein ins neue Jahr. |
| 30. Dezember 2010 | Seltsame Silvesterbräuche
Morgen um Mitternacht ist das Jahr 2010 Geschichte. Ich weiß nicht, wie Sie die letzte Nacht verbringen – hoffentlich mit einer fröhlichen Feier! Ganz gleich, ob Sie eine Einladung bekommen haben oder nicht, möchte ich Ihnen einige Anregungen geben, was Sie tun oder lassen können. |
| 29. Dezember 2010 | Gesprächsstoff für die Silvesterparty
Sind Sie dieses Jahr auf eine „Sylvesterparty“ eingeladen? Dann hätten Sie schon mal das erste Thema für Ihren Smalltalk: Der 31. Dezember als letztes Kalenderdatum geht zurück auf Papst Silvester I. Daher lautet die Bezeichnung für das Datum und die entsprechende Feier korrekt: Silvesterparty. |
| 28. Dezember 2010 | Letzte Worte zum Jahreswechsel
„Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen: Es muss anders werden, wenn es gut werden soll.“ |
| 27. Dezember 2010 | Worüber schreiben zwischen den Jahren?
Die letzte Dezemberwoche dient der Vorbereitung auf Neujahr, weshalb man die Tage zwischen dem Zweiten Weihnachtstag und Silvester in Ermangelung besserer Namen „Die Zeit zwischen den Jahren“ nennt. |
| 23. Dezember 2010 | Vielleicht noch eine Idee für ein Weihnachtsgeschenk?
„Glück ist das Einzige, das wir schenken können, ohne es zu besitzen“: Der Inhalt dieses Zitats unbekannter Herkunft ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Vermutlich wissen Sie jedoch selbst nach dessen Lektüre immer noch nicht, was Sie denn jetzt anlässlich der Festtage Ihren Lieben vermachen sollen. |
| 22. Dezember 2010 | Smalltalk mit Weihnachtsmuffeln – und Weihnachtsromantikern
Nicht jedem Zeitgenossen ist Weihnachten ein willkommenes Thema. Was tun Sie, wenn Sie es mit einem ausgesprochenen Weihnachtsmuffel zu tun haben? Erzählen Sie ihm im Smalltalk über die wenig weihnachtlichen Weihnachtsfeiern in einem unserer Nachbarländer: |
| 21. Dezember 2010 | Wenn Satire der Resignation weicht
„Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.“ Der für seine scharfe Satire gefürchtete Urheber dieses Zitats starb heute vor 75 Jahren. |
| 20. Dezember 2010 | Arbeitskräfte wurden gerufen, Menschen kamen
„Es wurden Arbeitskräfte gerufen“, stellte der Schweizer Schriftsteller Max Frisch fest, „und es kamen Menschen“. Die ersten trafen aus Italien ein, wurden in Deutschland Gastarbeiter genannt und reisten auf Basis eines heute vor 55 Jahren geschlossenen Anwerbeabkommens zwischen beiden Ländern in die Bundesrepublik ein. |
| 17. Dezember 2010 | Mehr als Bundeshaus und Haribo
Gefragt, woher er denn stamme, pflegte der Bonner der Nennung seines Wiegenorts einen Zusatz anzuhängen: aus der Bundeshauptstadt. Als die kapitalen Zeiten mit dem Regierungswechsel nach Berlin passé waren, verfiel der improvisierfreudige Rheinländer rasch auf eine andere Lösung: Er ersetzte das politische durch ein Attribut, welches er der Wirtschaft, genauer gesagt: der Genussmittelindustrie entlehnte: „Ich komme aus Bonn, der Heimat der Haribo-Gummibärchen.“ |
| 16. Dezember 2010 | Dann war endlich Ruhe
Was macht ein für seine Mischung aus Betulichkeit und Ehrgeiz berüchtigter Fernsehsender, wenn die Konkurrenz mit einem überragenden Produkt die Jugend an der Mattscheibe kleben lässt wie Leim die Fliegen? Dem tantenhaften ZDF saß der Erfolgsstachel des seit 1965 von der ARD ausgestrahlten Beat-Clubs (siehe unseren Newsletter vom 14. Januar 2009 „Als Eltern noch um Verständnis gebeten wurden“) tief im Fleisch. |
| 15. Dezember 2010 | Die passenden Themen für den vorweihnachtlichen Small Talk
Advent und Weihnachten eignen sich naturgemäß als Themen für den Dezember-Smalltalk – und alles, was damit zusammenhängt: Adventskranz und Adventskalender, Weihnachtskarten und Weihnachtslieder, Weihnachtsmärkte und Weihnachtsmänner. |
| 14. Dezember 2010 | Erik Brahe oder Johannes Kepler?
Erinnern Sie sich noch an unseren Newsletter vom 1. April 2009 „Warum musste Tycho Brahe sterben?“? Es ging um die Ursache des Todes von Tycho Brahe, dem aus Dänemark stammenden Astronomen, der am Hofe Kaiser Rudolfs II. in Prag wirkte. Damals schrieben wir, Brahe sei einem Giftmord zum Opfer gefallen. Sollten Sie unserem Bericht keinen Glauben geschenkt haben, kann ich Ihnen dies angesichts des Erscheinungsdatums der damaligen Ausgabe nicht verübeln. Doch berechtigt war diese Skepsis nicht! |
| 13. Dezember 2010 | Schwaben in Berlin können aufatmen
Über das schwedische Lucia-Fest haben wir in unserem Newsletter bereits berichtet (siehe unsere Ausgabe vom 13. Dezember 2007 „Ein schöner Brauch aus Schweden“). „Gut möglich, dass der Brauch bald auch bei uns Einzug hält“, spekulierten wir zum Abschluss des Beitrags. Inzwischen hat sich diese Prophezeiung bereits erfüllt und das Luciafest die südskandinavischen Bundesländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern erreicht. Und es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis der alte Ritus aus Schweden sich auch in Deutschlands Hauptstadt breitmacht. |
| 10. Dezember 2010 | Wer heute nicht nach Oslo reist
Die Verkündung der Nobelpreise erzielt normalerweise mehr Aufmerksamkeit als ihre Vergabe. Das könnte heute anders werden, wenn die begehrte Auszeichnung in der Sparte Frieden an Liu Xiaobo geht. Leider kann der chinesische Dissident sich den Preis nicht abholen, da er selber abgeholt wurde: vor 2 Jahren von chinesischen Sicherheitskräften. Seitdem ist Liu Xiaobo in Polizeigewahrsam. Noch nicht einmal seine Ehefrau wird ihn in Oslo vertreten können, da Liu Xia inzwischen unter verschärfter Bewachung steht und keinen Schritt ohne amtliche Genehmigung tun darf. |
| 9. Dezember 2010 | Wenn sich eine Gewerkschaft zur Partei entwickelt
Ein Land, das von der Arbeiterpartei regiert wird, braucht keine unabhängige Gewerkschaft. Dachten zumindest die in Polen herrschenden Kommunisten und begannen die nach einem Streik auf der Danziger Leninwerft 1980 ins Leben gerufene Solidarnosc zu schikanieren. Bis dahin hatte die oppositionelle Gewerkschaft fast 10 Millionen Anhänger um sich geschart. Anders ausgedrückt: Jeder dritte polnische Erwachsene war der Solidarnosc irgendwie verbunden. |
| 8. Dezember 2010 | Fettnäpfchen, die auf Weihnachtsfeiern lauern
Der Dezember ist nicht nur der Monat des Weihnachtsfests, sondern auch die große Zeit der betrieblichen Weihnachtsfeiern. Um zu verhindern, dass die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung zum Fiasko wird und hinterher Ihnen und Ihrer Familie das Fest vermiest, nehmen Sie sich folgende Ratschläge zu Herzen: |
| 7. Dezember 2010 | Der Tag der Imker und Lebkuchenbäcker
Wenn gleich mehrere Bienen in den Mund eines Kindes eindringen, ist dessen Tod beschlossene Sache. Das Anschwellen der Schleimhäute schon nach wenigen Stichen würde selbst ein Erwachsener kaum überleben. Anders im Fall eines kleinen Jungen aus der Moselmetropole Trier: Die Bienen, die sich in dessen Innenraum niederließen, taten es, um den hungernden Bub mit Honig zu versorgen. Mit dem Kind muss etwas nicht stimmen, dachten daraufhin die Verwandten und führten ihn einem Geistlichen vor. |
| 6. Dezember 2010 | Heute kommt der Zwarte Piet
Im Rheinland heißt er Hans Muff, im übrigen Deutschland Knecht Ruprecht, in Österreich Krampus und in der Schweiz Schmutzli. Die Rede ist von einem wortkargen, meist schwarzen Mann, der an Tagen wie heute dem Nikolaus zur Hand geht. In unseren westlichen Nachbarländern ist der Zwarte Piet fürs Grobe zuständig: Er muss durch die Schornsteine kriechen und den Kindern Süßigkeiten in die zuvor sauber geputzten Stiefel legen. |
| 3. Dezember 2010 | Kleine Insel, große Marke
Das Eiland, das die Briten heute vor 200 Jahren den Franzosen entrissen, befindet sich 1700 Kilometer östlich von Afrika im Indischen Ozean. Mit gerade einmal 2000 km² ist es kleiner als das Saarland und hat rund 1,3 Millionen Einwohner. Diese sprechen eine kreolische Version des Französischen, Amtssprache ist jedoch Englisch. |
| 2. Dezember 2010 | Im Wald der Metropolen
„Dem Wandelnden“, widmete der österreichische Schriftsteller Ludwig Hartinger einem Kollegen zum Wiegenfest, „wächst Blatt um Blatt, Unruhe um Unruhe.“ Der Kollege, das ist Karl-Markus Gauß, treuen Lesern dieses Newsletters ein Begriff (siehe unsere Ausgaben vom 29. Juni 2009 „Assyrer, Zimbern und Karaimen“ und vom 12. Dezember 2007 „Wo Sie heute zwei alte Bekannte treffen können“). |
| 1. Dezember 2010 | Wie bremsen Sie andere Lästermäuler?
Jeder, der einen anderen schlechter macht, wird es dadurch selbst, erkannte bereits der antike römische Philosoph Seneca. Doch wenn Sie selbst sich im Small Talk mit Tratschereien zurückhalten, heißt das noch lange nicht, dass andere dies auch tun. |
| 30. November 2010 | Die Tapete oder ich
Ziel des Small Talks ist es, alles zu berühren und nichts zu vertiefen. Heute wollen wir uns im Small Talk-Newsletter dem Klopfer dieses Spruchs annähern: Oscar Wilde heißt oder besser gesagt hieß er, denn er starb am 30. November 1900 in Paris. Der im irischen Dublin geborene Schriftsteller wurde nur 46 Jahre alt. |
| 29. November 2010 | Ein Staat, der nicht mehr ist
Jugoslawien (siehe auch unseren Newsletter vom 8. Oktober 2010 „Ein Ende, unumkehrbar, aber nicht unvermeidlich“) existierte nicht lange und machte in seiner kurzen Geschichte viele Veränderungen durch. Die erfolgreichste ereignete sich heute vor 65 Jahren: Da wurde die Demokratische Föderation Jugoslawien gegründet. An ihrer Spitze stand Josip Broz, besser bekannt unter seinem Partisanennamen Tito, den er im Kampf gegen die deutschen Besatzer im Zweiten Weltkrieg erworben hatte. |
| 26. November 2010 | Weniger fromme Adventsgedichte
Adventsgedichte gibt es viele, und sie werden ab Sonntag wieder fleißig zitiert. Dann wird die erste von vier Kerzen auf dem Adventskranz entzündet und dazu ein mehr oder weniger frommer Spruch aufgesagt. |
| 25. November 2010 | Als Portugal für den Westen gerettet wurde
Wohin steuert Portugal? Diese Frage wurde heute vor 35 Jahren beantwortet. Die Weichen für die Zukunft hatte am 25. April 1974 ein Militärputsch gestellt. |
| 24. November 2010 | Bitte nicht lästern!
Lästern ist beliebt: In zwei von drei Gesprächen werden einer Untersuchung britischer Sozialwissenschaftler vom Social Issues Research Centre in Oxford Gerüchte verbreitet. Der fröhliche Klatsch hebt die Stimmung aller Beteiligten – solange niemand selbst im Mittelpunkt des Geredes steht. |
| 23. November 2010 | Von der Revolution enttäuscht
Heute vor 250 Jahren wurde der Mann geboren, der die Französische Revolution zu retten versuchte: François-Noël Babeuf war ein arbeitslos gewordener Landvermesser, den es wie viele seiner Landsleute nach dem Sturm auf die Bastille mit großen Hoffnungen nach Paris verschlagen hatte. |
| 22. November 2010 | Deutsch-französisches Zweckbündnis
Die Zehn Gebote Gottes sind deshalb so verständlich, weil sie ohne Mitwirkung einer Expertenkommission zustande gekommen sind: Dieser Meinung war Charles de Gaulle, heute vor 120 Jahren im nordfranzösischen Lille geboren und von 1959 an ein volles Jahrzehnt Staatspräsident unseres westlichen Nachbarlandes. |
| 19. November 2010 | Nicht rechtzeitig verschenkt
Ein reicher Mann lag einst im Sterben. Sein ganzes Leben hatte sich nur um Geld gedreht, und als es nun mit ihm zu Ende ging, dachte er, dass es nicht schlecht wäre, auch im Jenseits immer ein paar Rubel zur Hand zu haben. Darum bat er seine Söhne, ihm einen Beutel voll Rubel in den Sarg zu legen. Die Kinder erfüllten ihm diesen Wunsch. |
| 18. November 2010 | Der päpstliche Bannstrahl
Wenn zwei Könige sich streiten, freut sich ein Dritter: der Papst. So war das jedenfalls beim hoheitlichen Streit zwischen Staufern und Welsern im Hochmittelalter. Seit 1198 hatten die Deutschen zwei Könige: Philipp von Schwaben aus dem Haus der Staufer und Otto IV. von der Konkurrenz der Welser. Während die deutschen Fürsten Philip bevorzugten, entschied sich Papst Innozenz III., den Welser zu unterstützen. |
| 17. November 2010 | Der Small Talk und die Langeweile
„Wer sich allein langweilt“, stellte der britische Schauspieler und Gandhi-Darsteller Ben Kingsley einmal fest, „ist auch zu zweit nicht sehr unterhaltend.“ Warum aber gehen Personen, die Partys anöden, in schöner Regelmäßigkeit auf solche Veranstaltungen? Zum einen, weil es zu Hause vermutlich noch öder wäre. Zum anderen wollen sie in ihrer Haltung bestätigt werden, dass sie mal wieder nichts verpasst haben. |
| 16. November 2010 | Mannheimer Königsmord
„Man kann nicht die Gesundung der Partei einleiten durch Fortsetzung der Krankheit namens Geschwätzigkeit“, sagte Rudolf Scharping. In einem früheren Leben, ältere Leser werden sich vielleicht noch erinnern, betätigte sich der Präsident des Bundes deutscher Radfahrer als Politiker. Das machte er gar nicht so schlecht. 1994 forderte Scharping bei einer Bundestagswahl Helmut Kohl heraus – und scheiterte nur knapp. Ein Jahr später stand wieder eine Wahl an: die zum Vorsitzenden der SPD. |
| 15. November 2010 | Der Papst in Luthers Land
127 Staaten besuchte Papst Johannes Paul II. in seiner 26-jährigen Amtszeit. Bei so viel Reisefreude nimmt es sich nicht überraschend aus, dass auch das eine oder andere heidnische Territorium dabei war. Die Bundesrepublik Deutschland so zu bezeichnen mag zwar etwas anmaßend klingen, doch fühlte sich der Spiegel beim Besuch des Pontifex heute vor 30 Jahren zu titeln bemüßigt: „Der Papst in Luthers Land“. |
| 12. November 2010 | Soldaten des Friedens
Vom Soldaten Christi (siehe unseren gestrigen Newsletter) zu den Soldaten des Friedens: Ein Jahrzehnt nach Beendigung des verschuldeten Weltkriegs fand es die junge Bundesrepublik Deutschland, vor allem in Person ihres damaligen Kanzlers, wieder an der Zeit, eine Armee zu haben. |
| 11. November 2010 | Soldat Christi
Wenn sich ein hilfsbereiter Mensch beim Militär verdingt, hat er etwas falsch gemacht. Zur Ehrenrettung des Martin von Tours muss allerdings gesagt werden, dass es im vierten Jahrhundert noch keinen Zivildienst gab. Außerdem spielte wohl die Familientradition eine Rolle bei der Berufswahl: Bereits der Vater war Offizier in der römischen Armee. |
| 10. November 2010 | Wann dürfen Sie Besserwisser verbessern?
Besserwisser sollte man in ihrem Zustand belassen, auch und gerade beim Small Talk. Was aber tun Sie, falls ein Besserwisser seinem eigenen Anspruch nicht gerecht wird und einen schlimmen Bock schießt? Am besten, Sie helfen ihm bei einem solchen Lapsus diskret aus der Patsche. Verkneifen Sie sich Belehrungen und spitze Bemerkungen, da diese das Ego Ihres Gegenübers verletzen. |
| 9. November 2010 | Typisches Frauenschicksal
Berühmt ist sie – typisches Frauenschicksal – bis heute wegen einer Filmszene, in deren Verlauf sie nackt badete und anschließend ebenso unbekleidet durch einen Wald und übers Feld lief. Ekstase war der Titel des Streifens, der 1933 in Prag seine Uraufführung erlebte und später auch, stark zensiert, in deutsche Kinos kam. |
| 8. November 2010 | Kein besonnener, dennoch ein großer Politiker
Er wird immer noch von Vielen als größter Präsident der Vereinigten Staaten bezeichnet, obwohl seine Amtszeit keine drei Jahre währte. Heute vor fünfzig Jahren wählten die Amerikaner John F. Kennedy mit knapper Mehrheit vor seinem republikanischen Gegenkandidaten Richard Nixon ins Weiße Haus. |
| 5. November 2010 | Das größte Passagierflugzeug der Welt
Heute vor 80 Jahren startete das damals größte Passagierflugzeug der Welt zum ersten Flug ins Ausland. Ziel war Amsterdam. Nicht dass die Maschine startete, sondern der Ort, von wo aus sie sich in Bewegung setzte, war die eigentliche Sensation: Der seltsame Vogel hob direkt vom Bodensee ab. Das war günstig, denn dort befanden sich auch die Dornier-Werke, die jene Do X entworfen und gebaut hatten. |
| 4. November 2010 | Eine Wahl, die bereits ein Jahr zuvor entschieden war
Wer der 40. Präsident der Vereinigten Staaten werden würde, war bereits ein Jahr vor der Wahl entschieden: Am 4. November 1979 stürmten Demonstranten die US-Botschaft in Teheran und nahmen 53 Amerikaner als Geiseln. Die Krise vermochte der damalige Präsident Jimmy Carter während seiner Amtszeit nicht mehr zu lösen. Zwar ordnete er eine waghalsige Befreiungsaktion an, die jedoch scheitere, als zwei Hubschrauber kurz vor der Landung auf iranischem Gebiet in der Luft zusammenstießen und die Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. |
| 3. November 2010 | Small-Talk mit Besserwissern
Intellektuelle entpuppen sich beim Small Talk – das haben Sie in den letzten Ausgabe erfahren – als überraschend umgänglich: Sie wollen die Messlatte an die ungezwungene Konversation nicht allzu hoch hängen. Etwas anders verhält es sich mit Besserwissern. Diese Spezies Small Talk-Partner ist zu recht gefürchtet. Wie reagieren Sie, wenn Sie es im Gespräch mit einem ausgesprochenen oberlehrerhaften Gegenüber zu tun haben? |
| 2. November 2010 | Die Kunst und das Geld
George Bernard Shaw starb heute vor 60 Jahren. Als der große irische Dramatiker und Nobelpreisträger von der Bühne dieser Welt abtrat, werden einige Menschen aufgeatmet haben. Beispielsweise ein junger Autor, der Shaw um die Beurteilung eines Manuskripts gebeten hatte. Die Antwort des Meisters fiel sehr kurz aus: „Ihr Buch hat nur einen Fehler: Die Deckel sind zu weit auseinander.“ Kaum länger geriet die Rezension, die der Kunstkritiker Shaw dem Debütkonzert Londoner Ärzte folgen ließ, die in der Themsemetropole einen Musikverein gegründet hatten. Am nächsten Tag war im Feuilleton über die musikalischen Weißkittel zu lesen: „Man sollte sie an ihre Schweigepflicht erinnern.“ |
| 29. Oktober 2010 | Noch kein Brauch bei uns
Am verlängerten Wochenende (Montag erscheint unser Newsletter nicht!) stehen gleich zwei Feiertage an: das Reformationsfest und Allerheiligen. Beide haben inzwischen wenn schon noch keine Konkurrenz, dann zumindest Gesellschaft von einem weltlichen Brauch bekommen: Halloween. Der Bonner Volkskundler Gunther Hirschfelder (siehe auch unseren Newsletter vom 12. August 2010„Die Angst vor Freitag dem 13.“) führt die Popularität des aus Nordamerika herübergeschwappten Brauchs auf das kulturelle Vakuum zurück, das durch den Bedeutungsverlust vieler Traditionen und religiöser Bräuche entstanden sei. „Der Mensch als soziales Wesen sehnt sich nach Traditionen, die sein Leben strukturieren.“ |
| 28. Oktober 2010 | Ein Nein, das heute noch gefeiert wird
Benito Mussolini, der faschistische Machthaber Italiens, wollte sein Land wieder zu alter Größe führen. Vorbild waren ihm die antiken Römer: Wie diese wollte er den gesamten Mittelmeerraum von der Ewigen Stadt aus regiert wissen. Ein erster Schritt auf diesem Weg war Albanien, das der Duce mit seiner Armee rasch eroberte. Als nächstes Opfer sollte Griechenland folgen. |
| 27. Oktober 2010 | Dürfen Sie mit einem Intellektuellen über das Wetter reden?
Wie behandeln Sie mit einem tiefsinnigen Gesprächspartner das Small Talk-Thema Nummer eins? Gespräche über das Wetter passen unter jede intellektuelle Messlatte. Das heißt aber nicht, dass Sie dem Wetter-Thema aus dem Weg gehen müssen – auch nicht in der gehobenen Konversation. |
| 26. Oktober 2010 | Falsche Währung zur falschen Zeit
82 US-Cent für einen Euro wurden am 26. Oktober 2000 gezahlt. Damit befand sich die europäische gegenüber der amerikanischen Leitwährung auf einem historischen Tiefstand. Einmal angenommen, Sie hätten sich damals – die Blase der New Economy war gerade geplatzt und Aktien auf allen Weltmärkten billig zu haben – mit günstigen amerikanischen Wertpapieren auf dem New Yorker Aktienmarkt eingedeckt. Nach Meinung vieler Experten hätten Sie nur einige Jahre zu warten brauchen, bis sich die Kurse erholt und Sie Ihre Aktien mit deutlichem Gewinn wieder veräußert hätten. |
| 25. Oktober 2010 | Mein Bruder Borat
Der Staat existiert seit zwei Jahrzehnten und ist flächenmäßig der neuntgrößte der Erde. Doch wenn der Name Kasachstan fällt, denken die meisten an einen Film. Cultural Learnings Of America For Make Benefit Glorious Nation Of Kazakhstan kam vor 4 Jahren in die Kinos und brachte seinem Regisseur und Hauptdarsteller Sacha Baron Cohen Weltruhm (siehe auch unseren Newsletter vom 10. November 2006 „Kennen Sie Kasachstan?“). Und der angeblichen Heimat des Filmhelden Borat ein Schmuddelimage, das sich seitdem nie so recht abschütteln ließ. Dabei wurde der Streifen in Rumänien gedreht! |
| 22. Oktober 2010 | Warum am Sonntag viele Bibliotheken geöffnet sind
Schocke Deine Eltern: Lese ein Buch! Nicht nur die Jüngeren unter den geneigten Lesern bekommen am Sonntag willkommene Hilfe bei einem solch wagemutigen Vorhaben. |
| 21. Oktober 2010 | Wie die 11 nach Köln kam
Die 11 ist die magische Zahl der Kölner. Das wichtigste Datum der Stadt, wie wohl auch im gesamten Rheinland, ist der 11. 11.: An diesem Tag beginnt der Karneval. Aber warum war es gerade die 11, die in der Rheinmetropole (damit ist nicht Düsseldorf gemeint!) eine solche Bedeutung erlangte? |
| 20. Oktober 2010 | So gelingt Ihnen die gehobene Konversation
Nicht nur auf den Gesprächsinhalt, auch auf den Konversationsstil kommt es an. Gewiss wird Ihr Gegenüber im Small Talk auf Ihre Sprache achten. Die sollte weder zu hochgestochen noch zu flapsig sein. Befolgen Sie diese Hinweise: |
| 19. Oktober 2010 | Zu alt für Actionfilme
Entgegen unserer gestrigen Ankündigung werden wir heute doch keinen Norweger beleidigen. Stattdessen wollen wir einen Belgier loben. „In meinen Filmen und durch meinen Kampfsport möchte ich Menschen dazu bewegen, hindernde Fesseln abzustreifen und ihre Träume zu verwirklichen: Für den, der an sich glaubt, ist alles möglich.“ Diese Zeilen stammen von Jean-Claude Van Damme. Der belgische Actiondarsteller hat sie ganz oben auf seine Website (http://www.musclesfrombrussels.be) gestellt. |
| 18. Oktober 2010 | Wie Hund und Katze
Der Schwede und der Wolf: eine Beziehung, die in diesem Jahrhundert wohl nicht mehr zu kitten ist. In unserem Newsletter vom 24. September 2007 wurde bereits darüber berichtet, wie die wilden Räuber zunächst einer Schafmörderlegende und in deren Folge einer neu entflammten Jagdleidenschaft zum Opfer fielen. Letztere hat nun neue Nahrung erhalten: Die Regierung in Stockholm hat Wölfe ganz offiziell zum Abschuss freigegeben. |
| 15. Oktober 2010 | Leider nur ein halber Feiertag
Der 16. Oktober ist in den USA ein halber Feiertag. Frei haben die Angestellten allerdings nicht, denn sie sollen denjenigen ehren, der ihnen Arbeit gibt: ihren Chef. Auf die Idee des Boss Day kam die Sekretärin Patricia Haroski bereits 1958, als Datum wählte sie den Geburtstag ihres Vaters. |
| 14. Oktober 2010 | Ein Schuh, härter als ein Hammer
Heute vor fünfzig Jahren endete die 902. Plenarsitzung der Vollversammlung der Vereinten Nationen. Was sich so unscheinbar anhört, mündete in eine denkwürdige Veranstaltung, die dem hohen Haus in New York endlich die Schlagzeilen brachte, die es sich schon immer gewünscht hatte. |
| 13. Oktober 2010 | Ist Ihr Small Talk zu seicht?
Viele Deutsche tun sich beim Small Talk schwerer als beispielsweise Briten oder Amerikaner. Hierzulande herrscht die Angst vor, das, was gesagt wird, sei zu flach. Und man fürchtet sich vor Floskeln. Machen Sie es sich selbst nicht zu kompliziert! Ein Small Talk ist ein informelles Gespräch, das auch die Gesprächspartner entsprechend locker angehen sollten. Selbst ein intellektueller Typ möchte nicht, dass der Small Talk in einen wissenschaftlichen Diskurs ausartet. |
| 12. Oktober 2010 | Eine Entdeckung des Kolumbus?
Am 12. Oktober 1492 landete Christoph Kolumbus auf einer kleinen Bahamasinsel, welche die Einheimischen Guanahaní nannten. Doch was wollte der Genueser Kapitän in spanischen Diensten dort? |
| 11. Oktober 2010 | Krieg am Kap
Eine durchgehende Eisenbahnverbindung von Kapstadt bis Kairo: Das war der Traum der britischen Kolonialherren, die sich am Süd- und am Nordende wie auch an vielen Teilen der Ostküste des afrikanischen Kontinents eingenistet hatten. Im Weg standen ihnen die Burenrepubliken Oranjefreistaat und Transvaal. |
| 8. Oktober 2010 | Ein Ende, unumkehrbar, aber nicht unvermeidlich
Manche Staaten gibt's nicht mehr. Über einen haben wir in unserem Newsletter vom 28. Oktober 2008 („Ein Staat, der nicht lange existierte“)berichtet. Nur wenig länger als die Tschechoslowakei existierte Jugoslawien, allerdings mit einer wesentlich dramatischeren Historie. Das unabhängige Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen erlebte seine Taufe unmittelbar nach Ende des Ersten Weltkriegs. Daraus wurde durch einen Staatsstreich des serbischstämmigen Monarchen Alexander Karadjordjević 1929 das Königreich Jugoslawien. |
| 7. Oktober 2010 | Die Zeitung von gestern vor 65 Jahren
Nichts ist so uninteressant wie die Zeitung von gestern: Dieser Spruch besaß auch schon vor 65 Jahren seine Gültigkeit. Da war die Erstausgabe der Süddeutschen Zeitung bereits einen Tag alt. 20 Pfennig kostete sie damals, war noch nicht deutschlandweit verbreitet und nannte sich im Untertitel „Münchner Nachrichten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport“. |
| 6. Oktober 2010 | Keine Angst vor Pausen im Small Talk!
Einmal kam ein berüchtigter Schwätzer zu Sokrates und wünschte, von ihm unterrichtet zu werden. Der Meister willigte ein – gegen doppeltes Honorar. „Aber warum?“ kam der Einwand. „Weil ich dir sowohl die Kunst des Sprechens als auch die des Schweigens beibringen muss!“ Machen Sie sich daher für Ihren Small Talk eines klar: Reden ist nur die eine Hälfte der Kommunikation, Schweigen – verbunden mit Zuhören – die andere. |
| 5. Oktober 2010 | Buchmesse und Literatur-Nobelpreis
Das Gastland der Frankfurter Buchmesse 2010, die morgen beginnt, heißt Argentinien. Ab morgen wissen wir auch, wer den diesjährigen Literatur-Nobelpreis bekommt. Nach Mexiko 1992 und Brasilien 1994 ist Argentinien erst das dritte lateinamerikanische Land, dem die Anerkennung des Buchmesse-Ehrengasts zuteil wird – und das bei der großen Zahl an bedeutende Schriftstellern, die Mittel- und Südamerika hervorgebracht haben. |
| 4. Oktober 2010 | Ein Land, das es vielleicht bald nicht mehr gibt
Heute vor 180 Jahren erklärte sich Belgien unabhängig von den Niederlanden. Was folgte, war lange Zeit eine Erfolgsgeschichte. So dauerte es kein halbes Jahrzehnt, bis das kleine Land stolz die erste Eisenbahn auf dem europäischen Kontinent präsentieren durfte. Noch immer verfügt es neben der Schweiz über das dichteste Schienennetz der Welt (siehe auch unseren Newsletter vom 5. Mai 2010 „Nie wieder Pferdetransport!“). Selbstverständlich gehörte Belgien auch zu den sechs Gründungsmitgliedern der heutigen EU und machte sich um die europäische Einigung sehr verdient. |
| 1. Oktober 2010 | Ampelmännchen und grüner Pfeil
Übermorgen ist ein ganz besonderes Datum: Am Sonntag, dem 3. Oktober, jährt sich der Tag der deutschen Einheit zum 20. Mal. Die öffentliche Zeremonie findet traditionell in der Hauptstadt desjenigen Bundeslandes statt, das gerade den Vorsitz im Bundesrat einnimmt. |
| 30. September 2010 | Ein nicht sehr anerkanntes Gewerbe
Heute ist der Namenstag des Hieronymus, des Schutzpatrons der Übersetzer. Den benötigen Angehörige dieses Berufs in der Tat. Übersetzen ist mehr als Wort-für-Wort-Übertragen, wie schon im 18. Jahrhundert der Göttinger Professor Georg Christoph Lichtenberg erkannte: „Ist es nicht sonderbar, dass eine wörtliche Übersetzung fast immer eine schlechte ist? Und doch lässt sich alles gut übersetzen. Man sieht hieraus, wie viel es sagen will, eine Sprache ganz verstehen; es heißt, das Volk ganz kennen, das sie spricht.“ |
| 29. September 2010 | Small Talk mit einem Schweiger
„Es gibt nicht Schöneres“, sagte der Wiener Kabarettist und Schauspieler Helmut Qualtinger, „als dem Schweigen eines Dummkopfes zu lauschen.“ Als Künstler durfte er sich eine solche Meinung erlauben – beim Small Talk hätte er keine Chance gehabt. Bei der lockeren Konversation haben Sie nur dann Erfolg, wenn Sie auch mit schwierigen Gesprächspartnern umgehen können. Dazu zählt die Kunst, einen Schweiger aus der Reserve zu locken. |
| 28. September 2010 | Eine Abstimmung, die so nicht geplant war
Die ersten Münzen waren schon gedruckt: Die Stücke zu 1 und 2 Euro trugen das Konterfei von Königin Margarethe, das Kleingeld gab sich mit dem obersten Körperteil Ihrer Majestät zufrieden: der Dänenkrone. Doch zur Einführung sollte es nicht kommen. In einer Volksabstimmung heute vor 10 Jahren sprach sich eine Mehrheit von satten 53 % gegen die Einführung des Euro in Dänemark aus. Es steht auch schon fest, dass die Dänen nicht die nächste Nation sind, die den Beitritt zur Eurozone vollziehen. |
| 27. September 2010 | Geglückte Flucht, traurige Ankunft
Am 25. September 1940 klopft es an der Tür des Zimmers von Lisa Fittko. Die damals 30-jährige Jüdin ist aus Berlin vor den Nazis geflohen: Zuerst nach Prag, nach der Besetzung der Tschechoslowakei über Umwege nach Frankreich. Als auch dort die Deutschen einmarschieren, setzt sie sich in den noch freien Süden des Landes ab. Sie lässt sich in Banyuls nieder, einem Nest am Fuß der Pyrenäen. Dort will sie sich nützlich machen. Sie hilft den vielen Flüchtlingen aus Deutschland über die Berge nach Spanien. |
| 24. September 2010 | Riecht gut, schmeckt gut und macht satt
„Der Geruch von Brot ist der Duft aller Düfte. Es ist der Urduft unseres irdischen Lebens, der Duft der Harmonie, des Friedens und der Heimat“, schrieb der Prager Dichter Jaroslav Seifert, der 1984 den Literatur-Nobelpreis gewann. Es bedarf schon einer gesicherten bürgerlichen Existenz mit viel Zeit und Muße, um den Geruch des Brotes so wahrnehmen und beschreiben zu können. Ein proletarischerer Zeitgenosse hätte längst hineingebissen. |
| 23. September 2010 | Die melancholische Jahreszeit
Wie heißt die Jahreszeit, in der die Tage kürzer und die Bremswege länger werden? Richtig, und falls Sie es nicht erraten haben, hilft ein Blick in den Newsletter vom 22. September 2006 „Morgen ist Herbstanfang“. |
| 22. September 2010 | Small Talk mit Hindernissen
Ein Freund von mir machte einmal Urlaub auf einer Nordseeinsel. Auf der Suche nach einem Lebensmittelladen wandte er sich an einen Einheimischen. |
| 21. September 2010 | Eristischer Fahrstil
Eris ist das griechische Wort für Streit. Die Eristik steht im Gegensatz zur Logik, der Lehre vom schlüssigen und folgerichtigen Argumentieren. „Eristische Dialektik“, so ihr Erfinder, „ist die Kunst zu disputiren, und zwar so zu disputiren, daß man Recht behält“. |
| 20. September 2010 | Die Tyrannen von heute und morgen
„Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer.“ Das ist doch ein ganz alter Spruch!, werden Sie jetzt womöglich einwenden. Da haben Sie freilich Recht: Er stammt aus dem fünften vorchristlichen Jahrhundert. Losgelassen hat ihn ein gewisser Sokrates, damals ein nicht ganz unbedeutender Philosoph. |
| 17. September 2010 | Die erste freie Gewerkschaft im Ostblock
Braucht ein Arbeiter- und Bauernstaat, der seinem Volk Vollbeschäftigung, kostenloses Gesundheitswesen, vernünftige Löhne und niedrige Preise garantiert, eine freie und unabhängige Gewerkschaft? Das kommt auf die Qualität der Arbeit, den Zustand des Gesundheitswesens und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage in den Läden an. |
| 16. September 2010 | Meister Hakoah
Was macht ein Redakteur, wenn er den 100. Geburtstag eines großen Ereignisses verpasst hat? Er feiert dessen 101. Geburtstag. Und das Ereignis hat es wahrhaft verdient: Am 16. September 1909 wurde in der Wiener Leopoldstadt, unweit des Praters, der SC Hakoah gegründet. Ihn den größten und bis zum Zweiten Weltkrieg auch erfolgreichsten jüdischen Sportverein zu nennen, trifft die Sache freilich nicht ganz. |
| 15. September 2010 | Mit wem haben Sie es beim Small Talk zu tun?
„Wie sprechen Menschen mit Menschen?“, fragte der Schriftsteller Kurt Tucholsky, und gab selbst eine recht skeptische Antwort: „Aneinander vorbei!“ Wie können Sie verhindern, dass Ihnen Ähnliches beim nächsten Small Talk passiert? Können Sie sich vielleicht schon im Vorfeld auf mögliche Gesprächspartner einstellen? |
| 14. September 2010 | Das erste europäische Land mit freier Presse
„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ So heißt es in Artikel 5, Absatz 1 des Grundgesetzes. Bis dahin war es ein weiter Weg. |
| 13. September 2010 | Verhandlungsgeschick durch Trinkfestigkeit
Heute vor 55 Jahren reiste Konrad Adenauer nach Moskau. Im Reisegepäck hatte der Bundeskanzler zwei Aufgaben, die miteinander als unvereinbar galten: Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der Sowjetunion und Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen. Mehr als 10.000 von ihnen wurden entgegen dem Beschluss der Alliierten aus dem Jahr 1949 noch sechs Jahre später von den Weltkriegssiegern im Osten festgehalten, großenteils in sibirischen Arbeitslagern. |
| 10. September 2010 | Kontroverser Kirchenbau
Der Bau großer Moscheen wird in Ländern mit überwiegend katholischer oder evangelischer Bevölkerung häufig zum Ärgernis. Doch es geht auch umgekehrt: Heute vor 20 Jahren wurde eine der weltweit größten christlichen Kirchen geweiht, und das gleich vom Papst persönlich. |
| 9. September 2010 | Der 31. Staat der USA
Heute vor 160 Jahren wurde Kalifornien als 31. Mitglied in die Union der Vereinigten Staaten von Amerika aufgenommen. Nicht dass der Landstrich am Pazifik damals eine große Rolle gespielt hätte. Noch im Jahr 1846 lebten nur etwa 500 weiße Amerikaner an der Westküste (siehe unseren Newsletter vom 27. April 2007„Ein Wahrzeichen wird 70“) - die 20.000 Indianer zählten nicht mit. |
| 8. September 2010 | Keine Angst vor Schwierigkeiten!
„Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft“, hat der französische Philosoph Jean-Paul Sartre einmal gesagt. Ein Small Talk verkompliziert sich durch die Anwesenheit des Gesprächspartners. |
| 7. September 2010 | Voreilig abgerissen?
Am 9. November 1918 wurde in Berlin die erste deutsche Republik ausgerufen (siehe unseren Newsletter vom 9. November 2007 „Als Deutschland Republik wurde“) – und das gleich zweimal. Zunächst durch Reichsministerpräsident Philipp Scheidemann (SPD): Der wollte der roten Konkurrenz von der KPD zuvorkommen und öffnete einfach ein Fenster des Reichstags, um die gute Nachricht zu verkünden. |
| 6. September 2010 | Facques Chirac
Neulich trug ich mich mit dem Gedanken, ein T-Shirt auszusortieren: Der Rand am Kragen löste sich auf, und das ursprüngliche leuchtende Blau war auch schon reichlich verblasst. Nur die Aufschrift war immer noch deutlich zu lesen: Facques Chirac. Frankreichs Präsident ist nicht mehr im Amt, bleibt aber mit einigen starken Sprüchen in guter Erinnerung: |
| 3. September 2010 | Die andere Geschichte Lateinamerikas
„Der Amerikaner, der den Kolumbus zuerst entdeckte, machte eine böse Entdeckung“: Diese Erkenntnis machte Georg Christoph Lichtenberg Ende des 18. Jahrhunderts. Das Zitat hätte aber auch von Eduardo Galeano stammen können. Der erblickte 2 Jahrhunderte später als der Göttinger Professor das Licht der Welt, am 3. September 1940 im uruguayischen Montevideo. |
| 2. September 2010 | Erfolg macht nicht glücklich
Zeitlebens wurde er der Zöllner genannt. Das lag an dem Beruf, mit dem er seine Brötchen verdiente. Das lag aber auch an der mangelnden Wertschätzung für seine Berufung. Die sah Henri Rousseau in der darstellenden Kunst, die er sich selbst beigebracht hatte. „Wenige Maler“, fand Rousseaus dichtender Künstlerkollege Apollinaire, „sind zu ihren Lebzeiten so verhöhnt worden wie der Zöllner, und wenige Menschen traten den Spöttereien, den Grobheiten, mit denen man ihn überschüttete, mit ruhigerer Stirn entgegen.“ |
| 1. September 2010 | Entdecken Sie Gemeinsamkeiten
„Den Chinesen und den Schwaben gemeinsam ist die Sitte, nichts übrigzulassen“: Dieses Zitat des früheren Stuttgarter Oberbürgermeisters Manfred Rommel war auf das Essen gemünzt. Es birgt ebenfalls ein gutes Rezept für die lockere Konversation: Smalltalk basiert auf Gemeinsamkeiten. Sind die einmal herausgearbeitet, läuft das Gespräch. Demzufolge müssten sich Chinesen und Schwaben bereits vor dem Dessert prima verstehen. |
| 31. August 2010 | Aus zwei mach eins
Was Westdeutschland im kleinen mit dem Saarland glückte (siehe unseren gestrigen Beitrag „Als das Saarland französisch wurde“), sollte 33 Jahre später im großen Rahmen wiederholt werden: Gleich um sechs Länder würde das Gebiet der Bundesrepublik anwachsen: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. Alle gehörten durch den Beitritt der DDR automatisch zum Geltungsbereich des Grundgesetzes.Hinzu kam das bislang unter alliierter Besatzung stehende Berlin als neue Hauptstadt und gleichzeitig sechzehntes Bundesland. |
| 30. August 2010 | Als das Saarland französisch wurde
Der Weg Deutschlands nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg zurück in die internationale Gemeinschaft war lang. 1954 durften die Fußballer erstmals wieder an einem WM-Turnier teilnehmen. Vorher musste sich die DFB-Elf aber noch qualifizieren, in einer Gruppe mit Norwegen – und dem Saarland. |
| 27. August 2010 | Gemeinsam große Dinge tun
Wer sind die Vorbilder der Deutschen? Das wollte die Illustrierte Stern von ihren Lesern wissen – und erhielt als erste Antwort Mutter Teresa. Die folgenden Ränge belegten Nelson Mandela, Michail Gorbatschow, Albert Schweitzer und Mahatma Gandhi. „Die Menschen haben keine Zeit füreinander“, beklagte sich Mutter Teresa einmal, „sie haben nicht einmal die Zeit, einander zuzulächeln.“ |
| 26. August 2010 | Mit zehn Jahren ein Weltstar
Was macht man, wenn man im Alter von 10 Jahren bereits seinen größten Erfolg gefeiert hat? Dann hat man spätestens mit 30 ein Problem. So erging es dem am 26. August 1980 geborenen Macauly Culkin. Macauly wer?, werden Sie jetzt vielleicht stutzen; doch wenn ich Ihnen erzähle, dass es sich um den Hauptdarsteller des Hollywoodstreifens Kevin – Allein zu Haus handelt, wissen Sie vermutlich Bescheid. |
| 25. August 2010 | Was fragen Sie Ihr Gegenüber?
Wie nützlich Fragen beim Smalltalk sind, haben Sie bereits erfahren. Heute geht es darum, was Sie fragen: Welche Auskünfte dürfen Sie Ihrem gegenüber zumuten? Mit anderen Worten: Was können Sie ihn konkret fragen, um den Smalltalk zu eröffnen? |
| 24. August 2010 | Wenn ein Schriftsteller einen Kollegen nicht mag
Umberto Eco konnte ihn nicht leiden. Dennoch setzte er ihm ein literarisches Denkmal in seinem mittelalterlichen Kriminalroman Der Name der Rose. Allerdings kein besonders schmeichelhaftes: Hinter der Figur des Jorge von Burgos verbirgt sich der gesuchte Mörder. Dabei galt der hochgelehrte Bibliothekar lange Zeit als unverdächtig: Erstens war er ein Genie, zweitens blind. |
| 23. August 2010 | Die Attraktionen von Geesthacht
Zwei Attraktionen haben die kleine Stadt Geesthacht an der Elbe, knapp 30 Kilometer südöstlich von Hamburg, überregional berühmt gemacht. Die ältere ist das seit längerer Zeit abgeschaltete Kernkraftwerk Krümmel, das vom Vattenfall-Konzern betrieben wird und jahrelang mit Störfällen für bundesweite Negativschlagzeilen sorgte. |
| 20. August 2010 | Ohne Lakai und Luftflasche den höchsten Berg hinauf
Auf die höchsten Gipfel führt keine Seilbahn: Zu Hightech-Hilfsmitteln beim Bergsteigen (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 11. Dezember 2009 „Ein gespanntes Verhältnis“) hatte der Purist Reinhold Messner schon immer ein gespaltenes Verhältnis. Höchstleistungen im Hochgebirge zählten für den Südtiroler nur, wenn sie aus eigener Kraft auf der Basis der dazu notwendigen Fitness erfolgten. Gar nicht in Frage kam für Messner, dass ihm ein Diener Ausrüstung und Essen den Berg hochtrug. |
| 19. August 2010 | Alles schaut auf die Bayern
Morgen beginnt die Fußball-Bundesliga mit dem Spiel des Titelträgers gegen den Vorjahresmeister VfL Wolfsburg. Es ist die 48. Saison, und Favorit ist wie immer der Rekordmeister aus München. Ob die Bayern ihren 22 Titeln einen 23. hinzufügen können? Falls Sie meinen, Sie hätten diese Zeilen schon einmal gelesen, kann ich Ihnen nur teilweise Recht geben (siehe unseren Newsletter vom 7. August 2009 „Alles schaut auf die Bayern“). |
| 18. August 2010 | Stellen Sie Fragen!
Der die das, wer wie was, wieso weshalb warum, wer nicht fragt bleibt dumm: Die Eingangszeilen aus dem Sesamstraßenlied lassen sich auch auf den Small Talk übertragen: Wer nicht fragt, steht bald dumm da. Doch Vorsicht! Nicht alle Fragen eignen sich für den Small Talk. |
| 17. August 2010 | Ein Land wird 50 - und kaum einer merkt es
Das heutige Geburtstagskind steht selten in der Öffentlichkeit. 50 Jahre alt ist es geworden und steht doch meist im Schatten seiner großen Nachbarn. Die heißen Kamerun und Kongo und übertreffen es bei weitem an Einwohnerzahl. Knapp 1,5 Millionen Menschen verlieren sich in dem Land, das immerhin etwas größer ist als die alte Bundesrepublik. |
| 16. August 2010 | Ein Nachleben, für das der Künstler nichts konnte
„Elvis war der erste Punk“, sagt die pubertierende Göre Cebe in Dennis Hoppers Film über eine schwierige Jugend, Out of the Blue. Elvis ist aber auch ein Bindeglied zum Vater, mit dem sich Cebe sonst überhaupt nicht versteht. Das Rockidol der 50er und frühen 60er Jahre des letzten Jahrhunderts vermochte seinen Rebellenstatus zeitlebens zu bewahren, was ihm den Respekt und die Akzeptanz auch jüngerer Generationen eintrug. |
| 13. August 2010 | Eine Dame verschwindet
Als „bis heute das spannendste Zugabenteuer der Leinwand“ beschreibt der Kritiker Hellmuth Karasek den Film Eine Dame verschwindet. Miss Froy heißt sie, sitzt der jungen Hauptdarstellerin im Abteil gegenüber und ist plötzlich weg. Keiner will sie gesehen haben; niemand hat ein Interesse, sie zu finden. |
| 12. August 2010 | Die Angst vor Freitag dem 13.
Seit wann haben wir Angst vor Freitag dem 13.? Im frühen 20. Jahrhundert war dieser Aberglaube in Deutschland noch nicht verbreitet, sagt der Bonner Volkskundler Gunther Hirschfelder: „Er ist erst nach dem Zweiten Weltkrieg von den USA herübergeschwappt. Als früher Beleg gilt der 13. November 1953, der ein Freitag war. Deshalb wurde der Stapellauf des Öltankers Tina Onassis verschoben.“ |
| 11. August 2010 | Gespräche vertiefen mit der Assoziations-Methode
Haben Sie im Smalltalk bereits einen Anker geworfen, gilt es nun, am Thema dranzubleiben und das Gespräch ein wenig zu vertiefen. Hier empfiehlt sich eine weitere Methode: das Bilden von Assoziationsketten. Das können Sie üben. Bleiben wir beim Ortsnamen-Beispiel der letzten Woche: |
| 10. August 2010 | Der italienische Bismarck
In jeder größeren italienischen Stadt ist eine Straße oder ein Platz nach ihm benannt, und nicht selten wird er in der Geschichtsschreibung als italienischer Bismarck bezeichnet. Der heute vor 200 Jahren geborene Camillo Graf Cavour gilt – neben Giuseppe Garibaldi (siehe unseren Newsletter vom 4. Juli 2007 „Ein nationaler Held“) – als Begründer der Einheit Italiens, dessen erster Ministerpräsident er auch wurde. |
| 9. August 2010 | Die Sicht der anderen
Georg Christoph Lichtenberg (siehe auch unseren Newsletter vom 9. August 2007 „Eine böse Entdeckung“) erkannte früh: „Der Amerikaner, der den Columbus zuerst entdeckte, machte eine böse Entdeckung.“ Eine bestimmte Person hatte der große Göttinger Physikprofessor des 18. Jahrhunderts nicht im Blick, denn im Gegensatz zu den spanischen Entdeckern und Eroberern blieben die meisten Ureinwohner namenlos. Einer, auf den Lichtenbergs Profil zwar nicht zutrifft, der aber eben diese typische Erfahrung machte, war Huayna Capac. |
| 6. August 2010 | Das Ende der Selbstjustiz
Jemandem einfach den Fehdehandschuh vor die Füße werfen durfte nicht einmal ein Ritter. Bei der förmlichen Selbstjustiz galt es gewisse Spielregeln zu beachten. So musste eine Fehde zuvor dem Gegner durch einen förmlichen Brief angekündigt werden. Fehdeberechtigt waren ausschließlich Freie; für Abhängige musste oder, je nach Temperament, durfte deren Dienstherr den Zweikampf austragen. |
| 5. August 2010 | Kein so gewaltiger Sprung für die Karriere
Was würde passieren, wenn ein Mensch seinen Fuß auf den Mond setzt? Diese Frage beantwortete Neil Armstrong am 21. Juli 1969 den Experten der US-Weltraumbehörde NASA und Millionen Zuschauern an den Fernsehgeräten. Sechseinhalb Stunden hatte er in der Landekapsel gesessen, gemeinsam mit Buzz Aldrin; das dritte Mitglied der Apollo11-Mission, Michael Collins, hielt derweil die Stellung im Raumschiff. |
| 4. August 2010 | Nutzen Sie die Anker-Methode!
Einsilbigkeit ist nicht die beste Grundlage für einen Small Talk. Werden Sie von Ihrem Gesprächspartner etwas gefragt, sollte Ihre Antwort Ihrem Gegenüber die Möglichkeit bieten, ein- beziehungsweise nachzuhaken. Um ein Beispiel zu geben: Stellen Sie sich vor, Sie werden gefragt, woher Sie kommen. Hier sind einige Varianten, die Anker-Methode elegant und kommunikationsfördernd anzuwenden: |
| 3. August 2010 | Warum ausgerechnet Waldemar?
„Männer, Väter, habt Mut! Nennt eure neugeborenen Söhne heute Waldemar“: Dieser leicht seltsame, das weibliche Mitspracherecht bei der Namensgebung etwas in den Hintergrund drängende Vorschlag kam aus dem Mund des wohl populärsten Sportreporters der DDR. |
| 2. August 2010 | Zwei Feiertage mehr als der Durchschnittsbundesbürger
Der August ist der Monat, an dem es am meisten Spaß macht, in Bayern zu wohnen und zu werken. Noch einmal getoppt wird dieses Vergnügen in Augsburg. Zunächst zu den Bayern allgemein: Sie feiern am 15. August das katholische Fest Mariä Himmelfahrt (siehe unseren Newsletter vom 15. August 2006 „Warum sich Bayern und Saarländer heute besonders freuen“) und brauchen an diesem Tag nicht zur Arbeit zu gehen. Dies gilt selbstverständlich auch für alle Schwaben, die nicht in Baden-Württemberg wohnen und deren Bezirkshauptstadt Augsburg heißt. |
| 30. Juli 2010 | Zentralismus nicht erwünscht
„Es gehört zum deutschen Spießertraum“, sagte einmal der Schweizer Schriftsteller Peter Bichsel, „dass die Schweiz als politisches Idyll fernab aller Probleme existiere.“ Wenn dem so ist, bin ich gerne deutscher Spießer und attestiere den Eidgenossen ein paar Eigenschaften, die ich auch meinem Volk wünsche – beispielsweise das unaufgeregte Verhältnis zu ihrer Nation. Am Wochenende begehen die Schweizer ihren Nationalfeiertag. |
| 29. Juli 2010 | Ein Traum, der Wirklichkeit wurde
Heute vor 50 Jahren gab die National Aeronautics and Space Administration ihr Raumfahrtprogramm Apollo bekannt Noch im selben Jahrzehnt, so die NASA, sollten bemannte Flüge zum Mond stattfinden. Nicht nur Raumfahrtlaien kratzen sich damals ungläubig am Kopf. |
| 28. Juli 2010 | Keine Angst vor Floskeln!
Die meisten Deutschen tun sich beim Small Talk schwerer als beispielsweise Briten oder Amerikaner, sagt Professor Klaus P. Schneider. Als Sprachwissenschaftler erforscht er am Englischen Seminar der Universität Bonn den Small Talk. Deutsche, so hat Schneider festgestellt, sind eher selbst- als partnerbezogen. Viele haben Angst, das, was sie sagen, würde als zu flach eingestuft. Und sie fürchten sich vor Floskeln. Machen Sie es sich selbst nicht zu kompliziert, rät Schneider: |
| 27. Juli 2010 | Sage mir, welches Auto du fährst ...
… und ich sage dir, wer du bist: Autotypen lassen auf den Charakter ihrer Besitzer schließen. Legendär ist der Forschungsbericht der Zeitschrift Psychologie heute, die Deutschlands Autofahrer unter die Lupe nahm. |
| 26. Juli 2010 | Zum 99. Mal die Bayreuther Festspiele
Gestern wurden, wie jedes Jahr an Richard Wagners Todestag (siehe unseren Newsletter vom 13. Februar 2008 – Großartige Momente, grässliche Viertelstunden), die Bayreuther Festspiele eröffnet. 2010 ist es das 99. Mal, dass sie stattfinden; es gab, etwa in Kriegszeiten, auch Jahre, in denen das Festspielhaus komplett geschlossen blieb. |
| 23. Juli 2010 | Heute beginnen die Hundstage
„Ist‘s im Juli trocken und heiß, klebt dem Bauern die Hose am Steiß.“ Dieser Zweizeiler stammt von einem alten Bekannten aus der Schulzeit der Leser oder auch aus vergangener Lektüre dieses Newsletters: Wilhelm Busch (siehe unsere Ausgabe vom 9. Januar 2008 – Eine herzergreifende Fabel, politisch wenig korrekt ). |
| 22. Juli 2010 | 22:7
Wie viel ist 22:7? Gar nicht so einfach auszurechnen, würden selbst geübte Kopfrechner antworten. Versuchen Sie es mal! Sie werden überrascht sein, dass die Bruchrechnung auch nach der zehnten Stelle noch nicht aufgeht. |
| 21. Juli 2010 | Gespräch mit einem Unbekannten
Frage: Was hört der Mensch am liebsten? Antwort: Seinen eigenen Namen! Um den im Smalltalk mit einem Unbekanten herauszufinden, müssen Sie Ihr Gegenüber natürlich danach fragen. Mit der Antwort haben Sie sogleich einen guten Anknüpfungspunkt gefunden, von dem aus Sie das Gespräch fortspinnen können. |
| 20. Juli 2010 | Der 20. Juli
Jedes Jahr am 20. Juli wird der Hitler-Attentäter um den Grafen Stauffenberg gedacht. Früher brandmarkte sie die politische Rechte als Vaterlandsverräter, heute werden sie als Heroen stilisiert, zuletzt in dem unsäglichen Film Operation Walküre mit Tom Cruise in der Hauptrolle. Für Verunglimpfung und Heldenverehrung können die Beteiligten von damals nichts. Ihnen ist allenfalls vorzuwerfen, dass sie ihr Attentat reichlich spät verübten, 11 Jahre nach der Machtergreifung und 5 Jahre nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. |
| 19. Juli 2010 | Ein Programm, das nie richtig gelesen wurde
„Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan“: Mit diesem Satz stellte Martin Luther die bis dahin geltende Ordnung in Frage. Zumindest die religiöse. „Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan“: Mit diesem Satz im selben Pamphlet (Von der Freiheit eines Christenmenschen) relativierte der Wittenberger Theologieprofessor, dass es ihm keineswegs um die politische Ordnung ging. |
| 16. Juli 2010 | Als 200 000 Menschen plötzlich schwiegen
Das Maracaná-Stadion von Rio de Janeiro ist das größte der Welt. Der Zuschauerrekord ist bis heute gültig und wurde vor exakt 60 Jahren aufgestellt. Offiziell 185.000, vermutlich aber mehr als 200.000 Zuschauer sahen das letzte Spiel der Fußballweltmeisterschaft 1950. |
| 15. Juli 2010 | Das letzte heidnische Volk Europas
Die Litauer, fand gegen Ende des 11. Jahrhunderts der Chronist Adam von Bremen, seien sehr gute Menschen, von denen viel Lobenswertes gesagt werden könnte – wenn sie nur Christen wären. Das mit dem Christentum war für die baltischen Heiden so eine Sache. Christen waren beispielsweise die Schwertbrüder unter dem Rigaer Bischof Albert. Der hatte es auf ihr Land und die Seelen der Besitzer abgesehen. Wer die Kriegszüge überlebte und in Gefangenschaft geriet, hatte bei Albert die Wahl: einen Kopf kürzer oder Kopf unter Wasser. |
| 14. Juli 2010 | Sie müssen nicht ständig reden!
Heute vor 111 Jahren wurde Ernest Hemingway geboren. Der Literaturnobelpreisträger hatte an seine Jugend gute Erinnerungen: „Zwei Jahre braucht der Mensch, um das Sprechen, ein Leben lang, um das Schweigen zu lernen.“ Hemingways Vorgabe ist nicht die schlechteste für einen funktionierenden Smalltalk. Der besteht nicht nur aus Sprechen. Mindestens ebensoviel Zeit sollten Sie für das Zuhören veranschlagen. |
| 13. Juli 2010 | Wenn es eigentlich nichts zu vermelden gibt …
Was tun Politiker an einem Tag mitten im Sommerloch, an dem sich nichts Verwertbares zu ereignen scheint? Sie setzen eine Pressemeldung in die Welt. Guido Westerwelle etwa könnte (wohlgemerkt, das ist rein hypothetisch!) verbreiten, König Albert habe sein Ministerium aufgefordert, deutsche Firmen im Kongo nicht länger zu unterstützen, da jener Staat im Herzen Afrikas traditionell zur Einflusssphäre Belgiens gehöre. |
| 12. Juni 2010 | Ein Leben, geprägt von einem Tor, das keins war
Er gewann mit Borussia Dortmund 1965 den DFB-Pokal und ein Jahr später den Europacup, in einem denkwürdigen Endspiel gegen den FC Liverpool. Es war das erste Mal, dass einer deutschen Mannschaft ein solcher Erfolg gelang. Doch Hans Tilkowski wurde durch ein anderes Ereignis weltberühmt, über das er auch an seinem heutigen 75. Geburtstag bestimmt wieder Auskunft geben muss. |
| 9. Juli 2010 | Die Kunst der Prognose
„Bald wird der Markenname Melitta allenfalls Nostalgikern noch ein Begriff sein“, hieß es in unserer Ausgabe vom 29. Juni („“). „Die Straßen werden wegen der Ausscheidung der vielen Pferde unpassierbar werden“, schrieb mir daraufhin ein Leser, sinngemäß Kaiser Wilhelm II. zitierend. Da hat er gar nicht so Unrecht. Der Leser, meine ich. |
| 8. Juli 2010 | Ein Lübecker Exportschlager, nicht aus Marzipan
Engelskirchen ist nicht nur als Geburtsort des Verfassers dieses Newsletters bekannt (anbei viele Grüße an Fritz Lingemann, den einzigen Leser in der alten Heimat), sondern auch als Hort des Weihnachtspostamts (siehe unsere Ausgabe vom 25. November 2008 „Das Weihnachtspostamt in Engelskirchen“). Engelskirchen heißt auf Russisch Ustjug: Jedenfalls liegt in dem hübschen Städtchen unweit von Nowgorod das russische Weihnachtspostamt. Nach Ustjug können die Kinder aus Smolensk bis Wladiwostok schreiben, und sie erhalten garantiert eine Antwort von Väterchen Frost, der russischen Version des Weihnachtsmanns. |
| 6. Juli 2010 | Etwas, was man nicht bekommt
Über Tenzin Gyatso berichteten wir bereits in unserer Ausgabe vom 10. März 2009 („Seit 50 Jahren im Exil“). Im indischen Dharamsala, wo er seit einem halben Jahrhundert im Exil lebt, feiert der Dalai Lama heute seinen 75. Geburtstag. Wie üblich zu solchen Festen werden ihn viele gute Wünsche erreichen. Auch schöne Reden dürfte es zahlreiche geben. |
| 7. Juli 2010 | Was geschah heute vor 25 Jahren?
Heute vor 25 Jahren gewann ein Siebzehnjähriger das bedeutendste Tennisturnier der Welt. Er war nicht gesetzt, sein Name nur Eingeweihten ein Begriff und er selber der erste Deutsche, der in Wimbledon siegte. Die Erwähnung Boris Beckers steht inzwischen jedem Smalltalk gut zu Gesicht. Und eine runde Jahreszahl ist der ideale Aufhänger, um von einem solchen Schmuckstück Gebrauch zu machen. Doch nicht immer gibt die Geschichte ein derart markantes und rundes Datum her. |
| 5. Juli 2010 | Bandit mit sozialer Neigung
An welche historische Persönlichkeit denken Sie, wenn Sie das Wort ‚Sozialrebell’ hören? Robin Hood gilt nicht, der existierte nur in der Phantasie benachteiligter englischer Landbewohner. Vielleicht Schinderhannes? Ihn gab es tatsächlich. Sein illegales Handwerk übte der im einfachen Volk beliebte Räuber im Hunsrück aus. |
| 2. Juli 2010 | Nicht nur mit Mineralwasser
Kaum neigt sich die Fußball-Weltmeisterschaft ihrem Ende zu – am Wochenende werden die Viertelfinalspiele ausgetragen – beginnt schon das nächste sportliche Großereignis. Morgen fällt der Startschuss zur Tour de France. 2010 ist es das 97 Mal, dass die Profiradfahrer die große Schleife rund um Frankreich drehen. Begonnen wird sie aber außerhalb der Grande Nation: mit einem Zeitfahren in Rotterdam. Das macht nichts, denn auch die Niederländer sind ein begeistertes Radfahrervolk. |
| 1. Juli 2010 | Berühmte Marke, banaler Name
In unserer vorgestrigen Ausgabe (Ein Löschblatt namens Melitta) haben wir ein wenig Markenforschung betrieben. Offenbar hat es Ihnen das gut gefallen, sodass wir heute einigen weiteren Namen auf den Grund gehen möchten. |
| 29. Juni 2010 | Ein Löschblatt namens Melitta
Wie kommen berühmte Produkte zu ihrem Namen? Manchmal ist das, was hinter der Marke steht, sehr banal. Wie im Fall der Hausfrau Bentz: Die ärgerte sich über den braunen Satz in ihrer Tasse und griff zum Löschblatt. Später meldete sie ihr Kaffeefilter-Patent an. Da sie das Ding irgendwie benennen musste, opferte Frau Bentz ihren Vornamen: Melitta. |
| 28. Juni 2010 | Ein blutiger Spaß
Puumala ist ein kleines Nest im Südosten Finnlands, an der Grenze zu Russland. Keine 3000 Menschen leben dort; in den Sommerferien, wenn die Urlauber kommen, geht es merklich lebhafter zu. Einmal war schon Ende Juni jede Menge los. Schuld war ein Rudel schwedischer Touristen, die sich als Russen verkleidet hatten und für negative Stimmung sorgen wollten. Das gelang ihnen auch: Die Störenfriede packten einfach ihre mitgebrachten Waffen aus und begannen damit, auf ihr eigenes Heimatland zu schießen. |
| 25. Juni 2010 | Die Schande von Gijón
Wenn es bei der Fußball-WM zu den letzten Gruppenspielen kommt, wird oft taktisch vorgegangen. Um vorherige Absprachen und das Orientieren an den Ergebnissen der Konkurrenz zu verhindern, müssen die finalen Spiele einer Vorrundengruppe daher gleichzeitig stattfinden. Ein abschreckendes Beispiel hatten bei der WM in Spanien Deutschland und Österreich geliefert. Nachdem zuvor der Konkurrent Algerien gespielt hatte, trafen die beiden Nachbarn am 25. Juni 1982 im nordspanischen Gijón aufeinander. Nach exakt 11 Spielminuten einigten sich beide Vertreter darauf, alle Kampfhandlungen einzustellen. |
| 24. Juni 2010 | Weder in Kassel noch in Kirchhundem
„Meine Maxime ist: Die Karriere steht den Talenten offen, ohne Rücksicht auf Herkunft oder Vermögen.“ Das sagte Napoléon Bonaparte, Kaiser der Franzosen, als seine Macht noch nicht so weit fortgeschrittener war. Im Herbst seiner Karriere dachte er anders. Da hatte er bereits große Teile Europas erobert und zur Sicherung seiner Macht viele kleine Königreiche und Fürstentümer geschaffen. Die wurden nicht von Fähigen, sondern von Hörigen regiert. Solche Leute findet man am leichtesten in der eigenen Verwandschaft. |
| 22. Juni 2010 | Teutonische Fußball-Philosophen
Auch in Frankreichs östlichem Nachbarland spielten die Philosophen Fußball, und das gar nicht mal so schlecht. Walter Jens, nebenbei noch Professor für klassische Philologie und Begründer des Tübinger Lehrstuhls für Rhetorik, war wie Albert Camus Torwart. Dem stets Zweifelnden genügte es nicht, ein großer Philosoph, erstklassiger Rhetoriker und zusätzlich ein brillanter politischer Analyst zu sein. |
| 21. Juni 2010 | Französische Fußball-Philosophen
Zum Thema Sport hatte der Dramatiker Bertolt Brecht eine Meinung: „Ich halte die These, Körperkultur sei die Voraussetzung geistigen Schaffens, nicht für sehr glücklich. Es gibt, allen Turnlehrern zum Trotz, eine beachtliche Anzahl von Geistesprodukten, die von kränklichen Leuten hervorgebracht wurden.“ Umgekehrt muss geistiges Schaffen kein Hindernis für sportliche Begeisterung und Betätigung sein. Intelligenz und Fußball schließen sich nicht immer aus. |
| 18. Juni 2010 | Ein Gruß aus Frankreich an alle Einwanderer
Woher stammt die amerikanische Freiheitsstatue? Und wie alt ist sie? Jünger als sie vermutlich denken: Morgen vor 125 Jahren kam sie per Schiff im Hafen von New York an. Aus Frankreich. Ursprünglich hatten die Franzosen den Amerikanern das Monument zum 100. Geburtstag der Vereinigten Staaten schenken wollen. Das wäre bereits 1876 gewesen. Leider benötigte der mit der Arbeit beauftragte Bildhauer erheblich mehr Zeit als ursprünglich veranschlagt. |
| 17. Juni 2010 | Eine heroische Niederlage auf dem Feld
Deutschland spielt bei der WM erst morgen wieder, gegen Serbien. Zeit also, 40 Jahre zurückzublicken auf eine Fußballschlacht, die bis heute unvergessen blieb. Es ist Mittwoch, 16:08 Uhr: Das Halbfinalspiel im Aztekenstadion zu Mexiko-Stadt ist gerade 8 Minuten alt, und die deutsche Elf liegt durch ein Tor von Roberto Boninsegna bereits mit 0:1 zurück. Es folgt eine Aufholjagd, die bis zur 92. Minute ergebnislos bleibt – weil die Italiener das tun, was sie am besten können: verteidigen. |
| 16. Juni 2010 | Nur im Film der Dummbauer
Stan und Ollie haben Durst, aber mal wieder viel zu wenig Geld. Sie beschließen, sich eine Limonade zu teilen. Ollie nimmt das Glas, zögert einen Augenblick und hält es seinem Kumpel hin: „Trink deine Hälfte!“ Stan nimmt das Glas, zögert ebenfalls einen Augenblick – und leert es in einem Zug. „Warum hast du das gemacht?“, entfährt es dem empörten Ollie. „Ich konnte doch nichts dafür“, erwidert der Angesprochene mit weinerlicher Miene. „So, du konntest nichts dafür?“, kommt die bohrende Nachfrage, „warum konntest du denn nichts dafür?“ Darauf Stan entwaffnend: „Meine Hälfte war die untere!“ |
| 15. Juni 2010 | Ein kleines Dorf mit großem Namen
Sicher ist es Ihnen schon einmal negativ aufgefallen, dass man nach Flügen von Großbritannien nach Deutschland seinen Pass vorzeigen muss und einer Warenkontrolle unterliegt. Letztere findet glücklicherweise nicht routinemäßig statt, kann aber jederzeit von einem schlechtgelaunten Zollbeamten angeordnet werden. Bei Flügen aus Island fällt die Personen- und Warenkontrolle, außer in dringenden Verdachtsfällen, ganz aus – obwohl Großbritannien Mitglied der EU ist und Island nicht. |
| 14. Juni 2010 | Zum ersten Mal in London
Heute geht es wie schon in der letzten Woche um London. Diesmal aus der Sicht eines Touristen, der, aus der kommunistischen Tschechoslowakei kommend, zum ersten Mal in seinem Leben überhaupt eine westliche Hauptstadt erlebt. Die folgenden Eindrücke stammen aus dem sehr lesenswerten autobiografischen Roman Blendende Jahre für Hunde von Michal Viewegh, der in dem Buch das jungfräuliche Londonerlebnis seines Vaters beschreibt: |
| 11. Juni 2010 | Wer wird Weltmeister?
In der Zeit vom 11. Juni bis zum 11. Juli gibt es auch im Smalltalk eine entscheidende Frage. Dieser Newsletter wird sie beantworten – und Ihnen sagen, welche Mannschaft Südafrika in genau einem Monat als Fußballweltmeister verlässt. Der Kreis der Favoriten ist ungefähr so dynamisch wie ein Fünfjahresplan zur Sowjetzeit: In schöner Regelmäßigkeit tauchen die Namen Argentinien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande und Spanien auf. Absichtlich wurde hier die alphabetische Reihenfolge gewählt, um nicht vorschnell eine Tendenz erkennen zu lassen. |
| 10. Juni 2010 | Ein Jahrtausendwerk, das ins Wackeln geriet
London ist nicht gerade eine Stadt, die für ihre Zurückhaltung bekannt ist. Zur Jahrtausendwende leistete sich die britische Metropole am 10. Juni 2000 ein imposantes Wahrzeichen, mit dem die Stadtväter noch mehr Öffentlichkeitswirkung als ohnehin schon erzielen wollten. Der Plan gelang, wenn auch anders als ursprünglich gedacht. |
| 9. Juni 2010 | Ein Gedicht nur aus Konsonanten
schtzngrmm schtzngrmm t-t-t-t t-t-t-t grrmmmmm t-t-t-t s-c-h tzngrmm tzngrmm tzngrmm grrmmmmm schtzn schtzn t-t-t-t t-t-t-t schtzngrmm schtzngrmm tssssssssssssssssssss grrt grrrrrt grrrrrrrrrrt scht scht t-t-t-t-t-t-t-t-t-t scht tzngrmm tzngrmm t-t-t-t-t-t-t-t-t-t scht scht scht scht scht grrrrrrrrrrrrrrrrrrrr t-tt: Was sich so liest wie das unfreiwillige rodukt einer sich in Auflösung befindlichen Schreibmaschine ist in Wirklichkeit ein Gedicht von Ernst Jandl. |
| 8. Juni 2010 | Wer verbindet Zwickau, Leipzig, Düsseldorf und Bonn?
Es ist des Lernens kein Ende, sagte einmal der heute vor 200 Jahren im sächsischen Zwickau geborene Robert Schumann. Der Musiker wusste, wovon er sprach: Als eine Fingerlähmung die Beweglichkeit seiner Hände beeinträchtigte, musste er seine Karriere als Klaviervirtuose aufgeben. Immerhin blieb ihm noch das Komponieren. Für das Flügelspiel in der Familie war seitdem Frau Clara zuständig, ebenfalls eine begnadete Pianistin. |
| 7. Juni 2010 | Small Talk über Südafrika
Nicht alles muss sich während der WM – sie beginnt am Freitag – um Fußball drehen. Ein schönes Gesprächsthema ist das Gastgeberland dennoch. Reden Sie im Small Talk über Südafrika. Das Land hat weiß Gott nicht nur Fußball zu bieten. |
| 4. Juni 2010 | Ungarn minus zwei Drittel
Deutschland hat seine Schmach von Versailles, die es durch einen erneuten Krieg zwanzig Jahre später zu korrigieren galt. Ungarn erlebte sein Trianon. Während Deutschland als Hauptschuldiger des Ersten Weltkriegs vierzehn Prozent seiner vorherigen Fläche an Frankreich, Belgien, Dänemark, Polen und Litauen verlor, musste Ungarn knapp zwei Drittel seines vor 1914 bestehenden Staatsgebiets an die Nachbarn Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien abtreten. |
| 2. Juni 2010 | Der Papst der Kritiker
Marcel Reich-Ranicki, in Polen geboren, kam als Neunjähriger nach Berlin. Das Abitur durfte er noch am Fichte-Gymnasium machen, seine Einschreibung an der Berliner Universität wurde abgelehnt. Reich-Ranicki war Jude. |
| 1. Juni 2010 | Die zwei Seiten der Milch
Lassen Sie mich heute mit einer fremdsprachigen Anekdote beginnen: Das Englische ist ja durchaus eine Sprache, die ihre Tücken hat. Zum Beispiel kennt sie das Wort ‘water’ als Haupt- und als Zeitwort: ‘water’ bedeutet Wasser, ‘to water’ heißt Wasser geben, wie man es etwa einer Pflanze angedeiht. Ob das im Englischen auch mit Milch funktioniert? |
| 31. Mai 2010 | Goethe, Lessing und das Laster
„Das Rauchen macht dumm; es macht unfähig zum Denken und Dichten. Es ist auch nur für Müßiggänger, für Menschen die Langeweile haben“, fand schon Johann Wolfgang von Goethe. Lieber sprach der Dichterfürst dem Wein zu; 2 Flaschen bereits am Morgen waren keine Seltenheit (siehe auch unseren Newsletter vom 28. August 2009) „Der Geburtstag des Dichters“. |
| 28. Mai 2010 | Der Arzt mit der Clownsnase
„Heitere Stimmung und eine rote Clownsnase können oft mehr bewirken als ein Medikament“: Dieser Überzeugung ist der US-Arzt Hunter Adams, auch unter seinem Spitznamen „Patch“ (was übersetzt Flicken heißt) bekannt. Mit anderen Worten: Lachen ist gesund. Dass Lachen und Humor stressreduzierend ist, die Kreativität fördert, die Motivation verbessert und Heilungsprozesse beschleunigt, hat Adams schon immer behauptet. |
| 27. Mai 2010 | Wider das geistlose sanftlebige Fleisch
Frühbürgerliche Revolution in Deutschland lautet der Titel eines der monumentalsten Bilder der Welt. Gemalt hat es der Leipziger Künstler Werner Tübke. 11 Jahre hat er dafür gebraucht, von 1976 bis 1987. Das riesige Panorama stellt die Schlacht von Frankenhausen anno 1525 dar, in der die Aufständischen durch ein Fürstenheer besiegt wurden. Es war das Ende des Bauernkriegs in Thüringen. |
| 26. Mai 2010 | Eine Band, die sich The Band nannte
Wenn eine Band sich The Band nennt, muss das nicht von Einfallslosigkeit zeugen. Aber von Schlichtheit: Der hatten sich fünf Musiker verschrieben, die mit ihren Bärten aussahen, als seien sie in den amerikanischen Südstaaten noch vor dem Bürgerkrieg fotografiert worden. |
| 25. Mai 2010 | Das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann
Es gibt eine Theorie, die besagt, dass sobald jemand herausgefunden hat, wie das Universum exakt beschaffen ist und warum es existiert, jenes augenblicklich wieder verschwindet und sofort durch ein noch bizarreres und unerklärlicheres ersetzt wird. Es gibt eine zweite Theorie, die besagt, dies sei bereits geschehen. Um das Weltall zu erklären, müsste man schon durch die Galaxis reisen, dachte sich der britische Autor Douglas Adams. Am besten funktioniere dies per Anhalter. So lautet auch der Titel einer erfolgreichen Radiosendung und der daraus resultierenden Buchbestseller. |
| 21. Mai 2010 | Pfingsten und die Pfingstler
An Wochenende ist Pfingsten. Der Name leitet sich aus dem Griechischen her: pentekosté bedeutet ‚der Fünfzigste’. Am 50. Tag nach Ostern wurde der Heilige Geist ausgesandt, um Person, Wort und Wirken Jesu Christi lebendig zu halten. Jetzt wissen Sie, was Pfingsten bedeutet. Aber wissen Sie auch, was ein Pfingstler ist? |
| 20. Mai 2010 | Kopf- oder Zahlbahnhof?
Die Stuttgarter lieben ihren Hauptbahnhof. Die Deutsche Bahn hält ihn für nicht mehr verkehrsgerecht. Die Freunde des alten Kopfbahnhofs – in Stuttgart scheint es sehr viele davon zu geben – finden, der charakteristische Turm mit den beiden Seitenflügeln gehöre zu den wenigen Wahrzeichen der auf den ersten Blick recht betonaffinen Schwabenmetropole. Die Bahn meint, man müsse das Gebäude komplett abreißen, den Schienenverkehr eine Etage tiefer, also unter die Erde, verlegen und einen Durchgangsbahnhof einrichten. |
| 19. Mai 2010 | Lieber doch nicht sterben, bevor man alt wird
„I hope I die before I get old“, textete Pete Townshend, Chef der britischen Rockgruppe The Who, in seinem Erfolgssong My Generation. „Hoffentlich sterbe ich, bevor ich alt werde“: Dieser Satz entwickelte sich zum Credo der wilden 60er-Jahre-Jugend. „Es hat wunderbar funktioniert“, blickte Townshend bereits mit Anfang Dreißig zufrieden zurück, „es hat zwischen den Leuten, die das Lied mochten, und denen, die es nicht mochten, einen dicken Trennungsstrich gezogen.“ Später fügte er noch einen Satz hinzu: „Aber was ist, wenn wir diesen Trennungsstrich gar nicht mehr wollen?“ |
| 18. Mai 2010 | Doch kein Spielgeld!
„Wir sind das Volk“, riefen die Leipziger auf den ersten Montagsdemonstrationen (siehe unseren Newsletter vom 12 März „Die letzte Montagsdemonstration“). Später hörte man auch Sprüche wie „Wir woll'n die Mark“. Dass damit nicht die DDR-Währung gemeint war, versteht sich. Die befand sich gegenüber der bundesdeutschen Valuta in rasantem Fall. Auf dem Schwarzmarkt wurden locker zehn DDR-Mark für eine D-Mark hingeblättert. Das tat der einheimischen Währung Unrecht: Schließlich waren in der DDR viele Produkte staatlich subventioniert und deshalb so preiswert. |
| 17. Mai 2010 | Reden + Zuhören = Kommunikation
Reden ist nur die eine Hälfte der Kommunikation, Schweigen und Zuhören die andere. Das gilt erst recht für die Telekommunikation Der heute begangene Weltfernmeldetag möchte die Verbreitung moderner Technologie vorantreiben: Jeder Mensch soll Zugang zu modernen Informationstechnologien bekommen und dadurch seine Lebenssituation verbessern. |
| 14. Mai 2010 | Der Mai macht alles grün
„Der Mai macht alles grün, Nur meine Hoffnung nicht“: So dichtete, eineinhalb Jahrhunderte vor Heiner Müller (siehe unseren Newsletter vom 9. Januar 2009 – Künstler ohne Illusion), der heute vor 222 Jahren im fränkischen Schweinfurt geborene Friedrich Rückert. |
| 12. Mai 2010 | Stillstand in der Pflege
„Wenn ich meine Mutter selber pflegen würde, müsste ich meinen Beruf aufgeben, hätte kein Einkommen mehr und würde dadurch wahrscheinlich selbst zum Sozialfall werden.“ So wird in einer Sendung des Bayerischen Rundfunks ein Angehöriger zitiert, der eine illegale Pflegehilfe in Anspruch genommen hat. |
| 11. Mai 2010 | Tag des Ausbildungsplatzes
„Der Tag des Ausbildungsplatzes ist seit Jahren ein bewährtes und in der Öffentlichkeit positiv wahrgenommenes Instrument zur Unterstützung des Ausgleichs auf dem Ausbildungsmarkt“, schreibt die Arbeitsagentur auf ihrer Internetseite: |
| 10. Mai 2010 | Unmöglich, es allen recht zu machen
Was geschieht, wenn Vater und Sohn mit einem Esel unterwegs sind? Gehen beide zu Fuß, spotten die Passanten, dass niemand das Tragtier benutzt. Reitet nur der Alte reitet und muss der arme Junge nebenher laufen, wird auch gemeckert. Umgekehrt beschweren sich die Leute, falls der kräftige Junge reitet und der klapprige Alte zu Fuß geht. Und wenn beide aufsitzen, mutiert der Esel zum Bemitleideten und das Reiterpaar zu Schuften. |
| 7. Mai 2010 | Eine Erfindung, die zutiefst bereut wurde
Nächsten Sonntag ist der Tag, an dem jeder seiner Mutter zur Hand geht, und sie so tut, als mache ihr die Mehrarbeit nichts aus. Heuchelei war immer schon mit dem Muttertag verbunden. In Deutschland förderte der Verband der Blumengeschäftsinhaber den Brauch und hatte 1923 mit der republikweiten Verbreitung des Muttertags Erfolg. Kommerziellen, versteht sich. |
| 6. Mai 2010 | Wie heißt der Sieger heute abend?
Heißt der britische Premierminister ab morgen Gordon Brown oder David Cameron? Oder vielleicht sogar Nick Clegg? Der Führer der Liberalen schnitt in den Fernsehdebatten deutlich am besten ab, und auch in den Meinungsumfragen zog seine Partei an der regierenden Labour Party vorbei und mit den in der Wählergunst lange Zeit führenden Konservativen in etwa gleich. |
| 5. Mai 2010 | Nie wieder Pferdetransport!
Die Dampfeisenbahn wurde in Großbritannien erfunden. Das erste Land, welches das neue Verkehrsmittel auf dem europäischen Kontinent einführte, war weder Deutschland noch Frankreich, sondern das kleine Belgien: Heute vor 175 Jahren verkehrte das erste dampfende Ungetüm auf Schienen zwischen Brüssel und Mechelen. |
| 4. Mai 2010 | Ein Überlebenskünstler wird 75
„Ich soll eine Autobiographie schreiben? Ich bin doch erst Siebzig. Das ist grad mal die Hälfte!“ So sprach Rüdiger Nehberg anno 2005. Seitdem sind fünf Jahre vergangenund zwei Autobiographien erschienen. |
| 3. Mai 2010 | Stil schon, aber leider keine Ideen
Was den guten Journalisten ausmacht, haben wir Ihnen letzte Woche anhand des Beispiels von Egon Erwin Kisch nähergebracht. Was aber macht den schlechten Journalisten aus? |
| 30. April 2010 | Der Mai ist gekommen, der Profit bleibt nicht aus
„Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus, da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus:“ So heißt es in Emanuel Geibels 1841 entstandenen Wanderlied. |
| 29. April 2010 | Was den guten Journalisten ausmacht
“My English is broken, my legs are broken, but my spirit is unbroken:“ Die Worte, die der unglücklich in Australien gelandete Journalist Egon Erwin Kisch von sich gab, sind treuen Lesern dieses Newsletters ein Begriff (siehe unsere Ausgabe vom 31. März 2008 – Gebrochenes Englisch - ungebrochener Kampfgeist). |
| 28. April 2010 | Kein Vertrauen in die Politik
Vertrauen wird dadurch erschöpft, dass es in Anspruch genommen wird, schrieb einst Bertolt Brecht. Ob er damit die Politiker meinte? Folgt man dem Magazin Reader's Digest, haben unsere Volksvertreter in dieser Beziehung zu hohes Anspruchsdenken an den Tag gelegt. Die Quittung bekamen sie unlängst in einer Umfrage, welche die Monatszeitschrift in Auftrag gegeben hat. Da landeten die Politiker auf dem letzten Platz: Nur jeder Zehnte würde einem Angehörigen dieser Berufsgruppe vertrauen. |
| 27. April 2010 | Der Butt
„Als das feministische Tribunal zum ersten Mal tagte, wurde der Butt in einer flachen, etwa 1 ½ mal 2 Meter messenden Wanne von vier Helferinnen in den Saal gerollt und dem Gericht gegenübergestellt,“ schreibt Günter Grass in seinem Roman Der Butt. Ein anderer Butt muss heute abend in einem 2 Meter 44 hohen und 7 Meter 32 großen Kasten Platz nehmen. Zur Seite stehen ihm immerhin 10 Helfer, und gegenübergestellt wird er keinem Gericht, sondern der französischen Fußballequipe von Olympique Lyon. |
| 26. April 2010 | Was ist ein Plagiat?
Wenn man aus einem Buch abschreibt, handelt es sich um ein Plagiat; schreibt man aus zwei Büchern ab, entsteht ein Essay; das Resultat des Kopierens dreier Bücher schimpft sich Kompilation; nimmt man vier Bücher als Grundlage, heißt das Ergebnis Dissertation. Natürlich ist auch diese scherzhafte Erklärung geklaut; sie stammt von einem gewissen Wilson Mizner und findet sich auf der Webseite plagiat.htw-berlin.de. |
| 23. April 2010 | Ich komme aus Karl-Marx-Stadt
Fragte man einen Bürger aus der Mitte Deutschlands in der Mitte des 20. Jahrhunderts, wo er denn herkäme, antwortete er: aus Karl-Marx-Stadt. Am 10. Mai 1953 erhielt die südsächsische Metropole Chemnitz, rechtzeitig zum 135. Geburtstag des Begründers des wissenschaftlichen Sozialismus (siehe dazu unseren Newsletter vom 14. März 2008 – „Richtige Analyse - falscher Schluss?“), diesen neuen Namen. |
| 22. April 2010 | Jetzt endlich auch der Boys' Day
Über den Mädchenzukunftstag, den Girls' Day - inzwischen ohne Apostroph geschrieben - berichteten wir in unseren Ausgaben vom 24. April 2008 und vom 27. April 2006. Heute ist es wieder so weit: Angehenden Berufsanfängerinnen sollen mädchenuntypische Berufe im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich schmackhaft gemacht werden. Näheres dazu findet sich im Internetportal www.girls-day.de. |
| 21. April 2010 | Ein Zivilisationskritiker namens Samuel Langhorne Clemens
Heute vor 100 Jahren starb Samuel Langhorne Clemens. Kennen Sie nicht? Dann vielleicht sein Pseudonym: Unter diesem veröffentlichte der Autor seine Romane um Tom Sawyer und Huckleberry Finn. |
| 20. April 2010 | Die Phalanx der Elchhasser
Bei den Tieren macht's die Masse, dass man sie nicht mag. Die einzelne Ratte erscheint dem Menschen als durchaus putzig. Sieht er sich einer ganzen Horde gegenüber – und steht die Meute zudem in Verdacht, Krankheiten zu übertragen oder die Nahrung wegzunehmen – lässt die Sympathie merklich nach. |
| 19. April 2010 | Schnell oder langsam durch den Regen?
Der April ist – nach den Worten des Aphoristikers Wolfram Weidner – der Monat, in dem das Wetter so unzuverlässig ist, dass es manchmal mit den Vorhersagen übereinstimmt. Und die lauten, um möglichst sicher zu gehen, meistens: Regen. Da das Wetter im April so wechselhaft ist, schlägt es sich häufig in Form kurzer Schauer nieder. Meistens treffen uns diese Kapriolen immer dann, wenn wir keinen Schirm mitführen. |
| 16. April 2010 | Der deutsche Rimbaud
Über das tragische Ende Rolf Dieter Brinkmanns wurde an dieser Stelle bereits berichtet (siehe unseren Newsletter vom 23. April 2009 „Der Tag, an dem Schriftsteller sterben“). In dieser Ausgabe geht es um das Andenken an den Schriftsteller, der heute 70 Jahre alt geworden wäre. Kritikerpapst Marcel Reich-Ranicki sah in Brinkmann einst „eine der größten Hoffnungen der jüngeren deutschen Literatur“, der Dramatiker Heiner Müller stufte ihn sogar als „das einzige Genie der westdeutschen Literatur“ ein. |
| 15. April 2010 | Die erste demokratisch gewählte Präsidentin
Schon wieder geht es um Island, doch heute steht ein weibliches Wesen im Mittelpunkt: Vor drei Jahrzehnten wurde zum ersten Mal eine Frau in das höchste Amt eines Staates gewählt. Diese Pionierleistung gelang 1980 der Isländerin Vigdis Finnbogadottir. Allerdings war Frau Finnbogadottir nicht die erste, die in einem modernen Staat das Präsidentenamt ausübte. |
| 14. April 2010 | Gurus, Ex-Gurus und ein Redeauftritt mit Kultstatus
Ein 0:0 gegen Island bietet fußballerisch wenig Unterhaltung. Das war auch am 6. September 2003 im EM-Qualifikationsspiel in Reykjavik nicht anders. Oder doch? Eidur Gudjohnsson (siehe unseren Newsletter vom 15. September 2008 „Vater und Sohn in einer Mannschaft“) machte sein bestes Länderspiel und war der überragende Mann auf dem Platz. Und Rudi Völler war der überragende Mann neben dem Platz. |
| 13. April 2010 | Nie aus Ostende herausgekommen
Flämische Maler, das sind nicht nur Bosch und Bruegel, van Eyck und Rubens. Sie alle lebten vor 1700. Der heute vor 150 Jahren geborene Vertreter dieser Kunst kam in Ostende zur Welt, wo er auch zeitlebens wirkte. Seine ersten Motive waren die Bürger der wenig geliebten Heimatstadt, die er für eng, muffig und spießig hielt - aber dennoch nicht verlassen wollte. |
| 12. April 2010 | Ein Fluch, der keiner mehr ist
Heute vor 65 Jahren starb Franklin D. Roosevelt (siehe unseren Newsletter vom 8. November 2007 – „Der Präsident im Rollstuhl“). Das war einerseits überraschend, denn er war erst fünf Monate zuvor zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden. Andererseits auch nicht: Roosevelt litt seit Jahren am Guillain-Barré-Syndrom. |
| 9. April 2010 | Italien ohne alte Römer und mittelalterliche Päpste
Wenn Sie etwas über ein anderes Land - sagen wir mal: Italien - erfahren wollen, kaufen Sie sich ein Geschichtsbuch. Dabei möchten Sie nicht unbedingt bei den alten Römern anfangen und auch nicht bei den Päpsten im Mittelalter. Über die ist schon genug geschrieben worden. Nein, eine Geschichte über Italien müsste um 1900 beginnen und bis in die jüngste Zeit reichen. |
| 8. April 2010 | Rom mit kurzem 'o'
Rom, mit kurzem, nicht mit langem 'o', bedeutet 'Mensch', und der Plural Roma entsprechend 'Menschen'. Als solche möchten sich die Angehörigen dieser Volksgruppe auch betrachtet sehen. Leider werden sie es nicht immer. Die Diskriminierungen fanden bereits im ausgehenden Mittelalter ihren Anfang und haben sich bis in die heutige zeit fortgesetzt. Negativer Höhepunkt war, das sollte auch in einem Smalltalk-Newsletter erwähnt werden, die Ermordung von mehr als 100 000 Roma in deutschen Vernichtungslagern. |
| 7. April 2010 | Was sagt der Arzt?
Heute ist Weltgesundheitstag. Nutzen wir den Anlass und befassen wir uns mit einer schon seit längerem aktuellen Diskussion im Gesundheitswesen. Nach den jüngsten Einschnitten vermehren sich die Befürchtungen, dass sich der soziale Status bald wieder wie in vergangenen Jahrhunderten am Gebiss ablesen lässt. In vergangenen Jahrhunderten? Im Frankreich Ludwigs XIII. wurden die Patienten noch wie Könige behandelt, glaubt man der Anekdote um einen gewissen Doktor Moreau. |
| 6. April 2010 | Ein Gesetz über die Zeit
Auf die Sommerzeit müssen Sie sich schon seit zehn Tagen einstellen. In Deutschland wurde sie heute vor dreißig Jahren wieder eingeführt. Versuche, sie zu starten, hatte es seit 1916 immer wieder gegeben (siehe unsere Newsletter vom 26. März 2007 „Wer hat an der Uhr gedreht?“). |
| 1. April 2010 | Wandern im Nationalpark Nordeifel
Stellen Sie sich vor, Sie spazieren durch den Wald, und Ihnen begegnet eine fünfköpfige Familie. Alle sind braun gekleidet, recht schweigsam und fallen durch ihre ungewöhnliche Fortbewegungsart auf. Die findet auf allen Vieren statt, denn bei dem Quintett handelt es sich um Braunbären. Bis zum 17. Jahrhundert hat Meister Petz in der Eifel gelebt und wurde unlängst wieder dort angesiedelt. |
| 31. März 2010 | Sozial kaufen
Heute öffnet das erste Sozialkaufhaus in der Sachsenmetropole Leipzig. Im gesamten Bundesgebiet gibt es bereits 86 dieser Einrichtungen; die meisten, nämlich 20, im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW. Bemerkenswert ist auch die Zahl von 9 für das kleine Rheinland-Pfalz, darunter ein Warenhaus in Bad Breisig, dem Ort, an dem dieser Newsletter erscheint. Das viel größere Baden-Württemberg dagegen weist nur zwei dieser Häuser auf. |
| 30. März 2010 | Eric Clapton wird 65
Was macht eine Band, wenn sie in den Räumen einer Rundfunkanstalt zu lange auf einen Auftritt warten muss? Sie schreibt einen neuen Song. Das taten Jack Bruce, Ginger Baker und Eric Clapton, als es ihnen bei der BBC zu bunt wurde. Das Resultat konnte sich hören lassen: Politician ist bis heute eines der besten Blues-Stücke weißer Musiker. Aktuell ist es auch: Es geht um einen Volksvertreter, der für das Volk nicht zu sprechen ist, wenn es ihn braucht, und darüber hinaus sein Fähnchen schön in den Wind hängt: “I support the left, though I'm leaning to the right“ heißt es in einer Zeile. |
| 29. März 2010 | Managementplan für Meister Isegrim
Vom deutschen Wolf berichteten wir zuletzt vor zwei Jahren (siehe unsere Newsletter vom 14. Juli „Dein Feind, der Wolf?“ und 11. Juni 2008 „Das Tier des Jahres 2003, für alle zugänglich“). Damals war in Schleswig-Holstein ein aus Sachsen eingewandertes ier überfahren worden. Die Biologin Ute Kröger vom ostholsteinischen Wildpark Eekholt hatte anschließend ihre Landsleute aufgefordert, darüber nachzudenken, wie man bei einer Einwanderung mit Meister Isegrim umgehen will. Es wurde nachgedacht. |
| 26. März 2010 | Der lange Weg zur Bühne
„Als ich um zehn Uhr auf die Uhr schaute, war es erst halb neun“: So beschreibt der Theaterkritiker Alfred Kerr ein Unbehagen, das seine Zunft – wie auch die Riege der Zuschauer – regelmäßig bei Vorstellungen heimsucht. Morgen ist der Welttag des Theaters. Zu diesem Anlass möchten wir die Schauspieler-Zuschauer-Beziehung einmal aus ungewohntem Aspekt beleuchten: dem Blickwinkel derer, die auf der Bühne stehen. |
| 25. März 2010 | Als die Wagenburg erfunden wurde
Was tun weiße Siedler im Hollywood-Western, wenn sie von Indianern angegriffen werden? Sie bilden eine Wagenburg. Das reale Vorbild wurde heute vor 590 Jahren erfunden. Nicht im Wilden Westen, denn auf das Festland der heutigen USA hatte bis dahin noch kein europäischer Entdecker einen Fuß gesetzt. |
| 24. März 2010 | Ein halbes Jahrhundert Nena
Hast du etwas Zeit für mich, dann singe ich ein Lied für dich: So beginnt der bis zu seinem Erscheinen im Frühjahr 1983 erfolgreichste deutsche Song (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 25. März 2008 „ Als 99 Luftballons die Welt eroberten“).
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| 23. März 2010 | Eine bequeme Eigenschaft
„Jahrhundertelang haben Könige, Priester, Feudalherren, Industrielle und Eltern darauf bestanden, dass Gehorsam eine Tugend und Ungehorsam ein Laster sei“: Das schreibt der US-Psychologe Erich Fromm, in seiner Abhandlung über den Ungehorsam. |
| 22. März 2010 | Das Manko der Meerwasserentsalzungsanlagen
Eine farblose Flüssigkeit, die schwarz wird, wenn man sein Gesicht darin wäscht: So definierte Mickey Mouse das Lebensmittel, das wir alle am dringendsten brauchen. |
| 19. März 2010 | Frühlingsblüt- und Blumen
Vom Eise befreit sind zwar weder Strom noch Bäche, dennoch zieht am Wochenende der Frühling bei uns ein. Selbst Johann Wolfgang von Goethe, hieß es vor 4 Jahren in diesem Newsletter (siehe Ausgabe vom 20. März 2006 „Vom Eise befreit?!“) dürfte nur wenige Winter erlebt haben, die so lang und hart waren, dass er es zu ungemütlich für einen Aufenthalt in seinem Gartenhaus fand. |
| 18. März 2010 | Die ersten und letzten freien Wahlen
Volkskammerwahlen hatte es in der DDR schon des öfteren gegeben. Meist liefen sie so ab, dass ein vorgefertigter Zettel in eine Urne geworfen wurde, ohne dass zuvor überhaupt ein Kreuzchen gemacht werden musste. Somit war die Liste mit den Vorschlägen der Wahlkommission – und damit der herrschenden Einheitspartei – ohne Einschränkung akzeptiert. Gewiss, man hätte auch einzelne Namen ausstreichen können, aber wer bringt für den Besuch im Wahllokal schon eigens Lineal und Rotstift mit? |
| 17. März 2010 | Der Dichter und sein Richter
Lange Nase, riesige Schneidezähne, meist eine Flasche Bier in der Hand und ein Motorrad unterm Hintern: So präsentiert sich, seit 1982, Werner seinen Lesern. Die Comic-Figur ist das Alter Ego des Zeichners Rötger Feldmann alias Brösel. |
| 16. März 2010 | Das Blaue Sofa
Bis zum 2. Weltkrieg war die Leipziger Buchmesse die bedeutendste ihrer Art in Deutschland. Danach wurden die Karten neu gemischt, und Frankfurt eroberte den Spitzenplatz. Den hat die Stadt am Main bis heute inne, weswegen der Buchmesse in Sachsens Metropole weit weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird. Jedenfalls in unseren Gefilden. Für die Länder Ost- und Südosteuropas ist die Frühlingsmesse jedoch die wichtigste in ihrem Literaturbetrieb. |
| 15. März 2010 | Ein deutscher Literaturnobelpreisträger, den kaum noch jemand kennt
Nennen Sie einen deutschen Literaturnobelpreisträger: Wenn Sie eine solche Frage gestellt bekommen, denken Sie vielleicht an Thomas Mann, Günter Grass oder Herta Müller. An Paul von Heyse denken Sie eher nicht. Das könnte daran liegen, dass seine Geburt schon ein Weilchen her ist: auf den Tag genau 180 Jahre. |
| 12. März 2010 | Die letzte Montagsdemonstration
Den Fall der Mauer hätte es ohne die Montagsdemonstrationen in der DDR nie gegeben – oder zumindest wesentlich später und nicht auf so friedlichem Weg. Die erste Montagsdemonstration feierte am 4. September 1989 Premiere: Vor der Nikolaikirche in Leipzig hatten sich am ersten Tag nach den Sommerschulferien rund 1200 Unzufriedene versammelt, die „Reisefreiheit statt Massenflucht“ und „Stasi raus“ forderten. Letzteres war so nötig wie gefährlich, denn die Versammlung wurde von Agenten der Staatssicherheit observiert und immer wieder gestört. |
| 11. März 2010 | Heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen
Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen: Das soll der große Reformator Martin Luther gesagt haben. Ob es stimmt oder nicht – der Spruch bleibt eine schöne Metapher für Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft. |
| 10. März 2010 | Das Bilderbuch, das der liebe Gott uns aufgeschlagen hat
„Das Rad an meines Vaters Mühle brauste und rauschte schon wieder recht lustig, der Schnee tröpfelte emsig vom Dache, die Sperlinge zwitscherten und tummelten sich dazwischen; ich saß auf der Türschwelle und wischte mir den Schlaf aus den Augen, mir war so recht wohl in dem warmen Sonnenscheine. Da trat der Vater aus dem Hause; er hatte schon seit Tagesanbruch in der Mühle rumort und die Schlafmütze schlief auf dem Kopfe, der sagte zu mir: Du Taugenichts! Da sonnst du dich schon wieder und dehnst und reckst dir die Knochen müde und lässt mich alle Arbeit allein tun. Ich kann dich hier nicht länger füttern. Der Frühling ist vor der Tür, geh auch einmal hinaus in die Welt und erwirb dir selber dein Brot.“ |
| 9. März 2010 | Moralisch verwerflich, politisch erfolgreich
„Dass dieser kleine dunkelhäutige Musikant David Rizzio tatsächlich der Liebhaber Maria Stuarts gewesen sei, ist niemals bewiesen worden noch zu beweisen. Aber gerade die offene Gunst, welche die Knigin diesem ihrem Geheimschreiber vor dem ganzen Hofe gewährt, spricht am energischsten gegen einen solchen Verdacht.“ So beschreibt Stefan Zweig in seinem Buch Maria Stuart die tragische Beziehung zwischen der Schottenkönigin und ihrem Günstling. |
| 8. März 2010 | Die Frauen und ihr Plapper-Gen
Heute ist Internationaler Frauentag. Eine schöne Gelegenheit, einer Boulevardzeitung zu gedenken, die keineswegs immer politisch korrekt ist und dies leider nicht durch das nötige Quantum Humor auszugleichen in der Lage ist - im Gegensatz zu einer Frau, die sich einmal sehr elegant gegen Bild zu wehren wusste. |
| 5. März 2010 | Guter Verlierer
Ein Ritter, der sich auf ein Schwert stützt, 35 Zentimeter hoch, 4 Kilogramm schwer, aus einer Kupfer-Zinn-Legierung, mit Gold überzogen, Materialwert zirka 250 Euro: Was ist das? Richtig, der Oscar! Er wird dieses Jahr – wegen der Medienkonkurrenz der Olympischen Winterspiele – erst am 7. März verliehen; nicht, wie sonst üblich, im Februar. |
| 4. März 2010 | Wetterfrösche in der Krise
Als wäre das Erdbeben nicht schon schlimm genug gewesen, raste einen Tag später eine Flutwelle auf die chilenische Pazifikküste zu. Seismologen hatten zuvor darauf hingewiesen, die Bevölkerung war vorbereitet – und nahm zum Glück die Entwarnung der Meteorologen nicht ernst. Wenigstens hatte Chile durch den Tsunami kaum weitere Opfer zu beklagen. |
| 3. März 2010 | „Der größte Hetzer in unserem Lande“
Dem Mann, der heute 80 Jahre alt wird, bescheinigte Willy Brandt in einer düsteren Stunde, er sei „seit Goebbels der größte Hetzer in unserem Lande“. Das war sehr böse und leider auch daneben, da Brandt den so Beleidigten in die Nähe des Nationalsozialismus rückte. Ein Faschist war Heiner Geißler jedoch noch nie. Der Betroffene amtierte zu jener Zeit als Generalsekretär der CDU unter Helmut Kohl und hatte damals mehr Feinde als die SPD heute Wähler. |
| 2. März 2010 | Warum Haralds Silovs in die Olympia-Geschichte eingeht
Die Olympischen Spiele sind seit Sonntag passé. Was bleibt im Gedächtnis haften? Vielleicht die Tatsache, dass Kanada erstmalig und völlig überraschend die Medaillenwertung gewann. Aber das interessiert im Land des Ahornblatts niemanden. Viel wichtiger ist den eishockeyverrückten Kanadiern, dass ihre Stars um Sidney Crosby Gold gewannen. |
| 1. März 2010 | Wie der Fisch auf Wasser
„Das Wirtschaften im Internet steht im Mittelpunkt der weltgrößten Computermesse Cebit“, schreibt das Nachrichtenmagazin Spiegel online: „Beim Zugang zum Internet hingegen liegen kleine Endgeräte im Trend. Wenn dann auch die Bedienung der Technik endlich einmal einfacher wird, kann sich der allseits vernetzte Mensch so selbstverständlich im Internet tummeln wie der Fisch im Wasser.“ Heute beginnt in Hannover die Cebit, doch der Bericht von Spiegel online ist bereits 10 Jahre alt. |
| 26. Februar 2010 | Das noch nicht ganz ideale Haustier
Vierbeiner haben einen guten Stand in der Redaktion dieses Newsletters. Von wilden Tieren und ihren domestizierten Vettern war schon öfters die Rede, und eine Art schaffte es sogar, in beiden Kategorien erwähnt zu werden: der Elch. Die in freier Wildbahn lebenden Exemplare gelangten leider fast ausschließlich als Opfer des zunehmenden Straßen- und Schienenverkehrs auf dieses Portal. |
| 25. Februar 2010 | Himmelskörper zum Frühstück
Essen Sie morgens gelegentlich ein Hörnchen? Ein solches Frühstück gönnt man sich, wenn's einen nicht pressiert. Und manchmal bleibt sogar noch Zeit, darüber nachzudenken, woher das Wort kommt. |
| 24. Februar 2010 | Ein Reich, in dem die Sonne nicht unterging
Karl V. wurde am 24. Februar 1530, exakt an seinem 30. Geburtstag, in Bologna zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt. Zuvor war er bereits Herrscher über Spanien, Burgund, Brabant, Luxemburg, Limburg, Flandern, Elsass, Schwaben, beide Sizilien, Ungarn, Dalmatien, Kroatien, Spanisch-Ostindien sowie alle spanischen Besitztümer in Mittel- und Südamerika. Als Oberhaupt der Habsburger thronte Karl natürlich auch über die österreichischen Erblande, in denen allerdings sein jüngerer Bruder Ferdinand als Statthalter regierte. Sein Reich war auch ohne den transatlantischen Zuwachs das größte seit Karl dem Großen, auch wenn die Macht nicht so unangetastet war wie die des Namensvetters mit der Ordnungszahl I. |
| 23. Februar 2010 | Was das Raubtier über die Raubtiergesellschaft denkt
Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen: Von wem stammt diese Einsicht? Treue Leser dieses Newsletters (siehe Ausgabe vom 5. Januar 2009 „Krise als Chance?“) wissen Bescheid: von Erich Kästner. |
| 22. Februar 2010 | Philosoph und Tierfreund
„Das Publikum ist so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu lesen.“ Das gilt natürlich nicht für die Leser dieses Newsletters, denn der befasst sich auch schon mal mit 222 Jahre zurückliegenden Dingen wie der Geburt Arthur Schopenhauers. Von diesem Philosophen stammt übrigens das Eingangszitat. Schopenhauer schrieb bereits im Alter von 30 Jahren sein Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung. |
| 19. Februar 2010 | Das Los des Lyrikers
Kleine Denksportaufgabe: Nennen Sie einen griechischen Dichter von Weltrang. Einen neuzeitlichen bitte, der nicht Nikos Kazantzakis (siehe unseren Newsletter vom 18. Februar 2008 „Der Kopfmensch und der Lebemann“) heißt. Lord Byron (siehe die Ausgabe vom 22. Januar 2010 „Leider nicht der erhoffte Tod“), das möchte ich Ihnen gleich sagen, zählt nicht; der war allenfalls Wahlgrieche. |
| 18. Februar 2010 | Katholiken - Protestanten 7:1
Am 18. Februar gedenkt die katholische Kirche gleich sieben Heiliger: Angilibert, Fra Angelico, Konstantia, Simon, Alexander, Heladius, Colmann. Nicht alle sind der Redaktion dieses Newsletters bekannt, wohl aber den Verantwortlichen der Online-Enzyklopädie Wikipedia. Mit Simon ist der Bruder des Herrn gemeint; wer aber ist Colmann? Das tut in diesem Zusammenhang nichts zur Sache, zumal wir es lieber mit den Außenseitern halten. |
| 17. Februar 2010 | Was Franz Josef Strauß nie zum Frühstück aß
Der politische Aschermittwoch geht auf eine niederbayerische Tradition von 1580 zurück (siehe unseren Newsletter vom 1. März 2006 „Woher stammt der politische Aschermittwoch?“). Bundesweit bekannt wurde das Politspektakel jedoch erst mit den Auftritten von Franz Josef Strauß. Der CSU-Vorsitzende nahm sich am ersten Tag nach Fasching gerne den politischen Gegner vor. Der hieß SPD und war, zum Ärger der Christsozialen, lange Zeit Regierungspartei. |
| 16. Februar 2010 | Fluch oder Segen?
Bescheidenheit sei keine Zier, wurde vor einem Jahr an dieser Stelle behauptet (siehe unseren Newsletter vom 16. Februar 2009). Selbiges behauptet auch ein Sprichwort, verbunden mit der Versicherung, ohne diese Eigenschaft bringe man es im Leben viel weiter. |
| 12. Februar 2010 | Wie der 14. Februar zum Tag der Verliebten wurde
Dass der Valentinstag keine Erfindung der Geschäftsleute ist, haben wir Ihnen bereits in einem früheren Newsletter (siehe unsere Ausgabe vom 14. Februar 2006 „Der Valentinstag – eine Erfindung der Geschäftsleute?“) bewiesen. Doch wie wurde der 14. Februar zum Tag der Verliebten? |
| 11. Februar 2010 | Vom Dop zum Doping
Morgen wird im kanadischen Vancouver die Winter-Olympiade eröffnet. 16 Tage lang kämpfen in 86 Wettbewerben die Athleten um 258 Medaillen. Vor 4 Jahren in Turin war Deutschland die erfolgreichste Wintersportnation. Noch wichtiger als der Erfolg ist allerdings die Tatsache, dass er mit sauberen Mitteln erzielt wurde. Und damit wären wir bei einer Brisanz, die eigentlich nicht in den Small Talk gehört. Doch lässt sich das Thema Doping in Zusammenhang mit den Olympischen Spielen leider nicht aussparen (siehe unseren Newsletter vom 22. Juli 2009 „Als Doping noch legal war“). |
| 10. Februar 2010 | Ein Sport, bei dem sich nur der Brutale durchsetzen kann
„Neben den Anstrengungen der Werbewirtschaft“, meinte der US-Krimiautor Raymond Chandler, „ist Schach die größte Verschwendung menschlicher Intelligenz.“ Der Satz stimmt so nicht mehr: Inzwischen verschwenden auch Computer ihre Intelligenz an diesen Sport (siehe unseren Newsletter vom 11. Mai 2007 „Mensch gegen Maschine“). |
| 9. Februar 2010 | Ein Stern für Stars und Sternchen
In Los Angeles wird selten zu Fuß gegangen. Tut man es doch, noch dazu in besseren Vierteln wie Beverly Hills oder Laurel Canyon, macht man sich gleich verdächtig und kann sicher sein, in den nächsten Minuten einer Polizeikontrolle unterworfen zu werden. Erwünscht sind Fußgänger dagegen auf dem Hollywood Boulevard und den von ihm abgehenden Straßen. |
| 8. Februar 2010 | Karriere innerhalb und außerhalb der Klostermauern
Die Leidenschaft für die Pflanzen hatte er vom Vater geerbt. Der züchtete Obstbäume, die er durch Aufpfropfen von Reisern anderer Sorten veredelte. Obwohl die Eltern einfache, ihrem Gutsbesitzer tributpflichtige Bauersleute waren, besuchte der 1822 geborene Sohn die höhere Schule und schloss daran sogar ein Philosophiestudium an. Eine brotlose Kunst, da der frischgebackene Absolvent sich alsbald „gezwungen sah, in einen Stand zu treten, der ihn von den bitteren Nahrungssorgen befreite.“ |
| 5. Februar 2010 | Gute Schweizer, böse Schweizer
Ist es richtig, ein Beweismittel von Kriminellen zu kaufen, um damit andere Kriminelle dingfest zu machen? Ja, meint die überwiegende Mehrheit der Deutschen wie auch die Mehrzahl ihrer Politiker. In der Schweiz sieht man das ein wenig anders: Diskretion und Zurückhaltung sind Urschweizer Tugenden, die man selbst zur Pflege der Beziehungen mit dem großen Nachbarn nicht opfern darf. Manche Deutsche wiederum wissen gerade diese Prinzipientreue zu schätzen (siehe unseren Newsletter vom 16. Mai 2006 „Tipp für ein Bargeld-Versteck – aber nicht weitersagen“). Andere nicht. |
| 4. Februar 2010 | Sympathie für den Bösewicht
Krimis drehen sich meist um Kommissare oder Privatdetektive, die Verbrecher dingfest machen und der guten Sache zu ihrem Recht verhelfen. Verkauft sich die Geschichte gut, kann der Autor oder die Autorin eine Serie daraus machen. Nur wenige Krimis schildern die Sache aus der Sicht des Übeltäters. Das kommt beim Publikum erstens nicht so gut an, zweitens ist die Idee mit den Fortsetzungen problematisch – zumal die meisten Leser möchten, dass der Kriminelle seine gerechte Strafe erhält. |
| 3. Februar 2010 | Eine kühne Prognose
Reif für den Zauberberg (siehe unseren Newsletter vom 11. Januar) ist Joachim Löw noch nicht, denn das ist ein Sanatorium in Davos, das Thomas Mann in einem Roman beschrieb. Auch gehen weder die Haare zum Teufel noch die Zähne flöten, obwohl der Mann heute fünfzig wird. Nein, Jogi, wie er allenthalben genannt wird, kommt noch recht jugendlich daher, und sein größtes Ziel hat er noch vor sich: Das wäre ein Titelgewinn mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. |
| 2. Februar 2010 | Ein Auftrag für Jörg Kachelmann?
Punxsutawney Phils erstes Auftauchen im Jahr ist in den Vereinigten Staaten immer ein Gesprächsthema. Nicht nur für den Smalltalk, auch in Hollywood. Davon zeugt der Streifen Und täglich grüßt das Murmeltier (siehe unseren Newsletter vom 1. Februar 2008 „Morgen ist Groundhog Day“). Eine Prognose über die Reaktion des haarigen Gesellen, wenn die Klappe zu seinem Bau für einen Moment geöffnet wird, ist nicht schwer: Er wird seinen Schatten sehen und vor Schrecken zusammenzucken. |
| 1. Februar 2010 | Gründe, diesen Monat weniger Geld auszugeben
Heute beginnt der Monat, in dem die meisten von uns merken, dass das Monatsgehalt in 28 Tagen ebenso wenig ausreicht wie in 31. Dabei sollte es im Februar wirklich langen. |
| 29. Januar 2010 | Große Kunst, noch größere Sprüche
William Claude Dukenfield, heute vor 130 Jahren in Philadelphia geboren, war ein bekannter Schauspieler. Unter seinem Künstlernamen W. C. Fields bekam er sogar einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame; zu seinem 100. Geburtstag ehrte ihn die US-Post mit einer Gedenkbriefmarke. Inzwischen ist der 1946 verstorbene Schauspieler allenfalls mal in der Wiederholung einer David Copperfield-Verfilmung zu sehen, in der er freilich nur eine Nebenrolle spielte. |
| 28. Januar 2010 | Pfeiffer mit drei ‚f’
Eine unbehandelte Orange, eine unbehandelte Zitrone, zwei Liter billiger Rotwein, 50 ml Orangensaft, 35 cl vierundfünfzigprozentigen Rum, eine Zimtstange, sechs Gewürznelken und ein Zuckerhut ergibt, richtig verhackstückt und gemischt, langsam erhitzt und schließlich mit einem langen Streichholz angezündet was? Richtig, eine Feuerzangenbowle! Jetzt ist das richtige Wetter dafür. Gibt man den Begriff in Google ein, erhält man als ersten Treffer das Getränk; mit dem Hinweis, dass es sich um keine eigentliche Bowle, sondern um einen Punsch handelt. Direkt anschließend weist einen die Suchmaschine auf den gleichnamigen Film hin. |
| 27. Januar 2010 | Eine Erfindung, die so neu nicht war
Der Erfinder der Glühbirne, das wissen die Leser dieses Newsletters, heißt Jára Cimrman und kommt aus Prag (siehe unsere Ausgabe vom 12. Oktober 2007 „Der Erfinder der Glühbirne, des Joghurts und des Panamakanals“). Sie wissen auch, dass der geniale Tscheche vergessen hatte, sein Patent anzumelden. Wegen dieses Versäumnisses kam ein gewisser Thomas Alva Edison heute vor 130 Jahren in den Genuss dieser Erfindung. Doch auch hinter dem US-Genie steckt eine gute Geschichte. Im Gegensatz zu allem, was über Jára Cimrman erzählt wird, besitzt sie sogar den Vorteil, der Wahrheit zu entsprechen. |
| 26. Januar 2010 | Kein strahlendes Jubiläum in Davos
Das Weltwirtschaftsforum in Davos feiert Jubiläum: Zum 40. Mal treffen sich ab morgen in den Schweizer Bergen die Mächtigen dieser Erde zum „Überdenken, umgestalten, erneuern.“ So lautet der Titel der fünftägigen Veranstaltung, zu der 2500 Teilnehmer erwartet werden. Darunter sind 30 Staats- und Regierungschefs und 60 Minister. Zum Vergleich: Das Debüt im Jahr 1971 lockte 444 Manager an. |
| 25. Januer 2010 | Der Tag, an dem sich alle lieb haben
Der Weltkuscheltag war zwar bereits letzten Donnerstag, doch hatten wir an diesem Datum ein noch bedeutenderes Ereignis zu vermelden. Jetzt aber zu dem Tag, an dem sich alle lieb haben sollen. Über dessen Herkunft und Geschichte konnte die Redaktion dieses Newsletters leider nichts herausbekommen. Sogar auf der Wikipedia-Seite, die doch über alles Wichtige und Unwichtige zu berichten weiß, fand sich kein entsprechender Eintrag. |
| 22. Januar 2010 | Leider nicht der erhoffte Tod
An dem Tag, als der heute vor 222 Jahren geborene George Gordon Byron 36 Jahre alt wurde, beschenkte er sich selbst mit einem Gedicht: On this Day I Complete My Thirty-sixth Year. Es wurde sein letztes, was sowohl die Gedichte als auch die Lebensjahre betraf, denn keine drei Monate später war Byron tot. Ob er das nahen seines Endes geahnt hat? Die letzten Zeilen seines Gedichts lauten. |
| 21. Januar 2010 | Keine Regel ohne Ausnahme
„Mit 50 hat jeder das Gesicht, das er verdient, meinte einmal George Orwell. Doch so alt wurde der 1903 geborene britische Autor nicht. Er starb bereits am 21. Januar 1950. Zwei Jahre zuvor hatte er seine Version vom autoritären Überwachungsstaat geschrieben – und die Jahreszahl für den Romantitel einfach umgedreht: 1984. Orwell war Schriftsteller, gleichzeitig aber auch Journalist. So beherrschte er neben der Literatur die Kunst, für den Alltag zu schreiben. |
| 20. Januar 2010 | Die schwierige Rückkehr zur Erde
Als am 21. Juli 1969 um 4 Uhr 15 mitteleuropäischer Zeit Edwin Aldrin ein Mensch den Mond betrat, begann für ihn eine schwere Zeit. Sein erstes Problem war, dass exakt 19 Minuten zuvor jemand dasselbe getan hatte. Ab da kannte Neil Armstrong jedes Kind; Edwin Aldrin blieb nur als sein Gehilfe in Erinnerung. Noch schlechter erging es Michael Collins: Der durfte zwar zum Mond mitfliegen, den Erdtrabanten aber nicht betreten. Wären alle drei Astronauten gleichzeitig auf dem Mond gewesen, hätte womöglich jemand das verlassene Raumschiff geklaut und wäre mit der Columbia davongedüst. |
| 19. Januar 2010 | Zu schön für Hitchcock
Ihre berühmtesten Filmrollen waren die beiden ersten: Das Debüt als Schauspielerin gab Tippi Hedren in Die Vögel, und auch im nächsten Film desselben Regisseurs stand sie als Marnie vor der Kamera. Doch Tippi Hedren verdankte Alfred Hitchcock nicht nur ihren Aufstieg. Der hatte sie in einem Werbespot entdeckt und sie gleich für 7 Jahre verpflichtet. |
| 18. Januar 2010 | Zu Tode gewachsen
Die Dinosaurier mussten die Erde verlassen, weil sie zu groß geworden waren. Dieser Spruch hätte von Kenneth Boulding stammen können, jenem Wirtschaftswissenschaftler, der heute vor 100 Jahren im englischen Liverpool geboren wurde und später in die Vereinigten Staaten auswanderte. Von Boulding stammt allerdings der schöne Satz: „Jeder, der glaubt, exponentielles Wachstum kann unendlich lange andauern in einer endlichen Welt, ist entweder ein Irrer oder ein Ökonom.“ |
| 15. Januar 2010 | Nichts für Schönwettersportler
Heute beginnt die Rückrunde der Fußball-Bundesliga, viel früher als in den Jahren zuvor, als die Winterpause bis Ende Januar dauerte. Und ausgerechnet jetzt wird Westeuropa von einer der längsten Kälteperioden seit Jahrzehnten heimgesucht. Doch darf's nicht einmal bei ausgewiesenen Schönwettersportlern an den Temperaturen scheitern, zumal jedes deutsche Erstligastadion über eine Rasenheizung verfügt. |
| 14. Januar 2010 | Herzlichen Glückwunsch, Nick Romeo!
Wenn in diesem Newsletter ein unter 50-Jähriger wegen seiner Lebensleistung gewürdigt wird, kann das nichts Gutes bedeuten. Das musste am 25. August 2009 Philipp Mißfelder („Herzlichen Glückwunsch, Philipp Mißfelder!“)schmerzlich erfahren. |
| 13. Januar 2009 | Drei Jahrzehnte Grüne
Heute vor 30 Jahren gründeten Umweltschützer und Friedensaktivisten die Partei der Grünen. Die Überlegung dahinter: Im Parlament könnten sie ihre Interessen besser vertreten. Es blieb beim Konjunktiv. Drei Jahrzehnte und ein wackliger Atomausstieg (unter einem grünen Umweltminister) sowie ein Bombenkrieg gegen Jugoslawien (unter einem grünen Außenminister) später fällt die Bilanz ernüchternd aus. |
| 12. Januar 2010 | „Voorlopig geen Elfstedentocht“ ...
… meldet der Koninklijke Nederlandsche Schaatsenrijders Bond (KNSB), die unter der Patenschaft der Königin stehende Vereinigung der Niederländischen Natureisläufer. Was es mit dem Elfstedentocht auf sich hat, wissen treue Leser dieses Newsletters; weniger treue müssen die Ausgabe vom 12. Januar 2009 „Die Frage, um die sich dieser Tage alles in Friesland dreht“ zu Rate ziehen. Vor genau einem Jahr stand unser Nachbarland vor derselben Frage wie heute: Findet der Elfstedentocht nun statt oder nicht? |
| 11. Januar 2010 | Reif für den Zauberberg?
Der Geburtstag, das haben Sie in unserem Newsletter vom 5. Januar erfahren „Das neue Jahr und die guten Vorsätze“, ist die zweite Chance nach Silvester, gute Vorsätze in die Tat umzusetzen. Beispielsweise könnte zum Wiegenfest der Entschluss reifen, endlich einmal ein gutes Buch zu lesen, für dessen Lektüre man sich bislang zu unreif gefühlt hat: etwa den Zauberberg von Thomas Mann, der in einem Schweizer Sanatorium spielt, oder, falls der Schauplatz zu sehr an die eigenen Gebrechen erinnert, Lotte in Weimar, wo derselbe Schriftsteller Goethes Werther aufgreift und das Objekt aller Sehnsüchte, Werthers große Liebe Charlotte – die im wirklichen Leben natürlich Goethes große Liebe war – im Weimarer Hotel Elephant logieren lässt. |
| 8. Januar 2010 | Nicht jeder, der nach Indien fährt, entdeckt Amerika
Als Christoph Kolumbus (siehe auch unsere Newsletter vom 19. Mai 2006 „Vor 500 Jahren starb Christoph Kolumbus“ und 9. August 2007 „Eine böse Entdeckung“) einen westlichen Seeweg nach Indien vorschlug, mussten die Portugiesen herzlich lachen. Die Experten von Europas Seemacht Nummer eins wussten, dass die Passage nur um Afrika herum führen konnte, also von ihrer Heimat aus zunächst in südlicher, dann in östlicher Richtung. |
| 7. Januar 2010 | Weshalb Pisa bald nur noch Bildungspolitikern ein Begriff sein wird
Heute vor 20 Jahren bekamen die Pisaner – ebenso wie die Touristen der berühmten Stadt in der Toskana – einen gehörigen Schrecken: Ihr Turm hatte sich noch stärker geneigt, als dies ohnehin der Fall ist. Um letzteren zu verhindern, sperrten die Ratsherren ihren Fremdenverkehrsmagneten für alle Besucher. |
| 6. Januar 2010 | Warum die Kölner heute traurig sind
Als Feiertag ist der Dreikönigstag in Deutschland nördlich der Mainlinie fast überall abgeschafft. Ausnahme ist das Bundesland Sachsen-Anhalt. Im Süden halten Baden-Württemberg und Bayern ebenso wie das tief katholische Österreich weiterhin an der christlichen Tradition fest, die aus Köln stammt (siehe dazu unseren Newsletter vom 6. Januar 2006 „C + M + B“). Traurig für die Domstädter, dass sie heute an den Schreibtisch oder an die Werkbank müssen – und das bei eisigen Temperaturen, die sie selbst winters nicht gewohnt sind. |
| 5. Januar 2010 | Das neue Jahr und die guten Vorsätze
„Es gibt bereits alle guten Vorsätze“, stellte schon im 17. Jahrhundert Blaise Pascal fest, „wir brauchen sie nur noch anzuwenden.“ Vielleicht müssen auch Sie sich mit dem Spruch des der französische Mathematiker und Philosophen trösten, falls Sie schon Ihre Vorsätze für 2010 über Bord geworfen haben. Immerhin bleibt Ihnen ein Thema für Ihren nächsten Small Talk: Fragen Sie Ihr Gegenüber, was er oder sie sich für 2010 vorgenommen hat. |
| 4. Januar 2010 | Himmlischen und irdischen Göttern überlegen
Heute vor 50 Jahren starb der Schriftsteller und Philosoph Albert Camus. Begraben ist er im Provence-Städtchen Lourmarin. Das findet Nicolas Sarkozy ein wenig schofelig: Frankreichs Staatspräsident will den großen Geist dort aufbewahrt sehen, wo die meisten berühmten Franzosen ruhen: im Pantheon. Gegen eine Überführung der sterblichen Überreste in die Hauptstadt wiederum wehrt sich die Familie. |
| 23. Dezember 2009 | Es gibt keinen Weg zum Frieden
Der 1948 gestorbene Mahatma Gandhi gehört aus deutscher Sicht zu den zehn Persönlichkeiten der Weltgeschichte, welche die Welt am stärksten positiv verändert haben. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid (siehe unseren Newsletter vom 2. März 2006 „Wer hat in der Weltgeschichte am positivsten gewirkt?“). Heute vor 90 Jahren rief Gandhi seine indischen Landsleute zum Widerstand gegen die britischen Kolonialherren auf. Einzig gangbarer Weg für den erklärten Pazifisten war statt einer gewaltsamen Revolution der zivile Ungehorsam. |
| 22. Dezember 2009 | Der Preiskampf in der Pharmaindustrie
Der Vorschlag zum heutigen Beitrag stammt von einem Leser aus Österreich. Ich selber wäre nicht auf die Idee gekommen, weil mir das Thema für einen Small Talk zu heikel erscheint – und dennoch: Krankheiten und Medikamente betreffen, wie jener Leser treffend bemerkte, fast jede(n) von uns. Und deshalb nähern wir uns heute den Generika an. |
| 21. Dezember 2009 | Die längste Nacht des Jahres
Der heutige 21. Dezember ist der Tag der Wintersonnenwende und somit der kürzeste des Jahres. Jedenfalls in Deutschland. Was die Länge der Nacht betrifft, gilt es regionale Unterschiede zu beachten: Die mit 16 Stunden und 51 Minuten längste Nacht hat Flensburg zu ertragen. Die Stadt nahe der dänischen Grenze ist Deutschlands nördlichste. Erheblich kürzer ist die Nacht auf den 22. Dezember in Bayern, vor allem in Garmisch-Partenkirchen: Ganz im Süden des Freistaats müssen die Bewohner nur 15 Stunden und 34 Minuten lang auf das Tageslicht warten. |
| 18. Dezember 2009 | Alles andere als eine Idylle
„Was wir an Weihnachten feiern“, sagt der frühere Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart und heutige Kurienkardinal im Vatikan, Walter Kasper, „ist alles andere als eine Idylle. Die Krippe, die wir längst in unsere warmen Stuben geholt haben, stand bekanntlich im Stall. Niemand war da, der der schwangeren Frau und dem jungen Mann aus Nazareth in Galiläa menschenwürdige Bleibe zu geben bereit war. Kaum war das Kind zur Welt gekommen, musste die junge Familie fliehen, weil Herodes, der machtbesessene Herrscher, dem Kind Jesus nach dem Leben trachtete. Flüchtlinge waren sie, politisch Verfolgte, Asylsuchende.“ Nicht nur katholische Würdenträger, auch weltliche Organisationen denken so. |
| 17. Dezember 2009 | Die Zauberformel
Es gibt tatsächlich Wahlen, die alle Beteiligten so zufrieden hinterlassen, dass man ihre Ergebnisse zementiert. So geschehen vor 50 Jahren in der Schweiz. Nach dem Urnengang setzte sich die siebenköpfige Regierung, Bundesrat genannt, wie folgt zusammen: je zwei Stimmen für Freisinnige, Christliche Volkspartei und Sozialdemokraten sowie eine für die SVP, die ultrakonservative Schweizer Volkspartei. Diese so genannte Zauberformel erfuhr in einem halben Jahrhundert nur eine Änderung: 2003 mussten die Christlichen einen Sitz an die SVP abgeben, da diese bei den Wahlen, die nach wie vor stattfanden, sehr viel besser abgeschnitten hatte. |
| 16. Dezember 2009 | Kein Märchen von Grimm
Heute vor 150 Jahren starb Wilhelm Grimm in Berlin. Berühmt wurde er zusammen mit seinem älteren Bruder Jakob durch die Sammlung von „Kinder- und Hausmärchen“. Das Märchen, das ich Ihnen heute erzähle, ist nicht aus diesem Werk. Für Grimms Geschichten würde der Platz nicht reichen, für die folgende wohl: |
| 15. Dezember 2009 | Geschichten, wie wir sie hier gern erzählt hätten
Ulrich Hesse-Lichtenberger ist der Redaktion dieses Newsletters trotz seines sperrigen Namens bislang nicht aufgefallen. Doch jetzt hat er ein Buch herausgebracht, um das ihn alle Sportjournalisten beneiden. Wie Österreich Weltmeister wurde heißt es und beinhaltet, wie der Untertitel verrät, 111 unglaubliche Fußballgeschichten, die jedoch alle wahr sind. |
| 14. Dezember 2009 | Norwegen auf Umwegen
„Das war der 33. Transport und der 168. Mann, den ich in den letzten Monaten hierher gebracht habe.“ ‚Hierher’, das ist Schweden, ein im Zweiten Weltkrieg neutrales Land, und ‚ich’ bezeichnet den Fluchthelfer, der zwei Österreichern half, aus dem von Deutschen besetzten Norwegen zu entkommen. Johann Laab und Raimund Huber waren in ihrer Heimat politisch verfolgt. Im Land der Fjorde fanden sie Unterschlupf und gingen einer komplett legalen Tätigkeit nach – bis ihr Exilland am 9. April 1940 der nationalsozialistischen Aggression zum Opfer fiel. |
| 11. Dezember 2009 | Ein gespanntes Verhältnis
Heute ist der Internationale Tag der Berge, der alljährlich von der UNO begangen wird. Von Bergen und Bergsteigern war in diesem Newsletter schon öfter die Rede, etwa in den Beiträgen „Der Berg ruft“, „Bravourös am Berg, erfolglos in der Ebene“ oder „Der höchste Berg Europas“. Auch lüfteten wir in der Ausgabe vom 12. September 2006 das Geheimnis, warum Reinhold Messner Bergseen meidet. |
| 10. Dezember 2009 | Die Hölle, empfunden von Thomas Mann
„Der Ruhm zu Lebzeiten ist eine fragwürdige Sache“, meinte Thomas Mann, „man tut gut, sich nicht davon blenden, sich kaum davon erregen zu lassen.“ Heute vor 80 Jahren allerdings musste der Schriftsteller seine Zurückhaltung aufgeben, als er den Literatur-Nobelpreis bekam. Wie gut, dass sich seine Begeisterung auch angesichts der Tatsache in Grenzen hielt, dass ihm die Auszeichnung für ein Werk verliehen wurde, welches er 1901 geschrieben hatte: Die Buddenbrooks. |
| 8. Dezember 2009 | Zu wenig geklaut
Wer ein Ei stiehlt, stiehlt auch ein Kamel. Ins Deutsche übertragen lautet dieses arabische Sprichwort: Wer ein Brötchen stiehlt, dem kann man nicht mehr vertrauen und wird deshalb gekündigt. Um den Diebstahl eines Brötchens geht es heute in einer Verhandlung vorm Arbeitsgericht Dortmund. |
| 9. Dezember 2009 | Eine Wolke ohne Regen
Es war einmal ein Umweltgipfel. Der wurde 1992 in der schönen Stadt Rio de Janeiro abgehalten. Die Teilnehmer stellten fest, dass der Klimawandel ein ernstes Problem und die Staatengemeinschaft zum Handeln gezwungen ist. Auf der daraufhin einberufenen ersten UN-Klimakonferenz, 1995 in Berlin, beschloss man, die Gemeinschaft zu festigen und den Zwang zu verschärfen. |
| 7. Dezember 2009 | Das Klavier hat sich betrunken
„The piano has been drinking“, heißt einer seiner autobiografischen Songs. Er erzählt vom Leben tingelnder Künstler, das sich in den Stunden nach dem Auftritt auf den deprimierenden Mikrokosmos leerer Flaschen und überfüllter Aschenbecher reduziert. Die Begleitband ist schon abgereist und weit und breit keine Kellnerin zu sehen, um den erlösenden letzten Drink des Abends, aus dem längst schon ein weggeworfener Morgen geworden ist, zu servieren. |
| 4. Dezember 2009 | Welche WM-Gegner winken der deutschen Elf?
Der 4. Dezember ist der Tag der Barbara, der Schutzheiligen der Bergleute, Geologen, Glöckner, Glockengießer, Schmiede, Maurer, Steinmetze, Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker, Architekten, Artilleristen, Feuerwerker, Feuerwehrleute, Totengräber, Hutmacher, der Mädchen und der Gefangenen (siehe dazu unseren Newsletter vor genau einem Jahr „Treulose Tochter, verbitterter Vater“). |
| 3. Dezember 2009 | Behindert wird man
„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ So hieß es im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, bis vor 15 Jahren ein weiterer Satz hinzukam: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ |
| 2. Dezember 2009 | Die älteste deutsche Universität
Wie heißt die älteste deutsche Universität? Diese Frage lässt sich so leicht nicht beantworten, denn das Objekt befindet sich heute nicht mehr auf deutschem Boden. Sondern auf tschechischem, denn in Prag entstand 1348 die Karlsuniversität, benannt nach dem damaligen böhmischen König, der später zugleich Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation wurde. |
| 1. Dezember 2009 | Vor dem Fest und zwischen den Jahren
Der Dezember soll der kürzeste Monat des Jahres sein. Jedenfalls aus Arbeitgebersicht: Für die selbsternannten Träger der deutschen Wirtschaft zerfällt der Dezember in drei Phasen. Die erste währt dieses Jahr 17 Werktage lang, bei tendenziell sinkendem Arbeitseifer durch Nikolaus, diverse Betriebsfeiern, vielleicht das eine oder andere Adventskegeln und weitere die Gemeinschaft der Werktätigen stärkende, deren, wie es so schön auf Neudeutsch heißt, work output jedoch bremsende Zeitvertreibe. |
| 30. November 2009 | Blut, Schweiß, Tränen. Und Arbeit.
Winston Churchill, heute vor 135 Jahren geboren, war vor allem wegen seiner Zunge gefürchtet. Seinen Rivalen von der Labour Party, Clement Attlee, bezeichnete er einmal als „Schaf im Schafspelz“. Kein Wunder, dass Attlee, der Churchill im Amt des britischen Premierministers beerbte, auch dessen Nachfolger wurde – nachdem Labour die nächste Wahl deutlich gegen Churchills Konservative verlor. |
| 27. November 2009 | Der erste Adventskranz
Am Sonntag ist der erste Advent. In diesem Zusammenhang wurde in unserem Newsletter bereits des Kalenders gedacht (siehe Ausgabe vom 1. Dezember 2006 „Schöne neue Medizinerwelt?“). Heute erweisen wir dem Adventskranz die Reverenz. Woher stammt der eigentlich? |
| 26. November 2009 | Was wirklich wichtig ist
Sie kommen in regelmäßigen Abständen heraus, meist monatlich, oft aber auch wöchentlich oder vierzehntäglich, sind geheftet oder geleimt, haben ein nach bestimmten Wiedererkennungsmerkmalen gestaltetes Deckblatt und sind hochgradig von der Zahl ihrer Abonnenten abhängig, wobei der Preis sich weniger nach der Qualität des Inhalts als nach der des Papiers richtet. Die Rede ist von Zeitschriften, deren Welttag heute begangen wird. |
| 25. November 2009 | Der Wunsch nach Demokratie und sozialer Gerechtigkeit
„Vor einer Legion, ich weiß nicht mehr vor welcher, ritt eine üppige Weibsperson, eine rote Feder auf dem Hecker-Hute, Brille auf der Nase, angetan mit einem Reitkleide aus schwarzem Samt, im roten Gürtel zwei Pistolen, an der Seite einen Schleppsäbel und – hinter ihr reitend – ein badischer Dragoner als Ordonnanz“: Die so martialisch beschriebene Mathilde Franziska Anneke nahm zwar am badisch-pfälzischen Aufstand von 1848/49 teil, sogar zu Pferde und auch in vorderster Front, aber Waffen hat sie zeitlebens ebenso wenig getragen wie Männerkleidung. |
| 24. November 2009 | Zu lahm. Zu groß. Zu träge. Zu dumm?
„Die Säugetiere haben die Dinosaurier verdrängt“, erklärte der britische Naturforscher Charles Darwin, der heute vor 150 Jahren in seinem Werk Die Entstehung der Arten seine Evolutionstheorie (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 11. Februar 2009 „Das Buch, das die Welt veränderte“) veröffentlichte, „weil sie schneller, kleiner und aggressiver waren.“ |
| 23. November 2009 | 51 Euro geschenkt
Blicken wir noch einmal 20 Jahre zurück: In den zwei Wochen nach der Maueröffnung hatten 11 Millionen DDR-Bürger bereits den Westen besucht. Die restlichen fünf Millionen hatten nicht nur auf die Reise, sondern auch auf 100 D-Mark Begrüßungsgeld verzichtet. Für unsere jüngeren Leser: Das sind umgerechnet etwas mehr als 51 Euro. Diesen Betrag bekamen Ostdeutsche, wenn sie unter Vorlage eines Ausweises bei einem westdeutschen Geldinstitut vorstellig wurden. |
| 20. November 2009 | Die erzieherische Wirkung des Fernsehens
Morgen ist der Welttag des Fernsehens. Er hat keineswegs zum Ziel, dass sich rund um den Globus Menschen einen ganzen Tag lang vor die Glotze setzen. Vielmehr soll selektiv ferngesehen und der segensreiche Anteil des TV an der Informationsgesellschaft unterstrichen werden. So die Theorie. In der Praxis ist es mit der erzieherischen Wirkung der flimmernden Kiste nicht so weit her. |
| 19. November 2009 | Die Herren Unterlasser
„Ein Unternehmen produziert kein Geld, sondern Schuhe“: Es war Peter Ferdinand Drucker, der bereits in den Sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Manager ermahnte, nicht zu sehr auf den Aktienkurs zu schielen. Der in Wien geborene Bestsellerautor (Die Zukunft der Industriegesellschaft) sah vieles voraus: So warnte Drucker auch schon vor der Überalterung in den westlichen Industrienationen und kritisierte heftig die kurzfristige Orientierung in den Konzernzentralen. |
| 18. November 2009 | Deutscher und Weltbürger
„Mode ist das wichtigste Mittel der Textilindustrie gegen die zunehmende Haltbarkeit der Stoffe“: Dieses Zitat stammt zwar nicht von unserem heutigen Geburtstagskind, sondern von dessen Kollegen Emilio Schuberth. Doch Wolfgang Joop, der an diesem 18. November 65 wird, steht ebenfalls seiner eigenen Branche durchaus kritisch gegenüber. „Teure Designerkleidung“, meinte er einmal, sei nichts für Kinder, denn die schaffe nur „Distanz und Isolation. Kinder wollen meistens so sein wie andere Kinder auch.“ |
| 17. November 2009 | Falschmeldung stürzt Regierung
Stellen Sie sich vor, Sie gehen ins Theater, aber die Veranstaltung fällt aus. Sie gehen wieder nach Hause, und dort teilt man Ihnen mit, dass es für Sie auch in Zukunft keine Theatervorstellung mehr geben wird, schlicht und ergreifend aus dem Grund, da Sie tot sind. Das Ganze könnte der Feder Franz Kafkas entstammen. Doch nur der Schauplatz passt, der Rest hat sich wirklich so zugetragen. |
| 16. November | Dulden heißt beleidigen
Vor Jahren besuchte ein Reporter den aus Ghana stammenden Bundesligaprofi Anthony Yeboah. Der Fußballer hatte gerade in der Nähe von Frankfurt, wo er bei der Eintracht kickte, ein neues Domizil bezogen. Erstaunt stellte der Pressevertreter fest, Yeboah wohne ja wie ein deutscher Musterbürger. Warum auch nicht? Schließlich wird hierzulande von Neuankömmlingen erwartet, dass sie sich den Landessitten anpassen. Yeboah jedenfalls fühlte sich leicht auf den Schlips getreten und antwortete seinem Besucher: „Soll ich etwa ein Lagerfeuer im Wohnzimmer machen?“ |
| 13. November 2009 | Warum Sie Freitag den 13. doch sehr ernst nehmen sollten
Unserem Newsletter, den Sie vielleicht schon seit einiger Zeit lesen, wird eine gewisse pädagogische Tendenz nachgesagt. Tatsächlich bilden wir uns etwas darauf ein, die Allgemeinbildung unserer Leser zu verbessern. Da ist der Schritt zur seelischen Fürsorge nicht weit. „Freitag der 13.“, titelten wir in der Ausgabe vom 13. Januar 2006, „ist kein Unglückstag“. Als Beleg zitierten wir den Heidelberger Soziologen Edgar Wunder. Der kam nach der Analyse von 26 Freitagen, die von 1985 bis 1999 auf einen 13. fielen, zu einem beruhigenden Schluss: Im statistischen Mittel ist die Unfallzahl an einem Freitag den 13. geringer als etwa an einem Freitag den 20. |
| 12. November 2009 | Ein Graf, ein Fürst und ein entwürdigendes Geschäft
Luxemburg ist ein kleines Land, in dem sogar der Adel verarmt. Jedenfalls war das früher so, bevor Stahlwerke Konjunktur hatten und es die EU gab. Da musste ein aus diesem Herzogtum stammender Graf einen entwürdigenden Deal schließen: Für eine stattliche Summe führte René, so sein Rufname, eine Frau namens Angèle an den Altar, die durch diese Hochzeit in den Adelsstand erhoben wurde. Nach drei Monaten sollten sich die Beiden dann scheiden lassen. Davon profitierte wiederum ein russischer Adliger: Fürst Basils Land war groß, er selber reich und eine Heirat mit einer Bürgerlichen ausgeschlossen. |
| 11. November 2009 | Elfter Elfter, elf Uhr elf
„11 ist die Sünde, 11 überschreitet die 10 Gebote.“ Sagt der Astrologe Seni zu seinem Arbeitgeber, dem Feldherrn Wallenstein – in Friedrich Schillers gleichnamigem Drama. Schiller war Schwabe und als solcher dem Karneval beziehungsweise der alemannischen Form des Frohsinns, der Fasnet, gewiss nicht abgeneigt. |
| 10. November 2009 | Faule Äpfel
„Man sollt' den Tag nicht vor dem Abend loben“, lässt Friedrich Schiller in Wallensteins Tod den Kommandanten von Eger, Gordon, zum Titelhelden sagen. Schiller wäre heute 250 Jahre alt geworden, was für diesen Newsletter ein Grund ist, sich einmal näher mit dem Arbeitsalltag des Dichters zu befassen. Einen ersten Einblick hatten wir Ihnen bereits einmal gegeben (siehe dazu unsere Ausgabe vom 2. Dezember 2008 „Faule Äpfel und tote Hühner“). |
| 9. November 2009 | Das glücklichste Volk auf der Welt
Heute jährt sich der Tag, an dem die Reisebeschränkungen für DDR-Bürger aufgehoben wurden, zum zwanzigsten Mal. Die und die Vereinigung der beiden deutschen Staaten eingeleitet. Sicher erinnern Sie sich noch an jene zunächst recht langweilige Pressekonferenz, die live im DDR-Fernsehen übertragen und später unzählige male wiederholt wurde. In ihr erwähnte Politbüromitglied Günter Schabowski in einem Nebensatz, seine Regierung habe beschlossen, „eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen.“ |
| 6. November 2009 | Die Kunst, ein Kartenhaus zu bauen
Vor 20 Jahren fiel die Berliner Mauer, vor 10 Jahren wurde sie an anderer Stelle wiederaufgebaut: aus Karten. Na ja, nicht ganz: Was am 6. November 1999 im Casino am Potsdamer Platz aus 91.800 Spielkarten entstand, war keine Mauer, sondern ein komplettes Gebäude. 131 Stockwerke wies es auf und kam auf eine Höhe von 7,71 Meter. Das brachte seinem Konstrukteur, dem US-Amerikaner Bryan Berg, einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. |
| 5. November 2009 | Ein Jahr Obama
Heute vor einem Jahr, in den frühen Morgenstunden, als die meisten Stimmen ausgezählt waren, war es Gewissheit: Die Vereinigten Staaten von Amerika hatten ihren ersten schwarzen Präsidenten (siehe auch unseren Newsletter vom 4. November 2008 „Ein schwarzer Kennedy?“). „Was darf Europa von einem Präsidenten Obama erwarten?“, fragte der Washingtoner Korrespondent des Berliner Tagesspiegel, Christoph von Marschall in seinem Buch Der schwarze Kennedy. Das Werk erschien übrigens ein Jahr bevor in den USA gewählt wurde. |
| 4. November 2009 | Die größte Demo in der DDR
Heute vor 20 Jahren versammelten sich eine dreiviertel Million Menschen auf dem Berliner Alexanderplatz. Es war die größte Demonstration in der Geschichte der DDR – und die letzte unter dem alten Regime. 5 Tage später fiel die Mauer. Die Hauptforderung der Demonstranten war damit erfüllt. Unter ihnen befanden sich prominente Schriftsteller wie Christa Wolf, Stefan Heym und Christoph Hein, aber auch vorher ins Zwielicht geratene SED-Größen: Markus Wolf etwa, der frühere Spionagechef, oder der Ostberliner Parteisekretär Günter Schabowski. |
| 3. November 2009 | Kein Beschützer der Tiere
Heute ist nicht nur Weltmännertag. Heute ist auch der Tag einer besonders männlichen Spezies Mann. Für Sie steht der heilige Hubertus, der Schutzpatron der Jäger, Reiter und Schützen. Hubertus war zu Beginn des achten Jahrhunderts Bischof von Lüttich. Die von ihm praktizierte christliche Nächstenliebe erstreckte sich freilich nicht auf vierbeinige und gefiederte Wesen. Die schoss er lieber ab, als Sport. Als es wieder einmal zu einem sportlichen Aufeinandertreffen zwischen Mensch und Tier kam, erschien dem heiligen Mann ausgerechnet inmitten des Hirschgeweihs, auf das er scharf war, ein goldenes Kreuz, welches ihn zur Buße gemahnte. |
| 2. November 2009 | Warum Österreichs Schulkinder heute frei haben
Ihrer Heiligen gedenkt die katholische Kirche jedes Jahr am 1. November. Was aber ist mit denjenigen, die es noch nicht so weit gebracht haben? Sie bedürfen der Läuterung und schmoren daher noch im Fegefeuer. Kein angenehmer Zustand, so ist zu vermuten. Immerhin räumt die katholische Kirche freimütig ein, dass die zwischen Himmel und Hölle schwebenden Verstorbenen der Fürsorge der noch Lebenden, vor allem ihrer Verwandten, bedürfen. Letztere können Gott bitten, er möge die Seelen aus dem Ort der Läuterung befreien. |
| 30. Oktober 2009 | Halloween und danach
Am Wochenende kommen alle Leser dieses Newsletters auf ihre Kosten: Die Evangelischen Feiern Luthers Thesenanschlag zu Wittenberg anno 1517, die Katholischen ihre Heiligen und die Anhänger des Vampirkults sich selbst. Allen, die im Alltag nicht bleich geschminkt und in schwarzen Klamotten rumlaufen, bietet ein aus den angelsächsischen Ländern herübergeschwappter Brauch Gelegenheit, das Gruftie-Dasein zu proben. |
| 29. Oktober 2009 | Grenzen erwandern
Das Wandern ist in den letzten Jahren in Mode gekommen. Das vielleicht berühmteste Buch in diesem Genre schrieb Hape Kerkeling: Der Komiker schilderte durchaus ernsthaft seine Erlebnisse auf dem Jakobsweg vom französischen Grenzstädtchen St. Jean Pieds-de-Port nach Santiago de Compostela, dem Wallfahrtsort im Nordwestzipfel Spaniens. Auch entlang der Grenzen Deutschlands haben sich Spurensucher aufgemacht, um über das zu berichten, was ihnen unter die Füße kam. |
| 28. Oktober 2009 | Whisky im Wellnesstempel
Am 3. November ist Weltmännertag (siehe unsere Newsletter vom 2. November 2007 „Das Geschlecht der Mühseligen und Beladenen“ und vom 3. November 2008 „Guter Rat vom Reformator“). Dies hat auch die neue schwarz-gelbe Regierung begriffen und in ihren Koalitionsvertrag folgenden Passus aufgenommen: „Wir wollen eine eigenständige Jungen- und Männerpolitik entwickeln und bereits bestehende Projekte für Jungen und junge Männer fortführen und ergänzen.“ |
| 27. Oktober 2009 | Wo Geschmack und Geld sich nicht beißen
„Jedes Jahr an Weihnachten“, erinnert sich unser heutiges Geburtstagskind, „verfrachtete mich mein Vater in ein Boot, ruderte ungefähr zehn Kilometer von der Küste weg und warf mich dann ins Meer. Ich musste zurück an Land schwimmen, was mir allerdings mit der Zeit kaum noch Probleme bereitete. Viel größer war die Schwierigkeit, mich aus dem Sack zu befreien, in den er mich vorher gestopft hatte.“ Wer eine solche Jugend hinter sich hat, ist prädestiniert, später Komiker zu werden. |
| 26. Oktober 2009 | Untergegangenes Reich, wiedervereinte Völker
Heute ist Nationalfeiertag in unserem Nachbarland. Am 26. Oktober 1955 erklärte Österreich seine immerwährende Neutralität, was die Besatzungsmächte USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion mit sofortigem Abzug und der Dirigent Karl Böhm mit einer Fidelio-Inszenierung in der nach Kriegszerstörungen wieder aufgebauten Wiener Staatsoper belohnten. Anders als die beiden deutschen Staaten war die Alpenrepublik damit ein freies Land – allerdings ein im Vergleich zum Habsburgerreich vor dem Ersten Weltkrieg stark geschrumpftes: Bis dahin lebten in der k.u.k. Doppelmonarchie (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 12. November 2007 „Ende einer Erfolgsgeschichte“) Ungarn, Kroaten, Slowenen, Ruthenen, Polen, Slowaken, Tschechen, Rumänen, Italiener und Deutsche recht friedlich nebeneinander. Letztere stellten gerade mal ein Viertel der Bevölkerung dieses ersten multiethnischen Gemeinwesens in Europa. |
| 23. Oktober 2009 | Aktien in Drachen umwandeln
Morgen ist zwar Samstag, doch jährt sich der so genannte Schwarze Freitag, der mit einem Crash an der New Yorker Wall Street die Weltwirtschaftskrise einläutete, an diesem Datum zum 80. Mal. Der Berliner Kabarettist Otto Reutter verfasste eigens zum Börsencrash von 1929 ein Gedicht, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchte: |
| 22. Oktober 2009 | Es begann mit einem goldenen Notizbuch
Wissen Sie noch, wer letztes Jahr den Literaturnobelpreis gewann? Zugegeben, es handelte sich nicht gerade um einen Autor, der hierzulande in den Bestsellerlisten steht. Der Franzose Jean-Marie Le Clézio war außerhalb seines Heimatlandes bis dato nur Insidern bekannt. Anders verhielt es sich bei seiner Vorgängerin: Doris Lessing, die 2007 die begehrte Auszeichnung bekam, hatte bereits 1962 einen Welterfolg gelandet: Das goldene Notizbuch lautete der Titel Ihres Erfolgsromans, den nicht wenige Kritiker nicht nur als klassisches Dokument in der Geschichte der Befreiung der Frau, sondern gleich als das komplexeste Werk über weibliche Intellektualität bezeichnen. |
| 21. Oktober 2009 | Als Rot und Gelb sich noch verbündeten
Vor 40 Jahren ging die erste Große Koalition in Deutschland zu Ende. An ihre Stelle – auch das war ein Novum – trat ein rot-gelbes Bündnis aus Sozial- und Freidemokraten, mit Bundeskanzler Willy Brandt an der Spitze. Es konnte sich 13 Jahre an der Macht halten, auch wenn Brandt nach der Affäre um den DDR-Spion Günter Guillaume 1974 zurücktreten musste und durch Helmut Schmidt ersetzt wurde. |
| 20. Oktober 2009 | 35 Jahre Derrick
In Sofies Welt erzählt der Norweger Jostein Gaarder Kindern die Geschichte der Philosophie. Den Eltern, die das Buch ebenfalls lesen, dient die Lektüre als Nachhilfe für alles in der Schule Verpasste. Eine Rahmenhandlung gibt es auch, denn das Werk ist ein Roman. Hier lässt der Autor typische Alltagsszenen seiner Heimat einfließen, etwa wenn Mutter Amundsen ihrer Tochter Sofie vorschlägt: „Lass uns eine Pizza auftauen und Derrick schauen.“ Was sagt uns das? Zunächst einmal, dass der Käseteig einer der größten Exportschlager Italiens ist und es als Fertiggericht bis an den Polarkreis und darüber hinaus geschafft hat. Und dass Deutschlands Beitrag zur Wohnzimmerkultur, obwohl weit jünger, dem unserer südlichen Nachbarn kaum hinterherhinkt. |
| 19. Oktober 2009 | Unbekannter Nachbar
„Kein Nachbarland ist den Deutschen so nah und so fern wie Tschechien“, schreibt der Autor Hans-Dieter Zimmermann in seiner soeben erschienenen Landeskunde (Tschechien, Verlag C.H.Beck). Mit nah meint er geografisch, denn beide Länder haben nicht nur eine sehr lange Grenze gemeinsam, sondern auch eine an Auseinandersetzungen reiche Geschichte. Die Feindseligkeiten entwickelten sich mit der Fremdherrschaft der Habsburger, lösten den Dreißigjährigen Krieg aus, zogen sich durch die k. u. k. Doppelmonarchie – in der Tschechen hinter Österreichern und Ungarn Bürger dritter Klasse waren – und gipfelten in der Errichtung des „Reichsprotektorats Böhmen und Mähren“ durch die Deutschen ein halbes Jahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. |
| 16. Oktober 2009 | Alles über England
Schon wieder ein Buch über England? Das hatten wir, mögen Sie jetzt einschieben, in diesem Newsletter doch schon öfter, zuletzt am 23. Oktober 2008 „Schöne neue Inselwelt“. Das kann man, würde ich Ihnen antworten, nicht oft genug haben. Vor allem wenn es sich um ein informatives, spannendes und durchaus witziges Werk handelt wie England, glorious England von Holger Ehling, soeben erschienen im Ch. Links Verlag. |
| 15. Oktober 2009 | Neues von der Buchmesse
Was gibt es Neues auf der Buchmesse? Ein Buch von Willi Wottreng beispielsweise. Schaut man sich das Gesamtwerk des Schweizer Autors an, bleibt wenig vom Saubermannimage seines Heimatlandes übrig. Ob es um den filigranen Geldfälscher Farinet geht, die wild um sich ballernden Gangster Deubelbeiss und Schürmann (siehe dazu unseren Newsletter vom 5. Juli 2007 „Unparteiisch, aber mit Humor“) oder den ersten europäischen Hells-Angels-Gründer Schippert – Wottrengs Sympathien scheinen den Schweizern mit den nicht ganz so weißen Westen zu gehören. |
| 14. Oktober 2009 | Marktplatz der Freiheit
„Die Buchmesse ist ein Marktplatz der Freiheit, der durch seine Struktur mit rund 7.000 Verlagen, 2.900 Veranstaltungen und 10.000 Journalisten sicherstellt, dass Zensur nicht stattfindet.“ Das versicherte vor einem Monat der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Jürgen Boos, in einem Offenen Brief. Was war geschehen, dass Boos sich in dieser ungewöhnlichen Form an die Öffentlichkeit wendete? Den Stein des Anstoßes bildeten zwei kritische Autoren aus dem diesjährigen Messegastland China. |
| 13. Oktober 2009 | Marie Osmond und Nana Mouskouri
Heute haben zwei Sängerinnen Geburtstag, die mit schlimmen Schnulzen die Popwelt belastet haben. Sie finden, hier würde wieder einmal zu negativ berichtet? Einspruch! Gehen Sie doch mal auf Youtube und hören Sie sich den Song Paper Roses von Marie Osmond an. Die vor exakt einem halben Jahrhundert in Utah geborene Marie Osmond eroberte mit dieser Schmonzette 1973 doch tatsächlich die Spitzenposition der britischen und der US-Hitparade! |
| 12. Oktober 2009 | Deutschlands erster Unternehmensberater
Ein Auto kann man nicht von innen anschieben: So umschreibt der Unternehmensberater Jobst Fiedler die Aufgaben seiner Branche. Der Satz hätte auch von Gerhard Kienbaum stammen können. Der heute vor 90 Jahren in Wuppertal-Barmen geborene Diplomingenieur war Deutschlands erster Unternehmensberater. Ein für damalige Verhältnisse typischer, heute allerdings kaum noch vorstellbarer Lebenslauf prägte seine Jahre bis zur ersten Firmengründung. |
| 9. Oktober 2009 | Was sich morgen beim Fußball nicht voraussagen lässt - und was doch
Warum schreiben wir so häufig über die Vergangenheit und nur selten über die Zukunft? So lautet ein Vorwurf, der gelegentlich der Redaktion dieses Newsletters gemacht wird. Blicken wir also heute einmal nach vorn und widmen uns dem Morgen. Morgen spielt Russland gegen Deutschland. Es geht um die Qualifikation für die nächste Fußball-WM in Südafrika, und Jogi Löws Elf darf nicht verlieren. Falls doch, muss sie in zwei Ausscheidungsspielen am 14. und 18. November gegen einen anderen Gruppenzweiten antreten. Deutschland hat auswärts noch nie ein WM-Qualifikationsspiel verloren. Und auch morgen würde ein Unentschieden reichen – vorausgesetzt, man besiegt Finnland im letzten Gruppenspiel daheim in Hamburg. |
| 8. Oktober 2009 | Ein moralisches Angebot
Vor 60 Jahren erhielt eine Sekretärin ein verlockendes Angebot: 100 Dollar sollte sie bekommen und Ihre Kollegin nichts. Sie konnte auch eine zweite Variante wählen: 150 Dollar für beide Sekretärinnen, vorausgesetzt, sie würden sich irgendwie einig, wie sie das Geld aufteilten. Die Vorschläge stammten von Merrill Flood: Der US-Mathematiker wollte herausfinden, ob und wie Menschen sich einen Gewinn teilen, wenn sie sich durch Kooperation eine zusätzliche Summe sichern können. |
| 7. Oktober 2009 | 40. Geburtstag auf dem Sterbebett
„Das Beste an der DDR“, fand Hermann Kant, „war der Traum, den wir von ihr hatten.“ Der Traum begann heute vor 60 Jahren, als der andere deutsche Staat gegründet wurde, in dem zahlreiche Antifaschisten an den Schalthebeln der Macht saßen – während in Westdeutschland, so deren Vorwurf, gewendete Nazis bedeutende Positionen in Politik, Justiz und Wirtschaft innehatten. Allerdings waren die Voraussetzungen für die Deutsche Demokratische Republik denkbar schlecht: Als Kriegsverlierer war sie der Sowjetunion ausgeliefert, die aus dem Land herausholte, was nur eben ging, und dies als Wiedergutmachung für die während der deutschen Besatzung erlittenen Schäden rechtfertigte. Die Westmächte verfuhren mit dem ihnen zugewandten Teil Deutschlands sehr viel gnädiger und gewährten ihm im Rahmen des Marshallplans großzügige Wirtschaftshilfe. |
| 6. Oktober 2009 | Deutsches Erbe, amerikanisch gepflegt
„Was die Deutschen gebracht haben, pflegt Amerika auf bestmögliche Weise weiter“, meinte Benjamin Franklin (siehe auch unseren Newsletter vom 17. Januar 2006 „Zeit ist Geld“). Der Erfinder und Politiker lebte als Herausgeber einer Zeitung in Philadelphia, der amerikanischen Stadt, in zuerst von Deutschen besiedelt wurde. Genau betrachtet handelt es sich nur um einen Stadtteil der Millionenmetropole: Germantown heißt der Ort, der am 6. Oktober 1683 von Auswanderern aus Krefeld gegründet wurde, bis heute. |
| 5. Oktober 2009 | Rote Tinte statt Radiergummi
„Während meines neunjährigen Eingewecktseins an einem Augsburger Realgymnasium“, meinte rückblickend der Dramatiker Bertolt Brecht, „gelang es mir nicht, meine Lehrer wesentlich zu fördern.“ Dem Autor mit der Schulabneigung gelang es aber, seine Lehrer zu täuschen. Davon zeugt eine Geschichte, die wir anlässlich des heutigen Weltlehrertags zum Besten geben wollen. |
| 2. Oktober 2009 | Himmlische und weltliche Schutzengel
Jedes Jahr am 2. Oktober gedenkt die katholische Kirche ihrer Schutzheiligen. Doch auch nichtreligiöse Menschen vertrauen einer solchen Instanz. Wie sonst erklärt es sich, dass zwei von drei Deutschen – laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa – an die Hilfe von Schutzengeln glauben? Ein schönes Beispiel ist uns aus der Literatur überliefert. |
| 1. Oktober 2009 | Goldener Oktober
Warum sprechen wir eigentlich vom Goldenen Oktober? Wir von der Redaktion tun dies, weil der Newsletter, den Sie gerade lesen, in diesem schönen Monat entstand. Das war heute vor 4 Jahren. Der Name an sich stammt von der Laubfärbung der Bäume, die Anfang dieses Monats beginnt. Scheint die Sonne in das gelb-rot gefärbte Blätterwerk, wirkt bei tiefblauem Himmel alles wie in Gold getaucht. |
| 30. September 2009 | Der berühmteste unvollendete Satz der deutschen Geschichte
„Wir sind zu Ihnen gekommen“, verriet der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher seinen Zuhörern, „um Ihnen mitzuteilen, dass heute ihre Ausreise ...“ Weiter kam er nicht, der Rest ging im ohrenbetäubenden Jubel unter. Der kam von rund 4000 DDR-Bürgern, die an jenem 30. September 1989 auf dem Gelände des Palais Lobkowicz – bis heute Sitz der diplomatischen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in Prag – Zuflucht gefunden hatten. Genschers Botschaft aus der Botschaft läutete das Ende der DDR ein. |
| 29. September 2009 | Pflege zwischen Patient und Portemonnaie
Heute findet in Düsseldorf der Deutsche Care Congress statt. Es ist erst die zweite derartige Veranstaltung im Bereich Pflege, dürfte aber nicht die letzte sein. Zweieinviertel Millionen Deutsche sind derzeit pflegebedürftig, Tendenz stark steigend. Laut Institut der Deutschen Wirtschaft dürfte sich deren Zahl bis zur Jahrhundertmitte fast verdoppeln. Andererseits wird jedes vierte Krankenhaus bis zum Jahr 2020 schließen. In die entstehende Lücke stoßen private Gesundheitsdienste, sodass der Pflegebereich – ein Traum der Neoliberalen und Globalisierungsapostel – in Zukunft verstärkt marktwirtschaftlichen Mechanismen unterworfen sein wird. |
| 28. September 2009 | Mord schafft Tradition
Wenn zwei Brüder sich streiten und der eine den anderen umbringt, hat dies mitunter schwerwiegende Folgen, Nicht immer sind sie negativ. So geschehen im Falle von Václav und Boleslav: Nachdem Böhmen sich vom Großmährischen Reich abgespalten hatte und lange bevor es Königreich wurde, kam es in der noblen Familie der Přemysliden zum Streit um die Herzogswürde. Václav gewann. Die Niederlage schien ihm Boleslav zu verübeln, jedenfalls bis zum 28. September 935, dem Tag, an dem er seinen Bruder erschlug. |
| 25. September 2009 | Haustierpfleger, Anlageberater und Kindergeburtstagsgast
Übermorgen ist Bundestagswahl. Falls Sie noch nicht wissen, wo Sie Ihr Kreuzchen setzen, hilft Ihnen vielleicht die Gebrauchtwagen-Frage. In den USA wird sie gestellt, um die Glaubwürdigkeit eines Politikers zu testen: „Würden Sie von dieser Person einen Gebrauchtwagen kaufen?“, heißt es dann in den entsprechenden Umfragen (siehe dazu unsere Ausgabe vom 16. Januar 2009 „Die Gebrauchtwagen-Frage“). In Zeiten der Abwrackprämie wird sie vermutlich nicht mehr gestellt. Ohnehin würden sämtliche Mitglieder der Großen Koalition empfehlen, sich lieber gleich einen Neuwagen zuzulegen. Welchem zeitgemäßeren Test könnte man Spitzenpolitiker stattdessen unterwerfen? |
| 24. September 2009 | 50 Jahre Blechtrommel
Heute vor 50 Jahren veröffentlichte Günter Grass seinen Roman Die Blechtrommel (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 16. Oktober 2007 „Günter Grass zum 80.“). Es ist eines der bedeutendsten, vielleicht das bedeutendste Werk der deutschen Nachkriegsliteratur. Als Grass vor einem Jahrzehnt den Nobelpreis erhielt, würdigte das Stockholmer Komitee die Blechtrommel gar als „Wiedergeburt des deutschen Romans“. |
| 23. September 2009 | Sorry, Mr. President
„Wenn mich jemand fragt: ‚Junge, wie schaffst du es nur, so lange zu spielen?’, dann antworte ich: ‚Das ist ziemlich einfach. Das Aufhören ist schwer.’“ Bruce Springsteen ist berühmt für seine langen Konzerte, in denen er alles gibt – und die nur noch übertroffen wurden von den Auftritten der Grateful Dead (siehe unseren Newsletter vom 1. August 2007 „Jeden Tag auf der Bühne“), die zwar nicht immer alles gaben, aber noch weniger Lust als Springsteen hatten, vor Mitternacht in ihr Hotel zurückzukehren. |
| 22. September 2009 | Ein Tag ohne Auto?
Der 22. September wird in der EU als Aktionstag begangen, bei der eine Aktion tunlichst unterbleiben sollte: das Autofahren. Unmöglich, werden Sie vielleicht einwenden, heute ist Dienstag, ein Werktag! Doch wie unmöglich ist der Verzicht tatsächlich? |
| 21. September 2009 | Das erste handliche Mobiltelefon
Das erste tragbare Mobiltelefon, schrieben wir in unserem Newsletter vom 19. Juni 2009 „link“, wog 18 Kilo und passte allenfalls in einen Trekking-Rucksack. Heute vor 25 Jahren kam endlich eine Version auf den Markt, die in der Jackentasche Platz hatte. Allerdings nur in einer reißfesten: Das Dynatac 8000X von Motorola wog 800 Gramm und damit ein Fünftel weniger als ein Paket Mehl. |
| 18. September 2009 | Glücklich mit und ohne Buch
Vor 60 Jahren öffnete zum ersten Mal die Frankfurter Buchmesse ihre Pforten – damals noch in der ehrwürdigen Paulskirche (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 16. Oktober 2008 „Jenseits zweier Buchdeckel“). Das diesjährige Großereignis um die Welt zwischen zwei Pappdeckeln findet vom 14. bis zum 18. Oktober statt. Das Gastland 2009 ist China, aktuelle Informationen diesbezüglich finden Sie auf der Webseite www.buchmesse.de. |
| 17. September 2009 | Reinhold Messner erreicht das Rentenalter
Im Himalaya begegnen sich zwei Yetis. „Ich hab' da mal 'ne Frage an dich“, sagt der eine: „Glaubst Du, den Messner gibt es wirklich?“ Die beiden Witzfiguren hätten sich leicht davon überzeugen können, denn der Südtiroler Bergsteiger hatte als erster Mensch alle Achttausender der Erde bezwungen - noch dazu ohne ein gesichtverschleierndes Sauerstoffgerät. |
| 16. September 2009 | Das Nonplusultra
Welches Wort wählen Sie, um etwas Ausdruck zu verleihen, das Sie für das Größte, das Höchste, das Unübertreffbare halten? Vielleicht den Begriff ‚Nonplusultra’? Übersetzt bedeuten diese drei aneinandergereihten Wörter ‚nicht mehr weiter’. Der Sage nach hat sie der antike Recke Herkules am Felsen von Gibraltar angebracht. Das Naturdenkmal zählte als „Säulen des Herakles“ zu den 7 Weltwundern. Es sollte Reisende davon abhalten, die Meerenge zwischen Nordafrika und Europa zu durchfahren und die damals bekannte Welt zu verlassen. |
| 15. September 2009 | Ein General des Friedens
Zwei Millionen Schweizer Soldaten kämpften in vier Jahrhunderten – meist als Söldner in fremden Heeren. Auch der heute vor 222 Jahren geborene Henri Dufour diente einer ausländischen Streitkraft: In der Armee des Nachbarlandes Frankreich stieg er unter Napoleon zum Offizier auf und hatte es, als er 1817 den Dienst quittierte, zum Hauptmann gebracht. Später trat er in die Schweizer Armee ein, organisierte die Landesverteidigung, wurde General und schließlich Oberbefehlshaber des Heeres. Weitere militärische Meriten konnte er sich nicht erwerben. |
| 14. September 2009 | Manchmal unglücklich, aber letztlich genial
Heute vor 65 Jahren wurde nicht der erfolgreichste deutsche Fußballspieler geboren, aber der vielleicht beste. Günter Netzer war Mitglied der Weltmeistermannschaft von 1974, kam aber während des gesamten Turniers nur zu einem 20-Minuten-Einsatz – und das ausgerechnet bei der letztlich folgenlosen 0:1-Vorrundenniederlage gegen die DDR. Es war Netzers letztes Länderspiel. Auch sein erstes hatte unter einem unglücklichen Stern gestanden: ein torloses Unentschieden in Albanien, mit dem man in der Qualifikation für die Europameisterschaft 1968 ausschied. |
| 11. September 2009 | 1,7 Millionen Menschen auf sechzig Quadratkilometern
Isaac Davis hat einen Job, den er hasst, eine Freundin, die zu jung für ihn ist, eine verbitterte Ex-Frau, die gerade ein Enthüllungsbuch über ihre Ehe schreibt und eine neue Liebe, der er hilflos und konfus durch den New Yorker Großstadtdschungel hinterherirrt. Perfekte Voraussetzung für einen Woody-Allen-Film: Manhattan heißt der sehenswerte Streifen aus dem Jahr 1979. Benannt ist er nach jener – rechnet man die Wasserflächen ab – 60 Quadratkilometer kleinen Insel, auf der sich fast 1,7 Millionen Menschen drängeln – Touristen nicht eingerechnet. |
| 10. September 2009 | Grand & Golden Slam
Der größte Erfolg, den ein Tennisprofi erzielen kann, ist der Grand Slam. Dazu müssen innerhalb eines Jahres die vier größten Turniere gewonnen werden. Den Anfang machen die Offenen Tennismeisterschaften von Australien in Melbourne, gefolgt von den French Open in Paris und den All England Championships in Wimbledon. Den Reigen beenden die Offenen Amerikanischen Tennismeisterschaften in Flushing Meadows, einem Vorort von New York. |
| 9. September 2009 | Hochzeit am Schnapszahldatum
Charles Darwin, britischer Naturwissenschaftler und Begründer der Evolutionstheorie (dessen 200. Geburtstag weltweit in einem Darwin-Jahr begangen wird; siehe auch unseren Newsletter vom 11. Februar 2009 „Das Buch, das die Welt veränderte“), war für seine nüchterne Art bekannt. Einmal griff er zu einem großen Bogen Papier und malte darauf eine Senkrechte und eine Waagerechte. Links notierte er „Heiraten“, auf die rechte Hälfte schrieb er „Nicht heiraten“. |
| 8. September 2009 | Der Zufall des Gelesenen
Weltweit können rund ein Fünftel der erwachsenen Menschen weder lesen noch schreiben. Diesem trostlosen Umstand widmet sich der heutige Weltalphabetisierungstag. Auch in Deutschland ist die Problematik nicht unbekannt: Zu den rund 500.000 totalen Analphabeten kommen im Land der Dichter und Denker noch einmal mindestens vier Millionen Erwachsene hinzu, die kaum lesen und schreiben können. |
| 7. September 2009 | Die knappste aller Mehrheiten
Am 7. September 1949 nannte sich die Deutsche Reichsbahn in Deutsche Bundesbahn um, und die ebenfalls neu gegründete Deutsche Bundespost gab ihre erste Briefmarke heraus. Thema war das Ereignis, das ebenfalls heute vor 60 Jahren stattfand: Da trat in Bonn zum ersten Mal der Deutsche Bundestag zusammen. Dafür, dass dies in der doch recht beschaulichen Stadt am Rhein möglich war, hatten in einer Kampfabstimmung die Mitglieder des Parlamentarischen Rates – dieser hatte auch das Grundgesetz in Kraft gesetzt – beschlossen: Mit 33 zu 29 Stimmen entschieden sie sich gegen Frankfurt und für Bonn. |
| 4. September 2009 | Die Erfindung der Currywurst
„Wurst ist eine Götterspeise“, meinte der deutsche Dichter und Satiriker Jean Paul, „denn nur Gott weiß, was drin ist.“ Erst recht gilt diese Feststellung für die Currywurst, denn anfangs wusste außer Gott nur Herta Deuwer, was hineingehörte. |
| 3. September 2009 | „Er weiß alles“
Wer möchte Millionär werden? Diese Frage hätten 332 Menschen, die es tatsächlich geworden sind, am liebsten mit ‚Ich nicht‘ beantwortet: Zu unglücklich waren die Umstände, die zu diesem Prozess führten; denn exakt 332 Superreiche sind laut Forbes-Liste im Zuge der Finanzkrise vom Milliardär zum Millionär geworden. Positiv auf die Frage Who wants to be a millionaire? reagierten die Briten, die 1998 an der Erstausstrahlung der gleichnamigen Sendung im Privatsender ITV teilnahmen. |
| 2. September 2009 | Was ist die Arbeit noch wert?
Was ist Arbeit heute noch wert? So lautet das Thema einer Tagung, die morgen im Kölner Hilton Hotel stattfin det. Veranstaltet wird sie von der Akademie des deutschen Beamtenbundes (Internet: www.dbbakademie.de). Um die Eingangsfrage gleich zu beantworten: Keine 4,50 €. So bescheiden – und oft noch geringer – ist der Stundenlohn von 1,2 Millionen Deutschen, schreibt die Wochenzeitung Die Zeit. „In vielen Branchen“, heißt es in dem Artikel (www.zeit.de) weiter, „finden die Arbeitgeber Wege, ihre Lohnkosten immer weiter zu senken – und sei es mit dubiosen Tricks.“ |
| 1. September 2009 | Niederlage des Geistes
„Der ungerechteste Frieden ist immer noch besser als der gerechteste Krieg“, fand Marcus Tullius Cicero, einer der brillantesten Köpfe der römischen Antike. Dennoch ließ er sich dazu hinreißen, die Angriffskriege des Gaius Julius Caesar zu rechtfertigen. Kein Wunder, dass seitdem immer wieder Krieg als Mittel der Politik angesehen wird, wenn auch für das letzte. |
| 31. August 2009 | Der Monat, der den Himmel auf Erden verspricht
Der Monat, der morgen beginnt, „ist die Zeit glänzender Jagdgesellschaften und Bälle. Es ist der Monat, in dem Ehen geschlossen werden und zerbrechen, in dem die Nächte lang sind und ein wenig zuviel getrunken und getanzt wird, in dem man sich verliebt, sich den Himmel auf Erden verspricht und an gebrochenem Herzen zu sterben glaubt.“ So schildert die britische Schriftstellerin Rosamunde Pilcher den September. |
| 28. August 2009 | Der Geburtstag des Dichters
„Eine Sammlung von Anekdoten und Maximen ist für den Weltmann der größte Schatz, wenn er die ersten an schicklichen Orten ins Gespräch einzustreuen, der letzten im treffenden Falle sich zu erinnern weiß.“ Diesen Ratschlag beherzigen wir zum 260. Geburtstag des Dichters und geben ein Zwiegespräch wieder, das sich am 28. August 1818 – oder war es der 27.? – in einem Hotelzimmer im böhmischen Karlsbad entspann. |
| 27. August 2009 | Der Beginn des Jetzeitalters
Das Wörtchen jet heißt ‚tänzeln, stolzieren’ und war in der englischen Sprache ursprünglich ein Verb. 1420 wurde es erstmals erwähnt und 1692 um die Bedeutung ‚hervorschießen’ erweitert. Vier Jahre später verwendete man jet als Hauptwort, um einen Wasserstrahl zu beschreiben. Mit fortschreitender Technik wurde auch die Düse, durch die zunächst Wasser, später auch Gas oder Benzin schoss, als jet bezeichnet. |
| 26. August 2009 | Wissen, was man übersehen muss
„Junge Leute leiden weniger unter eigenen Fehlern als unter der Weisheit der Alten.“ Diese Erfahrung des 1747 gestorbenen französischen Schriftstellers Luc de Clapiers, auch bekannt als Marquis de Vauvenargues, musste gestern Philipp Mißfelder machen. „Dabei besteht die Kunst der Weisheit“, folgt man dem amerikanischen Philosophen William James, „darin, zu wissen, was man übersehen muss." |
| 25. August 2009 | Herzlichen Glückwunsch, Philipp Mißfelder!
Wenn es jemand bereits im zarten Alter von 30 in diesen Newsletter verschlägt, muss er entweder Sportler sein oder etwas Großartiges geleistet haben. Bei Philipp Mißfelder, der heute Geburtstag hat, ist beides nicht der Fall. Auch die Äußerungen des Bundesvorsitzenden der Jungen Union und Abgeordneten des deutschen Bundestags passen nicht in einen Small Talk-Newsletter, in dem Themen wie Politik, Krankheit und sozialer Sprengstoff nichts zu suchen haben. Vor allem dann nicht, wenn humorlos präsentiert werden wie von dem 1979 in Gelsenkirchen Geborenen. |
| 24. August 2009 | Ein Platz, wo man seinen Hut aufhängen kann
Ein Zimmer war für den britischen Schriftsteller Bruce Chatwin (siehe unseren Newsletter vom 19. Januar 2009 „Tod in Nizza“) lediglich ein Platz, wo man seinen Hut aufhängen kann. Den Hut brauchte er für seine zweite Berufung, das Wandern. Ein Zuhause dagegen lähmte ihn und verursachte Schreibblockaden. |
| 21. August 2009 | Der 50. Stern auf dem Banner
Heute vor 50 Jahren kam der bislang letzte Stern auf das amerikanische Banner. Die geschieht nur, wenn ein neuer US-Bundesstaat aus der Taufe gehoben wird. Am 21. August 1959 war es so weit für eine Inselgruppe, deren Metropole Honolulu exakt 7785 Kilometer von der Bundeshauptstadt Washington entfernt ist. |
| 20. August 2009 | Wasser als Todesursache
Vornehme Hotels wie das Grand Hyatt in Berlin oder das Atlantic Kempinski in Hamburg leisten sich einen Wasser-Sommelier: Der betreut wie der Kollege oder die Kollegin bei vermeintlich edleren Tropfen (siehe unseren Newsletter vom 16. Dezember 2008 „Vom Mundschenk zur Sommelière“) die Auswahl des kohlensäurehaltigen, immer häufiger auch stillen Getränks. Jetzt sofort den Bogen zu unserem aktuellen Thema, der Weltwasserwoche, zu schlagen und darauf hinzuweisen, dass jeder Sudanese ein Drittel seines Tages opfern muss, um eine Ration Wasser zu holen (siehe Ausgabe vom 22. August 2008 „Bei uns verschwendet, andernorts dringend benötigt“), wäre nicht fair. |
| 19. August 2009 | Paneuropa-Frühstück am Eisernen Vorhang
Was konnten DDR-Bürger 1989 tun, um in den Westen zu kommen? Sie konnten einen Ausreiseantrag stellen. Über 40 000 waren auf diesem legalen Weg in der ersten Jahreshälfte in die Bundesrepublik gelangt. Die große Mehrheit derjenigen, die ihrer ostdeutschen Heimat den Rücken kehrten, tat dies mit weniger Geduld. Viele reisten in die sozialistischen Bruderländer, um über die BRD-Botschaften nach Westdeutschland aufgenommen zu werden. |
| 18. August 2009 | Aktuell und für die Öffentlichkeit interessant
Nichts ist so unwichtig wie die Nachricht von gestern. Deshalb bemühen sich die Zeitungen darum, täglich neue Meldungen zu verbreiten. Damit sie das können, hilft ihnen die Deutsche Presseagentur, kurz dpa genannt. Heute vor 60 Jahren wurde sie in Goslar gegründet. Inzwischen sammeln 456 fest angestellte Redakteure und, laut Eigendarstellung, rund tausend freie Journalisten weltweit „Informationen zu aktuellen Ereignissen und Themen, die für die Öffentlichkeit interessant sein könnten.“ |
| 17. August 2009 | Die Schrecken des Krieges und ihre literarische Verarbeitung
Als „rotbärtiger Kerl, der sich Christoffel Gelnhausen nannte und dessen schlaksiger Jugendlichkeit – er mochte Mitte Zwanzig sein – ein blattriges Gesicht widersprach“, beschreibt ihn Günter Grass in seinem Roman Das Treffen in Telgte. Und fügt hinzu: „In seinem grünen Wams unterm Federbuschhut wirkte er wie erfunden.“ Erfunden hatte Grass das Treffen aller namhaften deutschen Dichter im Münsterland, das der Autor am Ende des Dreißigjährigen Krieges spielen lässt. |
| 14. August 2009 | Woodstock und die Woodstock-Legende
Zum Jubiläum wird im Fernsehen bestimmt wieder der Dokumentarfilm über das größte Rockmusik-Festival aller Zeiten gezeigt. An diesem Wochenende vor 40 Jahren lockte es in Woodstock eine halbe Million Besucher an. Doch es fand gar nicht in Woodstock statt, nicht einmal in der Nähe dieser kleinen Ortschaft im US-Bundesstaat New York. Dort hatten die Behörden den Organisatoren zu viele Probleme beschert. |
| 13. August 2009 | Ein nicht erwarteter 50. Geburtstag
Morgen hat Earvin Johnson Geburtstag. Der neben Larry Bird beste Basketballer der 1980er Jahre – Johnson errang 5 Meistertitel mit den Los Angeles Lakers, Bird 3 mit den Boston Celtics – hätte vermutlich selbst nicht geglaubt, dass er ein halbes Jahrhundert alt werden würde. |
| 12. August 2009 | Glanzloser Kick? Wichtiger Schritt? Vielleicht auch beides?
Heute abend tritt unsere Fußballnationalmannschaft in Baku an. Es ist nicht nur das erste Spiel einer deutschen Elf gegen Aserbaidschan. Meines Wissens hat es auch noch nie ein WM-Qualifikationsspiel einer DFB-Auswahl gleich zu Saisonbeginn gegeben – ohne ein vorangegangenes Freundschaftsspiel. |
| 11. August 2009 | Ein Grund zur Panik?
„Der Mond kreist um die Erde, die Erde kreist um die Sonne. Also gibt es Momente, in denen sich Sonne, Mond und Erde auf einer Linie kreuzen. In genau diesem Moment verdeckt der Mond die Sonne und der Himmel verdunkelt sich“: So schön und so einfach erklärt die Webseite www.kindernetz.de das Phänomen der Sonnenfinsternis. |
| 10. August 2009 | Beweis erbracht, aber dabei nicht überlebt
Es ging längst nicht mehr darum, ob die Erde eine Kugel war oder eine Scheibe. Letzteres hatte selbst im angeblich so finsteren und fortschrittsfeindlichen Mittelalter niemand mehr so recht geglaubt. Dass die Erde nicht flach war, war für alle Seefahrer bereits früh eine ausgemachte Sache. Wie auch für diejenigen, die ihnen vom Land aus zuschauten: Die Betrachter verloren beim Auslaufen zunächst den Schiffsrumpf aus den Augen, während die Segel noch gut zu erkennen waren. Als letztes verschwand die Mastspitze. Kehrte ein Schiff heim, erspähten Hafenbehörden oder Beobachter von Land aus zuerst die Mastspitze, dann tauchten die Segel auf, zuletzt war der Rumpf zu sehen. Wie sonst ließe sich dieses Phänomen erklären, wenn nicht mit der Kugelgestalt der Erde? Zumal es für das Erscheinungsbild keine Rolle spielte, in welche Richtung die Schiffe davonsegelten und aus welcher Richtung sie zurückkamen. |
| 7. August 2009 | Alles schaut auf die Bayern
Heute beginnt die Fußball-Bundesliga mit dem Spiel des Titelträgers VfL Wolfsburg gegen den Vorjahresdritten VfB Stuttgart. Es ist die 47. Saison, und Favorit ist wie immer der Rekordmeister aus München. Ob die Bayern ihren 21 Titeln einen 22. hinzufügen können, halte ich für fraglich. Die Hoffnungen, die mit dem neuen Trainer Louis van Gaal verbunden werden, erinnern an die Aufbruchstimmung unter Jürgen Klinsmann im letzten Jahr. Die war schnell verflogen. |
| 6 August 2009 | Die Antwort des Dichters
„Der Obrigkeit gehorchen, ist Die erste Pflicht für Jud und Christ. Es schließe jeder seine Bude Sobald es dunkelt, Christ und Jude. Wo ihrer drei beisammen stehn, Da soll man auseinander gehen. Des Nachts soll niemand auf den Gassen Sich ohne Leuchte sehen lassen.“ |
| 5. August 2009 | Die Deutschen und ihre Vereine
„Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine, kürzt die öde Zeit, und er schützt uns durch Vereine vor der Einsamkeit.“ So heißt es in dem Gedicht Ruf zum Sport von Joachim Ringelnatz, über den dieser Newsletter ziemlich genau vor einem Jahr berichtete (siehe Ausgabe vom 7. August 2008 „Tragik des Lebens“). Anlass für unseren aktuellen Beitrag ist jedoch nicht der Dichter, sondern sein Gegenstand: Heute vor 45 Jahren beschloss der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Regelung des öffentlichen Vereinsrechts. |
| 4. August 2009 | Ein schwieriges Jubiläum
Was ist von einem Literaturnobelpreisträger zu halten, der einen Tag vor Ende des Zweiten Weltkriegs einen positiven Nachruf auf Adolf Hitler verfasst? Darin bezeichnete der Norweger Knut Hamsun den deutschen Diktator, dessen Wehrmacht nicht nur sein Land überfiel, als „Krieger für die Menschheit und ein Verkünder des Evangeliums vom Recht für alle Nationen.“ |
| 3. August 2009 | Der höchste Berg Europas
Wie heißt der höchste Berg Europas? Das Matterhorn in den Schweizer Alpen? Oder der in Italien beheimatete Monte Rosa? Das fragten sich die Gelehrten und die Bergsteiger des 18. Jahrhunderts. Selbst die Erstbesteigung des wahren Champions am 8. August 1786 brachte keine Gewissheit, denn Jacques Balmat und Michel-Gabriel Paccard erreichten den Gipfel des Mont Blanc bei zu schlechtem Wetter, um einen Überblick zu gewinnen oder gar Messungen vorzunehmen. |
| 31. Juli 2009 | Flug ohne Wiederkehr
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Diese Zeilen stammen aus Antoine de Saint-Exupérys Der kleine Prinz. Es ist Kinder- und Erwachsenenbuch in einem und verwebt eine wahre Geschichte mit einer erfundenen. |
| 30. Juli 2009 | Der erste Prager Fenstersturz
Treue Leser dieses Newsletters wissen, dass es in der Geschichte der tschechischen Hauptstadt drei Fensterstürze gab (siehe dazu unsere Ausgabe vom 24. Oktober 2006 „Was wissen Sie über unsere Nachbarn?“). Das erste dieser seltsamen Ereignisse fand heute vor 590 Jahren statt. |
| 29. Juli 2009 | Kleine Insel - großer Triumph
Von den Färöern war, anders als von anderen Kleinstaaten, in diesem Newsletter noch nie die Rede. Dabei kennt die Inselgruppe im Nordatlantik jedes Kind – sofern es in unserem südöstlichen Nachbarland lebt und sich für Fußball interessiert. Der Grund ist das erste Qualifikationsspiel zu einem großen Turnier, das die Kicker der Färöer im September 1990 bestritten. |
| 28. Juli 2008 | Erfolgsgeschichte mit Do-it-yourself-Konzept
Wenn eine Frau in einem Modemagazin blättert, entdeckt sie meist sündhaft teure Kleider, die sie sich nicht leisten kann. Ganz anders in den Zeitschriften, die Aenne Burda herausgab: Sie warteten mit Schnittmustern und Arbeitsanleitungen auf, die es den Leserinnen ermöglichten, die begehrten Stücke eigenhändig zu nähen. |
| 27. Juli 2009 | Was hat es mit dem Fettnäpfchen auf sich?
Vor zwei Jahrzehnten, als es die DDR noch gab, kursierte dort folgender Witz: Eine Brücke ist neu eingeweiht worden. Zur Feier des Tages soll der erste Autofahrer, der über sie fährt, mit einem Geldgeschenk von 1000 Mark belohnt werden. Nach kurzer Zeit halten die dafür abgestellten Volkspolizisten einen Trabant an. Sie eröffnen dem Fahrer die freudige Nachricht. Anschließend fragen sie ihn, was er mit dem unerwarteten Gewinn machen wolle. „Meinen Führerschein!“, kommt die spontane Antwort. „Glauben Sie dem Mann kein Wort, Genosse Volkspolizist“, mischt sich die Beifahrerin ein, „der ist total betrunken!“ Auf der Hinterbank meldet sich die Großmutter zu Wort: „Und den Wagen hat er vor einer halben Stunde geklaut!“ Plötzlich öffnet sich der Kofferraumdeckel, der Opa klettert hinaus und fragt: „Leute, sind wir schon im Westen?“ |
| 24. Juli 2009 | Bohemians gegen Bohemians
Stellen Sie sich einmal vor, die Bundesliga hat begonnen, und es spielt der 1. FC Köln gegen den FC Köln. In der ersten tschechischen Liga ist so etwas möglich. Dort spielen ab dieser Saison – sie wird morgen eröffnet – zwei Vereine unter dem Namen Bohemians Prag. Das kam so: Der Traditionsverein Bohemians, Meister des Jahres 1983, verlor vor einigen Jahren seine Lizenz und damit auch seinen Platz in der Liga. Als Bohemians 1905 Prag spielte die Mannschaft zunächst im Amateurbereich weiter. Die Lizenz, der Platz in der Zweiten Liga (Bohemians war inzwischen abgestiegen) und der Vereinsname wurden vom damaligen Drittligisten FC Střížkov Praha 9 erworben. |
| 23. Juli 2009 | Harry Potter entwachsen
„Man hat einfach nicht genug Zeit, um nichts zu tun“: Aus diesen Worten des Schauspielers Daniel Radcliffe dürfen seine Fans schließen, dass ihm eine große Karriere bevorsteht und sie ihn in weiteren Rollen als nur der des Hauptdarstellers in Harry-Potter-Filmen bewundern dürfen. Den Anfang machte Radcliffe in New York: Dort trat er in einer Broadway-Inszenierung von Peter Schaffers Drama Equus auf – gleich in der Hauptrolle, noch dazu in einer Weise, die ihm die Kritik mit Wertschätzung und das Publikum mit Applaus honorierte. |
| 22. Juli 2009 | Als Doping noch legal war
„Wenn du im Wald läufst, musst du ständig das Tempo und den Laufrhythmus ändern, um zum Beispiel Wurzeln auszuweichen, und das verlangt eine ständige Wachsamkeit, wie im Wettkampf“: So lautete das Erfolgsgeheimnis des Langstreckenläufers Lasse Virén, der bei den Olympischen Spielen 1972 und 1976 jeweils Gold über 5.000 und 10.000 Meter gewann. |
| 21. Juli 2009 | Die Formel für ein langes Leben …
… gibt es noch nicht. Doch haben Wissenschaftler der amerikanischen Real Age-Bewegung vor einiger Zeit die Lebensgewohnheiten sehr alt gewordener Menschen ausgewertet. Einem Bericht des Magazins Simplify your life zufolge kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass wir unser Leben statistisch um bis zu 35 Jahre verlängern können: Wer einmal pro Woche Fisch isst, bekommt die notwendige Portion Kalzium, um 2,7 Jahre älter zu werden. Ballaststoffreiche Kost bringt 3,5 Jahre; ehrenamtliches soziales Engagement noch einmal so viel. |
| 20. Juli 2009 | Eine Rede, die nie gehalten werden musste
„Das Schicksal hat es so gefügt, dass die Männer, die zum Mond flogen, um ihn in Frieden zu erkunden, dort in Frieden ruhen werden. Diese tapferen Männer, Neil Armstrong und Edwin Aldrin, wissen, dass für sie keine Hoffnung auf Rückkehr besteht. Doch sie wissen auch, dass ihr Opfer der Menschheit Hoffnung gibt“. Mit diesen Worten hätte die Traueransprache des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon begonnen, wenn den Astronauten der Apollo 11-Mission auf dem Mond etwas zugestoßen wäre. |
| 17. Juli 2009 | Der Tod einer großen Sängerin
Warum gab es in der Geschichte des Jazz so viele gute Sängerinnen, aber kaum Frauen, die an einem Instrument brillierten? Die Antwort ist einfach: Es wurde ihnen in einem von Männern dominierten Business nicht zugetraut. Zum Spielen eines Instruments bedarf es einer gewissen Technik, deren Beherrschung freilich inzwischen auch Frauen unter Beweis gestellt haben. |
| 16. Juli 2009 | Der Hafen, der seine Stadt berühmt machte
An welche Stadt denken Sie, wenn Sie den Begriff Tor zur Welt lesen? Das bahnbrechende Ereignis, das bis in die heutige Zeit die Haupteinnahmequelle der 1,8-Millionen-Metropole sichert, fand vor genau 820 Jahren statt: Am 16. Juli 1189 gab ein Kaiser mit rotem Bart die Erlaubnis für den Ausbau einer Flussmündung. Der hatte bereits zwei Monate zuvor begonnen, aber die von Kaiser Friedrich I., auch Barbarossa genannt, unterzeichnete Gründungsurkunde gab dem Hafenbau den höchsten Segen. |
| 15. Juli 2009 | Eine Frage, die sich seit 140 Jahren stellt
Margarine oder Butter? Das ist die Frage, die sich ernährungsbewusste Zeitgenossen, zu denen auch Sie womöglich gehören, bis heute immer wieder gestellt haben. Die Antwort ist recht einfach: Die Entscheidung hängt davon ab, ob Sie Ihre Rettungsringe mit pflanzlichem oder tierischem Fett produzieren möchten. Tatsächlich ist die Kalorienzahl von Margarine und Butter nahezu identisch: rund 750 kcal pro 100 Gramm. |
| 14. Juni 2009 | Startschuss für Demokratie und Parlamentarismus in Europa
„Die Wut des Volkes ist längst nicht gestillt durch den Tod des Gouverneurs der Bastille und die Zerstörung dieses berüchtigten Gefängnisses“, schreibt der Revolutionär François-Noel Babeuf aus der Hauptstadt Paris an seine Frau Marie. „Ich verstehe, warum das Volk zur Selbstjustiz greift, ich billige diese Justiz, der durch die Vernichtung der Schuldigen Genüge geschieht; wie sollte sie heute nicht grausam sein?“ Grausam war die Unterdrückung des französischen Volks durch Krone, Adel und Klerus. Grausam war aber auch die Revolution, die der Repression folgte. |
| 13. Juli 2009 | Ein bunter Würfel, der die Welt beschäftigte
Nicht nur Salami und Paprika stammen aus Ungarn, sondern auch der Kugelschreiber und der Zauberwürfel. Das praktische Schreibgerät erfand der inzwischen nach Amerika ausgewanderte László Biró im Jahr 1938 (siehe dazu unseren Newsletter vom 10. Juni 2008 „Nicht nur Salami und Paprika“). Die Konstruktion der in beliebiger Richtung drehbaren bunten Steine – sie können so geordnet werden, dass die sechs Seiten des Würfels jeweils eine einheitliche blaue, weiße, rote, gelbe, grüne oder orange Farbe aufweisen – geht auf einen Budapester Ingenieur zurück. |
| 10. Juli 2009 | Ein nicht so leicht zugänglicher Reformator
Die Religion drängt sich nicht gerade als Thema für den Small Talk auf. Wenn jedoch der 500. Geburtstag eines großen Reformators gefeiert wird, kann man ja mal eine Ausnahme machen. Am 10. Juli 1509 erblickte im nordfranzösischen Noyon Johannes Calvin das Licht der Welt, die er mit seiner strengen Auslegung von Gottes Schrift verändern sollte. |
| 9. Juli 2009 | Eklat ums Bier
Das deutsche Reinheitsgebot für die Herstellung von Bier stammt vom 23. April 1516: Seinerzeit legte der bayerische Herzog Wilhelm IV. fest, dass als Zutaten beim Brauen allein Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden dürfen (siehe dazu unseren Newsletter vom 23. April 2007 „Die älteste lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt“). |
| 8. Juli 2009 | Eine aktuelle Beschreibung bayerischer Politik?
„Bayern war ein autonomer Staat; bayerischer Politiker zu sein, das war was.“ So beschreibt der in München geborene Schriftsteller Lion Feuchtwanger seine Heimat: „Zerfiel nämlich damals Europa in zahlreiche souveräne Einzelstaaten, von denen einer das Deutsche Reich war, so zerfiel dieses Reich wiederum in achtzehn Bundesstaaten. Diese so genannten Länder, an ihrer Spitze das Land Bayern, wachten, wiewohl sie ihrer wirtschaftlichen Struktur nach längst Provinzen waren, eifersüchtig über ihre Eigenstaatlichkeit. Hatten ihre Tradition, ihre historischen Sentiments, ihre Stammeseigentümlichkeiten, ihre Sonderkabinette. |
| 7. Juli 2009 | Als Schweden nicht mehr Weltmacht war
Heute vor 300 Jahren verlor Schweden seinen Weltmachtstatus. Den hatte es spätestens als – neben Frankreich – großer Gewinner des Dreißigjährigen Krieges erworben. Hinzu kamen im weiteren Verlauf des 17. Jahrhunderts der Sieg über den skandinavischen Rivalen Dänemark und die Eroberung Polens. Als nächstes Beutestück hatte sich Schwedenkönig Karl XII. in seinem schier unersättlichen Expansionsdrang Russland auserkoren. Doch an diesem Bissen sollte er sich, wie so mancher ambitionierte Feldherr nach ihm, kräftig verschlucken. |
| 6. Juli 2009 | Stützen der Gesellschaft
Stützen der Gesellschaft heißt das wohl bekannteste Werk des Künstlers. Es entstand 1926 und ist in der Neuen Nationalgalerie in Berlin zu bewundern. Fünf Menschen sind auf dem Bild zu sehen: ein Mitglied einer schlagenden Verbindung, dem bereits das Hakenkreuz auf der Krawatte prangt; ein Verleger mit einem umgekehrten Nachttopf auf dem Kopf; ein Kapitalist, aus dessen Schädel ein Scheißhaufen quillt (bitte entschuldigen Sie den Begriff, aber ich konnte der Alliteration nicht widerstehen); ein Geistlicher, der Wasser predigt, aber selbst – das signalisiert seine rote Nase – den Wein bevorzugt; schließlich ein Soldat mit Blut am Bajonett. |
| 3. Juli 2009 | Mütterchen mit Klauen
Seine Hauptstadt Wien war für ihn ein absterbendes Riesendorf, seine Heimatstadt Prag ein Mütterchen mit Klauen. Franz Kafka, dessen Geburtstag sich heute jährt (siehe auch unseren Newsletter vom 3. Juli 2008 „Unglücklich im Leben, reich nach dem Tod“), war halt ein unverbesserlicher Pessimist. „Hoffnung gibt es schon“, lautete seine Devise, „aber nicht für uns.“ Für Kafkas negative Atmosphäre, die sich wie ein roter Faden durch sein literarisches Schaffen zieht, wurde ein neues Wort erfunden: kafkaesk. |
| 2. Juli 2009 | Dürfen Sie alte Witze erzählen?
Erzählen Sie gern Witze? Dann haben Sie ein Problem: Fast jeder Scherz wurde in der einen oder anderen Form bereits zum Besten gegeben. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie aus Angst, zum Wiederholungstäter zu werden, dem Humor komplett entsagen müssen. Wichtig ist nur, dass Sie einen Witz gut erzählen! |
| 1. Juli 2009 | Kostenlose Geburtstagsparty für 150 Gäste
Wie schmeißt man eine Geburtstagsparty für 150 Gäste, wenn man in Berlin wohnt, aber außer einem klapprigen VW-Bus keinen Raum und schon gar kein Geld zur Verfügung hat? Ganz einfach: Man meldet die Party als Demonstration an, für „Friede, Freude & Eierkuchen“. So geschehen heute vor 20 Jahren. Das Geburtstagskind hieß Matthias Roeingh alias Dr. Motte, und seine 150 ravenden Kumpels bildeten die Staffage für Deutschlands erste Love Parade. |
| 30. Juni 2009 | Die französischste Art, ein Omelette zu verzehren
Woher führt der kürzeste Weg von den USA nach Kanada? Dieser Frage ging der Franzose François Gravelet nach. Und fand für sich die Antwort: über den Niagarafluss. Dummerweise versperren Felsen den Weg durchs Flussbett, und zu allem Übel stürzt das Wasser auf seiner Strecke vom Ontario- zum Eriesee mehr als fünfzig Meter in die Tiefe. Es bedurfte also eines Hilfsmittels, dachte sich unser Mann. |
| 29. Juni 2009 | Assyrer, Zimbern und Karaimen
Über Karl-Markus Gauß haben wir an dieser Stelle bereits einmal berichtet (siehe unseren Newsletter vom 12. Dezember 2007 „Wo Sie heute zwei alte Bekannte treffen können“). Bekannt wurde den Autor mit einem Buch über Minderheiten in Europa. Es heißt Die sterbenden Europäer und handelt von Albanern in Süditalien, jüdischen Sepharden in Sarajevo, Sorben in Ostbrandenburg und Ostsachsen und Deutschen in der südslowenischen Gottschee (slowenisch: Kočevje). |
| 26. Juni 2009 | Volksmund, bitte melden!
Der Volksmund verbindet mit dem morgigen Datum eine alte Wetterregel: Fällt auf Siebenschläfer Regen ein, soll's für sieben Wochen sein (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 27. Juni 2006 „Oben grau, unten weiß – und sorgt nur für Verwirrung“). Sehr verlässlich sind solche Bauernregeln (siehe dazu die Ausgabe vom 11. Mai dieses Jahres „Warten auf Sophie“), darin sind sich unsere studierten Wetterfrösche ausnahmsweise einmal einig, nicht. |
| 25. Juni 2009 | Wo leben die zufriedensten Europäer?
Gestern ging es um die Göttin des Glücks, heute wollen wir uns der weltlicheren Form dieses Zustandes widmen. Mit anderen Worten: Wo auf unserem Kontinent sind die Menschen am zufriedensten? Diese Frage stellte die Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen rund 30.000 privaten Haushalten vom Nordkap bis zur südlichsten Mittelmeerinsel Malta, von Portugals Westküste bis zum Ostrand der Türkei. |
| 24. Juni 2009 | Der Tag der Schicksalsgöttin
Heute ist das Fest der Fortuna. Der Göttin waren in der römischen Antike zahlreiche Tempel geweiht. In der Sprache der alten Römer bedeutet fortuna nicht nur ‚Glück‘, sondern ebenfalls ‚Vorherbestimmung‘. |
| 22. Juni 2009 | Das einzige Fußballspiel zwischen der BRD und der DDR
Es gab ein einziges Fußballspiel zwischen den Nationalmannschaften der BRD und der DDR. Heute vor 35 Jahren fand es in Hamburg statt, als letzte Begegnung in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 1974. Die westdeutsche Elf, bereits fürs Viertelfinale qualifiziert, war haushoher Favorit, der Gegner für die Bundesligastars ein nahezu unbekannter. |
| 23. Juni 2009 | Keine Lust, im Winter zu feiern
Das Großherzogtum Luxemburg ist einer der wenigen Staaten, die ihren Nationalfeiertag aus rein klimatischen Überlegungen gewählt haben. Es ist der 23. Juni, und auf diese Festlegung wird wohl auch das Geburtsdatum zukünftiger Herrscher keinen Einfluss mehr haben. |
| 19. Juni 2009 | Das erste Mobiltelefon
Die Firma Apple aus San Francisco bringt heute die dritte Generation des so genannten iPhone in den Handel. Die neuen Mobiltelefone verfügen über eine Videokamera, eine Autofokus-Funktion für Fotoaufnahmen und einen Kompass. Überrascht Sie das? |
| 18. Juni 2009 | Die größte und die bevölkerungsreichste Insel der Welt
Die Welt der Inseln scheint Ihnen ja ganz gut zu gefallen; jedenfalls gab es keine negative Leserpost. Kein Grund also, das Thema zu wechseln. Noch weiter nördlich als die beiden Eilande, um die es in den letzten Ausgaben ging, liegt die größte Insel der Welt. Doch hat Grönland den Nachteil, dass es um den Polarkreis herum empfindlich kalt ist, weshalb zwischen der Hauptstadt Nuuk im Süden und dem an die USA verpachteten Luftwaffenstützpunkt Thule im Hohen Norden weniger als 60 000 Menschen leben. |
| 17. Juni 2009 | Ein Geburtstag, der beinahe nicht gefeiert worden wäre
Das Thema unseres heutigen Newsletters ist mit dem von gestern fast identisch; doch geht es nicht um Irland, sondern um Island. Die 1000 Kilometer weiter nördlich gelegene Insel ist um ein Drittel größer, verfügt aber mit 300 000 Einwohnern gerade mal über ein Dreizehntel der irischen Bevölkerung. |
| 16. Juni 2009 | Ein ganz besonderer Tag auf der grünen Insel
Leopold Bloom spaziert, phantasiert, trinkt, quatscht, prügelt sich, liest, gafft und trifft einen trübseligen Stephen Dedalus. Das alles geschieht am 16. Juni 1904 in Dublin. Der Ire James Joyce machte daraus seinen Roman Ulysses, der achtzehn Jahre später erschien und zu einem Welterfolg wurde. |
| 15. Juni 2009 | Vierzig Jahre Oliver Kahn
Die Torhüter gelten als die schrägsten Vögel im Fußball. Diese Etikettierung wurde von den Meistern ihres Fachs gerne in Kauf genommen: "Wer besser sein will als der Durchschnitt", fand etwa die ehemalige Nummer eins der Münchner Bayern, "braucht dazu ein gewisses Maß an Besessenheit." |
| 12. Juni 2009 | Ein Staat, der zweimal unabhängig wurde
Heute vor 111 Jahren wurde das Land, um das es heute geht, zum ersten Mal unabhängig. „Entdeckt“ hatten es die Spanier, die das Inselreich 1575 zur Kolonie machten und es nach ihrem damals regierenden König benannten. Doch war die Unabhängigkeit nach dem Abzug der Europäer nur von kurzer Dauer.Eine andere Macht trat auf den Plan, die zuvor selber Kolonie war: 1902 verleibten die USA sich die Eilande im Pazifik offiziell ein. Sie blieben vier Jahrzehnte, bis im Zweiten Weltkrieg die Japaner das Land in Besitz nahmen. Nach Kriegsende kam die gebeutelte Inselgruppe an die Vereinigten Staaten zurück, um 1946 endgültig unabhängig zu werden. |
| 10. Juni 2009 | Was ist Kunst?
An der Beantwortung der Frage „Was ist Kunst?“ haben sich schon viele Experten die Zähne ausgebissen. Die Kunst verglich der russische Schriftsteller Leo Tolstoi mit dem „Mikroskop, das der Künstler auf die Geheimnisse seiner Seele einstellt, um diese allen Menschen gemeinsamen Geheimnisse allen zu zeigen.“ Reichlich verzwickt, diese Definition, meinen Sie nicht auch? |
| 9. Juni 2009 | Wie ein deutscher Offizier einen Lachs fängt
Welche Städte kommen Ihnen in den Sinn, wenn Sie an die Toskana denken? Vielleicht Florenz, Siena oder Pisa? Bestimmt nicht Prato, obwohl diese, was die Wirtschaftskraft angeht, es locker mit der Konkurrenz aufnehmen konnte. Hier ist das Textilzentrums Italiens, das heute freilich fest in chinesischer Hand ist. Früher waren Einwanderer aus dem Norden willkommen, auch aus Deutschland. So kam es, dass ein sächsischer Textilingenieur sich dort niederließ. Seinem heute vor 111 Jahren in Prato geborenen Sohn gab Erwin Suckert den Vornamen Erich. Der Filius passte sich gut in die italienische Umgebung ein, ging aufs Gymnasium, machte erste Schreibversuche in einem Satiremagazin. |
| 8. Juni 2009 | Die Geburt von Big Brother
„Big Brother is watching you“, heißt es in dem heute vor 60 Jahren erschienenen Zukunftsroman 1984. Die Vision vom großen Führer, der alles und jeden beobachtet, war auf das stalinistische Sowjetsystem gemünzt, das den Autor zutiefst enttäuscht hatte. |
| 5. Juni 2009 | Pflanzen Sie einen Baum!
„Gehen Sie nie ohne Ihren Stoffbeutel aus dem Haus“, empfiehlt die UN-Webseite www.unep.org zum heutigen Weltumwelttag, „dann können Sie in jedem Geschäft, in dem Sie einkaufen, die angebotene Plastiktragetasche ablehnen.“ Andere Vorschläge erscheinen zumindest hierzulande etwas merkwürdig, da ein eigentlich selbstverständliches Verhalten angemahnt wird: „Wir können Wasser sparen, indem wir nicht die ganze Zeit über, während wir uns rasieren, das Gesicht waschen oder die Zähne putzen, den Kran aufgedreht lassen.“ |
| 4. Juni 2009 | Das erste osteuropäische Land mit neuer Demokratie
Vor 20 Jahren hielt die Demokratie Einzug ins östliche Europa. Die Sowjetunion unter Michail Gorbatschow setzte nicht nur im eigenen Land auf Reformen, sondern lockerte auch den Griff auf die Verbündeten. „Im Grunde brauchen wir diese Führung über sie gar nicht“, sprach der oberste Genosse vertraulich zu seinen kommunistischen Parteikollegen: „Das bedeutet nämlich, dass wir sie uns auf den Hals laden.“ |
| 3. Juni 2009 | Stay gold!
Anglizismen sind dem Verein Deutsche Sprache (VDS) häufig ein Ärgernis. Deshalb läuft, wer zu viele von ihnen verwendet, Gefahr, von den 31.000 Vereinsmitgliedern zum Sprachpanscher des Jahres gewählt zu werden. Letztes Jahr widerfuhr dem Regierenden Bürgermeister von Berlin die zweifelhafte Ehre: Klaus Wowereit warb mit dem Spruch „Be Berlin“ für seine Stadt. Dieses Mal stehen wieder 5 Kandidaten zur Auswahl. |
| 2. Juni 2009 | Meister der Halbzeitansprache
Was passiert in der Halbzeitpause eines Fußballspiels? Nicht viel, sollte man meinen, wenn eine Mannschaft im Viertelfinale des Europapokals 1:3 hinten liegt und zusätzlich noch das 0:2 aus dem Hinspiel aufholen muss. |
| 29. Mai 2009 | Ein Vorbild nicht nur für junge Leute
„Junge Leute können von meinem Beispiel erlernen, das etwas von nichts kommen kann. Was ich geworden bin, ist das Resultat meiner harten Bemühungen.“ Er hat tatsächlich sehr hart gearbeitet. Davon zeugen 24 Opern, 83 Streichquartette und 104 Symphonien. |
| 28. Mai 2009 | Tiere im Weltall
Bevor Menschen ins All geschickt wurden, versuchte man es mit Tieren. Am 3. November 1957 wurde die Hündin Laika an Bord einer russischen Sputnik 2-Rakete in die Erdumlaufbahn geschossen. Das Tier überlebte nur wenige Stunden; dann starb Laika an Überhitzung und Stress. |
| 27. Mai 2009 | |