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Das Small Talk-Thema des Tages 

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Small Talk-Themen – alle bisher erschienenen Ausgaben 

Hier finden Sie alle bisher erschienenen Ausgaben unseres Newsletters „Das Small Talk-Thema des Tages“:

30. Dezember 2014Kleines Gespräch, nette Begegnung, schöne Erinnerung
Small Talk ist die unscheinbare Konversation, die manchmal wertvolle Verbindungen schafft. Ein solches Gespräch kann bereits bei Ihrem nächsten Termin stattfinden; ganz gleich, ob es sich um ein Essen oder einen Empfang, ein berufliches Beisammensein oder eine private Party handelt.
29. Dezember 2014So gelingt Ihr Small Talk
Die Kunst, alles zu berühren und nichts zu vertiefen: So definierte Oscar Wilde den Small Talk. Doch nahm der irische Spötter die unverbindliche Konversation ernst. Wilde wusste: Der Small Talk öffnete ihm manche Tür. Auch Ihnen kann er hilfreich sein. Vor allem, wenn Sie die Grundsätze befolgen.
23.Dezember 2014Small Talk auf Zehenspitzen? Small Talk auf Augenhöhe!
Was tun Sie, wenn sich unterschiedlich große Teilnehmer beim Small Talk gegenüberstehen? Es hilft wenig, wenn der eine Gesprächspartner sich auf Zehenspitzen stellt und der andere sich ständig herabbeugt. Störende Größenunterschiede lassen sich auch auf elegante und wesentlich weniger ermüdende Weise überwinden.
22.Dezember 2014Die Post passt an
„Ich habe einen jungen Mann gekannt, der sich durch das Laster, alle Briefe zu beantworten, ruiniert hat.“ Dieser Ausspruch stammt von Oscar Wilde, der sich selber auf ganz andere Arten ruiniert hat (siehe unseren Newsletter vom 30. November 2010: Ein Land, das es vielleicht bald nicht mehr gibt).
19. Dezember 2014Lob der Ansichtskarte
„Manche Menschen reisen hauptsächlich in den Urlaub, um Ansichtskarten zu kaufen“, beobachtete der österreichische Schriftsteller Robert Musil und merkte an: „Obwohl es doch einfacher wäre, sich diese Karten kommen zu lassen.“
18.Dezember 2014Wo endet Europa?
Philip Johan Tabbert stammt aus Stralsund. Als er anno 1676 geboren wurde, gehörte der Ostseehafen noch zu Schweden. In der Armee der nordischen Großmacht machte Tabbert Karriere.
17.Dezember 2014Woran Sie Ihren Small Talk binden können
Zum Small Talk passt alles Positive. Manchmal sind dies Kleinigkeiten. Warum nicht der Schlips, die Krawatte, der Binder? An diesem Accessoire können Sie den Small Talk aufhängen. Machen Sie Ihrem Gegenüber ein Kompliment: „Ihre Krawatte gefällt mir.“ Und hängen Sie eine Frage an: „Wo haben Sie die erworben?“
16. Dezember 2014Shakespeare und sein Schneemann
„O dass ich ein zum Scherz aus Schnee zusammengeballter König wäre, und hier, vor Bolingbrokes Sonne stehend, in Wassertropfen wegschmelzen möchte“: So beklagt der verschwenderische und genusssüchtige König Richard II. von England sein Schicksal in Shakespeares Drama – hier in der Übersetzung von Christoph Martin Wieland – bevor er auf Veranlassung seines Rivalen und Nachfolgers auf dem Thron, Henry Bolingbroke, in den Tower gesperrt und schließlich ermordet wird.
15. Dezember 2014Verschwundene Dinge, von denen nur wehmütige Erinnerungen übriggeblieben sind
Sie suchen noch nach einem Weihnachtsgeschenk? Wie wäre es mit dem neuen Buch von Beppo Beyerl (siehe auch unseren Newsletter vom 23. April 2013: Die Straße mit 7 Namen)?
12.Dezember 2014Der Krieg, der Südamerika veränderte
Erinnern Sie sich noch an unseren Newsletter über einen wohlwollenden Diktator? (siehe unsere Ausgabe vom 6 Oktober 2014: Ein wohlwollender Diktator). Sein Nachfolger, der Rechtsanwalt Carlos Antonio López, setzte im wesentlichen Francias Lebenswerk fort, führte sein Land aber nach und nach aus der Isolation.
11. Dezember 2014Trainingslager für Small Talk-Profis
Halten Sie sich für einen Small Talk-Profi? Dann fahren Sie doch mal nach Finnland! Nicht, dass Sie hier ideale Voraussetzungen und jede Menge Gesprächspartner für die leichte Konversation fänden! Im Gegenteil: Das Reiseziel bietet sich für einen Liebhaber des Small Talks nur dann an, wenn er eine Herausforderung sucht. In Finnland eine lockere Unterhaltung anzuknüpfen scheint nicht so einfach
10.Dezember 2014Wie sieht der Weihnachtsmann wirklich aus?
Reden Sie im Small Talk über ein im Dezember häufig zu begegnendes Phänomen, das gleich zwei Bezeichnungen hat: Weihnachtsmann oder Nikolaus. Unter welchem Namen der weißbärtige Wohltäter erscheint, hängt auch mit der Konfession des Landes oder der Stadt zusammen, in dem beziehungsweise der er gerade auftritt: In protestantischen Gegenden beglückt der Weihnachtsmann die Kinder, in katholischen der Nikolaus. Auch im Aussehen unterscheidet sich die beiden, wenn auch nicht mehr so stark wie etwa noch im 19. Jahrhundert.
09. Dezember 2014Wortführer des amerikanischen Geistes
Morgen werden die Nobelpreise vergeben. Eklats auf der Feier sind nicht zu befürchten, etwa wenn der Franzose Patrick Modiano die Auszeichnung in der Sparte Literatur entgegennimmt. Er wird schon nicht aus den Werken eines anderen lesen und behaupten, jener habe die Ehrung verdient, nicht er.
08. Dezember 2014Ein Bild sagt mehr als tausend Worte
Bildhafte Vergleiche zeitigen eine größere Wirkung als ellenlange Reden. Von allen Sinnesorganen nehmen unsere Augen mit Abstand die meisten Eindrücke auf: 75 %! Zum Vergleich: Das Gehör schlägt mit 11 % zu Buche, der Tastsinn mit 7 %, beim Geschmackssinn sind es noch 4 % und beim Geruchssinn lediglich 3 %.
05.Dezember 2014„Das kann ich besser!“
Der Kieler Weihnachtsmann heißt Jörg Lorenzen. Heute Abend und morgen wird er wieder alle Hände voll zu tun haben. Doch wie kommt man überhaupt zu einem solchen Job? Der in Berlin erscheinenden überregionalen tageszeitung, kurz: taz, stand Lorenzen in einem Interview Rede und Antwort.
04. Dezember 2014Ein Lesebuch über Revolutionen
Am 4. Dezember 1914 erobern die mexikanischen Revolutionäre Emiliano Zapata und Pancho Villa die Hauptstadt ihres Landes. 2 Tage später entsteht die legendäre Aufnahme mit den Beiden im Präsidentenpalast (siehe unseren Newsletter vom 5. Februar 2007: Ein Land, das nicht zur Ruhe kommt).
03. Dezember 2014Newsletter wird zum Jahresende eingestellt
Heute gibt es keinen Small-Talk-Power-Tipp; als Ausgleich bekommen Sie nächste Woche gleich 2. Der Grund dafür ist ein trauriger: Unser Newsletter wird bald eingestellt werden. Diesen Monat können Sie ihn noch wie gewohnt lesen, ab Januar 2015 erscheint er leider nicht mehr.
02. Dezember 2014Vom Konsul zum Kaiser
Meine Maxime lautet: „Die Karriere steht den Talenten offen, ohne Rücksicht auf Herkunft oder Vermögen.“ Auf Herkunft oder Vermögen konnte der Urheber jenes Zitats nicht bauen. Zwar stammte er aus einer Adelsfamilie, doch hatte diese ihre italienische Heimat Richtung Korsika verlassen müssen und war verarmt. Mit 7 Geschwistern teilte er das wenige Essen, das die Eltern zusammenbettelten. Als er 9 Jahre alt war, bot sich ein Ausweg aus der Misere.
01. Dezember 2014Die erste Abgeordnete im britischen Parlament
Nancy Langhorne hieß die erste Abgeordnete im britischen Parlament. Heute vor 95 Jahren trat sie ihr Mandat im bislang ausschließlich mit Männern besetzten House of Commons an. Bis die erste Frau Platz im House of Lords fand – Sitze im Oberhaus werden nicht durch Wahlen erkämpft, sondern auf Lebenszeit per königlicher Ernennung vergeben – sollte es noch ein weiteres halbes Jahrhundert ins Land ziehen.
28. November 2014Die älteste U-Bahn auf unserem Kontinent
Die älteste U-Bahn ist die Londoner. Doch Britannien ist eine Insel und zudem stärker nach Amerika orientiert als in Richtung Europa. Daher liegt die Frage nahe: Welche U-Bahn ist die älteste auf dem Festland unseres Kontinents? Heute vor 195 Jahren wurde sie eingeweiht.
27. November 2014Die Singende Revolution
Ohne seine Dainas hätte das lettische Volk vermutlich nie zu sich selbst gefunden. Die Lieder waren wichtig für Sprache, Kultur und Nationalbewusstsein eines Volkes, das sich selten gegen die übermächtigen Nachbarn Schweden, Deutschland und Russland abzugrenzen und zu behaupten wusste.
26. November 2014Über Dialekte sprechen im Small Talk
Dialekt reden ist die eine Sache (siehe unseren Newsletter vom 19. November 2014: Dialekt sprechen im Small Talk?). Doch lässt sich im Small Talk auch über Dialekt reden; beispielsweise über die Akzeptanz der Mundart in Deutschland. Dazu wurden tatsächlich wissenschaftliche Untersuchungen angestellt!
25. November 2014Der Unterschied zwischen einer Zeitung und einer Zeitschrift
Was ist der Unterschied zwischen einer Zeitung und einer Zeitschrift? Versuchen Sie mal, einen Fisch in eine Zeitschrift einzuwickeln! Die Zeitschrift besteht verglichen mit einer Zeitung aus dickerem Papier, das deutlich weniger geschmeidig ist. Außerdem sind Zeitschriften zusammengeleimt oder geheftet und weisen ein deutlich kleineres Format auf.
24. November 2014Das Auge isst mit
„Es gibt kein schöneres Gefühl als den Hunger, kurz bevor man zur Speisekarte greift.“ Einen solchen Satz kann nur jemand fabrizieren, der aus gutbürgerlicher Familie stammt und dem zeitlebens nie länger als 6 Stunden der Magen geknurrt hat. Beim gut genährten und ebenso situierten Schauspieler Peter Ustinov, von dem das Eingangszitat stammt, ist dies sicher der Fall gewesen.
21. November 2014Auf einem Vulkan lässt sich leben
Am 23. November 2013 sorgten 7 Vulkane für ein bis dahin nie registriertes Spektakel. Am selben Tag kam es zu Eruptionen auf der Pazifikinsel Vanuatu, auf den indonesischen Inseln Java und Sumatra sowie in Japan, Mexiko und Guatemala. Das feuerspeiende Septett komplettierte der Ätna auf der Mittelmeerinsel Sizilien. Hätte nur noch gefehlt, dass auch in der Eifel ein Vulkan ausgebrochen wäre!
20. November 2014Was macht die Dummen dümmer und die Klugen klüger?
Im Jahre 1926 stellte der amerikanische Entwickler des Radios, Lee de Forest, fest: „Während also das Fernsehen theoretisch und technisch machbar erscheint, halte ich es kommerziell und finanziell schlicht für eine Unmöglichkeit. Das ist eine Entwicklung, auf die wir möglichst keine Zeit verschwenden sollten.“
19. November 2014Dialekt sprechen im Small Talk?
„Beim Dialekt, meinte der Dichter Christian Morgenstern (siehe auch unseren Newsletter vom 15. April 2013: Der 17. April als neuer Gedenktag?), „fängt die gesprochene Sprache erst an.“ Nun sind nicht alle Bemerkungen des Galgenliedermachers ernst zu nehmen. Diese aber schon. Sie sollte Ihnen die Angst nehmen, im Alltag und im Small Talk hin und wieder Ihren Dialekt zu benutzen. Verleugnen müssen Sie ihn auf keinen Fall!
18. November 2014Ein sehr lebendiger Mythos und sein ganz besonderer Tag
Der Schütze Toko stand im Dienst Harald Blauzahns. Eines Tages befahl ihm der Dänenkönig, einen Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schießen. Toko nahm seine Armbrust und 2 Pfeile. Gleich der erste Schuss traf. Harald fragte Toko anschließend nach dem Zweck des zweiten Pfeils. Der wäre für den König gewesen, antwortete Toko ehrlich, für den Fall, dass er statt des Apfels seinen Sohn getroffen hätte.
17. November 2014Ein Tablett fliegt gegen die Wand
Es begann damit, dass ein Student in der Mensa der Universitätsstadt Pristina sein Tablett gegen die Wand warf. Einige Kommilitonen folgten seinem Beispiel. Anschließend besetzten sie das Gebäude. Es ging nicht nur um besseres Essen. Die aufsässigen Studenten gehörten zur albanischen Bevölkerungsmehrheit im Kosovo. Diese sei, fanden sie, trotz relativ weit reichender Autonomie im jugoslawischen Vielvölkerstaat politisch unterrepräsentiert und wirtschaftlich benachteiligt. Während beispielsweise die Slowenen im Schnitt mehr als das Doppelte des jugoslawischen Prokopfeinkommens erwirtschafteten, schafften die Kosovaren nicht einmal ein Drittel.
14. November 2014Die üblichen Worte zum Volkstrauertag
Am Volkstrauertag gedenken wir der Verstorbenen von Krieg und Gewaltherrschaft. Dieses Jahr wird er am 16. November begangen. Der Volkstrauertag soll aber auch an die Pflicht zum Frieden gemahnen – die Pflicht des deutschen Volkes und seiner Politiker, zu beweisen, dass sie aus der Vergangenheit gelernt haben und eine Zukunft ohne Krieg mitgestalten wollen.
13. November 2014Winkt morgen ein neues Rekordergebnis?
non plus ultra: Übersetzt bedeuten diese 3 Wörter „nicht mehr weiter“. Aneinandergereiht werden sie heute als Synonym für das Größte, das Höchste oder auch das Unübertreffbare verwendet (siehe unseren Newsletter vom 16. September 2009: Das Nonplusultra).
12. November 2014Small Talk über Toleranz
Seit gestern sind im Rheinland die Narren wieder unterwegs. Fünfte Jahreszeit werden die je nach Kalender 3 bis 4 Monate genannt, in denen manches erlaubt und wenig unmöglich scheint. „Jeder Jeck is' anders“, lautet der närrische Wahlspruch. Wenn das mal keine gelebte Toleranz ist!
11. November 2014Es war in Königswinter
Seit heute morgen 11 Uhr 11 ist es im Rheinland endlich wieder erlaubt, Karnevalshits zu grölen. Höchste Zeit, Ihnen mein Lieblingslied aus diesem Genre vorzustellen. Es trägt den schlichten Titel Es war in Königswinter. Melodie und Text sind sogar noch schlichter. Die erste Strophe lautet: „Es war in Königswinter, nicht davor und nicht dahinter. Es war gleich mittendrin, als ich damals auf dich reingefallen bin.“
10. November2014Spießbürgerlicher Lebensberater, allwissend und omnipräsent
Bereits zu Lebzeiten wurde der heute vor 255 Jahren in Marbach am Neckar geborene Schriftsteller bewundert. August von Kotzebue (siehe auch unseren Newsletter vom 14. Dezember 2012: Die Göttinger Sieben) beabsichtigte, ihm zu Ehren eine Feier mit Dichterkrönung auszurichten. Doch dem derart Gepriesenen „war nicht wohl zu Mute bei der Sache; die Rolle, die man ihn spielen ließ, war immer verfänglich, unerträglich für einen Mann von seiner Art, wie für jeden Wohldenkenden, so als eine Zielscheibe fratzenhafter Verehrungen in Person vor großer Gesellschaft dazustehn“, berichtet ein Dichterkollege und Weimarer Mitbürger.
07.November 201413 Minuten fehlten, um Hitler zu töten
„Was wäre, wenn …?“ ist eine Frage, mit der sich Historiker nicht befassen. Sie haben genug damit zu tun, die Welt zu beschreiben, wie sie ist. Das Rad der Geschichte, argumentieren sie, lässt sich nicht zurückdrehen.
06.November 2014Die erste regelmäßig ausgestrahlte Radiosendung
Ein erstes Experiment drahtloser Sprachübertragung führte der Kanadier Reginald Fessenden bereits anno 1900 vor. 6 Jahre später gelang ihm die Übertragung von Musik via Hörfunk. Auf seiner Geige spielte er Stille Nacht und rezitierte anschließend Bibelverse. Die erste regelmäßige Ausstrahlung einer Radiosendung nahm heute vor 95 Jahren ihren Anfang.
05. November 2014Wenn der Abend kein Ende finden will
Der Abend neigt sich dem Ende zu, jedenfalls für Sie. Sie haben genug und wollen nach Hause. Doch sind bei Ihrem Small Talk-Gegenüber keinerlei Anzeichen von Müdigkeit zu erkennen. Was tun? Sie brauchen dringend einen Anknüpfungspunkt für einen Abschluss. Elegant sollte er sein, damit sich niemand der am Gespräch Beteiligten beleidigt fühlt.
04. November 2014Ein Kritiker verbrennt – sich nicht nur die Zunge
Morgen jährt sich zum 600. Mal der Beginn des Konzils zu Konstanz. 4 Jahre dauerte die richtungweisende klerikale Versammlung. Als positives Ergebnis stand am Ende die Aufhebung der Kirchenspaltung mit je einem Papst im südfranzösischen Avignon und in Rom. Fortan gab es nur noch einen einzigen Heiligen Vater, der in Italien seine geographische und im römischen Vatikanstaat seine politische Heimat gefunden hatte.
03. November 2014Wozu es gut sein kann, wenn man mit 27 stirbt
Trinker, Kokainschnupfer, Selbstmörder: nicht gerade Voraussetzungen für das Erreichen des Rentenalters. Immerhin scheint, sofern man das kurze irdische Dasein intensiv auslebt und anschaulich beschreibt, die Voraussetzung für einen langen Nachruhm gegeben.
31.Oktober 2014Ein Ball fällt auf einen Kopf …
… und macht dann alles richtig: Auf diesen Satz lässt sich eines der kuriosesten Fußballspiele auf europäischer Bühne reduzieren. Heute vor 35 Jahren fand es statt, im Frankfurter Waldstadion, das inzwischen – die beiden ersten Silben stehen sinnbildlich für die Entwicklung des modernen Fußballs – Commerzbank-Arena heißt.
30. Oktober 2014Attentat auf Indira Gandhi
Ein 30 Jahre altes Foto zeigt Indira Gandhi auf dem Totenbett. Neben dem Leichnam wacht, am weißen Turban deutlich erkennbar, ein Sikh. Es war ein Zeichen der Familie Gandhi und der damals in Indien regierenden linksgemäßigten Kongresspartei, den Konflikt mit der Religionsgemeinschaft (siehe auch unseren Newsletter vom 5. Juni 2014: Ein schlimmer Tag für jeden Sikh) nicht weiter eskalieren zu lassen.
29. Oktober 2014Hochstapelei im Small Talk
Am 31. Oktober ist Weltspartag. Der findet immer am letzten Werktag im Oktober statt. Beschlossen wurde er 1924 in Mailand von Sparkassen aus 29 Staaten. Mit einem hehren Ziel: Geld zurückzulegen für Notfälle und andere unvorhergesehene Ausgaben. Heute richtet sich der Tag vor allem an Kinder. Die sollen ein Bewusstsein für Geld entwickeln. Wie das geht? Denken Sie darüber im nächsten Small Talk nach!
28. Oktober 2014Ein Roman, in dem es immer regnet
„Nein“, sagte ich, „es gibt nichts zu sagen.“
„Gute Nacht“, sagte er, „Ich kann Sie nicht zu Ihrem Hotel bringen?“
„Nein, danke.“
„Es war das Einzige, was ich machen konnte. Die Operation erwies sich …“
„Ich will nicht darüber reden“, sagte ich.
„Ich würde Sie gern zu Ihrem Hotel bringen.“
„Nein, danke.“
Er ging den Flur hinunter. Ich ging zur Zimmertür.
„Sie können jetzt nicht hereinkommen“, sagte eine der Schwestern.
„Doch, ich kann“, sagte ich.
„Sie können noch nicht hereinkommen.“
„Raus hier“, sagte ich. „Und die andere auch.“
27. Oktober 2014Waliser, Trunkenbold und verhinderter Liebhaber
Erstens: Ich bin ein Waliser. Zweitens: Ich bin ein Trunkenbold. Drittens: Ich bin ein Liebhaber der Menschheit, insbesondere der Frauen. Das behauptete der Dichter von sich.
24. Oktober 2014Der jüdische Präsident des FC Bayern
Regnet's draußen? Und haben Sie heute Zeit? Dann gehen Sie, am Tag der Bibliotheken, doch mal in die Bücherei! Oder in einen Buchladen. Noch nicht, aber vermutlich bald in Bibliotheken erhältlich ist das neue Werk von Dirk Kämper. Kurt Landauer heißt die jüngst erschienene und auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellte Biografie.
23. Oktober 2014Krieg wegen eines Ohres
Stellen Sie sich vor, im Parlament wird über das Verhältnis zweier Staaten gestritten, und plötzlich liegt da dieses Ohr auf dem Rednerpult! Das passierte tatsächlich, im Londoner Unterhaus. Gegenstand der Debatte waren die seit längerem getrübten Beziehungen zwischen Großbritannien und Spanien. Eine Ursache lag im lebhaften Schmuggel von Waren nach Mittel- und Südamerika, den die spanische Kolonialmacht zu unterbinden suchte.
22. Oktober 2014Ein sehr weltliches Thema für Ihren Small Talk Ende Oktober
Der letzte Oktobertag wirft im Small Talk seine Schatten voraus. Doch ist es kein religiöses Thema, das wir Ihnen heute vorschlagen. Dem Reformator Martin Luther wird zwar ein unkompliziertes Verhältnis zum Geld nachgesagt. Gegen die folgenden Tipps hätte er freilich den einen oder anderen Einwand geäußert – wie auch gegen manche Auswüchse der modernen Gesellschaft.
21. Oktober 2014Türzwerge schlägt man nicht
Wenn ich Ralf Sotscheck lese, muss ich immer lachen. Ein wenig erinnern mich seine Bücher an die von Mark Twain, obschon der Vergleich nicht ganz gerechtfertigt ist. Mark Twain hat manchmal seine Längen. Natürlich hat Sotscheck die auch, aber dazu später. Gerade ist sein neues Buch herausgekommen, Türzwerge schlägt man nicht. Der Titel klingt gut. Kein Wunder, erscheint das Werk doch in der Edition Tiamat, wo man großen Wert auf die Kunst des Titelns legt!
20. Oktober 2014Der erste Deutsche auf dem englischen Thron
Als am 1. August 1714 die britische Königin Anna unerwartet stirbt, steht für einen deutschen Kurfürsten ein Umzug ins Haus. Schuld daran ist der 1701 vom englischen Parlament erlassene Act of Settlement. Er sichert den Protestanten die Thronfolge gegen alle Ansprüche von katholischen Prätendenten, nachdem die Ehe Wilhelms III. kinderlos geblieben und alle Kinder seiner Nachfolgerin Anna frühzeitig gestorben waren.
17. Oktober 2014Habenichtse und Gebenichtse
„Die Menschheit“, befand der Abbé de Saint-Pierre, „besteht aus Habenichtsen und Gebenichtsen.“ Seine Analyse aus der Zeit der französischen Aufklärung hat wenig von ihrer Aktualität verloren. Einer Berechnung der britische Hilfsorganisation Oxfam zufolge verfügt die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung über gerade mal ein so großes Vermögen wie die 85 reichsten Bewohner dieser Erde.
16. Oktober 2014Was den Profi auszeichnet
Oscar Wilde, heute vor 160 Jahren in Dublin geboren, erlebte bei einer Theaterpremiere in seiner Londoner Wahlheimat ein fürchterliches Fiasko. Dabei war er mit seinem Werk doch hoch zufrieden gewesen! Trotzig äußerte er sich der Presse gegenüber: „Das Stück war ein großer Erfolg, aber das Publikum eine glatte Fehlbesetzung.“
15. Oktober 2014Small Talk über Schuhe
Stellen Sie sich vor, Sie sind heute zu einer Veranstaltung geladen – und wissen noch nicht, wie Sie den Small Talk später am Abend bestreiten können. Ein wenig Vorbereitung wäre in der Tat nicht schlecht? Doch scheint für Sie kein Thema in Sicht. Dabei müssen Sie nur an sich herabschauen: Schon tut sich eins auf!
14. Oktober 2014Das Schweigen der Männer
2 Jahre braucht der Mensch, um das Sprechen, ein Leben lang, um das Schweigen zu lernen: Dieser Satz stammt von einem amerikanischen Kollegen des Literatur-Nobelpreisträgers Frans Eemil Sillanpää (siehe unseren Newsletter vom 9. Oktober 2014: Gastland Finnland).
13. Oktober 2014Die Welt, vernünftig aufgeteilt
Wie teilt man die Welt auf? Keine politische, aber eine geografische Lösung hatten sich die Vertreter jener 25 Nationen vorgenommen, die heute vor 130 Jahren in Washington zu einer Konferenz zusammenkamen. Sie gingen davon aus, dass die Erde eine Kugel ist, deren größter Umfang der Äquator und den kleinsten die jeweiligen Pole bilden.
10. Oktober 2014Steiners Geschichte
Was gibt es Neues auf der Buchmesse? Am liebsten schaue ich bei den kleineren Verlagen in der Halle 3.1 vorbei, die auch ungewöhnliche Titel im Programm haben. Mich interessiert alles, was mit Südost-, Mittel- und Osteuropa zu tun hat. Da gibt es eine hervorragende Zeitschrift, Literatur und Kritik, die im Otto Müller Verlag Salzburg erscheint, von Karl-Markus Gauß herausgegeben wird (siehe auch unseren Newsletter vom 8 Oktober 2013: Ehrengast Brasilien) und vor allem über Neuerscheinungen, die im wenig bekannten „Osten“ angesiedelt sind, bestens informiert.
09. Oktober 2014Gastland Finnland
Seit gestern hat die Frankfurter Buchmesse ihre Pforten für Fachbesucher geöffnet. Am Wochenende dürfen dann auch die normalen Besucher herein. Ehrengast der diesjährigen Ausstellung ist Finnland. Das Volk im Hohen Norden ist für seine Schweigsamkeit bekannt. Für die Volksbildung scheint eine solche Voraussetzung nicht die schlechteste.
08. Oktober 2014Warum Sie am 8. Oktober übers Wetter reden sollten
Small Talk übers Wetter geht immer. Small Talk übers Wetter geht am 8. Oktober am allerbesten. Warum das so ist? Ganz einfach: Nutzen Sie die Steilvorlage und verbinden Sie Thema und Anlass!
07. Oktober 2014Messe ohne große Tradition feiert 66. Jubiläum
Leipzig besaß die Buchmessetradition, lag aber inzwischen in der DDR. Westdeutschlands große Verlage waren in Hamburg, Stuttgart und München angesiedelt. Doch befanden sich alle diese Metropolen eher am Rand der Republik als in der Mitte.
06. Oktober 2014Ein wohlwollender Diktator
„Als die Revolution begann, war er im mittleren Alter. Ein Junggeselle, groß und finster, in einer Hand stets einen Becher mit Maté-Tee, in der anderen eine Zigarre. In seinem Wesen war er einsam und unnahbar: ein unerbittlicher Herrscher, ein unversöhnlicher und rachsüchtiger Feind; ein Mann, der niemals vergab und nie vergaß.“
02. Oktober 2014Deutschlands teuerster Rhetoriktrainer
Wie wirbt man für sein Produkt? Indem man es als preiswert anbietet! Oder doch lieber als den Preis wert? Den richtigen Ton zu treffen hat Rolf H. Ruhleder sich befleißigt. Er ist Rhetoriklehrer und sein Produkt nicht ganz so gängig wie die Brötchen beim Bäcker um die Ecke.
01. Oktober 2014Die Vorzüge des Älterwerdens
Die Werbung hat sie längst entdeckt, die Wirtschaft auch. Vielleicht steht Ihnen einer aus der begehrten Gruppe finanziell potenter und gesundheitlich rüstiger Senioren bald im Small Talk gegenüber. Das Greisenimage haben die Älteren längst abgestreift. Im Gegenteil: Senioren werden immer aktiver.
30. September 2014Über Tatsachen berichten, ohne zu werten
Wer Truman Streckfus Persons heißt, sollte lieber nicht Schriftsteller werden. Oder sich einen anderen Namen verpassen. Letzteres tat unser heute vor 90 Jahren geborener Autor und nannte sich fortan Truman Capote.
29. September 2014Haiterer Small Talk zum Welttierschutztag
Tiere sind immer ein dankbares Thema für den Small Talk. Einen Aufhänger liefert der Welttierschutztag, der am Wochenende ansteht, genauer: am 4. Oktober. Er geht auf Franz von Assisi zurück. Der Gründer des Franziskanerordens sah die Tiere als Brüder und Schwestern der Menschen an – und beschränkte sich dabei nicht nur auf Haus und Kuscheltiere.
26. September 2014Von den Kleinen lernen - oder lieber doch nicht?
„Wer viele Sprachen spricht, kann in vielen Sprachen Unsinn reden“: Das Urteil des österreichischen Erzählers Alexander Roda-Roda stammt aus einer Zeit, in der andere Länder nur besucht wurden, um sie zu erobern.
25. September 2014Kein Klassiker: Wer hinter der Kampagne für Zahngesundheit steckt
„Ich sagte meinem Zahnarzt, dass meine Zähne gelb würden. Er sagte mir, ich solle eine braune Krawatte dazu tragen.“ Nicht jeder geht mit seinen Zahnproblemen so locker um wie der US-Komiker Rodney Dangerfield.
24. September 2014Unser täglich Brot
Was wir täglich essen, ergibt auch ein lohnendes Small Talk-Thema! In seinem Leben verzehrt der Mensch im Schnitt 5000 Brote. Die bestreicht er mit 1500 Kilogramm Butter oder 750 Kilogramm Margarine. Darauf wird noch eine Tonne Käse und etwa das Doppelte an Wurst gepackt. Den Small Talk wollen wir aber auf unser wichtigstes Nahrungsmittel beschränken: das Brot.
23. September 2014Der unrühmliche Höhepunkt des Juraterrorismus
Was geschah am 3. Juni 1984? Wir erinnern uns: 5 Jahre nach der offiziellen Gründung des letzten Schweizer Kantons wollten Separatisten den Jura mit dem bei Bern verbliebenen Südteil vereinen. Dazu brachen Sie in das Touristikmuseum in Unterseen bei Interlaken im verhassten Kanton Bern ein, überwältigten die Angestellten und stellten der Schweizer Bundesregierung ein Ultimatum: Für jeden Tag, den das Bernerjura länger bei Bern verweilte, würde eine Geisel erschossen.
22. September 2014Der jüngste Kanton der Schweiz
Als letzte Kantone der Schweiz, hieß es vor einiger Zeit in diesem Newsletter, seien Genf, Neuenburg und Wallis der Eidgenossenschaft beigetreten (siehe unsere Ausgabe vom 30. Juli 2014: Bundesfeiertag statt Nationalfeiertag). Das mag sein, doch der jüngste Kanton der Schweiz heißt Jura. Darauf machte mich unser Leser Werner Mathys aus Solothurn aufmerksam (siehe den Newsletter vom 12. Dezember 2011: Die 11 ist nicht nur Köln vorbehalten).
19. September 2014Schwarzer Romantiker
Frank Sinatra stand mit 80 noch auf der Bühne. Der Kollege, der am Sonntag dieses Alter erreicht, wollte mit 40 eigentlich aufhören. „Eingefroren in der Pose eines Anarchisten“ sei er, schrieb die New York Times, und Leonard Cohen schien es selbst zu glauben.
18. September 2014Wird Schottland unabhängig?
Die Tschechoslowakei existierte ein dreiviertel Jahrhundert. Am 1. Januar 1993 wurden die beiden Hauptteile (die Karpato-Ukraine war schon nach dem Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion gefallen) zu selbständigen Staaten. Weder das tschechische noch das slowakische Volk wurden vorher befragt.
17. September 2014Warum nicht mal über Geld reden?
„Willst du den Wert des Geldes erkennen, versuche dir welches zu borgen.“ Das sagte Benjamin Franklin, US-Naturwissenschaftler, Politiker und Mitverfasser der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Zwei Jahrhunderte später, am 17. September 1978, führten die Sparkassen in der Bundesrepublik Deutschland den Dispokredit ein. Ein Weg in die Unabhängigkeit? Oder ein Abweg, der letzten Endes zur Unmündigkeit führt? Darüber lässt sich im Small Talk trefflich diskutieren.
16. September 2014Freiheit und Verantwortung: Reinhold Messner zum Siebzigsten
„Nach meiner Zeit als Felskletterer, Höhenbergsteiger, Grenzgänger, Forscher rund Politiker“ (siehe auch unseren Newsletter vom 17. September 2009: Reinhold Messner erreicht das Rentenalter), schreibt Reinhold Messner in seiner Gebrauchsanweisung für Südtirol, „bin ich nun dabei, mein Erbe einzubringen“
15. September 2014(K)ein alter Hut
Der Filzhut zählt in Regionen mit hohem Folkloreanteil zum Kulturgut. Nicht nur in Bayern lässt sich die Tradition zuweilen heute noch bestaunen. Auch weiter südlich war die gleichermaßen gegen Kälte wie vor Sonne schützende Kopfbedeckung ein gern getragenes Kleidungsstück.
12. September 2014Konrad Weiß schämt sich
Heute vor 25 Jahren gründete sich die Bürgerrechtsbewegung Demokratie jetzt. Obwohl bereits viele Einwohner der DDR den Rücken gekehrt hatten, war ein Verfall der politischen Strukturen noch nicht abzusehen. Vor allem die Staatssicherheit funktionierte noch. Es gehörte also einiges an Mut dazu, eine solidarische Gesellschaft, Freiheit und Menschenwürde für alle, ein echtes Mehrparteiensystem und den Rechtsstaat einzufordern.
11. September 2014Was ist komplizierter: die Kritische Theorie oder das Leben?
Das Publikum hat ein Recht darauf, nicht angeschmiert zu werden, auch wenn es darauf besteht, angeschmiert zu werden: Nach diesem Grundsatz ist der Newsletter, den Sie gerade lesen, immer verfahren. Das soll sich auch in Zukunft nicht ändern.
10. September 2014Small Talk zum Sommer- und Urlaubsende
Der Sommer geht zu Ende. Auch Urlaub beziehungsweise Sommerferien sind für die Meisten schon vorbei. Für Sie ergibt sich im Small Talk die Gelegenheit, beides noch einmal Revue passieren zu lassen.
09. September 2014Der einmillionste Gastarbeiter
Am 7. September 1964 stieg Armando Rodrigues de Sá in den Zug. Die erste Etappe seiner weiten Reise führte ihn in die entgegengesetzte Richtung des gewünschten Ziels, nach Lissabon. Von dort ging es per Sonderzug weiter, zunächst nach Madrid, dann nach Paris, schließlich nach Köln-Deutz. Auf dem rechtsrheinischen Bahnhof musste der 38-Jährige ein vorletztes Mal umsteigen, bevor er seinen Weg über Stuttgart nach Blaubeuren fortsetzte. Am Rand der Schwäbischen Alb erwartete ihn sein neuer Arbeitgeber, eine Zimmerei.
08. September 2014Was ist Analphabetismus?
Winnie-thePooh, der Titelheld in Alan Alexander Milnes Kinderbuchklassiker, ist, wie der Untertitel schon sagt, ein Bär von sehr geringem Verstand. Kaum schlauer ist sein Freund Eeyore, ein alter Esel, der ab und zu mit einem überraschend tiefsinnigen Spruch herausrückt.
05. September 2014Die Kunst ist schwer
Im Jahr 1805 findet in Weimar die siebte Kunstausstellung statt. Es ist das Todesjahr Friedrich Schillers, und auch Johann Wolfgang Goethe geht es gesundheitlich nicht gut: seelisch, weil er den Tod des Freundes und Kollegen verarbeiten muss, und körperlich, da ihm Nierenkoliken und eine Gürtelrose zu schaffen machen.
04. September 2014Leipzigs Zauber
„Ich habe Leipzig gehasst. Die Stadt war ein stinkender, fallengelassener, verbeulter, ausgewohnter Käfig. Wer hier dennoch nistete, betrachtete die Kapitulation als sein Lebenswerk.“ Karim Saab verließ die DDR im Mai 1989.
03. September 2014Sommer-Small Talk daheim oder am Strand
Beim Urlaub denken die meisten Menschen an Sonne, Meer und Strand. Alles zusammen ergibt auch ein Thema für den Small Talk: Wer sich vor Hitze schützen, sich gleichzeitig nicht vom Meer entfernen und den Strand in Ruhe genießen will, braucht - einen Strandkorb. Doch woher stammt die nützliche Sitzgelegenheit eigentlich?
02. September 2014Der Tag, an dem Winnetou starb
„Mein Bruder mag mir glauben, ich gehe heut in die ewigen Jagd-“: Weiter kam der Häuptling der Apachen nicht, als er seinem Busenfreund die böse Vorahnung mitteilte. Es war allerdings keine Kugel, die seine Rede unterbrach und ihn das heidnische Wort 'Jagdgründe' nicht aussprechen ließ.
01. September 2014Der Mann, der den Zweiten Weltkrieg auslöste
„Seit 4 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen“: Mit diesen im Radio übertragenen Worten Adolf Hitlers begann heute vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg. Geschossen wurde anschließend auf die Westerplatte im Danziger Freihafen und auf die polnische Post in derselben Stadt.
29. August 2014Bücher fürs Regal statt zur Lektüre?
„Den vornehmen Buchladen betritt das Volk wie eine Apotheke nur im äußersten Notfall“: Dieser Überzeugung war Karl Bücher. An der Universität Leipzig gründete der Volkswirt das erste Institut für Zeitungskunde in Deutschland. Den Beinamen "Bücherstadt" hat die Sachsenmetropole freilich nicht wegen ihres verdienstvollen Ökonomieprofessors, sondern aufgrund der zahlreichen Verlage, die sich dort angesiedelt haben.
28. August 2014Fania Kaplan
„Heute habe ich auf Lenin geschossen. Es war meine eigene Entscheidung. Von wem ich den Revolver habe, werde ich nicht sagen. Ich werde überhaupt keine Einzelheiten verraten. Ich habe schon seit langem beschlossen, Lenin zu töten. Ich halte ihn für einen Verräter an der Revolution.“
27. August 2014Mai und September – ein mysteriöser Zusammenhang
Im Small Talk über das Wetter zu reden ist ja nicht der schlechteste Ratschlag. Gibt es beim Wetter zudem einen mysteriösen Zusammenhang – umso besser für die Kurzweil in der Konversation! Der Septemberanfang liefert Ihnen den aktuellen Aufhänger, und auch der Mai tut das Seine hinzu. Ja, ihr Small Talk-Gegenüber hat richtig verstanden: Mai und September hängen, was das Wetter betrifft, sehr eng zusammen.
26. August 2014Vom Hygieneprodukt zur Mangelware
Heute ist der Tag des Toilettenpapiers. Warum der Toilet Paper Day ausgerechnet in den Vereinigten Staaten zum ersten Mal begangen wurde – angeblich in den 1990er Jahren, anderen Quellen zufolge im Jahr 2005 – ist nicht bekannt. Liegt es vielleicht daran, dass im Land der unbegrenzten Möglichkeiten jährlich 26 Milliarden Rollen verkauft werden?
25. August 2014Elvis Costello
Heute vor 60 Jahren wurde Declan Patrick MacManus in London geboren. Gestern Vinzenz Fettmilch, heute Declan Patrick MacManus: Was sind das für Namen, werden Sie vielleicht denken. Letzterer, Sohn irischstämmiger Einwanderer, dachte vermutlich ähnlich.
22. August 2014Die Anmaßung des Vinzenz Fettmilch
In Frankfurt gibt es eine Hasengasse. Das freut den Schreiber dieser Zeilen, der die Tiere mit den langen Löffeln zu seinen liebsten zählt. An der Ecke zur Töngesgasse standen früher 2 Häuser, die einige illustre Frankfurter Bürger beherbergten.
21. AugustVon einer Abhängigkeit in die andere
Heute ist lettischer Nationalfeiertag. Anlass ist die nach dem Verlassen der Sowjetunion 1991 erlangte Souveränität. Dass es mit der staatlichen Unabhängigkeit so weit nicht her ist, beweist ein Vorfall aus jüngerer Vergangenheit. Um die verheerenden Auswirkungen der Finanzkrise halbwegs in den Griff zu bekommen, plante die lettische Regierung eine Abwertung ihrer Währung.
20. August 2014Das Saarland-Trauma des FC Bayern
Als Spätauswirkung der WM in Brasilien startet die Bundesliga erst am 22. August. Das war's auch schon mit den Überraschungen in der Bel Etage des deutschen Fußballs. Favorit ist, wie jedes Mal zum Saisonstart, Rekordmeister FC Bayern. Damit es im Small Talk nicht zu langweilig wird, blicken Sie am besten zurück. Weit zurück. Ein halbes Jahrhundert zurück.
19. August 2014„Dann aßen wir unseren Reis …“
Eine alte Fotografie zeigt auf der zentralen Brüsseler Grand Place eine Einheimische, die einem Deutschen die Stiefel putzt. Es sind Militärstiefel, und der herrische Blick des Kunden verheißt für die Dame nichts Gutes. Heute vor 100 Jahren nahmen deutsche Soldaten die belgische Hauptstadt ein, nachdem ihre Armee ohne vorherige Kriegserklärung ins Nachbarland einmarschiert war. Zwar hieß der eigentliche Gegner Frankreich.
18. August 2014Zu schön, um sie nur zu kaufen
„Briefmarken kaufen ist passé. Am PC lassen sich Briefmarken auch bequem direkt auf ein Schreiben drucken.“ Solche Tipps finden sich im Ratgeberteil von Zeitungen und Zeitschriften, häufig auch online, etwa auf der Internetpräsenz des Computermagazins PC-Welt.
15. August 2014Die kürzeste Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik
Der erste Mensch, der, auf einem Gipfel der panamaischen Landenge stehend, beide Ozeane, den Pazifik und den Atlantik, gleichzeitig gesehen hat, war Vasco Nuñez de Balboa. Jedenfalls empfand er die Situation an jenem 25. September 1513 so.
14. August 2014Bloß nicht schweigen
Ein nicht erwarteter 50. Geburtstag“, titelte dieser Newsletter vor 5 Jahren. Es ging um den US-Basketballprofi Earvin Johnson, der von allen nur Magic genannt wird. Gottseidank gibt es zum 55. nichts gravierend Neues zu vermelden.
13. August 2014Ein Thema für mindestens 28 Millionen
Rund 28 Millionen Deutsche besitzen einen Garten. Da scheint es so wahrscheinlich nicht, dass Ihr Small Talk-Gegenüber darunter ist.
12. August 2014Jede Jugend ist die dümmste
„Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein wie die Jugend vorher, und es wird ihr niemals gelingen, unsere Kultur zu erhalten.“ Sicher haben Sie diese Äußerung so oder so ähnlich schon einmal gehört; wenn nicht vor kurzem, dann vielleicht in Ihrer Jugend.
11. August 2014Ein dreiviertel Jahrtausend altes religiöses Fest
Fronleichnam hat zwar schon vor einiger Zeit stattgefunden, genauer gesagt am 19. Juni. Dafür, dass das bewegliche Datum überhaupt als religiöses Fest gefeiert wird, sorgte Papst Urban IV. heute vor 750 Jahren. Die Idee für den kirchlichen Feiertag hatte der römische Pontifex, heißt es im Ökumenischen Heiligenlexikon, aus seiner alten Heimat: Im heute belgischen Liège (Lüttich) war Jacques Pantaléon vor seiner Papstwahl als Erzdiakon tätig. Dort wurde damals bereits nach den Visionen der Johanna von Lüttich, die dem Kloster auf dem Mont Cornillon vorstand, ein Fest zu Ehren der Eucharistie, der Leibwerdung Christi in Gestalt der geweihten Hostie, gefeiert.
08. August 2014Doch ein Ganove!
Die treffendste Beschreibung stammt von jemand, den sein Beruf eigentlich zur Zurückhaltung zwingt: „Nixon sah immer aus, als hätte er einen Monat lang nicht geschissen!“ Wohl um zu verhindern, für eine solche Formulierung juristisch belangt zu werden, schob der Journalist Robert Lindsay diese Bemerkung lieber einem nicht näher identifizierbaren Freund David in den Mund.
07. August 2014Ausgerechnet Augsburg: Afras Asyl
Augsburgs Friedensfest erinnert an den Religionsfrieden von 1555 und wird alljährlich am 8. August begangen. Dadurch haben die Bewohner der Großstadt am Lech einen Feiertag mehr als ihre bayerischen Landsleute und gleich ein Plus von 2 Tagen Arbeitsabstinenz gegenüber dem Durchschnittsbundesbürger (siehe auch unseren Newsletter vom 2. August 2010: Zwei Feiertage mehr als der Durchschnittsbundesbürger).
06. August 2014Wenn wirklich nichts los ist: Machen Sie die Sauregurkenzeit zum Thema!
Ferienzeit ist Sauregurkenzeit. Die Bundesliga macht noch Pause, die Parlamentarier sind ebenso in Urlaub wie in fast jedem Bundesland die Schulen noch geschlossen, und auch in die Redaktionsstuben der Medien dringen kaum Neuigkeiten. Schlechte Nachrichten auch für Ihren Small Talk. Ach was! Wenn Sie keinen aktuellen Stoff für die Konversation finden, nehmen Sie doch einfach die Sauregurkenzeit als Thema.
05. August 2014Die erste elektrische Verkehrsampel
Der Beginn des 20. Jahrhunderts ging für die Vereinigten Staaten mit einem rasanten Wirtschaftswachstum einher. Der Fortschritt schlug sich auch im Straßenverkehr nieder. Vor allem in den Großstädten kam es zu grotesken Szenen. Immer mehr und immer schneller fahrende Transportmittel agierten meist gegen – statt miteinander. Regeln gab es kaum, Organisation war ein Fremdwort. Straßenbahnen hielten wo immer sie oder ihre Fahrgäste es wollten, Autos und Pferdefuhrwerke wendeten an jeder beliebigen Stelle, und auch die Straßenseite wurde gerne willkürlich gewechselt, nicht nur von Radfahrern. Besonders an Kreuzungen machte sich das Chaos bemerkbar. Die Stadtverwaltungen mussten auf Polizisten zurückzugreifen, um den Verkehr zu regeln.
04. August 2014Großer Schriftsteller, schwieriger Mensch
„Er war ein Krieger, ein Krieger für die Menschheit und ein Verkünder des Evangeliums vom Recht für alle Völker. Er war eine reformatorische Gestalt von höchstem Rang, und es war sein historisches Schicksal, in einer Zeit der beispiellosen Rohheit wirken zu müssen, die ihn schließlich gefällt hat.“
01. August 2014Klaus Kinski in Benin
Heute ist nicht nur in der Schweiz Nationalfeiertag. Auch im kleinen Benin, an der westafrikanischen Küste zwischen Nigeria, Togo, Niger und Burkina Faso eingezwängt, wird gefeiert. Immer am 1. August gedenkt das Land seiner Unabhängigkeit, in die es von der Kolonialmacht Frankreich im Jahr 1960 entlassen wurde.
31. Juli 2014Von der Realität eingeholt
Was halten Sie von folgender Aussage: „Noch vor der Jahrtausendwende wird es auf dem Mond vollklimatisierte Städte geben, in denen man wesentlich komfortabler als auf der Erde leben kann.“ Sie stammt von Wernher von Braun, der maßgeblich als Entwickler der Apollo-Missionen der US-Weltraumbehörde NASA beteiligt war.
30. Juli 2014Bundesfeiertag statt Nationalfeiertag
Die Schweiz hat keine Hauptstadt. Bern ist, seit 1848, offiziell nur Bundessitz. Die Schweiz hat auch keinen Nationalfeiertag. Sondern einen Bundesfeiertag, den sie jedes Jahr am 1. August begeht. Für Ihren Small Talk ist der 1. August ebenso ein Thema wie der 4. Juli (siehe unseren Newsletter vom 2. Juli 2014: Patriotisch, aber unaufgeregt in den Nationalfeiertag).
29. Juli 2014Der August, literarisch
„Ein Erntewagen schwankt durchs Feld. Im Garten riecht's nach Minze und Kamille. Man sieht die Hitze. Und man hört die Stille. Wie klein ist heut die ganze Welt! Wie groß und grenzenlos ist die Idylle ...“

Von wem stammen diese Zeilen?
28. Juli 2014Der Weg, den die Pflicht wies
Ein Monat war seit dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger und seine Gattin (siehe auch unseren Newsletter vom 27. Juni 2014: Schottlands langer Weg in die Unabhängigkeit) vergangen. Es war ein Monat voller diplomatischer Noten, Kriegsdrohungen und -warnungen, Garantiererklärungen und Bündniszusicherungen. Die am häufigsten gestellte Frage lautete: Was würde passieren, wenn …?
25. Juli 2014Ein grüner Umweltminister, den die CDU beschämte
Als Jürgen Trittin 1998 Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit wurde, schien für die deutsche Atomindustrie das Sterbeglöcklein geschlagen zu haben. Doch weit gefehlt!
24. Juli 2014Thomas Mann schreibt einen Liebesbrief
„Das ist die Liebe“, beginnt Thomas Mann einen Brief an Katia Pringsheim, mit der er sich 10 Wochen später verloben wird, „Man glaubt nur das Gefühl reden lassen zu dürfen, damit alles sich zum Glücke ordne.“
23. Juli 2014„Leck mich” … im Small Talk
Fäkalsprache gehört gewöhnlich nicht in den Small Talk. Es gibt aber eine Ausnahme: Stammt die Äußerung von einer berühmten Person, dürfen Sie diese zitieren. Natürlich nur mit Quellenangabe! Ein solches Beispiel ist Götz von Berlichingen.
22. Juli 2014Der einzig wahre Pi-Gedenktag
3,14: Das ist, auf 2 Stellen abgerundet, der Wert der Zahl Pi, mit deren Hilfe sich die Fläche eines Kreises berechnen lässt (siehe auch unseren Newsletter vom 22. Juli 2010: 22:7). Der Kreiszahl zu Ehren rief der in San Francisco ansässige Physiker Larry Shaw anno 1988 den 14. März als Pi-Gedenktag aus.
21. Juli 2014Die Tour und das Doping
Wenn kommenden Sonntag die Tour de France endet, wird ihrem Sieger – ganz gleich, wer im Gelben Trikot auf der Pariser Prachtstraße Champs-Élysées einrollt – weitaus weniger Beachtung zuteil werden als früheren Champions. Nachdem Eddy Merckx heute vor 40 Jahren das fünfte Mal als Gesamtsieger über den Zielstrich gefahren war, lag ihm ganz Belgien zu Füßen.
18. Juli 2014Kommunistenfresser macht Kommunisten zum Präsidenten
Vor einem Vierteljahrhundert begann das Sowjetimperium auseinanderzubrechen. Zu den Reformen im Innern kamen die Absetzbewegungen der mit der UdSSR verbündeten Warschauer Paktmitglieder. Während Michael Gorbatschows Politik der Perestroika die führende Rolle der Kommunistischen Partei in Frage stellte, zweifelten die Satellitenstaaten am Führungsanspruch der Sowjetunion.
17. Juli 2014Angela Merkels rhetorisches Rezept
Bislang ist es in der bundesrepublikanischen Geschichte noch nicht allzu häufig vorgekommen, dass eine Kanzlerin 60 wird. Anlässlich Angela Merkels runden Wiegenfests wird der deutsche Blätterwald ein Rauschen anstimmen, das die leise Stimme unseres Newsletters übertönen und seine bescheidene Gratulation kaum vernehmbar machen wird.
16. Juli 2014Sommer-Thema, deutsch und international!
„Soll eine Bratwurst recht geraten, dann muss sie auf dem Roste braten.“ So heißt es in einem Gedicht auf der Webseite des ersten Deutschen Bratwurstmuseums. Das steht in Thüringen. Und liefet Ihnen den Einstieg in Ihren nächsten Small Talk. Dort geht es um das Thema Grillen.
15. Juli 2014Was Berlin manchmal fehlt
Nicht nur die Kleinschreibung des Titels macht die überregional erscheinende Berliner tageszeitung, kurz taz, unverwechselbar. Auch eine satirische Wahrheitsseite, die jede Ausgabe abschließt, kann keines der Konkurrenzblätter vorweisen. Wie auch die kleinen Beiträge und Nachrichten, die gerne mit „was fehlt“ eingeleitet werden.
14. Juli 2014Eine Revolution, die vom Volk ausging
„In Deutschland kann es keine Revolution geben, weil man dazu den Rasen betreten müsste“: Das sagte jemand, der in seinem eigenen Land dem unterdrückten Volk zunächst zur Herrschaft verhalf, um es anschließend wieder zu entmündigen.
11. Juli 201427 Steine, um die sich alles drehte
„Als wahrer Welterfolg erwies sich“, schreibt György Dalos in seinem Buch Lebt wohl, Genossen! Der Untergang des sowjetischen Imperiums, „der Zauberwürfel des Architekten Ernö Rubik.“
10. Juli 2014Vom Bürgerschreck zum Verfolgten
Er war Anarchist und Revolutionär, Schriftsteller und Politiker, ein Mann des Wortes und sogar auch der Tat. Was er nicht war: ein Mann der Ämter. Einmal hatte er sich um eines beworben. Sein Freund Ernst Niekisch, Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates der Münchner Räterepublik von 1919 (siehe unseren Newsletter vom 7. April 2014: Die Münchner Räterepublik), schildert jenen 6. April, als in der neuen Regierung des fortschrittlichen Bayern die wichtigen Posten verteilt wurden: „Zuerst wurde das Amt des Volksbeauftragten für das Auswärtige ausgerufen. Erich Mühsam stand auf, wies auf den guten Namen hin, den er im Ausland genieße, unterstrich die engen Beziehungen, die er zeitlebens zur Linken unterhalten habe, und empfahl schließlich sich selbst für den Posten. Die meisten Hörer schmunzelten bei Mühsams Rede. Er war ein sprudelnder, witziger Geist, ein guter Mensch, aber so ausgesprochen literarischer Bohemien, dass sich niemand ihn in einer würdigen Amtsposition vorstellen konnte.“
09. Juli 2014Der Tag des Rock 'n' Roll
An welchem Tag wurde der Rock 'n' Roll geboren? Diese Frage können Sie wunderbar in Ihrem nächsten Small Talk diskutieren. Eigentlich lässt sich das Datum exakt terminieren, auf den 21. Mai 1955. An diesem Tag nahm Chuck Berry seinen Hit Maybelline auf.
08. Juli 2014Das Geld für sich arbeiten lassen
Er wurde 97 Jahre alt, besaß 66 Firmen und war mit einem Vermögen von nach heutigen Maßstäben hochgerechneten 300 Milliarden Dollar der reichste Mann der Welt. „Mehr als jeder andere Mensch“, heißt es im Almanac of American History, „formte er die Ära des Finanzkapitalismus.“
07.Juli 2014Der Wahn ist kurz, aber schön
„Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet. Der Wahn ist kurz, die Reu' ist lang“: So heißt es im Lied von der Glocke, dessen überaus gebildeter Autor Friedrich Schiller vermutlich der Überzeugung anhing, das Wörtchen 'Ehe' sei eine Abkürzung, gebildet aus den Anfangsbuchstaben des lateinischen Sinnspruchs errare humanum est.
04. Juli 2014Adieu Tristesse: Abschied von der Tradition langweiliger WM-Endspiele?
Sonntag in einer Woche steigt in Rio de Janeiro das Finale der Fußballweltmeisterschaft. Es ist die zwanzigste Auflage. Heute vor 60 Jahren endete das fünfte Weltturnier in der Schweiz mit einer denkwürdigen Begegnung. Die deutsche Elf schlug den hohen Favoriten Ungarn mit 3:2, anschließend war vom Wunder von Bern (siehe auch unseren Newsletter vom 3. November 2011: ) die Rede.
03. Juli 2014Leichtsinnig verwendete Energiefresser
Stromverbrauch wird in Kilowattstunden gemessen. Ein einzelnes Klimagerät mit 7 Kilowatt Kühlleistung beispielsweise, schreibt der Bund der Energieverbraucher auf seiner Webseite, frisst in einem Jahr bis 900 Kilowattstunden. Vor allem, wenn es in heißen Sommern ständig eingeschaltet bleibt und der Mensch die Regelung der Raumtemperatur der Maschine überlässt. Oft reichen bereits ein paar einfache Maßnahmen aus, auch ohne technisches Gerät die Luft im Zimmer erträglich zu halten.
02. Juli 2014Patriotisch, aber unaufgeregt in den Nationalfeiertag
„Man muss eine Nation einfach lieben, die ihre Unabhängigkeit an jedem 4. Juli feiert. Nicht mit einer Parade von Panzern und schießeisenreckenden Soldaten. Auch nicht von Truppen, die am Weißen Haus vorbeidefilieren, um Muskeln zu zeigen und Stärke zu demonstrieren. Sondern mit Familienpicknicks, bei denen Kinder sich Frisbees zuwerfen. Bei denen der Kartoffelsalat langsam verdirbt. Und bei denen die Fliegen vor lauter Glück sterben. Du denkst, du hast dich überfressen. Aber es ist nur Patriotismus.“
01. Juli 2014„Sie mensendieckt gerade“
„Das Mädchen muss, eingepfercht in unmögliche Kleidungsstücke, still im Haus sitzen, in sauerstoffarmer, toter Luft und darf sich nur in sittsamen Schrittchen ergehen.“ So sah der Alltag für Frauen im Deutschen Reich zu Beginn des letzten Jahrhunderts aus.
30. Juni 2014Friede den Hütten! Krieg den Palästen!
„Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ So beginnt eine Streitschrift, die zu den bemerkenswerten Werken des leider allzu früh verstorbenen Georg Büchner (siehe unseren Newsletter vom 17. Oktober 2013: Das Lebenswerk eines 23-Jährigen) zählt.
27. Juni 2014Beide verschieden
„Die Zeitungen sind die Sekundenzeiger der Geschichte“: Als diese Worte fielen, aus dem Munde des Philosophen Arthur Schopenhauer, gab es, verglichen mit dem heutigen Blätterwald, noch recht wenige Presseerzeugnisse.
26. Juni 2014Lügen haben kurzes Bein!
Pflege der politischen Landschaft: So beschrieb der Hauptbeteiligte Eberhard von Brauchitsch, Generalmanager der Unternehmensgruppe Flick, den größten Parteienfinanzierungsskandal in der Geschichte der Bundesrepublik. Jahrelang hatte Deutschlands größter in Familienbesitz befindlicher Konzern, dessen Produktpalette, wie der Focus treffend formulierte, vom Panzer bis zur Badewanne, vom Heizkessel bis zum Papierhandtuch reichte, mit Hilfe großzügiger Parteispenden in Millionenhöhe Einfluss auf die Politik genommen.
25. Juni 2014Warnung vor Fußball, Tennis und dem Wetter
„Wettert der Juliregen mit großem Zorn, bringt er dafür reicheres Korn.“ Schon wieder so eine Bauernregel, werden Sie vielleicht stöhnen. Noch dazu eine, die sowohl den Sinn als auch das Versmaß betreffend reichlich bemüht daherkommt. Sie müssen sie ja nicht als Einstieg in den Small Talk wählen!
24. Juni 2014Schottlands langer Weg in die Unabhängigkeit
Heute vor 700 Jahren fand eines der Ereignisse statt, auf das die Schotten ihr Nationalgefühl gründen. Bei Bannockburn in der Nähe von Stirling traf ein schottisches Heer unter Robert Bruce auf die zahlenmäßig weit überlegene Streitmacht des englischen Königs Edward II. Die Schotten siegten überraschend. Es war einer der wenigen Triumphe über den Rivalen in der langen Geschichte zweier Völker, die sich selten grün waren – und es immer noch nicht sind.
23. Juni 2014In die Tasten hauen, mit Gefühl
„Seit Lucrezia Borgia bin ich die Frau, die am meisten Menschen umgebracht hat,“ pflegte die britische Krimiautorin Agatha Christie von sich zu behaupten. Einen kleinen Nachsatz musste sie freilich noch anfügen : „… allerdings mit der Schreibmaschine.“
20. Juni 2014Wahlziel verfehlt und Erklärung nicht geliefert
„… versichere ich Ihnen, dass der Bundeskanzler am Montag Rainer Barzel heißen wird.“ So lautete das Versprechen, das der Kanzlerkandidat am Vorabend der Bundestagswahl 1972 seinen Unterstützern aus den Reihen der Christdemokraten und Christsozialen gab.
18. Juni 2014Fronleichnam fast im Sommer!
Fronleichnam verbinden wir eher mit Frühling. Dieses Jahr fällt das Fest beinahe auf den Sommeranfang. Fronleichnam ist der letzte bewegliche Feiertag des Jahres – und 2014 sehr spät dran. 2 Tage darauf, am 21. Juni, beginnt bereits der Sommer.
17. Juni 2014Island wird Siebzig
Bis Island 1911 seine Universität bekam, schreibt Marie Krüger in ihrem Länderporträt über Europas große Insel im Norden (Marie Krüger, Island. Christoph Links Verlag, Berlin 2011), mussten die Einheimischen zum Studieren nach Kopenhagen.
16. Juni 2014Bloomsday
Sie hatten sich verabredet, am Nordende des Merrion Square Park im Herzen Dublins, um halb neun am Dienstagabend des 16. Juni 1904. Treffpunkt war vor der Villa von Sir William Wilde, dem Vater des Skandalschriftstellers.
13. Juni 2014Freitag der 13. und sein Ursprung in Deutschland
Die 13 als Unglückszahl ist eine Erfindung der jüngeren Zeit. Sagt Gunther Hirschfelder. Dem Professur für Vergleichende Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg zufolge wäre es einem Bauer früher niemals eingefallen, wegen eines Freitags des 13. sein Getreide an einem anderen Tag zu säen.
12. Juni 2014Eine unendliche Geschichte
Heute vor 30 Jahren wurde in den USA ein Roman als Buch des Jahres ausgezeichnet, der den Titel 1984 (Deutsche Übersetzung: 1984) trug. Geschrieben hatte ihn George Orwell anno 1948. Da es sich um eine Beschreibung einer nicht allzu fernen Zukunft handeln sollte, stellte der Autor einfach die letzten beiden Ziffern der Jahreszahl um.
11. Juni 2014Wer wird Weltmeister?
Wer wird Fußballweltmeister? Mit dieser Frage können Sie den Small Talk getrost beginnen. Schließlich wird morgen in Brasilien die WM angepfiffen. Sie dauert bis zum 13. Juli.
10. Juni 2014Zu viele Zoos?
„Sein Blick ist vom Vorübergehen der Stäbe so müd geworden, dass er nichts mehr hält. Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt.“ So beschreibt der Dichter Rainer Maria Rilke in seinem 1902 verfassten Gedicht Der Panther ein eingesperrtes Tier in einer der ältesten Menagerien der Welt, im Jardin des Plantes in Paris.
06. Juni 2014Gleichberechtigt mit Österreichern und Deutschen
Es gibt eine Geschichte der böhmischen Länder, eine Geschichte der Tschechoslowakei, einen Band Tschechien in der Reihe „Die Deutschen und ihre Nachbarn“. Jetzt ist bei C.H. Beck eine Geschichte Tschechiens herausgekommen. Lohnt sich die Lektüre?
05. Juni 2014Ein schlimmer Tag für jeden Sikh
Aufgelöste Kolonialreiche lassen unzufriedene Volksgruppen zurück. So war es 1947, als die Briten sich aus Indien zurückzogen. Die Religionsgemeinschaft der Sikh, rund 25 Millionen stark, wurde zwischen den neu entstandenen Staaten Indien und Pakistan aufgeteilt.
04. Juni 2014Bauernregeln als Einstieg in den Wetter- und Fußball-Small Talk
„Ist's im Juni kühl und nass, füllt's dem Bauern Scheun' und Fass.“ Der gerade angebrochene Monat hat hierzulande, was das Wetter betrifft, nicht den besten Ruf. Außer bei den Bauern. Da Viehzüchter und Ackerleute eh' ständig übers Wetter meckern, ist's fast schon wieder egal. Meckern Sie ruhig mit – im Small Talk!
03. Juni 2014Das Gesetz der Straße
Radfahrer fahren bei Rot über die Ampel. Radfahrer hindern Autos am schnelleren Vorankommen. Radfahrer fahren auf Gehwegen und gefährden Fußgänger. Radfahrer fahren ohne Helm, gefährden sich selbst und schröpfen via Arzt- und Hospitalkosten die Krankenkassen. Radfahren sollte verboten werden.
02. Juni 2014Das Recht, ernst genommen zu werden
„Gute Eltern lehren ihre Kinder: Du sollst nicht lügen“, merkte einmal der deutsche Journalist und Herausgeber der Zeitschrift Capital, Johannes Gross, an - und fügte hinzu: „Sie vergessen, das Kind zu lehren: Du musst nicht jede Frage beantworten.“ Für das Erwachsenenleben ist dieser Rat gewiss nicht schlecht. Doch was soll ein Kind davon halten, wenn ihm eine Frage nicht beantwortet wird? Bestenfalls fühlt es sich nicht ernst genommen.
30. Mai 2014Freiheit und Gleichheit ohne staatliche Kontrolle
Sein „Begriff von Freiheit war radikaler als bürgerliche Liberalität und großherziger als der der kleinkarierten Sozialisten“, beschreibt ihn der deutsche Chronist der libertären Bewegung, Horst Stowasser: „In seinem exemplarischen Konflikt mit Karl Marx sah er mit fast prophetischer Pedanterie die Abscheulichkeiten einer kommunistischen Parteidiktatur voraus, die ein Menschenleben später schreckliche Wirklichkeit werden sollte.“
28. Mai 2014Irrtümer, die mit Christi Himmelfahrt verbunden sind
Ein Fest, viele Irrtümer: Manches Missverständnis ist mit Christi Himmelfahrt verbunden. Zwar handelt es sich um ein religiöses Fest. Es hat aber auch weltliche Aspekte. Seine Unregelmäßigkeit beispielsweise. Und seine Bedeutung als arbeitsfreier Feiertag.
27. Mai 2014Ende einer trinkenden Legende
„Im Frühjahr seines letzten Jahres lebte ich mit ihm ein paar hoffnungsvolle Wochen, da ich ernstlich glauben konnte, es gäbe für ihn eine Rettung.“ Es gab sie nicht. So musste der jüdische Schriftsteller im Pariser Exil, Soma Morgenstern, bald von seinem Kollegen Joseph Roth diese Worte anhören: „Ich brauche keinen Arzt. Ich brauche einen Priester.“
26. Mai 2014Ein Fußballspiel dauert – 93 Minuten
Ein Fußballspiel dauert, wenn es keine Verlängerung gibt, 90 Minuten: Die banale Erkenntnis des früheren deutschen Fußballnationaltrainers Sepp Herberger wurde jahrzehntelang von Aktiven und Beobachtern herangezogen, um zu beweisen, dass in jener Sportart bis zum Schlusspfiff alles möglich ist.
23. Mai 2014Ein Grundgesetz, das alle gut fanden – außer Bayern
„Das Grundgesetz ist der Beichtspiegel der Nation.“ Dieser Satz stammt vom Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll. Was ist ein Beichtspiegel?, werden Sie vielleicht fragen. Nun, ein Beichtspiegel ist ein Büchlein, das den Katholiken zur Vorbereitung auf die Beichte dient, ihnen ihre Sünden – vor allem die schweren! – vor Augen führt und sie ihr Gewissen befragen lässt.
22. Mai 2014Ein Leben voller Abenteuer, mit tragischem Ende
Der Dichter reitet durch die Nacht. Sein Pferd hat er einem Trupp Soldaten abgeschwatzt, zwei Kavalleristen folgen. In wildem Galopp geht es die Chaussee vom Münchner Norden hinauf Richtung Dachau. Plötzlich fallen Schüsse. Der Dichter zügelt seinen Gaul und dreht sich um. Hinter ihm liegt einer seiner Gefährten tot am Boden. Doch er muss weiter. Eine Mission wartet auf ihn.
21. Mai 2014Körperliche und militärische Ertüchtigung
„Der Körper und seine Nerven sollen gegen Witterung und mancherlei Leiden gestärkt, seine Muskeln sollen bis zur möglichsten Fertigkeit zu allen natürlichen Bewegungen abgerichtet, seine Glieder dadurch gelenkig gemacht, seine Sinne geübt werden; kurz, die Maschine soll Dauer, Stärke, Schnellkraft, Gewandtheit erhalten und sich zu einem möglichst schönen Glanze entwickeln.“
20. Mai 2014Ein guter Tag, keine Fremdwörter zu verwenden
Der 20. Mai ist Fremdworttag. Oder besser gesagt: der Tag, an dem man möglichst wenige Fremdwörter benutzen sollte. Eine gute Gelegenheit, Ihren Small Talk einmal abzuklopfen: Reden Sie verständlich? Oder fällt es Ihrem Gegenüber manchmal schwer, Ihnen zu folgen? Liegt es an der Wortwahl? Rücken Sie doch überflüssigen Fremdwörtern in Ihrem Small Talk zu Leibe!
19. Mai 2014Republik England
Die britische Monarchie ist eine der ältesten und traditionsreichsten in Europa. Trotz mancher Skandale in der jüngsten Vergangenheit gilt sie als krisensicher. Die Frage nach ihrer Abschaffung wird auf der Insel kaum gestellt. Das war einmal anders.
16. Mai 2014Als Deutsche noch in Hollywood triumphierten: Die erste Oscar-Verleihung
Es ist eigentlich jedes Jahr das Gleiche: Bei der Verleihung des Oscar (siehe auch unseren Newsletter vom 5. März 2010: Guter Verlierer) haben deutsche Regisseure und Schauspieler nichts zu bestellen.
15. Mai 2014Immer (und am 15. Mai ganz besonders) ein Thema: die Familie!
„Aus glücklichen Familien besteht das Wohl des Staates“: Diese Erkenntnis stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, vom Philosophen und Dichter Johann Gottfried Herder. Sein Zeitgenosse, der Schweizer Theologe Alexandre Vinet, pflichtete ihm bei: „Das Schicksal des Staates hängt vom Zustand der Familie ab.“
14. Mai 2014Gleichzeitig Mitte und Rand
Kremnické Bane, Purnuškes, Dilowe: Das sind die Namen dreier Dörfer in der Slowakei, Litauen und der Ukraine. Alle drei beanspruchen für sich, der Mittelpunkt Europas zu sein. Geografisch mag das zutreffen. Politisch, wirtschaftlich und kulturell führen sie eher eine Randexistenz.
13. Mai 2014Stell dir vor, es ist Endspiel, und keiner geht hin!
Wenn eine deutsche Mannschaft das Finale des Fußballeuropapokals erreicht, dieses zudem in Deutschland stattfindet und dann nur 4.750 Zuschauer kommen, kann etwas nicht stimmen. Richtig: Die Mannschaft kam aus der DDR, das Finale fand in Düsseldorf statt.
12. Mai 2014Schweinekrone verschmäht, Aufstand ausgelöst
Am 27. März 1849 hatte, nach langen Beratungen, die Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche die vorläufige Reichsverfassung angenommen. Gegen den Widerstand der radikalen Abgeordneten wählte sie den preußischen König zum deutschen Kaiser. Eine Abordnung begab sich nach Berlin, um Friedrich Wilhelm IV. die frohe Botschaft zu verkünden. Wie groß war die Enttäuschung, als dieser erklärte, er wolle keine Krone, die „mit dem Ludergeruch der Revolution“ behaftet sei, keine „Schweinekrone“, keine „Wurstbrezel, die nicht von Gottes Gnaden, sondern von Meister Metzger oder Meister Bäcker“ käme.
09. Mai 2014Eine nie gehaltene Rede
„Liebe deutsche Mitlandsleute, liebe Frankfurter Mitbürger, die Stadt Frankfurt hat die Nachricht, dass sie zur vorläufigen Bundeshauptstadt gewählt wurde, keineswegs mit irgendeinem Gefühl des Triumphes gegenüber anderen deutschen Städten, die ebenfalls zur Wahl standen, aufgenommen.“
08. Mai 2014Das Wort zum Sonntag, mit einer Woche Verspätung
Kennen Sie Bruce Springsteens Lied Open all nite? Nur von seiner akustischen Gitarre begleitet, erzählt der stimmgewaltige Barde - in ähnlich atemberaubendem Tempo wie Bob Dylans Subterranean Homesick Blues (siehe auch unseren Newsletter vom 23. März 2007: Alle reden vom Wetter. Die WMO redet vom Klima.), mit nur einmal hörbarem Luftholen in zweieinhalb Minuten - von einer nächtlichen Fahrt durch seinen Heimatstaat New Jersey, der ihm im ersten Morgenlicht wie eine Mondlandschaft erscheint.
07. Mai 2014Deutschlands erste Ärztin
Als Kind von klein auf kränklich, notgedrungen in einer Welt von Büchern aufgewachsen, der Vater noch dazu Arzt: Sind das nicht die besten Wegweiser, um sich später für ein Medizinstudium zu entscheiden? Wenn das so einfach gewesen wäre!
07. Mai 2014Der Monat Mai im Small Talk
Alles neu macht der Mai, heißt es in einem beliebten Volkslied. Alles neu macht der Mai sollte es auch in Ihrem Small Talk heißen: Der Monat liefert Ihnen jede Menge frische Themen.
05. Mai 2014Norovirus, Schweinegrippe & Co.
Man hätte den Tag in den Spätherbst legen sollen. Zu Beginn des Winters sind die meisten Viren im Umlauf und die Gefahren einer Infektion am akutesten. Doch nicht nur Grippe- und Erkältungserreger lauern uns auf. Vor Ansteckungen sollten Sie ständig auf der Hut sein.
02. Mai 2014Marktwirtschaft ohne Adjektive
Morgen vor 35 Jahren begann für Großbritannien eine neue Ära. Sie wurde nach der an jenem Tag ins Amt eingeführten Premierministerin getauft. Die studierte Chemikerin war die erste Frau in Europa, die es an die Spitze einer Regierung schaffte. Nach zweieinhalb Amtszeiten - am Ende der dritten war sie selbst für die Konservativen nicht mehr tragbar und wurde von ihrem Parteifreund John Major ersetzt - hatte Thatcher die britische Wirtschaft international wieder halbwegs konkurrenzfähig gemacht, dafür aber die Bevölkerung ihres Landes tief gespalten.
30. April 2014Der 1. Mai im Small Talk
Morgen ist Tag der Arbeit. Gemeinsam mit dem 3. Oktober ist der Maifeiertag der einzige nichtreligiöse Feiertag in Deutschland. Doch nicht nur als solcher ist er ein dankbares Thema für den Small Talk. Der 1. Mai eignet sich auch, um über die Arbeit zu reden. Und über die Zukunft der Arbeit.
29. April 2014Nie zufrieden oder Wenn schon sterben, dann wenigstens in einem Mercedes!
Das Auto hörte auf den Namen Jamais Contente - nie zufrieden - und sah aus wie ein Torpedo auf Rädern. Der martialische Anblick wurde nur durch den Fahrer gemildert, dessen Oberkörper komplett aus der Karosserie hervorschaute.
28. April 2014Kein guter Kapitän
Meutereien auf See hat es viele gegeben. Doch kaum eine machte so viele Schlagzeilen wie jene heute vor 225 Jahren. Es war ja auch unerhört, den Kapitän ab- und mit 18 Matrosen in einem Boot mitten im pazifischen Ozean auszusetzen, in der vagen Hoffnung, die den Wellen Anvertrauten würden irgendwann und irgendwo an Land gespült.
25. April 2014Liste der übelsten Plagiate
Morgen ist der Welttag des geistigen Eigentums (siehe auch unseren Newsletter vom 26. April 2007: Piraten, die Produkte plündern).
24. April 2014Vom Grand Prix d'Eurovision zur Revolution
Wissen Sie noch, wer 1974 den Grand Prix d'Eurovision de la Chanson gewann? Was für eine Frage, würde Ihr Gegenüber im Small Talk entgegnen. ABBA natürlich, mit Waterloo! Ob er auch weiß, wer Rang 14 belegte? Dort landete der deutsche Beitrag. Titel und Interpret würde Ihr Gesprächspartner Ihnen vermutlich schuldig bleiben.
23. April 2014Ein abgründiges Werk
Heute ist der Welttag des Buches. Höchste Zeit, noch mal eins zu lesen! Dasjenige, das ich Ihnen empfehle, beginnt wie folgt: „Um die Mitte des vorigen Sommers war eine kleine norwegische Küstenstadt der Schauplatz einiger höchst ungewöhnlicher Begebenheiten. Ein Fremder tauchte auf, ein gewisser Nagel, ein merkwürdiger und eigentümlicher Scharlatan, der eine Menge auffallender Dinge trieb und ebenso plötzlich wieder verschwand, wie er gekommen war.“
22. April 2014Als die Dänen aufs Schwein kamen
Heute beschäftigt sich unser Newsletter mit einem ganz besonderen Tier. Nein, es ist nicht der Osterhase, denn das christliche Auferstehungsfest ist ja vorbei. Wir möchten Sie vielmehr mit einer Schweinerasse bekannt machen. Mit anderthalb Jahrhunderten besitzt sie nicht ganz so viel Tradition wie der Lieferant der bunten Eier, dafür aber große Ähnlichkeit bezüglich eines auffallenden Merkmals: Dieses Schwein hat steil aufstehende Ohren!
17. April 2014Rolf Krake
„Mitunter erscheint mir der Rolf Krake noch im Traum.“ Als Gräfin Melusine ihm das Geständnis entlockt, muss Bürgermeister Kluckhuhn nicht allzu viel von seinem Innersten preisgeben. Längst hat er seinen Frieden mit dem Spuk und Rolf Krake sogar zu seinem Spitznamen gemacht.
16. April 2014Warum ist Ostern 2014 so spät?
Weshalb fällt Ostern im Jahr 2014 auf einen so späten Termin? Klären Sie das Phänomen in Ihrem nächsten Small Talk - mittels Hilfestellung eines Himmelskörpers!
15. April 2014Katharina die Erste eröffnet das Jahrhundert der Zarinnen
Katharina die Zweite gehört einem exklusiven Klub an: Wie der antike Alexander, der Frankenherrscher Karl, der Preußenkönig Friedrich und der russische Zarenkollege Peter erhielt sie von den Historikern einen imposanten Beinamen.
14. April 2014Vom Weltumsegler zum Leichentransporter
Die Novara war ein stolzes Schiff, das durch mehrere Hände ging. Ursprünglich österreichisch, sollte es den Namen Minerva tragen. Noch vor seiner Fertigstellung kam die Revolution von 1848 dazwischen. Unter dem patriotischen Namen L’Italia wurde die Fregatte weitergebaut.
11. April 2014Eine Erfolgsgeschichte zweier Einwandererfamilien
„Gemäß § 60 des Jagdgesetzes erteile ich die Genehmigung, dass im Forstamt Vöhl im Distrikt der Försterei Asel 2 Paare Waschbären ausgesetzt werden. Ich ersuche, die Tiere genau zu beobachten und mir nach Ablauf eines Jahres zum 1. April 1935 Bericht zu erstatten, wie das Verhalten der ausgesetzten Tiere gewesen ist, und ob irgendwelche forstwirtschaftlichen oder sonstige wirtschaftliche Schäden durch die ausgesetzten Waschbären entstanden sind.“
10. April 2014Blaue Bohnen in Mexiko
„Unser 10 folgten ihm, wie er befohlen hatte. Die anderen blieben vor den Mauern, ruhten sich im Schatten der Bäume aus und fühlten sich so sicher, dass sie die Gewehre zusammengestellt hatten. Guajardos Leute hatten sich in Reih’ und Glied wie eine Ehrengarde aufgestellt. Dreimal blies das Signalhorn den Ehrensalut; und als der letzte Ton verklang und der Chefgeneral die Schwelle des Tors erreichte, legten die Soldaten, ohne ihm auch nur Zeit zu lassen, seine Pistolen zu ziehen, aus nächster Nähe die Gewehre an und feuerten zwei Salven ab, und unser unvergesslicher General fiel, um nicht wieder aufzustehen.“
09. April 2014Welche ist die älteste deutsche Universität?
Wann wurde die erste deutsche Universität gegründet? Und wo? Das ist eine beliebte Frage, die Geschichtsstudenten gestellt wird. Kann Ihr Small Talk-Partner dieses Rätsel lösen? Eindeutig lässt sich die Frage jedenfalls nicht beantworten.
08. April 2014Dürfen wir „Zigeuner“ sagen?
Heute ist der Internationale Tag der Roma. Es ist die Volksgruppe selber, die den 8. April zum Gedenktag gemacht hat, um auf Vorurteile aufmerksam zu machen und gegen Diskriminierungen zu protestieren. Letztere sind in zahlreichen EU-Staaten leider Alltag, und das nicht nur in der östlichen Hälfte!
07. April 2014Die Münchner Räterepublik
Wenn ein deutscher Revolutionär einen Bahnhof besetzen will, lästerte Wladimir Iljitsch Uljanow, kauft er sich eine Bahnsteigkarte. Das mochte auf die nicht vollendete Umwälzung im Reich nach der Novemberrevolution und dem Ende des Kaiserreichs 1918 zutreffen. Für Bayern galt dies nicht.
04. April 2014Bolivien wird Binnenstaat
Chile ist ein elend langes, aber recht schmales Land an der Westküste Südamerikas. 5 Regionen weist es auf, die beiden äußeren heißen Großer Süden und Großer Norden. Erstere musste, ähnlich wie im Wilden Westen der USA, mühsam und mit vielen schmutzigen Tricks den Indianern abgerungen werden.
03. April 2014Was der April für den Small Talk bereit hält
Vorgestern begann der Monat, der Ihnen jeden Tag ein aktuelles Small Talk-Thema liefern sollte: das Wetter. Im April, fand der Journalist Wolfram Weidner, sei es so unzuverlässig, dass es manchmal mit den Vorhersagen übereinstimme.
02. April 2014Small Talk zum Internationalen Kinderbuchtag
Was ist Ihr Lieblingsbuch? Diesen Einstieg in den Small Talk haben wir Ihnen in unserem Newsletter vom 16. Oktober 2013 vorgeschlagen. Die heutige Eingangsfrage lautet ähnlich: Was ist Ihr Lieblingskinderbuch? Sie wundern sich? Für unsere Anregung gibt es einen aktuellen Anlass: Der 2. April ist Internationaler Kinderbuchtag!
01. April 2014Der 1. April in Theorie und Praxis
Jemanden in den April schicken: Das ist die zweitbeste Variante, am 1. April den Small Talk einzuläuten. Es gibt noch eine bessere: Small Talk über den 1. April! Ein Thema für eine solche Konversation wäre beispielsweise: Wer hat den 1. April erfunden? Erfunden haben ihn die Franzosen! Im Jahr 1564 verlegte König Karl IX. den Neujahrstag vom 1. April auf den 1. Januar.
31. März 2014Zum Glück nicht der Bönickhausenturm
Marmagen in der Eifel hat einen berühmten - nein, nicht Sohn, sondern, sagen wir mal, Urenkel. Alexandre Gustave Bönickhausen ist sein Name. Die Eltern waren Anfang des 18. Jahrhunderts aus dem Örtchen zwischen Blankenheim, Nettersheim und Schleiden nach Frankreich ausgewandert.
28. März 2014Alles eine Frage der Perspektive!
Der 28. März ist der Tag des Unkrauts. Das heißt freilich nicht, dass Hobbygärtner allen nutzlosen oder schädlichen Pflanzen den Garaus machen werden. Im Gegenteil: Das heutige Datum begehen sie als Ehrentag.
27. März 2014Keine vierte Chance
Heute vor 20 Jahren wählten die Italiener Silvio Berlusconi zu ihrem Ministerpräsidenten. Der Medienunternehmer war erst am 26. Januar 1994 in die Politik eingetreten. Die Grundlage für seinen Erfolg hatte er 8 Jahre zuvor gelegt. Da war er Präsident des Fußballklubs AC Mailand geworden. Im Verein erprobte Berlusconi die halb- und illegalen Methoden, mit denen er später auch den italienischen Staat unterwanderte.
26. März 2014Bloß kein Theater um den Small Talk! Oder doch?
Machen Sie um den Small Talk nicht zu viel Aufhebens! Nur nach diesem Rezept funktioniert die lockere Unterhaltung. Mit einer Ausnahme: Am 27. März dürfen Sie getrost ein wenig Theater machen im Small Talk. Ihre Legitimation entnehmen Sie dem Kalender: Morgen ist der Internationale Tag des Theaters.
25. März 2014Ein großer Pole, in England, Amerika und Australien gewürdigt
Wenn ein Dichter im fernen England einem Polen ein Sonett widmet, muss dieser Großartiges geleistet haben. Oder, auch das wäre einem Volk mit einer solch tragischen Geschichte wie Polen würdig, an einem dramatischen Akt mitgewirkt haben.
24. März 2014Die Kunst, sich zu entfesseln
In eine Zwangsjacke gepresst, mit schweren Ketten gefesselt, die Hände in Handschellen hinter den Rücken gebunden: Derart verschnürt wurde das menschliche Paket von einem Kran an den Füßen hochgezogen, bis es über den Köpfen der gaffenden Menge am New Yorker Times Square schwebte.
21. März 2014Starke Schweden, stallfrohe Schweine
Am Welttag der Poesie widmet sich dieser Newsletter einem Genre, dem ein wenig das Schmuddelimage anhaftet. Exemplarisch für einen solchen Schüttelreim steht folgender Vers: „Es sprach der Herr von Rubenstein: Mein Hund, der ist nicht stubenrein.“
20. März 2014Panne vor Publikum
Heute ist Weltgeschichtentag. Die Idee stammt aus Schweden, ist aber mittlerweile von zwanzig weiteren Ländern aufgenommen worden. Eine andere Überlieferung nennt die Vereinigten Staaten als Ursprungsland des World Storytelling Day.
19. März 2014Der Beginn des Frühjahrs als Small Talk-Thema
Wann beginnt der Frühling? Am 21. März, hieß es früher. Am 20. März, kann man immer häufiger lesen. Den Datumsstreit können Sie kaum entscheiden. Doch machen Sie ihn zu Ihrem nächsten Small Talk -Thema!
18. März 2014Belächelt, beneidet, benutzt, beseitigt
Ein Land, das sich stolz als Heimat der Dichter und Denker bezeichnet, schaut auf Comics meist mit einer gewissen Verachtung herab. Nur um ihren Erfolg beim Publikum werden die Autoren beneidet. Ausgerechnet in der Zeit des Nationalsozialismus ging der Stern eines deutschen Comic-Zeichners auf.
17. März 2014Mord auf dem Maskenball
Heute vor 222 Jahren wurde in der königlichen Oper zu Stockholm ein Maskenball gegeben. Vornehmster Gast der Veranstaltung war niemand geringerer als der Monarch selbst. Konnte es einen besseren Ort für eine Verschwörung geben?
14. März 2014Vom belächelten König zum mündigen Verbraucher
Wer zieht einem das Geld schneller aus der Tasche? Der Staat, indem er ständig neue Steuern und Gebühren erfindet? Oder doch die private Wirtschaft, die den Markt mit billigen Produkten und teuren Versprechungen überschwemmt? Rund 6,6 Millionen Deutsche sind überschuldet. Das heißt, dass knapp 10 % aller Erwachsenen hierzulande können ihre Schulden nicht mehr bezahlen.
13. März 2014Montags nie
Sie bescherte nicht nur Österreichern und Bayern eine tägliche Städteverbindung zwischen Wien, Linz und Passau, sondern auch der deutschen Sprache ihr wohl größtes Wortungetüm. Rund 300 Kilometer sind es von Österreichs Haupt- bis Bayerns Dreiflüssestadt. Die schönste Art, die Strecke zu bereisen, ist per Schiff auf Europas zweitgrößtem Strom. Heute vor 185 Jahren wurde eine entsprechende Kompanie gegründet und ein täglicher Linienverkehr eingerichtet.
12. März 2014Flüssiges Brot: ja; flüssiges Fleisch: nein!
Seit einer Woche ist Fastenzeit. Fragen Sie doch mal Ihren Gesprächspartner im nächsten Small Talk, ob er sich für die 7 Wochen nach Karneval etwas vorgenommen hat. Verzichtet er auf Fleisch? Auf Alkohol? Auf Süßigkeiten?
11. März 2014Ein Amerikaner, den alle lieb haben
Nach unserem Reformator benannte sich ein Anführer der schwarzen Bürgerrechtsbewegung. Martin Luther King wurde mit seinem Verzicht auf Gewalt zum Vorbild auch für Weiße. Am dritten Montag eines jeden Jahres wird seiner landesweit gedacht, am Martin Luther King Memorial Day.
10. März 2014Gute Figur auf dem Platz und im Studio
Andere Sportler haben mehr Erfolge aufzuweisen. Anton Polster wurde dreimal österreichischer Fußballmeister und einmal österreichischer Pokalsieger, jeweils mit Austria Wien. Dazu gewann er den Goldenen Schuh als bester Torjäger Europas in der Saison 1986/87. 95-mal lief er für Österreich auf und erzielte dabei 44 Tore.
07. März 2014Ein deutscher Prinz für Albanien
Heute vor 100 Jahren lief in der albanischen Hafenstadt Durrës ein Dampfer ein. Tausende Schaulustige hatten sich am Ufer versammelt. Es war ein Passagier, dem ihre Neugier galt. Wilhelm Friedrich Heinrich Prinz zu Wied, in Neuwied geboren und aus einem der ältesten Adelsgeschlechter Deutschlands stammend, sollte erstmals albanischen Boden betreten.
06. März 2014Das berühmteste Model aller Zeiten
Kennen Sie das berühmteste Model aller Zeiten? Fragen Sie mal Ihre Tochter! Oder schauen Sie im Kinderzimmer nach: Da könnte ein Exemplar herumliegen. Herumliegen? Keine Angst, die Person ist nicht echt. Sondern nur eine Puppe. Ihr Small Talk-Gegenüber wird den Namen auch schon gehört haben.
05. März 2014Giga bis Gaga: Politischer Aschermittwoch
Was machen Bayerns CSU-Politiker, allen voran Ministerpräsident Horst Seehofer, nur am heutigen Aschermittwoch? Ihnen ist der politische Gegner abhanden gekommen. „Irrtum, dein Name ist SPD!“ dürfte der ehemalige CSU-Chef Erwin Huber inzwischen nicht mehr verlautbaren lassen. Und der selige Franz-Josef Strauß müsste weiterhin dementieren, jeden Tag einen Sozi zu frühstücken; freilich kaum mit der Begründung, er esse nur, was er mag.
04.März 2014Steller und seine Seekuh
Gestern war Rosenmontag. Gestern war auch der Tag des Artenschutzes. Wir haben uns für die menschlichen Exoten entschieden, die Narren Narren sein und unseren Newsletter nicht erscheinen lassen. Die Tiere kommen heute zu ihrem Recht. Am 4. März 1973 wurde das Washingtoner Artenschutzabkommen unterzeichnet. Es reglementiert - und verbietet gegebenenfalls - den Handel mit wilden Tieren und Pflanzen, damit das Überleben einer jeden Art gesichert werden kann.
28. Februar 2014Das beste aller möglichen Materialien
„Nicht nur Könige liebten es“, lässt Bruce Chatwin seinen Protagonisten Utz im gleichnamigen Werk verkünden. „Auch Philosophen!“ Selbstverständlich ist auch Utz, der in Prag lebt, verrückt nach dem Weißen Gold, das in 250 Kilometer Entfernung - zunächst moldau-, dann elbabwärts - hergestellt wurde. Utz sammelt es, über geographische und politische Grenzen hinweg. In den gestrengen Zeiten des Kommunismus, wo andere Glücksritter alles Wertvolle außer Landes zu schaffen versuchen, führt er es nach Prag ein.
27. Februar 2014Das Buch ins Feuer, sein Autor nach Luxemburg
Heute vor 250 Jahren brannte in Rom ein kleines Büchlein. Es trug den etwas sperrigen Titel De statu ecclesiae et legitima potestate Romani pontificis liber singularis, was auf Deutsch in etwa heißt: Handbuch über die Stellung der Kirche und die Rechtfertigung der Macht des römischen Papstes.
26. Februar 2014Karneval als Herausforderung für Ihren Small Talk
Morgen ist Weiberfastnacht. Das jährlich wiederkehrende Ritual produziert zuverlässig auch die jährlich wiederkehrenden Schlagzeilen: Die Weiber übernehmen das Regiment! Tolle Tage im Rheinland! Die Jecken stürmen die Rathäuser! Sie kennen die Stereotypen und haben heute morgen gewiss schon die eine oder andere austauschbare Formel im Radio gehört.
25. Februar 2014Die Oberflächlichkeit der Kunst oder: Darf man einen Reichstag verpacken?
„Wir wollen Kunstwerke der Freude und der Schönheit schaffen, die wir erbauen, weil wir daran glauben, dass sie schön sind.“ Mehr nicht. Zumindest möchten sich Christo Javacheff und Jeanne-Claude de Guillebon nicht eingehender über ihre Kunst äußern.
24.Februar 2014Geistesgröße und Spießerschreck
„Mir ist wenig am Lob der Leute gelegen. Ihr Neid wäre allenfalls das einzige, was mich noch freuen würde.“ Wer so etwas sagt, hat es im Leben schon zu Einigem gebracht. Im Falle des heute vor 215 Jahren in Göttingen Gestorbenen war es gewiss so. Kleinwüchsig und wegen einer rachitischen Missbildung mit einem mächtigen Buckel ausgestattet, war er seit frühester Kindheit gewohnt zu kämpfen, um sich in einer ihm gegenüber misstrauisch bis feindlich gesinnten Umwelt durchzusetzen.
21. Februar 2014Der erste sozialistische Ministerpräsident Bayerns
„Man kann einem Mordanschlag auf die Dauer nicht ausweichen“, fand das Opfer - und verzichtete gelassen auf Polizeischutz: „Man kann mich ja nur einmal totschießen.“ Das aber reichte dem Mörder, der zur Sicherheit ein zweites Mal aus nächster Nähe abdrückte.
20. Februar 2014Ein Denker namens Denker
Wenn Schachexperten einen amerikanischen Topspieler nennen sollen, fällt meist der Name Bobby Fisher. Er ist der erste und einzige der bislang sechzehn Weltmeister in dieser Disziplin, der aus den Vereinigten Staaten kam.
19. Februar 2014Der Tag, an dem Religion im Small Talk keineswegs tabu ist
Religion ist im Small Talk tabu: So heißt es in allen einschlägigen Ratgebern. Am kommenden Sonntag wird dieses Tabu einmal außer Kraft gesetzt sein. Der 23. Februar ist der Gedenktag eines Märtyrers, den fast alle Religionen lieb haben.
18. Februar 2014Ein Junge namens Susi
Wenn ein Vater seine junge Ehefrau und seinen dreijährigen Sohn verlässt - mit der Weigerung, auch nur einen Cent an finanzieller Unterstützung zu leisten - ist das schlimm genug. Noch größere Schuld hatte der Erzeuger freilich bei der Geburt des Sprösslings auf sich geladen: Gegen sämtliche Widerstände setzte er durch, dass sein Filius auf den Namen Susi getauft wurde. Ein Junge namens Susi!
17. Februar 2014Bizarre Vornamen, interessanter Beruf
Bizarre Vornamen waren schon öfter Gegenstand dieses Newsletters (siehe unsere Ausgaben vom 21. Juli 2008: Das Motiv hinter bizarren Vornamen und vom 16. November 2005: Ein Kind namens Anderson, Apple und Moon Unit). Inzwischen ist daraus ein Beruf geworden.
14. Februar 2014Meister in Mathematik, Physik und PR
Morgen jährt sich der Geburtstag Galileo Galileis zum 450. Mal. Der Mathematiker und Physiker aus Pisa wird als Koryphäe in seinen Disziplinen und als Rebell gegen althergebrachte Weltbilder verehrt.
13. Februar 2014Nach langer Krankheit
Nach langer Krankheit, hieß es in den Verlautbarungen aus Moskau, starb am 9. Februar 1984 der KPdSU-Generalsekretär Juri Wladimirowitsch Andropow. Nur 15 Monate war Leonid Breschnews Nachfolger im Amt, hatte aber bereits einige Neuerungen eingeleitet. So besetzte er wichtige Stellen im Partei- und Wirtschaftsapparat um und überraschte die westliche Welt mit Abrüstungsvorschlägen.
12. Februar 2014Gunst und Kommerz: Schwierige Geschenksuche am Valentinstag
Immer nur Blumen! Nicht schon wieder Süßigkeiten! Und schon gar nicht diese Herzen! Geschenke am Valentinstag wiederholen sich. Die eingangs bemühten Gunstbeweise sind wahrlich kein Ausbund an Originalität. Für den Small Talk eine willkommene Gelegenheit, nach anderen Wegen zu suchen!
11. Februar 2014Geld oder Gewissen
Um die Bedeutung der Wahrheit im täglichen Umgang miteinander hat sich ein Kaliningrader Moralphilosoph verdient gemacht. Als Immanuel Kant heute vor 210 Jahren starb, hieß Kaliningrad freilich noch Königsberg und gehörte zu Preußen.
10. Februar 20147 Jahre Krieg, die sich nicht wirklich lohnten
Der Siebenjährige Krieg endete heute vor 250 Jahren mit dem Frieden von Hubertusburg. Das liegt in Sachsen, wo Preußenkönig Friedrich II. 1756 eingefallen war, um den Einfluss der Österreicher zurückzudrängen.
07. Februar 2014Zwei Seiten einer Medaille
Heute werden die Olympischen Winterspiele in Sotschi eröffnet. Dafür erfuhr Russland im allgemeinen und Wladimir Putin im besonderen viel Kritik. Tatsächlich ist es die teuerste Winterolympiade aller Zeiten. Nun, diese Aussage galt auch für fast alle Winterolympiaden zuvor.
06. Februar 2014Pavel Šustr, bitte übernehmen Sie!
Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass zwischen Bayer- und Böhmerwald die Grenze fiel. Bis dahin trennte nicht nur eine gedachte Linie Ost und West, die Tschechoslowakei und die Bundesrepublik Deutschland, Böhmen und Bayern.
05. Februar 2014Zwei Geschichten für den Winterolympiaden-Smalltalk
Am 8. Februar beginnen die Olympischen Winterspiele in Sotschi. Möchten Sie im Small Talk darauf eingehen? Hier sind 2 Geschichten, mit denen Sie jede Gesprächsrunde bestens unterhalten.
04. Februar 2014Unfreiwilliger Urlaub auf dem Trifels
Annweiler ist ein hübsches Städtchen in der Südpfalz, unweit von Landau. Früher war es weitaus bedeutender als heute. „Im Hochmittelalter“, heißt es auf der Webseite der 7000 Seelen-Gemeinde, „schützte die Burg Trifels das Reichsland um Annweiler. Die deutschen Kaiser und Könige ließen im 12. und 13. Jahrhundert hier die Reichskleinodien (zu diesen gehörten, auch hierüber klärt das Portal auf, „Krone, Reichsapfel, zwei Reichsschwerter, Kaisermantel, Alba [das Krönungsgewand], Stolen, Rock, Beinkleider, Schuhe, Handschuhe, Ring, Gürtel und Sporen; dazu kamen noch einige Reliquien wie ein Stück des Heiligen Kreuzes, ein Nagel, mit dem Jesus ans Kreuz geschlagen wurde, ein Zahn Johannes des Täufers und andere“) verwahren. Da ihr Besitz erst die Reichsherrschaft rechtmäßig machte, hieß es im Mittelalter: 'Wer den Trifels hat, hat das Reich'.“
03. Februar 2014Ia
Ist die Heilige Ia eine komische Heilige? Nein, sie ist eine kornische Heilige. Da müssen Sie schon genau hinschauen. Doch so ganz unumstritten ist das erste Adjektiv nicht. Im Ökumenischen Heiligenlexikon nicht vor.
31. Januar 2014Von der trennenden Grenze zum Bindestrich
Deutsch? Österreichisch? Dänisch? Diese Hoheitsfrage stellte sich Schleswig und Holstein Mitte des 19. Jahrhunderts. Mehr als ein Jahrtausend, mit wenigen kurzen Unterbrechungen, bildete der Fluss Eider nicht nur die Grenze zwischen den beiden Herzogtümern, sondern auch die Südgrenze Dänemarks. Mit dem Aufkommen der nationalen Bewegungen wurde letztere in Frage gestellt.
30. Januar 2014Ein Kopf zu viel
Auf die Revolution folgt häufig der Rückschlag. Etwa in Frankreich: 3 Jahre nach der Erklärung der Menschenrechte (siehe unseren Newsletter vom 26. August 2011: Nicht nur für Franzosen) begann die Schreckensherrschaft der Jakobiner.
29. Januar 2014Ein Small Talk wie ein Puzzle
Manchmal muss man sich den Small Talk zusammenpuzzeln, so wenig fällt einem zu bestimmten Themen ein. Das heutige Datum freilich weist den Weg zu einer möglichen Small Talk-Stratege: Der 29. Januar ist Puzzle-Gedenktag.
28. Januar 2014Deutscher akademischer Aderlass befeuert Russlands Schritt in die Moderne
Peter I. war Russlands Erneuerer (siehe auch unseren Newsletter vom 11. Juni 2012: ). Um den wissenschaftlichen und kulturellen Rückstand zu den westlichen Nationen zu verkürzen, veranlasste der Zar heute vor 290 Jahren die Gründung der Staatlichen Universität Sankt Petersburg.
27. Januar 2014Das Vergnügen, fremde Briefe zu öffnen
„Das hohe Aufkommen der regulären Post“, heißt es in dem Buch Die Welt der Spione (Heyne Verlag, München 1996), „verhindert, dass die Abwehr alles durchsucht, aber sie kann Briefe von verdächtigen Gruppen, Personen oder Adressen abfangen. In westlichen Ländern bedarf es dazu einer Ermächtigung.“
24. Januar 2014Der Gegenteiltag
Morgen ist Gegenteiltag. Jedes Jahr am 25. Januar wird dieses Datum begangen. Falls Sie es noch nicht gemerkt haben, müssen Sie sich nicht grämen: Sowohl sein Ursprung ist umstritten als auch die Art und Weise, wie er zelebriert wird.
23. Januar 2014Katholisch, konservativ und leider schon zweimal eingestellt
„Das teutsche Volk, durch Dünkel, Habsucht, Neid und Unverstand längst schon tausendfältig in sich selbst entzweit, durch Trägheit und Erschlaffung aufgelöst und darum einem übermütigen Feinde von der Vorsicht preisgegeben, der alle Gewalttätigkeit seiner Revolution zu ihm hinübertrug; dies Volk, gedemütigt, gedrückt, unter die Füße getreten, verspottet und gehöhnt, entwaffnet oder gegen sich selbst zum Streite angehetzt, hat wie ein gebundener Riese mit einem sich erhoben, und alle Ketten sind wie eine böse Verblendung von ihm abgefallen, und die ihn plagten, sind vergangen wie üble Träume mit dem Licht des Morgens. Und nun, da der Arm des Bösen so schwer auf ihm gelegen, zerbrochen ist, gibt sich erst kund, welch unversiegliche Quelle alles Guten in diesem Volk fließt und wie die Feinde, die alles ihm geraubt, des Mutes und der Vaterlandsliebe nicht ihm rauben können.“
22. Januar 2014Erfolgreich talken mit Dale Carnegie
Dale Carnegie, das schrieben wir in unserem Newsletter vom 22. November 2013: Krösus, Christus, Cicero - und Carnegie, kann gut Geschichten erzählen. Für einen Small Talk sind sie allerdings häufig zu lang. Doch auch für diese Art Konversation hat Carnegie einen wirkungsvollen Tipp parat. Er lautet: Lassen Sie hauptsächlich den andern sprechen!
21. Januar 2014Der Traum, der zum Alptraum wurde
„Der Mensch ist das einzige Geschöpf, das konsumiert, ohne zu produzieren. Er gibt keine Milch, er legt keine Eier, er ist zu schwach, den Pflug zu ziehen, er läuft nicht schnell genug, um Kaninchen zu fangen. Und doch ist er Herr über alle Tiere. Er schickt sie an die Arbeit und lässt ihnen dafür das bare Existenzminimum, damit sie ihm nicht verhungern, und den Rest behält er für sich. Unsere Arbeit ackert den Boden, unser Dung düngt ihn, und doch gibt es keinen unter uns, der mehr besäße als die nackte Haut.“
20. Januar 2014Höfliche Hyänen
Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige, lautete einmal eine der in diesem Newsletter zum Besten gegebenen Weisheiten (siehe unsere Ausgabe vom 6. September 2011: Die Folge eines Misserfolgs).
17. Januar 2014Doch kein polnischer Napoleon
Beruf: Revolutionär. Mit dieser Angabe schmückte der heute vor 200 Jahren geborene Ludwik Mieroslawski seinen Lebenslauf. Der Sohn eines polnischen, nach Frankreich ausgewanderte Offiziers hatte ursprünglich das Kriegshandwerk erlernt, nach dem Verfahren learning by doing: Als 16-Jähriger nahm er am polnischen Novemberaufstand gegen die russischen Besatzer teil.
16. Januar 2014Was alles nicht in Wikipedia steht
Wenn Sie in der Suchmaschine Google einen beliebigen Begriff eingeben, erhalten sie als (einen der) ersten Treffer zuverlässig die Internet-Enzyklopädie Wikipedia. Vor 13 Jahren wurde sie gegründet mit dem Ziel, alles vorhandene Wissen durch möglichst viele Teilnehmer zu sammeln und zu dokumentieren.
15. Januar 2014Schlagfertig in den Small Talk
Wäre ich doch nur schlagfertig! Dieser Wunsch ist Ihnen vielleicht auch schon in dem einen oder anderen Small Talk über die Lippen gekommen. Oder aus Enttäuschung darüber, dass Ihnen diese Gabe nicht in die Wiege gelegt wurde, eher im Hals stecken geblieben. Doch es gibt eine gute Nachricht: Die Kunst des gekonnten Konterns ist keineswegs nur spontanen oder geistesgegenwärtigen Menschen vorbehalten.
14. Januar 2014Alles wegen Kiel!
Unter Napoleon Bonaparte litten in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts viele europäische Nationen. Dänemark litt nicht, denn es war mit dem französischen Feldherrn verbunden. Als dessen große Zeit endete, wurde auch Dänemark wieder auf Normalmaß zurechtgestutzt.
13. Januar 2014Warum die Schweden heute zu Hause bleiben
Am 13. Januar sollte man in Schweden nicht auf die Straße gehen. Man könnte von einem herabfallenden Christbaum erschlagen werden. An diesem Tag entsorgen unsere nördlichen Nachbarn ihr liebstes Weihnachtsutensil. Für die Kinder ist das eine große Gaudi: Endlich dürfen sie sich über die Süßigkeiten hermachen, die seit Heiligabend an den Zweigen hingen.
10. Januar 2014Das Erfolgsrezept des Ottmar Hitzfeld
Was Jupp Heynckes geschafft hat, glückte zuvor bereits Ottmar Hitzfeld: als Fußballtrainer mit 2 verschiedenen Mannschaften die Champions League zu gewinnen. Heynckes gelang das Kunststück mit Real Madrid und Bayern München, Hitzfeld mit Borussia Dortmund und ebenfalls den Bayern.
09. Januar 2014Von allen verehrt, von allen im Stich gelassen
Nicht selten endet ein Volksheld tragisch. Vor allem, wenn er von den Massen zwar verehrt, aber nicht hinreichend unterstützt wird. Dann steht er, wenn es um die Wurst geht, allein da und findet, von allen im Stich gelassen, ein jämmerliches Ende.
08. Januar 2014Small Talk mit Anna, Aalen und dem Alten
Beginnen Sie Ihren Januar-Small Talk mit Leo Tolstoi Ein berühmtes Zitat des russischen Schriftstellers lautet: „Der Frühling ist die Zeit der Pläne, der Vorsätze.“ So heißt es im Roman Anna Karenina. Allzu lange sollten Sie freilich nicht mehr warten. Das Thema der guten Absichten drängt sich im Small Talk schon zu Jahresbeginn auf. Wäre doch schade, wenn Sie dazu nichts beisteuern könnten!
07. Januar 2014Der Tag des Schwarzen Lochs
„Passend zum Anlass“, schreibt Timo Lokoschat in seinem Brevier Es wird eng im Kalender. 365 kuriose Gedenk- und Feiertage, „liegt beim 'Tag des Schwarzen Lochs' eigentlich so gut wie alles im Dunkeln. Wer hat ihn erfunden? Wie wird er begangen? Und gibt es ihn überhaupt? Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtete, Google machte sein Logo für einen Tag rund, und das war’s auch schon fast. Möglicherweise hat das Schwarze Loch, wie es nun mal seine Art ist, einfach alles vorhandene Beweismaterial in sich aufgesaugt.“
06. Januar 2014Ein ökonomisches Verbrechen …
… schimpfte das Wall Street Journal über Henry Fords vor 100 Jahren verkündete Absicht, seinen Angestellten einen Mindestlohn von 5 Dollar zu zahlen. Die übrige Automobilbranche zog nicht mit. Auch als Ford die Arbeitszeit in seinem Unternehmen auf 8 Stunden am Tag begrenzte, hielt die Konkurrenz am Neunstundentag fest.
03.01.2014Das erste unabhängige Land Lateinamerikas
Alle Menschen werden frei und mit gleichen Rechten geboren - und bleiben es auch: So heißt es im ersten Artikel der während der Französischen Revolution verabschiedeten Erklärung der Menschenrechte. Und die Sklaven?
02.01.2014Ihr erster Small Talk 2014
Ich hoffe, Sie sind gut ins neue Jahr gekommen und auch schon in der Lage, bald wieder einen Small Talk zu halten. Doch wie läuten Sie 2014, was die leichte Konversation betrifft, stilgerecht ein? Vielleicht mit einem Zitat. Noch besser: mit einem originellen Zitat, das in den üblichen Sammlungen nicht zu finden ist.
30.12.2013Kleiner Silvesterparty-Knigge
Auf der Silvesterparty lauert manches Fettnäpfchen. Treten Sie in eins hinein, wird auch der anschließende Small Talk kein Vergnügen. Hier sind einige vorbeugende Maßnahmen für einen netten und vor allem unfallfreien letzten Abend des Jahres.
27.12.2013Wo sich Kanu und Kamel treffen
„Was die Physiognomie von Timbuktu anbetrifft, so stelle man sich einen Haufen Billardkugeln vor; dies der Eindruck, den der Anblick der Stadt aus der Vogelperspective gewährt. Die Straßen sind ziemlich eng und werden theils von Häusern aus gebrannten Backsteinen, theils aus viereckigen Stroh- und Rohrhütten gebildet.“
23.12.2013Ein Fest der Freude, bitte auch mit Grund zum Lachen
Weihnachten, fand der französische Schriftsteller Jean-Paul Sartre, sei ein Fest der Freude - um einschränkend hinterherzuschieben: „Leider wird dabei zu wenig gelacht.“ Um diesem beklagenswerten Zustand Abhilfe zu verschaffen, möchte ich Sie mit einer lustigen Geschichte in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub schicken.
20.12.2013Das erste Kreuzworträtsel
Kästchengebilde zum Ausfüllen mit 15 Buchstaben: Was soll man da wohl eintragen? Seit dem 21. Dezember 1913 gab es eine Antwort: Kreuzworträtsel. Morgen vor 100 Jahren wurde erstmals Lesern zugemutet, sich derart den Kopf zu zerbrechen: in der Wochenendbeilage der Zeitung New York World.
19.12.2013Saksa & Suomi
Deutschland heißt auf Finnisch Saksa. Finnland heißt auf Finnisch Suomi. Bei Ersterem kennt die Sprachwissenschaft sehr wohl die Wortherkunft, bei Letzterem nicht. Zumindest gibt es mehrere Theorien. Doch zunächst zu Sachsen.
18.12.2013Last-Minute-Weihnachtsgeschenke
Ihr Small-Talk-Gegenüber ist immer noch auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken? Und fürchtet, dass der Zeitdruck zu Lasten von Stil und Qualität geht? Mit anderen Worten: Er hat Bedenken, dass man seinem Weihnachtsgeschenk ansieht, dass er es auf den letzten Drücker besorgt hat? Helfen Sie ihm!
17.12.2013Schlagfertig und schadenfroh
Heute vor 500 Jahren wurde Appenzell als vorerst letzter von 13 Kantonen in die Eidgenossenschaft aufgenommen. Später teilte sich das Land in 2 Halbkantone: das katholische Innerrhoden und das protestantische Ausserrhoden (mit ss, die Schweizer kennen kein ß).
16.12.2013Boston Tea Party
Die Tea Party bildet in der US-Politik den rechten Flügel der republikanischen Partei. Sich selbst bezeichnet die Bewegung als patriotisch und liberal. Letzteres nur im wirtschaftlichen Sinn, versteht sich, denn nichtweiße Minderheiten sind in ihren Reihen schwer zu finden. Vor allem wenden sich die in Wirklichkeit Ultrakonservativen gegen Abgaben, die wohlhabenderen Amerikanern auferlegt werden, um Präsident Obamas soziales Fürsorgeprogramm zu finanzieren.
13.12.2013Freitag, der 13., im Jahr 13!
Freitag, der 13., ist an sich schon ein ominöses Datum. In Verbindung mit der Jahreszahl 13 erscheint er abergläubischen Menschen als noch unheimlicher. Schlimmer wäre nur der 13. 13. 13, doch diese Konstellation gibt unser Kalender zum Glück nicht her. Das einzige Mittel gegen Aberglauben, wusste schon der große englische Kulturhistoriker des 19 Jahrhunderts, Henry Thomas Buckle, ist Wissenschaft. Doch selbst damit ist das am Freitag den 13. so eine Sache.
12.12.2013Bilder voller Zartgefühl
Die Bilder Edvard Munchs sind nicht gerade ein Ausbund an Heiterkeit (siehe auch unseren Newsletter vom 5. November 2012: Fürs Berliner Publikum eine Zumutung ). Das lag vor allem daran, dass er seit frühester Kindheit mit Krankheiten zu tun hatte. Da war zum einen die eigene angeschlagene Gesundheit, zum anderen der frühe Tod der Mutter und der älteren Schwester.
11.12.2013Ein Weihnachtsgeschenk für Small-Talk-Freunde
Sie suchen noch nach einem Weihnachtsgeschenk? Vielleicht einem ganz speziellen für Small-Talk-Freunde? Oder auch nur für Liebhaber skurriler Geschichten? Ihnen kann geholfen werden: Gerade rechtzeitig ist die Elchyklopädie erschienen. Was verbirgt sich hinter der Elchyklopädie? Ein wenig verrät es schon der Untertitel: „Ein Streifzug durch die Zivilisation in 13 Kapiteln.“ Jedes davon weist 13 Beiträge auf und ist einem bestimmten Gebiet gewidmet: Geschichte, Politik, Naturwissenschaften, Religion, Sport, Wirtschaft und einiges mehr. Alle diese Beiträge liefern Stoff für den Small Talk.
10.12.2013Zwischenfrage gefällig?
Ob die Reden zu langweilig geworden waren? Heute vor 60 Jahren wurden im Deutschen Bundestag eigens Saalmikrofone angebracht, um künftig Zwischenfragen aus den Reihen der Abgeordneten zu ermöglichen. Diese machten auch kräftig Gebrauch von der dialogfördernden Installation.
09.12.2013Vergessene Nobelpreisträger
Wer die Nobelpreise gewinnt, erfährt die Öffentlichkeit immer schon Mitte Oktober. Die feierliche Übergabe erfolgt alljährlich erst am 10. Dezember. Meist erzielt die Verkündung der Auszeichnungen mehr Aufmerksamkeit als ihre Vergabe. Bereits anlässlich der Bekanntmachung wird in der internationalen Presse kräftig über die zu Ehrenden hergezogen. Vor allem bei den Gewinnern in der Sparte Literatur ist dies der Fall. Vielleicht sogar zu Recht. Oder erinnern Sie sich noch an die Preisträger der Jahre 2011 beziehungsweise 2012?
06.12.2013Die Sozialdemokratie auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit?
„Du wirst also darüber entscheiden, ob wir in einer Koalition mit der Union genug politischen Fortschritt für die Millionen von Menschen erreichen können, die nicht zuletzt auf die Sozialdemokratie setzen, um ihre Lebensumstände zu verbessern.“ So heißt es in einem Schreiben, das heute in den Briefkästen von über 470.000 SPD-Parteibuchinhabern landen wird. Verfasst haben es Parteichef Sigmar Gabriel und Generalsekretärin Andrea Nahles.
05.12.2013Allen Gutes tun - einschließlich sich selbst
Heute ist der Tag des Ehrenamtes. Die Vereinten Nationen haben ihn am 5. Dezember 1986 weltweit eingeführt. Anderen unentgeltlich zu helfen erfreut sich in unserer oft gescholtenen Spaßgesellschaft wachsender Beliebtheit. Ein Beweis für eine starke Werteorientierung unserer Bürger? Zumindest für ein starkes Engagement: „Das Ziel weicht ständig vor uns zurück“, wusste der indische Staatsmann Mahatma Gandhi. Genugtuung liegt im Einsatz, nicht im Erreichen. Ganzer Einsatz ist ganzer Erfolg.
04.12.2013Eine Falle, die bei der Weihnachtsfeier auf Sie lauert
Stellen Sie sich vor, Sie sind auf der Weihnachtsfeier ihrer Firma. Rechts von Ihnen sitzt Herr Droege, links Frau Trueb - beide ausgesprochene Langweiler! Ausgerechnet Sie hängen qua Sitzordnung dazwischen. Um sich krankzumelden, ist es zu spät. Was können Sie tun, um den Abend doch noch zu retten? Auf Small Talk mit Ihren Nachbarn haben Sie keinen Bock. Was tun Sie?
03.12.2013Mittelalterliches Nachhaltigkeitskonzept
Sicher sind Sie schon einmal auf der Autobahn A3 nördlich an Nürnberg vorbeigefahren. Und fast ebenso sicher werden Ihnen die endlosen Kiefernwälder aufgefallen sein, die sich um die alte Reichsstadt herum ausgebreitet haben. Das Phänomen geht auf einen Ratsherrn zurück, der heute vor 625 Jahren das Zeitliche segnete. Damals war Nürnberg die Stadt im Deutschen Reich mit den meisten Gewerbeansiedlungen.
2.12.2013Ein unreifes Volk?
Der größte Tscheche sollte eigentlich, so steht es in unserer Ausgabe vom vergangenen Freitag, Karl IV. sein. Er ist es nicht, wie langjährige Leser dieses Newsletters wissen (siehe Ausgabe vom 12. Oktober 2007). Der größte Tscheche heißt Jára Cimrman und existiert nicht wirklich. Sondern nur in einer Vielzahl von Stücken, die im divadlo Járy Cimrmana, im Theater Jára Cimrman, im Prager Stadtteil Žižkov aufgeführt werden.
29. November 2013Böhmens größter Herrscher
Auf dem Hundertkronenschein unserer tschechischen Nachbarn ist ein deutscher Kaiser abgebildet: Karl IV., 1316 zur Welt gekommen, wurde allerdings erst 1355 von Papst Innozenz VI. in Rom gekrönt. Zuvor war er in Bonn mit tatkräftiger Unterstützung von Innozenz' Vorgänger Clemens VI. und den geistlichen Kurfürsten zum deutschen und in seiner Geburtsstadt Prag zum böhmischen König gewählt worden.
28. November 2013Die letzten Tage von Erdely
Der Erste Weltkrieg brachte dem Habsburgerreich den Ruin. Rückblicke und Würdigungen, die im Jubiläumsjahr 1914 wieder Konjunktur haben werden, beschränken sich in der Regel auf den kaiserlichen Teil der Monarchie (siehe auch unsere Ausgabe vom 18. November 2013: Der Große Krieg).
27. November 2013Der Dezember im Small Talk
Der Dezember ist der Monat mit den meisten Regentagen in Deutschland. Und doch scheint er der erträglichste aller Wintermonate. Oder ist Ihr Small Talk-Partner anderer Meinung? Immerhin kann im Dezember sogar der Niederschlag schön sein. Häufig fällt er in Form kleiner weißer Kristalle.
26. November 2013Erst der Sacco, dann ein Grüner Knollenblätterpilz
Für seine Familie ein Segen, als Papst eine Katastrophe: So lässt sich die Ära Clemens' VII. zusammenfassen. Mit bürgerlichem Namen hieß er Giulio de' Medici und wurde heute vor 490 Jahren zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt.
25. November 2013Das Wunder von Wembley
It's our game, es ist unser Spiel, sagen die Engländer, wenn es um Fußball geht. Zugegeben, Abstriche mussten sie immer mal machen, etwa wenn man, wie 1950 nach Brasilien, zu einer Weltmeisterschaft reiste und es dort eine Niederlage gegen die USA setzte, damals noch ein Fußballentwicklungsland.
22. November 2013Krösus, Christus, Cicero - und Carnegie
„Es gibt auf der ganzen Welt nur eine einzige Methode, um andere Menschen zu beeinflussen: mit ihnen über das zu sprechen, was sie haben möchten, und ihnen zu zeigen, wie sie es bekommen können.“
21. November 2013Der einzige Literaturnobelpreis an einen jiddischen Schriftsteller
1978 geht der Literaturnobelpreis in die USA. Der Preisträger, Isaac Bashevis Singer, ist heute vor 111 Jahren, am 21. November 1902, in Polen geboren. Wie viele seiner Landsleute wanderte er in den 1930er Jahren in die Vereinigten Staaten aus.
20. November 2013Small Talk über Erfolgsgeheimnisse
Suchen Sie nach einem Erfolg versprechenden Small Talk-Thema? Sie haben es schon gefunden! Richtig, es ist der Erfolg selber. Verblüffen Sie Ihren Gesprächspartner mit den Erfolgsgeheimnissen berühmter Künstler und cleverer Unternehmer:
19. November 2013Ein Bad in Hitlers Wanne
Ihr berühmtestes Bild stammt nicht von ihr selbst. Sondern von ihrem Kollegen, dem Time Life-Fotografen David E. Scherman: Der lichtete Lee Miller in der Badewanne sitzend ab, die verdreckten Armeestiefel auf der davor liegenden Matte abgestellt und die Uniform auf einem Hocker daneben platziert. Es war nicht irgendeine Badewanne. Der keineswegs besonders edle, mit gewöhnlichen Kacheln verkleidete Zuber zählte zum Inventar einer Wohnung in Münchens Prinzregentenstraße 16. Die gehörte Adolf Hitler.
18. November 2013Der Große Krieg
The Great War nennen die Briten den Ersten Weltkrieg. Der Große Krieg nennt ihn auch der Historiker Hans Magenschab. Seinem kürzlich erschienenen Buch über das Ereignis hat er diesen Titel verpasst, „weil“, wie er schreibt, „der Zweite Weltkrieg tatsächlich nicht ohne den Ersten gedacht werden kann.“
15. November 2013Gedanken zum Volkstrauertag
Der November ist der Monat mit den meisten Sterbefällen, hat das Statistische Bundesamt einmal errechnet. Ob deshalb der Volkstrauertag und der Totensonntag ihren angestammten Platz in diesem Kalenderabschnitt gefunden haben?
14. November 2013Deutschlands erste Tempo-30-Zone
Jeder Fahrzeuglenker hat die Geschwindigkeit seines Gefährts so einzurichten, dass es rechtzeitig zum Stillstand kommt: So heißt es in der Straßenverkehrsordnung. Wenn Autofahrer tatsächlich so verantwortungsvoll wären, bräuchte es keine Geschwindigkeitsbegrenzungen. Tatsächlich kam die junge Bundesrepublik, zumindest während der zweiten Regierung Adenauer, ohne Tempolimit aus. Kurz vor der dritten BRD-Bundestagswahl wurde es wegen der stetig steigenden Unfallzahl doch eingeführt.
13. November 2013Small Talk-Fragen, die sich im November stellen
Sie suchen nach einem Small Talk-Thema? Es muss ja nicht immer gleich das Wetter sein. Obwohl … gerade der November hält da immer eine Überraschung bereit. Schon morgens stellt sich daher immer wieder die leidige Kleiderfrage. Vermutlich stellt sie auch Ihren Gesprächspartner vor mancherlei Probleme, weshalb Sie dies im Small Talk ruhig thematisieren können.
12. November 2013Der Elch mit seiner gebogenen Nase
Heute vor 75 Jahren fand im Reichsluftfahrtministerium zu Berlin eine folgenschwere Konferenz statt. In ihr sollte über das weitere Schicksal der deutschen Juden nach den Ausschreitungen in der Reichspogromnacht vom 9. November entschieden werden. Als Ergebnis stand die Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben an.
11. November 2013Paracelsus und der Karneval
„Die Dosis macht das Gift“: Dieser Satz ist von einem gewissen Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim überliefert. Hinter dem fürwahr bombastischen Namen steckt ein heute vor 520 Jahren in Egg geborener Arzt und Philosoph. Bekannter wurde der in der Nähe des Schweizer Klosters Einsiedeln zur Welt Gekommene unter seinem lateinischen Namen Paracelsus.
08. November 2013Als Hitler in Putzis blauem Bademantel überlebte
Am Wochenende wird pünktlich zum 90. Jubiläum des so genannten Hitlerputschs gedacht. Vom autoritär regierten Bayern aus, wo der künftige Diktator seine Lehrjahre verbrachte, verfolgte Hitler das Weltgeschehen - und war von den rasch wechselnden Regierungen der Weimarer Republik, die seiner Meinung nach nichts gegen die ausufernde Inflation, hohe Reparationsleistungen des deutschen Weltkriegsverlierers und schmachvolle Besetzung des Ruhrgebiets durch Franzosen und Belgier unternommen hatten, ebenso angewidert, wie er sich vom italienischen Faschisten Benito Mussolini und dessen Machtübernahme per Marsch auf Rom fasziniert zeigte.
07. November 201395 Jahre Freistaat Bayern!
Der erste Ministerpräsident Bayerns hieß Kurt Eisner und war Sozialist. Seine Regierung dauerte bis zum 21. Februar 1919 und ging aus der vor 95 Jahren beginnenden Revolution hervor. Darauf sind die Bayern bis heute stolz.
06. November 2013Nicht nur für Ossis ein Thema: Der Mauerfall
Am 9. November jährt sich der Tag, an dem die Mauer fiel, zum 24. Mal. Die Reisebeschränkungen für DDR-Bürger wurden in jenem Herbst 1989 aufgehoben, und die Vereinigung der beiden deutschen Staaten eingeleitet. Auch wenn die Politik sich nicht als Thema für jeden Smalltalk eignet: Auf dieses Highlight der deutschen Geschichte dürfen Sie jederzeit eingehen!
05. November 2013Unseren täglichen Seehund gib uns heute
„Gott ist gnädig“ bedeutet sein Nachname ins Deutsche übersetzt. Der Vorname Hans klingt für deutsche Ohren schon familiärer. Hans Egede, 1686 im damals dänischen, heute norwegischen Harstad geboren, brachte das Evangelium in Dänemarks entlegenste Kolonie.
04. November 2013Keine Frage des Geschmacks: Der Siegeszug von Heineken
Wie beglücke ich die Welt mit schlechtem Bier? Indem ich erstklassige Werbekampagnen fahre! Diese Strategie ihres Firmeninhabers verhalf der niederländischen Brauerei Heineken in den Gerstensaft-Olymp. Inzwischen belegt der Konzern Rang 3 unter den weltweit größten Biererzeugern.
31. Oktober 2013Zur Emanzipation gehören immer zwei
„Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ So sieht es unser Grundgesetz vor. Zum Weltmännertag am 3. November wollen wir Artikel 2, Absatz 2 aus ungewöhnlicher Perspektive beleuchten. Männer sind, sagen die Betreiber des Internetportals (www.maennerdiskriminierung.at), in der politischen Repräsentation, durch den späteren Eintritt ins Renten- oder Pensionsalter, bei Scheidungen qua Zahlungspflicht und Sorgerecht, in Gerichtsurteilen und nicht zuletzt durch die Quotenregelung bei der Besetzung von Gremien oder Stellen benachteiligt.
30. Oktober 2013Small Talk zum Weltspartag
Morgen ist Weltspartag. Doch ist Geld, das werden Sie in allen Ratgebern über Small Talk lesen, kein Thema für ein entspanntes Gespräch. Warum eigentlich nicht? Schließlich reden alle Leute gerne über Geld. Oder über Geiz. Oder über Sparen. Sie müsse Ihr Gegenüber ja nicht gerade fragen, wie viel er auf dem Konto hat.
29. Oktober 2013Solferino und die Folgen
Viel früher als Österreich (siehe unseren Newsletter vom 25. Oktober 2013: Du, glückliches Österreich, bleibe neutral!) hatte sich die Schweiz zu immerwährender Neutralität verpflichtet. Seit 1815 durfte das Land, das in den 4 Jahrhunderten zuvor 2 Millionen Söldner hervorgebracht hatte, keine Kriege mehr führen.
28. Oktober 2013Vierspuriger Sonntagsspaziergang
Als vor 40 Jahren der Jom-Kippur-Krieg gegen Israel mit einer Niederlage der arabischen Nachbarn zu Ende ging, beschloss die mit letzteren sympathisierende Organisation erdölexportierender Länder OPEC eine Drosselung der Ölförderung. Sie sollte die westlichen Industrienationen von einer weiteren Unterstützung des gerade noch mal davongekommenen einzigen Staates mit jüdischer Bevölkerungsmehrheit abhalten.
25. Oktober 2013Du, glückliches Österreich, bleibe neutral!
„Kriege mögen andere führen; du, glückliches Österreich, heirate!“ Lange hatte dieser Wahlspruch des Hauses Habsburg Bestand und ebnete den Weg zur Großmacht. Doch waren es schließlich die Kriege, die den Abstieg einleiteten. Der verlorenen Schlacht von Königgrätz 1866 gegen die Preußen folgten im 20. Jahrhundert die beiden desaströsen Weltkriege an der Seite Deutschlands. Am Ende des ersteren war Österreich auf die heutige Fläche reduziert, am Ende des letzteren gar wie der große Verbündete in 4 Besatzungszonen aufgeteilt. Erst 1955 sollten die amerikanischen, britischen, französischen und sowjetischen Truppen das Land wieder verlassen.
24. Oktober 2013Lesen statt kaufen
Fürst Alexander Rimski-Korsakow schlug bereits in sehr jungen Jahren eine Armeekarriere ein. Rasch rückte er, begünstigt durch seine adlige Herkunft, in die Riege der Offiziere auf. Um ganz nach oben, sprich: in den Generalsrang zu kommen, benötigte er allerhöchste Protektion.
23. Oktober 2013Small Talk (nicht nur) über Geld und die Börse
„Der Oktober ist einer der besonders gefährlichen Monate, um mit Wertpapieren zu spekulieren“, sagte Mark Twain. Der amerikanische Satiriker und Humorist fand aber auch: „Die anderen sind Juli, Januar, September, April, November, Mai, März, Juni, Dezember, August und Februar.“ Bleiben Sie im Small Talk beim Oktober!
22. Oktober 2013Die erste Durchquerung Australiens
Deutsche Entdecker gab es bis zum 19. Jahrhundert nicht viele. Vielleicht lag's daran, dass ein in der Mitte Europas beheimatetes Land mehr damit zu tun hat, seine Grenzen zu sichern, als neue zu überschreiten.
21. Oktober 2013Der letzte Gefangene der RAF
Deutschland im Herbst 1977: Die RAF hat den Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und ehemaligen SS-Offizier Hanns-Martin Schleyer entführt. 6 Wochen später entdecken Polizisten seine Leiche im Kofferraum eines im elsässischen Mulhouse abgestellten grünen Audi 100. Die Tat wird nie restlos aufgeklärt, aber 17 nachweislich mit ihr in Verbindung stehende Personen, die allesamt der Roten Armee Fraktion angehören oder diese unterstützt haben, verbüßen entsprechende Gefängnisstrafen.
18. Oktober 2013Das Schlachten der Völker
Wenn man Dummheiten macht, müssen sie wenigstens gelingen: Nach diesem Prinzip hatte Napoleon Bonaparte selbst aussichtslos erscheinende Schlachten gewonnen. Doch mit dem Feldzug gegen Russland 1812 (siehe unseren Newsletter vom 22. Juni 2012: Schlecht für Napoleon, gut für Europa) schwand das Kriegsglück des großen Strategen.
17. Oktober 2013Das Lebenswerk eines 23-Jährigen
„Auf der Welt ist kein Bestand, wir müssen alle sterben.“ Hätte der Urheber dieses Satzes geahnt, dass vor allem sein eigener Bestand so kurz währen würde, hätte er der Nachwelt womöglich mehr Werke hinterlassen.
16. Oktober 2013Small Talk über Lieblingsbücher
Was ist Ihr Lieblingsbuch? Auf diese Frage erhalten Sie im Small Talk ganz bestimmt eine Antwort. Schließlich darf Ihr Gesprächspartner sich über ein Thema auslassen, das ihm ausgesprochen gut gefällt!
15. Oktober 2013Astronaut, Kosmonaut, Taikonaut?
Astronaut und Kosmonaut: Als solche werden die Männer, die in Raumschiffen durchs All fliegen und ihr Gefährt auch mal für einen kurzen Spaziergang verlassen, in der jeweiligen Landessprache bezeichnet.
14. Oktober 2013Gefährliche Insel
Australien ist eines der beliebtesten Urlaubsländer, aber auch eines der gefährlichsten (siehe unseren Newsletter vom 13. Februar 2007: Australienurlauber aufgepasst!). Wollen Sie nicht bis ans Ende der Welt, sondern nur bis ans Ende unseres Kontinents reisen und Natur in Verbindung mit Abenteuerlust genießen, empfiehlt sich Island.
11. Oktober 2013Aufstieg und Fall eines südamerikanischen Wirtschaftswunderlandes
Heute vor 200 Jahren wurde Paraguay von Spanien unabhängig. Diese Erfahrung machten weitere südamerikanische Staaten noch im selben Jahrzehnt. Doch kein Land erlebte eine ähnlich bizarre Geschichte. Nacheinander wurde Paraguay von 3 Diktatoren regiert und zu nie gekannter wirtschaftlicher Blüte geführt - mit der stärksten Industrialisierung und der besten Infrastruktur des Kontinents. Das rohstoffarme Paraguay besaß eigene Stahl- und Eisenwerke, Schiffswerften, eine Eisenbahn, eine Telegrafenlinie und eine hochgerüstete Armee.
10. Oktober 2013Verdi und Wagner
Das Jahr 2013, Sie haben es sicher schon gemerkt, ist ein großes Musikerjahr. Vor 200 Jahren wurden Richard Wagner (siehe unseren Newsletter vom 21. Mai 2013: Die lange Reise eines Denkmals) und Giuseppe Verdi geboren, letzterer am 10. Oktober 1813.
09. Oktober 2013Small Talk rund um die Buchmesse
Welches Buch lesen Sie gerade? Das ist eine Frage, die jeden Small Talk belebt. Falls es noch eines aktuellen Anlasses bedarf: Seit heute ist wieder Buchmessezeit!
08. Oktober 2013Ehrengast Brasilien
Morgen öffnet die Frankfurter Buchmesse für Fachbesucher ihre Pforten. Privat Interessierte dürfen ab dem kommenden Wochenende herein und die Bücherschau - mit 7.000 Ausstellern und 40-mal so vielen Gästen - zur weltweit größten ihrer Art machen.
07. Oktober 2013Ein ganz gewöhnlicher Schauspieler?
Was wollen die Menschen von mir? Warum verfolgen sie mich? Weshalb sind sie so hart? Diese Fragen lässt der Schriftsteller Klaus Mann seinen Helden in Mephisto, Roman einer Karriere stellen.
04. Oktober 2013Gesammeltes Wissen, von dem alle profitieren
Wissen ist Macht: Dieser Satz wird Francis Bacon zugeschrieben. Der in London geborene Philosoph und Staatsmann gilt als Wegbereiter der Aufklärung.
02. Oktober 2013Tiere und Tierschutz als Small Talk-Thema
Tiere sind immer ein dankbares Thema für den Small Talk. Einen Aufhänger liefert Ihnen der Welttierschutztag am 4. Oktober. Er geht auf Franz von Assisi zurück. Der Gründer des Franziskanerordens sah die Tiere als Brüder und Schwestern der Menschen an. Daher ist er auch Schutzpatron der Tiere.
01. Oktober 2013Ein Gedanke zum Vegetariertag
Heute ist Weltvegetariertag. Ins Leben gerufen wurde er 1977 von der in Dolgeville im US-Staat New York beheimateten North American Vegetarian Society. Ihr Ziel ist es, der Menschheit bewusst zu machen, wie sehr sie selber - und natürlich auch die Tierwelt - von einer fleischlosen Ernährung profitiert.
30. September 2013Y-Titty und Laserkraft 3D retten den Tag der Einheit
Jedes Jahr Anfang November wechselt der Vorsitz im Bundesrat. Für ein Jahr nimmt dann der Ministerpräsident eines Landes den höchsten Platz im zweitwichtigsten Gesetzgebungsorgan der Bundesrepublik ein. Der Wechsel erfolgt jeweils in alphabetischer Reihenfolge.
27. September 2013Wo Deutsche willkommen sind - nicht nur als Urlauber
Heute ist Welttourismustag. Da drängt sich uns Reiseweltmeistern die Frage auf, wohin man als deutscher Tourist noch unbeschwert reisen kann. Nach Finnland, findet Rasso Knoller. Der Berliner Journalist macht das nicht nur regelmäßig, sondern hat auch schon einige Jahre im Hohen Norden gearbeitet und darüber ein Buch geschrieben.(Finnland: Ein Länderporträt. Christoph Links Verlag, Berlin 2011).
26. September 2013Internationaler Klammeraffe
Heute ist der Europäische Tag der Sprachen. Der Europarat hat ihn ins Leben gerufen, um auf die Vielfalt verbaler Kommunikation auf unserem Kontinent hinzuweisen. Immerhin werden zwischen Atlantikküste und Ural rund 200 Sprachen gesprochen. Dialekte sind in dieser Zählung nicht eingerechnet.
25. September 2013Party-Small Talk über Kinder? (II)
Ist Deutschland immer noch kein kinderfreundliches Land, wie das Deutsche Kinderhilfswerk behauptet? In dieser Frage scheiden sich die Geister. Gut für Ihren Small Talk, zumal zu diesem Thema fast jeder Teilnehmer etwas beizusteuern hat - selbst wenn er oder sie kinderlos ist. Letzteres muss ja keineswegs die Einstellung zu Kindern prägen. Umgekehrt gibt es viele Eltern, die sich ausschließlich für den eigenen Nachwuchs interessieren.
24. September 2013Albrecht von Waldstein
Der zweite Prager Fenstersturz am 23. Mai 1618 (siehe unseren Newsletter vom 23. Mai 2013: Der zweite Prager Fenstersturz) bildete den Auftakt zum Dreißigjährigen Krieg. Für Böhmen war dieser bereits im Herbst 1620 entschieden, in der Schlacht am Weißen Berg:
23. September 2013Stimmte die Prognose zur Bundestagswahl?
„Die Realitäten richten sich nicht immer nach den Prognosen“: Politiker wie Norbert Blüm waren den Meinungsforschern gegenüber schon immer skeptisch eingestellt - vor allem, wenn die Demoskopen die Ergebnisse nicht im Sinne ihrer Partei vorhersagten. Altkanzler Helmut Schmidt sah es ähnlich: Prognose sei nicht nur eine Kunst, sondern auch eine Glücksache. Und die Düsseldorfer Kabarettistin Lore Lorentz spottete gar: „Die Meinung des Volkes: oft demoskopiert, nie erreicht.“
20.September 2013Was sich die kleineren Parteien am Sonntag wirklich wünschen
Kommenden Sonntag ist Bundestagswahl. Am 22. September vor 11 Jahren gewann Gerhard Schröder überraschend den Urnengang gegen seinen Herausforderer Edmund Stoiber. Übermorgen könnte Angela Merkel überraschend die Wahl verlieren - käme es denn tatsächlich zur Duldung einer rot-grünen Minderheitsregierung durch die Linkspartei.
19.September 2013Kriegsgewinnler Halliburton
Vor genau einer Woche berichteten wir in unserem Newsletter (siehe unsere Ausgabe vom 12. September 2013: Eine nach wie vor gültige Lehre aus der Belagerung Wiens) unter anderem über Kriegsgewinnler. Der Beitrag endete mit der Feststellung, dass sich deren Profite statistisch schlecht belegen lassen. Es gibt aber eine Ausnahme.
18.September 2013Party-Small Talk über Kinder? (I)
Wer auf meinen Partys über Kinder und Haustiere redet, wird künftig nicht mehr eingeladen: Diese Drohung stammt von Karl Lagerfeld. Und erspart Ihnen die Reise nach Paris. Auf den Partys des gebürtigen Hamburgers wird vermutlich nur noch Französisch gesprochen.
17. September 2013Meisterwerk medialen Minimalismus
Welches Schweinderl hätten's denn gern? Diese Frage pflegte der Moderator Robert Lembke am Anfang seines Quiz' Was bin ich? Zu stellen. Die Heiteres Beruferaten untertitelte Sendung kam ohne große Sprüche, ohne Glamour, sogar ohne nennenswerte Gewinne aus.
16. September 2013Gähnen in Cinemascope
Wie passt die komplette Bibel in einen einzigen Film? Vielleicht, indem man das Format erweitert.
13. September 2013Der Beruf, über den die meisten Witze gemacht werden
Über welchen Beruf werden die meisten Witze gemacht?

Erraten: Es sind die Weißkittel. Vielleicht hängt der Umstand damit zusammen, dass mit der Profession reichlich Prestige verbunden ist. Da darf man über die Angehörigen auch schon mal lästern.
12. September 2013Eine nach wie vor gültige Lehre aus der Belagerung Wiens
Am 12 September 1683 wurde das christliche Abendland vor dem Untergang bewahrt. 60 Tage lang war Wien von türkischen Truppen bedrängt worden (siehe auch unsere Newsletter vom 12. September 2008: Der Beinahe-Untergang des christlichen Abendlandes und vom 15. Juli 2013: Die Türken vor Wien), bis es dem polnischen König Jan Sobieski gelang, den Belagerungsring zu sprengen.
11. September 2013Der 11. September im Small Talk
Am 11. September jährt sich der Anschlag auf das World Trade Center in New York zum zwölften Mal. Der andere 11. September, der ein ganzes Volk ins Verderben führte, feiert sogar ein trauriges Jubiläum: Vor 40 Jahren setzten die chilenischen Militärs dem Leben des gewählten Präsidenten und der Freiheit ihres Volkes ein Ende. Dürfen Sie im Small Talk auf diese Ereignisse eingehen?
10. September 2013Nicht nur der 11. September 2001 ist ein trauriges Datum
Von den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten wird der 11. September meist mit den Terroranschlägen des Jahres 2001 in Verbindung gebracht. Ein anderes amerikanisches Land schuldet sein nationales Trauma ebenfalls einem 11. September.
09. September 2013Ein Tag, an dem man sich besonders gerne traut
Die große Zeit der Schnapszahlenhochzeiten in diesem Jahrhundert ist vorbei. Die letzte Tripelkombination ergab sich am 12. Dezember des letzen Jahres, also am 12. 12. 12. Ab diesem Jahr müssen sich trauende Paare mit einer Doppelkombinationen zufrieden geben. Gerne genutzt wird der 9. September.
06. September 2013Was ist so schlimm an einem Bart?
3 von 4 Arbeitgebern misstrauen bärtigen Bewerbern. Jedenfalls in Großbritannien, denn dies ist das Ergebnis einer Umfrage unter Firmenchefs auf der Insel. Sie denken, der Jobkandidat habe etwas zu verbergen, stehe politisch links oder sei zu faul, sich zu rasieren.
05. September 2013Hat Brecht Recht?
9 Jahre musste Bertolt Brecht auf einem Augsburger Gymnasium ausharren. Laut eigener Aussage gelang es ihm nicht, seine Lehrer dort entscheidend zu fördern. Mit seinen belehrenden Theaterstücken hielt sich der Autor von Stücke wie Der gute Mensch von Sezuan, der Jasager oder auch Der Neinsager vermutlich selber für den allergrößten Pädagogen.
04. September 2013Der September im Small Talk
Der Monat, der den Himmel auf Erden verspricht: Das ist der September. Jedenfalls sieht das eine sehr erfolgreiche britische Schriftstellerin so. Ob Ihr Small Talk-Gegenüber mit a href=http://de.wikipedia.org/wiki/Rosamunde_Pilcher target=_blank>Rosamunde Pilcher übereinstimmt? Finden Sie es heraus!
03. September 2013Legendärer Schnappschuss: Wer ist der 11 Mann auf dem Wolkenkratzer
Erinnern Sie sich noch an den Newsletter von vor einem Jahr (3. September 2012: )? Darin würdigten wir den Vater des Wolkenkratzers, Louis Henri Sullivan. Auch heute geht es um einen Wolkenkratzer, der vor 80 Jahren fertiggestellt wurde: Das General Electric Building bildet als Teil des Rockefeller Center den mächtigsten Gebäudekomplex in Manhattan. Berühmt wurde das GE Building durch ein Foto. Geschossen hat es Charles Clyde Ebbets während der Bauphase. Das Bild zeigt 11 Arbeiter, die auf einem Stahlträger in Hunderten Metern Höhe ihre Mittagsmahlzeit einnehmen. Unter ihnen gähnt als Abgrund der New Yorker Stadtteil, den bereits zahlreiche vergleichsweise niedrige Hochhäuser zieren.
02. September 2013Fußballer und Sozialist
He made the people happy: Er machte die Menschen glücklich. Diese Inschrift trägt eine mannshohe Statue, welche die Fans des FC Liverpool im Stadion an der Anfield Road zu jedem Heimspiel begrüßt. Sie verkörpert einen Trainer, der mit dem Klub 3 englische Meisterschaften, den Pokal und darüber hinaus noch einen europäischen Wettbewerb, den UEFA-Pokal, gewann.
30. August 2013Die Hotline steht bereit
Nikita Chruschtschow hat ein Problem: In der atheistischen Sowjetunion wollen die Arbeiter und Bauern nach wie vor zur Kirche gehen. Offiziell ist die Ausübung des Glaubens verboten, die antireligiöse Propaganda sollte ein Übriges tun. Doch sieht die Realität anders aus.
29. August 2013Pizarros Verrat und Atahualpas Tod
Als die Spanier unter Francisco Pizarro ins Inkareich eindrangen, stießen sie zunächst auf wenig Widerstand. Die Passivität der Einheimischen war auch dem Umstand geschuldet, dass die Inkas selber Eroberer waren. Erst ein Jahrhundert vor Ankunft der abendländischen Konquistadoren hatten sie sich mit Gewalt, indem sie die ursprünglich ansässigen Stämme unterwarfen, ein riesiges Reich geschaffen, welches das heutige Ecuador, Peru und Bolivien umfasste.
28. August 2013Wenn Sie das Gesprächsthema selbst in der Hand haben …
… sollten Sie im Small Talk auch Gebrauch davon machen! Getränke sind immer ein dankbares Redeobjekt. Wie auch die Tätigkeit, der sich Ihr Gegenüber während des Gesprächs augenblicklich widmet: Vielleicht hält er ja gerade ein Glas Bier in der Hand?
27. August 2013Goethe hat mal wieder Geburtstag
Jedes Jahr am 27. August wurde Goethes Geburtstag in Weimar groß gefeiert. In der Regel trugen die Gäste zu diesem Anlass Selbstgedichtetes vor: überschwängliches Lob, mühsam in Reimform gepresst. Hauptsache, das Versmaß stimmte, und das Geburtstagskind wurde gebührend erwähnt.
26. August 2013Der älteste Nobelpreisträger aller Zeiten?
Ist es nicht an der Zeit, dass einer unserer meistübersetzten Autoren den Nobelpreis für Literatur erhält? Kommt darauf an, wer die Frage stellt. Im Falle eines nationalen Kulturinstituts ist da durchaus Skepsis angebracht. Stellen Sie sich vor, das Goethe-Institut würde allen Ernstes fordern, Günter Grass für sein Lebenswerk mit der höchsten Auszeichnung im weltweiten Literaturbetrieb zu bedenken!
23. August 2013Ein halbes Jahrhundert Bundesliga
Heute vor 50 Jahren wurde in der Fußball-Bundesliga zum ersten Mal gespielt. Seit jenem 23. August 1963 traten anfangs 16, ab 1965 dann 18 Vereine Woche für Woche an. In Hin- und Rückrunde ermittelten sie den Deutschen Meister. Am Ende der Debütsaison stand der 1. FC Köln an der Tabellenspitze. Mit großem Abstand dahinter folgte der Meidericher SV.
22. August 2013Wolfgang Steinbrück
In einem Monat ist Bundestagswahl. Doch wird sich dieser Newsletter davor hüten, eine Empfehlung abzugeben. Vermutlich bleibt eh alles beim Alten, nur dass der größte Wahlverlierer statt Steinmeier dieses Mal Steinbrück heißt.
21. August 2013Sommer, Sonne, Hawaii
Suchen Sie ein aktuelles Small Talk-Thema, das mit Urlaub und Strand zu tun hat, aber auch Daheimgebliebene interessiert? Am 21. August feiert eine Pazifikinsel einen besonderen Geburtstag: 1959 wurde Hawaii als bislang letztes Mitglied in die Vereinigten Staaten aufgenommen. Seitdem ist zu den weißen 50 Sternen auf dem blauen Teil des US-Banners keiner mehr hinzugekommen.
20. August 2013Ein südamerikanischer Staatschef namens O'Higgins
Peru war die reichste Kolonie Spaniens in Südamerika. Zum Vizekönigreich gehörten auch das heutige Bolivien und Chile. Letzteres vermochten die Sanier nur zur Hälfte zu erobern; mit den widerspenstigen Ureinwohnern, den Araukaniern, mussten sie eine Waffenstillstand schließen. Verwaltet wurde Chile von einem Gouverneur, der seine Anweisungen vom Vizekönig in Lima erhielt.
19. August 2013Die Erfindung des Reißverschlusses
Wer hat's erfunden? Die Schweizer! Behauptet zumindest die in Sankt Gallen ansässige Firma RiRiMayer (www.ririmayer.ch). Die Rede ist vom Reißverschluss.
16. August 2013Eine Altersversorgung namens Marina
Musik spielte er nur in der Freizeit. Schon als kleiner Junge radelte er zu Jahrmärkten, das Akkordeon auf dem Gepäckträger seines Fahrrads. Später, er arbeitete längst in einer Autowerkstatt, stand er einer zusammengewürfelten Combo auf der Bühne und spielte Schlager nach. Es gab allenfalls ein Trinkgeld, Pausen waren nicht erlaubt. Und wenn die Kollegen doch mal ihre Instrumente absetzten, improvisierte ihr Chef auf dem Akkordeon. Auch das kam gut an. Vor allem bei einer bestimmten Melodie summte das Publikum hörbar mit.
15. August 2013632 Jahre Bauzeit
Seit 1996 ist der Kölner Dom Bestandteil des Unesco-Weltkulturerbes (siehe unseren Newsletter vom 6. Dezember 2011: Weltkulturerbe mit Verspätung). Wäre es nach den Kölnern gegangen, hätte ihr Wahrzeichen als allererstes Einzug in die prominente Liste gehalten.
14. August 2013Feiertag-Small Talk rund um Mariä Himmelfahrt
Die Bayern haben's gut. Ihr Bundesland ist zusammen mit Hessen und Baden-Württembergern das reichste. Darüber hinaus werden den Bayern die meisten Feiertage zugestanden. Vor allem in einer alten Reichsstadt haben die Bürger freizeitmäßig die Nase vorn.
13. August 2013Produkte, die den Alltag erleichtern
Heute wird weltweit der Internationale Linkshändertag begangen. Ins Leben gerufen hat ihn der Amerikaner Dean Campbell am 13. August 1976, um auf häufige ungleiche Behandlung der Andershändigkeit aufmerksam zu machen.
12. August 2013Ein Säugetier mit Q?
Kennen Sie ein Säugetier, das mit Q anfängt? Im vorletzten Jahrhundert hätten Sie diese Frage noch mit Ja beantworten können. Da lebten im heutigen Südafrika und Namibia gestreifte Huftiere, die aufgrund ihrer äußeren Erscheinung als „Mischform aus Pferd und Zebra“ bezeichnet wurde.
09. August 2013Die Griechen als Europas Versuchskaninchen
Nanu, werden Sie vielleicht denken, diese Überschrift hatten wir doch vor einem Jahr erst in unserem Newsletter (siehe Ausgabe vom 7. August 2012: Die Griechen als Europas Versuchskaninchen). Aus aktuellem Anlass müssen wir wieder Gebrauch von ihr machen. Schuld ist die politische Situation in Griechenland.
08. August 2013Hund und Katze
Die Katze ist ein freier Mitarbeiter, der Hund ist ein Angestellter. Würden Katzenliebhaber sagen. Hundehalter sehen die Sache ein wenig anders. Sie freuen sich über ein Haustier, das ihnen treu ergeben ist und zu dem sie ein persönliches Verhältnis aufgebaut haben. Allerdings weist auch dieses nicht selten einen Makel auf.
07. August 2013Der August im Small Talk
Ein sonniger Augusttag, nicht zu heiß, trocken, aber nicht schwül: Wie ließe sich dieser am besten beschreiben? Nun, vor 100 Jahren hat sich Robert Musil an die Aufgabe gemacht. Das Ergebnis ist freilich ein anderes, als Sie vielleicht erwarten. Oder Ihr Gegenüber, falls Sie aus des österreichischen Schriftstellers Jahrhundertwerk Der Mann ohne Eigenschaften im nächsten Small Talk berichten möchten.
06. August 2013Die Kunst, mit Kopien Geld zu machen
Eine Statue des Künstlers steht in Medzilaborce. In dem ostslowakischen 7000-Einwohner-Städtchen hat sie in einem Park Platz gefunden, im Schatten des Museums zu Ehren des großen Mannes.
05. August 2013333 Jahre Saarlouis
Wenn eine fremde Armee ins Land einfällt, sind die Bewohner selten begeistert. Immer wieder wurden in der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg die Dörfer an der Saar von französischen Soldaten heimgesucht.
02. August 2013Das einzige Formel 1-Rennen mit DDR-Beteiligung
Heute vor 60 Jahren gewann Giuseppe Farina auf Ferrari den Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring. Es war Farinas letzter Triumph in einem Formel 1-Wettbewerb, eingefahren im hohen Alter von 47 Jahren.
01. August 2013Der erfundene Nationalfeiertag
Die Schweizer leben in der Legende, die man um sie gemacht hat. Das gilt auch für ihren Nationalfeiertag. Den begehen die Eidgenossen jedes Jahr am 1. August. Nur nennen sie ihn, da der föderale Staat aus 26 Kantonen und 4 Nationen besteht, lieber Bundesfeiertag.
31. Juli 201315 Jahre Rechtschreibreform
Der 1. August ist der Todestag Konrad Dudens. Der „Vater der Orthographie“ starb 1908. Am 1. August starb auch die gute alte Rechtschreibung, denn exakt neunzig Jahre nach dem Ableben des großen Meisters trat eine neue Regelung in Kraft. Sie sorgt bis heute für jede Menge Ärger - und bietet Ihrem Small Tal reichlich Gesprächsstoff.
30. Juli 2013Autopionier, Arbeiterfreund, Antisemit
„Wo der Mann einer Frau die Autotür öffnet, ist entweder die Frau neu - oder das Auto.“ Zumindest beim Statussymbol wollte der US-Industrielle Henry Ford nachhelfen. Er ließ ein Auto produzieren, das die Preise der Konkurrenz deutlich unterbot.
29. Juli 2013Gehört zu Dänemark, aber nicht zur EU
Eine Inselgruppe im Nordatlantik begeht heute ihren Nationalfeiertag. Die Insulaner haben den 29. Juli ihrem Volkshelden Olav gewidmet. Der hat tatsächlich gelebt, als - und das ist wichtig - norwegischer König im 11. Jahrhundert.
26. Juli 2013Die Geschichte wird mich freisprechen
Im März 1952 hatte sich in Kuba Fulgencio Batista an die Macht geputscht. Bald schon sah sich die Opposition jeder Hoffnung beraubt, den Diktator auf legale Weise wieder loszuwerden. Angeführt vom Rechtsanwalt Fidel Castro, wartete man auf eine günstige Gelegenheit, loszuschlagen - notfalls auch mit Gewalt.
25. Juli 2013Ein fast vergessenes Desaster
„Die Lkw-Maut kommt pünktlich zum 31. August.“ Das verkündete vor 10 Jahren Verkehrsminister Manfred Stolpe im Bundestag. Doch da hatte sich der SPD-Mann und frühere Ministerpräsident des Landes Brandenburg gründlich verrechnet.
24. Juli 2013Der doppelte Bayreuth-Anlass
Das Jahr 2013 ist ein Wagner-Jahr. Anlass ist der 200. Geburtstag des großen Komponisten. Groß gefeiert wird alljährlich in Oberfranken: Am 25. Juli beginnen immer die Bayreuther Festspiele. Ein willkommener Anlass auch für Ihren Small Talk! Hier sind einige Fakten, die Sie einbauen können:
23. Juli 2013Small Talk am 23. Juli
Das Small Talk Thema für heute liefert einmal mehr der Kalender. Interessant, was an einem 23. Juli im Lauf der Geschichte alles so passiert ist. Am 23. Juli 1532 wurde erstmals ein Religionsfrieden zwischen dem katholischen Kaiser Karl V. und den Protestanten vereinbart.
22. Juli 2013Der Schöne und die Wahnsinnige
Einen Menschen auf ein Merkmal zu reduzieren, zeugt nicht unbedingt von methodischer Aufgeschlossenheit. Und doch erging sich die Geschichtswissenschaft in Verkennung individueller Vielfalt jahrhundertelang darin, Persönlichkeiten in Schubladen einzuordnen und ihnen zur besseren Wiedererkennung eindimensionale Schlagworte zu verpassen.
19. Juli 2013Dichter und ihre Denker
Hatte ich's mir doch gedacht: Sie wollen Namen! Die Reaktionen auf unseren gestrigen Ghostwriter-Newsletter legen nahe, dass Sie mehr Informationen über die hinter den Werken manch berühmter Leute steckenden Köpfe haben möchten.
18. Juli 2013Ein sehr diskreter Beruf
Ghostwriter sind anonyme Autoren, die für berühmte Persönlichkeiten schreiben. Im englischen Sprachraum taucht der Begriff erstmals 1889 auf. Die Pall Mall Gazette wusste zu berichten, viele amerikanische Millionäre ließen ihre Reden von einem Ghostwriter verfassen.
17. Juli 2013Small Talk mit Witz
Was halten Sie von Ihrem Small Talk-Gegenüber? Das dürfen Sie ihm nicht sagen. Oder doch? Vielleicht in verklausulierter Form? Wie auch immer: Es kommt ganz darauf an, wie viel Humor er hat. Oder Sie!
16. Juli 2013Wer waren die 7 Kurfürsten?
Nennen Sie die 7 Kurfürsten! Mit dieser Aufforderung wird jeder Geschichtsstudent mindestens einmal im Laufe seiner zahlreichen mündlichen Prüfungen konfrontiert, gerne auch im Abschlussexamen. Wehe, er kann sie nicht beantworten!
15. Juli 2013Die Türken vor Wien
„Entweder Islam oder Tribut - sonst wird die Entscheidung in unserem Streit dem Schwert überlassen! Nehmt es zur Kenntnis!“ Dieses Schreiben hatte der osmanische Großwesir Kara Mustafa an die Herren der Stadt Wien gesandt, und nun wartete er auf Antwort.
12. Juli 2013Der Tod als Erlöser
Zwei große Dichter hat der slowenisch-italienische Karst hervorgebracht. Srečko Kosovel wurde in diesem Newsletter bereits gewürdigt (siehe unsere Ausgabe vom 11. Dezember 2012: Zivilisation ohne Herz, Herz ohne Zivilisation ).
11. Juli 2013Waterloo Sunset
Ein Mann steht am Fenster und schaut hinaus. Was er sieht, ist nicht gerade berauschend: Ein schmutziger alter Fluss, Menschen im Gedränge, wie Ameisen hin und her wuselnd, dass ihm ganz schwindlig wird. Die ersten Taxis haben bereits ihre Scheinwerfer eingeschalteten.
10. Juli 2013Small Talk über den Ursprung des Small Talks
Small Talk ist Zeitverschwendung mit großen Worten. Fand der Journalist Klaus-Jürgen Kunz. Etwas eleganter formuliere es sein Kollege Malte Dobbertin: „Small Talk heißt, sich in Reden hüllen.“ Positiv sah Oscar Wilde die Angelegenheit: „Das ist die Kunst des Gesprächs: alles zu berühren und nichts zu vertiefen.“
09. Juli 2013Tod in der Badewanne
Am 9. Juli 1793, einem Dienstag, steigt im nordfranzösischen Caen eine Frau in die Postkutsche nach Paris. Sie ist 24 Jahre alt, elegant gekleidet und ganz allein. In der Hauptstadt angekommen, kauft sie sich ein Küchenmesser mit einer 20 Zentimeter langen Klinge. Sie fragt sich durch bis in die rue de Cordeliers, wo der gleichnamige ultralinke Club beheimatet ist. Der hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Ideale der Französischen Revolution zu bewahren: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit solle mit allen Mitteln durchgesetzt werden, notfalls auch mit Gewalt.
08. Juli 2013Der gute alte Seifentrick
Im Zuge der Erschließung von Osten her strömte reichlich Gesindel in Amerikas Westen. Washington war weit weg, der Arm des Gesetzes schwach. Geschäfte ließen sich machen, nach deren Rechtmäßigkeit hinterher niemand mehr fragte.
05. Juli 2013Franzosen und Deutsche
„Perfektion kann man bewundern“, fand die Schauspielerin Jeanne Moreau. Einschränkend fügte sie hinzu: „Lieben kann man sie nicht.“ Jeanne Moreau ist Französin. Ihre Meinung wird von ihren Landsleuten geteilt - vor allem, was die Sicht auf die Deutschen betrifft. Unsere westlichen Nachbarn schätzen unsere Disziplin, gute Planung und die Qualität unserer Waren. Doch bei sich selber vertrauen sie lieber auf ihre Individualität und ihr Improvisationstalent.
04. Juli 2013Hitze in Dosen
Neben Fleetwood Mac galten Canned Heat als beste weiße Bluesband. Zum Erfolg von Hitze in Dosen, so die wortgetreue deutsche Übersetzung, trugen zwei markante Stimmen bei: die tiefe, raspelige des 260 Pfund schweren Leadsängers Bob Hite und die merkwürdig hohe des Gitarristen Al Wilson, dessen Mundharmonikaspiel ebenfalls unverwechselbar war.
03. Juli 2013Der Juli im Small Talk
„Ist es im Juli trocken und heiß, klebt dem Bauern die Hose am Steiß.“ Dieser Zweizeiler stammt - lassen Sie Ihren Small Talk-Gesprächspartner raten - von wem? Richtig, von Wilhelm Busch! Jetzt haben Sie schon mal einen Einstieg in den jahreszeitgerechten Small Talk.
02. Juli 2013Heimsuchung
„Der Ausstellung HEIMsuchung“, heißt es auf der Webseite des Bonner Kunstmuseums, „geht es um den Übergang von einem ehemals bedrohlichen Außen in ein bedrohliches Innen, und die Parallelisierung von destabilisierten Subjekten und unsicheren Räumen.“
01. Juli 2013Nicht nur mit Mineralwasser
Heute vor 110 Jahren feierte die Tour de France Premiere. Start und Ziel des ersten Etappenrennens in der Geschichte des Radsports war Paris. Im Uhrzeigersinn hießen die Stationen Lyon, Marseille, Toulouse, Bordeaux und Nantes. Nach 6 Etappen und 2428 Kilometern gab es mit dem Franzosen Maurice Garin den ersten Gesamtsieger. Er hatte fast 3 Stunden Vorsprung vor dem zweiten. Von 60 gestarteten Fahrern waren nur 21 ins Ziel gekommen.
28. Juni 2013Die Wettervorhersage von vorgestern
Bauernregeln waren gestern. Um sie aufzustellen, bedurfte es einer längeren Wetterobservierung, die dann auch aufgezeichnet oder sonstwie festgehalten werden mussten. Bevor vor allem die Landwirte zu solchen Methoden griffen, behalfen sie sich zwecks einer Wetterprognose mit simpler Naturbeobachtung.
27. Juni 2013Ehrenrettung einer alten Bauernregel
Fällt auf Siebenschläfer Regen ein, soll's für sieben Wochen sein: Bevor im 17. Jahrhundert mit der wissenschaftlichen Erfassung und Auswertung von Wetterdaten begonnen wurde, mussten andere Mittel für die Vorhersage herhalten. Eine genaue Beobachtung der Natur war eine solche Methode. Seefahrer wandten sie an, umherziehende Hirten oder auch Bauern.
26. Juni 2013Der nonverbale Part einer geglückten Selbstvorstellung
Mit Ihrer Selbstvorstellung haben Sie den ersten Schritt gemacht. Ihr Gegenüber weiß nun, wen er vor sich hat. Doch um einen komplett positiven ersten Eindruck im Small Talk zu hinterlassen, bedarf es weiterer Fähigkeiten. Sie fallen in den Bereich der passiven Kommunikation: Zeigen Sie, dass Sie zuhören können!
25. Juni 2013Das bewegte Leben des Eric Arthur Blair
Eric Arthur Blair war Polizist, Kriegsreporter und aktiver Teilnehmer am Spanischen Bürgerkrieg. In der damals britischen Kolonie Birma quittierte er den Dienst, weil er die Unterdrückung eines nach Unabhängigkeit und Freiheit strebenden Volks nicht länger mitverantworten wollte.
24. Juni 2013Eine Entwicklung, die selbst die Johannisnacht nicht stoppen kann
Früher feierten die Schweden Mittsommer in der Johannisnacht. Das war die Nacht zum 24. Juni. Später gingen sie zum 21. Juni über. An diesem Tag steht die Sonne am höchsten, und die Nacht ist die kürzeste des Jahres. Dann erreicht unser drehbarer Planet den nördlichen Wendekreis. Der 21. Juni ist daher der astronomische oder kalendarische Sommeranfang.
21. Juni 2013Rezepte gegen Schlaflosigkeit
Wie viele Stunden Schlaf brauche ich, um produktiv zu sein?

Das ist die falsche Frage, behaupten Schlafforscher. Etwa diejenigen der American Sleep Foundation: Die in Arlington im US-Staat Virginia beheimateten Forscher raten dringend, das Schlafbedürfnis nicht der Arbeit unterzuordnen.
20. Juni 2013Der Erfinder der Ostalgie
Er ist in Dresden aufgewachsen und spricht breites Sächsisch. Er fand vieles an der DDR bewahrenswert und freute sich dennoch, als die Mauer fiel. Er fasste rasch beruflich im Westen Fuß, als Schauspieler und Kabarettist, und ist doch stolz auf seine ostdeutschen Wurzeln. Um diesen Zustand mit einem Wort zu beschreiben, hat er den Begriff Ostalgie geprägt.
19. Juni 2013Die richtigen Worte für Ihre Selbstvorstellung
Geben Sie bei der Selbstvorstellung stets den vollen Namen an. Der gehört zur vollständigen Persönlichkeit. Nur den Nachnamen zu nennen, würde sich zu sehr nach militärischem Meldeeifer anhören und eine unterwürfige Haltung vermuten lassen.
18. Juni 2013Der Elch braucht keinen Managementplan …
… aber der Mensch. Bayern hat ihn seit 2008, den Elch-Managementplan. Und in Brandenburg liegt jetzt der Entwurf für einen solchen vor. Es geht nicht um die Wiederansiedlung des bei Deutschen anscheinen so beliebten Riesenhufers (siehe unseren Newsletter von gestern: Ein Land, in dem sich Elche wohlfühlen?).
18. Juni 2013Hadern mit Haderthauer
Die Modelle des Mörders: So betitelte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel einen reißerischen Beitrag über einen Psychiatrieinsassen, der Miniaturautos baut, und den Gatten der bayerischen Sozialministerin, der sie vertickt.
17. Juni 2013Ein Land, in dem sich Elche wohlfühlen?
Die meisten europäischen Elche leben in Schweden. In Skandinaviens einwohnerstärkstem Land teilen sich 600 000 der pferdgroßen Paarhufer den Platz mit neun Millionen Menschen. Etwas komfortabler ist die Situation im östlichen Nachbarland: Hier sind es halb so viele Schaufelträger, die auf annähernd gleicher Fläche fünf Millionen Finnen ausweichen müssen.
14. Juni 2013Dreikaiserjahr
Seit seiner Regierungsübernahme 1862 waren Otto von Bismarck und der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm ziemlich beste Freunde. Vor allem, nachdem es der Thronfolger für geboten hielt, den Reichskanzler wegen dessen Eingriffe in die Pressefreiheit öffentlich zu kritisieren. Diesen Rüffel sollte ihm Bismarck nie verzeihen und zeitlebens gegen ihn intrigieren.
13. Juni 2013Das Chamäleon unter den Schriftstellern
Er hieß Ricardo Reis, arbeitete als Arzt, schrieb klassische Gedichte, die er als heidnische Oden bezeichnete, und reiste viel in Brasilien umher. Leider wurde er nur 26 Jahre alt. Wie gut, dass er noch weitere Existenzen führte. Als Alberto Caeiro da Silva etwa, ein Schwärmer, der auf einem Landgut in Portugals Provinz Ribatejo wohnt und „eines Tages, beim Fensteröffnen, etwas überaus Wichtiges entdeckt hat, nämlich, dass die Natur existiert.“
12. Juni 2013Wie gestaltet sich die Selbstvorstellung, wenn Sie zu einer Gruppe hinzustoßen?
Wie präsentieren Sie sich, wenn Sie als Neuankömmling zu einem Kreis bereits Anwesender stoßen? Auch hier gibt es Regeln - jeweils für private und berufliche Zusammenkünfte:
11. Juni 2013Köln gegen Köln im DFB-Lokalendspiel
Zwei Mannschaften aus derselben Stadt im Pokalendspiel: Das hatte es bis dahin noch nie gegeben. Heute vor dreißig Jahren standen sich der 1. FC Köln und sein zweitklassiger Lokalrivale, die Fortuna, im Finale des DFB-Pokals gegenüber.
10. Juni 2013Ein Produkt, das seinen Erfinder doch noch glücklich machte
Ein Optimist ist jemand, der Kreuzworträtsel mit dem Kugelschreiber ausfüllt. Optimismus ist eine Eigenschaft, die auch der Erfinder des Kugelschreibers benötigte. László Bíró, am 29. September 1899 in Budapest geboren, brach sein Medizinstudium ab. Er wollte lieber Rennfahrer werden, doch reichten seine Fahrkünste nicht aus. Viel besser war er als Mechaniker und Tüftler. Schon im Jahr 1932 erfand er das Automatikgetriebe. General Motors kaufte ihm sogar das Patent ab - um es anschließend in den Giftschrank zu sperren, damit kein anderer Fahrzeughersteller auf die Idee kam. Selber setzten die Detroiter weiterhin auf herkömmliche Gangschaltungen.
07. Juni 2013Ein überzeugender Gärtner
Kennen Sie den Hollywoodstreifen Being There? In der deutschen Version lautet der Titel Willkommen, Mr. Chance. Peter Sellers spielt in dem Film einen Gärtner. Chance heißt er, sein Arbeitgeber ist reich und vornehm, das Anwesen riesengroß, und der Gärtner hat es nie verlassen. Chance kennt die Welt nur aus dem Fernsehen. Er liebt Gartensendungen, und sein einziger Freund ist die Fernbedienung. Plötzlich stirbt der Hausherr, und der verkümmerte Gärtner muss das Grundstück verlassen.
06. Juni 2013Ein Minister namens Kevin?
„Ich hasse meinen Namen.“ Einen ähnlichen Stoßseufzer wird mancher Kevin an seinem heutigen Namenstag von sich geben. Ursprünglich an einen irischen Heiligen erinnernd, erfreute sich der Vorname seit Mitte der 1970er Jahre auch hierzulande zunehmender Beliebtheit.
05. Juni 2013In welchen Situationen ist eine Selbstvorstellung angebracht?
Selbstvorstellung ja oder nein: Diese Frage stellt sich nicht nur in Fahrstühlen. Verlassen wir den Aufzug und bewegen uns in andere Kommunikationsgefilde. Nicht immer werden Sie - beispielsweise wenn Sie einen Seminarraum betreten oder zu einem Empfang hinzustoßen - den dort bereits Anwesenden bekannt gemacht. Auch wenn Sie einen neuen Geschäftspartner kennenlernen, müssen Sie sich zunächst einführen.
04. Juni 2013Der eiserne Gustav
Gustav Hartmann ist Herr über 32 Pferde. Die schlummern nicht vereint unter einer Motorhaube, sondern befördern vor einen Wagen gespannt eigenfüßig Passagiere. Hans Fallada setzte dem Fuhrunternehmer in seinem Roman Der eiserne Gustav ein Denkmal.
03. Juni 201315 Jahre attac
Im Jahr 2010 überstieg der Handel von Währungen und Derivaten - das sind Terminwetten auf die Entwicklungen von Währungen - den Wert aller weltweit produzierten Güter und erbrachten Dienstleistungen um das 24-Fache.
31. Mai 2013Tragischer Tod im Pariser Exil
Der Mann, der morgen vor 75 Jahren starb, wäre vermutlich schon durch sein spektakuläres Ableben zur Berühmtheit geworden. Freilich hatte er es nicht nötig, mittels ungewöhnlicher Todesart zur Unsterblichkeit zu gelangen. Berühmt und erfolgreich war er bereits zu Lebzeiten.
29. Mai 2013Wie beginnen Sie ein Gespräch im Fahrstuhl? (II)
Beklemmende Begegnungen stellen sich dort ein, wo sich niemand zu Hause fühlt und ein Ausweichen nicht möglich ist. Die klassische Situation: Einander unbekannte Gäste betreten den Hotellift. Eine Möglichkeit der Gesprächseröffnung wäre die Selbstvorstellung. Obgleich nicht zwingend notwendig, kann sie für Entspannung sorgen.
28. Mai 2013Die unbesiegbare Armada, die England erst richtig stark machte
Heute vor 425 Jahren ließ der spanische König Philipp II. eine gigantische Flotte in See stechen. Sie bestand aus 130 mit schwerer Artillerie ausgerüsteten Schiffen, auf denen 8000 Matrosen ihren Dienst taten. Zusätzlich transportierte die Armada invencible, die scheinbar unbesiegbare Flotte, nahezu 19 000 Soldaten.
27. Mai 2013Der berühmteste Fan der Spielvereinigung
Geboren wurde er als Sohn jüdischer Eltern am 27. Mai 1923 im Fränkischen Jerusalem. So lautete der Spitzname Fürths, der Nachbarstadt Nürnbergs. Heinz hieß der Junge mit erstem und Alfred mit zweitem Vornamen. Der Vater war Gymnasiallehrer, die Mutter Tochter eines wohlhabenden Viehhändlers.
24. Mai 2013Aus der Beletage ins harte Leben
„An einem Tag, wo feucht der Wind, Wo grau verhängt der Sonnenstrahl, Saß Gottes hart geprüftes Kind, Betrübt am kleinen Gartensaal. Ihr war die Brust so matt und enge, Ihr war das Haupt so dumpf und schwer, Selbst um den Geist zog das Gedränge Des Blutes Nebelflore her. Gefährte Wind und Vogel nur In selbstgewählter Einsamkeit, Ein großer Seufzer die Natur, Und schier zerflossen Raum und Zeit. Ihr war, als fühle sie die Flut Der Ewigkeit vorüberrauschen. Und müsse jeden Tropfen Blut Und jeden Herzschlag doch belauschen.“
23. Mai 2013Der zweite Prager Fenstersturz
Der erste Prager Fenstersturz (siehe unseren Newsletter vom 30. Juli 2009. Der erste Prager Fenstersturz) 1419 forderte 7 Menschenleben. Ein achtes Todesopfer kam indirekt hinzu, als die Nachricht vom Aufruhr beim tobsüchtigen König Wenzel einen Schlaganfall auslöste.
22. Mai 2013Wie beginnen Sie ein Gespräch im Fahrstuhl? (I)
„Das Leben ist ein Fahrstuhl“, sang die Rockgruppe T. Rex in den 1970er Jahren, „es geht ständig auf und ab.“ Nicht selten spielt das Leben auch im Fahrstuhl. Etwa wenn Sie in einem der 700 000 fahrstuhlbetriebenen Bürogebäude in Deutschland arbeiten.
21. Mai 2013Die lange Reise eines Denkmals
Zum 100. Geburtstag wollte die Stadt Leipzig ihren großen Sohn Richard Wagner ehren. Beim ebenfalls in der sächsischen Metropole geborenen Bildhauer Max Klinger gab sie ein entsprechendes Werk in Auftrag, mit Treppenanlage, reichlich verziertem Jugendstil-Sockel und Büste. Nur die Treppe fand den vorgesehenen Weg in den Leipziger Matthäikirchhof. Der Sockel mit zahlreichen lebensgroßen Figuren aus Wagners Opern ruhte am Ehrentag in Südtirol, wo Klinger nach wie vor mit der Ausfertigung beschäftigt war.
17. Mai 2013Der Wilde Westen als Bühnenshow
„Die Show hat mir gefallen“ Dieses Urteil fällte keineswegs der ältere Herr Statler am Ende einer Muppets-Folge, und es wurde auch nicht von dessen Antipoden Waldorf relativiert: „Das sagt gar nichts. Dir hat ja auch der Zweite Weltkrieg gefallen!“
16. Mai 2013Das Ghetto nur kurz überlebt
Im Warschauer Ghetto (siehe unseren Newsletter vom 16. Mai 2013: 28 TageNiuta Tajtelbaum. Dorthin war sie von den deutschen Besatzern zwangsumgesiedelt worden. Da spielte es keine Rolle, dass Sie kurz zuvor ihre Aufnahmeprüfung an der Warschauer Universität bestanden hatte. Es war auch nicht aufgefallen, dass sich die verhinderte Studentin längst dem polnischen Widerstand angeschlossen hatte.
15. Mai 2013Warum feiern die Christen Pfingsten?
An Pfingsten freuen sich alle über ein paar freie Tage. Doch was steht hinter dem christlichen Fest? Der Name leitet sich aus dem Griechischen ab. pentekosté ist schlicht und einfach eine Zahl. Genauer: eine Ordnungszahl. Auf Deutsch heißt pentekosté: der Fünfzigste. Gemeint ist der 50. Tag nach Ostern. Wenn Ihr Smalltalk-Gegenüber jetzt nachrechnet, kommt er auf den Pfingstmontag.
14. Mai 2013Ein Jubiläum ohne viel Anlass zum Jubeln
„Mein Land ist eine Insel. Aber nicht von Wasser, sondern von Hass umgeben.“ So sah es der Schriftsteller Ephraim Kishon. Als heute vor 65 Jahren die britische Schutzmacht Palästina verließ, bekamen die Israelis den Hass der Nachbarn zu spüren.
13. Mai 2013Der 13. Mai - wirklich ein bedeutungsloses Datum?
Der 13. Mai hat, anders als die meisten Daten in diesem schönen Monat, auf der Gedenktag-Liste der Online-Enzyklopädie Wikipedia bislang keinen Eintrag erfahren. Dabei haben an diesem Tag einige Ereignisse von hohem Symbolwert stattgefunden.
10. Mai 2013Frauentag statt Muttertag?
Nächsten Sonntag ist Muttertag. Und das nicht nur in Deutschland. In 76 Ländern weltweit wird er an diesem Tag begangen. Natürlich auch in seinem Ursprungsland, den Vereinigten Staaten: Die Methodistin Anna Jarvis (siehe auch unseren Newsletter vom 7. Mai 2010: Eine Erfindung, die zutiefst bereut wurde) wollte die Bedeutung der Mutterrolle in der Gesellschaft erhöhen. Die Rolle der Mutter als Gebärerin von späteren Soldaten hatte sie nicht im Sinn.
08. Mai 2013Eine ungewöhnliche Geschichte aus der Geschichte
Der 10. Mai ist in Deutschland der Tag des Buches. An diesem Datum wird an die Bücherverbrennung 1933 durch die Nationalsozialisten erinnert. Kein leichtes Thema für den Small Talk. Es gibt aber eine spannende Geschichte, die Sie bei dieser Gelegenheit erzählen können. Sie jährt sich heute zum 70. Mal.
07. Mai 2013Nachrichten aus einem kleinen Land
Die Lettische Presseschau ist ein Nachrichtenportal in deutscher Sprache. Das ausschließlich online und frei von Werbung erscheinende Magazin informiert über die jüngsten Ereignisse und Entwicklungen im nach Einwohnerzahl sechstkleinsten der 27 EU-Staaten.
06. Mai 2013Erst Konkurrenten, dann Ehepartner
Sie hatten sich für dasselbe Praktikum beworben. Beide hatten zuvor ein Jurastudium mit Prädikat absolviert, sie an der London School of Economics, er am Saint John's College in Oxford. Beide waren seit kurzem Mitglieder der britischen Labour-Partei, der ebenfalls ihr gewünschter Arbeitgeber, der schottische Anwalt Alexander Irvine, angehörte. Den Job bekam sie. Doch fand sich schließlich auch für ihn noch ein Plätzchen in derselben Kanzlei, eine stundenweise Hilfstätigkeit, die sich dennoch gut im späteren Lebenslauf machen würde.
03. Mai 2013Der Prügelwels
Der 3. Mai ist der Internationale Tag der Pressefreiheit. Heißt das auch, dass die Presse alles schreiben darf? Etwa über das Ungeheuer von Loch Ness? Oder über ein Monster, das unsere heimischen Gewässer bevölkert? Gibt man in google den Begriff „Riesenwels“ ein, erhält man als verwandte Suchanfragen: „Riesenwels im Neckar“, „Riesenwels gefährlich“, „Riesenwels frisst Menschen.“
02. Mai 2013Ein mysteriöses Monster, das seit 80 Jahren durch die Presse geistert
Heute vor 80 Jahren tauchte das Ungeheuer erstmals Mal auf. Zumindest in den Schlagzeilen des Inverness Courier: Die Zeitung berichtete von einem merkwürdigen Fund im zweitgrößten und zweittiefsten See Schottlands, dessen Nordostende zehn Kilometer von Inverness entfernt ist.
30. April 2013Der letzte Königinnentag
In den Niederlanden ist der 30. April Nationalfeiertag. Normalerweise wird zu dem Fest der Geburtstag des Staatsoberhauptes herangezogen. Im Fall der aktuellen Throninhaberin wäre dies der 31. Januar.
29. April 2013Nächtliches Eintauchen in die Halbwelt
Was ihn bewogen habe, die Stelle als Lokalreporter anzunehmen? „Die heftigste meiner Eigenschaften: die Neugierde“, antwortete der angehende Journalist. Damals war er 21 Jahre alt, hatte bereits ein Hochschulstudium abgebrochen und die Laufbahn beim Militär an den Nagel gehängt. Dafür besuchte er fleißig die Universität des Lebens.
26. April 2013Das perfekte Blau
Was macht man, wenn man gerade 19 ist, daheim an der Côte d'Azur am Strand liegt und absolut nichts zu tun hat? Man kommt auf seltsame Gedanken. Einer, der Yves Klein und seinen beiden Freunden durch den Kopf ging, war, die Welt unter sich aufzuteilen. Während der eine die Welt und der andere das Meer wollte, blieb für Yves der Himmel übrig. Er hatte nichts dagegen, war er doch gerade tiefblau und von keiner Wolke getrübt. Nur die Vögel, deren schwarze Silhouetten seiner Meinung nach die Farbkomposition verdarben, störten ihn.
25. April 2013Der achte Tag der Schöpfung
Heute vor 60 Jahren erschütterte ein nur 128 Zeilen langer Artikel die Biologie. Veröffentlicht hatten ihn der englische Biochemiker Francis Crick und sein US-Kollege James Watson.
24. April 2013Nichts für Mädchen? Nur für Jungs? Machen Sie die Berufswahl zum Thema!
Nicht für Mädchen: Technikabteilungen in Unternehmen sind meist mit Männern besetzt. Auch in Handwerksberufe finden weibliche Lehrlinge selten hinein. Und Hochschulen mit naturwissenschaftlicher Ausrichtung sind immer noch Männerdomäne. Der Girls Day soll das ändern. Dieses Jahr findet er am 25. April statt. Seit 2010 gibt es auch den Boys Day, der am selben Datum begangen wird. Was es damit auf sich hat, können Sie im nächsten Small Talk erörtern.
23. April 2013Die Straße mit 7 Namen
Der 23. April ist der Welttag des Buches. Um dem kosmopolitischen Gedanken dieses Datums gerecht zu werden, möchte ich Ihnen ein kleines Werk vorstellen, das diese Woche erscheint. Es verbindet die Geschichte Österreichs mit derjenigen Italiens und Sloweniens und ruft eine Welt in Erinnerung, die nicht mehr ist.
22. April 2013Vielleicht noch wertvoller als ein Jungbrunnen
Die spanischen Entdecker und Eroberer Amerikas wurden von den verschiedensten Motiven getrieben. Nicht alle waren nur hinter dem Gold her. Manche suchten auch das irdische Paradies, wie auch immer sie sich dies vorstellen mochten.
19. April 201328 Tage
Das Warschauer Ghetto ist nicht gerade ein Thema für den Small Talk. Andererseits sieht sich dieser Newsletter auch mit einem gewissen Bildungsauftrag ausgestattet. Dem wollen wir heute, am 70. Jahrestag des Beginns des jüdischen Aufstands, entsprechen.
18. April 2013Gute Rede, leider fürs falsche Publikum
„Es ist besser, Unrecht zu leiden als Unrecht zu tun“: Dieses Zitat stammt von Sokrates. Tatsächlich handelte der vielleicht größte Philosoph der Antike streng nach dieser Maxime. Als Sokrates der Verführung der Jugend angeklagt war, hielt er eine Rede zur Verteidigung der Wahrheit.
17. April 2013Falsche Zitate
Am 17. April 1521 musste sich Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms verantworten. Dort soll er gesagt haben: „Hier stehe ich und kann nicht anders!“ Hat er nicht! Der Ausspruch wurde ihm in den Mund gelegt. Ein Beispiel von vielen für falsch wiedergegebene Zitate.
16. April 2013Papst i. R. im Frauenkloster
Als Joseph Ratzinger vor genau einem Jahr 85 Jahre alt wurde, hat er seinen Geburtstag nicht groß gefeiert. Eher war der 16. April 2012 ein ganz normaler Arbeitstag für Benedikt XVI. Dieses Jahr wird selbst das nicht der Fall sein. Für einen Papst im Ruhestand interessiert sich die Öffentlichkeit nun mal nicht so sehr. Oder doch?
15. April 2013Der 17. April als neuer Gedenktag?
Was ist so besonders am 17. April? Abgesehen davon, dass sich Martin Luther an diesem Tag des Jahres 1521 auf dem Wormser Reichstag für seine - aus katholischer Sicht - Irrlehre rechtfertigen musste und ihm dies auch mit Bravour gelang, hat jenes Datum kein Ereignis von besonderer weltgeschichtlicher Bedeutung hervorgebracht.
12. April 2013Der Makel des grünen Außenministers
Zwei Jahrzehnte zuvor waren die Grünen angetreten, um dem Widerstand gegen Atomkraft und Aufrüstung ein Forum zu geben. Nach anfänglicher Verteufelung wurden sie salonfähig. Als im März 1999 Deutschland von der NATO ersucht wurde, sich aktiv am Kosovo-Krieg zu beteiligen, hatte die Bundesregierung einen grünen Außenminister. Statt des erwarteten Nein kam von der pazifistischen Partei die überraschende Zustimmung.
11. April 2013Ein kleiner Scheck aus Oslo
Europas Musterknaben leben im hohen Norden, ihre Antipoden vegetieren im südöstlichen Teil unseres Kontinents. Die Norweger haben ihren Ölreichtum in einem Fonds angelegt, der inzwischen über 500 Milliarden Euro schwer ist und jede Woche um eine dreiviertel Milliarde Euro weiter anwächst. Sogar die Vereinigten Staaten haben bei den Norwegern Anleihen gezeichnet, im Gesamtwert von 36 Milliarden Euro.
10. April 2013Reden Sie über das Genie aus der Toskana
Genau in der Monatsmitte des Jahres 1452 kam ein Universalgenie zur Welt. Geboren wurde der mit so vielen Geistesgaben Gesegnete in einem Dorf im Zentrum Italiens. Es gab ihm seinen Namen. Kennt Ihr Small Talk-Gegenüber den Mann?
09. April 2013Mehr als doppelt so reich wie die Deutschen …
… sind die Norweger. Das liegt nicht nur am Öl, das vor ihrer Küste reichlich sprudelt und für ein jährliches Prokopfeinkommen von 70 500 Euro sorgt. Zum Vergleich: Der Durchschnittsdeutsche verdient 31 400 Euro. Allerdings sind die Zahlen nicht preisbereinigt.
08. April 2013Das Geheimnis der Kunst …
… liegt darin, dass man nicht sucht, sondern findet. Wie man etwas findet, sagt einem der Künstler. Oder der Kunsthistoriker, der auf der Vernissage die einleitenden und erklärenden Worte ans Publikum richtet.
05. April 2013Der Mensch ist des Menschen Wolf
Die Schrecken des Krieges waren ihm von Geburt an präsent. Gerade im Haus eines schlichten Landvikars - heute vor 425 Jahren - zur Welt gekommen, drangen auch schon Nachrichten von der herannahenden spanischen Armada ins beschauliche Malmesbury, fünfzig Meilen von Englands Südwestküste entfernt.
04. April 2013Sonntäglicher Besuch vom Fuchs
7 Meter Lang, 3 Meter hoch, fährt auf 6 Rädern und wiegt 17 Tonnen: Was ist das? Was das war, fragten sich auch die Beamten, die am Sonntagmorgen des 4. April 1993, heute vor 20 Jahren, Dienst taten.
03. April 2013Das Wetter im April
April, April, der weiß nicht, was er will: Das notorisch unbeständige Wetter in diesem Monat wird für manchen Ärger sorgen. Entweder man hat den Schirm zu Hause vergessen - oder ihn unterwegs liegen gelassen, weil er nicht gebraucht wurde. Wenigstens ein Gutes hat das sich immer ändernde Aprilwetter: Es sorgt für aktuellen Gesprächsstoff im Small Talk.
02. April 2013Ein Tag, der viele Paten haben könnte
Heute ist Internationaler Kinderbuchtag. Er wird zu Ehren von Hans Christian Andersen immer an dessen Geburtstag, dem 2. April, begangen.
28. März 2013Als der Rabe vollends seine Unschuld verlor
„Während der Dreharbeiten habe ich in einer Zeitung aus San Francisco etwas gelesen über Raben, die Lämmer angegriffen hatten, das hatte sich ganz in der Nähe unseres Drehorts ereignet. Ich habe mit einem Bauern gesprochen, der mir erzählt hat, wie die Raben auf die Lämmer heruntergestoßen sind und wie sie über ihre Augen hergefallen sind. Das hat mich dann inspiriert zu dem Mord an dem Farmer mit den ausgehackten Augen.“
27. März 2013Die ganz besondere Gelegenheit, jemanden in den April zu schicken
Der 1. April fällt dieses Jahr auf einen ganz besonderen Tag: den Ostermontag. Was läge näher, als diese Konstellation zu nutzen und jemanden auf ungewöhnliche Weise in den April zu schicken? Ihr nächster Small Talk bietet sich an, um gemeinsam über ein entsprechendes Manöver nachzudenken.
26. März 2013Das Goldene Jahr der Stadt Prag
Das Heilige Römische Reich deutscher Nation mochte seinerzeit das mächtigste Gebilde in Europa sein. Ein Staat im herkömmlichen Sinn war es nicht. Es besaß nicht einmal eine Hauptstadt. Aber einen König und einen Reichstag. Der Monarch wurde in Aachen gekrönt und in Frankfurt gewählt, die ständische Versammlung der Fürsten sowie der Vertreter der Bistümer und Städte traf sich meist in Regensburg. Der mächtigste König des 14. Jahrhunderts, Karl IV (siehe auch unseren Newsletter vom 10. Januar 2011: Bulle, weiblich und aus Gold), wollte dem Reich endlich zu einer Zentrale verhelfen.
25. März 2013Der erste Tunnel unter einem Fluss hindurch
Eine Brücke ist die kürzeste feste Verbindung zwischen zwei Flussufern. Dachte man lange Zeit. Noch kürzer wäre es, würde man die Strecke unter dem Fluss hindurch graben. Aber war so etwas überhaupt möglich?
22. März 2013Ein Menschenrecht, das selbst in der EU nicht für alle da ist
Das Slowakische Paradies ist eine der schönsten Landschaften in Europa, vergleichbar der Sächsischen Schweiz (siehe unseren Newsletter vom 20. November 2012: Die Erfindung der Sächsischen Schweiz) oder dem Grand Canyon du Verdon in der französischen Provence.
21. März 2013Im Spinnennetz des Vergessens …
… fehlen dem Schrank offenbar ein paar Tassen. Doch dazu später.

„Das immer wieder Wunderbare an gelungenen Gedichten ist, dass sie mit den Mitteln der Sprache etwas ausdrücken, etwas formulieren können, was wir ›irgendwie‹ eher vage und gefühlsmäßig geahnt haben, aber nie wirklich fassen, festhalten, uns bewusstmachen konnten: ein Lebensgefühl, eine Zeitstimmung, einen komplexen Denkzusammenhang. Dass sie ein Bild oder einen Klang dafür gefunden haben, was wir immer schon über die Welt wissen wollten, aber nie zu denken wagten.“
20. März 2013Amsel, Drossel, Fink und Star? Small Talk über Frühlingsboten
Amsel, Drossel, Fink und Star: Sind das noch unsere Frühlingsboten? Ein Kinderlied will uns dies weismachen. Doch zumindest bei den beiden erstgenannten Vogelarten bestehen ernste Zweifel. Jedenfalls gibt es verlässlichere Frühlingsboten, auch unter den Tieren.
19. März 2013Die nicht ganz perfekte Autofahrt zu zweit
Wie ein Mann Auto fährt, glaubte Anna Magnani, möchte er auch im Leben sein. Doch was soll der Lenker tun, wenn er mal nicht eine berühmte italienische Schauspielerin chauffiert, der er imponieren will, sondern sich so verhalten möchte, dass seine Fahrweise sowohl dem allgemeinen Fortkommen als auch der Erbauung der neben ihm platzierten Insassin dient?
18. März 2013Warum der Name Túpac Amaru bei Rebellen so beliebt ist
Túpac Amaru Shakur nannte sich ein amerikanischer Rap-Musiker. Eine uruguayische Untergrundbewegung machte in den 1970er Jahren als Tupamaros Furore. Die 14 peruanischen Rebelen, die 1997 in der japanischen Botschaft in Lima über 400 Geiseln nahmen und unmittelbar nach deren Befreiung auf Anordnung des Präsidenten Alberto Fujimori alle erschossen wurden, operierten ebenfalls unter dem Namen Túpac Amaru.
15. März 2013Wert und Preis einer Ware
Der 15. März ist Weltverbrauchertag. Er geht zurück auf Präsident John F. Kennedy, der erstmals im Jahr 1962 den amerikanischen Verbrauchern verbriefte Rechte zugestand. Zu diesen zählte auch das Recht, aus einer Vielfalt von Produkten mit marktgerechten Preisen auszuwählen. Doch sind die Preise, die der Markt bestimmt, wirklich gerecht?
14. März 2013Wie wird man ein erfolgreicher Schriftsteller?
Berühmte Autoren werden gerne gefragt, was sie jungen Menschen mit demselben Berufswunsch raten würden. „Es kommt nicht darauf an, wahre Dinge zu schreiben“, riet Luis Buñuel, „sondern Dinge, die wahr sein könnten.“
13. März 2013Die Small Talk-Frage zur Buchmessezeit
Welches Buch lesen Sie gerade? Das ist eine Frage, die Sie in jedem Small Talk stellen können. Vor allem zur Messezeit. Die Leipziger Bücherschau beginnt morgen und dauert bis zum 17. März.
11. März 2013Volksbefragung ja, aber bitte zur rechten Zeit!
„Volk von Österreich! Zum ersten Mal in der Geschichte unseres Vaterlandes verlangt die Führung des Staates ein offenes Bekenntnis zur Heimat.“ Warum sollte sich ein Volk ausdrücklich zu seinem Staat bekennen? Konnte es sich denn ein anderes aussuchen? Es konnte.
12. März 2013Sydney? Melbourne? Oder doch lieber Thirstyville?
Sydney oder Melbourne? Wenn sich zwei Millionenmetropolen über den Status der künftigen Hauptstadt streiten, freut sich - eine kleine Gemeinde. Die erstreckte sich über 2.360 Quadratkilometer, immerhin zweieinhalb Mal so groß wie Berlin. Doch lebten im Yass-Canberra-Gebiet gerade mal 1.714 Weiße (die Eingeborenen zählten damals nicht mit) in Gesellschaft von 225.000 Schafen. Ob auch bei dieser Anzahl die schwarzen keine Rolle spielten?
08. März 2013Wenn der Bürohengst wiehert
Der 8. März ist Internationaler Frauentag. Heute möchten wir daher eines Berufs gedenken, der fast ausschließlich von weiblichen Angehörigen ausgeübt wird. Männliche Sekretäre gibt es bislang äußerst selten.
07. März 2013Der Sinn, der hinterm Aufstocken steckt
Heute erreicht Hans-Werner Sinn das Rentenalter. Hoffentlich wird er sich noch nicht zur Ruhe geben. Er könnte seine Rente ein wenig aufstocken. Es gibt Ein-Euro-Stellen, die nicht allzu viel körperlichen Einsatz erfordern. Gewiss würde Sinn generös auf den Euro verzichten: Zum einen wird die Rente ausreichen, zum anderen pflegen Besitzbürger ihr Image gern mit ehrenamtlicher Arbeit.
05. März 2013Von der Waschküche zum Weltunternehmen
Dass auch mit bescheidenen Anfängen Vieles möglich ist, bewies Heinrich Engelhardt Steinweg aus Wolfshagen im Harz. Heute vor 160 Jahren gründete er unter amerikanisiertem Namen seine Firma Steinway & Sons.
04. März 2013Guter Kapitän, zufälliger Entdecker
Majestät waren beeindruckt. Das galt nicht nur für die spanische Königin Isabella, die schon immer den Plänen des Seefahrers Christoph Kolumbus anhing. Auch Isabellas Mann Ferdinand musste seine ewigen Zweifel nach des Kapitäns Rückkehr aus der Neuen Welt heute vor 520 Jahren aufgeben.
01. März 2013Das letzte Land, das den Euro einführt?
2008, als ihr kleiner Staat als einer der ersten von der Finanzkrise gebeutelt wurde, überlegten sich die Isländer, den Euro einzuführen. Mittlerweile hat sich die Insel wirtschaftlich wieder erholt. Die Krone ist stabil, eine fremde Währung kein Thema mehr - auch weil der Euro inzwischen zum Thema geworden ist.
28. Februar 2013Ein sprachloser Franzose in Amerika
„Sprechen Sie Englisch?“ – „Nicht mal ein Wort!“ Die Frage kam von Philippe Halsman, Mitarbeiter des berühmten New Yorker Life-Magazins. Die Antwort gab der französische Schauspieler Fernandel Contandin.
27. Februar 2013Weniger reden? Small Talk in der Fastenzeit, Teil 2
Verzicht in der Fastenzeit: Die Entsagung muss sich nicht auf Fleisch, Alkohol und Süßigkeiten beschränken. Es gibt auch Zeitgenossen, die ein großes Opfer bringen, wenn sie schweigen. Für den Small Talk wäre dies fatal? Oder doch nicht?
26. Februar 2013Was den Charakter nicht besser macht
„Zwei Typen. Einer ist nicht richtig im Kopf. Nett, aber viel zu stark. Bringt eine Frau um. Sein bester Freund bringt ihn um. Ende.“ So lautet die auf 25 Wörter maximal beschränkte Kurzkritik des Romans Von Mäusen und Menschen.
25. Februar 2013Ein Tag ohne Punkt, aber mit vielen Kommas
„Die Geschichte Hans Castorps, die wir erzählen wollen, - nicht um seinetwillen (denn der Leser wird einen einfachen, wenn auch ansprechenden jungen Mann in ihm kennenlernen), sondern um der Geschichte willen, die uns in hohem Grade erzählenswert scheint (wobei zu Hans Castorps Gunsten denn doch erinnert werden sollte, dass es seine Geschichte ist, und dass nicht jedem jede Geschichte passiert): diese Geschichte ist sehr lange her, sie ist sozusagen schon ganz mit historischem Edelrost überzogen und unbedingt in der Zeitform der tiefsten Vergangenheit vorzutragen.“
22. Februar 2013Schlagfertig streiten mit Schopenhauer
In seiner Abhandlung Eristische Dialektik. 'Eris' ist das griechische Wort für Streit (siehe unseren Newsletter vom 21. September 2010: Eristischer Fahrstil) rät Arthur Schopenhauer zu methodischer Vorgehensweise beim Erwerb verbaler Reaktionsschnelligkeit.
21. Februar 2013Ein Gespenst geht um in Europa
„Ein Gespenst geht um in Europa“: Mit diesen Worten begann eine Schrift, die nicht nur auf dem alten Kontinent - nach der Bibel vielleicht - mehr Aufmerksamkeit als alles bis dahin Publizierte erlangen sollte.
20. Februar 2013Small Talk in der Fastenzeit
Verzicht auf Fleisch, Alkohol und Süßigkeiten - darf's vielleicht noch ein wenig weniger sein? Auch den großen Zeitdieben könnte man sich in den kommenden Wochen verschließen, wenn der Fernseher ausgeschaltet bleibt und die Nachrichten nur im Radio verfolgt werden. Es muss ja nicht so weit gehen, dass Sie sich das Surfen im Internet versagen. Dies würde dem Newsletter, den Sie gerade lesen, überhaupt nicht gut tun!
19. Februar 2013Eine Bombe für den Finanzminister
Vor 100 Jahren tat es im idyllischen Walton-on-the-Hill einen lauten Knall. Heute wäre er nicht mehr so weit hörbar: Die stark befahrene Autobahn M25 führt ganz in der Nähe der kleinen Ortschaft in der südenglischen Grafschaft Surrey vorbei. Viel passiert war damals nicht. Es gab weder Tote noch Verletzte. Zwar klaffte in Pinfold Manor eine beachtliche Lücke. Da das herrschaftliche Haus sich noch Rohbau befand, ließ sich der Riss jedoch reparieren.
18. Februar 2013Ein Attentat mit weit reichenden Folgen
Die dicken Mauern, die 1683 die Türken vom Sturm auf Wien abgehalten hatten, dienten später, funktionslos geworden, den Hauptstädtern als Spazierwege. So auch heute vor 160 Jahren, als Kaiser Franz Joseph I. an ihnen entlang promenierte.
15. Februar 2013Ein verdienstvolles Tier, leider selten gewürdigt
„Im Schatten der Schiffs erkannte ich/Ihr Äußres: glattes Grün/Blau samtnes Schwarz - und ringelnd fuhr/Das um und schwamm; und jede Spur/War blitzend goldnes Glühn.“ Diese Zeilen legt Samuel Taylor Coleridge seinem alten Seemann im gleichnamigen Gedicht in den Mund - angesichts einiger Wasserschlangen, vor denen er sich kurz zuvor spontan geekelt hatte.
14. Februar 2013Der amerikanische Harold Holt
Der 30. Juli 1975 hat in den USA bis heute immer wieder für Spekulationen gesorgt. An diesem Tag verschwand Jimmy Hoffa. Zuletzt wurde er auf dem Parkplatz eines Restaurants nördlich von Detroit gesehen. Dann verlor sich seine Spur.
13. Februar 2013Politscher Aschermittwoch
Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Das mag für den Karneval gelten; in der Politik geht es dann aber erst richtig los. Und in Ihrem Small Talk erst recht! Politik? Im Small Talk ? Doch, das passt schon zusammen. Schließlich sind wir in einem Wahljahr, und da besetzen um Wählersympathien bemühte Politiker gerne das Feld der seichten Konversation.
12. Februar 2013Nicht nur Brecht und die Fugger
Worauf kann man als Augsburger besonders stolz sein?

Auf Bertolt Brecht bestimmt nicht. Der ging in der bayerischen Schwabenmetropole zwar aufs Gymnasium, fand die Schule aber ebenso schlimm wie die Stadt, von der er sagte, das Beste an ihr sei noch der Zug nach München. Den hat er dann auch eines schönen Tages genommen, um nie mehr zurückzukehren.
08. Februar 2013Was sich unter der gelben Jacke verbirgt
„Dein ist mein ganzes Herz! Wo du nicht bist, kann ich nicht sein“: Keine Angst, liebe Leserinnen und Leser, das soll keine Liebeserklärung an Sie werden. Ich habe nur zitiert. Die Eingangszeile stammt aus einer berühmten Operette. Fügte ich noch hinzu, bei dem Werk handele es sich um Die gelbe Jacke, würden Sie mich vermutlich endgültig für verrückt erklären.
06. Februar 2013Carne vale - Fleisch, leb' wohl!
Carne vale - Fleisch, leb' wohl: Bis zum Aschermittwoch als Beginn der Fastenzeit regieren im Rheinland und anderen jecken Hochburgen die Narren. Ob Sie mitmachen oder sich anderweitig vergnügen: Der Karneval liefert Ihnen ein schönes Small Talk-Thema.
05. Februar 2013Die weite Reise eines Globus
Vor 300 Jahren tobte in Europas Norden jener Krieg, in dem Schweden seinen Großmachtstatus verlor (siehe unseren Newsletter vom 8. Juli 2009: Eine aktuelle Beschreibung bayerischer Politik? ). Die neue Nummer eins an der Ostsee wurde Russland, das mit den Anrainerstaaten Polen und Dänemark verbündet war.
04. Februar 2013Jud Süß
Heute vor 275 Jahren wurde in Stuttgart Joseph Süß Oppenheimer gehängt. Als Finanzberater hatte er dem württembergischen Herzog Karl Alexander eine opulente Hofhaltung ermöglicht. Später war er in Ungnade gefallen.
01. Februar 2013Selkirks Stechzirkel
Daniel Defoe verdiente sein Geld damit, dass er sich von zum Tode verurteilten Verbrechern deren Memoiren diktieren ließ (siehe unseren Newsletter vom 26. April 2011: Auch auf Koptisch, Maltesisch, Inuit).
31. Januar 2013Richtige Zeit, richtiger Ort, verkehrte Welt
Wenn plötzlich Arbeitskräfte ins Land strömen, zieht dies nicht selten einen Boom der einheimischen Wirtschaft nach sich. Beim Gründer der kalifornischen Kolonie Neu-Helvetien war dies trotz bester Voraussetzungen leider nicht der Fall.
30. Januar 2013Ihre Small Talk-Themen im Februar
Der Februar, merkte ein unbekannter Zeitgenosse einmal an, ist der Monat, in dem die meisten von uns merken, dass das Monatsgehalt in 28 Tagen ebenso wenig ausreicht wie in 31.
29. Januar 2013Das Erschießen von Enten im Teich oder I don't like Mondays
Der 29. Januar 1979 war ein Montag. Dieser Montag musste auch als Begründung herhalten für den gewaltsamen Tod zweier Menschen. Burton Wragg und Mike Suchar arbeiteten als Rektor und Hausmeister der Schule, die sich eine 16-Jährige für ihren Amoklauf ausgesucht hatte
28. Januar 2013Canossa - Bittgang oder diplomatisches Meisterstück?
Hilfe oder Segen von oben wird in der katholischen Kirche mit einem Bittgang erfleht. In den Prozessionen an Himmelfahrt oder Fronleichnam ist er zu einem festen Ritual geworden.
25. Januar 2013Kopf hoch mit Robert Burns
„Eine Geburtstagsfeier ist eine ernste Angelegenheit“, schreibt Ralf Sotscheck (siehe unseren Newsletter vom 11. Oktober 2011: Im Westen nichts Neues ), wenn das Geburtstagskind ein Nationalheld ist.
24. Januar 2013Gold gefunden, Existenz verloren
Eigentlich sollte James Marshall nur eine Sägemühle bauen. Doch als er den Fluss, der das Wasser liefern würde, genauer beobachtete, fiel ihm eine lustig glitzernde Stelle in der Mitte des Betts auf. „Was ist das?“, fragte sein Begleiter, der das Mühlrad zimmern sollte. „Gold“, antwortete Marshall.
23. Januar 2013Keine Lust auf Januar: Ein Land, das seinen höchsten Feiertag änderte
Wer hätte nicht lieber im Juni Geburtstag als im Januar! Leider kann man sich das Datum nicht aussuchen. Oder doch? Erzählen Sie im Small Talk von den Luxemburgern. Die hatten genug von der Januarkälte. Und legten ganz einfach ihren höchsten Feiertag um. Damit ist das kleinste EU-Land einer der wenigen Staaten, die den Nationalfeiertag aus rein klimatischen Überlegungen wählten. Das war nicht so einfach.
22. Januar 2013Das Reimen der Endsilbe
„Die Poesie dieses jungen Lords offenbart eine Qualität, die zu tolerieren weder Gott noch die Menschheit bereit sein werden“: So begann die angesehene Literaturzeitschrift Edinburgh Review ihre Rezension des kurz zuvor veröffentlichen Gedichtbands Hours of Idleness (Stunden der Muße).
21. Januar 2013Das unwürdige Ende des Bürgers Louis Capet
„Zum meinem großen Leidwesen hat man mich gezwungen“, schrieb der Pariser Arzt Philippe Pinel in einem Brief, „der Hinrichtung durch das Beil beizuwohnen.“ Entsprechend betrübt verfolgte der Doktor die letzen Minuten des vormals sehr geschätzten Verurteilten: „Beim Schafott angekommen, betrachtete er mit Festigkeit die Todesmaschine, und sofort ging der Henker an seine Arbeit. Er schnitt ihm die Haare ab, steckte sie in die Tasche und ließ ihn die Stufen zum Schafott hinaufsteigen.“
18. Januar 2013Ein Apfel am Tag
An apple a day keeps the doctor away: Wer könnte die Gültigkeit eines solchen Spruchs, auch wenn er auf Englisch verfasst ist, besser bestätigen als ein Arzt? Theodor Engelbrecht, heute vor 200 Jahren auf Gut Monplaisir bei Wolfenbüttel geboren, war ausgebildeter Mediziner, Professor für Physiologie am Braunschweiger chirurgisch-anatomischen Institut und Sanitätsrat des Herzogtums Braunschweig.
17. Januar 2013Der einzige Königspalast auf amerikanischem Boden
Frage: Gibt es in den USA Königspaläste? Antwort: Ja, genau einen! Das mag verwundern, denn die Vereinigten Staaten sind nicht nur ein Mutterland der Demokratie, dessen republikanische Verfassung anderthalb Jahrzehnte vor derjenigen Frankreichs datiert.
16. Januar 2013Für und Wider eines Wintermärchens
Deutschland, ein Wintermärchen: Ist das nicht ein schönes Thema für Ihren Januar-Small Talk? Vor allem, wenn der Winter richtig kalt und ringsherum alles weiß ist. Und dazu noch die Sonne scheint. Hinzu kommt, dass die Eingangsworte einen Gedichttitel darstellen und Sie mit seinem Autor ein wenig renommieren können.
15. Januar 2013Der wangenrote Jüngling
O gutes Land! O Vaterland! Inmitten dem Kind Italien und dem Manne Deutschland, liegst du, der wangenrote Jüngling, da. Erhalte Gott dir deinen Jugendsinn und mache gut, was andere verdarben: Der wangenrote Jüngling, der in König Ottokars Glück und Ende beschrieben wird, ist Österreich.
14. Januar 2013Ein CDU-Boot taucht auf - im Small Talk
Zu Anfang eines jeden Jahres macht es sich dieser Newsletter zur unangenehmen Gewohnheit, über Politiker herzuziehen (siehe auch unsere Ausgabe vom 18. Januar 2012:Die vierte Gewalt? ). Dabei hat die Politik, so liest man immer wieder, im Small Talk nichts zu suchen. Es sei denn, Politiker drängen sich dem Small Talk auf.
11. Januar 2013Eine Million Pfund für die streikenden Bergarbeiter
Dig deep for the miners, hieß es ab März 1984 auf der britischen Insel. Tief in ihren Taschen sollten die Leute graben und das, was sie fanden, den Bergarbeitern spenden. Die befanden sich im Streik. Anders als in der großen Auseinandersetzung ein Jahrzehnt zuvor ging es nicht um höhere Löhne.
10. Januar 2013Wenn Sherlock Holmes U-Bahn gefahren wäre
Die drittälteste U-Bahn der Welt fährt in Glasgow. Zuvor bekam Ungarns Hauptstadt Budapest ein unterirdisches Streckennetz verpasst. Wer aber ist die Nummer eins in dieser illustren Reihe?
09. Januar 2013Vorsätze-Limbo war gestern
Das Hauptproblem, warum es mit dem Umsetzen unserer Vorsätze hapert, liegt in den Begleitumständen. Meistens müssen wir, um ein solches Ziel zu erreichen, mit einer lieb gewonnenen Gewohnheit brechen. Doch liegt hier auch eine Chance. Wenn wir es schaffen, dass uns auch das Nichteinhalten eines Vorsatzes weh tut, steigen die Chancen auf eine Verwirklichung – ähnlich wie beispielsweise beim Emissionsrechtehandel, wenn ein umweltbelastendes Unternehmen zur Kasse gebeten wird. Vielleicht kennt Ihr Smalltalk-Gesprächspartner auch aus eigener Erfahrung eine Situation mit ähnlichen Konsequenzen: Auch eine Ehescheidung kann sehr teuer werden …
08. Januar 2013Kein Gebrauchtwagen von Richard Nixon
Morgen vor hundert Jahren wurde Richard M. Nixon geboren. Der Mittelbuchstabe steht für das Initial des Geburtsnamens seiner Mutter: Hannah Nixon stammte von deutschen Einwanderern ab, die ihren Namen von Milhausen zu Milhous geändert hatten.
07. Januar 2013Südpol, Nordpol, Mount Everest - da fehlt doch noch was!
Extremsportler lieben Grenzen. Die für die Menschheit am weitesten entfernten sind – stellt man sich in Meereshöhe auf den Äquator – die beiden Pole im Norden beziehungsweise Süden sowie der höchste Punkt der Erde, die Spitze des Mount Everest.
04. Januar 2013Warum in Innsbruck kein Bayer das Skispringen gewinnen darf
Der beste Blick auf Innsbruck ist einer kleinen Elite vorbehalten. Alljährlich am 4. Januar schnallen sich 50 Auserwählte lange Bretter unter die Skischuhe und schwingen sich aus einer engen Luke in die Anlaufspur.
03. Januar 2013Švejk in Humenné
Waren Sie schon mal in Humenné? In der dünn besiedelten Ostslowakei nimmt die Stadt von 35.000 Einwohnern bereits den Rang einer kleinen Metropole ein. Von hier ist es nicht mehr weit zur ukrainischen Grenze. Der Humenner Bahnhof ist daher auch der letzte bedeutendere Halt, bevor Reisende Richtung Osten die EU verlassen.
02. Januar 2013Warum wir immer wieder gute Vorsätze fassen
Vorsätze sind wie Aale: leicht zu fassen, aber schwer zu halten. Laut einer Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Allensbach wird nur jeder dritte gefasste Vorsatz in die Tat umgesetzt.
21. Dezember 2012Gefrorene Birkenzweige
Heute hält der Winter offiziell Einzug. Mit Anbruch der kalten Jahreszeit haben hierzulande Wellnesstempel und Saunaoasen Konjunktur. In Finnland schwören sie ganzjährig auf den Schwitzgang, nicht nur im Dezember und Januar bei Monatsdurchschnittstemperaturen von -9°C beziehungsweise -12°C.
20. Dezember 2012Wie lange darf man an den Weihnachtsmann glauben?
Weißer Bart und langes weißes Haar, rot-weißer Mantel, rote oder schwarze Hose, dunkle Stiefel, rot-weiße Mütze auf dem Kopf, auf dem Rücken einen Jutesack, in der Hand das Goldene Buch: So kommt uns in der Adventszeit der Weihnachtsmann daher.
19. Dezember 2012Small Talk in der Vorweihnachtszeit
Der Small Talk in diesen Wochen muss sich nicht immer um Begriffe drehen, die mit „Weihnachts-„ beginnen. Statt Weihnachtsmann, Weihnachtsbaum, Weihnachtsliedern oder Weihnachtsgeschenken darf es ruhig auch mal - der Christstollen sein.
18. Dezember 2012Das italienische Wolfsburg
Am 1. Juli 1938 schenkte der Führer seinem Volk eine Stadt. So drückte es die NS-Propaganda aus. Bis zum Mai 1945 hieß sie offiziell Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben. Dann wurde sie in Wolfsburg umbenannt. Fallersleben hieß das Dorf, das sich ursprünglich an der Stelle befand und sich seit 1929 Stadt nennen durfte.
17. Dezember 2012Was macht eigentlich Harold Holt?
Von Harold Holt (siehe unseren Newsletter vom 17. Dezember 2007: Melden Sie Harold Holt, wenn er selbst es nicht tut!) gibt es leider wenig Neues zu berichten. Seit seinem rätselhaften Verschwinden auf den Tag genau vor 45 Jahren ist der ehemalige Regierungschef Australiens nicht wieder aufgetaucht.
14. Dezember 2012Die Göttinger Sieben
Den ersten Fehler beging August von Kotzebue mit der Veröffentlichung einer studentenfeindlichen Schmähschrift. In seinem Literarischen Wochenblatt verhöhnte der erzkonservative Preußen- und Russenfreund die damals noch liberale Deutsche Burschenschaft.
13. Dezember 2012Gott schütze Schweden!
Gloria.tv ist eine Art Kanzel im Internet. Eine katholische, wohlgemerkt. Ziel des Portals ist laut Eigenaussage die Wahrung, Förderung und Ausbreitung der katholischen Kirche und des katholischen Glaubens.
12. Dezember 201212.12.12
Das heutige Small Talk-Thema gibt das Datum vor: 12.12.12. Wie schon der 11.11.11 ist es den Heiratswilligen vorbehalten. Hochzeiten an Schnapszahlendaten sind heiß begehrt, entsprechend groß ist der Andrang und lang die Voranmeldezeit bei den Standesämtern. Doch nicht überall.
11. Dezember 2012Zivilisation ohne Herz, Herz ohne Zivilisation
„Müder Mensch Europas schaut traurig in den goldenen Abend, der noch trauriger ist als seine Seele. Karst. Die Zivilisation ist ohne Herz. Das Herz ist ohne Zivilisation. Erschöpfter Kampf. Evakuierung der Seelen. Der Abend brennt wie Feuer. Tod Europas! Herr Professor, verstehen Sie das Leben?“
10. Dezember 2012Die ersten Nobelpreise
„Ich wurde von dem Bedürfnis angetrieben, mein Leben einem wichtigen und ehrbaren Ziel zu verschreiben.“ Solch hehre Absichten treiben viele Menschen an. Was dabei am Ende herauskommt, steht auf einem anderen Blatt.
07. Dezember 2012Der erste Bundesstaat und die dritte Hauptstadt der USA
Vor 225 Jahren gaben sich die Amerikaner ihre Verfassung. Es war die erste von einer demokratischen Versammlung ausgearbeitete in der Neuzeit, und sie ist - mit einer Reihe Zusätzen versehen - bis heute gültig.
06. Dezember 2012Lieber Nikolaus, gib mir die Kohle!
Sind Ihre Kinder im allmählich zu Ende gehenden Jahr brav gewesen? Dann wird ihnen der Nikolaus sicher das eine oder andere kleine Geschenk überreicht haben. Doch selbst wenn sie ungezogen waren, wird sie der Begleiter des Heiligen Mannes - Knecht Ruprecht beziehungsweise im Rheinland Hans Muff - nicht mehr in den mitgebrachten Sack stecken.
Er malt sie auch nicht schwarz an. Stattdessen bekommen die renitenten Kleinen eine Weidenrute überreicht. Selbst dieses Objekt hat allenfalls symbolischen Charakter und ist meist mit Schokolade verziert.
05. Dezember 2012Christkind, Nikolaus, Weihnachtsmann: Wer bringt die Geschenke?
Heute ist Nikolausabend. Dann ist es nicht mehr lange bis Weihnachten. Wer in der Nacht die Schuhe fein geputzt vor die Wohnungstür stellt, bekommt schon mal die ersten Geschenke. Vom Nikolaus. Für die Geschenke an Heiligabend ist dann das Christkind zuständig – Oder doch der Weihnachtsmann?

Bevor es zu kompliziert wird im Small Talk, blicken wir kurz auf die Geschichte zurück:
04. Dezember 2012Der Vater des Sicherheitsgedankens
Ist der Mensch von Natur aus gut? „No way“, meinte der heute vor 333 Jahren gestorbene Thomas Hobbes in seinem 1651 erschienenen Hauptwerk Leviathan.
03. Dezember 2012Doe maar gewoon, dan doe je al gek genoeg!
Verzeihung, dass ich Sie auf Niederländisch begrüße - aber der Spruch gefällt mir so gut, dass ich ihn im Original übermitteln möchte. Auf Deutsch bedeutet er: Verhalte Dich normal, dann bist Du schon verrückt genug.
30. November 2012Auseinandersetzungen zwischen Ländern mit friedlichen Mitteln
Zuerst war es ein Sport des höheren Bürgertums und wurde an den public schools gefördert. Diese waren nur dem Adjektiv nach öffentlich. Hinter dem unscheinbaren Namen verbargen sich die teuren Internate, in denen Britanniens Elite gefördert wurde.
29. November 2012Für brave Staatsbürger zu wild?
„Wild sind Albaniens Kinder, und es fehlt ihnen/Durchaus nicht an Tugenden. Wären sie nur reiferer Natur!“ So beginnt – vom Schreiber dieser Zeilen bescheiden ins Deutsche übertragen - die 65. Strophe des zweiten Gesangs von Lord Byron's Mammutgedicht Childe Harold's Pilgrimage, das seine Leser auf eine Bildungsreise durch Europa mitnimmt.
28. November 2012Adventskranz und Adventskalender
2012 ist ein merkwürdiges Jahr: Wann kommt es einmal vor, dass der Adventskalender vor dem Adventskranz eingeweiht wird? Das erste Türchen dürfen wir am Samstag öffnen. Am Sonntag wird dann die erste Kerze angezündet. Wie ist das möglich?
27. November 2012Die Erfindung des Streichholzes
Ohne Feuer ist eine Geschichte der menschlichen Zivilisation undenkbar. Dennoch dauerte es bis zum ersten Viertel des 19. Jahrhunderts, ehe die Möglichkeit bestand, die Utensilien zum Feuermachen in der Hosentasche mit sich zu tragen.
26. November 2012Der schwierige Weg zur Normalität
Als die Nationalsozialisten die Macht ergriffen, lebten in Deutschland eine halbe Million Juden.12 Jahre und einen Völkermord später waren von ihnen knapp 15.000 übrig geblieben. Wie sollte das Leben in der neu gegründeten Bundesrepublik für sie weitergehen?
23. November 2012Nach der Sächsischen nun die Fränkische Schweiz
Hatte ich es doch befürchtet, dass durch die Nichterwähnung einer bedeutenden Landschaft im Kontext deutscher Schweizen erboste Leserreaktionen provoziert würden! An dieser Stelle soll nun Abbitte geleistet werden. Ich versichere hiermit feierlich: Die Fränkische Schweiz hat, und das völlig zu Recht, einen hohen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad, der sich nur noch nicht im Langzeitgedächtnis des Schreibers dieser Zeilen verfestigt hat – trotz mehrmaliger Aufenthalte in Pottenstein, Gößweinstein und (oder wegen?) der Held-Bräu im Dörfchen Oberailsfeld (siehe unseren Newsletter vom 23. November 2007: Weshalb das Dörfchen Oberailsfeld einen Besuch lohnt).
22. November 2012Michael Gaismair und Andreas Hofer
Letzte Woche haben wir uns mit der aktuellen politischen Situation in Südtirol befasst (siehe unsere Ausgabe vom 13. November: Keine belgischen Verhältnisse in Südtirol). Heute wollen wir einen Blick auf die Geschichte werfen.
21. November 2012Die Novemberfrage im Small Talk
Fliegen oder bleiben? Für die Beantwortung der Novemberfrage hätte Friedrich Nietzsche (siehe unseren Newsletter vom 31. Oktober: Trotzen Sie der Novembertrübsal!) erstere Option gewählt, obwohl dem 1900 gestorbenen Philosophen, Schriftsteller und Gelegenheitsdichter zu Lebzeiten kein Flugzeug zur Verfügung gestanden hätte – zumindest kein für den Transport von Passagieren geeignetes.
20. November 2012Die Erfindung der Sächsischen Schweiz
Woran denken Sie, wenn von der Schweiz die Rede ist? An Berge? An schöne Natur? Vielleicht auch an Käse? Zumindest die ersten beiden Assoziationen hatte der preußische Gesandte Friedrich Graf Geßler im Kopf, als er vor 222 Jahren einer Einladung der Schriftstellerin Elisabeth von der Recke zu einer Reise in ihre neue Heimat gefolgt war.
19. November 2012Was Mathematik alles kann – sogar Spaß machen
„Mathematik kann Spaß machen.“ Dieses Urteil von Johannes Rau hört sich nicht sehr überzeugt an. Sondern eher so, als hätte ein Schulversager, wie Rau einer war, im Angstfach statt der üblichen 5 durch Lehrers Gnade eine 4- verpasst bekommen.
16. November 2012Um 7 % danebengelegen und dennoch alles richtig gemacht
Erstmals wurden vor der US-Präsidentenwahl 1936 die Demoskopen bemüht. Die Zeitschrift Literary Digest ging ihren Meinungsforschungsauftrag sehr gründlich an und interviewte Millionen Amerikaner mittels per Brief zugesandter Fragebogen.
15. November 2012Eine intellektuelle Ruine, von einem Luderleben zerstört
Bewunderung, die man erfährt, macht klein, Geringschätzung groß. Als der Dichter dies sagte, hatte er da schon zu viel Bewunderung erfahren? Heute vor 150 Jahren geboren, vor 120 Jahren sein berühmtestes Drama geschrieben (Die Weber), vor 100 Jahren mit dem Nobelpreis ausgezeichnet: Thomas Mann setzte ihm 1924 im Zauberberg ein literarisches Denkmal. Aber was für eins!
14. November 2012Das Novemberwetter und die geeignete Kleidung
Das Wetter als Small Talk-Thema zieht immer. Vor allem der November hält Kapriolen bereit, die Ihnen einiges an Vorlagen bieten. Beispielsweise die Kleiderfrage: Sie stellt vermutlich auch Ihren Gesprächspartner vor mancherlei Probleme. Regenjacke oder Regenmantel? Winterstiefel oder Business-Schuhe? Mütze oder Schirm?
13. November 2012Keine belgischen Verhältnisse in Südtirol
Über die wackelige Koexistenz von Flamen und Wallonen haben wir in diesem Newsletter schon mehrfach berichtet (zuletzt am 4. Oktober 2010: Ein Land, das es vielleicht bald nicht mehr gibt).
12. November 2012Der schleichende Tod der Genossen Generalsekretäre
1982 deutete in der Sowjetunion Manches auf einen Machtwechsel im Kreml hin. Der oberste Genosse zeigte unübersehbare Anzeichen von Schwäche, ja sogar des Verfalls. Westliche Medien spekulierten bereits über einen möglichen Nachfolger Leonid Iljitsch Breschnews.
09. November 2012Wie Bob Dylan einem Musikmagazin zum Namen verhalf
Ein Rolling Stone ist ein Wandervogel, ein unruhiger Geselle, jemand, der es nie lange irgendwo aushält. Das ist durchaus wertfrei gemeint. „A rolling stone“, besagt ein englisches Sprichwort, „gathers no moss.“
08. November 2102Frei von Hollywood-Romantik
Ein Duell im Wilden Westen darf man sich nicht so vorstellen wie im Hollywoodfilm. Da ist das Internetportal legendsofamerica.com schon wesentlich näher an der Realität.
07. November 21029. November - das deutsche Schicksalsdatum
Der 9. November scheint der Schicksalstag des deutschen Volkes zu sein. Zumindest, was das 20. Jahrhundert betrifft. Jeweils am 9. November fanden 1918, 1923, 1938 und 1989 bedeutende Ereignisse statt. Machen Sie diese Meilensteine der deutschen Geschichte zum Thema Ihres nächsten Smalltalks!
06. November 2012Der doppelte US-Präsident
Traditionell wird in den Vereinigten Staaten der Präsident in einem Schaltjahr gewählt. Fest zementiert ist auch der Wahltermin: immer der erste Dienstag nach dem 1. November.
05. November 2012Fürs Berliner Publikum eine Zumutung
„Krankheit verfolgte mich durch meine ganze Kindheit und Jugend“, bekannte der Künstler, „jene, die ich am meisten liebte, starben eines nach dem anderen.“ Mit 5 verlor er seine Mutter, bald darauf starb die ältere Schwester.
02. November 2012Weinerliches zum Weltmännertag
Der Weltmännertag war schon mehrfach Gegenstand dieses Newsletters (zuletzt in unserer Ausgabe vom 28. Oktober 2009: Whisky im Wellnesstempel ). Es scheint, als würde der 3. November von maskuliner Seite vornehmlich zum Lamentieren genutzt.
31. Oktober 2012Trotzen Sie der Novembertrübsal!
Nebelung hieß der November bei den Germanen. Der Monat ist so trüb, dass Friedrich Nietzsche in seinem Gedicht Der deutsche November empfahl: „Fliege fort! Fliege fort!“ Denn: „Dies ist der Herbst: Der bricht dir noch das Herz!“ Doch muss es in Ihrem Small Talk weder eskapistisch noch trübselig zugehen.
30. Oktober 2012Der Krieg der Welten
Das waren noch Zeiten, als man mit einer Radiosendung Menschen in Panik auf die Straßen treiben konnte! Heute vor 75 Jahren geschah dies in den Vereinigten Staaten. Über den Äther ging das Stück Der Krieg der Welten, basierend auf einem Roman des Schriftstellers Herbert George Wells.
29. Oktober 201291 in der Türkei, 100 in Frankreich, 231 in Deutschland
Es muss nicht immer der Hradschin und die Altstadt sein. Wenn Sie nach Prag kommen, besuchen Sie doch mal den Stadtteil Smíchov. Fahren Sie mit der Straßen- oder U-Bahn bis zur Station Anděl und gehen anschließend die Plzeňska hoch, in die dem Moldau-Ufer entgegengesetzte Richtung.
26. Oktober 2012Eine Quelle deutschen Nachkriegswohlstands
„In aller Ruhe wählst du aus, prompt bringt's die Post zu dir nach Haus. Enttäuschung, Schaden gibt es nie, da sorgt die Quelle-Garantie.“

Mehr als 8 Jahrzehnte löste das in Fürth beheimatete Versandhaus sein Versprechen ein. Heute vor 85 Jahren hatte
Gustav Schickedanz sein Unternehmen gegründet. Die Weimarer Republik erfreute sich gerade einer politisch und wirtschaftlich ungewohnt ruhigen Zeit.
25. Oktober 2012Erfolgsgeheimnisse
Was macht Menschen erfolgreich?

Diese Frage stellten und beantworteten wir vor genau einem Jahr (siehe unseren Newsletter vom 25. Oktober 2011:
Was macht Menschen erfolgreich?). Heute stellen wir sie wieder. Dieses Mal lassen wir sie beantworten - von Menschen, die selber erfolgreich gewesen sind.
24. Oktober 2012Aschenputtelgeschichten aus Europa
Auch in Europa finden Sie Geschichten von scheinbaren Versagern, aus denen später trotz ungünstiger Sozialprognose noch etwas geworden ist. Sie können sie im Small Talk zum Besten geben.

Hier sind einige Beispiele:
23. Oktober 2012Der ideale Schuh
Was ist der ideale Schuh?

Diese Frage wollte dem Münchner Klaus Märtens nicht mehr aus dem Kopf. Als Arzt kannte er die unangenehmen Begleiterscheinungen von hohen Absätzen und minderwertigem, dem Fuß kaum Halt bietenden Leder, als langjähriger Wehrmachtsangehöriger wusste er, welche Untersätze marschtauglich waren. Nur an das notwendige Material, nach dem Zweiten Weltkrieg ohnehin knapp, kam er wegen der Sanktionierungen der amerikanischen Besatzungsmacht nicht heran.
22. Oktober 2012Drei Kühe für Spanien
Soll ich nach Spanien fliegen?

Wem sich diese Frage vor 75 Jahren stellte, wollte nicht in Urlaub. Vielmehr opferte er diesen und oft genug 1 oder 2 Berufsjahre obendrauf.

Nach Spanien ging es, um zu kämpfen: für die Bürgerlichen um Freiheit und Demokratie, für die Arbeiter um die Weltrevolution, für alle zusammen gegen Francisco Franco (siehe auch unseren Newsletter vom 17. Juli 2006:
15 Milliarden Euro für General Franco ).
19. Oktober 2012Nicht der größte Schriftsteller, aber ein großartiger Mensch
Vor ihm hatten bereits 8 deutsche Schriftsteller den Nobelpreis für Literatur erhalten. Doch war es das erste Mal, dass ein Autor aus der Bundesrepublik die begehrte Auszeichnung erhielt. Heute vor 40 Jahren gab das Stockholmer Auswahlkomitee seine Entscheidung bekannt.
18. Oktober 2012Vier Plätze sind noch frei …
… nicht im Himmel, sondern in der Ruhmeshalle des Deutschen Volkes. Die heißt Walhalla und steht im Donautal, in der Nähe von Regenstauf und damit nicht weit entfernt von der alten Reichshauptstadt Regensburg.
17. Oktober 2012Vom Tellerwäscher zum Millionär
Vom Tellerwäscher zum Millionär: Das ist der Stoff, aus dem amerikanische Träume sind - auch wenn solche Karrieren selbst im Land der unbegrenzten Möglichkeiten heute kaum noch möglich erscheinen. Doch lieben Amerikaner solche Erfolgsgeschichten. Auch für Ihren Small Talk sind sie bestens geeignet.
16. Oktober 2012Ein aufrechter Anwalt der Benachteiligten wird 85
Ein Werk, das ich vor mehr als 3 Jahrzehnten mit einer Begeisterung gelesen habe, die mich bis heute komplette Szenen ins Gedächtnis rufen lässt, ist die Blechtrommel. Ihr Autor wurde am 16. Oktober 1927 in Danzig geboren. Den Nobelpreis erhielt er 1999 zugesprochen, auch weil er mit Der Butt und Das Treffen in Telgte weitere Werke von Weltrang verfasst hat.
15. Oktober 2012Am Rande eines dritten Weltkriegs
Aufklärungsversuche brachten heute vor 50 Jahren Gewissheit: Tatsächlich hatte die Sowjetunion Raketenbasen auf Kuba installiert, gleichsam vor der Haustür der USA. Diese konnten sogar mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden.
12. Oktober 2012Ein Männervorname, dessen Träger mit Spott leben müssen
Für seinen Vornamen kann man nichts, den haben einem die Eltern gegeben. Ressentiments haben in diesem Zusammenhang gegenüber ihren Erzeugern vor allem Träger, die seit ihrer Taufe auf 5 Buchstaben sitzen geblieben sind, deren erster ein H ist und durch o, r, s und t seine Ergänzung findet.
11. Oktober 2012Tod am Genfer See
Mit 25 war er schon Vize der schleswig-holsteinischen CDU, 2 Jahre darauf im Landtag, wieder 2 Jahre später CDU-Vorsitzender in Deutschlands nördlichstem Bundesland. 1982 löst Uwe Barschel als Ministerpräsident Gerhard Stoltenberg ab, der als Finanzminister in die Regierung Kohl von Kiel nach Bonn wechselt.
10. Oktober 2012Buchtipp zur Buchmessezeit
Welches Buch lesen Sie gerade? Das ist eine Frage, die Sie nach einer Weile bei jedem Small Talk stellen können. Einen aktuellen Anlass liefert Ihnen die Buchmesse: Sie findet jedes Jahr in der ersten oder zweiten Oktoberwoche in Frankfurt am Main statt und ist die größte ihrer Art auf der Welt. Dieses Jahr beginnt sie am 10. Oktober.
09. Oktober 2012Ein König, mehr an Kriegen als an seinem Volk interessiert
Richard Löwenherz gilt als einer der populärsten Könige in der englischen Geschichte. Doch ist die Liebesbeziehung, streng betrachtet, recht einseitig. Richard war sein Land samt den darin lebenden Untertanen ziemlich schnuppe. Betrachtet man den finanziellen Schaden, den seine Regentschaft anrichtete, hat der Souverän seinem Volk sogar mehr geschadet als genützt.
08. Oktober 2012Ein Tag wie geschaffen, um übers Wetter zu reden
Der 8. Oktober ist der Tag der Wettergespäche und des Small Talks. Nachgelesen habe ich das in Timo Lokoschats Es wird eng im Kalender (siehe unseren Newsletter vom 27. März 2012: Kontroverses Konfekt in Zurückhaltung gebietender Zeit).
05. Oktober 2012Ein Erwachsener, der in der Welt des Kindes lebt
Eines grauen Morgens hatte ihre Mutter mal wieder Probleme mit ihrem Sohn. Er wollte weder aufstehen noch zur Schule gehen. Trotzig zog er das Bettlaken über den Kopf. „Ich gehe nicht zur Schule“, sagte er. „Bist du krank?“, fragte die Mutter. „Nein“, war unter der Bettdecke dumpf zu vernehmen, „ich bin nur krank, was die Schule angeht. Ich gehe da nie wieder hin! Sie hassen mich. Sie geben mir Spitznamen. Sie machen sich über mich lustig. Was soll ich dort?“
04. Oktober 2012Die größte Militärparade seit Ende des Zweiten Weltkriegs
Dass sich 2 Länder bekriegen, die durch einen Ozean getrennt sind und beide dem westlichen Lager zugerechnet sind, wurde von der übrigen Welt (siehe auch unseren Newsletter vom 14. Juni 2012: Der Blechbüchsengeneral und die Eiserne Lady) als absurd empfunden.
02. Oktober 2012Im achten Jahr darf's auch mal ein sperriges Thema sein
Letzten Monat (siehe unseren Newsletter vom 10. September 2012: Ein Thema das viel zu selten zu Sprache kommt) war in diesem Newsletter die Rede vom Selbstmord. Natürlich ist das kein Small Talk-Thema. Andererseits kann sich ein Publikationsorgan, das ins achte Jahr geht, nicht ausschließlich seichter oder leichter Themen annehmen. Dann müsste es sich irgendwann verabschieden, was der Redaktion aktuell mitnichten vorschwebt.
01. Oktober 2012Unbeirrbarer Kämpfer mit Verfehlungen
Er kettete sich auf dem Athener Syntagma-Platz an und verteilte Flugblätter gegen die griechische Militärjunta, was ihm Gefängnis und Folter einbrachte. Er schmuggelte sich in die Redaktion von Deutschlands auflagenstärkster Boulevardzeitung und machte in Zeugen der Anklage die nicht selten kriminellen Methoden publik, mit denen bei Bild recherchiert wurde.
28. September 2012Ig
Slowenien ist in etwa so groß wie Hessen, hat aber - als Urlaubsland - mehr zu bieten. Mittelmeerstrand, Hochgebirge, die tiefblauen Gebirgsseen von Bled und Bohinj, eine herbe Karstlandschaft mit den Höhlen von Postojna und Škocjan, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden, eine reiche Tierwelt mit Steinböcken, Bären, Luchsen und einer berühmten Pferderasse, den Lipizzanern. Ein weiteres Weltkulturerbe sind die Pfahlbauten von Ig, eine von insgesamt 111 Fundstellen solcher prähistorischer Holzbauwerke im Alpenraum.
27. September 2012Nicht so deutsch wie befürchtet
Die Deutschen reisen hauptsächlich deshalb, um den Baedeker auf seine Richtigkeit hin zu prüfen. Das hat die Opernsängerin Anneliese Rothenberger behauptet. Immerhin würde dies einschließen, dass sich hierzulande auf eine Urlaubsreise akribisch vorbereitet wird.
26. September 2012Kein Feiertag wie jeder andere
Am nächsten Mittwoch ist Feiertag. Deshalb erscheint an diesem Tag kein Small Talk-Tipp. Der 3. Oktober ist aber ein guter Aufhänger für ein lockeres Gespräch. Zumal er eine Eigenschaft aufweist, die kein anderer deutscher Feiertag für sich beanspruchen kann.
25. September 2012Gute Gründe, eine Fremdsprache zu lernen
Das Erlernen einer fremden Sprache ist eine Verbeugung vor der fremden Kultur. In Ländern mit zahlreicher Bevölkerung findet sie eher selten statt. Einwohner kleiner Länder machen den Diener gleich mehrfach.
24. September 2012Ein Name, der Qualität verspricht
Am 24. September hat der katholische Heiligenkalender auch für ein weibliches Wesen ein Plätzchen frei. Genau genommen ist es keine eigenständige Person, der an diesem Tag gedacht wird.
21. September 2012Wie man eine Lücke in der Verfassung nutzt
Vor 150 Jahren schlug die Stunde eines großen deutschen Politikers. König Wilhelm I. konnte in Preußen nicht mehr an seinem Parlament vorbeiregieren, das ihm die Finanzierung einer kostspieligen Heeresreform verweigerte.
20. September 2012Wie Goethe eine neue Epoche der Weltgeschichte erlebte
Vor 220 Jahren schlug für die Französische Revolution die Stunde der Bewährung. Kurz zuvor war König Ludwig XVI. verhaftet worden, und Frankreich schickte sich an, Republik zu werden.
19. September 2012Kein trüber Small Talk zum Herbstbeginn
Es muss im Herbst nicht immer düster und melancholisch zugehen. Zumindest nicht im Small Talk. Wählen Sie eine fröhliche Eröffnung, etwa indem Sie Ihrem Gegenüber folgende Frage stellen: Wie heißt die Jahreszeit, in der die Tage kürzer und die Bremswege länger werden? Daran prima anknüpfen ließe sich ein munteres Gespräch.
18. September 2012Fisch schwimmt, Mensch läuft
Beim Laufen sah er immer so aus, als würde er im nächsten Moment zusammenbrechen. Doch diesen Gefallen wollte er seinen Gegnern nicht tun. Niemand konnte im entscheidenden Moment so gut auf die Zähne beißen und einen so langen Endspurt hinlegen wie die tschechische Lokomotive.
17. September 2012Die Wende im Amerikanischen Bürgerkrieg
Heute vor 150 Jahren begann die entscheidende Schlacht des Amerikanischen Bürgerkriegs. Es gab größere, es gab blutigere, es gab solche, deren Ausgang bereits nach wenigen Stunden feststand.
14. September 2012Der Mensch als Maß
Der Mensch ist das Maß aller Dinge: Dieses Zitat des Protagoras aus dem 5. vorchristlichen Jahrhundert markiert angeblich den Beginn der abendländischen Philosophie. Skeptischere Kollegen des antiken Griechen sehen die Rolle des Menschen inzwischen als weit weniger herausragend und ihn selbst kaum noch als Krone der Schöpfung.
13. September 2012Ein guter Tag für Versicherungsvertreter
Erfolg hat in erster Linie mit der Einstellung zu tun. Sagt der amerikanische Psychologe Martin Seligman. Als Beispiel nimmt er die Einstellung von Versicherungsvertretern und zählt 3 entscheidende Faktoren für deren beruflichen Erfolg auf.
12. September 2012„Land des Lächelns“: Freundlich durch den USA-Urlaub
In Amerika ist die Freundlichkeit zu Hause: Fröhliche Begrüßung, zum Abschied wünscht man sich einen schönen Tag, zwischendurch wird immer mal wieder ein Kompliment für den Gesprächsteilnehmer eingestreut. Ein „Bitte“ und „Danke“ hören Sie viel öfter als bei uns. Höflichkeit ist Teil der Dienstleistung und des Geschäfts, dafür zahlen Kunden und Touristen. Auf sein „How are you?“ erwartet Ihr Gegenüber ein „Fine. Thank you!“ als Antwort. Sie können auch erwidern: „Great. And how are you?”
11. September 2012Ein Denkanstoß vom Ex-Industriekapitän
Heute vor 10 Jahren gab es diesen Newsletter noch nicht. Der Schreiber dieser Zeilen arbeitete seinerzeit für einen Rhetorikratgeber, den Reden-Berater.
10. September 2012Ein Thema, das viel zu selten zur Sprache kommt
Heute mal kein Smalltalk-Thema. Sondern eins, das im wahrsten Sinne des Wortes gerne totgeschwiegen wird: Es geht um die hohe Zahl der Selbstmorde in unserer Gesellschaft.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Zahl der Suizide im letzten halben Jahrhundert weltweit um 60 % zugenommen. Alle 47 Minuten bringt sich in Deutschland ein Mensch um. Noch viel höher ist die Zahl der Versuche, sich das Leben zu nehmen. Alle 4 Minuten ist es hierzulande so weit.
07. September 2012Trägt eine Pudelmütze, aber fängt alle Bälle
Am Abend spielt die deutsche Fußballnationalmannschaft gegen die Auswahl der Färöer-Inseln. Es ist das erste Qualifikationsspiel zur Fußball-WM 2014 in Brasilien. Wenn ich Ihnen jetzt noch sage, dass Deutschland klarer Favorit ist, fangen Sie vor Langeweile vermutlich laut zu gähnen an.
06. September 2012Der erste Weltumsegler, der heil ans Ziel kam
Wer umsegelte als erster die Welt? Der Blick ins Konversationslexikon oder das Nachschlagen im Geschichtsbuch fördert als Antwort zutage: Fernando Magellan.
05. Steptember 2012Das Mutterland des Small Talks: Hinweise für den Großbritannien-Urlaub
Wenn Sie einen Schotten als Engländer titulieren, ist er beleidigt. Auf der Hauptinsel leben Engländer, Schotten und Waliser; zusammengefasst werden sie unter dem Begriff Briten. Da zum gesamten Staatsgebilde noch eine vierte Volksgruppe gehört - die Nordiren - heißt der Staat „Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland“. Die Briten nennen ihn „United Kingdom“, kurz „UK“. Wollen Sie Briten und Iren aus der Republik unter einen Hut bringen, wählen Sie den Terminus „Britische Inseln“.
04. September 2012Eine unterschätzte Erfindung?
„Nie werden wir Späteren das Staunen jener Generation über die ersten Leistungen des elektrischen Telegraphen nachzufühlen vermögen“, heißt es in den Sternstunden der Menschheit, „dass der kleine, kaum fühlbare elektrische Funke (…) mit einmal die dämonische Kraft gewonnen hat, Länder, Berge und ganze Erdteile zu überspringen.“ Und dass, schreibt Stefan Zweig weiter, „der noch kaum zu Ende gedachte Gedanke, das noch feucht hingeschriebene Wort in derselben Sekunde schon Tausende Meilen weit empfangen, gelesen, verstanden werden kann.“
03. September 2012Der Vater des Wolkenkratzers
Wenn eine aufstrebende Stadt wie Chicago Opfer eines Großbrands wird, reiben sich die Architekten die Hände: Es gibt viel Platz für Neubauten. Einer der zahlreichen Konstrukteure, die ihr Glück nach der Feuersbrunst von 1871 in der künftigen Metropole am Michigansee versuchten, war Louis Henri Sullivan.
31. August 2012Die Entdeckung des Irokesen
„Sie haben den Kopf rundherum in Kreisen rasiert bis auf ein Büschel auf dem Scheitel, das sie lang wie einen Pferdeschwanz lassen. Dieses türmen sie auf dem Kopf auf und binden es mit Lederriemen zu einem Knoten.“
30. August 2012Wenn die Zündschnur nicht funktioniert
Wenn einem einfachen Soldaten ein Museum gewidmet wird, muss er etwas ganz Besonderes geleistet haben. Pietro Micca ist ein seltenes Beispiel für eine solch herausragende Leistung, deren Lorbeeren dann auch niemand anderer für sich beansprucht hat.
29. August 2012Gesprächsthemen für den Skandinavien-Urlaub
Skandinavier gehen gern zur Arbeit. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des US-Personalvermittlers Kelly Services in 12 europäischen Staaten. Danach sind 68 % der Schweden, Norweger und Dänen glücklich oder sehr glücklich in ihrem Beruf - so viele wie nirgendwo sonst in Europa. Fragen Sie doch mal die Einheimischen, woher das kommt!
28. August 2012Der Vorläufer des Kriegsfotografen
Wie konnte sich ein Bäckersohn im 19. Jahrhundert den Wunsch erfüllen, etwas von der Welt zu sehen? Indem er den Beruf wechselte.

Also vertauschte
Albrecht Adam die Backstube mit dem Atelier eines Malers. Da traf es sich günstig, dass sein neuer Lehrherr Johann Lorenz Rugendas das bei zeichenbegabten, abenteuerlustigen Junggesellen überaus beliebte Metier eines Schlachtenmalers ausübte.
27. August 2012Die Spießer aus der Reserve gelockt
Heute vor 50 Jahren schien die Bundesrepublik Deutschland politisch so gefestigt, dass sie eine Satirezeitschrift vertragen konnte. Am 27. August 1962 wurde in Frankfurt am Main die pardon aus der Taufe gehoben. Ziel der Redaktion war es, das muffige Klima der bieder-konservativen Adenauer-Gesellschaft kräftig aufzufrischen.
24. August 2012Ein Grund mehr, in der Kavallerie zu dienen
Der 24. August wird in den angelsächsischen Ländern als can opener day begangen. Einen nachvollziehbaren Grund, warum des Dosenöffners ausgerechnet an diesem Datum gedacht wird, gibt es nicht. Kaum weniger nachvollziehbar ist die Tatsache, dass er so spät erfunden wurde.
23. August 2012Nicht der Mercedes unter den Moderatoren
Wer ist der dienstälteste Polit-Talk-Moderator im deutschen Fernsehen?

Zugegeben, diese Frage ist nicht ganz korrekt gestellt, denn es handelt sich um eine Frau. Aufgewachsen ist sie im Ostteil Berlins, machte unter ihrem Mädchenname Klose im heutigen Szeneviertel Friedrichshain ihr Abitur, hing ein Journalistikstudium in Leipzig an und arbeitete anschließend in diesem Beruf für das DDR-Fernsehen.
22. August 2012Was Sie vor Ihrem Polen-Urlaub wissen sollten
Jeszcze Polska nie zginęła - noch ist Polen nicht verloren: Ein Land, dessen Nationalhymne mit dieser Zeile beginnt, muss eine schlimme Geschichte hinter sich haben. Bei Polen ist dies zweifelsohne der Fall. Sehr häufig war das Land von anderen Mächten besetzt oder sogar unter den gefräßigen Nachbarn aufgeteilt. Wenigstens hat die Geschichte ein Happy End. 1989 sagten sich die Polen als erste Nation in Mittel- und Osteuropa vom Kommunismus los.
21. August 2012Warum die Bayer-Aktie am 21. August 1987 nicht auf Null fiel
Bestimmt haben Sie sich schon mal gefragt, woher dieser Newsletter seine Ideen und Inspirationen bekommt. Es gibt da eine ganze Reihe von Quellen.
20. August 2012Vor 350 Jahren gestorben, bis heute gerne zitiert
Nur wenige Berühmtheiten wurden in diesem Newsletter so häufig zitiert wie Blaise Pascal. „Blaise Pascal?“, werden Sie an dieser Stelle vielleicht einwenden, „wer war das denn? Bestimmt keine Berühmtheit.“
17. August 2012Der erste Mensch, der durch ein Automobil ums Leben kam
Als Carl Benz 1895 erstmals mit einem motorgetriebenen Gefährt durch Mannheim kurvte, brachte der Konstrukteur nicht wenige Fußgänger gegen sich auf. Vor allem durch den Motorenlärm fühlten sich Passanten belästigt. Die Stadtväter nahmen die Beschwerden ernst und führten ein Tempolimit von 5 Stundenkilometern ein.
16. August 2012Leicht verzerrte Bierstatistiken verärgern die Böhmen
Nachdem wir in dieser Woche bereits über Maria und manchen Heiligen, das Städtchen Bad Münstereifel und die Landschaft Mähren hergezogen haben, sind heute die Böhmen an der Reihe. Gemeinsam mit ihren mährischen und schlesischen Brüdern führen sie eine in Tschechien sehr beliebte Statistik an: Sie sind Weltmeister im Biertrinken.
15. August 2012So treten Sie im Griechenland-Urlaub sicher auf
Der 28. Oktober 1940 ging als Epétios tou Ochi, als Jahrestag des Nein, in die griechische Geschichte ein. Bis heute wird die Ablehnung des Ultimatums gefeiert, welches das faschistische Italien mit Kriegsandrohung gestellt hatte. Heute würden sich viele Griechen ein zweites Nein wünschen. Mit zu harten Auflagen für die Bevölkerung sind die Rettungsmaßnahmen der EU für das krisengeschüttelte Land verbunden.
14. August 2012Warum es in Marias Grab gut roch
Morgen ist Feiertag im Saarland. Auch in Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, Österreich und Polen wird am 15. August nicht gearbeitet. Und natürlich in Bayern; jedenfalls in den Städten und Gemeinden mit vorwiegend katholischer Bevölkerung.
13. August 2012Ein komischer Heiliger
Schon mal über den Heiligen Zwentibold gestolpert? Das kann Ihnen passieren, wenn Sie das nahe der Grenze Nordrhein-Westfalens zu Belgien gelegene Bad Münstereifel besuchen.
10. August 2012Ein König, der besser Kain geheißen hätte
Wie wird man König? In Tschechien wurde anno 935 die Tradition des royalen Brudermords begründet (siehe unseren Newsletter vom 28. September 2009: Mord schafft Tradition ), die sich 3 Jahrhunderte später in Dänemark fortsetzte.
09. August 2012Die Frau, die alle Ministerämter kann
Wenn man in einem streng katholischen Elternhaus aufgewachsen und mit einem im Bergbau Beschäftigten verheiratet ist, steht einer erfolgreichen Politikerkarriere im Saarland nur noch wenig entgegen. Zumal bei knapp über einer Million Einwohnern in Deutschlands kleinstem Flächenstaat die Konkurrenz so groß nicht sein kann.
08. August 2012Worüber reden im Kroatien-Urlaub?
„Die Kroaten sind katholisch, schreiben lateinisch und wollen keine Balkanesen sein“ schreibt der Journalist Borut Zerjav. Kroatien ist ähnlich wie Italien, Österreich und Slowenien ein sehr katholisches Land. Kulturell kamen aus allen 3 Nachbarländern viele Einflüsse, aber auch aus Ungarn. Die meisten Bürger sehen sich als Mittel-, nicht als Osteuropäer - und schon gar nicht als zum Balkan gehörig. Kroatien ging mit Slowenien als Gewinner aus dem Auseinanderbrechen Jugoslawiens hervor. Beide mussten früher als reichste Teilrepubliken die ärmeren Brüder aus Serbien, Montenegro, Bosnien und Mazedonien finanziell unterstützen.
07. August 2012Die Griechen als Europas Versuchskaninchen
Die Griechen hatten gerade die Türken aus ihrem Land vertrieben, da hing ihnen schon das nächste Problem am Hals. Die europäischen Großmächte, die sie im Befreiungskampf unterstützt hatten, wollten bei der zukünftigen Gestaltung des hellenischen Staates ein Wörtchen mitreden. Griechenland sollte eine Monarchie werden.
06.August 2012Wer hat sie erfunden, die Autobahn?
Wer sagt denn, dass Hitler die Autobahn erfunden hat? Der Führer hatte bekanntlich nicht einmal den Führerschein. Die erste Autobahn wurde heute vor achtzig Jahren in Betrieb genommen; die Nationalsozialisten gelangten erst ein halbes Jahr später an die Macht.
03. August 2012Gold aus Amerika für Europas Bankiers
„Ich war aufmerksam und bemühte mich, in Erfahrung zu bringen, ob es Gold gäbe, und ich sah, dass ein paar von ihnen ein Stückchen in einer Öffnung trugen, die sie in die Nasenwand gebohrt hatten, und durch Zeichensprache konnte ich folgendes herausfinden: Wenn man nach Süden gehe oder die Insel nach Süden zu umfahre, so sei dort ein König, der große Gefäße aus Gold habe und der sehr, sehr viel davon habe.“
02. August 2012Brauchen Sie am Sonntag noch einen Vorwand fürs Biertrinken?
Der Mund eines rundum glücklichen Menschen, sagt ein ägyptisches Sprichwort, ist voller Bier. Das behauptet zumindest die kalifornische Internet-Portal internationalbeerday.com.
01. August 2012Elegant parlieren im Frankreich-Urlaub
Höflichkeit wird in Frankreich groß geschrieben. Das Gebot gilt für alle gesellschaftliche Schichten, und auch von Ausländern wird entsprechendes Verhalten erwartet. Es beginnt mit der Sprache: Hier sollten Sie sich möglichst bald das Wörtchen 'Pardon' aneignen. Sie können es nicht oft genug benutzen: bei Nachfragen, als Entschuldigung, bei der Bitte um Durchlass oder um einen freien Platz.
31. Juli 2012Ein pragmatischer Orden, spezialisiert in Bildung und PR
Ein Jesuit und ein Dominikaner begegnen sich. In der einen Hand hält jeder ein Gebetbuch, in der anderen eine brennende Tabakpfeife. Beide fühlen sich irgendwie ertappt. Nach kurzer Beratung beschließen sie, sich bei ihren Vorgesetzten zu erkundigen, ob ihr Verhalten erlaubt ist oder nicht.
30. Juli 2012Sternstunde eines erfolglosen Komponisten
„Am 30. Juni marschiert das Bataillon durch die Faubourgs ein“, schreibt Stefan Zweig in seinen Sternstunden der Menschheit, die Fahne voran und das Lied.“ Die Faubourgs, das sind die Vororte von Paris (heute sprechen die Einheimischen von Banlieu), und hinter dem Bataillon steckt eine Einheit von Freiwilligen, die aus Marseille herangereist ist, um Frankreich und seine Hautstadt gegen die Feinde der Revolution zu verteidigen.
27. Juli 2012Als der FC Bayern noch Underdog war
Vor 50 Jahren beschloss der DFB die Einführung einer Fußball-Bundesliga. Gründe dafür gab es gleich mehrere. Sie waren sportlicher, finanzieller und rechtlicher Natur. Im Monat zuvor war die Weltmeisterschaft in Chile zu Ende gegangen. Die deutsche Elf hatte so schlecht abgeschnitten wie noch nie seit ihrer Nachkriegswiederaufnahme in den Weltfußballverband FIFA.
26. Juli 2012Herr Antje
Der Sport und der Berufsalltag weisen einige Gemeinsamkeiten auf: Einsatz und Leistungswille, individuelle Stärken und Teamgeist führen zum Erfolg einer Mannschaft wie auch eines Unternehmens. Letztere greifen zur Motivation ihrer Mitarbeiter gerne auf erfolgreiche Sportler zurück. Etwa auf den Mann, der heute 60 wird: Geboren, aufgewachsen und noch immer wohnhaft ist er im Bergischen Land.
25. Juli 2012So kommen Sie im Österreich-Urlaub bestens klar
„Es gibt Deutsche, die der Österreicher mag, und Deutsche, die er hasst“: Den Deutschen bescheinigt der in Wien aufgewachsene Schriftsteller Heinrich Steinfest eine gewisse Lernfähigkeit: „Man schätzt sie wirklich“, beschreibt er die Stimmung gegenüber Touristen aus der Bundesrepublik, „sehr viel mehr noch als vor zwanzig Jahren, als sie mit einer gewissen Überheblichkeit auftraten und so taten, als könnten sie sich so gut wie alles unter den Fingernagel reißen.“
24. Juli 2012Der Schutzpatron der Autofahrer
„Eines der besten Mittel gegen das Altwerden“, wusste Juan-Manuel Fangio, „ist das Dösen am Steuer eines fahrenden Autos.“ Der fünffache Formel 1-Weltmeister kam, abgesehen von einem frühen Rallye-Unfall, bei dem sein Beifahrer starb, ohne größere Schäden durch seine Karriere.
23. Juli 2012Berühmt geworden durch ein Zitat
Heute vor 450 Jahren starb Gottfried von Berlichingen. Er hatte ein turbulentes Leben hinter sich, selten eine Schlacht ausgelassen, sich zwischenzeitlich als Raubritter verdingt, im Bauernkrieg die Aufständischen im Odenwald angeführt und noch als greiser Heerführer gegen die Türken gekämpft.
20. Juli 2012Ein Geschenk, mit dem man in Aachen wenig anzufangen wusste
Heute vor 1210 Jahren staunten die Aachener nicht schlecht, als ein überdimensioniertes Pferd mit riesigen Ohren und noch längerer Nase, aber mit erstaunlich kurzem Schwanz durch eines ihrer Stadttore schritt. Zum ersten Mal war ein Elefant nördlich der Alpen aufgetaucht. Er hörte auf den NamenAbul Abbas und diente als Geschenk des arabischen Kalifen Harun ar-Raschid.
19. Juli 2012Späte Anerkennung
„Ich bin überzeugt, dass es nicht lange dauern wird, da die ganze Welt die Ergebnisse dieser Arbeiten anerkennen wird.“ Diesen Satz (siehe unseren Newsletter vom 8. Februar 2010: Karriere innerhalb und außerhalb der Klostermauern) sagte Gregor Mendel kurz vor seinem Tod.
18. Juli 2012Ihre Gesprächsthemen für den Türkei-Urlaub
Wer glaubt, vom Leben der größten Minderheit hierzulande - in Deutschland leben 2,1 Millionen Türken - auf das Leben in der Türkei schließen zu können, liegt falsch. Allein das Straßenbild belehrt den voreingenommenen Besucher auf den ersten Blick eines Besseren: Kopftücher sind kaum zu sehen. Überhaupt spielt die Religion in der Türkei eine weit geringere Rolle, als Sie vielleicht glauben. Als Gast müssen Sie sich in dieser Beziehung nicht stärker umorientieren als beispielsweise in Bayern.
17. Juli 2012Wenn Staaten sich auflösen
In den 1990er Jahren entstanden in Europa eine Reihe neuer Staaten. Während das Auseinanderbrechen Jugoslawiens (siehe unseren Newsletter vom 8. Oktober 2010: Ein Ende, unumkehrbar, aber nicht unvermeidlich) nach den Balkankriegen abzusehen war, kam die Teilung der Tschechoslowakei völlig überraschend.
16. Juli 2012Ohne Uhr schätzen, wie viel Zeit vergangen ist
Haben Sie sich schon mal überlegt, sich einschließen zu lassen? In einen Raum ohne Tageslicht, ohne Uhr, ohne Geräusche, die von außen in Ihre abgeschiedene Welt dringen? Und anschließend, wenn Sie wieder raus dürfen, zu schätzen, wie viel Zeit vergangen ist?
13. Juli 2012Eine Hymne für konservative, eine für linke Amerikaner
Die amerikanische Nationalhymne hat zwar eine schmissige Melodie, aber keinen eingängigen Text. Wollen Amerikaner ein patriotisches Lied singen, greifen sie daher zu einem anderen Lied. Dabei haben sie zwei Alternativen zur Auswahl. Die eine wurde von Irving Berlin getextet und vertont: In God Bless America wird der Schöpfer gebeten, das Land zu segnen und zu schützen. Vor allem segnete und schütze er den Komponisten, denn der im russischen Zarenreich geborene und 1891 mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten eingewanderte Berlin wurde stolze 101 Jahre alt.
12. Juli 2012Habeas Corpus
„Jeder wegen des Verdachtes einer strafbaren Handlung vorläufig Festgenommene ist spätestens am Tage nach der Festnahme dem Richter vorzuführen, der ihm die Gründe der Festnahme mitzuteilen, ihn zu vernehmen und ihm Gelegenheit zu Einwendungen zu geben hat. Der Richter hat unverzüglich entweder einen mit Gründen versehenen schriftlichen Haftbefehl zu erlassen oder die Freilassung anzuordnen.“
11. Juli 2012So betreiben Sie im Italien-Urlaub Konversation
Deutschland und Italien - das ist eine merkwürdige Beziehung. Wir lieben die Italiener, ihre lockere Lebensart und ihr gutes Essen. Und umgekehrt? Sagen wir es so: Die Italiener respektieren unsere deutsche Effizienz und freuen sich, dass uns ihr Essen schmeckt. Mentalitätsunterschiede überbrücken Sie am einfachsten, indem Sie diese thematisieren - mit einem Schuss der Eigenschaft, die uns Deutschen am wenigsten nachgesagt wird: Humor.
10. Juli 2012Wen kümmert elektrisches Licht, wenn ihn der Glaube erleuchtet?
Ora et labora soll Benedikt von Nursia, dessen Namenstag morgen begangen wird, allen Mönchen ins Stammbuch geschrieben haben. Zumindest diejenigen, die sich verpflichtet haben, nach seiner Regel zu leben.
09. Juli 2012Weltrekorde, Hollywoodfilme und ein denkwürdiger Auftritt im ZDF-Sportstudio
Einen Weltrekord der besonderen Art stellte vor 90 Jahren János Weißmüller auf. Als erster Mensch schwamm er die 100 Meter unter einer Minute. Die Stoppuhr blieb sogar nach unfassbaren 58,6 Sekunden stehen - ein Weltrekord, der ein volles Jahrzehnt Bestand haben würde.
06. Juli 2012Der Seeweg nach Indien
Der Seeweg nach Indien, das wussten die Portugiesen aus langer Erfahrung, führte um Afrika herum. Bis zum Tod Heinrichs des Seefahrers (siehe unseren Newsletter vom 8. Januar 2010: Nicht jeder der nach Indien fährt, entdeckt Amerika) im Jahr 1460 - der Prinz hatte die Entdeckungsfahrten in Richtung Süden und irgendwann einmal weiter östlich nach Asien angeregt - erschlossen ihre kühnen Kapitäne Madeira, die Kanarischen und Kapverdischen Inseln sowie Afrika bis zur Küste von Guinea.
05. Juli 2012Warum 7 Fußballmeisterschaften so toll nicht sind
Keine Mannschaft wurde so oft Deutscher Fußballmeister wie der FC Bayern. 22-mal gewannen die Münchner die begehrte Schale, zuerst anno 1932 und zuletzt 2010. Zweiterfolgreichster Club ist der aus Nürnberg mit immerhin 9 Titeln - von denen bis auf einen (1968) alle vor dem Zweiten Weltkrieg errungen wurden - knapp gefolgt von Borussia Dortmund mit 8 und Schalke 04 mit 7.
04. Juli 2012Was Sie vor Ihrem Spanien-Urlaub wissen sollten
Die meistgesprochene Fremdsprache weltweit ist Englisch. Spanisch kommt gleich dahinter – noch vor Französisch und Italienisch. (Mandarin zählt hier nicht dazu, da es wenige Menschen gibt die diese Sprache als Fremdsprache erlenen).
03. Juli 2012Die Elchyklopädie
Der Elch, Sie erinnern sich bestimmt gerne, begleitet diesen Newsletter von Beginn an. Höchste Zeit, sich beim sympathischen Schaufeltier erkenntlich zu zeigen. Daher haben wir dem Großhufer ein Buch gewidmet. Es trägt den unverwechselbaren Titel Die Elchyklopädie.
02. Juli 2012Wenn der Name den Beruf vorgibt
Familiennamen stammen häufig vom Handwerk eines Vorfahrens ab. Auch der umgekehrte Prozess ist möglich: Man kann sich bei der Berufswahl vom Nachnamen leiten lassen. Wer beispielsweise Flügel heißt und auf selbigem spielen möchte, würde Fußballspieler werden. Unserem heutigen Geburtstagskind war dies leider nicht möglich.
29. Juni 2012Die medizinische Gaunersprache
„Der alte Arzt“, sagte Ursula Lehr, die vor 2 Jahrzehnten als Gesundheitsministerin die Bundesregierung verließ, „spricht lateinisch, der junge Arzt englisch. Der gute Arzt spricht die Sprache des Patienten.“ Gute Ärzte scheint es wenige zu geben, misst man das, was sie sagen, an dem, was beim Patienten ankommt.
28. Juni 2012Seiner Zeit weit voraus, aber noch nicht der Weisheit letzter Schluss
„Wir werden schwach geboren und brauchen die Stärke. Wir haben nichts und brauchen Hilfe. Wir wissen nichts und brauchen Vernunft.“ Diese Sätze stammen aus dem Werk eines heute vor 300 Jahren in Genf geborenen Philosophen. Anhand seines Romans Emile kritisierte Jean-Jacques Rousseau die bis dahin gängige Praxis in der Erziehung.
27. Juni 2012Die beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen
In den kommenden Wochen werden wir Ihnen Small Talk-Tipps zu den 10 populärsten Reisezielen der Deutschen geben. Welche das sind? Sie können die Teilnehmer an Ihrer lockeren Gesprächsrunde ja einmal raten lassen.
26. Juni 2012Lehrjahre des Schreckens in Ingolstadt
„Als ich das siebzehnte Lebensjahr erreicht hatte, beschlossen meine Eltern, mich an der Universität Ingolstadt studieren zu lassen“, berichtet der junge Victor in seiner Lebensbeichte. Bislang hat er nur die Schulen in seiner Heimatstadt Genf von innen gesehen. Jetzt möchte sein Vater, dass der Filius seinen Horizont erweitert und auch mal ein anderes Land kennenlernt. Eine völlig andere Welt sollte sich ihm eröffnen.
25. Juni 2012Eine Geschichte des 20. Jahrhunderts aus ungewöhnlichem Blickwinkel
Geschichten des 20. Jahrhunderts gibt es viele. Eine der besten hat ein Niederländer geschrieben: Geert Mak. Sein Buch trägt den unscheinbaren Titel In Europa. Jetzt hat ein Landsmann nachgelegt. Frank Westerman heißt er und sein Buch Das Schicksal der weißen Pferde. Darin geht es nicht nur um Lipizzaner. Die älteste Kulturpferderasse der Welt wurde an wechselnden Gestüten in Böhmen, Kroatien und Slowenien gezüchtet und an der Spanischen Hofreitschule in Wien ausgebildet. Dort werden ihre edlen Exemplare auch heute noch zur Schau gestellt.
22. Juni 2012Schlecht für Napoleon, gut für Europa
Wenn man Dummheiten macht, müssen sie wenigstens gelingen: Gemäß seiner bewährten Maxime fasste Napoleon Bonaparte vor 200 Jahren den Entschluss, gegen Russland zu ziehen. Vorher hatte er bereits Preußen und Österreicher geschlagen, letztere sogar - wie in der Schlacht von Austerlitz - im Verbund mit den Russen.
21. Juni 2012Der Prinz der Herzen
Könnten die Briten sich ihren Thronfolger aussuchen, würden sie sich für den mittleren ihrer drei Prinzen entscheiden. Der heißt William und feiert heute seinen dreißigsten Geburtstag.
20. Juni 2012Gesprächsstoff für Ihren Urlaub
Die Deutschen verreisen besonders gern. Doch als Touristen interessieren sich die wenigsten für fremde Länder und Kulturen. Eher suchen sie das, was sie zu Hause auch haben - nur mit mehr Sonne. Falls Sie in Ihrem Urlaub Unbekannte(s) kennenlernen möchten, können Sie sich entsprechend vorbereiten - und schon mal Material für den Urlaubs-Small Talk sammeln.
19. Juni 2012Tod in Querétaro
Er hätte es so schön haben können auf seinem Schloss Miramare, das mit seinem weißen, sich in der Sonne spiegelnden Marmor bereits von Triest aus zu erblicken ist. Doch mochte sich der als Zweitältester in Habsburgs Herrscherfamilie Hineingeborene mit dem Status des kleinen Bruders nicht abfinden.
18. Juni 2012Für das Nichtsein entschieden
„In der Gorochowajastraße, in einem der großen Häuser, dessen Bevölkerung für eine ganze Kreisstadt ausgereicht hätte, lag des Morgens Ilja Iljitsch Oblomow in seiner Wohnung auf dem Sofa. Er war ein etwa zweiunddreißigjähriger Mann von mittlerem Wuchs und angenehmem Äußern, mit dunkelgrauen Augen, die über Wand und Zimmerdecke sorglos streiften und jenes unbestimmte Sinnen ausdrückten, welches darauf hinwies, dass ihn nichts beschäftigte und nichts beunruhigte. Die Sorglosigkeit ging vom Gesicht auf die Stellung des ganzen Körpers und selbst auf die Schlafrockfalten über.“
15. Juni 2012Ein Ex-König namens Sakskoburggotski
Simeon Sakskoburggotski ist ein Politiker. Allerdings kein gewöhnlicher. Morgen ist es 75 Jahre her, dass er das Licht der Welt erblickte. Damals hieß er noch Prinz Simeon von Bulgarien. Der älteste Sohn der in Sofia residierenden Dynastie von Sachsen-Coburg und Gotha war als Thronfolger auserkoren.
14. Juni 2012Der Blechbüchsengeneral und die Eiserne Lady
Der Blechbüchsengeneral und die Eiserne Frau stritten sich um eine kleine, traurige, verregnete Insel am Ende der Welt. Jedenfalls in den Worten und Bildern des britischen Zeichners Raymond Briggs. Der war entschiedener Gegner des heute vor 30 Jahren zu Ende gegangenen Falklandkriegs. Warum, so seine Überlegung, sollte er seine Sicht der Dinge nicht in einem Kinderbuch kundtun?
13. Juni 2012Bitte zuerst den Verstand einschalten!
Konversation ist die Kunst zu reden, ohne zu denken. Nun, ganz so einfach, wie der Schauspieler Victor de Kowa es sah, verhält es sich mit dem Small Talk nicht. Sie müssen schon den Verstand einschalten, denn das lockere Parlieren will gelernt sein.
12. Juni 2012Der wahre Entdecker der Beringstraße
80 Jahre, bevor Vitus Bering im Juli 1728 die vermeintlich erstmalige Passage zwischen 2 Kontinenten gelang, hatte sich ein Russe in die Meerenge vorgewagt und diese auch durchfahren. Von seiner abenteuerlichen Fahrt existiert weder ein Logbuch noch ein Schiffstagebuch. Vermutlich wurden beide nicht geführt.
11. Juni 2012Wo endet Russland?
Wo endet Russland? Um diese Frage zu beantworten, hatte Zar Peter I. einen Riesenaufwand betrieben. Er verbrachte ein komplettes Jahr auf einer Werft bei Amsterdam, um sich von Experten der führenden Seefahrernation in die Geheimnisse des Schiffbaus einweihen zu lassen.
08. Juni 2012Der Rekordeuropameister und seine merkwürdige Serie
Heute beginnt die 14. Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Sie dauert bis zum 1. Juli. Es gibt 2 Favoriten: Spanien, der Titelverteidiger und Weltmeister, und Rekordeuropameister Deutschland, das bisweilen mit ähnlich hoher Spielkunst wie die Iberer zu überzeugen weiß.
06. Juni 2012Schauen Sie in den Kalender!
Kein Small Talk-Thema in Sicht? Schauen Sie in den Kalender! Der bietet Ihnen regelmäßig wiederkehrende Termine, über die zu reden es sich lohnt. Aktuell steht der Fronleichnam an. Für den Small Talk eignet sich dessen Bedeutung als kirchlicher Fest- und gesetzlicher Feiertag.
05. Juni 2012Mobiler Autismus
Die Konferenz von Rio de Janeiro 1992 (siehe unseren Newsletter vom 9. Dezember 2009: ) gilt als Meilenstein der internationalen Umweltpolitik. Die damals gefassten Beschlüsse vor allem in Bezug auf den Klimawandel gelten als bahnbrechend - unbeachtet der Tatsache, dass sie niemals vollständig umgesetzt wurden.
04. Juni 2012Ein Angebot, das niemand ablehnen konnte
Alaska hatten die Amerikaner den Russen für 7,2 Millionen Dollar abgekauft (siehe unseren Newsletter vom 30. März 2012: Alaska, gut ausgerechnet). Etwas mehr als doppelt so viel kostete sie der spätere Bundesstaat Louisiana.
01. Juni 2012Ein Beruf wie jeder andere?
„Wenn eine Frau die Wahl hat zwischen Liebe und Reichtum“, fand der französische Dramatiker Marcel Archand, „versucht sie immer beides zu wählen.“ Daher ist es auch kein Wunder, möchte man ihm erwidern, dass es Prostituierte gibt.
31. Mai 2012Eine Geschichte der Seefahrt
„Wenn ich meinen Leuten die Liebe zur Seefahrt mitteile, und so ein jeder den Drang dazu in sich verspürt, weil ihn ein Gewicht im Herzen zum Meere zieht, so wirst du bald sehen, wie sie sich verschiedene Tätigkeiten suchen, die ihren 1000 besonderen Eigenschaften entsprechen. Der eine wird Segel weben, der andere im Walde den Baum mit dem Blitzstrahl seiner Axt fällen. Wieder ein anderer wird Nägel schmieden, und irgendwo wird es Männer geben, die die Sterne beobachten, um das Steuern zu erlernen. Und doch werden sie alle eine Einheit bilden. Denn ein Schiff erschaffen, heißt nicht, die Segel hissen, die Nägel schmieden, die Sterne lesen, sondern die Freude am Meer wachrufen. Ich brauche nicht jeden Nagel des Schiffes zu kennen. Ich muss aber den Menschen den Drang zum Meer vermitteln.“
30. Mai 2012Vorurteile im Small Talk: Frau am Steuer
Männer können angeblich nicht zuhören und Frauen nicht einparken. Das lässt den Schluss nahe, dass Frauen zumindest für den Small Talk besser geeignet sind als Männer. Ob sie wirklich nicht Autofahren können?
29. Mai 2012Der kleinste US-Bundesstaat
Wie heißt der kleinste amerikanische Bundesstaat? Er ist anderthalb mal so groß wie das Saarland und hat mit etwas über einer Million Einwohner in etwa die gleiche Bevölkerung.
25. Mai 2012Die Stadt der Nackten, der Spanner und der Ignorierten
Wenn in England jemand ignoriert wird, schickt man ihn nach Coventry: He was sent to Coventry, niemand wollte etwas mit ihm zu tun haben. Doch warum ausgerechnet Coventry? Die Redewendung geht auf den Englischen Bürgerkrieg Mitte des 17. Jahrhunderts zurück, doch der genaue Ursprung ist nicht bekannt.
24. Mai 2012Die Olivgrüne
Wenn grüne Politikerinnen sich mit Soldaten einlassen, kann dies ein unerwartetes Ende nehmen. Ich spiele jetzt nicht auf den Fall Petra Kelly an, die von ihrem Lebensgefährten, dem Ex-Bundeswehrgeneral und späteren Mitglied der Friedensbewegung Gert Bastian, erschossen wurde (siehe unseren Newsletter vom 29. November 2007: Ein neuer Politikertyp).
23. Mai 2012Smalltalk über Pfingsten
Am kommenden Wochenende ist Pfingsten. Dieses Datum verbinden hedonistische Menschen mit einem Kurzurlaub und religiös orientierte mit einem hohen christlichen Feiertag. Ob Ferien oder innere Einkehr: Beide Themen eignen sich für Ihren nächsten Smalltalk.
22. Mai 2012Freitod zweier Schriftsteller
Der 22. Mai ist der Tag, an dem zwei Schriftsteller starben. Sie kämpften, jeder für sich, gegen einen gemeinsamen Feind: den Faschismus. Zwischen ihren Freitoden liegt ein volles Jahrzehnt, in dem dieser gemeinsame Feind besiegt wurde - aber anscheinend kein Ende fand.
21. Mai 2012So groß wie nie zuvor und doch fast am Ende
Karl V. (siehe unseren Newsletter vom 24. Februar 2010: Ein Reich, in dem die Sonne nicht unterging) regierte ein Reich, in dem die Sonne niemals unterging. Das war offenbar so anstrengend, dass seine Gesundheit mit 56 Jahren völlig ruiniert war und er sich zum Sterben in ein Kloster zurückzog.
18. Mai 2012Der alte und der junge Werther
Werther, der romantische Taugenichts, ist unsterblich in Lotte verliebt. Lotte ist geschmeichelt, bevorzugt aber den bodenständigen Verwaltungsangestellten Albert. Ein Absturz in Briefen. So in etwa lautet die moderne Kurzfassung von Johann Wolfgang Goethes berühmtem Roman um einen unglücklichen Selbstmörder.
16. Mai 2012Vorurteile im Small Talk: Frau und Technik
Vorurteile haben wir alle. Aber darüber lässt sich reden. Auch im Small Talk. Eine vorgefasste Meinung fand Albert Einstein schwieriger zu zertrümmern als ein Atom. „Ein Urteil“, pflichtete dem Physiker die österreichische Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach bei, „lässt sich widerlegen, aber niemals ein Vorurteil.“
15. Mai 2012Ein unglückliches Finale
Am Samstag greift endlich wieder einmal ein deutscher Fußballklub nach der Champions League-Krone. Zuletzt holten die Münchner Bayern die höchste europäische Vereinstrophäe ins Land des DFB: anno 2001, in einem langweiligen Spiel, das am Ende wenigstens noch eine spannende Zugabe bot, als Bayerntorwart Oliver Kahn im Elfmeterschießen mit 3 parierten Schüssen zum Helden wurde.
14. Mai 2012Bitte nicht das Wetter von gestern!
Das Wetter von gestern hat sich noch nie als Thema für die Zeitungsseiten geeignet. Das war auch im 17. Jahrhundert nicht anders. Immerhin gab es damals schon Zeitungen, etwa den Aviso, die wohl älteste Wochenzeitung in deutscher Sprache, die nachweislich seit 1609 in Wolfenbüttel erschien.
11. Mai 2012Eine Kugel statt vieler Worte
Was hat ein Schiffbruch im arktischen Norden Russlands mit dem Tod eines britischen Premierministers zu tun? Blicken wir ein wenig zurück: Im Jahr 1803 sank das russische Schiff Soyuz im Weißen Meer. Damals war die Nordseeroute von den Niederlanden und Großbritannien um Norwegen herum der gegenüber der Ostsee bevorzugte Handelsweg.
10. Mai 2012Das etwas andere EU-Mitglied
Der 10. Mai ist in Deutschland der Tag des Buches. Höchste Zeit, noch mal eins zu lesen. Zum Beispiel über ein EU-Land, das etwas aus dem Rahmen fällt. Ungarn wird von der nationalkonservativen Fidesz mit einer Zweidrittelmehrheit im Parlament regiert.
09. Mai 2012Machen Sie den Beruf zum Thema!
Gute Small Talk Themen haben einen Bezug zum Alltag. Berufe etwa. Damit haben wir jeden Tag zu tun. Der Anfang eines Gesprächs über Berufe ist nicht schwer. Sie fragen Ihr Gegenüber, was er macht. Anschließend erzählen Sie, wo und wie Sie tätig sind.
08. Mai 2012Das späte Glück des alten Schweden oder Wie lebe ich von Lyrik?
„Die Deutsche “, schreibt Jörg Sundermeier, Leiter des in Berlin ansässigen Verbrecher-Verlags, „ wollen Literatur am liebsten als Unterhaltung konsumieren. Texte, die mehr bedeuten als die Summe ihrer Buchstaben, sind ihnen suspekt.“
07. Mai 2012Wackerer Schwabe, Banater Version
Die Banater Schwaben sind eigentlich keine Schwaben. Sie kommen aus Franken, Altbayern, Oberösterreich, dem Salzburger Land, dem Elsass, Lothringen, der Rheinpfalz und Baden. Zugegeben, ein paar Schwaben fanden sich auch darunter, denn alle diese Regionen gehörten zur Habsburgermonarchie oder waren von ihr abhängig. Am Hof in Wien durfte man über die Untertanen frei verfügen und sie in entlegene Gebiete des Riesenreichs verschicken; je nachdem, wo sie gerade gebraucht wurden.
04. Mai 201224 Dollar, gut angelegt
Am 4. Mai 1626 spielte sich auf einer Sandbank im Hudson River, dort, wo der Fluss in den Atlantik mündet, eine denkwürdige Szene ab. Peter Minuit, ein aus Wesel stammender Holländer, kaufte dem Stamm der Lenape eben jene Sandbank ab - für 60 Gulden oder, umgerechnet, 24 Dollar.
03. Mai 2012Opfer des eigenen Gesetzes
Heute ist der Internationale Tag der Pressefreiheit. In Europa war Dänemark das erste Land, das eine solche für Zeitungen und ihre Leser gleichermaßen angenehme Maßnahme beschlossen hatte. Zwar gab es auch im Nachbarland Schweden bereits eine weitestgehend freie Presse; aber ein Gesetz, das diese offiziell erlaubte, hatten nur die Dänen.
02. Mai 2012Bitte nicht die Zeitung von gestern!
Stellen Sie sich vor, Sie sind heute zu einer Feier eingeladen. Sie freuen sich auf die vielen Gespräche. Leider haben Sie noch keinen Schimmer, was Sie im Small Talk erzählen könnten. Also schlagen Sie die Zeitung auf. Doch es ist wie verhext: Kein einziges Small Talktaugliches Thema findet sich in der ganzen Ausgabe!
30. April 2012Ein Rätsel, das eins bleiben soll
„A söchtener Reuter möcht i wern, wie mei Voater gwen is“: Diesen Satz soll Kaspar Hauser gesagt haben, als er am Pfingstmontag des Jahres 1828 in Nürnberg auftauchte (siehe auch unseren Newsletter vom 26 Mai 2008: Der Mensch, der aus dem Nichts auftaucht).
27. April 2012Fragen an Ihren Arbeitsplatz
Morgen ist der Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Ins Leben gerufen hat ihn die in Genf ansässige Internationale Arbeitsorganisation. Die ILO, wobei das L für das englische Labour steht, hat sich die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen aller Menschen auf die Fahnen geschrieben.
26. April 2012Politiker und Dichter
Der Mann, der heute vor 225 Jahren in Tübingen geboren wurde, gab sich als wackerer Schwabe und aufrechter Demokrat. Als Abgeordneter seiner Heimatstadt war er Mitglied des ersten deutschen Parlaments, das sich 1848 in der Frankfurter Paulskirche versammelte. „Eine mächtige Volkserhebung muss“, so seine Überzeugung, „sich aus ihrem eigenen Geiste die ihr angemessene Form schaffen.“
25. April 2012Aktiv zuhören mit verbalen und nonverbalen Signalen
Reden ist nur die eine Hälfte der Kommunikation. Schweigen und Zuhören ist die andere. Das Zuhören freilich sollte keineswegs teilnahmslos geschehen. Zeigen Sie durch Ihre Körpersprache Interesse an Ihrem Gegenüber und Anteilnahme am Gespräch. Ihre ermunternde Mimik und Gestik fördert bei Ihrem Gegenüber das Mitteilungsbedürfnis.
24. April 2012Sauber gearbeitet?
Übermorgen ist der Welttag des geistigen Eigentums (siehe auch unseren Newsletter vom 26. April 2010: Was ist ein Plagiat?). Früher wurden an dieser Stelle nicht immer politisch korrekte Bemerkungen über chinesische Produktpiraten gemacht (siehe unsere Ausgabe vom 26. April 2007: Piraten, die Produkte plündern), heute unterlassen wir ähnlich diskriminierende Hinweise auf Doktortitelerschleicher wie Silvana Koch-Mehrin und Karl-Theodor zu Guttenberg.
23. April 2012Die vermutlich älteste noch gültige lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt
Heute schon ein Bier getrunken? Dann klappt es bestimmt mit dem Lesen der diesmal etwas längeren Überschrift! Falls nicht: Der Zeitpunkt, zu dem Sie diesen Newsletter erhalten, ist ja noch ein wenig früh. Zum lesen.
20. April 2012Kompromisse abseits der Sinnhaftigkeit - aber elchgerecht!
Vor einem Jahr (siehe unsere Ausgabe vom 21. April 2011:Kein Fairplay gegenüber dem Elch) ging es in diesem Newsletter um Elche auf Neufundland. Diesmal müssen wir uns nicht so weit wegbewegen, um über unser Lieblingsvieh zu berichten.
19. April 2012Wertbeständiges Metall wird zum Spekulationsobjekt
Wissen Sie noch, wie hoch der Goldpreis vor 10 Jahren war? Für eine Feinunze, sie entspricht 31,1 Gramm, mussten Sie rund 300 Dollar berappen. Ein halbes Jahrzehnt später waren es bereits 700 Dollar, und vor genau einem Jahr überschritt der Goldpreis erstmals die 1500 Dollar-Marke. Es ging noch herauf bis 1920 Dollar im September.
18. April 2012Öfter mal … aktiv zuhören!
Öfter mal die Fresse halten: So oder ähnlich lautete der Tipp des CDU-Kanzleramtschefs Ronald Pofalla an seinen Parteikollegen Wolfgang Bosbach.
17. April 2012Als selbst beste Beziehungen nicht mehr halfen
Den kürzesten Seeweg nach Indien zu finden - mit dieser Idee war Christoph Kolumbus bereits am portugiesische Königshof schwanger gegangen. Wie wäre es, dachte der immer wieder Vertröstete, mit dem spanischen?
16. April 2012Doppelter Grund zum Feiern
Jedes Jahr am 16. April feiert die katholische Kirche das Wunder von Lourdes mit dem Festtag der heiligen Bernadette (siehe auch unseren Newsletter vom 16. April 2008:Hoffnung für Millionen).
13. April 2012Demonstration der Kulturleichen
Was im Spätsommer 1981 mit einer Demonstration vor Zürichs Opernhaus gegen die Förderung ausschließlich etablierter Kultur begann – „Wir sind die Kulturleichen dieser Stadt“, hieß es auf einem Transparent - endete mit einer Razzia im Autonomen Jugendzentrum. „Im Morgen-Grauen des vierten September fuhr die Polizei vor“, schreibt der Chronist Reto Hänny, „von den 178 im Hause überraschten wurden 137 Personen ins Kripo-Gebäude abgeliefert - wie viele von dort aus, später, weiter ins Kantonsspital, wobei der Transport, selbstverständlich, den dorthin Transportierten verrechnet wird, steht nicht in der Zeitung.“
12. April 2012Der erste Mann im All
Am 5. Mai 1961 flog Alan Shepard als erster Amerikaner mit einem Raumschiff ins All. Nach einer Viertelstunde in der Erdumlaufbahn kehrte er wohlbehalten auf seinen Heimatplaneten zurück. Shepards Satellitenkapsel, die Liberty 7, schlug in der Nähe der Bahamas auf dem Atlantik auf.
11. April 2012Ein unregelmäßig wiederkehrendes Gesprächsthema: Freitag der 13.
Übermorgen ist es wieder so weit: Die Verbindung von Wochentag und Zahl lässt dem Aberglauben freien Lauf. Doch warum hat dieser spezielle Freitag einen so schlechten Ruf? Gehen Sie der Frage im Smalltalk auf den Grund!
10. April 2012Die Henne oder das Ei?
Lassen Sie mich mit einem Nachtrag zu unserem Newsletter vom Gründonnerstag beginnen. Eine weitere Erklärung für die Metamorphose des Tiers mit den langen Löffeln zum Osterhasen fußt auf einem sehr weltlichen Umstand.
05. April 2012Die Geburt des Osterhasen
Der Osterhase tauchte 1682 erstmals in der Literatur auf. Die wissenschaftliche Abhandlung trug den Titel De ovis paschalibus. Von Oster-Eyern und beschäftigte sich unter anderem mit dem Phantasietier. Der Volksglaube entstand, folgt man dem in Heidelberg lehrenden Medizinprofessor Georg Franck von Franckenau, im nahen Elsass.
04. April 2012Ostern steht vor der Tür!
Osterzeit ist Eierzeit: Der Brauch, diese zu bemalen, geht zurück ins Mittelalter. Damals wurden Steuern traditionell am Gründonnerstag beglichen. Häufig in Form von hartgekochten Eiern: Diese machen satt und lassen sich lange aufbewahren. Selbst ohne extra Kühlung sind die Eier haltbar. Ein Teil der für Ostern zurückgelegten Eier erhielt in der Kirche den Segen. Die Eier wurden rot angemalt, um sie von nicht geweihten Exemplaren zu unterscheiden.
03. April 2012Eine Radiosendung, diesem Newsletter nicht unähnlich
Morgen jährt sich zum 40. Mal das Jubiläum einer Sendung, die diesem Newsletter nicht unähnlich ist. ZeitZeichen heißt sie, wird täglich ausgestrahlt und dauert eine Viertelstunde. Zu verfolgen ist sie über die Radiosender WDR 5, WDR 3, NDR Info und SR2. Die früheste Ausstrahlung erfolgt auf der erst- und letztgenannten Station, jeweils um 9 Uhr 5; SR steht übrigens für Saarländischer Rundfunk.
02. April 2012Als die USA den Dollar einführten
Heute vor 220 Jahren wurde der Dollar als offizielle Währung der Vereinigten Staaten eingeführt. Dazu verabschiedete der Kongress in Washington ein Gesetz, dass auch den Silbergehalt der Münze festlegte. Demnach musste das Eindollarstück exakt 26,73 Gramm Standardsilber enthalten. Einen entsprechend geringeren Silberanteil enthielten die Münzen zu 50, 25 und 10 Cent.
30. März 2012Alaska, gut ausgerechnet
Am 30. März 1867 kauften die Vereinigten Staaten ihren späteren 49. Bundesstaat (siehe auch unseren Newsletter vom 16. November 2007: Der 46. Staat der Union) für 7,2 Millionen Dollar von Russland.
29. März 2012Spagat zwischen Kunst und Kommerz
„Schreiben wir nicht wie die Langweiligen, die man nicht liest “, forderte Karl May. „Schreiben wir “, fügte er an, um ein wenig zu provozieren, „wie die Schundschriftsteller. “
28. März 2012Erster April
Letzte Woche lieferte Ihnen der Frühlingsbeginn das Small Talk-Thema. Am Ende dieser Woche verrichtet der Anbruch eines neuen Monats einen solchen Dienst. Wenn es überhaupt so weit kommt.
27. März 2012Kontroverses Konfekt in Zurückhaltung gebietender Zeit
Hätten wir doch Timo Lokoschats Buch – siehe unseren Newsletter von gestern: Die Deutschen – durch die Klobrille betrachtet – gründlicher gelesen!
26. März 2012Die Deutschen - durch die Klobrille betrachtet
Wie sehen die Deutschen aus, wenn man sie durch die Klobrille betrachtet? Diese Frage stellte sich eine Autorin, die heute ihren 70. Geburtstag feiert.
23. März 2012Eine ungewöhnliche Völkerfreundschaft
Lengyel, magyar – két jó barát: Entschuldigen Sie bitte, wenn ich den heutigen Newsletter auf Ungarisch beginne. Der Pole, der Ungar – zwei gute Brüder, heißt die sprichwörtliche Wendung ins Deutsche übersetzt. Und auf Polnisch lautet sie: Polak, Węgier - dwa bratanki.
22. März 2012Goethes krasses Fehlurteil
Viele Künstler werden verkannt. Schuld daran ist natürlich nur das Versagen der Kritiker. Experten, die nicht wirklich eine Ahnung haben, tummeln sich vor allem im Metier der Malerei. Der bekannteste von ihnen hieß Johann Wolfgang von Goethe.
21. März 2012Ihr Frühlings-Small-Talk: romantisch, nüchtern oder praktisch?
Die Eröffnung eines Frühlings-Small Talks gestaltet sich nach kurzem Überlegen recht einfach. Wer ist nicht Regen und Schneematsch, kahle Bäume und blasse Wiesen leid, wer sehnt sich nicht Wärme und kräftiges Grün herbei? Das ist, an einem vermutlich immer noch kalten Märztag, Ihr Einstieg in den Small Talk - vielleicht verbunden mit der geäußerten Hoffnung auf nahende Besserung.
20. März 2012Eine Lanze für die Lyrik: Was ist ein gutes Gedicht?
Literatur darf weder am reinen Unterhaltungswert und schon gar nicht am finanziellen Ertrag bemessen werden. Das gilt ganz besonders für die Lyrik. „Entscheidend ist auf'm Platz“, hat der Hobbylyriker Adi Preisler einmal gesagt. Zugegeben, im wirklichen Leben war er Fußballtrainer; er wurde in der ungewohnten Funktion nur zitiert, um endlich mal zwei Ypsilons in einem Wort unterzubringen.
19. März 2012Warum der Frühling bereits morgen beginnt
Der Frühling ist auch nicht mehr das, was er mal war. Früher begann er zuverlässig am 21. März. Dieses Jahr ist es bereits einen Tag früher so weit. Schuld daran ist der Gregorianische Kalender.
16. März 2012Das tausendmal verfluchte Geld
Krankt unser Wirtschaftssystem am Verhältnis der Menschen zum Geld? Dieser Ansicht war Silvio Gesell. Der morgen vor 150 Jahren im damals preußischen, heute belgischen Eifelstädtchen Sankt Vith geborene Ökonom wollte der Wirtschaft eine Radikalkur verordnen – mit der „Lösung der sozialen Frage durch Abschaffung des baren Geldes“, wie die in Berlin ansässige Vossische Zeitung besorgt berichtete.
15. März 2012Der Tag des Verbraucherschutzes
Ist der Verbraucher für die Wirtschaft das, was der Wähler für die Politik ist? Vermutlich weiß er seine Interessen besser wahrzunehmen. Geben Sie mal den Begriff Verbraucherschutz in Google ein: Sie erhalten mehr als zwei Millionen Einträge!
14. März 2012Wie erzählen Sie einen Witz im Small Talk?
Welche Witze Sie erzählen dürfen und welche nicht, wissen Sie ja nun nach der Lektüre des letzten Small Talk-Tipps. Lustig sollten sie dennoch sein. Doch auch dafür gibt es Regeln. Die wesentlichen stellte Peter Rütten zusammen. Der TV-Profi schrieb lange Jahre Gags für TV-Entertainer Harald Schmidt.
Fürs Witzeerzählen empfiehlt er:
13. März 2012Der dritte der Gebrüder Grimm
Die Gebrüder Grimm: Nach landläufiger Vorstellung verbirgt sich dahinter das Geschwisterpaar Jacob und Wilhelm, das durch die Sammlung ihrer Kinder- und Hausmärchen berühmt wurde. Es gab aber noch einen dritten Bruder Grimm.
12. März 2012Leipzig liest
Bei der Frankfurter Buchmesse stehen die Verlage im Mittelpunkt. In Leipzig sind es die Autoren. Was die Zahl der Aussteller und Besucher betrifft, hat der Banken- und Büroturm-Moloch am Main klar die Nase vorn. Dafür punktet Leipzig mit einem Spektakel außerhalb der Mauern des Messegeländes.
09. März 2012Der Mann, der den Prager Fenstersturz auslöste
In Prag steht am Fuß des Wenzelsplatzes die Kirche der unbefleckten Jungfrau Maria. Auf Tschechisch heißt sie Panny Marie Sněžky, wobei der letzte Teil des Namens für die Reinheit steht, den frisch gefallener Schnee symbolisiert.
08. März 2012Den Internationalen Frauentag abschaffen?
Der Beginn des Industriezeitalters bescherte den Frauen doppeltes Unheil: Zuerst wurde sie bei der Fabrikarbeit ausgebeutet, zum Wohle des Kapitalisten. Nach Feierabend setzte sich derselbe Prozess in der Familie fort, diesmal zum Vorteil des Mannes.
07. März 2012Welche Witze eignen sich für den Small Talk?
Wer sagt denn, dass politische Korrektheit beim Witze erzählen auf Kosten des Humors geht? Sie müssen nicht zwingend mit dem Grundgesetz unterm Arm zum Small Talk auflaufen.
06. März 2012Der Flop des Dick Fosbury
Haben Sie Leni Riefenstahls Olympia-Film von 1936 gesehen? Müssen Sie auch nicht, denn der Propagandastreifen ist in weiten Teilen unerträglich. Aber die Aufnahmen sind technisch sehr gut! Etwa vom US-Trio im Hochsprung: Cornelius Johnson, Dave Albritton und Delos Thurber wälzten sich, nach Absprung waagerecht in der Luft liegend, über die Latte.
05. März 2012Wie viel Mal passt Finnland in Argentinien hinein?
Beim Betrachten einer etwas älteren Weltkarte müssten Ihnen einige Ungereimtheiten auffallen. Die größte Insel etwa, Grönland, erscheint von der Fläche her kaum kleiner als der kleinste Kontinent, Australien.
02. März 2012Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Single?
Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Platte? Ihre erste Single, meine ich. Zugegeben, diese Frage können Sie im Small Talk nur älteren Gesprächspartnern stellen.
01. März 2012Erster März, kein Scherz
„Ein Knabe, in diesem Monat geboren, wird gerne essen und schlafen, schlafen und essen. Erreicht er das hundertundzehnte Jahr, kommt er zu einem hohen Alter.“ Mit diesem Monat meinte unser Mann den März, den Rest seines Zweizeilers betrachten wir – als Scherz.
29. Februar 2012Witze über den 29. Februar
Der traditionell schottische Heiratstermin ist der 29. Februar: Die Eheleute brauchen später nur alle vier Jahre ihren Hochzeitstag zu feiern. Bitte entschuldigen Sie den mäßigen Witz zu Beginn des heutigen Newsletters. Ich wollte nur das Humorkapitel mit einem weiteren Beispiel beenden, wie man es nicht machen sollte. Dabei ist gegen den Zweizeiler – außer dem Adjektiv – nichts einzuwenden.
28. Februar 2012Der 30. Februar
Der Februar endet gewöhnlich am 28. Dieses Jahr tut er es nicht, denn wir haben ein Schaltjahr – wie alle 4 Jahre. Halt! Das stimmt nicht ganz. Jedes Jahr mit zwei Nullen am Ende, das sich nicht ohne Rest durch 400 teilen lässt, kommt als Schaltjahr nicht infrage. Alles klar?
27. Februar 2012Post sei Dank: Endlich einmal eine positive Schlagzeile vom Elch
Wenn in diesem Newsletter vom Elch die Rede ist, produziert er in der Regel negative Schlagzeilen. So auch letzten Herbst, als das Nachrichtenmagazin Spiegel online über ihn berichtete.
24. Februar 2012Genialer Schriftsteller, unglücklicher Mensch
Sicher haben Sie es schon mitbekommen: Das Jahr 2012 ist ein Karl-May-Jahr. Morgen vor 170 Jahren wurde der Schriftsteller im sächsischen Hohenstein-Ernstthal geboren, am 30. März 1912 ist er in Radebeul gestorben.
23. Februar 2012Das einzige Land, das bislang aus der EU austrat
Grönland war bereits mehrfach Gegenstand dieses Newsletters. Da ging es um Fußball (Ausgabe vom 21. Juni 2007: Gnade für Grönland? ) oder auch um den nördlichsten Golfplatz der Welt (Newsletter vom 12. Oktober 2005:In Grönland spielt man mit roten Bällen Golf ).
22. Februar 2012Die Kunst des Small Talks über Kunst (II)
Stellen Sie sich vor, Sie sollen sich spontan über ein Kunstwerk äußern. Leider haben Sie keine Ahnung von moderner Malerei. Sie könnten sich jetzt mit Wassily Kandinsky herausreden: „Kunst ist ein kompliziertes Phänomen.“
21. Februar 2012Der einzig wahre politische Stammtisch
„Traditionsreich. Bayerisch. Original. Der einzig wahre politische Stammtisch. Bald ist es wieder soweit. Die Vorbereitungen zum größten politischen Stammtisch der Welt, dem politischen Aschermittwoch der CSU, laufen bereits. Seien Sie am 22. Februar 2012 live dabei, wenn in der Passauer Dreiländerhalle wieder Klartext gesprochen wird.“
20. Februar 2012Wer wird der neue Bundespräsident?
Sie wundern sich bestimmt, dass Sie am Rosenmontag – entgegen vorheriger Ankündigung – diese Ausgabe erhalten. Doch aktuelle Anlässe haben unserem Mitteilungsbedürfnis ungeahnte Schübe gegeben. Es geht weniger um den aktuellen Mieter des Schlosses Bellevue.
17. Februar 2012Zwei NATO-Staaten führen gegeneinander Krieg
Morgen jährt sich zum sechzigsten Mal der Tag, an dem die Türkei und Griechenland der NATO beitraten. Für das nordatlantische Verteidigungsbündnis ein großer Erfolg: Hatte man doch mit der Verpflichtung der weit im Osten des Kontinents gelegenen Mitgliedstaaten die Festung Europa sicherer gemacht.
16. Februar 2012Im Westen nichts Neues
„Am Vormittag läuten zehntausende Narren in vielen Städten Deutschlands die heiße Phase im Karneval ein. Zur Weiberfastnacht übernehmen die Jecken das Kommando für die tollen Tage. Pünktlich um 11 Uhr 11 stürmen verkleidete Frauen in den rheinischen Hochburgen die Rathäuser und schneiden Männern die Krawatten ab. Höhepunkt des Karnevals im Rheinland sind die Rosenmontagsumzüge, zu denen Millionen von Zuschauern erwartet werden.“
15. Februar 2012Die Kunst des Small Talks über Kunst (I)
In einem der letzten Small Talk-Tipps lautete ein Ratschlag, sich nicht für etwas zu entschuldigen, was man nicht weiß. Doch selbst wenn Sie regelmäßiger Leser dieses Newsletters sind, können Sie nicht alle Lebensdaten von Prominenten oder historischen Persönlichkeiten kennen. Geschweige denn sämtliche Arbeiten eines Künstlers!
14. Februar 2012Einwegkommunikation am Valentinstag?
Offenbar haben Sie gestern eine Meldung vermisst. Darauf ließen einige Leserreaktionen schließen. Es ging um die Frage, wer am Wochenende den begehrten Hennes-Lehmer-Preis erwandert hat.
13. Februar 2012Die Lasswell'sche Formel
Wer sagt was zu wem: Mit diesem kurzen Satz ließ sich lange Zeit der Begriff 'Kommunikation' erklären. Bis die Massenmedien die Weitergabe von Informationen übernahmen. Es gab nicht mehr nur einen Sender und einen Empfänger. Und es gab viele Wege, über die informiert wurde.
10. Februar 2012Wer kennt den Hennes-Lehmer-Preis und seinen Urheber?
Das Thema Krankheit ist eigentlich nichts für den Small Talk. Wer möchte schon zuhören, wenn einem vom Gegenüber was vorgejammert wird?! Andererseits gab es Zeitgenossen, die in der Kunst des Lamentierens so virtuos brillierten, dass sie ganze Theaterstücke ausfüllten.
09. Februar 2012Was darf ein Märtyrer?
Was ist ein Märtyrer? Das Wort stammt aus dem Griechischen: martus bedeutet „Zeuge“. Ein Märtyrer hat bezeugt, dass er für seinen Glauben gelebt hat. In der Zeit der Christenverfolgungen bedeutete dies in der Regel nichts anderes, dass er für seinen Glauben auch gestorben ist.
08. Februar 2012Humor im Small Talk - so bitte nicht!
Was halten Sie von folgender Geschichte: Ein Vater fragt seinen Sohn, was er sich zu Weihnachten wünsche. Darauf der Sohn: „Einen Südtiroler“. Der Vater wundert sich ein wenig über den aus seiner Sicht sonderbaren Wunsch, macht sich aber an Heiligabend auf den Weg nach Bozen.
07. Februar 2012Sieben Mal vom Blitz getroffen
Gestern war in diesem Newsletter noch scherzhaft die Rede vom Guinness-Buch der Rekorde. Heute wird es ernst. Einen Eintrag unter B darf ein gewisser Roy Sullivan für sich beanspruchen. Der heute vor 100 Jahren Geborene war Angestellter im Shenandoah National Park im US-Bundesstaat Virginia.
06. Februar 2012Royale Rekorde
Das letzte diamantene Thronjubiläum in Großbritannien – ältere Leser dieses Newsletters werden sich erinnern – fand anno 1897 statt. Damals feierten die Insulaner ihre Königin Victoria für die vollen 60 Jahrzehnte, die sie bis dahin regiert hatte.
03. Februar 2012Verfall, Trübsinn, Untergang
Seine Gedichte trugen Titel wie Verfall, Melancholie, Trübsinn, Untergang oder Die Verfluchten. In ihnen wird „blasser Kinder Todesreigen“ aufgeführt, verbreitet sich „des Todes ernste Düsternis“, das „Weltunglück geistert durch den Nachmittag“, „über unsere Gräber beugt sich die zerbrochene Stirne der Nacht“ und spiegelt sich der Poet im Wasser als krummer Schreiber, „umrahmt von Dornen, schwarz und starrverzückt.“
02. Februar 2012Wetterprognose vom Murmeltier
Vor 4 Jahren berichteten wir an dieser Stelle erstmals über Punxsutawney Phil (siehe unseren Newsletter vom 1. Februar 2008: Morgen ist Groundhog Day).
01. Februar 2012Keine Angst vor Wiederholungen!
Täglich grüßt das Murmeltier nur im Film. Im wirklichen Leben tut es dies nur einmal im Jahr. Immer am 2. Februar wird auf dem Hügel Gobbler's Knob bei Punxsutawney das Waldmurmeltier Phil aus seinem Bau gelockt. Dessen Reaktion entscheidet dann, wie lange im Osten der USA noch auf den Frühling gewartet werden muss (siehe unseren Newsletter vom 1. Februar 2008: Morgen ist Groundhog Day ). Seit 1887 gibt es dieses Ritual, und jedes Mal lockt seine Wiederholung mehr Zuschauer an.
31. Januar 2012Ein Prototyp des verkannten Genies
Über den jungen Mann hieß es in der Presse, er „sorgt unablässig für die Befestigung seines Rufes als Liederkomponist. Er verdient ihn auch in vollstem Maße. Seine Kompositionen besitzen Originalität, Charakter, Wahrheit und Gefühl. Da ist keine Note unnütz und die unbemerkbarste Veränderung im Akkord oder in der Begleitung bewirkt oft den herrlichsten Effekt.“
30. Januar 2012Ein absolut befriedigendes Gefühl samt begleitendem Geräusch
Gibt es Dinge, die Sie absolut nicht lassen können?

Stellen Sie sich doch folgende Situation vor:

Sie haben ein Paket bekommen, dessen zerbrechlicher Inhalt nicht in Watte, aber doch in eine Luftbläschenfolie eingehüllt wurde. Der Paketinhalt spielt bald keine Rolle mehr. Doch von der Verpackung können Sie sich so schnell nicht mehr lösen. Eine innere Stimme befiehlt Ihnen, sich nicht eher von der Folie zu trennen, bis Sie sämtliche Luftbläschen zerdrückt haben.
27. Januar 2012Warum gibt es gleich zwei Puzzle-Gedenktage?
Nächsten Sonntag empfängt die AS Rom den FC Bologna. Leider ohne ihren bekanntesten Spieler: Der wird am Puzzle-Tag zu Hause bleiben und seinem allerliebsten Hobby frönen. Das ist natürlich ein Witz.
26. Januar 2012Spitzen aus Brüssel und von Heinrich Heine
Für den heutigen Newsletter bieten sich gleich 2 Einstiege an. Zunächst das Intro für Praktiker: Tag für Tag fällt einem Zöllner derselbe Mann auf. Er scheint irgendetwas über die Grenze zu schmuggeln. Aber was?
25. Januar 20125 Regeln gegen öden Small Talk
Den heutigen Beitrag soll ein Gedicht einleiten. Es ist nicht ganz neu. Doch obwohl 1908 in der Literaturzeitschrift Jugend erstmals veröffentlicht, klingen die satirischen Zeilen immer noch aktuell:
24. Januar 2012Konjunktur der Nullen
Gestern hieß es in diesem Newsletter, die Briten hätten im Siebenjährigen Krieg Preußens Finanzen saniert. Wie seriös ist eine solche Aussage?
23. Januar 2012Friedrich der Glückliche
Friedrich der Große wird morgen 300 Jahre alt. Da dieses Datum schon etwas länger bekannt ist, haben sich im Vorfeld zahlreiche Historiker mit dem Thema befasst – und werden es noch ein ganzes Jahr lang tun.
20. Januar 2012Friede der Kreatur
Haben Sie es inzwischen drauf? Kniechen-Näschen-Öhrchen meine ich. Falls ja, können Sie nebenbei sicher diesen Newsletter lesen. Heute geht es um von vielen Menschen als ekelhaft empfundene Lebewesen. „Spinnen waren mir auch zuwider“, reimte anno 1878 Gottfried Keller, „all meine jungen Jahre, ließen sich von der Decke nieder. In die Scheitelhaare, saßen verdächtig in den Ecken oder rannten, mich zu erschrecken, über Tischgefild und Hände, und das Töten nahm kein Ende.“
19. Januar 2012Vorsicht vor Kniechen-Näschen-Öhrchen!
Im Jahr 1933 kam ein Film in die US-Kinos, der eine unwiderstehliche Wirkung auf sein Publikum ausübte. Fra Diavolo hieß er, und Dennis King spielte die Titelrolle des edlen Räubers. Doch das war nicht so wichtig, denn der Streifen war eh' als Parodie ausgelegt.
18. Januar 2012Die vierte Gewalt?
Als vierte Gewalt in Deutschland werden die Medien bezeichnet. Sie üben – ähnlich dem vierten Schiedsrichter beim Fußballspiel – eine Wächterfunktion aus und greifen dann ein, wenn die ursprünglichen drei Gewalten versagen.
17. Januar 2012Ein Bär von geringem Verstand
Morgen ist der Tag eines Bären von geringem Verstand. Erfunden hat ihn der vor 130 Jahren geborene Schriftsteller Alan Alexander Milne. Seitdem hat Pu der Bär mit seinen Geschichten nicht nur Millionen auf der britischen Insel, sondern in der ganzen Welt durch die Kindheitsjahre begleitet. Der erste Band mit dem gleichnamigen Titel wurde in 50 Sprachen übersetzt. Kein Wunder, dass Milnes Anhänger den 18. Januar zum, wie es auf Englisch lautet, Winnie the Pooh Day ausgerufen haben.
16. Januar 2012Der Tag, an dem zwei Dichter gemeinsam starben
Wenn der Vater Staatsanwalt ist, noch dazu beim Militär, hat es der Sohn nicht leicht mit seinen schöngeistigen Neigungen. So geschehen im Fall des 1887 geborenen Georg Heym.
13. Januar 2012Gesunder Aberglaube
Gleich der zweite Freitag im Jahr ein Freitag der 13. – wenn das mal nicht einen schlechten Start für 2012 bedeutet! Keineswegs möchte der Schreiber dieser Zeilen der Paraskavedekatriaphobie das Wort reden. Doch muss die Angst vor dem ominösen Datum nicht zwangsläufig krankhafter Einbildung entstammen.
12. Januar 2012Danke, ich kann klagen!
Treffen sich zwei Staatsanwälte. "Wie geht's?", fragt der eine. "Danke", kommt die Antwort, "ich kann klagen!"
11. Januar 2012Warten Sie nicht bis zum Frühling!
"Der Frühling ist die Zeit der Pläne, der Vorsätze", heißt es im Roman Anna Karenina. So lange sollten Sie freilich nicht mehr warten. Das Thema der guten Absichten drängt sich im Small Talk zu Jahresbeginn geradezu auf. Wäre doch schade, wenn Sie dazu nichts beisteuern könnten!
10. Januar 2012Als der Rubikon überschritten wurde
"Alea iacta est", der Würfel ist geworfen: Mit diesen Worten überschritt Gaius Julius Caesar an der Spitze seines Heeres den Rubikon, den Grenzfluss zwischen Ober- und Mittelitalien.
09. Januar 2012Ein Holländer als Papst
Ein Holländer als Papst: Das wäre doch mal – ein Kompromiss! Ein solcher war tatsächlich nötig, heute vor 490 Jahren. Damals standen sich zwei europäische Großmächte in tiefer Abneigung gegenüber.
06. Januar 2012Eine Erfindung für den Haussegen, gegen den Schnapsteufel
„Frauen, die schlecht kochen und welche kein gemütliches Heim zu schaffen vermögen, treiben ihren Mann aus dem Haus und dem Schnapsteufel in die Arme.“
05. Januar 2012Zu wenig russisch
Der Mann, der heute vor 250 Jahren Zar wurde, „war weder geisteskrank noch unintelligent“, was für einen europäischen Throninhaber schon mal ganz gute Voraussetzungen bedeuteten.
04. Januar 2012Frohes neues Jahr - bis wann?
Das neue Jahr ist zwar schon 4 Tage alt, aber Sie haben sicher noch nicht alle Freunde und Bekannte wiedergetroffen. Vor der ersten Begegnung im noch jungen Januar stellt sich die alte Frage:
03. Januar 2012Schauderhaft. Schauerlich. Grausig. Schrecklich. Grauenhaft.
„Der gierige Krieg ist um einen Heldentod reicher, aber die deutsche Kunst um einen Helden ärmer geworden“: Das schrieb der Maler Franz Marc (siehe unseren Newsletter vom 13. Juni 2007: Der Aff, der saudumme!) anlässlich des sinnlosen Sterbens eines Kollegen und engen Freundes.
02. Januar 2012Was würden Sie tun, wenn Sie das neue Jahr regieren könnten?
Man sollte das neue Jahr so beginnen, wie man das alte aufgehört hat. Im Fall dieses Newsletters heißt das: mit Joachim Ringelnatz.
30. Dezember 2011Sektchen?
So wünschlein-pünschlein den andern gleich, will ich mich nüchtern betrinken, um gegen Morgen durchs Federweich in Kaktusträume zu sinken“, pflegte Joachim Ringelnatz bezüglich Silvester zu dichten, um dann am nächsten Morgen mit stechender Rübe festzustellen: „Die besinnlichen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr haben schon manchen um die Besinnung gebracht.
29. Dezember 2011Eigentlich doch ganz erfolgreich
Wer muss schon um Acht ins Bett? Und wer ist eigentlich doch ganz nett?

So lauten die einzig halbwegs erträglichen Zeilen in
Stefan Raabs Machwerk über einen Ex-Bundestrainer, der morgen 65 Jahre alt wird. Stefan Raab, der eigentlich Humor hat, was er in jenem Lied freilich unbewiesen lässt, findet Berti Vogts eigentlich doch ganz nett.
28. Dezember 2011Small Talk zwischen den Jahren
Der Newsletter, den Sie gerade vor sich haben, erscheint nur werktags. Daher befürchte ich, dass Sie diese Zeilen, zumal in einem Jahr mit unglücklich liegenden Feiertagen, an Ihrem Arbeitsplatz lesen.
27. Dezember 2011Friedlich schwappt die Westerwelle
Über Guido Westerwelle ist in diesem Newsletter heuer bereits berichtet worden (siehe unsere Ausgabe vom 8. März 2011: Surfen auf der Westerwelle).
23. Dezember 2011Trost für alle Zukurzgekommenen
Haben Sie das Gefühl, im fast zu Ende gegangenen Jahr zu kurz gekommen zu sein? Ich möchte Ihnen weder Pessimismus anheim – noch Ihnen unterstellen, ein Profijammerer zu sein.
22. Dezember 2012Ein dunkles Kapitel Schweizer Geschichte
Am Spanischen Bürgerkrieg (siehe unseren Newsletter vom 17. Juli 2006: 15 Milliarden Euro für General Franco ) von 1936 bis 1939 nahmen viele Ausländer teil: 66 000 Deutsche und Italiener, die General Franco unterstützten, und fast ebenso viele Antifaschisten aus ganz Europa und den USA, die auf der Gegenseite kämpften.
21. Dezember 2011Noch ein Klassiker für den vorweihnachtlichen Small Talk
Einen vorweihnachtlichen Small Talk-Klassiker haben wir Ihnen letzte Woche vorgestellt: den Weihnachtsbaum. Eine weitere Frage an Ihr Gegenüber, die sich im Small Talk aufdrängt, lautet: Haben Sie schon alle Weihnachtsgeschenke besorgt?
20. Dezember 2011Die längste Nacht des Jahres als Hort eines besonderen Tages
Morgen ist der Tag der Taschenlampe. Warum dieses Datum am 21. Dezember begangen wird, ist eine komplizierte Geschichte. Sie beginnt mit David Missell. Der Brite arbeitete in einer New Yorker Fabrik, die Lampen herstellte. Zupass kam Missell, dass es bereits elektrisches Licht und Batterien gab. Eine tragbare elektrische Laterne ebenfalls: Diese, von Louis A. Jackson 1895 zum Patent angemeldet, wurde an Fahrräder angebracht und fand beim US-Militär Verwendung.
19. Dezember 2011Ettore Schmitz? Nie gehört!
Heute vor 150 Jahren wurde Ettore Schmitz geboren. Sagt Ihnen nichts, der Name? Dann geht es Ihnen wie Millionen Italiener, die mit dem Signore deutschen Familiennamens kaum etwas anfangen können. Das ändert sich aber, sobald sie erfahren, dass eben jener Herr Schmitz unter dem Pseudonym Italo Svevo schriftstellerisch tätig war.
16. Dezember 2011Wenig zu ernten für die Kartoffelkäfer
Wenn ein Fußballverein aus dem Rheinland 111 Jahre alt wird, erfährt er in diesem Newsletter gewöhnlich eine besondere Würdigung.
15. Dezember 2011Ein Preis, der den Erfolg übersteigt
„Das zwanzigste Jahrhundert blickt nieder auf geheimnislose Welt“, schreibt Stefan Zweig in seinen Sternstunden der Menschheit. „Alle Länder sind erforscht ...“
14. Dezember 2011Ein Klassiker für den vorweihnachtlichen Small Talk
Wer Weihnachten nicht im Herzen hat, findet es auch nicht unter einem Baum. Und doch gehört die geschmückte Fichte oder Tanne zum Fest einfach dazu. Beginnen Sie Ihren Vorweihnachts-Small Talk mit der Frage an Ihr Gegenüber, ob er bereits einen Weihnachtsbaum für sich und seine Familie besorgt hat.
13. Dezember 2011Alles Tomtar, oder was? Nein, nur Tärnor, Stjärngossar und Pepparkaksgubbar!
Sind die Schweden wirklich so langweilig? Klar, würde jetzt nicht nur ein Norweger antworten. Viele Briten finden das auch. So besuchten einmal die Punkrocker der Gruppe Stranglers voller Hoffnung auf Abenteuer das Land der Mitternachtsonne – und schrieben ein Lied über die Enttäuschung, die sie erlebten: Sweden. All quiet on the Eastern front.
12. Dezember 2011Die 11 ist nicht nur Köln vorbehalten
Vor einem Monat ging es an dieser Stelle um die Bedeutung der 11 und das Datum der dreifachen Einsdoppelung. Dabei ist die jecke Zahl nicht den Kölnern allein vorbehalten. Sondern auch den Solothurnern, was wiederum die Redaktion erfreut: Zeigt die Leserpost von Werner Mathys doch, dass man uns auch im Schweizer Mittelland eifrig studiert:
09. Dezember 2011Die Autobahn neben dem Dienstweg
'Bestechlichkeit', 'Filz', 'Klüngel', 'Seilschaften', 'Veruntreuung', 'Vetternwirtschaft', 'Wettbewerbsbetrug': es gibt viele Synonyme für den Begriff 'Korruption'. Heute wird der Weltantikorruptionstag begangen.
08.Dezember 2011Endlich daheim
„Reisen veredelt den Geist“, fand der irische Schriftsteller Oscar Wilde, „und räumt mit allen unseren Vorurteilen auf.“
07. Dezember 2011Abwechslung auf der Weihnachtsfeier
In der zweiten Dezemberwoche häufen sich die betrieblichen Weihnachtsfeiern. Um daraus keine betrüblichen Weihnachtsfeiern entstehen zu lassen, sind Ihre Small Talk-Künste gefragt.
06. Dezember 2011Weltkulturerbe mit Verspätung
Seit wann ist der Kölner Dom Bestandteil des Unesco-Weltkulturerbes? Um diese Frage beantworten zu können, müssten Sie zunächst einmal wissen, seit wann überhaupt eine entsprechende Liste existiert.
05.Dezember 2011Nikolaus oder Weihnachtsmann?
„Sagt der Nikolaus zum Weihnachtsmann: Es muss endlich was gescheh'n! Dass man uns so oft verwechselt, das darf nicht so weitergeh'n!“

So heißt es in einem Kinderlied von Rolf Zuckowski. Was ist denn nun der Unterschied zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann?
02. Dezember 2011Kein vorweihnachtliches Drücken der Tränendrüse
Im Jahr 2007 wurde der Gedenktag „Internationaler Tag der Behinderten“ umbenannt. Seitdem wird der 3. Dezember als "Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung" begangen.
01. Dezember 2011Eine bleibt sitzen. Tausende stehen auf.
Warum sollte eine Frau ihren Sitzplatz im Bus für einen nicht wesentlich älteren Mann räumen? Vielleicht, weil es der Busfahrer so will? Weil die Bestimmungen im US-Staat Alabama es so vorsehen? Weil die Frau schwarz ist und der Mann weiß?
30. November 2011Jeden Tag ein Türchen
Letzten Sonntag durften Sie die erste Kerze an Ihrem Adventskranz anzünden. Morgen, am 1. Dezember, steht dann das erste Türchen in Ihrem Adventskalender – oder dem Ihrer Kinder – zur Öffnung an. Auch für Ihren Smalltalk hält der Adventskalender einiges an Gesprächsstoff bereit.
29. November 2011Bitte keinen BMW-Fahrer!
Der heutige Newsletter wendet sich ganz besonders an die jüngere Leserschaft – und an diejenigen, die die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben. In der Andreasnacht zum 30. November sollen sich Hinweise auftun, wer denn nun der künftige Lebenspartner sein wird.
28. November 2011Eine willkommene Kränkung
„Am nächsten Morgen, ich lag noch im Bett, klopfte es an die Tür; unser braver alter Diener, der mich sonst nie weckte, wenn ich nicht ausdrücklich eine Stunde bestimmt hatte, erschien mit bestürztem Gesicht. Ich möchte hinunterkommen, es seien Herren von der Polizei da und wünschten mich zu sprechen.“
25. November 2011Die etwas andere Art, Südtirol zu bereisen
Wie man sich Ländern, Städten und Regionen auch literarisch annähern kann, haben wir in unserem Newsletter vom 15. November 2011:Europa Erlesen gezeigt.
24. November 2011Es war einmal ein Stück Holz
Man muss sein Leben aus dem Holz schnitzen, das man zur Verfügung hat: Diesen Satz des deutschen Schriftstellers Theodor Storm nahm ein zeitgenössischer italienischer Kollege wörtlich. Carlo Lorenzini, heute vor 185 Jahren in Florenz geboren, arbeitete zunächst als Journalist, dann als Übersetzer von französischen Märchen ins Italienische. Beides mit mäßigem Erfolg.
23. November 2011Wie erwirbt man eine gute Allgemeinbildung?
Eine gute Voraussetzung für den Small Talk ist das Wissen um die alltäglichen Dinge. Doch wie erwirbt man eine gute Allgemeinbildung? Hören Sie täglich eine Stunde lang ein Informationsradio (Deutschlandfunk oder das Wortprogramm eines Regionalsenders wie WDR 5, NDR 1 oder Bayern 5). Um auch die Hintergründe zu erfahren, abonnieren Sie die Titanic. War ein Scherz.
22. November 2011„Ich pack das nicht. Ich halt das nicht mehr aus. Ich will das nicht mehr sehen“ …
… sagte der Radio-Reporter und konnte doch nicht weg. Es war 17 Uhr 12, der letzte Samstag im Mai 1999, gleichzeitig der letzte Spieltag der Bundesligasaison. Soeben hatte der 1. FC Nürnberg im Spiel gegen Freiburg den Anschlusstreffer markiert.
21. November 2011Das Kreuz mit den Frauen
Der zerbrochene Krug war am 8. September 2006 Gegenstand dieses Newsletters; Michael Kohlhaas wurde, wenn auch nur in der US-Version des Coalhouse Walker, in der Ausgabe vom 6. Januar 2011 gewürdigt.
18. November 2011Immer noch ein Schnäppchen: die T-Aktie
„Der Oktober ist einer der besonders gefährlichen Monate, um mit Wertpapieren zu spekulieren“, fand nicht nur ein berühmter amerikanischer Spötter und Satiriker. Auch nach dem Ableben Mark Twains kam es zu ungewöhnlich vielen Abstürzen an der Börse (siehe unseren Newsletter vom 19. Oktober 2007: Schwarzer Oktober?).
17. November 2011Fast bankrott und doch nicht am Ende
Wissen Sie noch, welches Land die Wirtschafts- und Finanzkrise als erstes traf? Es ist so groß wie die Ex-DDR, liegt am Rand unseres Kontinents und heißt nicht Griechenland.
16. November 2011Ein Thema, über das man eigentlich nicht spricht …
… schon gar nicht im Small Talk - ist die Toilette. Doch hält sich dieser Newsletter für etwas Außergewöhnlich, weshalb er auch vor jenem vermeintlichen Tabu nicht Halt macht. Einen aktuellen Anlass gibt es auch: Am 19. November ist Welttoilettentag. Seit 2001 wird er zelebriert, von der Welttoilettenorganisation.
15. November 2011Europa Erlesen
Das Reisen ist eine Tätigkeit nicht nur für die Füße. Manche Reisen finden ausschließlich im Kopf statt. Um diesem Bedürfnis zu genügen, hat der kleine, in Klagenfurt ansässige Wieser Verlag Europa Erlesen herausgebracht.
14. November 2011Ein Stuhlbein weniger, über das man stolpert
Das Café Costes in Paris war eines der berühmtesten seiner Art. An Konkurrenz mangelte es ihm nicht, zumal der französischen Hauptstadt nicht gerade ein Mangel an diesen Einrichtungen nachgesagt wird. Es kommt halt auf die Gegenstände an, die letzteren die unverwechselbare Form verleihen.
11.November 201111. 11. 11
Am elften Elften um elf Uhr elf beginnt bekanntlich die fünfte Jahreszeit. Falls Ihnen diese Zahlenspielerei zu, wie der Rheinländer sagt, jeck ist, muss ich Ihnen leider sagen, dass es gleich noch toller kommt.
10. November 2011Eine Kunst, die Wissen schafft
Die Nobelpreisträger werden Anfang Oktober bekanntgegeben, ihre Preise bekommen sie am 10. Dezember überreicht. Damit Ihre Profession in der Zwischenzeit nicht in Vergessenheit gerät, hat die UNESCO den 10. November zum Welttag der Wissenschaft erklärt.
09.November 2011Humor im Smalltalk
Ein Deutscher, ein Engländer und ein Franzose werden zum Tode verurteilt. Alle haben einen letzten Wunsch frei. Zuerst der Franzose: „Ich möchte noch einmal die Marseillaise hören.“ Dann der Deutsche: „Ich möchte eine Rede halten!“ Schließlich der Engländer: „Ich möchte erschossen werden, bevor der Deutsche mit seiner Rede beginnt.“
08.November 2011Ein Beruf wie jeder andere auch, nur weniger anerkannt
Mit dem Wort Putzfrau habe ich so meine Schwierigkeiten. Ich finde den Begriff leicht despektierlich. Unterstützt fühle ich mich von der Webseite Pressenet. Die schreibt unter Pressenet/Putzfrau: „Die Bezeichnung 'Putzfrau' gilt als politisch inkorrekt – man nennt die zum Reinigungspersonal gehörende Frau meist Raumpflegerin. Aber ganz gleich, wie man die Fachfrau in Sachen Reinemachen nun einmal benennt – ohne sie geht nun mal gar nichts.
07. November 2011Nonchalant dank Persil
„Verbraucherinformation mit sieben Buchstaben: Werbung!“ So lautete einmal eine Werbung für Werbung im deutschen Fernsehen. Doch was genau steckt hinter der Werbung?
04. November 2011Uns Uwe
Es gibt bislang nur einen Sportler, der es zum Hamburger Ehrenbürger geschafft hat. Dabei stammen zahlreiche Weltmeister aus der Hansestadt: der Autorennfahrer Manfred von Brauchitsch, der Fußballer Andreas Brehme, der Ruderer Peter-Michael Kolbe wie auch der Boxer Max Schmeling. Tennisprofi Michael Stich ist zwar weder Hamburger (er wurde im benachbarten Pinneberg geboren) noch Weltmeister (dafür gewann er das Turnier in Wimbledon), doch in Hamburg verwurzelt.
03. November 2011Der zwölfte Mann im WM-Finale
Drei Tore schossen die Deutschen bei der Fußballweltmeisterschaft 1954 gegen die Ungarn. Und kassierten 8. Am 20. Juni war das und ging als Opfergang von Basel – nicht in die Sportgeschichte ein. Ganz anders das Wunder von Bern 14 Tage später.
02. November 2011Als Deutsche(r) im Ausland
Wenn Sie im Ausland unterwegs sind, sollten Sie sich der Einschätzung bewusst sein, der Sie als Deutsche oder Deutscher unterliegen.
31. Oktober 2011Von der Schwierigkeit, 95 Thesen anzunageln
Heute ist Feiertag in den neuen Bundesländern. Sie sind überwiegend protestantisch und begehen den 31. Oktober in Erinnerung an die 95 Thesen, die Martin Luther 1517 ans Schlosskirchenportal zu Wittenberg nagelte. Angeblich.
28. Oktober 2011Die Kinder erben nur den hundertsten Teil
1975 gründet der damals 19-jährige Bill Gates mit seinem Partner Paul Allen die Firma Microsoft. Die Beiden wollten die Programmiersprache Basic auf den ein Jahr zuvor erfundenen ersten Minicomputer, den Altair 8080, übertragen.
27. Oktober 2011Vom Wanderschauspieler zum Millionär
Vom Tellerwäscher zum Millionär: Eine solche Bilderbuchkarriere ist der Stoff amerikanischer Träume – heute wie vor 200 Jahren; auch wenn derart extremes Klettern auf der beruflichen Leiter selbst im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nur noch selten möglich ist. Doch soll es dort noch in jüngster Zeit drittklassige Schauspieler gegeben haben, die später Gouverneur von Kalifornien und sogar Präsident wurden.
26. Oktober 2011Der Small Talk-Tipp für Reisen nach Belgien
Heute beschließen wir unsere kleine Reihe mit Tipps für den Small Talk in unseren deutschsprachigen Nachbarländern. In Belgien … Moment, werden Sie jetzt einwenden, dort heißen die Landessprachen Französisch und Flämisch. Und Deutsch, sehe ich mich hinzuzufügen gezwungen. Und damit wären wir gleich beim ersten Thema für den Small Talk.
25. Oktober 2011Was macht Menschen erfolgreich?
Was macht Menschen erfolgreich? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, untersuchte Howard Gardner, Pädagoge an der Harvard-Universität, 7 Genies. Alle hatten sie 3 Fähigkeiten gemeinsam. Sämtlich erhielten sie sich ihre ursprüngliche Begeisterung für ihr Fachgebiet - und das ihr ganzes Leben hindurch. Spielerisch und ohne Druck lernten die Koryphäen ständig mehr hinzu und wurden immer besser.
24. Oktober 2011Mit guten Worten und einer Knarre
„Ich mach's wie jeder andere“, rechtfertigte sich der Delinquent, „ich stille nur Bedürfnisse.“ Leider war das Verlangen, das der 1899 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geborene Geschäftsmann befriedigte, sündiger Natur.
21. Oktober 2011Klappt es diesmal mit dem Weltuntergang?
Es ist schon ein Kreuz mit dem Weltuntergang! Bislang ist keine der diesbezüglichen Prophezeiungen in Erfüllung gegangen. Warum eigentlich nicht? Der größte Fehler, den Weltuntergangsverkünder machen können, ist die Benennung eines konkreten Datums. Eine solche Prognose lässt sich hinterher nur schwer korrigieren.
20. Oktober 2011Nobelpreis für einen Verzichtpolitiker
Was ist ein Verzichtpolitiker? Dieses Prädikat hafteten Politiker vor allem aus den Reihen der CDU/CSU dem ersten sozialdemokratischen Bundeskanzler an. Konservative Stimmen warnten vor einem Ausverkauf deutscher Interessen, dessen erste Schritte sie in der Unterzeichnung der Moskauer Verträge und der Garantie der polnischen Westgrenze sahen. Damit seien die ehemals deutschen Ostgebiete für immer verloren.
19. Oktober 2011Der Small Talk-Tipp für Reisen in die Niederlande
Heute setzen wir unsere kleine Reihe mit Tipps für den Small Talk in unseren deutschsprachigen Nachbarländern fort: Holland … upps, damit wären wir bereits beim zweiten Fauxpas.
18. Oktober 2011Ein anderer Name für Rock'n'Roll
„Andere Musiker seiner Zeit mögen mehr Erfolg gehabt haben“, schreibt der US-Kritiker Jon Wiener, „aber Chuck Berry hatte mehr Einfluss“. Mit seiner Musik inspirierte er die Beatles, die Animals, die Yardbirds und die Rolling Stones. Sie spielten seine Songs nach, lange bevor sie anfingen, eigene Lieder zu komponieren. „Willst du dem Rock'n'Roll einen anderen Namen geben“, sagte einst John Lennon, „dann versuch es mal mit Chuck Berry“.
17. Oktober 2011Armutszeugnis
Jeder zweite Erdenbewohner muss mit weniger als 2,00 Euro am Tag auskommen. Die meisten dieser Menschen leben in der Dritten Welt. Zwar sind die Preise dort günstiger als in Deutschland, doch gilt dies leider nicht für Lebensmittel.
14. Oktober 2011Grüne Insel am Abgrund
Niemand kann so gut wie Ralf Sotscheck darlegen, warum Irland ruiniert wurde. Das tat der Autor in einem Interview mit WDR 5 und einem Beitrag für die tageszeitung, der leider nicht Eingang in sein neues Buch gefunden hat.
13. Oktober 2011Was wissen Sie über das Buchmesse-Gastland?
Wissen Sie, wie das diesjährige Gastland der Frankfurter Buchmesse heißt? Kleiner Tipp: Es ist eine große Insel im Westen Europas, heißt nicht Irland und beherbergt noch weniger Einwohner als Luxemburg. Stolz blickt das Land auf eine große Literaturtradition zurück. In Relation zur Einwohnerzahl weist die Inselnation weltweit sogar die meisten Literatur-Nobelpreisträger auf.
12. Oktober 2011Der Small Talk-Tipp für Reisen in die Schweiz
Schweizer haben mit Österreichern eins gemeinsam: Sie fühlen sich von Deutschen bevormundet. Legendär der Fettnäpfchentritt des ehemaligen Finanzministers und vielleicht zukünftigen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück: Er bezeichnete die Schweiz als Steueroase, die auf eine schwarze Liste gehöre. Es war vor allem der rüde Ton des Deutschen, der die Schweizer in Rage versetzte: Statt Zuckerbrot zu reichen, müsse die Peitsche geschwungen werden, meinte Steinbrück und wünschte sich eine Kavallerie, welche die Eidgenossen wie weiland die US-Indianer zur Räson bringe. Heute noch plagen solche Erinnerungen die Schweizer Volksseele.
11. Oktober 2011Im Westen nichts Neues
Der Name Ralf Sotscheck ist Lesern dieses Newsletters ein Begriff. Pünktlich zur Buchmesse liegt ein neuer Titel des seit 1985 in Dublin lebenden gebürtigen Berliners vor: Irland. Tückische Insel. Nach seinem kritisch-amüsanten Nationenporträt Nichts gegen Iren (siehe unsere Ausgabe vom 30. März 2009) war ich auf den Nachfolgeband sehr gespannt.
10. Oktober 2011In eigener Sache
Mittwoch beginnt die diesjährige Frankfurter Buchmesse, auf der auch der Autor dieser Zeilen weilen wird. Vielleicht findet er ja einen Verleger für sein geplantes Buch. Dieses könnte den Titel tragen: Jeden Tag ein bisschen klüger!
07. Oktober 2011Bald ist der Wolf dran
Einseitigkeit kann man diesem Newsletter kaum vorwerfen, finden Sie nicht auch? Wenn beispielsweise das Lieblingstier der Redaktion wieder einmal ausführlich in einem Beitrag gewürdigt wurde, kommt in einer späteren Ausgabe dessen größter Feind zu seinem Recht.
06. Oktober 2011Was ein junger Autor braucht
Kennen Sie den Tag des Kruges? Das ist der 4. Oktober. Vor 10 Jahren hat ihn der damalige Zeit (siehe unseren Newsletter vom 21. Februar 2011: Qualitätsjournalismus aus Hamburg)-Kolumnist Harry Rowohlt (siehe unsere Ausgabe vom 21. Oktober 2005 Welcher Staat ist korrupter – Deutschland oder Hongkong?) ausgerufen - zu Ehren Flann O'Briens.
05. Oktober 2011Der Small Talk-Tipp für den Urlaub in Österreich
„Deutsch“, lästerte der Wiener Schriftsteller Friedrich Torberg, „ist die gemeinsame Sprache, die Deutsche und Österreicher trennt.“ Tatsächlich ist die Mentalität der beiden Völker sehr unterschiedlich. Doch lassen sich im Small Talk rasch einige Themen finden, über die Sie sich mit einem Gesprächspartner aus unserem Nachbarland verständigen können.
04. Oktober 2011Was ist der Mensch ohne Tiere?
Der heutige Internationale Welttierschutztag geht auf Franz von Assisi (siehe auch unseren Newsletter vom 4. Oktober 2007 Der Schutzpatron der Tiere) zurück. Der Franziskanerordensgründer sah Tiere als Brüder und Schwestern des Menschen und wurde deren Schutzpatron.
30. September 2011Amerika neu entdeckt
Über Thomas Wolfe wissen treue Leser dieses Newsletters, dass ihn sein Landsmann Sinclair Lewis einst mit dem größtmöglichen Lob überschüttete (siehe unsere Ausgabe vom 21. Dezember 2006: Der Winter ist eine Aufgabe ).
29. September 2011Unverheiratet, Atheistin, im Ausland geboren – und Premierministerin
Kann eine unverheiratete, kinderlose Frau, noch dazu Atheistin, Premierministerin eines westlichen Staates werden, in welchem sie noch nicht einmal geboren wurde?
28. September 2011Small Talk im Auslandsurlaub
Die Sommerferien sind zwar schon einige Zeit vorbei. Doch nutzen viele Familien die 2 schulfreien Wochen im Oktober, um noch einmal wegzufahren. Nicht selten geht die Reise über Deutschlands Grenzen hinweg.
27. September 2011Die ungewöhnliche Karriere des Manfred Nidl-Petz aus Wien
Nichts ist so alt wie der Erfolg von gestern. Aber zum Achtzigsten darf man dieses Zitat, verbunden mit einem Glückwunsch, ruhig bemühen. Sein Urheber heißt bürgerlich Manfred Nidl-Petz und ist in Wien aufgewachsen.
26.September 2011Dem billigen Jakob ein Schnippchen schneiden
Joe Scott besaß einen kleinen Frisörsalon im kalifornischen Santa Monica. Ein Haarschnitt bei ihm kostete 12 Dollar, und sein Geschäft lief immer gut – bis eines Tages genau gegenüber seiner Eingangstür die Filiale einer großen Coiffeurkette mit dem Angebot öffnete: „Hier Haarschnitt nur 5 Dollar!“
23. September 2011„Die Show hat mir gefallen!“
Das Spiel mit Puppen begeistert seit jeher Jung und Alt. Damit sein Leben zu bestreiten ist weniger lustig. Vor allem, seit es das Fernsehen mit seinen beliebten Zeichentrickserien gibt.
22.September 2011Ein Käfig, der seine Insassen schützt
Die Angst vorm Gewitter war bei den Menschen schon immer stark ausgeprägt. Vermutlich war sie sogar größer als das Vertrauen in Gott, sonst hätten wir nicht so viele Kirchen mit Blitzableiter.
21. September 2011Weitere Erfolgstipps für den Small Talk
Die Erfolgsstrategie der Small Talk-Spezialisten hierzulande ist immer die gleiche: auf den Gesprächspartner einstellen und ihn sich wohlfühlen lassen. Blicken wir einmal über Deutschlands Grenzen hinweg und lassen einen Österreicher zu Wort kommen.
20. September 2011Warum Kinder doch was zu sagen haben sollten
Gestern wurde an dieser Stelle auf Kinder eingedroschen, glücklicherweise nur verbal. Heute nun sollen die lieben Kleinen rehabilitiert werden. „Kinder haben was zu sagen“, heißt das Motto des heutigen Weltkindertags, dessen Schirmherrschaft und Eröffnung Bundespräsident Christian Wulff übernommen hat.
19. September 2011Nicht nur Erwachsene sind grausam
Kinder sind manchmal doch recht grausam. Dicke Kinder sind meist die Verlierer. Landen alle zusammen auf einer einsamen Insel, gibt es bald Mord und Totschlag: So lässt sich, in 25 Wörtern, William Goldings http://www.amazon.de/gp/product/3596214629/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&tag=businessbestp-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3596214629">Herr der Fliegen zusammenfassen.
16. September 2011Ein schmerzloser Tod?
Beim ersten Versuch musste der junge Mann 430 Meter unterhalb des Gipfels aufgeben. Doch das war nicht das Schlimmste. Edward Whymper, 1840 im flachen London geboren, war mit 22 Jahren höher am Matterhorn geklettert als je ein Mensch vor ihm.
15. September 2011Alter Kutter trifft auf Riesenwasserstoffbombe
Heute vor 40 Jahren verließ ein altersschwacher Fischkutter den Hafen von Vancouver. An Bord der Phyllis Cormack befanden sich Mitglieder einer kleinen kanadischen Bürgerinitiative, von der bis dahin noch niemand etwas gehört hatte.
14. September 20116 Grundregeln für einen erfolgreichen Small Talk
Small Talk ist die Kunst, alles zu berühren und nichts zu vertiefen. So definierte das irische Dichtergenie und gesellschaftliche Enfant terrible Oscar Wilde den Zeitvertreib der unverbindlichen Konversation. Die Betonung liegt auf Zeitvertreib.
13. September 2011Ärzte wehren sich
Über kaum einen Beruf kursieren so viele Witze, Bonmots und Anekdoten wie über Ärzte. Klar, dass sich die Zunft der Weißkittel irgendwann einmal wehren musste. Das tat sie heute vor 111 Jahren.
12. September 2011Drei große Detmolder Dichter
Im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts wurden 3 große deutsche Dichter in Detmold geboren: Georg Weerth, Ferdinand Freiligrath (siehe unseren Newsletter vom 18. März 208) und Christian Dietrich Grabbe.
09. September 2011Ein Land, das kaum Schlagzeilen macht
Heute vor 20 Jahren wurde ein Land unabhängig, das den wenigsten Deutschen etwas sagt. Eingefleischten Beziehern dieses Newsletters schon:
08. September 2011Ein nützliches Hobby, das sogar Leben retten kann
Wenn es bei der Schulstudie Pisa um das Leseverständnis geht, schneidet Deutschland regelmäßig schlecht ab. Dazu scheint eine Untersuchung der Stiftung Lesen zu passen: 70 % der Eltern, die selbst zu Büchern greifen, legen in der Erziehung Wert darauf, ihren Kindern Lesefreude zu vermitteln. Unter Eltern, die selbst nicht lesen, sind es nur 37 %.
07. September 2011So merken Sie sich Namen (III)
Die vielfältigsten, wenn auch nicht immer schnellsten Memorierungsmöglichkeiten bietet die visuelle Methode. Bauen Sie sich eine Eselsbrücke, um sich an Namen zu erinnern.
06. September 2011Die Folge eines Misserfolgs
Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige: Dieser Satz mochte für seinen Urheber gelten, Ludwig XVIII. von Frankreich. Auf den böhmischen Monarchen schien er keinerlei Eindruck gemacht zu haben. Wie sonst lässt es sich erklären, dass Leopold II. gemeinsam mit seiner Gattin über eine Stunde zu spät zur festlichen Uraufführung einer Oper in Prag kam, die eigens für ihn komponiert war?
05. September 2011Wer zieht ins Rote Rathaus ein?
Ein politisches Ereignis, das in knapp 2 Wochen ansteht, beschäftigt nicht nur die Hauptstädter. Am 18. September sind Wahlen in Berlin, und diese Abstimmung könnte, was eine bis vor kurzem eher kleine Partei betrifft, Signalwirkung für die gesamte Bundesrepublik haben.
02. September 2011Ein zu groß geratenes Dorf, immer noch falsch ausgesprochen
Am 4. September 1781 beendeten 44 Männer und Frauen, begleitet von 4 Soldaten und 2 Priestern, ihren Zug durch die kalifornische Einöde. An einem beschaulichen Plätzchen am Fluss Porciuncula machten sie Rast – und beschlossen, sich dort für immer niederzulasssen.
01. September 2011Der Tag, an dem sich das Septemberwetter entscheidet
Der September scheint der Monat der Zukurzgekommenen zu sein. Zumindest, wenn man einer landwirtschaftlichen Beobachtung und einer dichterfürstlichen Versicherung folgt.
31. August 2011So merken Sie sich Namen (II)
Was geschrieben steht, findet auch den Weg ins Hirn: Für Menschen, die den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, ist die haptische Methode wie geschaffen.
30. August 2011Land der Reben und Rüben
"Rheinland-Pfalz blickt auf nun mehr als 60 Jahre Landesgeschichte zurück", heißt es auf der Webseite rlp.de/.
29. August 2011Der bedeutendste Deutsche
Wer ist für Sie der/die bedeutendste Deutsche?

Diese Frage stellte das Goethe-Institut Deutsch lernenden Europäern aus 18 Ländern. Über 13 000 beteiligten sich. Als einer der ersten Teilnehmernationen sorgten die Letten für statistisch verwertbare Resultate.
26. August 2011Nicht nur für Franzosen
„Die Erklärung“, forderte Jean Joseph Mounier, „soll kurz, einfach und genau sein.“Damit meinte der Rechtsanwalt, von Beginn an einer der Anführer der Französischen Revolution, die Erklärung der Menschenrechte.
25. August 2011Von Röcken nach Röcken
Statt mit anderen Kindern zu spielen verfasste der 10-Jährige lieber Gedichte. „Ich hatte keine Vorbilder“, bekannte der Jungpoet in der Rückschau, „konnte kaum mir denken, wie man einen Dichter nachahme, und formte sie, wie die Seele sie mir eingab.“
24. August 2011So merken Sie sich Namen (I)
Sind Sie eher der auditive, der haptische oder der visuelle Typ? Im ersten Fall wird es Ihnen am meisten helfen, wenn Sie sich den Namen, den Sie sich merken wollen, mehrfach laut vorsagen.
23. August 2011Multitalent aus Königswinter
Er erfand ein Aufzeichnungsverfahren für Schallplatten und einen Schnellstarter fürs Radio, der später auch bei Fernsehgeräten verwendet wurde. Nachdem die erste Firma, die ihn anstellte, Pleite ging, jobbte er als Pianist oder auch Geiger in Hotelbars.
22. August 2011Als in Moskau die Karten neu gemischt wurden
„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben; aber wer vorprescht, den bestraft das Leben auch“: Vorgeprescht war Gennadi Janajew, Mitglied des Zentralkomitees der regierenden KPdSU und Zögling des Mannes, von dem das Eingangszitat stammt.
19.August.2011Die zwei Gesichter des US-Präsidenten
Welche Person der Weltgeschichte, lebende eingeschlossen, hat die Welt am stärksten positiv verändert? Diese Frage stellte das Meinungsforschungsinstitut Emnid den Deutschen im Jahr 2005 (siehe unseren Newsletter vom 2. März 2006 Wer hat in der Weltgeschichte am positivsten gewirkt?).
18. August 2011Der Zwiespalt des schlechten Gewissens
Die beste Voraussetzung für eine gute Tat, meinte der Schriftsteller und Aphoristiker Gerhard Uhlenbruch, sei ein schlechtes Gewissen. An letzteres erinnern uns regelmäßig die Vereinten Nationen.
17. August 2011Das Kreuz mit den Namen – zwei Fragen an Professor Udolph
Professor Jürgen Udolph ist Deutschlands renommiertester Namensforscher. Da die Herkunft von Namen das Thema ist, das ihn am meisten interessiert, müsste er sich diese doch ganz leicht merken können. Oder nicht?
16. August 2011Ein nicht erwarteter Geburtstag
Am 16. August wird Rulon Gardner 40 Jahre alt. Rulon wer?, mögen Sie sich vielleicht fragen – aber nur, wenn Sie kein Amerikaner sind!
15. August 2011Das Herz von Midlothian
Öffentliches Ausspucken ist, laut einer statistischen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Emnid, nach fehlender Hilfsbereitschaft und schlechten Tischmanieren der schlimmste Manierenfauxpas, dessen sich ein Deutscher schuldig machen kann.
12. August 2011Wir? Eine Mauer bauen? Aber nicht doch!
„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Diesen Satz sagte SED-Chef Walter Ulbricht auf einer Pressekonferenz am 15. Juni 1961 eher beiläufig. Die versammelten Journalisten nahmen kaum Notiz davon. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass die Deutsche Demokratische Republik ihre Bürger durch derart massive bauliche Maßnahmen hindern würde, in den kapitalistischen Westen überzusiedeln.
11. August 2011125 Jahre Automobil
„Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“ Dieser Einschätzung Wilhelms II. schenkten seine Zeitgenossen vermutlich nicht viel glauben. Der Preußenkönig und Deutschenkaiser glaubte schließlich auch bis zu dessen Untergang, dass sein Reich den Ersten Weltkrieg gewinnen würde. Wie wir inzwischen wissen, strafte auch bezüglich der fahrbaren Untersätze die Geschichte den Großsprecher aus dem Hause Hohenzollern Lügen.
10. August 2011Namen verlangen Respekt!
Lehrer müssen als erstes die Namen ihrer Schüler lernen. Verglichen mit dieser beruflichen Anforderung – im Durchschnitt sitzen 24 Kinder in Deutschlands Klassen – ist Ihre Aufgabe im Small Talk recht einfach. Doch trotzdem – oder gerade deshalb? – merken wir uns Namen nicht so leicht. Woran liegt das?
9. August 2011Ein umstrittener Manager
„Der wahre Grund für die Arbeitslosigkeit ist die Gleichgültigkeit – der Nichtbetroffenen“. Dieser bemerkenswerte Satz stammt von einem deutschen Manager, dessen Namen ich Ihnen erst am Ende dieses Beitrags verrate.
8. August 2011Die Mannschaft ohne Eigenschaften
Fußball ist ein – in exakt gleicher Form niemals wiederholbarer – künstlerischer Schaffensprozess mit stets ungewissem Ausgang. Diese Definition stammt vom Journalisten Harald Irnberger, der mit Die Mannschaft ohne Eigenschaften eines der besten Fußballbücher überhaupt geschrieben hat. Darin stellt der Österreicher ebenfalls die These auf, dass sich in diesem Sport gesellschaftliche Tendenzen nicht nur spiegeln, sondern vorweggenommen werden.
5. August 2011Mit dem Ball dreht sich - das Trainerkarussell
Nicht nur Fußball ist eine runde Sache. Auch das Trainerkarussell kommt mit Anpfiff des ersten Bundesligaspieltags rasch in Bewegung. Wenn es nach den ersten Saisonniederlagen richtig rund geht, fliegt bald der erste Übungsleiter. Den Rekord in dieser Disziplin hält der FSV Mainz 05. Dort saß zu Beginn der Saison 2009/10 Jörn Andersen im Regiestuhl. Die von den eigenen Fans selbstironisch als Karnevalsverein bezeichneten 05er hatte der Norweger soeben aus den Niederungen der Zweiten Liga in die Eliteklasse zurückgeführt.
4. August 201150 Jahre Obama
Vor vier Jahren war in diesem Newsletter erstmals die Rede von einem politischen Newcomer: „Immerhin gibt es“, hieß es damals „mit dem Demokraten Barack Obama vielleicht bald einen schwarzen Präsidentschaftskandidaten.“ (Siehe Ausgabe vom 26. Juli 2007 „Ein Traum der doch noch wahr werden könnte“). Das Talent von gestern ist das Staatsoberhaupt von heute.
3. August 2011Small Talk im Namen Ihres Gegenübers
Von der Menschheit allgemein zum Menschen im Besonderen: So lautet das Motto des heutigen Beitrags. „Für jeden Menschen“, wusste Rhetorik-Legende Dale Carnegie, „ist sein Name das schönste und bedeutungsvollste Wort in seinem Sprachschatz.“ Geben Sie Ihrem Gesprächspartner die Möglichkeit, sich gleich mit seinem Lieblingswort in den Small Talk einzubringen. Wie Ihnen das gelingt? Ganz einfach: Fragen Sie Ihr Gegenüber, wie er – oder sie – heißt. Ein Gebot des guten Tons sollten Sie dabei noch beachten: Fragen Sie erst nach dem fremden Namen, nachdem Sie sich selbst vorgestellt haben.
2. August 2011Die Herren Boninsegna und van der Kroft
Borussia Mönchengladbach hatte zwar bereits gestern Geburtstag, aber da berichteten wir über den Pionier Konrad Duden. Eine ganz andere Pionierleistung gelang dem vor 111 Jahren gegründeten Club in den 1970ern: Fünfmal wurde man Deutscher Meister. Das gelang mit – im Gegensatz zum ewig zweckmäßig spielenden Hauptkonkurrenten Bayern München – begeisterndem Offensivfußball.
1. August 2011Eine Pionierleistung, die gründlich ruiniert wurde
„Zeit seines Lebens“, schreibt die Webseite www.duden.de, „widmete sich Konrad Duden Fragen der deutschen Sprache. Mit seinem Orthographischen Wörterbuch schuf er die Grundlage für eine einheitliche deutsche Rechtschreibung.“ Heute vor 100 Jahren starb Konrad Duden in Wiesbaden. Dort ist auch die Heimat des gleichnamigen Verlags, der den für die deutsche Sprache verbindlichen Leitfaden für die Rechtschreibung herausgibt.
29. Juli 2011Die Hochzeit des Jahrhunderts
War es die „Hochzeit des Jahrhunderts“, wie Revolverblätter und seriöse Medien in seltener Übereinstimmung titelten? Und die der trauende Erzbischof von Canterbury mit den Worten begleitete: „Die geheiratet haben, leben dann glücklich bis ans Ende ihrer Tage, wenn sie das Abenteuer durchstehen, eine Welt mit mehr Liebe zu schaffen.“ Das Paar, das sich heute vor 30 Jahren das Jawort gab, sollte dieses Abenteuer nicht durchstehen.
28. Juli 2011Ein blindes Volk folgt seinem blinden Führer
Das Jahr 2015 steht in unserem Nachbarland Tschechien ganz im Zeichen des Jan Hus. Am 6. Juli wird es exakt 6 Jahrhunderte her sein, dass der Reformator ein unfreiwilliges Rendezvous mit dem Scheiterhaufen in Konstanz hatte (siehe dazu unseren Newsletter vom 6. Juli 2007 „Ein Versprechen, das nicht gehalten wurde“).
27. Juli 2011Lassen Sie es weiter menscheln im Small Talk!
„Man kann die Menschen in drei Klassen einteilen“, war der britische Staatsmann Winston Churchill überzeugt, „solche, die sich zu Tode arbeiten, solche, die sich zu Tode sorgen und solche, die sich zu Tode langweilen.“ Man könnte noch eine vierte Klasse hinzufügen: Solche, die andere Menschen zu Tode langweilen.
26. Juli 2011Die Unabhängigkeit der Niederlande
Als wir vor 5 Tagen über die Unabhängigkeit Belgiens berichteten, erreichte uns eine Anfrage, wann denn die Niederlande diesen Schritt gemacht hätten. Das war heute vor 430 Jahren der Fall. Und wie bei Belgien war die Loslösung von einer fremden Macht die entscheidende Etappe auf diesem Weg.
25. Juli 2011Der Weg zum Heiligen Jakob
„Wenn man auf ein Ziel zugeht, ist es äußerst wichtig, auf den Weg zu achten. Denn der Weg lehrt uns am besten, ans Ziel zu gelangen, und er bereichert uns, während wir ihn zurücklegen.“ Der Weg, der da beschrieben wird, ist allein in seinem spanischen Teil mehr als 800 Kilometer lang. Er führt von den Pyrenäen – wo alle Jakobswegzweige zusammenkommen – bis in den äußersten Nordwesten des Landes, nach Santiago de Compostela. Santiago ist die spanische Form für Sankt Jakob.
22. Juli 2011Ein Festival feiert Jubiläum
Heute schon möchte ich Sie auf eine Veranstaltungsreihe hinweisen, die kommenden Montag beginnt: ein jährlich wiederkehrendes Event, das 2011 zum 100. Mal stattfindet. Natürlich wird es jede Menge Prominenz anlocken: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihr Kommen ebenso angekündigt wie die neue Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, und Jean-Claude Trichet, der Präsident der Europäischen Zentralbank.
21. Juli 2011Glücklich mit Plan B
Heute ist Nationalfeiertag in Belgien. Nachdem das kleine Land bereits ein Jahr zuvor seine Unabhängigkeit erklärt hatte (siehe unseren Newsletter vom 30. November 2010 „Ein Land, das es vielleicht bald nicht mehr gibt“), bestieg am 23. Juli 1831 mit Leopold I. der erste belgische König den Thron. Nun ja, das Attribut ‚belgisch‘ stimmt nicht ganz. Der Monarch stammte aus dem deutschen Fürstentum Sachsen-Coburg und Gotha. Auch musste das künftige Staatsoberhaupt lange zu seinem Glück überredet werden. Erst als ihm die Krone Griechenlands angeboten wurde, entschied er sich doch lieber für Belgien als die lukrativere Option.
20. Juli 2011Der Mensch als Small Talk-Thema

Wie reden Menschen mit Menschen? Aneinander vorbei, meinte der Schriftsteller Kurt Tucholsky. Für Ihren Small Talk wäre ein solches Szenario denkbar schlecht. Um es zu verhindern, sollten Sie ein Thema finden, zu dem jeder Beteiligte in etwa gleich viel zu sagen hat. Einen solchen gemeinsamen Nenner habe ich Ihnen im Eingangssatz bereits vorgestellt. Richtig: der Mensch!

19. Juli 2011Nicht ganz unwillkommene Eroberer
Heute vor 1400 Jahren geriet Spanien unter arabische Herrschaft. Kein Grund zu trauern, wie Lion Feuchtwanger in seinem Roman Die Jüdin von Toledo so schön beschreibt: „Die Moslems brachten die vernachlässigte Landwirtschaft wieder hoch und gewannen dem Boden durch kluge Bewässerung ungeahnte Fruchtbarkeit ab. Sie förderten den Bergbau durch eine neue, hochentwickelte Technik. Künste und Wissenschaften blühten wie bisher niemals unter diesem Himmel. Die Stadt Córdova [das heutige Córdoba] hatte dreitausend Schulen, jede größere Stadt hatte ihre Universität, es gab Bibliotheken wie niemals seit der Blüte des hellenistischen Alexandria.“
18. Juli 2011Jahrmarkt der Eitelkeiten
An die Ratschläge von William Makepeace Thackeray hat sich die Redaktion dieses Newsletters immer gerne gehalten: Einer der Tipps des englischen Schriftstellers an seine Kollegen von der schreibenden Zunft lautete: Neues in einem vertrauten Licht und Vertrautes in einem neuen Licht zu zeigen. Heute vor 200 Jahren wurde Thackeray in Kolkata, das damals, zur britischen Kolonialzeit noch Calcutta hieß, geboren. Sein berühmtester Roman wird – zumindest, was den Titel betrifft – heute noch gern zitiert: Jahrmarkt der Eitelkeiten heißt er und hält dem viktorianischen England den Spiegel vor.
15. Juli 2011Versagen von Justiz und Presse
Heute hat Jörg Kachelmann Geburtstag. Eine ausgelassene Feier wird's beim 33-Jährigen kaum geben. Am Ende eines aufsehenerregenden Prozesses sprach ihn das Landgericht zwar vom Vorwurf der Vergewaltigung frei. Den Ausschlag gab allein die mangelnde Beweislage. Der Wettermoderator muss weiter mit dem Makel eines in dubio pro reo-Urteils leben. Bereits eine Woche nach Prozessende erschien im Schweizer Orell Füssli Verlag das Buch Die Akte Kachelmann.
14. Juli 2011Blutige Anfänge
Szenen wie die folgende, vom Revolutionär François-Noel Babeuf geschilderte, spielten sich heute vor 222 Jahren in Paris ab, beim Sturm auf die Bastille: Der Finanzpolitiker Joseph Foulon, „der sich seit 4 Tagen für tot erklären und einen Holzklotz statt seiner beerdigen ließ, gestern verhaftet, aufs Rathaus geführt und im gleichen Augenblick, als er herauskam, gehängt“ wurde.
13. Juli 2011Ein gesundes Small Talk-Thema: die Ernährung
Alles, was uns täglich beschäftigt, ist ein Thema für den Small Talk. So auch die Ernährung. Beim Small Talk können Sie über das sprechen, was Sie in jenem Moment tun. Essen beispielsweise, wenn Sie gerade vom Buffet zurückgekehrt sind. Gesund soll es sein und lecker schmecken, predigen die Ernährungsberater.
12. Juli 2011Zwei untypische Südamerikaner
„Horacio Ricardo Neumann – was für ein vielversprechender Name“, schreibt Hans-Georg König in seinem Buch über den 1. FC Köln. Vom Vorstadtverein zum Weltclub. Ende 1972 wurde der Argentinier von den Domstädtern verpflichtet. „Niemand hatte je zuvor etwas von ihm gehört“, berichtet Königs weiter, „FC-Präsident Oskar Maaß investierte dennoch eine stattliche Summe. Sie trug keine Zinsen.“ 16 Spiele absolvierte der heute vor 65 Jahren geborene, in seiner Heimat Der Tank genannte Stürmer in der Bundesliga und erzielte dabei zwei Treffer. Zu wenig für einen Sturmtank, weshalb Neumann zwei weitere Jahre auf der Bank verbrachte und anschließend nach Korsika zum damaligen französischen Erstligisten SEC Bastia verkauft wurde.
11. Juli 2011Acht Milliarden Mal ein Mensch
Wie viele Menschen leben auf dieser Erde? Das ist gar nicht so einfach zu sagen, denn es kommen ständig neue hinzu. Laut Berechnungen der UNO sind es jedes Jahr 79 Millionen. Im Herbst dieses Jahres, so viel ist sicher, wird die Marke von 7 Milliarden geknackt werden.
8. Juli 2011Und was ist mit der Liebe?
Hatte ich's mir doch gedacht: Das gestrige Plädoyer für die Ehe stieß bei der werten Leserschaft nicht auf ungeteilte Zustimmung. Hat da jemand schlechte Erfahrungen gemacht? Zugegeben, wir haben uns auf den rein ökonomischen Aspekt beschränkt. Für den romantischen empfehle ich den Newsletter der Illustrierten Bunte. Die Ehe aus Sicht des Naturwissenschaftlers haben wir an dieser Stelle auch bereits behandelt (siehe unsere Ausgabe vom 9. September 2009 „Hochzeit am Schnapszahldatum“). Fehlt noch der rechtliche Aspekt.
7. Juli 2011Ein Plädoyer für die Ehe
Der 7. Juli ist ein beliebtes Datum für Hochzeiten – und für diesen Newsletter eine willkommene Gelegenheit, die Institution Ehe zu hinterfragen. Warum heiraten zwei Menschen? Weil jeder sein oder ihr eigenes Wohlbefinden gegenüber dem Single-Dasein verbessern will! Diese rein ökonomische Interpretation stammt von Gary Stanley Becker. Laut der Theorie des Chicagoer Wirtschaftsprofessors gewinnen beide Partner durch Heirat hinzu. Die Ehe ist eine Fabrik, die Produkte herstellt, beispielsweise Nachwuchs, oder Dienstleistungen wie Fürsorge und Prestige, oder, ganz profan, Mahlzeiten und gebügelte Hemden.
6. Juli 2011Zwei Tabus, ein Small Talk-Thema: Krankheit + Politik = Gesundheitspolitik
Die Themen Krankheit und Politik sollten im Small Talk mit Vorsicht angegangen werden. Kombiniert man beide, erhält man schon wieder ein kontroverses Sujet: die Gesundheitspolitik. Die eignet sich jedoch für die unverbindliche Konversation. Vor allem, wenn Sie das Thema mit einer Anekdote wie der folgenden einleiten:
5. Juli 2011Eine Weiterentwicklung der Nahrungsübertragung von Schnabel zu Schnabel
Ist er wirklich nichts anderes als eine Weiterentwicklung der Nahrungsübertragung von Schnabel zu Schnabel, wie sie bei Vögeln üblich ist? So charakterisierte der österreichische Biologe und Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeldt den Kuss.
4. Juli 2011Patriotisch, aber unaufgeregt
„Man muss eine Nation einfach lieben“, fand die im Mittleren Westen der USA aufgewachsene Schriftstellerin Erma Bombeck, „die ihre Unabhängigkeit an jedem 4. Juli feiert, nicht mit einer Parade von Panzern und schießeisenreckenden Soldaten, die am Weißen Haus vorbeidefilieren, um Muskeln zu zeigen und Stärke zu demonstrieren, sondern mit Familienpicknicks, bei denen Kinder sich Frisbees zuwerfen, der Kartoffelsalat langsam verdirbt und die Fliegen vor lauter Glück sterben. Du denkst, du hast dich überfressen, aber es ist nur Patriotismus.“
1. Juli 2011Der Meister kurzer Sätze
Lange Worte waren seine Sache nicht. Wenn er schrieb, benutzte er am liebsten Hauptsätze. Dieser karge, klare Stil muss auch das Stockholmer Komitee überzeugt haben, als es Ernest Hemingway 1954 den Literaturnobelpreis zusprach. Ausdrücklich lobte es seine späte Erzählung Der alte Mann und das Meer. Darin schildert der Autor den Kampf eines einsamen Fischers zunächst mit einem Schwertfisch – und anschließend, nachdem er seine Beute in Sicherheit bringen will, mit den Haien, die sich einen solchen Leckerbissen ebenfalls nicht entgehen lassen wollen.
30. Juni 2011Ein Name, kurz, prägnant und palindromtauglich
Sein Besitzer ist ziemlich alt, dazu unsportlich und wenig attraktiv. Immerhin wird ihm eine gewisse Zuverlässigkeit nachgesagt, und lustig soll er auch sein. Diese Attribute verbinden Leser der Website www.onomastik.com mit einem Namen, der sich vorwärts wie rückwärts gleich liest und dessen Tag heute im Kalender steht. Die letzte mit ihm in Verbindung gebrachte Eigenschaft ist vermutlich allein seinem bekanntesten Träger geschuldet: dem ostfriesischen Blödelbarden mit Nachnamen Waalkes (siehe unseren Newsletter vom 22. Juli 2008 „Der berühmteste Ostfriese wird 60“).
29. Juni 2011Nicht immer tabu im Small Talk: die Politik
Zu den Tabus, die stets in Verbindung mit Small Talk genannt werden, gehört auch die Politik. Schade eigentlich, denn nur über wenige andere Themen unterhalten sich die Menschen zumindest in Deutschland so gerne. Entwarnung kommt vom Deutschen Knigge-Rat, einem Kreis namhafter Umgangsformen-Experten. Dessen für Etikette zuständige Fachfrau Agnes Anna Jarosch findet: „Es gibt durchaus Situationen, in denen es erlaubt ist, über Politik zu sprechen. Etwa wenn es um das aktuelle Tagesgeschehen geht.“
28. Juni 2011Erarbeiten, nicht erkaufen
„Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennenzulernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften.“ Diesen Spruch haben Sie vermutlich schon öfters gehört, vielleicht auch in der einen oder anderen abgewandelten Form. Er stammt von einem französischen Schriftsteller, der mit einem auch von Erwachsenen gern gelesenen Jugendbuch bis heute währende Berühmtheit erlangte (siehe auch unseren Newsletter vom 31. Juli 2009 „Flug ohne Wiederkehr“).
27. Juni 2011Das Wetter am Siebenschläfer
Das Wetter ist immer ein dankbares Small Talk-Thema. Heute ganz besonders, denn der Siebenschläfertag entscheidet, wie sich das Wetter in der nächsten Zeit entwickeln wird. Fällt auf Siebenschläfer Regen ein, so der Volksmund, soll's für 7 Wochen sein (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 26. Juni 2009 „Volksmund, bitte melden!“). Der Bauernkalender gibt noch weitere Varianten dieser Regel preis; etwa „Das Wetter am Siebenschläfertag 7 Wochen so bleiben mag“, oder „Ist Siebenschläfer ein Regentag, regnet's noch 7 Wochen nach".
24. Juni 2011Was in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni geschah – oder auch nicht
Bei den einen heißt sie Johannisnacht, andere nennen sie Sommersonnenwende. Es kommt ganz darauf an, ob der Betrachter Christ oder Heide ist. Gemeint ist in beiden Fällen die Nacht vom 23. auf den 24. Juni. Die Letten behaupten ohnehin, ihr Volk sei nur oberflächlich christianisiert worden. So steht es jedenfalls in der Online-Zeitung www.lettische-presseschau.de.
22. Juni 2011Warum die Luxemburger morgen doppelt feiern
Morgen haben die Luxemburger gleich doppelten Grund zu feiern: Zum einen ist Fronleichnam. Dann erscheint unser Newsletter nicht, was freilich – schadenfrohe Assoziationen sollen erst gar nicht aufkommen – keineswegs der Anlass zur ausgiebigen Freude ist; eher schon die Tatsache, dass der nächste Small Talk-Tipp am Mittwoch, den 29. Juni, auf Sie wartet. Nein, die Freuden in unserem Nachbarland sind a) religiösen und b) staatsrechtlichen Quells.
21. Juni 2011Der Mythos von Córdoba
Die Deutschen glauben an das Wunder von Bern, die Österreicher klammern sich an den Mythos von Córdoba. Beide Ereignisse könnten unterschiedlicher nicht sein, nur das Resultat war dasselbe: 3:2.
20. Juni 2011Pardon wurde nicht gegeben
„Möge der Name Deutschland in China in einer solchen Weise bestätigt werden, dass niemals wieder ein Chinese es wagt, etwa einen Deutschen auch nur scheel anzusehen:“ Dieser an sich nachvollziehbare Wunsch wurde bereits vor gut einem Jahrhundert geäußert.
17. Juni 2011Die Wölbung des Schnitzbuckels
„Des deutschen Knaben und deutschen Jünglings höchste und heiligste Pflicht ist, ein deutscher Mann zu werden und geworden zu bleiben, um für Volk und Vaterland kräftig zu wirken, unseren Urahnen, den Weltrettern gleich“:
16. Juni 2011Ein privates Bekenntnis, das Politik machte - und Schule
Bankenpleiten gibt es nicht erst seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers. Sieben Jahre zuvor erwischte es die Bankgesellschaft in der Bundeshauptstadt. Das brachte das Land Berlin an den Rand des wirtschaftlichen Ruins – und den Regierenden Bürgermeister um seinen Job.
15. Juni 2011Krankheit ist im Small Talk tabu, nicht aber die Gesundheit!
Seit der Mensch sich nicht mehr so viel in der Natur bewegt, wird er anfälliger für Krankheiten. Auf diese Entwicklung reagierten die TV-Macher und erfanden Gesundheitsmagazin Praxis. Die Sendung wurde von 1964 an Monat für Monat im ZDF ausgestrahlt, und das über 3 Jahrzehnte! Mit eindrucksvollem Resultat: Am Tag nach jeder Sendung klagten die Ärzte in den Praxen über Patienten, die wiederum über Symptome klagten, die zuvor Gegenstand in Gesundheitsmagazin Praxis waren.
14. Juni 2011Onkel Toms unwillige Erben
„So phänomenal war der Erfolg des Werkes, dass der englische Historiker Thomas Macauley Onkel Toms Hütte als ‚den wertvollsten Beitrag, Amerikas zur englischen Literatur’ pries und Heinrich Heine das Buch mit der Bibel verglich.“ So phänomenal schätzt der Verlag dtv die Wirkung des bekanntesten Werks der US-Schriftstellerin Harriet Beecher-Stowe ein – und preist auf seiner Webseite das hauseigene Produkt als „einzige vollständige Taschenbuchausgabe“ an. Es folgt noch ein Zusatz: „Heute ist dieser amerikanische Romanbestseller des 19. Jahrhunderts meist nur noch in gekürzter Form – als Kinderbuchklassiker – bekannt.“ Und das, möchte man hinzufügen, ist auch gut so.
10. Juni 2011Ein Einwanderer aus Griechenland, der für Ärger sorgte
Alles Übel kommt aus Griechenland: Diesen Spruch hört man derzeit häufig in Mitgliedsländern der Europäischen Union. In Großbritannien mag er dieser Tage seine Berechtigung haben. Und das hängt zusammen mit dem Mann, der heute 90 Jahre alt wird. Geboren wurde er als Prinz Philippos Andreou von Griechenland auf der Insel Korfu. Sowohl sein Großvater als auch sein Onkel waren Könige, als sein Geburtsland noch eine Monarchie war. Auf den Titel verzichtete der Prinz 1947. Eine kluge Entscheidung, denn Griechenland befand sich damals mitten in einem blutigen Bürgerkrieg.
9. Juni 2011Die erste Eisenbahnfahrt
Die erste Dampfeisenbahn auf dem europäischen Kontinent fuhr in Belgien (siehe unseren Newsletter vom 5. Mai 2010 „Nie wieder Pferdetransport!“). Erfunden wurde das neue Verkehrsmittel, das die industrielle Revolution entscheidend vorantrieb, in Großbritannien. Sein Erfinder, heute vor 230 Jahren geboren, hatte zwar zeit seines Lebens mit Dampfmaschinen zu tun. Die erste, die George Stephenson zu bedienen hatte, stand jedoch in einer Kohlegrube im nordenglischen Darlington. Dort musste sich der aus ärmsten Verhältnissen stammende Zweitgeborene – beide Eltern konnten weder lesen noch schreiben – verdingen, um seinen eigenen Lebensunterhalt und den seiner Familie zu bestreiten. Es gelang ihm, sich emporzuarbeiten, bis er eines Tages selber die Grube leitete. Da hatte er bereits seine erste Dampflokomotive gebaut, die zunächst nur unter Tage eingesetzt wurde.
8. Juni 2011Wann dürfen Sie im Small Talk über Krankheiten reden?
Leiden ist im Small Talk tabu. Vor allem, wenn es sich um Ihr eigenes handelt. Das sollte nur Angehörige und Freunde interessieren. Der Small Talk, zumal mit Fremden, widmet sich positiven Dingen. Sprechen Sie daher lieber über die Gesundheit. Krankheit kommt als Thema nur in Betracht, wenn nicht von Befindlichkeiten im Small Talk Anwender die Rede ist.
7. Juni 2011Der Tag des Meeres
„Es bedeckt sieben Zehntel der Erde. Sein Atem ist rein und gesund. Es ist eine immense Wüste, wo ein Mann nie alleine ist, in dem er fühlen kann, wie das Leben aller in ihm bebt.
6. Juni 2011Der erste deutsche Umweltminister
Atomare Katastrophen ziehen Konsequenzen nach sich. Die erfolgen manchmal in den Staaten, die nicht unmittelbar betroffen sind, rascher als in den Ländern, wo sie sich zugetragen haben.
3. Juni 2011Das Jubiläum der kleinsten Bundesligastadt
Wenn ein Fußballklub mit der Abkürzung FCK 111 Jahre alt wird, wäre das im närrischen Rheinland ein ganz besonderer Grund zum Feiern. Leider hat der 1. FC Köln ein anderes Kürzel, nämlich FC, und ist bei weitem nicht so alt (siehe unseren Newsletter vom 30. Januar 2006 „Fritzle und Füchsle, Hennes und Hermann“) wie sein nicht aus dem Rheinland stammender Fastnamensvetter.
1. Juni 2011Weg vom Nowinski-Image
Basketball ist bei uns eher eine Randsportart. Wenn dieser Tage dennoch viele Fans und Journalisten das Spiel zwischen den beiden in 3,05 Metern Höhe aufgehängten Körben verfolgen, noch dazu im fernen Amerika, liegt das an einem einzigen Mann.
31. Mai 2011Zu kalt zum Fliegen
Wie ein Vogel durch die Lüfte zu gleiten: Warum sollte ein Mensch das nicht auch können? Ihm müssten nur zwei Flügel wachsen! Zwei recht große freilich, damit sich viel Luft darunter staut.
30. Mai 2011Triest mit allen Sinnen
Der schönste Weg, sich Triest zu nähern, beginnt mit einer Fahrt auf der ehemaligen Südbahn. Die Eisenbahnstrecke verbindet bis heute Wien mit dem Adriahafen. In dem kleinen Ort Kreplje steigt der (oder die) Reisende aus und geht zu Fuß weiter.
27. Mai 2011Ein Land, in dem gleich zwei Diktatoren leben
Heute vor zwanzig Jahren endete eine der schlimmsten Schreckensherrschaften des 20. Jahrhunderts: In Äthiopien wurde der Diktator Mengistu Haile Mariam gestürzt.
26. Mai 2011Warum die Europaflagge nur zwölf Sterne hat
Das US-Banner weist 50 Sterne auf – einen für jeden einzelnen der Vereinigten Staaten. Zur Europäischen Union haben sich 27 Einzelstaaten zusammengefunden. Doch warum prangen auf der Europaflagge, welche ja auch die EU verwendet, ganze zwölf Sterne?
25. Mai 2011Tabus im Small Talk (Fortsetzung)
Was wirklich nicht in den Small Talk gehört, sind dramatische Schilderungen des eigenen Befindens, die Verbreitung von Unwahrheiten und Diskriminierungen. Bei letzteren macht es keinen Unterschied, ob die Beleidigungen Anwesenden gegenüber geäußert werden oder nicht anwesende Dritte betreffen.
24. Mai 2011Eines der wenigen lesenswerten Bücher über Bob Dylan
Über Bob Dylan ist fast alles gesagt (siehe auch unsere Newsletter vom 24. Mai 2007 „Mit 66 Jahren“, 25. September 2006 „Erfolg im Rentenalter“ und 24. Mai 2006 „Jede Nacht ein anderes Hotelzimmer“). Obwohl er immer noch Schlagzeilen produziert. Zuletzt Anfang April, als er zwei Konzerte in China gab.
23. Mai 2011Wenn Regierungen töten lassen
Heute vor 77 Jahren starben im US-Staat Louisiana 2 Gewaltverbrecher im Kugelhagel der Polizei (siehe unseren Newsletter vom 12. Dezember 2007 „Wo Sie heute zwei alte Bekannte treffen können“). Schon recht bald hätte die Geschichte den Mantel des Schweigens über die Beiden ausgebreitet. Wären da nicht die Umstände ihres Todes gewesen: Die 6 Polizisten, die ihnen auflauerten, durchsiebten ihren Wagen mit 167 Schüssen. So wurden Bonnie Parker und Clyde Barrow zu einem Mythos.
20. Mai 2011Antiker Rhetorik- und Small Talk-Experte
„Der gute Redner wird Vergleiche anwenden und Beispiele vorbringen“, wusste bereits Marcus Tullius Cicero. Der Zeitgenosse Cäsars war der wohl einflussreichste Rhetoriker der römischen Antike. Nach ihm ist der Rednerpreis benannt, der heute in Bonn vergeben wird.
19. Mai 2011Die Kunst, sich die Hände zu waschen, ohne nass zu werden
Die Kunst der Besteuerung besteht ganz einfach darin, die Gans so zu rupfen, dass man möglichst viel Federn bei möglichst wenig Geschrei erhält: Dieses Rezept, das heute noch jedem Staatshaushalt zugrunde liegt, stammt nicht erst aus dem 17. Jahrhundert.
18. Mai 2011Was ist im Small Talk wirklich tabu?
Tabu-Themen im Small Talk sind „Krankheit, Tod, Religion, Rassismus, Politik, Stammtischparolen – und vor allem: Lästereien über Anwesende!“ Diesen Satz finden Sie so oder ähnlich in fast allen üblichen Ratgebern zum Smalltalk.
17. Mai 2011Der Tod als Karrierekick
Muss ich erst sterben, um zu leben? Diese Frage stellte Österreichs erfolgreichster Populärmusiker (siehe auch unseren Newsletter vom 25. März 2008 – Als 99 Luftballons die Welt eroberten) auf seinem Album Out of the Dark.
16. Mai 2011Nur noch drittklassig
Vor acht Jahrzehnten waren die bedeutendsten Fußballnationen Europas andere als heute. Engländer und Schotten gaben damals den Ton an. Letztere beispielsweise hatten bis zum 16. Mai 1931 außerhalb der britischen Insel kein einziges Spiel verloren.
13. Mai 2011Freitag der 13. – der Beweis
Über Freitag den 13. sind die Meinungen geteilt. Ist er ein Unglückstag – oder ein ganz normales Datum?
12. Mai 2011Der erste funktionsfähige Computer
Bereits im Jahr 1938 stellte der deutsche Erfinder Konrad Zuse einen komplett mechanischen Rechner her.
11. Mai 2011Romantisch oder prosaisch? Ihr Small Talk im Mai
Jugend, Liebe, Gesang und all das, was schön ist im Leben: Das ist der Mai. So sah es der amerikanische Dichter Henry Longfellow, der im 19. Jahrhundert lebte. Tatsächlich hält der Mai für den Romantiker alles bereit – einschließlich zahlreicher Gedichte, die komplett zu zitieren allerdings jeden Small Talk-Partner überfordern würden.
10. Mai 2011Der Tag des Buches und seiner Verbrennung
Der 10. Mai ist der Tag des Buches. In Deutschland wird er immer an diesem Datum begangen, in Gedenken an die Bücherverbrennung: Am 10. Mai 1933 ließen die Nationalsozialisten die Werke „entarteter“ und jüdischer Schriftsteller und Wissenschaftler öffentlich in Flammen aufgehen.
9. Mai 2011Tag der Flagge, der Hymne und der gemeinsamen Währung
Von Europa als Traum von Wenigen, Hoffnung für Viele, Notwendigkeit für uns alle sprach – Leser unseres Newsletters wissen’s spätestens seit dem 19. April 2011 – Konrad Adenauer.
6. Mai 2011Viele Väter, eine Mutter
Vor 155 Jahren erblickte Sigmund Freud das Licht der Welt. Er tat dies im nordmährischen Städtchen Přibor, das damals zu Österreich und heute zur Tschechischen Republik gehört. Vor einigen Jahren weilte der Autor dieser Zeilen eher zufällig in der Heimat des Vaters der Psychoanalyse.
5. Mai 2011Als die Fahrräder aus den Niederlanden verschwanden
Niederlands Fußballer haben erst einmal einen Titel gewonnen – und den ausgerechnet beim Erzrivalen. Das war bei der Europameisterschaft 1988 in Deutschland. Im Endspiel besiegten die Oranjehemden die Sowjetunion mit 2:0. Vorher waren sie im Halbfinale auf die Gastgeber getroffen.
4. Mai 2011Der Mai als Small-Talk-Thema
Alles neu macht der Mai – und liefert Ihrem Small Talk jede Menge frische Themen. Es beginnt bereits mit dem Namen: ‚Wonnemonat’ wird der Mai bei uns auch genannt. Die Bezeichnung stammt aus dem 8. Jahrhundert und geht auf Karl den Großen zurück. Der fränkische König und spätere Kaiser erfreute sich der steigenden Temperaturen und der sprießenden Vegetation. Später setzte sich bei uns die lateinische Monatsbezeichnung durch: Der Mai ist nach der römischen Göttin Maia benannt.
3. Mai 2011Der Heilige und das Prinzip, für das er nichts kann
Der Schutzpatron der Feuerwehr ist der Heilige Florian. Morgen ist sein Tag groß im katholischen Namenskalender vermerkt. Die religiöse Popularität verdankte der römische Beamte im oberösterreichischen Lorch seiner Konsequenz:
2. Mai 2011Missbrauchte Freiheit
Gibt es tatsächlich keine Freiheit ohne Pressefreiheit? Mag sein, denn die Pressefreiheit gehört zu den Grundrechten; sie ist in jeder demokratischen Verfassung garantiert.
29. April 2011Jobkiller oder Investition in die Zukunft?
„Wer in der Arbeit bloß einen reinen Kostenfaktor sieht, dessen Preis so weit wie möglich gedrückt werden muss, der hantiert mit sozialem Sprengstoff, der rüttelt an den Grundfesten unserer Zivilisation.“
28. April 2011Eine Meuterei, die kräftig Wellen schlug
Die Mannschaft bestand aus 46 Männern. In den Büchern, die das Ereignis beschreiben, welches sich heute zum 222. Mal jährt, wird die Crew meist fein säuberlich in zwei Gruppen eingeteilt.
27. April 2011Selbstironie im Smalltalk
Es gibt eine Form der Ironie, mit der Sie niemandem Schaden zufügen. Wenn Sie im Smalltalk garantiert Sympathiepunkte mit Ihrem Humor einfahren wollen, setzen Sie auf Selbstironie. Menschen, die ironisch reflektiert sind und sich selbst gerne mal durch den Kakao ziehen, ernten sogar Pluspunkte von Leuten, die ihnen vorher nicht besonders gut gesinnt waren.
26. April 2011Auch auf Koptisch, Maltesisch, Inuit
Es ist schon verdammt hart, zweitgeborener Sohn zu sein. Oder auf einer einsamen Insel festzusitzen, alle möglichen Dinge zu bauen und einem Eingeborenen Englisch beizubringen. Aber es lohnt sich doch. Vor allem, wenn man die elende Geschichte zu Papier bringt.
21. April 2011Kein Fairplay gegenüber dem Elch
Vor einem Jahr mussten wir über unseren gehörnten Freund Negatives vermelden: Es gebe zu viele verdammte Elche auf Neufundland, so der Tenor des damaligen Beitrags. Jetzt sind neue Schreckensnachrichten von der großen Insel vor der Ostküste Kanadas – sie ist nur wenig kleiner als Island – eingetroffen, mittels eines Korrespondentenberichts in der Frankfurter Rundschau. Für Leser dieses Newsletters beinhalten die Meldungen wenig Neues.
20. April 2011Ironie im Smalltalk
Nicht jede Art von Humor wirkt im Small Talk gleich. Ironie etwa beweist Geist und Witz. Nur darf sie niemandem schaden. Ironie zieht nur bei Gesprächspartnern, die Ihnen einigermaßen wohlgesonnen sind. Sind Sie sich dessen im Gespräch (noch) nicht sicher, lassen Sie die Ironie lieber außen vor.
19. April 2011Das Adenauer-Zitat, diesmal mit Quellenangabe
Anscheinend gebricht es diesem Land an Geschichte-Oberseminaren und Germanistik-Sprachforschungsinstituten. Wie anders lässt es sich erklären, dass nach dem gestrigen Newsletter die Redaktion eine Vielzahl der üblichen Zuschriften (also zwei statt einer) erreichte? Alle einte derselbe Begehr: Aufklärung über die genauen Umstände und das Datum des berühmten Adenauer-Zitats.
18. April 2011Der Grundstein für das Haus Europa
„Die Einheit Europas war ein Traum weniger. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für alle.“ Diese legendären Sätze soll Deutschlands erster Bundeskanzler gesagt haben. Geben Sie die Triade, wie eingangs dieses Beitrags in Anführungszeichen geschrieben, einmal in Google ein: Sie erhalten 106 Treffer. Was Sie nicht bekommen, ist eine genaue Angabe, woher dieses Zitat stammt. Nun sieht sich die Redaktion dieses Newsletters weder als Geschichte-Oberseminar noch als Germanistik-Sprachforschungsinstitut und muss daher keineswegs herausfinden, ob überhaupt und wann Konrad Adenauer seine berühmten Worte ausgesprochen hat. Vermutlich nach dem Zweiten Weltkrieg.
15. April 2011Als Libyen das erste Mal bombardiert wurde
Die Libyen-Politik des Westens gleicht einer Achterbahnfahrt. Mit einem solchen Erscheinungsbild darf sie Einzug in unseren Newsletter halten, der sich ja nicht nur auf unernste und belanglose Themen kaprizieren muss.
14. April 2011Ein neues Hassobjekt aus Island
„In Island, wo ich aufwuchs“, erinnert sich die Sängerin Björk Gudmundsdottir, „warfen die Kinder Steine nach mir und beschimpften mich, weil ich in ihren Augen sonderbar aussah. Als ich später nach London zog, ist mir das nie mehr passiert.“ Als Du nach London zogst, liebe Björk, warst Du auch schon groß, und gegenüber Erwachsenen wächst selbst bei ungezogenen Britenkindern die Hemmschwelle, sie mit Steinen zu bewerfen.
13. April 2011Witze und Anekdoten im Small Talk
Humor kommt generell, Ironie und Selbstironie speziell in der gehobenen Konversation an. Es gibt auch einfachere, volkstümlerische Varianten des Humors, die Ihnen im Small Talk offenstehen.
12. April 2011Eine amerikanische Erfahrung
In welchem Krieg ließen die meisten Amerikaner ihr Leben? Es war nicht der Erste Weltkrieg, es war nicht der Zweite Weltkrieg, und es war auch nicht der Vietnamkrieg. Die meisten Opfer gab es für die USA im Bürgerkrieg zu beklagen: 617 528 Soldaten und Zivilisten fanden während der größten militärischen Auseinandersetzung auf amerikanischem Boden den Tod.
11. April 2011Der langweiligste Tag des 20. Jahrhunderts?
Der 11. April ist laut der Internet-Enzyklopädie Wikipedia der langweiligste Tag der Weltgeschichte. An keinem anderen Datum passierte angeblich so wenig Bedeutsames – zumindest, was das 20. Jahrhundert betrifft. Keine bedeutenden Personen starben an diesem Tag, und es kamen auch keine neuen hinzu.
8. April 2011Astronomie statt Astrologie
Jahrhundertelang stand die Astrologie in höchst seriösem Ansehen. Vor allem die abergläubischen Machthaber des Mittelalters bedienten sich der heute als Scharlatanerie geziehenen Lehre und zeigten sich gegenüber deren Jüngern durchaus erkenntlich. Erst ab Mitte des 15. Jahrhunderts machte die wissenschaftliche Himmelsbeobachtung der Sterndeuterei den Rang streitig. Einer ihrer hervorragendsten Vertreter wirkte an der Wiener Universität.
7. April 2011Die Sprache des Patienten
Heute ist Weltgesundheitstag. Ein schöner Anlass, sich wieder einmal in die Welt der Weißkittel zu versetzen. „Erst das Wort, dann die Pflanze, zuletzt das Messer“, lautet deren Maxime, welche dem römischen Gott der Heilkunde in den Mund gelegt wurde. Der Patient hätte diesen Leitsatz am liebsten auf die ersten drei Worte beschränkt. Sie schätzen Beratung mehr als Medikamente oder gar Operationen.
6. April 2011Humor im Small Talk
Haben Sie den letzten Small Talk-Tipp (siehe unseren Newsletter vom 30 März 2011 „Nach der Anreise folgt – die Abreise“) beherzigt? Hoffentlich nur in der abgemilderten Form, indem Sie die Idee lediglich erzählt, nicht aber in die Praxis umgesetzt haben. Unsere Redaktion hat inzwischen eine Reihe von Protestschreiben aus der Taxifahrerszene erreicht. Offenbar befürchtet die Zunft der professionellen Beförderer einen massiven Auftragseinbruch.
5. April 2011Das Wetter vor hundert Jahren
Im Small Talk bietet sich als Thema immer mal wieder das Wetter an. Gibt es aktuell nichts her, schaut man in die Zukunft oder blickt zurück. Der Gegenstand der Unterhaltung wandelt sich dann zum Klima.
4. April 2011Seit zwanzig Jahren tot, aber immer noch frisch
1991 war für die Schweiz, kulturell gesehen, ein Unglücksjahr: Das kleine Land verlor seine beiden größten Schriftsteller: Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch. Letzterer starb heute vor 20 Jahren. Als das Meinungsforschungsinstitut Allensbach sich nach den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts erkundigte, landete Frisch unter den Top Ten. Die Umfrage fand, wohlgemerkt, nicht in der Schweiz, sondern in Deutschland statt.
1. April 2011Finnen und Briten fürchten jetzt schon den nächsten Sommer
Nebel und Nieselregen sind unsere ersten Gedanken, wenn vom Londoner Winter die Rede ist. Das Bild einer ganz in grau gehüllten Themsemetropole entsteht in unseren Köpfen, und wir empfinden nur deshalb kein Mitleid mit ihren Bewohnern, weil sie wegen ihrer Spleenigkeit ohnehin nicht wetterfühlig sind.
31. März 2011Wenn der Elch nichts zu tun hat
Was machen Tiere, wenn sie gerade mal nichts Besseres zu tun haben und ein paar Exoten begaffen wollen? Sie gehen in den Zoo. Die Möglichkeit dazu haben sie tatsächlich – vorausgesetzt, sie leben in der Nähe des Saint-Jean-Sees im Norden der kanadischen Provinz Québec.
30. März 2011Nach der Anreise folgt – die Abreise
Nicht nur die Frage, wie jemand zum Veranstaltungsort gefunden hat, ist im Small Talk von Belang. Mindestens ebenso interessant ist es, herauszufinden, wie man wieder zurückkommt. Vielleicht kann man ja ein Taxi teilen. Würde ein solches Angebot zu aufdringlich wirken, verzichten Sie lieber darauf. Erzählen Sie stattdessen eine Geschichte.
29. März 2011Rebellen
Einen frühmodernen Rebellen haben wir Ihnen, in der Person Michael Gaismairs, in unserer Ausgabe vom 11. März vorgestellt. Ein moderner Rebell starb 1955: James Dean war in einem Porsche unterwegs, seinen Freiheitsdrang auslebend und, wie so häufig, viel zu schnell.
28. März 2011Warum man nicht schneller sein muss als ein Löwe
Vor exakt fünf Jahren wurde an dieser Stelle die Frage beantwortet, warum der böhmische Löwe zwei Schwänze hat (siehe unsere Ausgabe vom 28. März 2006).
25. März 2011Der Siegeszug der Zuckerindustrie
Heute vor 200 Jahren kam ein großer Feldherr auf die Idee, der einen ganzen Industriezweig zum Blühen brachte. Als Napoleon Bonaparte auf Europas Schlachtfeldern Krieg führte, strafte ihn der Rivale England mit einer Rohstoffsperre. Unter die Produkte, die von britischen Blockadeschiffen ferngehalten wurde, fiel der Zucker. Dieser, meinte der findige Franzose, ließe sich auch aus Rüben gewinnen. Den Anbau der süßen Knollen befahl Napoleon in allen Ländern, die in den unfreiwilligen Genuss seiner Herrschaft gekommen waren.
24. März 2011Ein schöner Vogel, leider ausgestopft
Warum schauen wir uns ausgestopfte Tiere im Museum an? Vermutlich, weil sie so putzig aussehen. Dabei vergessen wir manchmal, um wie viel schöner diese Tiere sind, wenn sie noch leben. Besonders krass ist das Verhältnis zwischen Präparaten und lebendigen Exemplaren bei den Wandertauben: geschätzte 1000:0. Der zweite Wert ist verbürgt.
23. März 2011Wie war die Fahrt hierhin?
Der Ort, an dem Sie sich befinden, zieht eine weitere den Small Talk belebende Frage nach sich: Wie war die Anreise? Wichtig bei einem solchen Themen ist die Art und Weise, wie Sie Ihre Auskünfte einholen: Vermeiden Sie unbedingt Fragen, die mit einem simplen Ja oder Nein beantwortet werden können.
22. März 2011Wertvolles Wasser
„Alle Organisationen“, so die Aufforderung am heutigen Weltwassertag, „die wasserwirtschaftliche Aufgaben erfüllen oder zum Schutz der Gewässer beitragen können, sind aufgefordert, die Öffentlichkeit auf den besonderen Wert sauberen Trinkwassers aufmerksam zu machen.“ Doch schauen wir in diesem Newsletter einmal nicht auf die 1,2 Milliarden Menschen weltweit, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Wir blicken nach Deutschland.
21. März 2011Tierische Frühlingsboten
In der Eifel sind es springende Frösche (siehe unseren Newsletter von vor vier Tagen „Nicht nur der Tag des Heiligen Patrick“), im Osten der USA grüßt ein Murmeltier (Ausgabe vom 1. Februar 2008 „Morgen ist Groundhog Day“). Tierische Frühlingsboten erfreuen den Menschen. Meistens jedenfalls.
18 März 2011Die Tage der Kommune
Die französische Hauptstadt war schon immer auch etwas Besonderes. Doch was sich ihre Bevölkerung am 18. März 1871 herausnahm, stellte sogar den Staat infrage. „Was fordert Paris?“, hieß es in einem Manifest, das auch sogleich die Antwort gab: „Die absolute Autonomie der Kommune.“ Wichtig war das Adjektiv: Die Bürger wollten sich selbst regieren, ohne dass übergeordnete regionale oder staatliche Behörden auch nur das Geringste mitzubestimmen hätten.
17. März 2011Nicht nur der Tag des Heiligen Patrick
Heute ist der Tag, an dem der Heilige Patrick angeblich geboren und auch gestorben ist. Am 17. März feiern die Iren deshalb den St. Patrick's Day – nicht nur in der Heimat, sondern auch in den zahlreichen Irish Pubs, die wie sie selbst über die ganze Welt verstreut sind (siehe auch unseren Newsletter vom 17. März 2008 „Wo der St. Patrick's Day zuerst gefeiert wurde“). Da dürfen Veranstaltungen in Deutschland selbstverständlich nicht fehlen (siehe unsere Ausgabe vom 17. März 2009 „Der St. Patrick's Day wird auch in Deutschland gefeiert“).
16. März 2011Der Ort, an dem Sie sich befinden
Nicht nur der Ort, aus dem Sie stammen, birgt Gesprächsstoff. Auch der Ort, an dem Sie sich befinden. Falls Sie sich dort nicht auskennen, könnten Sie Ihr Small Talk-Gegenüber um den einen oder anderen hilfreichen Hinweis bitten. Oder umgekehrt: Ihr Gesprächspartner teilt Ihnen mit, er sei zum ersten Mal in jener Stadt. Dann können Sie etwas Nachhilfe geben. Und wenn Sie sich beide nicht auskennen? In einem solchen Fall weiß zumindest einer eine lustige Gelegenheit zu berichten, wie er – oder sie – an den Ort der Veranstaltung gefunden hat.
15. März 2011Weder Ideal noch Wirklichkeit
US-Präsident John F. Kennedy war der erste, der Verbrauchern verbriefte Rechte zugestand. Dazu zählten sichere Produkte, eine umfassende Information über und eine freie Wahl dieser Produkte auf einem für alle frei zugänglichen Markt. Zu den Verbrauchern rechnete Kennedy ausdrücklich auch Patienten hinzu. Aus der Anregung wurde ein festes Datum: Seit 1983 ist der 15. März der Tag des Verbraucherschutzes.
14. März 2011Große Kunst eines verletzlichen Künstlers
Der Komponist, um den es heute geht, schreibt ein Musikkritiker, „kann entsetzlich bummelich schreiben, ohne Kraft und Saft, ohne Erfindung; er dudelt ein Stück wie das andere herunter.“ Der Schreiber dieser Zeilen, ein gewisser Robert Eitner, war gefürchtet und verschaffte manchem Künstler ein Andenken, auf welches er liebend gern verzichtet hätte. Als die Kritik 1884 erschien, konnte sich der Künstler nicht mehr wehren: Zu diesem Zeitpunkt war er schon mehr als ein Jahrhundert tot.
11. März 2011Eine Leiche in Habsburgs Keller
Nächsten Donnerstag beginnt die Leipziger Buchmesse. Auf eine Neuerscheinung möchte ich Sie heute schon aufmerksam machen: ein historisches Sachbuch im Stil einer Dokufiktion: Die Handlung, wie bei einem Tagebuch immer mit Datumsangabe, springt von Ort zu Ort; später werden die einzelnen Stränge zusammengeführt. Das bringt Tempo und Spannung in die Angelegenheit.
10. März 2011Der Staat bin ich
Der Staat bin ich: Mit dieser einfachen Formel begründete Frankreichs König Ludwig XIV. seinen Herrschaftsanspruch. Der wurde mit dem 10. März 1661 absolut.
9. März 2011Ich komme aus... äh...
Die Frage nach der Herkunft bringt jeden Small Talk ins Rollen. Doch ergibt sich nicht immer eine Antwort, mit welcher das Gegenüber sofort etwas anfangen kann. Einmal angenommen, Sie kommen aus einem Kaff, das niemand kennt. Dann könnten Sie die Herkunftfrage natürlich mit dem Satz „Ich komme aus einem Kaff, das niemand kennt“ beantworten.
8. März 2011Surfen auf der Westerwelle
Morgen ist Aschermittwoch. In Bayern wird der erste Tag nach dem Fasching gerne mit dem Adjektiv ‚politisch’ begangen. Den am meisten beachteten Auftritt, so viel ist heute schon klar, wird Horst Seehofer halten.
4. März 2011Nicht ewig neutral
Heute vor 10 Jahren fand in unserem südlichen Nachbarland eine Volksabstimmung statt: 3 von 4 Wahlberechtigten entschieden sich gegen einen Beitritt der Schweiz zur Europäischen Union. Damit wiederholte sich das Ergebnis der Befragung von 1992. So ganz abgeschieden von allen internationalen Zusammenschlüssen wollte das kleine Alpenland freilich nicht bleiben.
2. März 2011Ich komme aus …dem Bergischen Land!
Stellen Sie sich vor, jemand fragt Sie im Verlauf eines geselligen Abends nach Ihrer Herkunft. Nehmen wir weiter an, Sie stammen aus einer Metropole im Bergischen Land. Nun könnten Sie, um ein wenig Spannung in den Small Talk zu bringen, listig antworten: "Ich stamme aus einer Metropole im Bergischen Land!"
1. März 2011Werbung für Wuppertal
Wuppertal ist die Heimat von Friedrich Engels und der Schwebebahn. Leider durfte der berühmteste Sohn der Stadt die Geburtsstunde des weltweit einzigartigen Verkehrsmittels nicht mehr miterleben.
28. Februar 2011Ein Mord, der wohl nie aufgeklärt wird
„Die Geschichte ist eine Schule, in der die Stundenpläne selten eingehalten werden“: Der Urheber dieses Zitates hatte seine letzte Stunde vermutlich auch nicht vorhergesehen. Sie schlug heute vor 25 Jahren mitten in der Stockholmer Innenstadt.
25. Februar 2011Karl May, werkgetreu verfilmt
Heute hat Karl May Geburtstag. Der Schriftsteller wurde am 25. Februar 1842 im sächsischen Hohenstein-Ernstthal geboren. Bestimmt wird an seinem Wiegenfest wieder einer der Kinokassenschlager der 1960er Jahre ausgestrahlt, die zur weiteren Popularität des Dichters beitrugen. Doch hielten vor allem die Winnetou-Verfilmungen gehobenen Ansprüchen kaum stand: zu holzschnittartig die Charaktere, zu kitschig die Handlung.
24. Februar 2011Der bequemere Weg zum Erfolg
Darf ein Buch, das Persönlichkeitsrechte verletzt, verboten werden? Im Falle von Klaus Manns Mephisto, Roman einer Karriere geschah dies tatsächlich. 8 Jahre lang hatte das Werk die Gerichte beschäftigt, als das Bundesverfassungsgericht am 24. Februar 1971 in einem Grundsatzurteil das Verbot bestätigte. Geschrieben hat Klaus Mann, der wie sein Großvater Thomas vor den Nationalsozialisten fliehen musste, seinen Mephisto im holländischen Exil. Dort erschien er 1936 im Amsterdamer Querido Verlag, in deutscher Sprache.
23. Februar 2011„Ich komme … nicht aus der Domstadt“
Die Frage nach der Herkunft bringt jeden Small Talk ins Rollen. Vor allem, wenn Sie diese nicht direkt beantworten, sondern über einen kleinen Umweg. Einmal angenommen, Sie stammen aus Düsseldorf. Dann haben Sie mehrere Möglichkeiten, Ihre Herkunft auf amüsante Art ein wenig zu verschleiern. Sagen Sie beispielsweise:
22. Februar 2011Ein allseits anerkannter Märtyrer
Es ist selten, dass gleich sechs verschiedene Kirchen einem einzigen Heiligen huldigen. Morgen ist dies der Fall. Der 23. Februar wird von der katholischen, evangelischen, anglikanischen, orthodoxen, armenischen und koptischen Kirche begangen. Die ebenso breite wie tiefe Verehrung gilt einem – laut Übersetzung aus dem Griechischen – viel Frucht Bringenden.
21. Februar 2011Qualitätsjournalismus aus Hamburg
Wochenzeitungen haben es in Deutschland schwer. Sie müssen sich bei der Jagd nach den werten Lesern und den noch begehrteren Abonnenten mit den überregionalen Tageszeitungen wie Süddeutsche, Frankfurter Allgemeine, Frankfurter Rundschau, Welt und tageszeitung messen. Darüber hinaus machen ihnen die politischen Wochenmagazine Der Spiegel und Focus die Leserschaft streitig.
18. Februar 2011Als die USA zwei Präsidenten hatte
Was geschieht mit einem gewählten Staatsoberhaupt, wenn sein Staat ihm verlustig geht? Dieser seltene Umstand widerfuhr Jefferson Davis. Heute vor 150 Jahren wurde er als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt.
17. Februar 2011Zweimal denselben Fehler gemacht
Alpine Skiläufer wurden in diesem Newsletter bislang kaum gewürdigt. Heute kommt einer zu Ehren, der etwas schaffte, was ihm vermutlich kein professioneller Rennfahrer nachmachen wird – und auch nicht nachahmen möchte.
16. Februar 2011Wie geht es weiter nach der Selbstvorstellung?
Wie geht es weiter, nachdem sich beim Small Talk die Gesprächspartner gegenseitig mit Namen vorgestellt haben? Man könnte die Person gegenüber fragen, woher sie denn komme. Und sie könnte, um ein Beispiel zu geben, antworten: aus Bonn.
15. Februar 2011Dieses Jahr kein Rosenmontag …
… zumindest nicht im Februar. Letztes Jahr am Fünfzehnten dieses Monats hatte der Schreiber dieser Zeilen es gut: Er musste keinen Beitrag verfassen, und auch die werte Leserschaft durfte sich eine Pause gönnen und den Tag mit Nützlicherem verbringen (unsere Ihnen werktäglich zugesandten Zeilen dienen ausschließlich der Erbauung; allgemeinbildende Nebenwirkungen sind bestenfalls willkommen, keinesfalls beabsichtigt!).
14. Februar 2011Eine Erfindung der Post
Ist der Valentinstag eine Erfindung der Geschäftsleute? Für diese These spricht, dass sich Verliebte auf der ganzen Welt am 14. Februar Blumen, Süßigkeiten und andere kleine Aufmerksamkeiten schenken. Für eine andere These spricht die Tatsache, dass jedes Jahr weltweit mehr als eine Milliarde Karten so versandt werden, dass sie am 14. Februar beim Empfänger oder bei der Empfängerin des Herzens ankommen (siehe auch unseren Newsletter vom 12. Februar 2010 – Wie der 14. Februar zum Tag der Verliebten wurde).
11. Februar 2011Gewinnstreben contra Nächstenliebe
„Die Rolle der Ärzte hat sich radikal verändert, sie werden heute von Managern unterwiesen und sind nicht länger Anwälte der Patienten. Das Ziel der Medizin ist eine gesunde Bilanz statt einer gesunden Population. Der Schwerpunkt liegt auf Effizienz, Profitmaximierung, Kundenzufriedenheit, Zahlungsfähigkeit, Unternehmertum und Wettbewerb. Die Ideologie der Medizin wird ersetzt durch die Ideologie des Marktes. In dem Maße, in dem Medizin zum Kapitalunternehmen wird, wird die medizinische Ethik durch die Geschäftsethik verdrängt.“
10. Februar 2011Den Diplomingenieur abbusseln?
Der ‚Diplomingenieur’ sollte im Smalltalk unerwähnt bleiben, hieß es im gestrigen Newsletter. Zu welch unfreiwilliger Komik die Nennung des Titels führen kann, möchten wir in unserer heutigen Ausgabe demonstrieren. Was halten Sie von folgender Fußballreportage eines österreichischen Kollegen:
9. Februar 2011Selbstvorstellung beim Small Talk?
Es gibt Alltagssituationen, in denen eine Selbstvorstellung nicht nötig, ja sogar überflüssig ist: etwa bei einer Bitte um Auskunft, bei der Frage nach dem Weg oder der Uhrzeit, in Wartezimmern von Ärzten, auf Reisen im Flugzeug und in der Bahn, beim Warten auf den Aufzug oder während dessen Benutzung.
8. Februar 2011Gestorben, und diesmal für immer
Fjodor Michailowitsch Dostojewski war nicht nur Schriftsteller. Ursprünglich hatte er Ingenieur gelernt. Sein Berufsethos sah er einmal darin, „bewusst ein Ziel anzustreben und sich auf diese Weise mit der Technik zu befassen – indem man neue Wege bahnt, wo immer sie auch hinführen mögen.“ Sein weiterer Weg führte ihn leider nicht zu beruflichem Erfolg, sondern vor ein Erschießungskommando.
7. Februar 2011Die letzte Männerbastion Europas
Es ist nicht so, dass die Schweiz sich in ihrer Geschichte besonders frauenfeindlich gab. Bereits 1867 standen, etwa in Zürich, die Universitäten auch weiblichen Studierenden offen. Nur mit dem Wahlrecht ließen sich die Eidgenossen Zeit. Es wurde Frauen erst 1971 gewährt. Und das nur auf Bundesebene. Heute vor 40 Jahren durften ausschließlich Männer darüber abstimmen. Ein früherer Versuch, den Frauen an den Wahlurnen endlich das gleiche Recht einzuräumen, war 1959 bei einem Volksentscheid gescheitert.
4. Februar 2011Wer folgt Elisabeth auf den Thron?
Den König oder die Königin abzusetzen ist in Großbritannien nahezu unmöglich. Deshalb muss sich Kronprinz Charles noch eine Weile gedulden, auch wenn er dieses Jahr sein 63. Lebensjahr vollendet. Eine Wechselmöglichkeit nicht auf dem Thron, aber in der Ausübung der Regierungsfunktion räumt das britische Recht allerdings ein.
3. Februar 2011Der Tag, an dem die Musik doch nicht starb
Eine der längsten Singles, die je veröffentlicht wurden, ist American Pie. Das Stück ist so lang – über acht Minuten – dass es auf eine Vor- und Rückseite gepresst werden musste. Trotzdem wurde die Scheibe von Don McLean ein Hit. 1971 konnten Folksänger noch Platz 1 der amerikanischen Charts erreichen.
2. Februar 2011So verbessern Sie Ihre kommunikative Kompetenz!
Kommunikative Kompetenz – ein zu großes Wort für die kleine Konversation? Zugegeben, allzu anspruchsvoll sollte es im Small Talk nicht zugehen. Doch ohne Gesprächsbereitschaft kommt keine Unterhaltung in Gang.
1. Februar 2011Ein ostfriesischer Blödelstar, der nicht auf den Namen Otto hört …
… wurde heute vor 70 Jahren in Emden geboren. Der Sohn eines Lehrerehepaars hatte in einem protestantischen Elternhaus wohl so viel dröge Ernsthaftigkeit miterlebt, dass er sein Leben lang nur noch Unfug machen wollte. Das stimmt freilich nicht ganz.
31. Januar 2011Ein Ex-Politiker wird vierzig
Wenn es jemand mit 30 Jahren in diesen Newsletter verschlägt, muss er Sportler sein, etwas Großartiges geleistet haben – oder Philipp Mißfelder heißen (siehe unsere Ausgabe vom 25. August 2009 „Herzlichen Glückwunsch, Philipp Mißfelder!“). Die Person, um die es heute geht, ist gerade 40 geworden. Im Gegensatz zu Philipp Mißfelder hat Matthias Berninger die politische Karriere bereits hinter sich. Und das ganz freiwillig!
28. Januar 2011Deutscher, Pole und Europäer
Sein Name ist als Jan Heweliusz oder Johann Hewelke überliefert, je nachdem man seine Geburtsstadt Danzig Polen oder Deutschland zugehörig erklärt, was in der turbulenten Geschichte der beiden Völker nicht immer einfach war – auch nicht am 28. Januar vor 400 Jahren, als der große Astronom das Licht der Welt erblickte. Seine Schriften, die Licht in die Dunkelheit des Alls brachten, publizierte als Johannes Hevelius in lateinischer Sprache. Sich selbst bezeichnete der Wissenschaftler als Bürger des polnischen Weltreichs, das seinerzeit von der Ostsee bis an die türkische Grenze reichte.
27. Januar 2011Ball contra Würfel: Wenn das Runde dem Eckigen folgt
„Der Ball ist rund“, lautet Fußball-Deutschlands bekannteste Weisheit. Sie wird dem früheren Nationaltrainer Sepp Herberger (siehe auch unseren Newsletter vom 28. März 2008 „Einfache Wahrheiten, die nicht mehr stimmen“) zugeschrieben. Der fragte einst auch, warum sich die Leute so gerne Fußball anschauen. Die Antwort lieferte er gleich mit: „Weil sie net wissen, wie's ausgeht!“ Solche scheinbar ehernen Wahrheiten bedürfen seit einiger Zeit der Überprüfung.
26. Januar 2011Sind Sie kommunikativ?
Ob Sie einen gelungenen Small Talk führen, hängt nicht zuletzt von Ihrem Gesprächsverhalten ab. Beantworten Sie für sich ehrlich die folgenden sieben Fragen – und finden Sie heraus, ob Sie ein kommunikativer Typ sind.
25. Januar 2011Vogelhochzeit mit Rabe und Elster
Bei der Vogelhochzeit denken Sie vielleicht an das bekannte Kinderlied. Darin spielen einheimische Singvögel die Hauptrolle: Die Drossel ist der Bräutigam, die Amsel die Braut. Auch ein Pfau darf als Exot mitwirken, und selbst ein Räuber wie der Sperber wird vom Fest nicht ausgeschlossen. Keine Aufnahme finden allerdings Rabe und Elster. Für die ist nur Platz bei der sorbischen Vogelhochzeit. Dort spielen das schwarzweiße und das rabenschwarze Federvieh sogar die Hauptrolle und vermählen sich.
24. Januar 2011Verhinderter Arzt, berüchtigter Schnulzensänger
„Der jüdische Cowboy mit der anachronistischen Attitüde eines versprengten Presley-Jüngers aus den 50er Jahren schreibt in Erfolgsserie theatralische Schlager mit der Verschleißkonsequenz von Saisonhits“: Diese Kritik – sie entstammt dem von Siegfried Schmidt-Joos und Barry Graves herausgegebenen und im Rowohlt-Verlag erschienenen Rocklexikon – können Sie auf der nächsten Party zum Besten geben, sobald Musik von Neil Diamond gespielt wird. Das könnte gut sein, denn seine Hits wie Beautiful Noise, Song Sung Blue oder Let me take you in my arms again haben längst Evergreen-Status erreicht.
21. Januar 2011Fast tödliche Vögel der Seele
„Ein jeder Engel ist schrecklich“, heißt es in dem Gedicht, das Rainer Maria Rilke heute vor 99 Jahren an Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe schickte. Es war die erste von zehn Elegien, die zu erstellen der Dichter ein volles Jahrzehnt benötigte. Erst am 22. Februar 1922 vollendete er die letzte.
20. Januar 2011Überzeugende Gegensätze
„Meine Mitbürger, fragt nicht, was euer Land für euch tun kann. Fragt, was ihr für euer Land tun könnt.“ Diese beiden Sätze entstammen der Amtseinführungsrede des Präsidenten, der heute vor fünfzig Jahren das Ruder in den Vereinigten Staaten übernahm.
19. Januar 2010Wie reden Sie übers Wetter?

Mit einem intellektuellen Gesprächspartner, das haben Sie in der Newsletter-Ausgabe vom 27. Oktober gelernt, bereden Sie das Small Talk-Thema Nummer eins in leicht abgewandelter Form: Sie diskutieren das Klima! Wie aber handhaben Sie es in der Konversation mit bodenständigeren Small Talk-Teilnehmern?

18. Januar 2010Woher der Cocktail seinen Namen hat
Gestern konnten Sie in unserem Newsletter lesen, wer hinter dem Namen eines bestimmten Cocktails steckt. Heute erfahren Sie, woher der Cocktail ganz allgemein seinen Namen hat. Dessen Bezeichnung in der ursprünglichen Sprache scheint auf das Hinterteil eines geflügelten Haustiers zurückzugehen.
17. Januar 2011Kein kalter Kakao
Kalter Kakao mit einem Schuss Rum und wahlweise einem Klecks Sahne obenauf – fertig ist der Longdrink namens Lumumba. Seinen Namen verdankt der Cocktail einem afrikanischen Politiker, der heute vor fünfzig Jahren starb.
14. Januar 2011Glücklicher Märtyrer
Der Name Felix leitet sich aus dem gleichlautenden lateinischen Adjektiv ab, das ‚glücklich’ bedeutet. Natürlich gibt es auch einen Heiligen, der so heißt, und heute ist sein Namenstag. Felix von Nola lebte im dritten Jahrhundert in der Nähe von Neapel. Als Priester seines Heimatstädtchens war er Christenverfolgungen ausgesetzt und erlangte dadurch rasch den in der katholischen Kirche begehrten Märtyrerstatus.
13. Januar 2011James Joyces wahre Heimat
James Joyces Roman Ulysses spielt im Dublin des Jahres 1904, genauer gesagt am 16. Juni jenes Jahres. An diesem Tag hatte der Schriftsteller in einem Pub der irischen Hauptstadt seine spätere Frau Nora Barnacle kennengelernt (siehe dazu unseren Newsletter vom 16. Juni 2009 „Nur im Film der Dummbauer“). Wenige Monate darauf war Joyce bereits in Triest – und blieb ein komplettes Jahrzehnt in der damals zu Österreich-Ungarn gehörenden Hafenstadt. Dort entstanden die Ideen zu seinen wichtigsten Werken. Nur die Schauplätze hat Joyce von seiner Wahlheimat in seine Heimatstadt transferiert.
12. Januar 2011Reden Sie … übers Wetter!
„Alle reden vom Wetter“, meinte einmal Bayerns Urkomiker Karl Valentin, „aber keiner unternimmt was dagegen!“ Warum auch? Dann hätte man ja nichts mehr, über das man reden könnte.
11. Januar 2011Frühstück in Wolfratshausen
Heute vor 9 Jahren rang sich Angela Merkel zu einer wegweisenden Entscheidung für ihren späteren Werdegang durch. Sie traf sich zum Frühstück mit CSU-Chef Edmund Stoiber in dessen Haus südlich von München. Was in Wolfratshausen besprochen wurde, deutete zunächst auf einen Knick in der Karriere der erfolgreichsten ostdeutschen Politikerin hin; verzichtete Angela Merkel doch entgegen früherer Ankündigungen auf eine Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl im Herbst 2002!
10. Januar 2011Bulle, weiblich und aus Gold
Heute vor 655 Jahren tagte in Nürnberg ein wegweisender Reichstag. Unter dem Herrscher Karl IV. (siehe dazu auch unsere Newsletter vom 7. April 2008 „Die älteste deutsche Universität“ und 9. Juli 2007 „1-3-5-7-9-7-5-3-1“) legte die Goldene Bulle das Procedere für die Wahl eines deutschen Königs fest. Der Name des Gesetzes stammt ab vom lateinischen bulla für die Kapsel, in der Urkunden aufbewahrt wurden. Das Behältnis war bei besonders wichtigen Papieren aus Gold.
7. Januar 2011Die erste Präsidentschaftswahl
Heute vor 222 Jahren wurde der erste Präsident der USA gewählt. Bereits 1789 erfolgte die Kür nicht direkt durchs Volk, sondern durch Wahlmänner. Nur zehn der damals dreizehn Vereinigten Staaten durften an der Wahl teilnehmen; North Carolina und Rhode Island hatten die Verfassung noch nicht ratifiziert, in New York mochte man sich nicht auf einen Wahlmodus einigen.
6. Januar 2010Ein Buch, fast so häufig verkauft wie die Bibel
Der US-Schriftsteller Edgar Lawrence Doctorow (siehe unsere Ausgaben vom 8. April 2010, 6. April 2009, 16. März 2007) ist Lesern dieses Newsletters ein Begriff. Einem großen Publikum bekannt machte ihn sein Roman Ragtime, der 1974 erschien und sechs Jahre später von Miloš Forman verfilmt wurde.
4. Januar 2011Der wahre James Bond

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wann James Bond geboren wurde? Angeblich hat ihn ja der englische Schriftsteller Ian Fleming 1952 erfunden. Doch der wirkliche James Bond ist älter, viel älter, sogar noch älter als Ian Fleming, der 1908 geboren wurde.

3. Januar 2011Ein guter Vorsatz
„Ab Neujahr lichtet sich der Blick, die frohe Laune kehrt zurück, die uns verlassen im Versagen. Ich nehm' mir vor, nicht mehr zu klagen.“ So dichtete sich der amerikanischer Dirigent Leonard Bernstein ins neue Jahr.
30. Dezember 2010Seltsame Silvesterbräuche
Morgen um Mitternacht ist das Jahr 2010 Geschichte. Ich weiß nicht, wie Sie die letzte Nacht verbringen – hoffentlich mit einer fröhlichen Feier! Ganz gleich, ob Sie eine Einladung bekommen haben oder nicht, möchte ich Ihnen einige Anregungen geben, was Sie tun oder lassen können.
29. Dezember 2010Gesprächsstoff für die Silvesterparty
Sind Sie dieses Jahr auf eine „Sylvesterparty“ eingeladen? Dann hätten Sie schon mal das erste Thema für Ihren Smalltalk: Der 31. Dezember als letztes Kalenderdatum geht zurück auf Papst Silvester I. Daher lautet die Bezeichnung für das Datum und die entsprechende Feier korrekt: Silvesterparty.
28. Dezember 2010Letzte Worte zum Jahreswechsel
„Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen: Es muss anders werden, wenn es gut werden soll.“
27. Dezember 2010Worüber schreiben zwischen den Jahren?
Die letzte Dezemberwoche dient der Vorbereitung auf Neujahr, weshalb man die Tage zwischen dem Zweiten Weihnachtstag und Silvester in Ermangelung besserer Namen „Die Zeit zwischen den Jahren“ nennt.
23. Dezember 2010Vielleicht noch eine Idee für ein Weihnachtsgeschenk?
„Glück ist das Einzige, das wir schenken können, ohne es zu besitzen“: Der Inhalt dieses Zitats unbekannter Herkunft ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Vermutlich wissen Sie jedoch selbst nach dessen Lektüre immer noch nicht, was Sie denn jetzt anlässlich der Festtage Ihren Lieben vermachen sollen.
22. Dezember 2010Smalltalk mit Weihnachtsmuffeln – und Weihnachtsromantikern
Nicht jedem Zeitgenossen ist Weihnachten ein willkommenes Thema. Was tun Sie, wenn Sie es mit einem ausgesprochenen Weihnachtsmuffel zu tun haben? Erzählen Sie ihm im Smalltalk über die wenig weihnachtlichen Weihnachtsfeiern in einem unserer Nachbarländer:
21. Dezember 2010Wenn Satire der Resignation weicht
„Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.“ Der für seine scharfe Satire gefürchtete Urheber dieses Zitats starb heute vor 75 Jahren.
20. Dezember 2010Arbeitskräfte wurden gerufen, Menschen kamen
„Es wurden Arbeitskräfte gerufen“, stellte der Schweizer Schriftsteller Max Frisch fest, „und es kamen Menschen“. Die ersten trafen aus Italien ein, wurden in Deutschland Gastarbeiter genannt und reisten auf Basis eines heute vor 55 Jahren geschlossenen Anwerbeabkommens zwischen beiden Ländern in die Bundesrepublik ein.
17. Dezember 2010Mehr als Bundeshaus und Haribo
Gefragt, woher er denn stamme, pflegte der Bonner der Nennung seines Wiegenorts einen Zusatz anzuhängen: aus der Bundeshauptstadt. Als die kapitalen Zeiten mit dem Regierungswechsel nach Berlin passé waren, verfiel der improvisierfreudige Rheinländer rasch auf eine andere Lösung: Er ersetzte das politische durch ein Attribut, welches er der Wirtschaft, genauer gesagt: der Genussmittelindustrie entlehnte: „Ich komme aus Bonn, der Heimat der Haribo-Gummibärchen.“
16. Dezember 2010Dann war endlich Ruhe
Was macht ein für seine Mischung aus Betulichkeit und Ehrgeiz berüchtigter Fernsehsender, wenn die Konkurrenz mit einem überragenden Produkt die Jugend an der Mattscheibe kleben lässt wie Leim die Fliegen? Dem tantenhaften ZDF saß der Erfolgsstachel des seit 1965 von der ARD ausgestrahlten Beat-Clubs (siehe unseren Newsletter vom 14. Januar 2009 „Als Eltern noch um Verständnis gebeten wurden“) tief im Fleisch.
15. Dezember 2010Die passenden Themen für den vorweihnachtlichen Small Talk
Advent und Weihnachten eignen sich naturgemäß als Themen für den Dezember-Smalltalk – und alles, was damit zusammenhängt: Adventskranz und Adventskalender, Weihnachtskarten und Weihnachtslieder, Weihnachtsmärkte und Weihnachtsmänner.
14. Dezember 2010Erik Brahe oder Johannes Kepler?
Erinnern Sie sich noch an unseren Newsletter vom 1. April 2009 „Warum musste Tycho Brahe sterben?“? Es ging um die Ursache des Todes von Tycho Brahe, dem aus Dänemark stammenden Astronomen, der am Hofe Kaiser Rudolfs II. in Prag wirkte. Damals schrieben wir, Brahe sei einem Giftmord zum Opfer gefallen. Sollten Sie unserem Bericht keinen Glauben geschenkt haben, kann ich Ihnen dies angesichts des Erscheinungsdatums der damaligen Ausgabe nicht verübeln. Doch berechtigt war diese Skepsis nicht!
13. Dezember 2010Schwaben in Berlin können aufatmen
Über das schwedische Lucia-Fest haben wir in unserem Newsletter bereits berichtet (siehe unsere Ausgabe vom 13. Dezember 2007 „Ein schöner Brauch aus Schweden“). „Gut möglich, dass der Brauch bald auch bei uns Einzug hält“, spekulierten wir zum Abschluss des Beitrags. Inzwischen hat sich diese Prophezeiung bereits erfüllt und das Luciafest die südskandinavischen Bundesländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern erreicht. Und es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis der alte Ritus aus Schweden sich auch in Deutschlands Hauptstadt breitmacht.
10. Dezember 2010Wer heute nicht nach Oslo reist
Die Verkündung der Nobelpreise erzielt normalerweise mehr Aufmerksamkeit als ihre Vergabe. Das könnte heute anders werden, wenn die begehrte Auszeichnung in der Sparte Frieden an Liu Xiaobo geht. Leider kann der chinesische Dissident sich den Preis nicht abholen, da er selber abgeholt wurde: vor 2 Jahren von chinesischen Sicherheitskräften. Seitdem ist Liu Xiaobo in Polizeigewahrsam. Noch nicht einmal seine Ehefrau wird ihn in Oslo vertreten können, da Liu Xia inzwischen unter verschärfter Bewachung steht und keinen Schritt ohne amtliche Genehmigung tun darf.
9. Dezember 2010Wenn sich eine Gewerkschaft zur Partei entwickelt
Ein Land, das von der Arbeiterpartei regiert wird, braucht keine unabhängige Gewerkschaft. Dachten zumindest die in Polen herrschenden Kommunisten und begannen die nach einem Streik auf der Danziger Leninwerft 1980 ins Leben gerufene Solidarnosc zu schikanieren. Bis dahin hatte die oppositionelle Gewerkschaft fast 10 Millionen Anhänger um sich geschart. Anders ausgedrückt: Jeder dritte polnische Erwachsene war der Solidarnosc irgendwie verbunden.
8. Dezember 2010Fettnäpfchen, die auf Weihnachtsfeiern lauern
Der Dezember ist nicht nur der Monat des Weihnachtsfests, sondern auch die große Zeit der betrieblichen Weihnachtsfeiern. Um zu verhindern, dass die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung zum Fiasko wird und hinterher Ihnen und Ihrer Familie das Fest vermiest, nehmen Sie sich folgende Ratschläge zu Herzen:
7. Dezember 2010Der Tag der Imker und Lebkuchenbäcker
Wenn gleich mehrere Bienen in den Mund eines Kindes eindringen, ist dessen Tod beschlossene Sache. Das Anschwellen der Schleimhäute schon nach wenigen Stichen würde selbst ein Erwachsener kaum überleben. Anders im Fall eines kleinen Jungen aus der Moselmetropole Trier: Die Bienen, die sich in dessen Innenraum niederließen, taten es, um den hungernden Bub mit Honig zu versorgen. Mit dem Kind muss etwas nicht stimmen, dachten daraufhin die Verwandten und führten ihn einem Geistlichen vor.
6. Dezember 2010Heute kommt der Zwarte Piet
Im Rheinland heißt er Hans Muff, im übrigen Deutschland Knecht Ruprecht, in Österreich Krampus und in der Schweiz Schmutzli. Die Rede ist von einem wortkargen, meist schwarzen Mann, der an Tagen wie heute dem Nikolaus zur Hand geht. In unseren westlichen Nachbarländern ist der Zwarte Piet fürs Grobe zuständig: Er muss durch die Schornsteine kriechen und den Kindern Süßigkeiten in die zuvor sauber geputzten Stiefel legen.
3. Dezember 2010Kleine Insel, große Marke
Das Eiland, das die Briten heute vor 200 Jahren den Franzosen entrissen, befindet sich 1700 Kilometer östlich von Afrika im Indischen Ozean. Mit gerade einmal 2000 km² ist es kleiner als das Saarland und hat rund 1,3 Millionen Einwohner. Diese sprechen eine kreolische Version des Französischen, Amtssprache ist jedoch Englisch.
2. Dezember 2010Im Wald der Metropolen
„Dem Wandelnden“, widmete der österreichische Schriftsteller Ludwig Hartinger einem Kollegen zum Wiegenfest, „wächst Blatt um Blatt, Unruhe um Unruhe.“ Der Kollege, das ist Karl-Markus Gauß, treuen Lesern dieses Newsletters ein Begriff (siehe unsere Ausgaben vom 29. Juni 2009 „Assyrer, Zimbern und Karaimen“ und vom 12. Dezember 2007 „Wo Sie heute zwei alte Bekannte treffen können“).
1. Dezember 2010Wie bremsen Sie andere Lästermäuler?
Jeder, der einen anderen schlechter macht, wird es dadurch selbst, erkannte bereits der antike römische Philosoph Seneca. Doch wenn Sie selbst sich im Small Talk mit Tratschereien zurückhalten, heißt das noch lange nicht, dass andere dies auch tun.
30. November 2010Die Tapete oder ich
Ziel des Small Talks ist es, alles zu berühren und nichts zu vertiefen. Heute wollen wir uns im Small Talk-Newsletter dem Klopfer dieses Spruchs annähern: Oscar Wilde heißt oder besser gesagt hieß er, denn er starb am 30. November 1900 in Paris. Der im irischen Dublin geborene Schriftsteller wurde nur 46 Jahre alt.
29. November 2010Ein Staat, der nicht mehr ist
Jugoslawien (siehe auch unseren Newsletter vom 8. Oktober 2010 „Ein Ende, unumkehrbar, aber nicht unvermeidlich“) existierte nicht lange und machte in seiner kurzen Geschichte viele Veränderungen durch. Die erfolgreichste ereignete sich heute vor 65 Jahren: Da wurde die Demokratische Föderation Jugoslawien gegründet. An ihrer Spitze stand Josip Broz, besser bekannt unter seinem Partisanennamen Tito, den er im Kampf gegen die deutschen Besatzer im Zweiten Weltkrieg erworben hatte.
26. November 2010Weniger fromme Adventsgedichte
Adventsgedichte gibt es viele, und sie werden ab Sonntag wieder fleißig zitiert. Dann wird die erste von vier Kerzen auf dem Adventskranz entzündet und dazu ein mehr oder weniger frommer Spruch aufgesagt.
25. November 2010Als Portugal für den Westen gerettet wurde
Wohin steuert Portugal? Diese Frage wurde heute vor 35 Jahren beantwortet. Die Weichen für die Zukunft hatte am 25. April 1974 ein Militärputsch gestellt.
24. November 2010Bitte nicht lästern!
Lästern ist beliebt: In zwei von drei Gesprächen werden einer Untersuchung britischer Sozialwissenschaftler vom Social Issues Research Centre in Oxford Gerüchte verbreitet. Der fröhliche Klatsch hebt die Stimmung aller Beteiligten – solange niemand selbst im Mittelpunkt des Geredes steht.
23. November 2010Von der Revolution enttäuscht
Heute vor 250 Jahren wurde der Mann geboren, der die Französische Revolution zu retten versuchte: François-Noël Babeuf war ein arbeitslos gewordener Landvermesser, den es wie viele seiner Landsleute nach dem Sturm auf die Bastille mit großen Hoffnungen nach Paris verschlagen hatte.
22. November 2010Deutsch-französisches Zweckbündnis
Die Zehn Gebote Gottes sind deshalb so verständlich, weil sie ohne Mitwirkung einer Expertenkommission zustande gekommen sind: Dieser Meinung war Charles de Gaulle, heute vor 120 Jahren im nordfranzösischen Lille geboren und von 1959 an ein volles Jahrzehnt Staatspräsident unseres westlichen Nachbarlandes.
19. November 2010Nicht rechtzeitig verschenkt
Ein reicher Mann lag einst im Sterben. Sein ganzes Leben hatte sich nur um Geld gedreht, und als es nun mit ihm zu Ende ging, dachte er, dass es nicht schlecht wäre, auch im Jenseits immer ein paar Rubel zur Hand zu haben. Darum bat er seine Söhne, ihm einen Beutel voll Rubel in den Sarg zu legen. Die Kinder erfüllten ihm diesen Wunsch.
18. November 2010Der päpstliche Bannstrahl
Wenn zwei Könige sich streiten, freut sich ein Dritter: der Papst. So war das jedenfalls beim hoheitlichen Streit zwischen Staufern und Welsern im Hochmittelalter. Seit 1198 hatten die Deutschen zwei Könige: Philipp von Schwaben aus dem Haus der Staufer und Otto IV. von der Konkurrenz der Welser. Während die deutschen Fürsten Philip bevorzugten, entschied sich Papst Innozenz III., den Welser zu unterstützen.
17. November 2010Der Small Talk und die Langeweile
„Wer sich allein langweilt“, stellte der britische Schauspieler und Gandhi-Darsteller Ben Kingsley einmal fest, „ist auch zu zweit nicht sehr unterhaltend.“ Warum aber gehen Personen, die Partys anöden, in schöner Regelmäßigkeit auf solche Veranstaltungen? Zum einen, weil es zu Hause vermutlich noch öder wäre. Zum anderen wollen sie in ihrer Haltung bestätigt werden, dass sie mal wieder nichts verpasst haben.
16. November 2010Mannheimer Königsmord
„Man kann nicht die Gesundung der Partei einleiten durch Fortsetzung der Krankheit namens Geschwätzigkeit“, sagte Rudolf Scharping. In einem früheren Leben, ältere Leser werden sich vielleicht noch erinnern, betätigte sich der Präsident des Bundes deutscher Radfahrer als Politiker. Das machte er gar nicht so schlecht. 1994 forderte Scharping bei einer Bundestagswahl Helmut Kohl heraus – und scheiterte nur knapp. Ein Jahr später stand wieder eine Wahl an: die zum Vorsitzenden der SPD.
15. November 2010Der Papst in Luthers Land
127 Staaten besuchte Papst Johannes Paul II. in seiner 26-jährigen Amtszeit. Bei so viel Reisefreude nimmt es sich nicht überraschend aus, dass auch das eine oder andere heidnische Territorium dabei war. Die Bundesrepublik Deutschland so zu bezeichnen mag zwar etwas anmaßend klingen, doch fühlte sich der Spiegel beim Besuch des Pontifex heute vor 30 Jahren zu titeln bemüßigt: „Der Papst in Luthers Land“.
12. November 2010Soldaten des Friedens

Vom Soldaten Christi (siehe unseren gestrigen Newsletter) zu den Soldaten des Friedens: Ein Jahrzehnt nach Beendigung des verschuldeten Weltkriegs fand es die junge Bundesrepublik Deutschland, vor allem in Person ihres damaligen Kanzlers, wieder an der Zeit, eine Armee zu haben.

11. November 2010Soldat Christi
Wenn sich ein hilfsbereiter Mensch beim Militär verdingt, hat er etwas falsch gemacht. Zur Ehrenrettung des Martin von Tours muss allerdings gesagt werden, dass es im vierten Jahrhundert noch keinen Zivildienst gab. Außerdem spielte wohl die Familientradition eine Rolle bei der Berufswahl: Bereits der Vater war Offizier in der römischen Armee.
10. November 2010Wann dürfen Sie Besserwisser verbessern?
Besserwisser sollte man in ihrem Zustand belassen, auch und gerade beim Small Talk. Was aber tun Sie, falls ein Besserwisser seinem eigenen Anspruch nicht gerecht wird und einen schlimmen Bock schießt? Am besten, Sie helfen ihm bei einem solchen Lapsus diskret aus der Patsche. Verkneifen Sie sich Belehrungen und spitze Bemerkungen, da diese das Ego Ihres Gegenübers verletzen.
9. November 2010Typisches Frauenschicksal
Berühmt ist sie – typisches Frauenschicksal – bis heute wegen einer Filmszene, in deren Verlauf sie nackt badete und anschließend ebenso unbekleidet durch einen Wald und übers Feld lief. Ekstase war der Titel des Streifens, der 1933 in Prag seine Uraufführung erlebte und später auch, stark zensiert, in deutsche Kinos kam.
8. November 2010Kein besonnener, dennoch ein großer Politiker
Er wird immer noch von Vielen als größter Präsident der Vereinigten Staaten bezeichnet, obwohl seine Amtszeit keine drei Jahre währte. Heute vor fünfzig Jahren wählten die Amerikaner John F. Kennedy mit knapper Mehrheit vor seinem republikanischen Gegenkandidaten Richard Nixon ins Weiße Haus.
5. November 2010Das größte Passagierflugzeug der Welt
Heute vor 80 Jahren startete das damals größte Passagierflugzeug der Welt zum ersten Flug ins Ausland. Ziel war Amsterdam. Nicht dass die Maschine startete, sondern der Ort, von wo aus sie sich in Bewegung setzte, war die eigentliche Sensation: Der seltsame Vogel hob direkt vom Bodensee ab. Das war günstig, denn dort befanden sich auch die Dornier-Werke, die jene Do X entworfen und gebaut hatten.
4. November 2010Eine Wahl, die bereits ein Jahr zuvor entschieden war
Wer der 40. Präsident der Vereinigten Staaten werden würde, war bereits ein Jahr vor der Wahl entschieden: Am 4. November 1979 stürmten Demonstranten die US-Botschaft in Teheran und nahmen 53 Amerikaner als Geiseln. Die Krise vermochte der damalige Präsident Jimmy Carter während seiner Amtszeit nicht mehr zu lösen. Zwar ordnete er eine waghalsige Befreiungsaktion an, die jedoch scheitere, als zwei Hubschrauber kurz vor der Landung auf iranischem Gebiet in der Luft zusammenstießen und die Besatzungsmitglieder ums Leben kamen.
3. November 2010Small-Talk mit Besserwissern
Intellektuelle entpuppen sich beim Small Talk – das haben Sie in den letzten Ausgabe erfahren – als überraschend umgänglich: Sie wollen die Messlatte an die ungezwungene Konversation nicht allzu hoch hängen. Etwas anders verhält es sich mit Besserwissern. Diese Spezies Small Talk-Partner ist zu recht gefürchtet. Wie reagieren Sie, wenn Sie es im Gespräch mit einem ausgesprochenen oberlehrerhaften Gegenüber zu tun haben?
2. November 2010Die Kunst und das Geld
George Bernard Shaw starb heute vor 60 Jahren. Als der große irische Dramatiker und Nobelpreisträger von der Bühne dieser Welt abtrat, werden einige Menschen aufgeatmet haben. Beispielsweise ein junger Autor, der Shaw um die Beurteilung eines Manuskripts gebeten hatte. Die Antwort des Meisters fiel sehr kurz aus: „Ihr Buch hat nur einen Fehler: Die Deckel sind zu weit auseinander.“ Kaum länger geriet die Rezension, die der Kunstkritiker Shaw dem Debütkonzert Londoner Ärzte folgen ließ, die in der Themsemetropole einen Musikverein gegründet hatten. Am nächsten Tag war im Feuilleton über die musikalischen Weißkittel zu lesen: „Man sollte sie an ihre Schweigepflicht erinnern.“
29. Oktober 2010Noch kein Brauch bei uns
Am verlängerten Wochenende (Montag erscheint unser Newsletter nicht!) stehen gleich zwei Feiertage an: das Reformationsfest und Allerheiligen. Beide haben inzwischen wenn schon noch keine Konkurrenz, dann zumindest Gesellschaft von einem weltlichen Brauch bekommen: Halloween. Der Bonner Volkskundler Gunther Hirschfelder (siehe auch unseren Newsletter vom 12. August 2010„Die Angst vor Freitag dem 13.“) führt die Popularität des aus Nordamerika herübergeschwappten Brauchs auf das kulturelle Vakuum zurück, das durch den Bedeutungsverlust vieler Traditionen und religiöser Bräuche entstanden sei. „Der Mensch als soziales Wesen sehnt sich nach Traditionen, die sein Leben strukturieren.“
28. Oktober 2010Ein Nein, das heute noch gefeiert wird
Benito Mussolini, der faschistische Machthaber Italiens, wollte sein Land wieder zu alter Größe führen. Vorbild waren ihm die antiken Römer: Wie diese wollte er den gesamten Mittelmeerraum von der Ewigen Stadt aus regiert wissen. Ein erster Schritt auf diesem Weg war Albanien, das der Duce mit seiner Armee rasch eroberte. Als nächstes Opfer sollte Griechenland folgen.
27. Oktober 2010Dürfen Sie mit einem Intellektuellen über das Wetter reden?
Wie behandeln Sie mit einem tiefsinnigen Gesprächspartner das Small Talk-Thema Nummer eins? Gespräche über das Wetter passen unter jede intellektuelle Messlatte. Das heißt aber nicht, dass Sie dem Wetter-Thema aus dem Weg gehen müssen – auch nicht in der gehobenen Konversation.
26. Oktober 2010Falsche Währung zur falschen Zeit
82 US-Cent für einen Euro wurden am 26. Oktober 2000 gezahlt. Damit befand sich die europäische gegenüber der amerikanischen Leitwährung auf einem historischen Tiefstand. Einmal angenommen, Sie hätten sich damals – die Blase der New Economy war gerade geplatzt und Aktien auf allen Weltmärkten billig zu haben – mit günstigen amerikanischen Wertpapieren auf dem New Yorker Aktienmarkt eingedeckt. Nach Meinung vieler Experten hätten Sie nur einige Jahre zu warten brauchen, bis sich die Kurse erholt und Sie Ihre Aktien mit deutlichem Gewinn wieder veräußert hätten.
25. Oktober 2010Mein Bruder Borat
Der Staat existiert seit zwei Jahrzehnten und ist flächenmäßig der neuntgrößte der Erde. Doch wenn der Name Kasachstan fällt, denken die meisten an einen Film.
Cultural Learnings Of America For Make Benefit Glorious Nation Of Kazakhstan kam vor 4 Jahren in die Kinos und brachte seinem Regisseur und Hauptdarsteller Sacha Baron Cohen Weltruhm (siehe auch unseren Newsletter vom 10. November 2006 „Kennen Sie Kasachstan?“). Und der angeblichen Heimat des Filmhelden Borat ein Schmuddelimage, das sich seitdem nie so recht abschütteln ließ. Dabei wurde der Streifen in Rumänien gedreht!
22. Oktober 2010Warum am Sonntag viele Bibliotheken geöffnet sind
Schocke Deine Eltern: Lese ein Buch! Nicht nur die Jüngeren unter den geneigten Lesern bekommen am Sonntag willkommene Hilfe bei einem solch wagemutigen Vorhaben.
21. Oktober 2010Wie die 11 nach Köln kam
Die 11 ist die magische Zahl der Kölner. Das wichtigste Datum der Stadt, wie wohl auch im gesamten Rheinland, ist der 11. 11.: An diesem Tag beginnt der Karneval. Aber warum war es gerade die 11, die in der Rheinmetropole (damit ist nicht Düsseldorf gemeint!) eine solche Bedeutung erlangte?
20. Oktober 2010So gelingt Ihnen die gehobene Konversation
Nicht nur auf den Gesprächsinhalt, auch auf den Konversationsstil kommt es an. Gewiss wird Ihr Gegenüber im Small Talk auf Ihre Sprache achten. Die sollte weder zu hochgestochen noch zu flapsig sein. Befolgen Sie diese Hinweise:
19. Oktober 2010Zu alt für Actionfilme
Entgegen unserer gestrigen Ankündigung werden wir heute doch keinen Norweger beleidigen. Stattdessen wollen wir einen Belgier loben. „In meinen Filmen und durch meinen Kampfsport möchte ich Menschen dazu bewegen, hindernde Fesseln abzustreifen und ihre Träume zu verwirklichen: Für den, der an sich glaubt, ist alles möglich.“ Diese Zeilen stammen von Jean-Claude Van Damme. Der belgische Actiondarsteller hat sie ganz oben auf seine Website (http://www.musclesfrombrussels.be) gestellt.
18. Oktober 2010Wie Hund und Katze
Der Schwede und der Wolf: eine Beziehung, die in diesem Jahrhundert wohl nicht mehr zu kitten ist. In unserem Newsletter vom 24. September 2007 wurde bereits darüber berichtet, wie die wilden Räuber zunächst einer Schafmörderlegende und in deren Folge einer neu entflammten Jagdleidenschaft zum Opfer fielen. Letztere hat nun neue Nahrung erhalten: Die Regierung in Stockholm hat Wölfe ganz offiziell zum Abschuss freigegeben.
15. Oktober 2010Leider nur ein halber Feiertag
Der 16. Oktober ist in den USA ein halber Feiertag. Frei haben die Angestellten allerdings nicht, denn sie sollen denjenigen ehren, der ihnen Arbeit gibt: ihren Chef. Auf die Idee des Boss Day kam die Sekretärin Patricia Haroski bereits 1958, als Datum wählte sie den Geburtstag ihres Vaters.
14. Oktober 2010Ein Schuh, härter als ein Hammer
Heute vor fünfzig Jahren endete die 902. Plenarsitzung der Vollversammlung der Vereinten Nationen. Was sich so unscheinbar anhört, mündete in eine denkwürdige Veranstaltung, die dem hohen Haus in New York endlich die Schlagzeilen brachte, die es sich schon immer gewünscht hatte.
13. Oktober 2010Ist Ihr Small Talk zu seicht?
Viele Deutsche tun sich beim Small Talk schwerer als beispielsweise Briten oder Amerikaner. Hierzulande herrscht die Angst vor, das, was gesagt wird, sei zu flach. Und man fürchtet sich vor Floskeln. Machen Sie es sich selbst nicht zu kompliziert! Ein Small Talk ist ein informelles Gespräch, das auch die Gesprächspartner entsprechend locker angehen sollten. Selbst ein intellektueller Typ möchte nicht, dass der Small Talk in einen wissenschaftlichen Diskurs ausartet.
12. Oktober 2010Eine Entdeckung des Kolumbus?
Am 12. Oktober 1492 landete Christoph Kolumbus auf einer kleinen Bahamasinsel, welche die Einheimischen Guanahaní nannten. Doch was wollte der Genueser Kapitän in spanischen Diensten dort?
11. Oktober 2010Krieg am Kap
Eine durchgehende Eisenbahnverbindung von Kapstadt bis Kairo: Das war der Traum der britischen Kolonialherren, die sich am Süd- und am Nordende wie auch an vielen Teilen der Ostküste des afrikanischen Kontinents eingenistet hatten. Im Weg standen ihnen die Burenrepubliken Oranjefreistaat und Transvaal.
8. Oktober 2010Ein Ende, unumkehrbar, aber nicht unvermeidlich
Manche Staaten gibt's nicht mehr. Über einen haben wir in unserem Newsletter vom 28. Oktober 2008 („Ein Staat, der nicht lange existierte“)berichtet. Nur wenig länger als die Tschechoslowakei existierte Jugoslawien, allerdings mit einer wesentlich dramatischeren Historie. Das unabhängige Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen erlebte seine Taufe unmittelbar nach Ende des Ersten Weltkriegs. Daraus wurde durch einen Staatsstreich des serbischstämmigen Monarchen Alexander Karadjordjević 1929 das Königreich Jugoslawien.
7. Oktober 2010Die Zeitung von gestern vor 65 Jahren
Nichts ist so uninteressant wie die Zeitung von gestern: Dieser Spruch besaß auch schon vor 65 Jahren seine Gültigkeit. Da war die Erstausgabe der Süddeutschen Zeitung bereits einen Tag alt. 20 Pfennig kostete sie damals, war noch nicht deutschlandweit verbreitet und nannte sich im Untertitel „Münchner Nachrichten aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Sport“.
6. Oktober 2010Keine Angst vor Pausen im Small Talk!
Einmal kam ein berüchtigter Schwätzer zu Sokrates und wünschte, von ihm unterrichtet zu werden. Der Meister willigte ein – gegen doppeltes Honorar. „Aber warum?“ kam der Einwand. „Weil ich dir sowohl die Kunst des Sprechens als auch die des Schweigens beibringen muss!“ Machen Sie sich daher für Ihren Small Talk eines klar: Reden ist nur die eine Hälfte der Kommunikation, Schweigen – verbunden mit Zuhören – die andere.
5. Oktober 2010Buchmesse und Literatur-Nobelpreis
Das Gastland der Frankfurter Buchmesse 2010, die morgen beginnt, heißt Argentinien. Ab morgen wissen wir auch, wer den diesjährigen Literatur-Nobelpreis bekommt. Nach Mexiko 1992 und Brasilien 1994 ist Argentinien erst das dritte lateinamerikanische Land, dem die Anerkennung des Buchmesse-Ehrengasts zuteil wird – und das bei der großen Zahl an bedeutende Schriftstellern, die Mittel- und Südamerika hervorgebracht haben.
4. Oktober 2010Ein Land, das es vielleicht bald nicht mehr gibt
Heute vor 180 Jahren erklärte sich Belgien unabhängig von den Niederlanden. Was folgte, war lange Zeit eine Erfolgsgeschichte. So dauerte es kein halbes Jahrzehnt, bis das kleine Land stolz die erste Eisenbahn auf dem europäischen Kontinent präsentieren durfte. Noch immer verfügt es neben der Schweiz über das dichteste Schienennetz der Welt (siehe auch unseren Newsletter vom 5. Mai 2010 „Nie wieder Pferdetransport!“). Selbstverständlich gehörte Belgien auch zu den sechs Gründungsmitgliedern der heutigen EU und machte sich um die europäische Einigung sehr verdient.
1. Oktober 2010Ampelmännchen und grüner Pfeil
Übermorgen ist ein ganz besonderes Datum: Am Sonntag, dem 3. Oktober, jährt sich der Tag der deutschen Einheit zum 20. Mal. Die öffentliche Zeremonie findet traditionell in der Hauptstadt desjenigen Bundeslandes statt, das gerade den Vorsitz im Bundesrat einnimmt.
30. September 2010Ein nicht sehr anerkanntes Gewerbe
Heute ist der Namenstag des Hieronymus, des Schutzpatrons der Übersetzer. Den benötigen Angehörige dieses Berufs in der Tat. Übersetzen ist mehr als Wort-für-Wort-Übertragen, wie schon im 18. Jahrhundert der Göttinger Professor Georg Christoph Lichtenberg erkannte: „Ist es nicht sonderbar, dass eine wörtliche Übersetzung fast immer eine schlechte ist? Und doch lässt sich alles gut übersetzen. Man sieht hieraus, wie viel es sagen will, eine Sprache ganz verstehen; es heißt, das Volk ganz kennen, das sie spricht.“
29. September 2010Small Talk mit einem Schweiger
„Es gibt nicht Schöneres“, sagte der Wiener Kabarettist und Schauspieler Helmut Qualtinger, „als dem Schweigen eines Dummkopfes zu lauschen.“ Als Künstler durfte er sich eine solche Meinung erlauben – beim Small Talk hätte er keine Chance gehabt. Bei der lockeren Konversation haben Sie nur dann Erfolg, wenn Sie auch mit schwierigen Gesprächspartnern umgehen können. Dazu zählt die Kunst, einen Schweiger aus der Reserve zu locken.
28. September 2010Eine Abstimmung, die so nicht geplant war
Die ersten Münzen waren schon gedruckt: Die Stücke zu 1 und 2 Euro trugen das Konterfei von Königin Margarethe, das Kleingeld gab sich mit dem obersten Körperteil Ihrer Majestät zufrieden: der Dänenkrone. Doch zur Einführung sollte es nicht kommen. In einer Volksabstimmung heute vor 10 Jahren sprach sich eine Mehrheit von satten 53 % gegen die Einführung des Euro in Dänemark aus. Es steht auch schon fest, dass die Dänen nicht die nächste Nation sind, die den Beitritt zur Eurozone vollziehen.
27. September 2010Geglückte Flucht, traurige Ankunft
Am 25. September 1940 klopft es an der Tür des Zimmers von Lisa Fittko. Die damals 30-jährige Jüdin ist aus Berlin vor den Nazis geflohen: Zuerst nach Prag, nach der Besetzung der Tschechoslowakei über Umwege nach Frankreich. Als auch dort die Deutschen einmarschieren, setzt sie sich in den noch freien Süden des Landes ab. Sie lässt sich in Banyuls nieder, einem Nest am Fuß der Pyrenäen. Dort will sie sich nützlich machen. Sie hilft den vielen Flüchtlingen aus Deutschland über die Berge nach Spanien.
24. September 2010Riecht gut, schmeckt gut und macht satt
„Der Geruch von Brot ist der Duft aller Düfte. Es ist der Urduft unseres irdischen Lebens, der Duft der Harmonie, des Friedens und der Heimat“, schrieb der Prager Dichter Jaroslav Seifert, der 1984 den Literatur-Nobelpreis gewann. Es bedarf schon einer gesicherten bürgerlichen Existenz mit viel Zeit und Muße, um den Geruch des Brotes so wahrnehmen und beschreiben zu können. Ein proletarischerer Zeitgenosse hätte längst hineingebissen.
23. September 2010Die melancholische Jahreszeit
Wie heißt die Jahreszeit, in der die Tage kürzer und die Bremswege länger werden? Richtig, und falls Sie es nicht erraten haben, hilft ein Blick in den Newsletter vom 22. September 2006 „Morgen ist Herbstanfang“.
22. September 2010Small Talk mit Hindernissen
Ein Freund von mir machte einmal Urlaub auf einer Nordseeinsel. Auf der Suche nach einem Lebensmittelladen wandte er sich an einen Einheimischen.
21. September 2010Eristischer Fahrstil
Eris ist das griechische Wort für Streit. Die Eristik steht im Gegensatz zur Logik, der Lehre vom schlüssigen und folgerichtigen Argumentieren. „Eristische Dialektik“, so ihr Erfinder, „ist die Kunst zu disputiren, und zwar so zu disputiren, daß man Recht behält“.
20. September 2010Die Tyrannen von heute und morgen
„Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer.“ Das ist doch ein ganz alter Spruch!, werden Sie jetzt womöglich einwenden. Da haben Sie freilich Recht: Er stammt aus dem fünften vorchristlichen Jahrhundert. Losgelassen hat ihn ein gewisser Sokrates, damals ein nicht ganz unbedeutender Philosoph.
17. September 2010Die erste freie Gewerkschaft im Ostblock
Braucht ein Arbeiter- und Bauernstaat, der seinem Volk Vollbeschäftigung, kostenloses Gesundheitswesen, vernünftige Löhne und niedrige Preise garantiert, eine freie und unabhängige Gewerkschaft? Das kommt auf die Qualität der Arbeit, den Zustand des Gesundheitswesens und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage in den Läden an.
16. September 2010Meister Hakoah
Was macht ein Redakteur, wenn er den 100. Geburtstag eines großen Ereignisses verpasst hat? Er feiert dessen 101. Geburtstag. Und das Ereignis hat es wahrhaft verdient: Am 16. September 1909 wurde in der Wiener Leopoldstadt, unweit des Praters, der SC Hakoah gegründet. Ihn den größten und bis zum Zweiten Weltkrieg auch erfolgreichsten jüdischen Sportverein zu nennen, trifft die Sache freilich nicht ganz.
15. September 2010Mit wem haben Sie es beim Small Talk zu tun?
„Wie sprechen Menschen mit Menschen?“, fragte der Schriftsteller Kurt Tucholsky, und gab selbst eine recht skeptische Antwort: „Aneinander vorbei!“ Wie können Sie verhindern, dass Ihnen Ähnliches beim nächsten Small Talk passiert? Können Sie sich vielleicht schon im Vorfeld auf mögliche Gesprächspartner einstellen?
14. September 2010Das erste europäische Land mit freier Presse
„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ So heißt es in Artikel 5, Absatz 1 des Grundgesetzes. Bis dahin war es ein weiter Weg.
13. September 2010Verhandlungsgeschick durch Trinkfestigkeit
Heute vor 55 Jahren reiste Konrad Adenauer nach Moskau. Im Reisegepäck hatte der Bundeskanzler zwei Aufgaben, die miteinander als unvereinbar galten: Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der Sowjetunion und Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen. Mehr als 10.000 von ihnen wurden entgegen dem Beschluss der Alliierten aus dem Jahr 1949 noch sechs Jahre später von den Weltkriegssiegern im Osten festgehalten, großenteils in sibirischen Arbeitslagern.
10. September 2010Kontroverser Kirchenbau
Der Bau großer Moscheen wird in Ländern mit überwiegend katholischer oder evangelischer Bevölkerung häufig zum Ärgernis. Doch es geht auch umgekehrt: Heute vor 20 Jahren wurde eine der weltweit größten christlichen Kirchen geweiht, und das gleich vom Papst persönlich.
9. September 2010Der 31. Staat der USA
Heute vor 160 Jahren wurde Kalifornien als 31. Mitglied in die Union der Vereinigten Staaten von Amerika aufgenommen. Nicht dass der Landstrich am Pazifik damals eine große Rolle gespielt hätte. Noch im Jahr 1846 lebten nur etwa 500 weiße Amerikaner an der Westküste (siehe unseren Newsletter vom 27. April 2007„Ein Wahrzeichen wird 70“) - die 20.000 Indianer zählten nicht mit.
8. September 2010Keine Angst vor Schwierigkeiten!
„Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft“, hat der französische Philosoph Jean-Paul Sartre einmal gesagt. Ein Small Talk verkompliziert sich durch die Anwesenheit des Gesprächspartners.
7. September 2010Voreilig abgerissen?
Am 9. November 1918 wurde in Berlin die erste deutsche Republik ausgerufen (siehe unseren Newsletter vom 9. November 2007 „Als Deutschland Republik wurde“) – und das gleich zweimal. Zunächst durch Reichsministerpräsident Philipp Scheidemann (SPD): Der wollte der roten Konkurrenz von der KPD zuvorkommen und öffnete einfach ein Fenster des Reichstags, um die gute Nachricht zu verkünden.
6. September 2010Facques Chirac
Neulich trug ich mich mit dem Gedanken, ein T-Shirt auszusortieren: Der Rand am Kragen löste sich auf, und das ursprüngliche leuchtende Blau war auch schon reichlich verblasst. Nur die Aufschrift war immer noch deutlich zu lesen: Facques Chirac. Frankreichs Präsident ist nicht mehr im Amt, bleibt aber mit einigen starken Sprüchen in guter Erinnerung:
3. September 2010Die andere Geschichte Lateinamerikas
„Der Amerikaner, der den Kolumbus zuerst entdeckte, machte eine böse Entdeckung“: Diese Erkenntnis machte Georg Christoph Lichtenberg Ende des 18. Jahrhunderts. Das Zitat hätte aber auch von Eduardo Galeano stammen können. Der erblickte 2 Jahrhunderte später als der Göttinger Professor das Licht der Welt, am 3. September 1940 im uruguayischen Montevideo.
2. September 2010Erfolg macht nicht glücklich
Zeitlebens wurde er der Zöllner genannt. Das lag an dem Beruf, mit dem er seine Brötchen verdiente. Das lag aber auch an der mangelnden Wertschätzung für seine Berufung. Die sah Henri Rousseau in der darstellenden Kunst, die er sich selbst beigebracht hatte. „Wenige Maler“, fand Rousseaus dichtender Künstlerkollege Apollinaire, „sind zu ihren Lebzeiten so verhöhnt worden wie der Zöllner, und wenige Menschen traten den Spöttereien, den Grobheiten, mit denen man ihn überschüttete, mit ruhigerer Stirn entgegen.“
1. September 2010Entdecken Sie Gemeinsamkeiten
„Den Chinesen und den Schwaben gemeinsam ist die Sitte, nichts übrigzulassen“: Dieses Zitat des früheren Stuttgarter Oberbürgermeisters Manfred Rommel war auf das Essen gemünzt. Es birgt ebenfalls ein gutes Rezept für die lockere Konversation: Smalltalk basiert auf Gemeinsamkeiten. Sind die einmal herausgearbeitet, läuft das Gespräch. Demzufolge müssten sich Chinesen und Schwaben bereits vor dem Dessert prima verstehen.
31. August 2010Aus zwei mach eins
Was Westdeutschland im kleinen mit dem Saarland glückte (siehe unseren gestrigen Beitrag „Als das Saarland französisch wurde“), sollte 33 Jahre später im großen Rahmen wiederholt werden: Gleich um sechs Länder würde das Gebiet der Bundesrepublik anwachsen: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. Alle gehörten durch den Beitritt der DDR automatisch zum Geltungsbereich des Grundgesetzes.Hinzu kam das bislang unter alliierter Besatzung stehende Berlin als neue Hauptstadt und gleichzeitig sechzehntes Bundesland.
30. August 2010Als das Saarland französisch wurde
Der Weg Deutschlands nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg zurück in die internationale Gemeinschaft war lang. 1954 durften die Fußballer erstmals wieder an einem WM-Turnier teilnehmen. Vorher musste sich die DFB-Elf aber noch qualifizieren, in einer Gruppe mit Norwegen – und dem Saarland.
27. August 2010Gemeinsam große Dinge tun
Wer sind die Vorbilder der Deutschen? Das wollte die Illustrierte Stern von ihren Lesern wissen – und erhielt als erste Antwort Mutter Teresa. Die folgenden Ränge belegten Nelson Mandela, Michail Gorbatschow, Albert Schweitzer und Mahatma Gandhi. „Die Menschen haben keine Zeit füreinander“, beklagte sich Mutter Teresa einmal, „sie haben nicht einmal die Zeit, einander zuzulächeln.“
26. August 2010Mit zehn Jahren ein Weltstar
Was macht man, wenn man im Alter von 10 Jahren bereits seinen größten Erfolg gefeiert hat? Dann hat man spätestens mit 30 ein Problem. So erging es dem am 26. August 1980 geborenen Macauly Culkin. Macauly wer?, werden Sie jetzt vielleicht stutzen; doch wenn ich Ihnen erzähle, dass es sich um den Hauptdarsteller des Hollywoodstreifens Kevin – Allein zu Haus handelt, wissen Sie vermutlich Bescheid.
25. August 2010Was fragen Sie Ihr Gegenüber?
Wie nützlich Fragen beim Smalltalk sind, haben Sie bereits erfahren. Heute geht es darum, was Sie fragen: Welche Auskünfte dürfen Sie Ihrem gegenüber zumuten? Mit anderen Worten: Was können Sie ihn konkret fragen, um den Smalltalk zu eröffnen?
24. August 2010Wenn ein Schriftsteller einen Kollegen nicht mag
Umberto Eco konnte ihn nicht leiden. Dennoch setzte er ihm ein literarisches Denkmal in seinem mittelalterlichen Kriminalroman Der Name der Rose. Allerdings kein besonders schmeichelhaftes: Hinter der Figur des Jorge von Burgos verbirgt sich der gesuchte Mörder. Dabei galt der hochgelehrte Bibliothekar lange Zeit als unverdächtig: Erstens war er ein Genie, zweitens blind.
23. August 2010Die Attraktionen von Geesthacht
Zwei Attraktionen haben die kleine Stadt Geesthacht an der Elbe, knapp 30 Kilometer südöstlich von Hamburg, überregional berühmt gemacht. Die ältere ist das seit längerer Zeit abgeschaltete Kernkraftwerk Krümmel, das vom Vattenfall-Konzern betrieben wird und jahrelang mit Störfällen für bundesweite Negativschlagzeilen sorgte.
20. August 2010Ohne Lakai und Luftflasche den höchsten Berg hinauf
Auf die höchsten Gipfel führt keine Seilbahn: Zu Hightech-Hilfsmitteln beim Bergsteigen (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 11. Dezember 2009 „Ein gespanntes Verhältnis“) hatte der Purist Reinhold Messner schon immer ein gespaltenes Verhältnis. Höchstleistungen im Hochgebirge zählten für den Südtiroler nur, wenn sie aus eigener Kraft auf der Basis der dazu notwendigen Fitness erfolgten. Gar nicht in Frage kam für Messner, dass ihm ein Diener Ausrüstung und Essen den Berg hochtrug.
19. August 2010Alles schaut auf die Bayern
Morgen beginnt die Fußball-Bundesliga mit dem Spiel des Titelträgers gegen den Vorjahresmeister VfL Wolfsburg. Es ist die 48. Saison, und Favorit ist wie immer der Rekordmeister aus München. Ob die Bayern ihren 22 Titeln einen 23. hinzufügen können? Falls Sie meinen, Sie hätten diese Zeilen schon einmal gelesen, kann ich Ihnen nur teilweise Recht geben (siehe unseren Newsletter vom 7. August 2009 „Alles schaut auf die Bayern“).
18. August 2010Stellen Sie Fragen!
Der die das, wer wie was, wieso weshalb warum, wer nicht fragt bleibt dumm: Die Eingangszeilen aus dem Sesamstraßenlied lassen sich auch auf den Small Talk übertragen: Wer nicht fragt, steht bald dumm da. Doch Vorsicht! Nicht alle Fragen eignen sich für den Small Talk.
17. August 2010Ein Land wird 50 - und kaum einer merkt es
Das heutige Geburtstagskind steht selten in der Öffentlichkeit. 50 Jahre alt ist es geworden und steht doch meist im Schatten seiner großen Nachbarn. Die heißen Kamerun und Kongo und übertreffen es bei weitem an Einwohnerzahl. Knapp 1,5 Millionen Menschen verlieren sich in dem Land, das immerhin etwas größer ist als die alte Bundesrepublik.
16. August 2010Ein Nachleben, für das der Künstler nichts konnte
„Elvis war der erste Punk“, sagt die pubertierende Göre Cebe in Dennis Hoppers Film über eine schwierige Jugend, Out of the Blue. Elvis ist aber auch ein Bindeglied zum Vater, mit dem sich Cebe sonst überhaupt nicht versteht. Das Rockidol der 50er und frühen 60er Jahre des letzten Jahrhunderts vermochte seinen Rebellenstatus zeitlebens zu bewahren, was ihm den Respekt und die Akzeptanz auch jüngerer Generationen eintrug.
13. August 2010Eine Dame verschwindet
Als „bis heute das spannendste Zugabenteuer der Leinwand“ beschreibt der Kritiker Hellmuth Karasek den Film Eine Dame verschwindet. Miss Froy heißt sie, sitzt der jungen Hauptdarstellerin im Abteil gegenüber und ist plötzlich weg. Keiner will sie gesehen haben; niemand hat ein Interesse, sie zu finden.
12. August 2010Die Angst vor Freitag dem 13.
Seit wann haben wir Angst vor Freitag dem 13.? Im frühen 20. Jahrhundert war dieser Aberglaube in Deutschland noch nicht verbreitet, sagt der Bonner Volkskundler Gunther Hirschfelder: „Er ist erst nach dem Zweiten Weltkrieg von den USA herübergeschwappt. Als früher Beleg gilt der 13. November 1953, der ein Freitag war. Deshalb wurde der Stapellauf des Öltankers Tina Onassis verschoben.“
11. August 2010Gespräche vertiefen mit der Assoziations-Methode
Haben Sie im Smalltalk bereits einen Anker geworfen, gilt es nun, am Thema dranzubleiben und das Gespräch ein wenig zu vertiefen. Hier empfiehlt sich eine weitere Methode: das Bilden von Assoziationsketten. Das können Sie üben. Bleiben wir beim Ortsnamen-Beispiel der letzten Woche:
10. August 2010Der italienische Bismarck
In jeder größeren italienischen Stadt ist eine Straße oder ein Platz nach ihm benannt, und nicht selten wird er in der Geschichtsschreibung als italienischer Bismarck bezeichnet. Der heute vor 200 Jahren geborene Camillo Graf Cavour gilt – neben Giuseppe Garibaldi (siehe unseren Newsletter vom 4. Juli 2007 „Ein nationaler Held“) – als Begründer der Einheit Italiens, dessen erster Ministerpräsident er auch wurde.
9. August 2010Die Sicht der anderen
Georg Christoph Lichtenberg (siehe auch unseren Newsletter vom 9. August 2007 „Eine böse Entdeckung“) erkannte früh: „Der Amerikaner, der den Columbus zuerst entdeckte, machte eine böse Entdeckung.“ Eine bestimmte Person hatte der große Göttinger Physikprofessor des 18. Jahrhunderts nicht im Blick, denn im Gegensatz zu den spanischen Entdeckern und Eroberern blieben die meisten Ureinwohner namenlos. Einer, auf den Lichtenbergs Profil zwar nicht zutrifft, der aber eben diese typische Erfahrung machte, war Huayna Capac.
6. August 2010Das Ende der Selbstjustiz
Jemandem einfach den Fehdehandschuh vor die Füße werfen durfte nicht einmal ein Ritter. Bei der förmlichen Selbstjustiz galt es gewisse Spielregeln zu beachten. So musste eine Fehde zuvor dem Gegner durch einen förmlichen Brief angekündigt werden. Fehdeberechtigt waren ausschließlich Freie; für Abhängige musste oder, je nach Temperament, durfte deren Dienstherr den Zweikampf austragen.
5. August 2010Kein so gewaltiger Sprung für die Karriere
Was würde passieren, wenn ein Mensch seinen Fuß auf den Mond setzt? Diese Frage beantwortete Neil Armstrong am 21. Juli 1969 den Experten der US-Weltraumbehörde NASA und Millionen Zuschauern an den Fernsehgeräten. Sechseinhalb Stunden hatte er in der Landekapsel gesessen, gemeinsam mit Buzz Aldrin; das dritte Mitglied der Apollo11-Mission, Michael Collins, hielt derweil die Stellung im Raumschiff.
4. August 2010Nutzen Sie die Anker-Methode!
Einsilbigkeit ist nicht die beste Grundlage für einen Small Talk. Werden Sie von Ihrem Gesprächspartner etwas gefragt, sollte Ihre Antwort Ihrem Gegenüber die Möglichkeit bieten, ein- beziehungsweise nachzuhaken. Um ein Beispiel zu geben: Stellen Sie sich vor, Sie werden gefragt, woher Sie kommen. Hier sind einige Varianten, die Anker-Methode elegant und kommunikationsfördernd anzuwenden:
3. August 2010Warum ausgerechnet Waldemar?
„Männer, Väter, habt Mut! Nennt eure neugeborenen Söhne heute Waldemar“: Dieser leicht seltsame, das weibliche Mitspracherecht bei der Namensgebung etwas in den Hintergrund drängende Vorschlag kam aus dem Mund des wohl populärsten Sportreporters der DDR.
2. August 2010Zwei Feiertage mehr als der Durchschnittsbundesbürger
Der August ist der Monat, an dem es am meisten Spaß macht, in Bayern zu wohnen und zu werken. Noch einmal getoppt wird dieses Vergnügen in Augsburg. Zunächst zu den Bayern allgemein: Sie feiern am 15. August das katholische Fest Mariä Himmelfahrt (siehe unseren Newsletter vom 15. August 2006 „Warum sich Bayern und Saarländer heute besonders freuen“) und brauchen an diesem Tag nicht zur Arbeit zu gehen. Dies gilt selbstverständlich auch für alle Schwaben, die nicht in Baden-Württemberg wohnen und deren Bezirkshauptstadt Augsburg heißt.
30. Juli 2010Zentralismus nicht erwünscht
„Es gehört zum deutschen Spießertraum“, sagte einmal der Schweizer Schriftsteller Peter Bichsel, „dass die Schweiz als politisches Idyll fernab aller Probleme existiere.“ Wenn dem so ist, bin ich gerne deutscher Spießer und attestiere den Eidgenossen ein paar Eigenschaften, die ich auch meinem Volk wünsche – beispielsweise das unaufgeregte Verhältnis zu ihrer Nation. Am Wochenende begehen die Schweizer ihren Nationalfeiertag.
29. Juli 2010Ein Traum, der Wirklichkeit wurde
Heute vor 50 Jahren gab die National Aeronautics and Space Administration ihr Raumfahrtprogramm Apollo bekannt Noch im selben Jahrzehnt, so die NASA, sollten bemannte Flüge zum Mond stattfinden. Nicht nur Raumfahrtlaien kratzen sich damals ungläubig am Kopf.
28. Juli 2010Keine Angst vor Floskeln!
Die meisten Deutschen tun sich beim Small Talk schwerer als beispielsweise Briten oder Amerikaner, sagt Professor Klaus P. Schneider. Als Sprachwissenschaftler erforscht er am Englischen Seminar der Universität Bonn den Small Talk. Deutsche, so hat Schneider festgestellt, sind eher selbst- als partnerbezogen. Viele haben Angst, das, was sie sagen, würde als zu flach eingestuft. Und sie fürchten sich vor Floskeln. Machen Sie es sich selbst nicht zu kompliziert, rät Schneider:
27. Juli 2010Sage mir, welches Auto du fährst ...
… und ich sage dir, wer du bist: Autotypen lassen auf den Charakter ihrer Besitzer schließen. Legendär ist der Forschungsbericht der Zeitschrift Psychologie heute, die Deutschlands Autofahrer unter die Lupe nahm.
26. Juli 2010Zum 99. Mal die Bayreuther Festspiele
Gestern wurden, wie jedes Jahr an Richard Wagners Todestag (siehe unseren Newsletter vom 13. Februar 2008 – Großartige Momente, grässliche Viertelstunden), die Bayreuther Festspiele eröffnet.
2010 ist es das 99. Mal, dass sie stattfinden; es gab, etwa in Kriegszeiten, auch Jahre, in denen das Festspielhaus komplett geschlossen blieb.
23. Juli 2010Heute beginnen die Hundstage
„Ist‘s im Juli trocken und heiß, klebt dem Bauern die Hose am Steiß.“ Dieser Zweizeiler stammt von einem alten Bekannten aus der Schulzeit der Leser oder auch aus vergangener Lektüre dieses Newsletters: Wilhelm Busch (siehe unsere Ausgabe vom 9. Januar 2008 – Eine herzergreifende Fabel, politisch wenig korrekt ).
22. Juli 201022:7
Wie viel ist 22:7? Gar nicht so einfach auszurechnen, würden selbst geübte Kopfrechner antworten. Versuchen Sie es mal! Sie werden überrascht sein, dass die Bruchrechnung auch nach der zehnten Stelle noch nicht aufgeht.
21. Juli 2010Gespräch mit einem Unbekannten
Frage: Was hört der Mensch am liebsten? Antwort: Seinen eigenen Namen! Um den im Smalltalk mit einem Unbekanten herauszufinden, müssen Sie Ihr Gegenüber natürlich danach fragen. Mit der Antwort haben Sie sogleich einen guten Anknüpfungspunkt gefunden, von dem aus Sie das Gespräch fortspinnen können.
20. Juli 2010Der 20. Juli
Jedes Jahr am 20. Juli wird der Hitler-Attentäter um den Grafen Stauffenberg gedacht. Früher brandmarkte sie die politische Rechte als Vaterlandsverräter, heute werden sie als Heroen stilisiert, zuletzt in dem unsäglichen Film Operation Walküre mit Tom Cruise in der Hauptrolle. Für Verunglimpfung und Heldenverehrung können die Beteiligten von damals nichts. Ihnen ist allenfalls vorzuwerfen, dass sie ihr Attentat reichlich spät verübten, 11 Jahre nach der Machtergreifung und 5 Jahre nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.
19. Juli 2010Ein Programm, das nie richtig gelesen wurde
„Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan“: Mit diesem Satz stellte Martin Luther die bis dahin geltende Ordnung in Frage. Zumindest die religiöse. „Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan“: Mit diesem Satz im selben Pamphlet (Von der Freiheit eines Christenmenschen) relativierte der Wittenberger Theologieprofessor, dass es ihm keineswegs um die politische Ordnung ging.
16. Juli 2010Als 200 000 Menschen plötzlich schwiegen
Das Maracaná-Stadion von Rio de Janeiro ist das größte der Welt. Der Zuschauerrekord ist bis heute gültig und wurde vor exakt 60 Jahren aufgestellt. Offiziell 185.000, vermutlich aber mehr als 200.000 Zuschauer sahen das letzte Spiel der Fußballweltmeisterschaft 1950.
15. Juli 2010Das letzte heidnische Volk Europas
Die Litauer, fand gegen Ende des 11. Jahrhunderts der Chronist Adam von Bremen, seien sehr gute Menschen, von denen viel Lobenswertes gesagt werden könnte – wenn sie nur Christen wären. Das mit dem Christentum war für die baltischen Heiden so eine Sache. Christen waren beispielsweise die Schwertbrüder unter dem Rigaer Bischof Albert. Der hatte es auf ihr Land und die Seelen der Besitzer abgesehen. Wer die Kriegszüge überlebte und in Gefangenschaft geriet, hatte bei Albert die Wahl: einen Kopf kürzer oder Kopf unter Wasser.
14. Juli 2010Sie müssen nicht ständig reden!
Heute vor 111 Jahren wurde Ernest Hemingway geboren. Der Literaturnobelpreisträger hatte an seine Jugend gute Erinnerungen: „Zwei Jahre braucht der Mensch, um das Sprechen, ein Leben lang, um das Schweigen zu lernen.“ Hemingways Vorgabe ist nicht die schlechteste für einen funktionierenden Smalltalk. Der besteht nicht nur aus Sprechen. Mindestens ebensoviel Zeit sollten Sie für das Zuhören veranschlagen.
13. Juli 2010Wenn es eigentlich nichts zu vermelden gibt …
Was tun Politiker an einem Tag mitten im Sommerloch, an dem sich nichts Verwertbares zu ereignen scheint? Sie setzen eine Pressemeldung in die Welt. Guido Westerwelle etwa könnte (wohlgemerkt, das ist rein hypothetisch!) verbreiten, König Albert habe sein Ministerium aufgefordert, deutsche Firmen im Kongo nicht länger zu unterstützen, da jener Staat im Herzen Afrikas traditionell zur Einflusssphäre Belgiens gehöre.
12. Juni 2010Ein Leben, geprägt von einem Tor, das keins war
Er gewann mit Borussia Dortmund 1965 den DFB-Pokal und ein Jahr später den Europacup, in einem denkwürdigen Endspiel gegen den FC Liverpool. Es war das erste Mal, dass einer deutschen Mannschaft ein solcher Erfolg gelang. Doch Hans Tilkowski wurde durch ein anderes Ereignis weltberühmt, über das er auch an seinem heutigen 75. Geburtstag bestimmt wieder Auskunft geben muss.
9. Juli 2010Die Kunst der Prognose
„Bald wird der Markenname Melitta allenfalls Nostalgikern noch ein Begriff sein“, hieß es in unserer Ausgabe vom 29. Juni („“). „Die Straßen werden wegen der Ausscheidung der vielen Pferde unpassierbar werden“, schrieb mir daraufhin ein Leser, sinngemäß Kaiser Wilhelm II. zitierend. Da hat er gar nicht so Unrecht. Der Leser, meine ich.
8. Juli 2010Ein Lübecker Exportschlager, nicht aus Marzipan
Engelskirchen ist nicht nur als Geburtsort des Verfassers dieses Newsletters bekannt (anbei viele Grüße an Fritz Lingemann, den einzigen Leser in der alten Heimat), sondern auch als Hort des Weihnachtspostamts (siehe unsere Ausgabe vom 25. November 2008 „Das Weihnachtspostamt in Engelskirchen“). Engelskirchen heißt auf Russisch Ustjug: Jedenfalls liegt in dem hübschen Städtchen unweit von Nowgorod das russische Weihnachtspostamt. Nach Ustjug können die Kinder aus Smolensk bis Wladiwostok schreiben, und sie erhalten garantiert eine Antwort von Väterchen Frost, der russischen Version des Weihnachtsmanns.
6. Juli 2010Etwas, was man nicht bekommt
Über Tenzin Gyatso berichteten wir bereits in unserer Ausgabe vom 10. März 2009 („Seit 50 Jahren im Exil“). Im indischen Dharamsala, wo er seit einem halben Jahrhundert im Exil lebt, feiert der Dalai Lama heute seinen 75. Geburtstag. Wie üblich zu solchen Festen werden ihn viele gute Wünsche erreichen. Auch schöne Reden dürfte es zahlreiche geben.
7. Juli 2010Was geschah heute vor 25 Jahren?
Heute vor 25 Jahren gewann ein Siebzehnjähriger das bedeutendste Tennisturnier der Welt. Er war nicht gesetzt, sein Name nur Eingeweihten ein Begriff und er selber der erste Deutsche, der in Wimbledon siegte. Die Erwähnung Boris Beckers steht inzwischen jedem Smalltalk gut zu Gesicht. Und eine runde Jahreszahl ist der ideale Aufhänger, um von einem solchen Schmuckstück Gebrauch zu machen. Doch nicht immer gibt die Geschichte ein derart markantes und rundes Datum her.
5. Juli 2010Bandit mit sozialer Neigung
An welche historische Persönlichkeit denken Sie, wenn Sie das Wort ‚Sozialrebell’ hören? Robin Hood gilt nicht, der existierte nur in der Phantasie benachteiligter englischer Landbewohner. Vielleicht Schinderhannes? Ihn gab es tatsächlich. Sein illegales Handwerk übte der im einfachen Volk beliebte Räuber im Hunsrück aus.
2. Juli 2010Nicht nur mit Mineralwasser
Kaum neigt sich die Fußball-Weltmeisterschaft ihrem Ende zu – am Wochenende werden die Viertelfinalspiele ausgetragen – beginnt schon das nächste sportliche Großereignis. Morgen fällt der Startschuss zur Tour de France. 2010 ist es das 97 Mal, dass die Profiradfahrer die große Schleife rund um Frankreich drehen. Begonnen wird sie aber außerhalb der Grande Nation: mit einem Zeitfahren in Rotterdam. Das macht nichts, denn auch die Niederländer sind ein begeistertes Radfahrervolk.
1. Juli 2010Berühmte Marke, banaler Name
In unserer vorgestrigen Ausgabe (Ein Löschblatt namens Melitta) haben wir ein wenig Markenforschung betrieben. Offenbar hat es Ihnen das gut gefallen, sodass wir heute einigen weiteren Namen auf den Grund gehen möchten.
29. Juni 2010Ein Löschblatt namens Melitta
Wie kommen berühmte Produkte zu ihrem Namen? Manchmal ist das, was hinter der Marke steht, sehr banal. Wie im Fall der Hausfrau Bentz: Die ärgerte sich über den braunen Satz in ihrer Tasse und griff zum Löschblatt. Später meldete sie ihr Kaffeefilter-Patent an. Da sie das Ding irgendwie benennen musste, opferte Frau Bentz ihren Vornamen: Melitta.
28. Juni 2010Ein blutiger Spaß
Puumala ist ein kleines Nest im Südosten Finnlands, an der Grenze zu Russland. Keine 3000 Menschen leben dort; in den Sommerferien, wenn die Urlauber kommen, geht es merklich lebhafter zu. Einmal war schon Ende Juni jede Menge los. Schuld war ein Rudel schwedischer Touristen, die sich als Russen verkleidet hatten und für negative Stimmung sorgen wollten. Das gelang ihnen auch: Die Störenfriede packten einfach ihre mitgebrachten Waffen aus und begannen damit, auf ihr eigenes Heimatland zu schießen.
25. Juni 2010Die Schande von Gijón
Wenn es bei der Fußball-WM zu den letzten Gruppenspielen kommt, wird oft taktisch vorgegangen. Um vorherige Absprachen und das Orientieren an den Ergebnissen der Konkurrenz zu verhindern, müssen die finalen Spiele einer Vorrundengruppe daher gleichzeitig stattfinden. Ein abschreckendes Beispiel hatten bei der WM in Spanien Deutschland und Österreich geliefert. Nachdem zuvor der Konkurrent Algerien gespielt hatte, trafen die beiden Nachbarn am 25. Juni 1982 im nordspanischen Gijón aufeinander. Nach exakt 11 Spielminuten einigten sich beide Vertreter darauf, alle Kampfhandlungen einzustellen.
24. Juni 2010Weder in Kassel noch in Kirchhundem
„Meine Maxime ist: Die Karriere steht den Talenten offen, ohne Rücksicht auf Herkunft oder Vermögen.“ Das sagte Napoléon Bonaparte, Kaiser der Franzosen, als seine Macht noch nicht so weit fortgeschrittener war. Im Herbst seiner Karriere dachte er anders. Da hatte er bereits große Teile Europas erobert und zur Sicherung seiner Macht viele kleine Königreiche und Fürstentümer geschaffen. Die wurden nicht von Fähigen, sondern von Hörigen regiert. Solche Leute findet man am leichtesten in der eigenen Verwandschaft.
22. Juni 2010Teutonische Fußball-Philosophen
Auch in Frankreichs östlichem Nachbarland spielten die Philosophen Fußball, und das gar nicht mal so schlecht. Walter Jens, nebenbei noch Professor für klassische Philologie und Begründer des Tübinger Lehrstuhls für Rhetorik, war wie Albert Camus Torwart. Dem stets Zweifelnden genügte es nicht, ein großer Philosoph, erstklassiger Rhetoriker und zusätzlich ein brillanter politischer Analyst zu sein.
21. Juni 2010Französische Fußball-Philosophen
Zum Thema Sport hatte der Dramatiker Bertolt Brecht eine Meinung: „Ich halte die These, Körperkultur sei die Voraussetzung geistigen Schaffens, nicht für sehr glücklich. Es gibt, allen Turnlehrern zum Trotz, eine beachtliche Anzahl von Geistesprodukten, die von kränklichen Leuten hervorgebracht wurden.“ Umgekehrt muss geistiges Schaffen kein Hindernis für sportliche Begeisterung und Betätigung sein. Intelligenz und Fußball schließen sich nicht immer aus.
18. Juni 2010Ein Gruß aus Frankreich an alle Einwanderer
Woher stammt die amerikanische Freiheitsstatue? Und wie alt ist sie? Jünger als sie vermutlich denken: Morgen vor 125 Jahren kam sie per Schiff im Hafen von New York an. Aus Frankreich. Ursprünglich hatten die Franzosen den Amerikanern das Monument zum 100. Geburtstag der Vereinigten Staaten schenken wollen. Das wäre bereits 1876 gewesen. Leider benötigte der mit der Arbeit beauftragte Bildhauer erheblich mehr Zeit als ursprünglich veranschlagt.
17. Juni 2010Eine heroische Niederlage auf dem Feld
Deutschland spielt bei der WM erst morgen wieder, gegen Serbien. Zeit also, 40 Jahre zurückzublicken auf eine Fußballschlacht, die bis heute unvergessen blieb. Es ist Mittwoch, 16:08 Uhr: Das Halbfinalspiel im Aztekenstadion zu Mexiko-Stadt ist gerade 8 Minuten alt, und die deutsche Elf liegt durch ein Tor von Roberto Boninsegna bereits mit 0:1 zurück. Es folgt eine Aufholjagd, die bis zur 92. Minute ergebnislos bleibt – weil die Italiener das tun, was sie am besten können: verteidigen.
16. Juni 2010Nur im Film der Dummbauer
Stan und Ollie haben Durst, aber mal wieder viel zu wenig Geld. Sie beschließen, sich eine Limonade zu teilen. Ollie nimmt das Glas, zögert einen Augenblick und hält es seinem Kumpel hin: „Trink deine Hälfte!“ Stan nimmt das Glas, zögert ebenfalls einen Augenblick – und leert es in einem Zug. „Warum hast du das gemacht?“, entfährt es dem empörten Ollie. „Ich konnte doch nichts dafür“, erwidert der Angesprochene mit weinerlicher Miene. „So, du konntest nichts dafür?“, kommt die bohrende Nachfrage, „warum konntest du denn nichts dafür?“ Darauf Stan entwaffnend: „Meine Hälfte war die untere!“
15. Juni 2010Ein kleines Dorf mit großem Namen
Sicher ist es Ihnen schon einmal negativ aufgefallen, dass man nach Flügen von Großbritannien nach Deutschland seinen Pass vorzeigen muss und einer Warenkontrolle unterliegt. Letztere findet glücklicherweise nicht routinemäßig statt, kann aber jederzeit von einem schlechtgelaunten Zollbeamten angeordnet werden. Bei Flügen aus Island fällt die Personen- und Warenkontrolle, außer in dringenden Verdachtsfällen, ganz aus – obwohl Großbritannien Mitglied der EU ist und Island nicht.
14. Juni 2010Zum ersten Mal in London
Heute geht es wie schon in der letzten Woche um London. Diesmal aus der Sicht eines Touristen, der, aus der kommunistischen Tschechoslowakei kommend, zum ersten Mal in seinem Leben überhaupt eine westliche Hauptstadt erlebt. Die folgenden Eindrücke stammen aus dem sehr lesenswerten autobiografischen Roman Blendende Jahre für Hunde von Michal Viewegh, der in dem Buch das jungfräuliche Londonerlebnis seines Vaters beschreibt:
11. Juni 2010Wer wird Weltmeister?
In der Zeit vom 11. Juni bis zum 11. Juli gibt es auch im Smalltalk eine entscheidende Frage. Dieser Newsletter wird sie beantworten – und Ihnen sagen, welche Mannschaft Südafrika in genau einem Monat als Fußballweltmeister verlässt. Der Kreis der Favoriten ist ungefähr so dynamisch wie ein Fünfjahresplan zur Sowjetzeit: In schöner Regelmäßigkeit tauchen die Namen Argentinien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande und Spanien auf. Absichtlich wurde hier die alphabetische Reihenfolge gewählt, um nicht vorschnell eine Tendenz erkennen zu lassen.
10. Juni 2010Ein Jahrtausendwerk, das ins Wackeln geriet
London ist nicht gerade eine Stadt, die für ihre Zurückhaltung bekannt ist. Zur Jahrtausendwende leistete sich die britische Metropole am 10. Juni 2000 ein imposantes Wahrzeichen, mit dem die Stadtväter noch mehr Öffentlichkeitswirkung als ohnehin schon erzielen wollten. Der Plan gelang, wenn auch anders als ursprünglich gedacht.
9. Juni 2010Ein Gedicht nur aus Konsonanten
schtzngrmm schtzngrmm t-t-t-t t-t-t-t grrmmmmm t-t-t-t s-c-h tzngrmm tzngrmm tzngrmm grrmmmmm schtzn schtzn t-t-t-t t-t-t-t schtzngrmm schtzngrmm tssssssssssssssssssss grrt grrrrrt grrrrrrrrrrt scht scht t-t-t-t-t-t-t-t-t-t scht tzngrmm tzngrmm t-t-t-t-t-t-t-t-t-t scht scht scht scht scht grrrrrrrrrrrrrrrrrrrr t-tt: Was sich so liest wie das unfreiwillige rodukt einer sich in Auflösung befindlichen Schreibmaschine ist in Wirklichkeit ein Gedicht von Ernst Jandl.
8. Juni 2010Wer verbindet Zwickau, Leipzig, Düsseldorf und Bonn?
Es ist des Lernens kein Ende, sagte einmal der heute vor 200 Jahren im sächsischen Zwickau geborene Robert Schumann. Der Musiker wusste, wovon er sprach: Als eine Fingerlähmung die Beweglichkeit seiner Hände beeinträchtigte, musste er seine Karriere als Klaviervirtuose aufgeben. Immerhin blieb ihm noch das Komponieren. Für das Flügelspiel in der Familie war seitdem Frau Clara zuständig, ebenfalls eine begnadete Pianistin.
7. Juni 2010Small Talk über Südafrika
Nicht alles muss sich während der WM – sie beginnt am Freitag – um Fußball drehen. Ein schönes Gesprächsthema ist das Gastgeberland dennoch. Reden Sie im Small Talk über Südafrika. Das Land hat weiß Gott nicht nur Fußball zu bieten.
4. Juni 2010Ungarn minus zwei Drittel
Deutschland hat seine Schmach von Versailles, die es durch einen erneuten Krieg zwanzig Jahre später zu korrigieren galt. Ungarn erlebte sein Trianon. Während Deutschland als Hauptschuldiger des Ersten Weltkriegs vierzehn Prozent seiner vorherigen Fläche an Frankreich, Belgien, Dänemark, Polen und Litauen verlor, musste Ungarn knapp zwei Drittel seines vor 1914 bestehenden Staatsgebiets an die Nachbarn Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien abtreten.
2. Juni 2010Der Papst der Kritiker
Marcel Reich-Ranicki, in Polen geboren, kam als Neunjähriger nach Berlin. Das Abitur durfte er noch am Fichte-Gymnasium machen, seine Einschreibung an der Berliner Universität wurde abgelehnt. Reich-Ranicki war Jude.
1. Juni 2010Die zwei Seiten der Milch
Lassen Sie mich heute mit einer fremdsprachigen Anekdote beginnen: Das Englische ist ja durchaus eine Sprache, die ihre Tücken hat. Zum Beispiel kennt sie das Wort ‘water’ als Haupt- und als Zeitwort: ‘water’ bedeutet Wasser, ‘to water’ heißt Wasser geben, wie man es etwa einer Pflanze angedeiht. Ob das im Englischen auch mit Milch funktioniert?
31. Mai 2010Goethe, Lessing und das Laster
„Das Rauchen macht dumm; es macht unfähig zum Denken und Dichten. Es ist auch nur für Müßiggänger, für Menschen die Langeweile haben“, fand schon Johann Wolfgang von Goethe. Lieber sprach der Dichterfürst dem Wein zu; 2 Flaschen bereits am Morgen waren keine Seltenheit (siehe auch unseren Newsletter vom 28. August 2009) „Der Geburtstag des Dichters“.
28. Mai 2010Der Arzt mit der Clownsnase
„Heitere Stimmung und eine rote Clownsnase können oft mehr bewirken als ein Medikament“: Dieser Überzeugung ist der US-Arzt Hunter Adams, auch unter seinem Spitznamen „Patch“ (was übersetzt Flicken heißt) bekannt. Mit anderen Worten: Lachen ist gesund. Dass Lachen und Humor stressreduzierend ist, die Kreativität fördert, die Motivation verbessert und Heilungsprozesse beschleunigt, hat Adams schon immer behauptet.
27. Mai 2010Wider das geistlose sanftlebige Fleisch
Frühbürgerliche Revolution in Deutschland lautet der Titel eines der monumentalsten Bilder der Welt. Gemalt hat es der Leipziger Künstler Werner Tübke. 11 Jahre hat er dafür gebraucht, von 1976 bis 1987. Das riesige Panorama stellt die Schlacht von Frankenhausen anno 1525 dar, in der die Aufständischen durch ein Fürstenheer besiegt wurden. Es war das Ende des Bauernkriegs in Thüringen.
26. Mai 2010Eine Band, die sich The Band nannte
Wenn eine Band sich The Band nennt, muss das nicht von Einfallslosigkeit zeugen. Aber von Schlichtheit: Der hatten sich fünf Musiker verschrieben, die mit ihren Bärten aussahen, als seien sie in den amerikanischen Südstaaten noch vor dem Bürgerkrieg fotografiert worden.
25. Mai 2010Das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann
Es gibt eine Theorie, die besagt, dass sobald jemand herausgefunden hat, wie das Universum exakt beschaffen ist und warum es existiert, jenes augenblicklich wieder verschwindet und sofort durch ein noch bizarreres und unerklärlicheres ersetzt wird. Es gibt eine zweite Theorie, die besagt, dies sei bereits geschehen. Um das Weltall zu erklären, müsste man schon durch die Galaxis reisen, dachte sich der britische Autor Douglas Adams. Am besten funktioniere dies per Anhalter. So lautet auch der Titel einer erfolgreichen Radiosendung und der daraus resultierenden Buchbestseller.
21. Mai 2010Pfingsten und die Pfingstler
An Wochenende ist Pfingsten. Der Name leitet sich aus dem Griechischen her: pentekosté bedeutet ‚der Fünfzigste’. Am 50. Tag nach Ostern wurde der Heilige Geist ausgesandt, um Person, Wort und Wirken Jesu Christi lebendig zu halten. Jetzt wissen Sie, was Pfingsten bedeutet. Aber wissen Sie auch, was ein Pfingstler ist?
20. Mai 2010Kopf- oder Zahlbahnhof?
Die Stuttgarter lieben ihren Hauptbahnhof. Die Deutsche Bahn hält ihn für nicht mehr verkehrsgerecht. Die Freunde des alten Kopfbahnhofs – in Stuttgart scheint es sehr viele davon zu geben – finden, der charakteristische Turm mit den beiden Seitenflügeln gehöre zu den wenigen Wahrzeichen der auf den ersten Blick recht betonaffinen Schwabenmetropole. Die Bahn meint, man müsse das Gebäude komplett abreißen, den Schienenverkehr eine Etage tiefer, also unter die Erde, verlegen und einen Durchgangsbahnhof einrichten.
19. Mai 2010Lieber doch nicht sterben, bevor man alt wird
„I hope I die before I get old“, textete Pete Townshend, Chef der britischen Rockgruppe The Who, in seinem Erfolgssong My Generation. „Hoffentlich sterbe ich, bevor ich alt werde“: Dieser Satz entwickelte sich zum Credo der wilden 60er-Jahre-Jugend. „Es hat wunderbar funktioniert“, blickte Townshend bereits mit Anfang Dreißig zufrieden zurück, „es hat zwischen den Leuten, die das Lied mochten, und denen, die es nicht mochten, einen dicken Trennungsstrich gezogen.“ Später fügte er noch einen Satz hinzu: „Aber was ist, wenn wir diesen Trennungsstrich gar nicht mehr wollen?“
18. Mai 2010Doch kein Spielgeld!
„Wir sind das Volk“, riefen die Leipziger auf den ersten Montagsdemonstrationen (siehe unseren Newsletter vom 12 März „Die letzte Montagsdemonstration“). Später hörte man auch Sprüche wie „Wir woll'n die Mark“. Dass damit nicht die DDR-Währung gemeint war, versteht sich. Die befand sich gegenüber der bundesdeutschen Valuta in rasantem Fall. Auf dem Schwarzmarkt wurden locker zehn DDR-Mark für eine D-Mark hingeblättert. Das tat der einheimischen Währung Unrecht: Schließlich waren in der DDR viele Produkte staatlich subventioniert und deshalb so preiswert.
17. Mai 2010Reden + Zuhören = Kommunikation
Reden ist nur die eine Hälfte der Kommunikation, Schweigen und Zuhören die andere. Das gilt erst recht für die Telekommunikation Der heute begangene Weltfernmeldetag möchte die Verbreitung moderner Technologie vorantreiben: Jeder Mensch soll Zugang zu modernen Informationstechnologien bekommen und dadurch seine Lebenssituation verbessern.
14. Mai 2010Der Mai macht alles grün
„Der Mai macht alles grün, Nur meine Hoffnung nicht“: So dichtete, eineinhalb Jahrhunderte vor Heiner Müller (siehe unseren Newsletter vom 9. Januar 2009 – Künstler ohne Illusion), der heute vor 222 Jahren im fränkischen Schweinfurt geborene Friedrich Rückert.
12. Mai 2010Stillstand in der Pflege
„Wenn ich meine Mutter selber pflegen würde, müsste ich meinen Beruf aufgeben, hätte kein Einkommen mehr und würde dadurch wahrscheinlich selbst zum Sozialfall werden.“ So wird in einer Sendung des Bayerischen Rundfunks ein Angehöriger zitiert, der eine illegale Pflegehilfe in Anspruch genommen hat.
11. Mai 2010Tag des Ausbildungsplatzes
„Der Tag des Ausbildungsplatzes ist seit Jahren ein bewährtes und in der Öffentlichkeit positiv wahrgenommenes Instrument zur Unterstützung des Ausgleichs auf dem Ausbildungsmarkt“, schreibt die Arbeitsagentur auf ihrer Internetseite:
10. Mai 2010Unmöglich, es allen recht zu machen
Was geschieht, wenn Vater und Sohn mit einem Esel unterwegs sind? Gehen beide zu Fuß, spotten die Passanten, dass niemand das Tragtier benutzt. Reitet nur der Alte reitet und muss der arme Junge nebenher laufen, wird auch gemeckert. Umgekehrt beschweren sich die Leute, falls der kräftige Junge reitet und der klapprige Alte zu Fuß geht. Und wenn beide aufsitzen, mutiert der Esel zum Bemitleideten und das Reiterpaar zu Schuften.
7. Mai 2010Eine Erfindung, die zutiefst bereut wurde
Nächsten Sonntag ist der Tag, an dem jeder seiner Mutter zur Hand geht, und sie so tut, als mache ihr die Mehrarbeit nichts aus. Heuchelei war immer schon mit dem Muttertag verbunden. In Deutschland förderte der Verband der Blumengeschäftsinhaber den Brauch und hatte 1923 mit der republikweiten Verbreitung des Muttertags Erfolg. Kommerziellen, versteht sich.
6. Mai 2010Wie heißt der Sieger heute abend?
Heißt der britische Premierminister ab morgen Gordon Brown oder David Cameron? Oder vielleicht sogar Nick Clegg? Der Führer der Liberalen schnitt in den Fernsehdebatten deutlich am besten ab, und auch in den Meinungsumfragen zog seine Partei an der regierenden Labour Party vorbei und mit den in der Wählergunst lange Zeit führenden Konservativen in etwa gleich.
5. Mai 2010Nie wieder Pferdetransport!
Die Dampfeisenbahn wurde in Großbritannien erfunden. Das erste Land, welches das neue Verkehrsmittel auf dem europäischen Kontinent einführte, war weder Deutschland noch Frankreich, sondern das kleine Belgien: Heute vor 175 Jahren verkehrte das erste dampfende Ungetüm auf Schienen zwischen Brüssel und Mechelen.
4. Mai 2010Ein Überlebenskünstler wird 75
„Ich soll eine Autobiographie schreiben? Ich bin doch erst Siebzig. Das ist grad mal die Hälfte!“ So sprach Rüdiger Nehberg anno 2005. Seitdem sind fünf Jahre vergangenund zwei Autobiographien erschienen.
3. Mai 2010Stil schon, aber leider keine Ideen
Was den guten Journalisten ausmacht, haben wir Ihnen letzte Woche anhand des Beispiels von Egon Erwin Kisch nähergebracht. Was aber macht den schlechten Journalisten aus?
30. April 2010Der Mai ist gekommen, der Profit bleibt nicht aus
„Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus, da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus:“ So heißt es in Emanuel Geibels 1841 entstandenen Wanderlied.
29. April 2010Was den guten Journalisten ausmacht
“My English is broken, my legs are broken, but my spirit is unbroken:“ Die Worte, die der unglücklich in Australien gelandete Journalist Egon Erwin Kisch von sich gab, sind treuen Lesern dieses Newsletters ein Begriff (siehe unsere Ausgabe vom 31. März 2008 – Gebrochenes Englisch - ungebrochener Kampfgeist).
28. April 2010Kein Vertrauen in die Politik
Vertrauen wird dadurch erschöpft, dass es in Anspruch genommen wird, schrieb einst Bertolt Brecht. Ob er damit die Politiker meinte? Folgt man dem Magazin Reader's Digest, haben unsere Volksvertreter in dieser Beziehung zu hohes Anspruchsdenken an den Tag gelegt. Die Quittung bekamen sie unlängst in einer Umfrage, welche die Monatszeitschrift in Auftrag gegeben hat. Da landeten die Politiker auf dem letzten Platz: Nur jeder Zehnte würde einem Angehörigen dieser Berufsgruppe vertrauen.
27. April 2010Der Butt
„Als das feministische Tribunal zum ersten Mal tagte, wurde der Butt in einer flachen, etwa 1 ½ mal 2 Meter messenden Wanne von vier Helferinnen in den Saal gerollt und dem Gericht gegenübergestellt,“ schreibt Günter Grass in seinem Roman Der Butt. Ein anderer Butt muss heute abend in einem 2 Meter 44 hohen und 7 Meter 32 großen Kasten Platz nehmen. Zur Seite stehen ihm immerhin 10 Helfer, und gegenübergestellt wird er keinem Gericht, sondern der französischen Fußballequipe von Olympique Lyon.
26. April 2010Was ist ein Plagiat?
Wenn man aus einem Buch abschreibt, handelt es sich um ein Plagiat; schreibt man aus zwei Büchern ab, entsteht ein Essay; das Resultat des Kopierens dreier Bücher schimpft sich Kompilation; nimmt man vier Bücher als Grundlage, heißt das Ergebnis Dissertation. Natürlich ist auch diese scherzhafte Erklärung geklaut; sie stammt von einem gewissen Wilson Mizner und findet sich auf der Webseite plagiat.htw-berlin.de.
23. April 2010Ich komme aus Karl-Marx-Stadt
Fragte man einen Bürger aus der Mitte Deutschlands in der Mitte des 20. Jahrhunderts, wo er denn herkäme, antwortete er: aus Karl-Marx-Stadt. Am 10. Mai 1953 erhielt die südsächsische Metropole Chemnitz, rechtzeitig zum 135. Geburtstag des Begründers des wissenschaftlichen Sozialismus (siehe dazu unseren Newsletter vom 14. März 2008 – „Richtige Analyse - falscher Schluss?“), diesen neuen Namen.
22. April 2010Jetzt endlich auch der Boys' Day
Über den Mädchenzukunftstag, den Girls' Day - inzwischen ohne Apostroph geschrieben - berichteten wir in unseren Ausgaben vom 24. April 2008 und vom 27. April 2006. Heute ist es wieder so weit: Angehenden Berufsanfängerinnen sollen mädchenuntypische Berufe im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich schmackhaft gemacht werden. Näheres dazu findet sich im Internetportal www.girls-day.de.
21. April 2010Ein Zivilisationskritiker namens Samuel Langhorne Clemens
Heute vor 100 Jahren starb Samuel Langhorne Clemens. Kennen Sie nicht? Dann vielleicht sein Pseudonym: Unter diesem veröffentlichte der Autor seine Romane um Tom Sawyer und Huckleberry Finn.
20. April 2010Die Phalanx der Elchhasser
Bei den Tieren macht's die Masse, dass man sie nicht mag. Die einzelne Ratte erscheint dem Menschen als durchaus putzig. Sieht er sich einer ganzen Horde gegenüber – und steht die Meute zudem in Verdacht, Krankheiten zu übertragen oder die Nahrung wegzunehmen – lässt die Sympathie merklich nach.
19. April 2010Schnell oder langsam durch den Regen?
Der April ist – nach den Worten des Aphoristikers Wolfram Weidner – der Monat, in dem das Wetter so unzuverlässig ist, dass es manchmal mit den Vorhersagen übereinstimmt. Und die lauten, um möglichst sicher zu gehen, meistens: Regen. Da das Wetter im April so wechselhaft ist, schlägt es sich häufig in Form kurzer Schauer nieder. Meistens treffen uns diese Kapriolen immer dann, wenn wir keinen Schirm mitführen.
16. April 2010Der deutsche Rimbaud
Über das tragische Ende Rolf Dieter Brinkmanns wurde an dieser Stelle bereits berichtet (siehe unseren Newsletter vom 23. April 2009 „Der Tag, an dem Schriftsteller sterben“). In dieser Ausgabe geht es um das Andenken an den Schriftsteller, der heute 70 Jahre alt geworden wäre. Kritikerpapst Marcel Reich-Ranicki sah in Brinkmann einst „eine der größten Hoffnungen der jüngeren deutschen Literatur“, der Dramatiker Heiner Müller stufte ihn sogar als „das einzige Genie der westdeutschen Literatur“ ein.
15. April 2010Die erste demokratisch gewählte Präsidentin
Schon wieder geht es um Island, doch heute steht ein weibliches Wesen im Mittelpunkt: Vor drei Jahrzehnten wurde zum ersten Mal eine Frau in das höchste Amt eines Staates gewählt. Diese Pionierleistung gelang 1980 der Isländerin Vigdis Finnbogadottir. Allerdings war Frau Finnbogadottir nicht die erste, die in einem modernen Staat das Präsidentenamt ausübte.
14. April 2010Gurus, Ex-Gurus und ein Redeauftritt mit Kultstatus
Ein 0:0 gegen Island bietet fußballerisch wenig Unterhaltung. Das war auch am 6. September 2003 im EM-Qualifikationsspiel in Reykjavik nicht anders. Oder doch? Eidur Gudjohnsson (siehe unseren Newsletter vom 15. September 2008 „Vater und Sohn in einer Mannschaft“) machte sein bestes Länderspiel und war der überragende Mann auf dem Platz. Und Rudi Völler war der überragende Mann neben dem Platz.
13. April 2010Nie aus Ostende herausgekommen
Flämische Maler, das sind nicht nur Bosch und Bruegel, van Eyck und Rubens. Sie alle lebten vor 1700. Der heute vor 150 Jahren geborene Vertreter dieser Kunst kam in Ostende zur Welt, wo er auch zeitlebens wirkte. Seine ersten Motive waren die Bürger der wenig geliebten Heimatstadt, die er für eng, muffig und spießig hielt - aber dennoch nicht verlassen wollte.
12. April 2010Ein Fluch, der keiner mehr ist
Heute vor 65 Jahren starb Franklin D. Roosevelt (siehe unseren Newsletter vom 8. November 2007 – „Der Präsident im Rollstuhl“). Das war einerseits überraschend, denn er war erst fünf Monate zuvor zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden. Andererseits auch nicht: Roosevelt litt seit Jahren am Guillain-Barré-Syndrom.
9. April 2010Italien ohne alte Römer und mittelalterliche Päpste
Wenn Sie etwas über ein anderes Land - sagen wir mal: Italien - erfahren wollen, kaufen Sie sich ein Geschichtsbuch. Dabei möchten Sie nicht unbedingt bei den alten Römern anfangen und auch nicht bei den Päpsten im Mittelalter. Über die ist schon genug geschrieben worden. Nein, eine Geschichte über Italien müsste um 1900 beginnen und bis in die jüngste Zeit reichen.
8. April 2010Rom mit kurzem 'o'
Rom, mit kurzem, nicht mit langem 'o', bedeutet 'Mensch', und der Plural Roma entsprechend 'Menschen'. Als solche möchten sich die Angehörigen dieser Volksgruppe auch betrachtet sehen. Leider werden sie es nicht immer. Die Diskriminierungen fanden bereits im ausgehenden Mittelalter ihren Anfang und haben sich bis in die heutige zeit fortgesetzt. Negativer Höhepunkt war, das sollte auch in einem Smalltalk-Newsletter erwähnt werden, die Ermordung von mehr als 100 000 Roma in deutschen Vernichtungslagern.
7. April 2010Was sagt der Arzt?
Heute ist Weltgesundheitstag. Nutzen wir den Anlass und befassen wir uns mit einer schon seit längerem aktuellen Diskussion im Gesundheitswesen. Nach den jüngsten Einschnitten vermehren sich die Befürchtungen, dass sich der soziale Status bald wieder wie in vergangenen Jahrhunderten am Gebiss ablesen lässt. In vergangenen Jahrhunderten? Im Frankreich Ludwigs XIII. wurden die Patienten noch wie Könige behandelt, glaubt man der Anekdote um einen gewissen Doktor Moreau.
6. April 2010Ein Gesetz über die Zeit
Auf die Sommerzeit müssen Sie sich schon seit zehn Tagen einstellen. In Deutschland wurde sie heute vor dreißig Jahren wieder eingeführt. Versuche, sie zu starten, hatte es seit 1916 immer wieder gegeben (siehe unsere Newsletter vom 26. März 2007 „Wer hat an der Uhr gedreht?“).
1. April 2010Wandern im Nationalpark Nordeifel
Stellen Sie sich vor, Sie spazieren durch den Wald, und Ihnen begegnet eine fünfköpfige Familie. Alle sind braun gekleidet, recht schweigsam und fallen durch ihre ungewöhnliche Fortbewegungsart auf. Die findet auf allen Vieren statt, denn bei dem Quintett handelt es sich um Braunbären. Bis zum 17. Jahrhundert hat Meister Petz in der Eifel gelebt und wurde unlängst wieder dort angesiedelt.
31. März 2010Sozial kaufen
Heute öffnet das erste Sozialkaufhaus in der Sachsenmetropole Leipzig. Im gesamten Bundesgebiet gibt es bereits 86 dieser Einrichtungen; die meisten, nämlich 20, im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW. Bemerkenswert ist auch die Zahl von 9 für das kleine Rheinland-Pfalz, darunter ein Warenhaus in Bad Breisig, dem Ort, an dem dieser Newsletter erscheint. Das viel größere Baden-Württemberg dagegen weist nur zwei dieser Häuser auf.
30. März 2010Eric Clapton wird 65
Was macht eine Band, wenn sie in den Räumen einer Rundfunkanstalt zu lange auf einen Auftritt warten muss? Sie schreibt einen neuen Song. Das taten Jack Bruce, Ginger Baker und Eric Clapton, als es ihnen bei der BBC zu bunt wurde. Das Resultat konnte sich hören lassen: Politician ist bis heute eines der besten Blues-Stücke weißer Musiker. Aktuell ist es auch: Es geht um einen Volksvertreter, der für das Volk nicht zu sprechen ist, wenn es ihn braucht, und darüber hinaus sein Fähnchen schön in den Wind hängt: “I support the left, though I'm leaning to the right“ heißt es in einer Zeile.
29. März 2010Managementplan für Meister Isegrim
Vom deutschen Wolf berichteten wir zuletzt vor zwei Jahren (siehe unsere Newsletter vom 14. Juli „Dein Feind, der Wolf?“ und 11. Juni 2008 „Das Tier des Jahres 2003, für alle zugänglich“). Damals war in Schleswig-Holstein ein aus Sachsen eingewandertes ier überfahren worden. Die Biologin Ute Kröger vom ostholsteinischen Wildpark Eekholt hatte anschließend ihre Landsleute aufgefordert, darüber nachzudenken, wie man bei einer Einwanderung mit Meister Isegrim umgehen will. Es wurde nachgedacht.
26. März 2010Der lange Weg zur Bühne
„Als ich um zehn Uhr auf die Uhr schaute, war es erst halb neun“: So beschreibt der Theaterkritiker Alfred Kerr ein Unbehagen, das seine Zunft – wie auch die Riege der Zuschauer – regelmäßig bei Vorstellungen heimsucht. Morgen ist der Welttag des Theaters. Zu diesem Anlass möchten wir die Schauspieler-Zuschauer-Beziehung einmal aus ungewohntem Aspekt beleuchten: dem Blickwinkel derer, die auf der Bühne stehen.
25. März 2010Als die Wagenburg erfunden wurde
Was tun weiße Siedler im Hollywood-Western, wenn sie von Indianern angegriffen werden? Sie bilden eine Wagenburg. Das reale Vorbild wurde heute vor 590 Jahren erfunden.
Nicht im Wilden Westen, denn auf das Festland der heutigen USA hatte bis dahin noch kein europäischer Entdecker einen Fuß gesetzt.
24. März 2010Ein halbes Jahrhundert Nena
Hast du etwas Zeit für mich, dann singe ich ein Lied für dich: So beginnt der bis zu seinem Erscheinen im Frühjahr 1983 erfolgreichste deutsche Song (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 25. März 2008 „ Als 99 Luftballons die Welt eroberten“).

23. März 2010Eine bequeme Eigenschaft
„Jahrhundertelang haben Könige, Priester, Feudalherren, Industrielle und Eltern darauf bestanden, dass Gehorsam eine Tugend und Ungehorsam ein Laster sei“: Das schreibt der US-Psychologe Erich Fromm, in seiner Abhandlung über den Ungehorsam.
22. März 2010Das Manko der Meerwasserentsalzungsanlagen
Eine farblose Flüssigkeit, die schwarz wird, wenn man sein Gesicht darin wäscht: So definierte Mickey Mouse das Lebensmittel, das wir alle am dringendsten brauchen.
19. März 2010Frühlingsblüt- und Blumen
Vom Eise befreit sind zwar weder Strom noch Bäche, dennoch zieht am Wochenende der Frühling bei uns ein. Selbst Johann Wolfgang von Goethe, hieß es vor 4 Jahren in diesem Newsletter (siehe Ausgabe vom 20. März 2006 „Vom Eise befreit?!“) dürfte nur wenige Winter erlebt haben, die so lang und hart waren, dass er es zu ungemütlich für einen Aufenthalt in seinem Gartenhaus fand.
18. März 2010Die ersten und letzten freien Wahlen
Volkskammerwahlen hatte es in der DDR schon des öfteren gegeben. Meist liefen sie so ab, dass ein vorgefertigter Zettel in eine Urne geworfen wurde, ohne dass zuvor überhaupt ein Kreuzchen gemacht werden musste. Somit war die Liste mit den Vorschlägen der Wahlkommission – und damit der herrschenden Einheitspartei – ohne Einschränkung akzeptiert. Gewiss, man hätte auch einzelne Namen ausstreichen können, aber wer bringt für den Besuch im Wahllokal schon eigens Lineal und Rotstift mit?
17. März 2010Der Dichter und sein Richter
Lange Nase, riesige Schneidezähne, meist eine Flasche Bier in der Hand und ein Motorrad unterm Hintern: So präsentiert sich, seit 1982, Werner seinen Lesern. Die Comic-Figur ist das Alter Ego des Zeichners Rötger Feldmann alias Brösel.
16. März 2010Das Blaue Sofa
Bis zum 2. Weltkrieg war die Leipziger Buchmesse die bedeutendste ihrer Art in Deutschland. Danach wurden die Karten neu gemischt, und Frankfurt eroberte den Spitzenplatz. Den hat die Stadt am Main bis heute inne, weswegen der Buchmesse in Sachsens Metropole weit weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird. Jedenfalls in unseren Gefilden. Für die Länder Ost- und Südosteuropas ist die Frühlingsmesse jedoch die wichtigste in ihrem Literaturbetrieb.
15. März 2010Ein deutscher Literaturnobelpreisträger, den kaum noch jemand kennt
Nennen Sie einen deutschen Literaturnobelpreisträger: Wenn Sie eine solche Frage gestellt bekommen, denken Sie vielleicht an Thomas Mann, Günter Grass oder Herta Müller. An Paul von Heyse denken Sie eher nicht. Das könnte daran liegen, dass seine Geburt schon ein Weilchen her ist: auf den Tag genau 180 Jahre.
12. März 2010Die letzte Montagsdemonstration
Den Fall der Mauer hätte es ohne die Montagsdemonstrationen in der DDR nie gegeben – oder zumindest wesentlich später und nicht auf so friedlichem Weg. Die erste Montagsdemonstration feierte am 4. September 1989 Premiere: Vor der Nikolaikirche in Leipzig hatten sich am ersten Tag nach den Sommerschulferien rund 1200 Unzufriedene versammelt, die „Reisefreiheit statt Massenflucht“ und „Stasi raus“ forderten. Letzteres war so nötig wie gefährlich, denn die Versammlung wurde von Agenten der Staatssicherheit observiert und immer wieder gestört.
11. März 2010Heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen
Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen: Das soll der große Reformator Martin Luther gesagt haben. Ob es stimmt oder nicht – der Spruch bleibt eine schöne Metapher für Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft.
10. März 2010Das Bilderbuch, das der liebe Gott uns aufgeschlagen hat
„Das Rad an meines Vaters Mühle brauste und rauschte schon wieder recht lustig, der Schnee tröpfelte emsig vom Dache, die Sperlinge zwitscherten und tummelten sich dazwischen; ich saß auf der Türschwelle und wischte mir den Schlaf aus den Augen, mir war so recht wohl in dem warmen Sonnenscheine. Da trat der Vater aus dem Hause; er hatte schon seit Tagesanbruch in der Mühle rumort und die Schlafmütze schlief auf dem Kopfe, der sagte zu mir: Du Taugenichts! Da sonnst du dich schon wieder und dehnst und reckst dir die Knochen müde und lässt mich alle Arbeit allein tun. Ich kann dich hier nicht länger füttern. Der Frühling ist vor der Tür, geh auch einmal hinaus in die Welt und erwirb dir selber dein Brot.“
9. März 2010Moralisch verwerflich, politisch erfolgreich
„Dass dieser kleine dunkelhäutige Musikant David Rizzio tatsächlich der Liebhaber Maria Stuarts gewesen sei, ist niemals bewiesen worden noch zu beweisen. Aber gerade die offene Gunst, welche die Knigin diesem ihrem Geheimschreiber vor dem ganzen Hofe gewährt, spricht am energischsten gegen einen solchen Verdacht.“ So beschreibt Stefan Zweig in seinem Buch Maria Stuart die tragische Beziehung zwischen der Schottenkönigin und ihrem Günstling.
8. März 2010Die Frauen und ihr Plapper-Gen
Heute ist Internationaler Frauentag. Eine schöne Gelegenheit, einer Boulevardzeitung zu gedenken, die keineswegs immer politisch korrekt ist und dies leider nicht durch das nötige Quantum Humor auszugleichen in der Lage ist - im Gegensatz zu einer Frau, die sich einmal sehr elegant gegen Bild zu wehren wusste.
5. März 2010Guter Verlierer
Ein Ritter, der sich auf ein Schwert stützt, 35 Zentimeter hoch, 4 Kilogramm schwer, aus einer Kupfer-Zinn-Legierung, mit Gold überzogen, Materialwert zirka 250 Euro: Was ist das? Richtig, der Oscar! Er wird dieses Jahr – wegen der Medienkonkurrenz der Olympischen Winterspiele – erst am 7. März verliehen; nicht, wie sonst üblich, im Februar.
4. März 2010Wetterfrösche in der Krise
Als wäre das Erdbeben nicht schon schlimm genug gewesen, raste einen Tag später eine Flutwelle auf die chilenische Pazifikküste zu. Seismologen hatten zuvor darauf hingewiesen, die Bevölkerung war vorbereitet – und nahm zum Glück die Entwarnung der Meteorologen nicht ernst. Wenigstens hatte Chile durch den Tsunami kaum weitere Opfer zu beklagen.
3. März 2010„Der größte Hetzer in unserem Lande“
Dem Mann, der heute 80 Jahre alt wird, bescheinigte Willy Brandt in einer düsteren Stunde, er sei „seit Goebbels der größte Hetzer in unserem Lande“. Das war sehr böse und leider auch daneben, da Brandt den so Beleidigten in die Nähe des Nationalsozialismus rückte. Ein Faschist war Heiner Geißler jedoch noch nie. Der Betroffene amtierte zu jener Zeit als Generalsekretär der CDU unter Helmut Kohl und hatte damals mehr Feinde als die SPD heute Wähler.
2. März 2010Warum Haralds Silovs in die Olympia-Geschichte eingeht
Die Olympischen Spiele sind seit Sonntag passé. Was bleibt im Gedächtnis haften? Vielleicht die Tatsache, dass Kanada erstmalig und völlig überraschend die Medaillenwertung gewann. Aber das interessiert im Land des Ahornblatts niemanden. Viel wichtiger ist den eishockeyverrückten Kanadiern, dass ihre Stars um Sidney Crosby Gold gewannen.
1. März 2010Wie der Fisch auf Wasser
„Das Wirtschaften im Internet steht im Mittelpunkt der weltgrößten Computermesse Cebit“, schreibt das Nachrichtenmagazin Spiegel online: „Beim Zugang zum Internet hingegen liegen kleine Endgeräte im Trend. Wenn dann auch die Bedienung der Technik endlich einmal einfacher wird, kann sich der allseits vernetzte Mensch so selbstverständlich im Internet tummeln wie der Fisch im Wasser.“ Heute beginnt in Hannover die Cebit, doch der Bericht von Spiegel online ist bereits 10 Jahre alt.
26. Februar 2010Das noch nicht ganz ideale Haustier
Vierbeiner haben einen guten Stand in der Redaktion dieses Newsletters. Von wilden Tieren und ihren domestizierten Vettern war schon öfters die Rede, und eine Art schaffte es sogar, in beiden Kategorien erwähnt zu werden: der Elch. Die in freier Wildbahn lebenden Exemplare gelangten leider fast ausschließlich als Opfer des zunehmenden Straßen- und Schienenverkehrs auf dieses Portal.
25. Februar 2010Himmelskörper zum Frühstück
Essen Sie morgens gelegentlich ein Hörnchen? Ein solches Frühstück gönnt man sich, wenn's einen nicht pressiert. Und manchmal bleibt sogar noch Zeit, darüber nachzudenken, woher das Wort kommt.
24. Februar 2010Ein Reich, in dem die Sonne nicht unterging
Karl V. wurde am 24. Februar 1530, exakt an seinem 30. Geburtstag, in Bologna zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt. Zuvor war er bereits Herrscher über Spanien, Burgund, Brabant, Luxemburg, Limburg, Flandern, Elsass, Schwaben, beide Sizilien, Ungarn, Dalmatien, Kroatien, Spanisch-Ostindien sowie alle spanischen Besitztümer in Mittel- und Südamerika. Als Oberhaupt der Habsburger thronte Karl natürlich auch über die österreichischen Erblande, in denen allerdings sein jüngerer Bruder Ferdinand als Statthalter regierte. Sein Reich war auch ohne den transatlantischen Zuwachs das größte seit Karl dem Großen, auch wenn die Macht nicht so unangetastet war wie die des Namensvetters mit der Ordnungszahl I.
23. Februar 2010Was das Raubtier über die Raubtiergesellschaft denkt
Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen: Von wem stammt diese Einsicht? Treue Leser dieses Newsletters (siehe Ausgabe vom 5. Januar 2009 „Krise als Chance?“) wissen Bescheid: von Erich Kästner.
22. Februar 2010Philosoph und Tierfreund
„Das Publikum ist so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu lesen.“ Das gilt natürlich nicht für die Leser dieses Newsletters, denn der befasst sich auch schon mal mit 222 Jahre zurückliegenden Dingen wie der Geburt Arthur Schopenhauers. Von diesem Philosophen stammt übrigens das Eingangszitat. Schopenhauer schrieb bereits im Alter von 30 Jahren sein Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung.
19. Februar 2010Das Los des Lyrikers
Kleine Denksportaufgabe: Nennen Sie einen griechischen Dichter von Weltrang. Einen neuzeitlichen bitte, der nicht Nikos Kazantzakis (siehe unseren Newsletter vom 18. Februar 2008 „Der Kopfmensch und der Lebemann“) heißt. Lord Byron (siehe die Ausgabe vom 22. Januar 2010 „Leider nicht der erhoffte Tod“), das möchte ich Ihnen gleich sagen, zählt nicht; der war allenfalls Wahlgrieche.
18. Februar 2010Katholiken - Protestanten 7:1
Am 18. Februar gedenkt die katholische Kirche gleich sieben Heiliger: Angilibert, Fra Angelico, Konstantia, Simon, Alexander, Heladius, Colmann. Nicht alle sind der Redaktion dieses Newsletters bekannt, wohl aber den Verantwortlichen der Online-Enzyklopädie Wikipedia. Mit Simon ist der Bruder des Herrn gemeint; wer aber ist Colmann? Das tut in diesem Zusammenhang nichts zur Sache, zumal wir es lieber mit den Außenseitern halten.
17. Februar 2010Was Franz Josef Strauß nie zum Frühstück aß
Der politische Aschermittwoch geht auf eine niederbayerische Tradition von 1580 zurück (siehe unseren Newsletter vom 1. März 2006 „Woher stammt der politische Aschermittwoch?“). Bundesweit bekannt wurde das Politspektakel jedoch erst mit den Auftritten von Franz Josef Strauß. Der CSU-Vorsitzende nahm sich am ersten Tag nach Fasching gerne den politischen Gegner vor. Der hieß SPD und war, zum Ärger der Christsozialen, lange Zeit Regierungspartei.
16. Februar 2010Fluch oder Segen?
Bescheidenheit sei keine Zier, wurde vor einem Jahr an dieser Stelle behauptet (siehe unseren Newsletter vom 16. Februar 2009). Selbiges behauptet auch ein Sprichwort, verbunden mit der Versicherung, ohne diese Eigenschaft bringe man es im Leben viel weiter.
12. Februar 2010Wie der 14. Februar zum Tag der Verliebten wurde
Dass der Valentinstag keine Erfindung der Geschäftsleute ist, haben wir Ihnen bereits in einem früheren Newsletter (siehe unsere Ausgabe vom 14. Februar 2006 „Der Valentinstag – eine Erfindung der Geschäftsleute?“) bewiesen. Doch wie wurde der 14. Februar zum Tag der Verliebten?
11. Februar 2010Vom Dop zum Doping
Morgen wird im kanadischen Vancouver die Winter-Olympiade eröffnet. 16 Tage lang kämpfen in 86 Wettbewerben die Athleten um 258 Medaillen. Vor 4 Jahren in Turin war Deutschland die erfolgreichste Wintersportnation. Noch wichtiger als der Erfolg ist allerdings die Tatsache, dass er mit sauberen Mitteln erzielt wurde. Und damit wären wir bei einer Brisanz, die eigentlich nicht in den Small Talk gehört. Doch lässt sich das Thema Doping in Zusammenhang mit den Olympischen Spielen leider nicht aussparen (siehe unseren Newsletter vom 22. Juli 2009 „Als Doping noch legal war“).
10. Februar 2010Ein Sport, bei dem sich nur der Brutale durchsetzen kann
„Neben den Anstrengungen der Werbewirtschaft“, meinte der US-Krimiautor Raymond Chandler, „ist Schach die größte Verschwendung menschlicher Intelligenz.“ Der Satz stimmt so nicht mehr: Inzwischen verschwenden auch Computer ihre Intelligenz an diesen Sport (siehe unseren Newsletter vom 11. Mai 2007 „Mensch gegen Maschine“).
9. Februar 2010Ein Stern für Stars und Sternchen
In Los Angeles wird selten zu Fuß gegangen. Tut man es doch, noch dazu in besseren Vierteln wie Beverly Hills oder Laurel Canyon, macht man sich gleich verdächtig und kann sicher sein, in den nächsten Minuten einer Polizeikontrolle unterworfen zu werden. Erwünscht sind Fußgänger dagegen auf dem Hollywood Boulevard und den von ihm abgehenden Straßen.
8. Februar 2010Karriere innerhalb und außerhalb der Klostermauern
Die Leidenschaft für die Pflanzen hatte er vom Vater geerbt. Der züchtete Obstbäume, die er durch Aufpfropfen von Reisern anderer Sorten veredelte. Obwohl die Eltern einfache, ihrem Gutsbesitzer tributpflichtige Bauersleute waren, besuchte der 1822 geborene Sohn die höhere Schule und schloss daran sogar ein Philosophiestudium an. Eine brotlose Kunst, da der frischgebackene Absolvent sich alsbald „gezwungen sah, in einen Stand zu treten, der ihn von den bitteren Nahrungssorgen befreite.“
5. Februar 2010Gute Schweizer, böse Schweizer
Ist es richtig, ein Beweismittel von Kriminellen zu kaufen, um damit andere Kriminelle dingfest zu machen? Ja, meint die überwiegende Mehrheit der Deutschen wie auch die Mehrzahl ihrer Politiker. In der Schweiz sieht man das ein wenig anders: Diskretion und Zurückhaltung sind Urschweizer Tugenden, die man selbst zur Pflege der Beziehungen mit dem großen Nachbarn nicht opfern darf. Manche Deutsche wiederum wissen gerade diese Prinzipientreue zu schätzen (siehe unseren Newsletter vom 16. Mai 2006 „Tipp für ein Bargeld-Versteck – aber nicht weitersagen“). Andere nicht.
4. Februar 2010Sympathie für den Bösewicht
Krimis drehen sich meist um Kommissare oder Privatdetektive, die Verbrecher dingfest machen und der guten Sache zu ihrem Recht verhelfen. Verkauft sich die Geschichte gut, kann der Autor oder die Autorin eine Serie daraus machen. Nur wenige Krimis schildern die Sache aus der Sicht des Übeltäters. Das kommt beim Publikum erstens nicht so gut an, zweitens ist die Idee mit den Fortsetzungen problematisch – zumal die meisten Leser möchten, dass der Kriminelle seine gerechte Strafe erhält.
3. Februar 2010Eine kühne Prognose
Reif für den Zauberberg (siehe unseren Newsletter vom 11. Januar) ist Joachim Löw noch nicht, denn das ist ein Sanatorium in Davos, das Thomas Mann in einem Roman beschrieb. Auch gehen weder die Haare zum Teufel noch die Zähne flöten, obwohl der Mann heute fünfzig wird. Nein, Jogi, wie er allenthalben genannt wird, kommt noch recht jugendlich daher, und sein größtes Ziel hat er noch vor sich: Das wäre ein Titelgewinn mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.
2. Februar 2010Ein Auftrag für Jörg Kachelmann?
Punxsutawney Phils erstes Auftauchen im Jahr ist in den Vereinigten Staaten immer ein Gesprächsthema. Nicht nur für den Smalltalk, auch in Hollywood. Davon zeugt der Streifen Und täglich grüßt das Murmeltier (siehe unseren Newsletter vom 1. Februar 2008 „Morgen ist Groundhog Day“). Eine Prognose über die Reaktion des haarigen Gesellen, wenn die Klappe zu seinem Bau für einen Moment geöffnet wird, ist nicht schwer: Er wird seinen Schatten sehen und vor Schrecken zusammenzucken.
1. Februar 2010Gründe, diesen Monat weniger Geld auszugeben
Heute beginnt der Monat, in dem die meisten von uns merken, dass das Monatsgehalt in 28 Tagen ebenso wenig ausreicht wie in 31. Dabei sollte es im Februar wirklich langen.
29. Januar 2010Große Kunst, noch größere Sprüche
William Claude Dukenfield, heute vor 130 Jahren in Philadelphia geboren, war ein bekannter Schauspieler. Unter seinem Künstlernamen W. C. Fields bekam er sogar einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame; zu seinem 100. Geburtstag ehrte ihn die US-Post mit einer Gedenkbriefmarke. Inzwischen ist der 1946 verstorbene Schauspieler allenfalls mal in der Wiederholung einer David Copperfield-Verfilmung zu sehen, in der er freilich nur eine Nebenrolle spielte.
28. Januar 2010Pfeiffer mit drei ‚f’
Eine unbehandelte Orange, eine unbehandelte Zitrone, zwei Liter billiger Rotwein, 50 ml Orangensaft, 35 cl vierundfünfzigprozentigen Rum, eine Zimtstange, sechs Gewürznelken und ein Zuckerhut ergibt, richtig verhackstückt und gemischt, langsam erhitzt und schließlich mit einem langen Streichholz angezündet was? Richtig, eine Feuerzangenbowle! Jetzt ist das richtige Wetter dafür. Gibt man den Begriff in Google ein, erhält man als ersten Treffer das Getränk; mit dem Hinweis, dass es sich um keine eigentliche Bowle, sondern um einen Punsch handelt. Direkt anschließend weist einen die Suchmaschine auf den gleichnamigen Film hin.
27. Januar 2010Eine Erfindung, die so neu nicht war
Der Erfinder der Glühbirne, das wissen die Leser dieses Newsletters, heißt Jára Cimrman und kommt aus Prag (siehe unsere Ausgabe vom 12. Oktober 2007 „Der Erfinder der Glühbirne, des Joghurts und des Panamakanals“). Sie wissen auch, dass der geniale Tscheche vergessen hatte, sein Patent anzumelden. Wegen dieses Versäumnisses kam ein gewisser Thomas Alva Edison heute vor 130 Jahren in den Genuss dieser Erfindung. Doch auch hinter dem US-Genie steckt eine gute Geschichte. Im Gegensatz zu allem, was über Jára Cimrman erzählt wird, besitzt sie sogar den Vorteil, der Wahrheit zu entsprechen.
26. Januar 2010Kein strahlendes Jubiläum in Davos
Das Weltwirtschaftsforum in Davos feiert Jubiläum: Zum 40. Mal treffen sich ab morgen in den Schweizer Bergen die Mächtigen dieser Erde zum „Überdenken, umgestalten, erneuern.“ So lautet der Titel der fünftägigen Veranstaltung, zu der 2500 Teilnehmer erwartet werden. Darunter sind 30 Staats- und Regierungschefs und 60 Minister. Zum Vergleich: Das Debüt im Jahr 1971 lockte 444 Manager an.
25. Januer 2010Der Tag, an dem sich alle lieb haben
Der Weltkuscheltag war zwar bereits letzten Donnerstag, doch hatten wir an diesem Datum ein noch bedeutenderes Ereignis zu vermelden. Jetzt aber zu dem Tag, an dem sich alle lieb haben sollen. Über dessen Herkunft und Geschichte konnte die Redaktion dieses Newsletters leider nichts herausbekommen. Sogar auf der Wikipedia-Seite, die doch über alles Wichtige und Unwichtige zu berichten weiß, fand sich kein entsprechender Eintrag.
22. Januar 2010Leider nicht der erhoffte Tod
An dem Tag, als der heute vor 222 Jahren geborene George Gordon Byron 36 Jahre alt wurde, beschenkte er sich selbst mit einem Gedicht: On this Day I Complete My Thirty-sixth Year. Es wurde sein letztes, was sowohl die Gedichte als auch die Lebensjahre betraf, denn keine drei Monate später war Byron tot. Ob er das nahen seines Endes geahnt hat? Die letzten Zeilen seines Gedichts lauten.
21. Januar 2010Keine Regel ohne Ausnahme
„Mit 50 hat jeder das Gesicht, das er verdient, meinte einmal George Orwell. Doch so alt wurde der 1903 geborene britische Autor nicht. Er starb bereits am 21. Januar 1950. Zwei Jahre zuvor hatte er seine Version vom autoritären Überwachungsstaat geschrieben – und die Jahreszahl für den Romantitel einfach umgedreht: 1984. Orwell war Schriftsteller, gleichzeitig aber auch Journalist. So beherrschte er neben der Literatur die Kunst, für den Alltag zu schreiben.
20. Januar 2010Die schwierige Rückkehr zur Erde
Als am 21. Juli 1969 um 4 Uhr 15 mitteleuropäischer Zeit Edwin Aldrin ein Mensch den Mond betrat, begann für ihn eine schwere Zeit. Sein erstes Problem war, dass exakt 19 Minuten zuvor jemand dasselbe getan hatte. Ab da kannte Neil Armstrong jedes Kind; Edwin Aldrin blieb nur als sein Gehilfe in Erinnerung. Noch schlechter erging es Michael Collins: Der durfte zwar zum Mond mitfliegen, den Erdtrabanten aber nicht betreten. Wären alle drei Astronauten gleichzeitig auf dem Mond gewesen, hätte womöglich jemand das verlassene Raumschiff geklaut und wäre mit der Columbia davongedüst.
19. Januar 2010Zu schön für Hitchcock
Ihre berühmtesten Filmrollen waren die beiden ersten: Das Debüt als Schauspielerin gab Tippi Hedren in Die Vögel, und auch im nächsten Film desselben Regisseurs stand sie als Marnie vor der Kamera. Doch Tippi Hedren verdankte Alfred Hitchcock nicht nur ihren Aufstieg. Der hatte sie in einem Werbespot entdeckt und sie gleich für 7 Jahre verpflichtet.
18. Januar 2010Zu Tode gewachsen
Die Dinosaurier mussten die Erde verlassen, weil sie zu groß geworden waren. Dieser Spruch hätte von Kenneth Boulding stammen können, jenem Wirtschaftswissenschaftler, der heute vor 100 Jahren im englischen Liverpool geboren wurde und später in die Vereinigten Staaten auswanderte. Von Boulding stammt allerdings der schöne Satz: „Jeder, der glaubt, exponentielles Wachstum kann unendlich lange andauern in einer endlichen Welt, ist entweder ein Irrer oder ein Ökonom.“
15. Januar 2010Nichts für Schönwettersportler
Heute beginnt die Rückrunde der Fußball-Bundesliga, viel früher als in den Jahren zuvor, als die Winterpause bis Ende Januar dauerte. Und ausgerechnet jetzt wird Westeuropa von einer der längsten Kälteperioden seit Jahrzehnten heimgesucht. Doch darf's nicht einmal bei ausgewiesenen Schönwettersportlern an den Temperaturen scheitern, zumal jedes deutsche Erstligastadion über eine Rasenheizung verfügt.
14. Januar 2010Herzlichen Glückwunsch, Nick Romeo!
Wenn in diesem Newsletter ein unter 50-Jähriger wegen seiner Lebensleistung gewürdigt wird, kann das nichts Gutes bedeuten. Das musste am 25. August 2009 Philipp Mißfelder („Herzlichen Glückwunsch, Philipp Mißfelder!“)schmerzlich erfahren.
13. Januar 2009Drei Jahrzehnte Grüne
Heute vor 30 Jahren gründeten Umweltschützer und Friedensaktivisten die Partei der Grünen. Die Überlegung dahinter: Im Parlament könnten sie ihre Interessen besser vertreten. Es blieb beim Konjunktiv. Drei Jahrzehnte und ein wackliger Atomausstieg (unter einem grünen Umweltminister) sowie ein Bombenkrieg gegen Jugoslawien (unter einem grünen Außenminister) später fällt die Bilanz ernüchternd aus.
12. Januar 2010„Voorlopig geen Elfstedentocht“ ...
… meldet der Koninklijke Nederlandsche Schaatsenrijders Bond (KNSB), die unter der Patenschaft der Königin stehende Vereinigung der Niederländischen Natureisläufer. Was es mit dem Elfstedentocht auf sich hat, wissen treue Leser dieses Newsletters; weniger treue müssen die Ausgabe vom 12. Januar 2009 „Die Frage, um die sich dieser Tage alles in Friesland dreht“ zu Rate ziehen. Vor genau einem Jahr stand unser Nachbarland vor derselben Frage wie heute: Findet der Elfstedentocht nun statt oder nicht?
11. Januar 2010Reif für den Zauberberg?
Der Geburtstag, das haben Sie in unserem Newsletter vom 5. Januar erfahren „Das neue Jahr und die guten Vorsätze“, ist die zweite Chance nach Silvester, gute Vorsätze in die Tat umzusetzen. Beispielsweise könnte zum Wiegenfest der Entschluss reifen, endlich einmal ein gutes Buch zu lesen, für dessen Lektüre man sich bislang zu unreif gefühlt hat: etwa den Zauberberg von Thomas Mann, der in einem Schweizer Sanatorium spielt, oder, falls der Schauplatz zu sehr an die eigenen Gebrechen erinnert, Lotte in Weimar, wo derselbe Schriftsteller Goethes Werther aufgreift und das Objekt aller Sehnsüchte, Werthers große Liebe Charlotte – die im wirklichen Leben natürlich Goethes große Liebe war – im Weimarer Hotel Elephant logieren lässt.
8. Januar 2010Nicht jeder, der nach Indien fährt, entdeckt Amerika
Als Christoph Kolumbus (siehe auch unsere Newsletter vom 19. Mai 2006 „Vor 500 Jahren starb Christoph Kolumbus“ und 9. August 2007 „Eine böse Entdeckung“) einen westlichen Seeweg nach Indien vorschlug, mussten die Portugiesen herzlich lachen. Die Experten von Europas Seemacht Nummer eins wussten, dass die Passage nur um Afrika herum führen konnte, also von ihrer Heimat aus zunächst in südlicher, dann in östlicher Richtung.
7. Januar 2010Weshalb Pisa bald nur noch Bildungspolitikern ein Begriff sein wird
Heute vor 20 Jahren bekamen die Pisaner – ebenso wie die Touristen der berühmten Stadt in der Toskana – einen gehörigen Schrecken: Ihr Turm hatte sich noch stärker geneigt, als dies ohnehin der Fall ist. Um letzteren zu verhindern, sperrten die Ratsherren ihren Fremdenverkehrsmagneten für alle Besucher.
6. Januar 2010Warum die Kölner heute traurig sind
Als Feiertag ist der Dreikönigstag in Deutschland nördlich der Mainlinie fast überall abgeschafft. Ausnahme ist das Bundesland Sachsen-Anhalt. Im Süden halten Baden-Württemberg und Bayern ebenso wie das tief katholische Österreich weiterhin an der christlichen Tradition fest, die aus Köln stammt (siehe dazu unseren Newsletter vom 6. Januar 2006 „C + M + B“). Traurig für die Domstädter, dass sie heute an den Schreibtisch oder an die Werkbank müssen – und das bei eisigen Temperaturen, die sie selbst winters nicht gewohnt sind.
5. Januar 2010Das neue Jahr und die guten Vorsätze
„Es gibt bereits alle guten Vorsätze“, stellte schon im 17. Jahrhundert Blaise Pascal fest, „wir brauchen sie nur noch anzuwenden.“ Vielleicht müssen auch Sie sich mit dem Spruch des der französische Mathematiker und Philosophen trösten, falls Sie schon Ihre Vorsätze für 2010 über Bord geworfen haben. Immerhin bleibt Ihnen ein Thema für Ihren nächsten Small Talk: Fragen Sie Ihr Gegenüber, was er oder sie sich für 2010 vorgenommen hat.
4. Januar 2010Himmlischen und irdischen Göttern überlegen
Heute vor 50 Jahren starb der Schriftsteller und Philosoph Albert Camus. Begraben ist er im Provence-Städtchen Lourmarin. Das findet Nicolas Sarkozy ein wenig schofelig: Frankreichs Staatspräsident will den großen Geist dort aufbewahrt sehen, wo die meisten berühmten Franzosen ruhen: im Pantheon. Gegen eine Überführung der sterblichen Überreste in die Hauptstadt wiederum wehrt sich die Familie.
23. Dezember 2009Es gibt keinen Weg zum Frieden
Der 1948 gestorbene Mahatma Gandhi gehört aus deutscher Sicht zu den zehn Persönlichkeiten der Weltgeschichte, welche die Welt am stärksten positiv verändert haben. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid (siehe unseren Newsletter vom 2. März 2006 „Wer hat in der Weltgeschichte am positivsten gewirkt?“). Heute vor 90 Jahren rief Gandhi seine indischen Landsleute zum Widerstand gegen die britischen Kolonialherren auf. Einzig gangbarer Weg für den erklärten Pazifisten war statt einer gewaltsamen Revolution der zivile Ungehorsam.
22. Dezember 2009Der Preiskampf in der Pharmaindustrie
Der Vorschlag zum heutigen Beitrag stammt von einem Leser aus Österreich. Ich selber wäre nicht auf die Idee gekommen, weil mir das Thema für einen Small Talk zu heikel erscheint – und dennoch: Krankheiten und Medikamente betreffen, wie jener Leser treffend bemerkte, fast jede(n) von uns. Und deshalb nähern wir uns heute den Generika an.
21. Dezember 2009Die längste Nacht des Jahres
Der heutige 21. Dezember ist der Tag der Wintersonnenwende und somit der kürzeste des Jahres. Jedenfalls in Deutschland. Was die Länge der Nacht betrifft, gilt es regionale Unterschiede zu beachten: Die mit 16 Stunden und 51 Minuten längste Nacht hat Flensburg zu ertragen. Die Stadt nahe der dänischen Grenze ist Deutschlands nördlichste. Erheblich kürzer ist die Nacht auf den 22. Dezember in Bayern, vor allem in Garmisch-Partenkirchen: Ganz im Süden des Freistaats müssen die Bewohner nur 15 Stunden und 34 Minuten lang auf das Tageslicht warten.
18. Dezember 2009Alles andere als eine Idylle
„Was wir an Weihnachten feiern“, sagt der frühere Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart und heutige Kurienkardinal im Vatikan, Walter Kasper, „ist alles andere als eine Idylle. Die Krippe, die wir längst in unsere warmen Stuben geholt haben, stand bekanntlich im Stall. Niemand war da, der der schwangeren Frau und dem jungen Mann aus Nazareth in Galiläa menschenwürdige Bleibe zu geben bereit war. Kaum war das Kind zur Welt gekommen, musste die junge Familie fliehen, weil Herodes, der machtbesessene Herrscher, dem Kind Jesus nach dem Leben trachtete. Flüchtlinge waren sie, politisch Verfolgte, Asylsuchende.“ Nicht nur katholische Würdenträger, auch weltliche Organisationen denken so.
17. Dezember 2009Die Zauberformel
Es gibt tatsächlich Wahlen, die alle Beteiligten so zufrieden hinterlassen, dass man ihre Ergebnisse zementiert. So geschehen vor 50 Jahren in der Schweiz. Nach dem Urnengang setzte sich die siebenköpfige Regierung, Bundesrat genannt, wie folgt zusammen: je zwei Stimmen für Freisinnige, Christliche Volkspartei und Sozialdemokraten sowie eine für die SVP, die ultrakonservative Schweizer Volkspartei. Diese so genannte Zauberformel erfuhr in einem halben Jahrhundert nur eine Änderung: 2003 mussten die Christlichen einen Sitz an die SVP abgeben, da diese bei den Wahlen, die nach wie vor stattfanden, sehr viel besser abgeschnitten hatte.
16. Dezember 2009Kein Märchen von Grimm
Heute vor 150 Jahren starb Wilhelm Grimm in Berlin. Berühmt wurde er zusammen mit seinem älteren Bruder Jakob durch die Sammlung von „Kinder- und Hausmärchen“. Das Märchen, das ich Ihnen heute erzähle, ist nicht aus diesem Werk. Für Grimms Geschichten würde der Platz nicht reichen, für die folgende wohl:
15. Dezember 2009Geschichten, wie wir sie hier gern erzählt hätten
Ulrich Hesse-Lichtenberger ist der Redaktion dieses Newsletters trotz seines sperrigen Namens bislang nicht aufgefallen. Doch jetzt hat er ein Buch herausgebracht, um das ihn alle Sportjournalisten beneiden. Wie Österreich Weltmeister wurde heißt es und beinhaltet, wie der Untertitel verrät, 111 unglaubliche Fußballgeschichten, die jedoch alle wahr sind.
14. Dezember 2009Norwegen auf Umwegen
„Das war der 33. Transport und der 168. Mann, den ich in den letzten Monaten hierher gebracht habe.“ ‚Hierher’, das ist Schweden, ein im Zweiten Weltkrieg neutrales Land, und ‚ich’ bezeichnet den Fluchthelfer, der zwei Österreichern half, aus dem von Deutschen besetzten Norwegen zu entkommen. Johann Laab und Raimund Huber waren in ihrer Heimat politisch verfolgt. Im Land der Fjorde fanden sie Unterschlupf und gingen einer komplett legalen Tätigkeit nach – bis ihr Exilland am 9. April 1940 der nationalsozialistischen Aggression zum Opfer fiel.
11. Dezember 2009Ein gespanntes Verhältnis
Heute ist der Internationale Tag der Berge, der alljährlich von der UNO begangen wird. Von Bergen und Bergsteigern war in diesem Newsletter schon öfter die Rede, etwa in den Beiträgen „Der Berg ruft“, „Bravourös am Berg, erfolglos in der Ebene“ oder „Der höchste Berg Europas“. Auch lüfteten wir in der Ausgabe vom 12. September 2006 das Geheimnis, warum Reinhold Messner Bergseen meidet.
10. Dezember 2009Die Hölle, empfunden von Thomas Mann
„Der Ruhm zu Lebzeiten ist eine fragwürdige Sache“, meinte Thomas Mann, „man tut gut, sich nicht davon blenden, sich kaum davon erregen zu lassen.“ Heute vor 80 Jahren allerdings musste der Schriftsteller seine Zurückhaltung aufgeben, als er den Literatur-Nobelpreis bekam. Wie gut, dass sich seine Begeisterung auch angesichts der Tatsache in Grenzen hielt, dass ihm die Auszeichnung für ein Werk verliehen wurde, welches er 1901 geschrieben hatte: Die Buddenbrooks.
8. Dezember 2009Zu wenig geklaut
Wer ein Ei stiehlt, stiehlt auch ein Kamel. Ins Deutsche übertragen lautet dieses arabische Sprichwort: Wer ein Brötchen stiehlt, dem kann man nicht mehr vertrauen und wird deshalb gekündigt. Um den Diebstahl eines Brötchens geht es heute in einer Verhandlung vorm Arbeitsgericht Dortmund.
9. Dezember 2009Eine Wolke ohne Regen
Es war einmal ein Umweltgipfel. Der wurde 1992 in der schönen Stadt Rio de Janeiro abgehalten. Die Teilnehmer stellten fest, dass der Klimawandel ein ernstes Problem und die Staatengemeinschaft zum Handeln gezwungen ist. Auf der daraufhin einberufenen ersten UN-Klimakonferenz, 1995 in Berlin, beschloss man, die Gemeinschaft zu festigen und den Zwang zu verschärfen.
7. Dezember 2009Das Klavier hat sich betrunken
„The piano has been drinking“, heißt einer seiner autobiografischen Songs. Er erzählt vom Leben tingelnder Künstler, das sich in den Stunden nach dem Auftritt auf den deprimierenden Mikrokosmos leerer Flaschen und überfüllter Aschenbecher reduziert. Die Begleitband ist schon abgereist und weit und breit keine Kellnerin zu sehen, um den erlösenden letzten Drink des Abends, aus dem längst schon ein weggeworfener Morgen geworden ist, zu servieren.
4. Dezember 2009Welche WM-Gegner winken der deutschen Elf?
Der 4. Dezember ist der Tag der Barbara, der Schutzheiligen der Bergleute, Geologen, Glöckner, Glockengießer, Schmiede, Maurer, Steinmetze, Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker, Architekten, Artilleristen, Feuerwerker, Feuerwehrleute, Totengräber, Hutmacher, der Mädchen und der Gefangenen (siehe dazu unseren Newsletter vor genau einem Jahr „Treulose Tochter, verbitterter Vater“).
3. Dezember 2009Behindert wird man
„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ So hieß es im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, bis vor 15 Jahren ein weiterer Satz hinzukam: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“
2. Dezember 2009Die älteste deutsche Universität
Wie heißt die älteste deutsche Universität? Diese Frage lässt sich so leicht nicht beantworten, denn das Objekt befindet sich heute nicht mehr auf deutschem Boden. Sondern auf tschechischem, denn in Prag entstand 1348 die Karlsuniversität, benannt nach dem damaligen böhmischen König, der später zugleich Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation wurde.
1. Dezember 2009Vor dem Fest und zwischen den Jahren
Der Dezember soll der kürzeste Monat des Jahres sein. Jedenfalls aus Arbeitgebersicht: Für die selbsternannten Träger der deutschen Wirtschaft zerfällt der Dezember in drei Phasen. Die erste währt dieses Jahr 17 Werktage lang, bei tendenziell sinkendem Arbeitseifer durch Nikolaus, diverse Betriebsfeiern, vielleicht das eine oder andere Adventskegeln und weitere die Gemeinschaft der Werktätigen stärkende, deren, wie es so schön auf Neudeutsch heißt, work output jedoch bremsende Zeitvertreibe.
30. November 2009Blut, Schweiß, Tränen. Und Arbeit.
Winston Churchill, heute vor 135 Jahren geboren, war vor allem wegen seiner Zunge gefürchtet. Seinen Rivalen von der Labour Party, Clement Attlee, bezeichnete er einmal als „Schaf im Schafspelz“. Kein Wunder, dass Attlee, der Churchill im Amt des britischen Premierministers beerbte, auch dessen Nachfolger wurde – nachdem Labour die nächste Wahl deutlich gegen Churchills Konservative verlor.
27. November 2009Der erste Adventskranz
Am Sonntag ist der erste Advent. In diesem Zusammenhang wurde in unserem Newsletter bereits des Kalenders gedacht (siehe Ausgabe vom 1. Dezember 2006 „Schöne neue Medizinerwelt?“). Heute erweisen wir dem Adventskranz die Reverenz. Woher stammt der eigentlich?
26. November 2009Was wirklich wichtig ist
Sie kommen in regelmäßigen Abständen heraus, meist monatlich, oft aber auch wöchentlich oder vierzehntäglich, sind geheftet oder geleimt, haben ein nach bestimmten Wiedererkennungsmerkmalen gestaltetes Deckblatt und sind hochgradig von der Zahl ihrer Abonnenten abhängig, wobei der Preis sich weniger nach der Qualität des Inhalts als nach der des Papiers richtet. Die Rede ist von Zeitschriften, deren Welttag heute begangen wird.
25. November 2009Der Wunsch nach Demokratie und sozialer Gerechtigkeit
„Vor einer Legion, ich weiß nicht mehr vor welcher, ritt eine üppige Weibsperson, eine rote Feder auf dem Hecker-Hute, Brille auf der Nase, angetan mit einem Reitkleide aus schwarzem Samt, im roten Gürtel zwei Pistolen, an der Seite einen Schleppsäbel und – hinter ihr reitend – ein badischer Dragoner als Ordonnanz“: Die so martialisch beschriebene Mathilde Franziska Anneke nahm zwar am badisch-pfälzischen Aufstand von 1848/49 teil, sogar zu Pferde und auch in vorderster Front, aber Waffen hat sie zeitlebens ebenso wenig getragen wie Männerkleidung.
24. November 2009Zu lahm. Zu groß. Zu träge. Zu dumm?
„Die Säugetiere haben die Dinosaurier verdrängt“, erklärte der britische Naturforscher Charles Darwin, der heute vor 150 Jahren in seinem Werk Die Entstehung der Arten seine Evolutionstheorie (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 11. Februar 2009 „Das Buch, das die Welt veränderte“) veröffentlichte, „weil sie schneller, kleiner und aggressiver waren.“
23. November 200951 Euro geschenkt
Blicken wir noch einmal 20 Jahre zurück: In den zwei Wochen nach der Maueröffnung hatten 11 Millionen DDR-Bürger bereits den Westen besucht. Die restlichen fünf Millionen hatten nicht nur auf die Reise, sondern auch auf 100 D-Mark Begrüßungsgeld verzichtet. Für unsere jüngeren Leser: Das sind umgerechnet etwas mehr als 51 Euro. Diesen Betrag bekamen Ostdeutsche, wenn sie unter Vorlage eines Ausweises bei einem westdeutschen Geldinstitut vorstellig wurden.
20. November 2009Die erzieherische Wirkung des Fernsehens
Morgen ist der Welttag des Fernsehens. Er hat keineswegs zum Ziel, dass sich rund um den Globus Menschen einen ganzen Tag lang vor die Glotze setzen. Vielmehr soll selektiv ferngesehen und der segensreiche Anteil des TV an der Informationsgesellschaft unterstrichen werden. So die Theorie. In der Praxis ist es mit der erzieherischen Wirkung der flimmernden Kiste nicht so weit her.
19. November 2009Die Herren Unterlasser
„Ein Unternehmen produziert kein Geld, sondern Schuhe“: Es war Peter Ferdinand Drucker, der bereits in den Sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Manager ermahnte, nicht zu sehr auf den Aktienkurs zu schielen. Der in Wien geborene Bestsellerautor (Die Zukunft der Industriegesellschaft) sah vieles voraus: So warnte Drucker auch schon vor der Überalterung in den westlichen Industrienationen und kritisierte heftig die kurzfristige Orientierung in den Konzernzentralen.
18. November 2009Deutscher und Weltbürger
„Mode ist das wichtigste Mittel der Textilindustrie gegen die zunehmende Haltbarkeit der Stoffe“: Dieses Zitat stammt zwar nicht von unserem heutigen Geburtstagskind, sondern von dessen Kollegen Emilio Schuberth. Doch Wolfgang Joop, der an diesem 18. November 65 wird, steht ebenfalls seiner eigenen Branche durchaus kritisch gegenüber. „Teure Designerkleidung“, meinte er einmal, sei nichts für Kinder, denn die schaffe nur „Distanz und Isolation. Kinder wollen meistens so sein wie andere Kinder auch.“
17. November 2009Falschmeldung stürzt Regierung
Stellen Sie sich vor, Sie gehen ins Theater, aber die Veranstaltung fällt aus. Sie gehen wieder nach Hause, und dort teilt man Ihnen mit, dass es für Sie auch in Zukunft keine Theatervorstellung mehr geben wird, schlicht und ergreifend aus dem Grund, da Sie tot sind. Das Ganze könnte der Feder Franz Kafkas entstammen. Doch nur der Schauplatz passt, der Rest hat sich wirklich so zugetragen.
16. NovemberDulden heißt beleidigen
Vor Jahren besuchte ein Reporter den aus Ghana stammenden Bundesligaprofi Anthony Yeboah. Der Fußballer hatte gerade in der Nähe von Frankfurt, wo er bei der Eintracht kickte, ein neues Domizil bezogen. Erstaunt stellte der Pressevertreter fest, Yeboah wohne ja wie ein deutscher Musterbürger. Warum auch nicht? Schließlich wird hierzulande von Neuankömmlingen erwartet, dass sie sich den Landessitten anpassen. Yeboah jedenfalls fühlte sich leicht auf den Schlips getreten und antwortete seinem Besucher: „Soll ich etwa ein Lagerfeuer im Wohnzimmer machen?“
13. November 2009Warum Sie Freitag den 13. doch sehr ernst nehmen sollten
Unserem Newsletter, den Sie vielleicht schon seit einiger Zeit lesen, wird eine gewisse pädagogische Tendenz nachgesagt. Tatsächlich bilden wir uns etwas darauf ein, die Allgemeinbildung unserer Leser zu verbessern. Da ist der Schritt zur seelischen Fürsorge nicht weit. „Freitag der 13.“, titelten wir in der Ausgabe vom 13. Januar 2006, „ist kein Unglückstag“. Als Beleg zitierten wir den Heidelberger Soziologen Edgar Wunder. Der kam nach der Analyse von 26 Freitagen, die von 1985 bis 1999 auf einen 13. fielen, zu einem beruhigenden Schluss: Im statistischen Mittel ist die Unfallzahl an einem Freitag den 13. geringer als etwa an einem Freitag den 20.
12. November 2009Ein Graf, ein Fürst und ein entwürdigendes Geschäft
Luxemburg ist ein kleines Land, in dem sogar der Adel verarmt. Jedenfalls war das früher so, bevor Stahlwerke Konjunktur hatten und es die EU gab. Da musste ein aus diesem Herzogtum stammender Graf einen entwürdigenden Deal schließen: Für eine stattliche Summe führte René, so sein Rufname, eine Frau namens Angèle an den Altar, die durch diese Hochzeit in den Adelsstand erhoben wurde. Nach drei Monaten sollten sich die Beiden dann scheiden lassen. Davon profitierte wiederum ein russischer Adliger: Fürst Basils Land war groß, er selber reich und eine Heirat mit einer Bürgerlichen ausgeschlossen.
11. November 2009Elfter Elfter, elf Uhr elf
„11 ist die Sünde, 11 überschreitet die 10 Gebote.“ Sagt der Astrologe Seni zu seinem Arbeitgeber, dem Feldherrn Wallenstein – in Friedrich Schillers gleichnamigem Drama. Schiller war Schwabe und als solcher dem Karneval beziehungsweise der alemannischen Form des Frohsinns, der Fasnet, gewiss nicht abgeneigt.
10. November 2009Faule Äpfel
„Man sollt' den Tag nicht vor dem Abend loben“, lässt Friedrich Schiller in Wallensteins Tod den Kommandanten von Eger, Gordon, zum Titelhelden sagen. Schiller wäre heute 250 Jahre alt geworden, was für diesen Newsletter ein Grund ist, sich einmal näher mit dem Arbeitsalltag des Dichters zu befassen. Einen ersten Einblick hatten wir Ihnen bereits einmal gegeben (siehe dazu unsere Ausgabe vom 2. Dezember 2008 „Faule Äpfel und tote Hühner“).
9. November 2009Das glücklichste Volk auf der Welt
Heute jährt sich der Tag, an dem die Reisebeschränkungen für DDR-Bürger aufgehoben wurden, zum zwanzigsten Mal. Die und die Vereinigung der beiden deutschen Staaten eingeleitet. Sicher erinnern Sie sich noch an jene zunächst recht langweilige Pressekonferenz, die live im DDR-Fernsehen übertragen und später unzählige male wiederholt wurde. In ihr erwähnte Politbüromitglied Günter Schabowski in einem Nebensatz, seine Regierung habe beschlossen, „eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen.“
6. November 2009Die Kunst, ein Kartenhaus zu bauen
Vor 20 Jahren fiel die Berliner Mauer, vor 10 Jahren wurde sie an anderer Stelle wiederaufgebaut: aus Karten. Na ja, nicht ganz: Was am 6. November 1999 im Casino am Potsdamer Platz aus 91.800 Spielkarten entstand, war keine Mauer, sondern ein komplettes Gebäude. 131 Stockwerke wies es auf und kam auf eine Höhe von 7,71 Meter. Das brachte seinem Konstrukteur, dem US-Amerikaner Bryan Berg, einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.
5. November 2009Ein Jahr Obama
Heute vor einem Jahr, in den frühen Morgenstunden, als die meisten Stimmen ausgezählt waren, war es Gewissheit: Die Vereinigten Staaten von Amerika hatten ihren ersten schwarzen Präsidenten (siehe auch unseren Newsletter vom 4. November 2008 „Ein schwarzer Kennedy?“). „Was darf Europa von einem Präsidenten Obama erwarten?“, fragte der Washingtoner Korrespondent des Berliner Tagesspiegel, Christoph von Marschall in seinem Buch Der schwarze Kennedy. Das Werk erschien übrigens ein Jahr bevor in den USA gewählt wurde.
4. November 2009Die größte Demo in der DDR
Heute vor 20 Jahren versammelten sich eine dreiviertel Million Menschen auf dem Berliner Alexanderplatz. Es war die größte Demonstration in der Geschichte der DDR – und die letzte unter dem alten Regime. 5 Tage später fiel die Mauer. Die Hauptforderung der Demonstranten war damit erfüllt. Unter ihnen befanden sich prominente Schriftsteller wie Christa Wolf, Stefan Heym und Christoph Hein, aber auch vorher ins Zwielicht geratene SED-Größen: Markus Wolf etwa, der frühere Spionagechef, oder der Ostberliner Parteisekretär Günter Schabowski.
3. November 2009Kein Beschützer der Tiere
Heute ist nicht nur Weltmännertag. Heute ist auch der Tag einer besonders männlichen Spezies Mann. Für Sie steht der heilige Hubertus, der Schutzpatron der Jäger, Reiter und Schützen. Hubertus war zu Beginn des achten Jahrhunderts Bischof von Lüttich. Die von ihm praktizierte christliche Nächstenliebe erstreckte sich freilich nicht auf vierbeinige und gefiederte Wesen. Die schoss er lieber ab, als Sport. Als es wieder einmal zu einem sportlichen Aufeinandertreffen zwischen Mensch und Tier kam, erschien dem heiligen Mann ausgerechnet inmitten des Hirschgeweihs, auf das er scharf war, ein goldenes Kreuz, welches ihn zur Buße gemahnte.
2. November 2009Warum Österreichs Schulkinder heute frei haben
Ihrer Heiligen gedenkt die katholische Kirche jedes Jahr am 1. November. Was aber ist mit denjenigen, die es noch nicht so weit gebracht haben? Sie bedürfen der Läuterung und schmoren daher noch im Fegefeuer. Kein angenehmer Zustand, so ist zu vermuten. Immerhin räumt die katholische Kirche freimütig ein, dass die zwischen Himmel und Hölle schwebenden Verstorbenen der Fürsorge der noch Lebenden, vor allem ihrer Verwandten, bedürfen. Letztere können Gott bitten, er möge die Seelen aus dem Ort der Läuterung befreien.
30. Oktober 2009Halloween und danach
Am Wochenende kommen alle Leser dieses Newsletters auf ihre Kosten: Die Evangelischen Feiern Luthers Thesenanschlag zu Wittenberg anno 1517, die Katholischen ihre Heiligen und die Anhänger des Vampirkults sich selbst. Allen, die im Alltag nicht bleich geschminkt und in schwarzen Klamotten rumlaufen, bietet ein aus den angelsächsischen Ländern herübergeschwappter Brauch Gelegenheit, das Gruftie-Dasein zu proben.
29. Oktober 2009Grenzen erwandern
Das Wandern ist in den letzten Jahren in Mode gekommen. Das vielleicht berühmteste Buch in diesem Genre schrieb Hape Kerkeling: Der Komiker schilderte durchaus ernsthaft seine Erlebnisse auf dem Jakobsweg vom französischen Grenzstädtchen St. Jean Pieds-de-Port nach Santiago de Compostela, dem Wallfahrtsort im Nordwestzipfel Spaniens. Auch entlang der Grenzen Deutschlands haben sich Spurensucher aufgemacht, um über das zu berichten, was ihnen unter die Füße kam.
28. Oktober 2009Whisky im Wellnesstempel
Am 3. November ist Weltmännertag (siehe unsere Newsletter vom 2. November 2007 „Das Geschlecht der Mühseligen und Beladenen“ und vom 3. November 2008 „Guter Rat vom Reformator“). Dies hat auch die neue schwarz-gelbe Regierung begriffen und in ihren Koalitionsvertrag folgenden Passus aufgenommen: „Wir wollen eine eigenständige Jungen- und Männerpolitik entwickeln und bereits bestehende Projekte für Jungen und junge Männer fortführen und ergänzen.“
27. Oktober 2009Wo Geschmack und Geld sich nicht beißen
„Jedes Jahr an Weihnachten“, erinnert sich unser heutiges Geburtstagskind, „verfrachtete mich mein Vater in ein Boot, ruderte ungefähr zehn Kilometer von der Küste weg und warf mich dann ins Meer. Ich musste zurück an Land schwimmen, was mir allerdings mit der Zeit kaum noch Probleme bereitete. Viel größer war die Schwierigkeit, mich aus dem Sack zu befreien, in den er mich vorher gestopft hatte.“ Wer eine solche Jugend hinter sich hat, ist prädestiniert, später Komiker zu werden.
26. Oktober 2009Untergegangenes Reich, wiedervereinte Völker
Heute ist Nationalfeiertag in unserem Nachbarland. Am 26. Oktober 1955 erklärte Österreich seine immerwährende Neutralität, was die Besatzungsmächte USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion mit sofortigem Abzug und der Dirigent Karl Böhm mit einer Fidelio-Inszenierung in der nach Kriegszerstörungen wieder aufgebauten Wiener Staatsoper belohnten. Anders als die beiden deutschen Staaten war die Alpenrepublik damit ein freies Land – allerdings ein im Vergleich zum Habsburgerreich vor dem Ersten Weltkrieg stark geschrumpftes: Bis dahin lebten in der k.u.k. Doppelmonarchie (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 12. November 2007 „Ende einer Erfolgsgeschichte“) Ungarn, Kroaten, Slowenen, Ruthenen, Polen, Slowaken, Tschechen, Rumänen, Italiener und Deutsche recht friedlich nebeneinander. Letztere stellten gerade mal ein Viertel der Bevölkerung dieses ersten multiethnischen Gemeinwesens in Europa.
23. Oktober 2009Aktien in Drachen umwandeln
Morgen ist zwar Samstag, doch jährt sich der so genannte Schwarze Freitag, der mit einem Crash an der New Yorker Wall Street die Weltwirtschaftskrise einläutete, an diesem Datum zum 80. Mal. Der Berliner Kabarettist Otto Reutter verfasste eigens zum Börsencrash von 1929 ein Gedicht, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:
22. Oktober 2009Es begann mit einem goldenen Notizbuch
Wissen Sie noch, wer letztes Jahr den Literaturnobelpreis gewann? Zugegeben, es handelte sich nicht gerade um einen Autor, der hierzulande in den Bestsellerlisten steht. Der Franzose Jean-Marie Le Clézio war außerhalb seines Heimatlandes bis dato nur Insidern bekannt. Anders verhielt es sich bei seiner Vorgängerin: Doris Lessing, die 2007 die begehrte Auszeichnung bekam, hatte bereits 1962 einen Welterfolg gelandet: Das goldene Notizbuch lautete der Titel Ihres Erfolgsromans, den nicht wenige Kritiker nicht nur als klassisches Dokument in der Geschichte der Befreiung der Frau, sondern gleich als das komplexeste Werk über weibliche Intellektualität bezeichnen.
21. Oktober 2009Als Rot und Gelb sich noch verbündeten
Vor 40 Jahren ging die erste Große Koalition in Deutschland zu Ende. An ihre Stelle – auch das war ein Novum – trat ein rot-gelbes Bündnis aus Sozial- und Freidemokraten, mit Bundeskanzler Willy Brandt an der Spitze. Es konnte sich 13 Jahre an der Macht halten, auch wenn Brandt nach der Affäre um den DDR-Spion Günter Guillaume 1974 zurücktreten musste und durch Helmut Schmidt ersetzt wurde.
20. Oktober 200935 Jahre Derrick
In Sofies Welt erzählt der Norweger Jostein Gaarder Kindern die Geschichte der Philosophie. Den Eltern, die das Buch ebenfalls lesen, dient die Lektüre als Nachhilfe für alles in der Schule Verpasste. Eine Rahmenhandlung gibt es auch, denn das Werk ist ein Roman. Hier lässt der Autor typische Alltagsszenen seiner Heimat einfließen, etwa wenn Mutter Amundsen ihrer Tochter Sofie vorschlägt: „Lass uns eine Pizza auftauen und Derrick schauen.“ Was sagt uns das? Zunächst einmal, dass der Käseteig einer der größten Exportschlager Italiens ist und es als Fertiggericht bis an den Polarkreis und darüber hinaus geschafft hat. Und dass Deutschlands Beitrag zur Wohnzimmerkultur, obwohl weit jünger, dem unserer südlichen Nachbarn kaum hinterherhinkt.
19. Oktober 2009Unbekannter Nachbar
„Kein Nachbarland ist den Deutschen so nah und so fern wie Tschechien“, schreibt der Autor Hans-Dieter Zimmermann in seiner soeben erschienenen Landeskunde (Tschechien, Verlag C.H.Beck). Mit nah meint er geografisch, denn beide Länder haben nicht nur eine sehr lange Grenze gemeinsam, sondern auch eine an Auseinandersetzungen reiche Geschichte. Die Feindseligkeiten entwickelten sich mit der Fremdherrschaft der Habsburger, lösten den Dreißigjährigen Krieg aus, zogen sich durch die k. u. k. Doppelmonarchie – in der Tschechen hinter Österreichern und Ungarn Bürger dritter Klasse waren – und gipfelten in der Errichtung des „Reichsprotektorats Böhmen und Mähren“ durch die Deutschen ein halbes Jahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.
16. Oktober 2009Alles über England
Schon wieder ein Buch über England? Das hatten wir, mögen Sie jetzt einschieben, in diesem Newsletter doch schon öfter, zuletzt am 23. Oktober 2008 „Schöne neue Inselwelt“. Das kann man, würde ich Ihnen antworten, nicht oft genug haben. Vor allem wenn es sich um ein informatives, spannendes und durchaus witziges Werk handelt wie England, glorious England von Holger Ehling, soeben erschienen im Ch. Links Verlag.
15. Oktober 2009Neues von der Buchmesse
Was gibt es Neues auf der Buchmesse? Ein Buch von Willi Wottreng beispielsweise. Schaut man sich das Gesamtwerk des Schweizer Autors an, bleibt wenig vom Saubermannimage seines Heimatlandes übrig. Ob es um den filigranen Geldfälscher Farinet geht, die wild um sich ballernden Gangster Deubelbeiss und Schürmann (siehe dazu unseren Newsletter vom 5. Juli 2007 „Unparteiisch, aber mit Humor“) oder den ersten europäischen Hells-Angels-Gründer Schippert – Wottrengs Sympathien scheinen den Schweizern mit den nicht ganz so weißen Westen zu gehören.
14. Oktober 2009Marktplatz der Freiheit
„Die Buchmesse ist ein Marktplatz der Freiheit, der durch seine Struktur mit rund 7.000 Verlagen, 2.900 Veranstaltungen und 10.000 Journalisten sicherstellt, dass Zensur nicht stattfindet.“ Das versicherte vor einem Monat der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Jürgen Boos, in einem Offenen Brief. Was war geschehen, dass Boos sich in dieser ungewöhnlichen Form an die Öffentlichkeit wendete? Den Stein des Anstoßes bildeten zwei kritische Autoren aus dem diesjährigen Messegastland China.
13. Oktober 2009Marie Osmond und Nana Mouskouri
Heute haben zwei Sängerinnen Geburtstag, die mit schlimmen Schnulzen die Popwelt belastet haben. Sie finden, hier würde wieder einmal zu negativ berichtet? Einspruch! Gehen Sie doch mal auf Youtube und hören Sie sich den Song Paper Roses von Marie Osmond an. Die vor exakt einem halben Jahrhundert in Utah geborene Marie Osmond eroberte mit dieser Schmonzette 1973 doch tatsächlich die Spitzenposition der britischen und der US-Hitparade!
12. Oktober 2009Deutschlands erster Unternehmensberater
Ein Auto kann man nicht von innen anschieben: So umschreibt der Unternehmensberater Jobst Fiedler die Aufgaben seiner Branche. Der Satz hätte auch von Gerhard Kienbaum stammen können. Der heute vor 90 Jahren in Wuppertal-Barmen geborene Diplomingenieur war Deutschlands erster Unternehmensberater. Ein für damalige Verhältnisse typischer, heute allerdings kaum noch vorstellbarer Lebenslauf prägte seine Jahre bis zur ersten Firmengründung.
9. Oktober 2009Was sich morgen beim Fußball nicht voraussagen lässt - und was doch
Warum schreiben wir so häufig über die Vergangenheit und nur selten über die Zukunft? So lautet ein Vorwurf, der gelegentlich der Redaktion dieses Newsletters gemacht wird. Blicken wir also heute einmal nach vorn und widmen uns dem Morgen. Morgen spielt Russland gegen Deutschland. Es geht um die Qualifikation für die nächste Fußball-WM in Südafrika, und Jogi Löws Elf darf nicht verlieren. Falls doch, muss sie in zwei Ausscheidungsspielen am 14. und 18. November gegen einen anderen Gruppenzweiten antreten. Deutschland hat auswärts noch nie ein WM-Qualifikationsspiel verloren. Und auch morgen würde ein Unentschieden reichen – vorausgesetzt, man besiegt Finnland im letzten Gruppenspiel daheim in Hamburg.
8. Oktober 2009Ein moralisches Angebot
Vor 60 Jahren erhielt eine Sekretärin ein verlockendes Angebot: 100 Dollar sollte sie bekommen und Ihre Kollegin nichts. Sie konnte auch eine zweite Variante wählen: 150 Dollar für beide Sekretärinnen, vorausgesetzt, sie würden sich irgendwie einig, wie sie das Geld aufteilten. Die Vorschläge stammten von Merrill Flood: Der US-Mathematiker wollte herausfinden, ob und wie Menschen sich einen Gewinn teilen, wenn sie sich durch Kooperation eine zusätzliche Summe sichern können.
7. Oktober 200940. Geburtstag auf dem Sterbebett
„Das Beste an der DDR“, fand Hermann Kant, „war der Traum, den wir von ihr hatten.“ Der Traum begann heute vor 60 Jahren, als der andere deutsche Staat gegründet wurde, in dem zahlreiche Antifaschisten an den Schalthebeln der Macht saßen – während in Westdeutschland, so deren Vorwurf, gewendete Nazis bedeutende Positionen in Politik, Justiz und Wirtschaft innehatten. Allerdings waren die Voraussetzungen für die Deutsche Demokratische Republik denkbar schlecht: Als Kriegsverlierer war sie der Sowjetunion ausgeliefert, die aus dem Land herausholte, was nur eben ging, und dies als Wiedergutmachung für die während der deutschen Besatzung erlittenen Schäden rechtfertigte. Die Westmächte verfuhren mit dem ihnen zugewandten Teil Deutschlands sehr viel gnädiger und gewährten ihm im Rahmen des Marshallplans großzügige Wirtschaftshilfe.
6. Oktober 2009Deutsches Erbe, amerikanisch gepflegt
„Was die Deutschen gebracht haben, pflegt Amerika auf bestmögliche Weise weiter“, meinte Benjamin Franklin (siehe auch unseren Newsletter vom 17. Januar 2006 „Zeit ist Geld“). Der Erfinder und Politiker lebte als Herausgeber einer Zeitung in Philadelphia, der amerikanischen Stadt, in zuerst von Deutschen besiedelt wurde. Genau betrachtet handelt es sich nur um einen Stadtteil der Millionenmetropole: Germantown heißt der Ort, der am 6. Oktober 1683 von Auswanderern aus Krefeld gegründet wurde, bis heute.
5. Oktober 2009Rote Tinte statt Radiergummi
„Während meines neunjährigen Eingewecktseins an einem Augsburger Realgymnasium“, meinte rückblickend der Dramatiker Bertolt Brecht, „gelang es mir nicht, meine Lehrer wesentlich zu fördern.“ Dem Autor mit der Schulabneigung gelang es aber, seine Lehrer zu täuschen. Davon zeugt eine Geschichte, die wir anlässlich des heutigen Weltlehrertags zum Besten geben wollen.
2. Oktober 2009Himmlische und weltliche Schutzengel
Jedes Jahr am 2. Oktober gedenkt die katholische Kirche ihrer Schutzheiligen. Doch auch nichtreligiöse Menschen vertrauen einer solchen Instanz. Wie sonst erklärt es sich, dass zwei von drei Deutschen – laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa – an die Hilfe von Schutzengeln glauben? Ein schönes Beispiel ist uns aus der Literatur überliefert.
1. Oktober 2009Goldener Oktober
Warum sprechen wir eigentlich vom Goldenen Oktober? Wir von der Redaktion tun dies, weil der Newsletter, den Sie gerade lesen, in diesem schönen Monat entstand. Das war heute vor 4 Jahren. Der Name an sich stammt von der Laubfärbung der Bäume, die Anfang dieses Monats beginnt. Scheint die Sonne in das gelb-rot gefärbte Blätterwerk, wirkt bei tiefblauem Himmel alles wie in Gold getaucht.
30. September 2009Der berühmteste unvollendete Satz der deutschen Geschichte
„Wir sind zu Ihnen gekommen“, verriet der damalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher seinen Zuhörern, „um Ihnen mitzuteilen, dass heute ihre Ausreise ...“ Weiter kam er nicht, der Rest ging im ohrenbetäubenden Jubel unter. Der kam von rund 4000 DDR-Bürgern, die an jenem 30. September 1989 auf dem Gelände des Palais Lobkowicz – bis heute Sitz der diplomatischen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in Prag – Zuflucht gefunden hatten. Genschers Botschaft aus der Botschaft läutete das Ende der DDR ein.
29. September 2009Pflege zwischen Patient und Portemonnaie
Heute findet in Düsseldorf der Deutsche Care Congress statt. Es ist erst die zweite derartige Veranstaltung im Bereich Pflege, dürfte aber nicht die letzte sein. Zweieinviertel Millionen Deutsche sind derzeit pflegebedürftig, Tendenz stark steigend. Laut Institut der Deutschen Wirtschaft dürfte sich deren Zahl bis zur Jahrhundertmitte fast verdoppeln. Andererseits wird jedes vierte Krankenhaus bis zum Jahr 2020 schließen. In die entstehende Lücke stoßen private Gesundheitsdienste, sodass der Pflegebereich – ein Traum der Neoliberalen und Globalisierungsapostel – in Zukunft verstärkt marktwirtschaftlichen Mechanismen unterworfen sein wird.
28. September 2009Mord schafft Tradition
Wenn zwei Brüder sich streiten und der eine den anderen umbringt, hat dies mitunter schwerwiegende Folgen, Nicht immer sind sie negativ. So geschehen im Falle von Václav und Boleslav: Nachdem Böhmen sich vom Großmährischen Reich abgespalten hatte und lange bevor es Königreich wurde, kam es in der noblen Familie der Přemysliden zum Streit um die Herzogswürde. Václav gewann. Die Niederlage schien ihm Boleslav zu verübeln, jedenfalls bis zum 28. September 935, dem Tag, an dem er seinen Bruder erschlug.
25. September 2009Haustierpfleger, Anlageberater und Kindergeburtstagsgast
Übermorgen ist Bundestagswahl. Falls Sie noch nicht wissen, wo Sie Ihr Kreuzchen setzen, hilft Ihnen vielleicht die Gebrauchtwagen-Frage. In den USA wird sie gestellt, um die Glaubwürdigkeit eines Politikers zu testen: „Würden Sie von dieser Person einen Gebrauchtwagen kaufen?“, heißt es dann in den entsprechenden Umfragen (siehe dazu unsere Ausgabe vom 16. Januar 2009 „Die Gebrauchtwagen-Frage“). In Zeiten der Abwrackprämie wird sie vermutlich nicht mehr gestellt. Ohnehin würden sämtliche Mitglieder der Großen Koalition empfehlen, sich lieber gleich einen Neuwagen zuzulegen. Welchem zeitgemäßeren Test könnte man Spitzenpolitiker stattdessen unterwerfen?
24. September 200950 Jahre Blechtrommel
Heute vor 50 Jahren veröffentlichte Günter Grass seinen Roman Die Blechtrommel (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 16. Oktober 2007 „Günter Grass zum 80.“). Es ist eines der bedeutendsten, vielleicht das bedeutendste Werk der deutschen Nachkriegsliteratur. Als Grass vor einem Jahrzehnt den Nobelpreis erhielt, würdigte das Stockholmer Komitee die Blechtrommel gar als „Wiedergeburt des deutschen Romans“.
23. September 2009Sorry, Mr. President
„Wenn mich jemand fragt: ‚Junge, wie schaffst du es nur, so lange zu spielen?’, dann antworte ich: ‚Das ist ziemlich einfach. Das Aufhören ist schwer.’“ Bruce Springsteen ist berühmt für seine langen Konzerte, in denen er alles gibt – und die nur noch übertroffen wurden von den Auftritten der Grateful Dead (siehe unseren Newsletter vom 1. August 2007 „Jeden Tag auf der Bühne“), die zwar nicht immer alles gaben, aber noch weniger Lust als Springsteen hatten, vor Mitternacht in ihr Hotel zurückzukehren.
22. September 2009Ein Tag ohne Auto?
Der 22. September wird in der EU als Aktionstag begangen, bei der eine Aktion tunlichst unterbleiben sollte: das Autofahren. Unmöglich, werden Sie vielleicht einwenden, heute ist Dienstag, ein Werktag! Doch wie unmöglich ist der Verzicht tatsächlich?
21. September 2009Das erste handliche Mobiltelefon
Das erste tragbare Mobiltelefon, schrieben wir in unserem Newsletter vom 19. Juni 2009 „link“, wog 18 Kilo und passte allenfalls in einen Trekking-Rucksack. Heute vor 25 Jahren kam endlich eine Version auf den Markt, die in der Jackentasche Platz hatte. Allerdings nur in einer reißfesten: Das Dynatac 8000X von Motorola wog 800 Gramm und damit ein Fünftel weniger als ein Paket Mehl.
18. September 2009Glücklich mit und ohne Buch
Vor 60 Jahren öffnete zum ersten Mal die Frankfurter Buchmesse ihre Pforten – damals noch in der ehrwürdigen Paulskirche (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 16. Oktober 2008 „Jenseits zweier Buchdeckel“). Das diesjährige Großereignis um die Welt zwischen zwei Pappdeckeln findet vom 14. bis zum 18. Oktober statt. Das Gastland 2009 ist China, aktuelle Informationen diesbezüglich finden Sie auf der Webseite www.buchmesse.de.
17. September 2009Reinhold Messner erreicht das Rentenalter
Im Himalaya begegnen sich zwei Yetis. „Ich hab' da mal 'ne Frage an dich“, sagt der eine: „Glaubst Du, den Messner gibt es wirklich?“ Die beiden Witzfiguren hätten sich leicht davon überzeugen können, denn der Südtiroler Bergsteiger hatte als erster Mensch alle Achttausender der Erde bezwungen - noch dazu ohne ein gesichtverschleierndes Sauerstoffgerät.
16. September 2009Das Nonplusultra
Welches Wort wählen Sie, um etwas Ausdruck zu verleihen, das Sie für das Größte, das Höchste, das Unübertreffbare halten? Vielleicht den Begriff ‚Nonplusultra’? Übersetzt bedeuten diese drei aneinandergereihten Wörter ‚nicht mehr weiter’. Der Sage nach hat sie der antike Recke Herkules am Felsen von Gibraltar angebracht. Das Naturdenkmal zählte als „Säulen des Herakles“ zu den 7 Weltwundern. Es sollte Reisende davon abhalten, die Meerenge zwischen Nordafrika und Europa zu durchfahren und die damals bekannte Welt zu verlassen.
15. September 2009Ein General des Friedens
Zwei Millionen Schweizer Soldaten kämpften in vier Jahrhunderten – meist als Söldner in fremden Heeren. Auch der heute vor 222 Jahren geborene Henri Dufour diente einer ausländischen Streitkraft: In der Armee des Nachbarlandes Frankreich stieg er unter Napoleon zum Offizier auf und hatte es, als er 1817 den Dienst quittierte, zum Hauptmann gebracht. Später trat er in die Schweizer Armee ein, organisierte die Landesverteidigung, wurde General und schließlich Oberbefehlshaber des Heeres. Weitere militärische Meriten konnte er sich nicht erwerben.
14. September 2009Manchmal unglücklich, aber letztlich genial
Heute vor 65 Jahren wurde nicht der erfolgreichste deutsche Fußballspieler geboren, aber der vielleicht beste. Günter Netzer war Mitglied der Weltmeistermannschaft von 1974, kam aber während des gesamten Turniers nur zu einem 20-Minuten-Einsatz – und das ausgerechnet bei der letztlich folgenlosen 0:1-Vorrundenniederlage gegen die DDR. Es war Netzers letztes Länderspiel. Auch sein erstes hatte unter einem unglücklichen Stern gestanden: ein torloses Unentschieden in Albanien, mit dem man in der Qualifikation für die Europameisterschaft 1968 ausschied.
11. September 20091,7 Millionen Menschen auf sechzig Quadratkilometern
Isaac Davis hat einen Job, den er hasst, eine Freundin, die zu jung für ihn ist, eine verbitterte Ex-Frau, die gerade ein Enthüllungsbuch über ihre Ehe schreibt und eine neue Liebe, der er hilflos und konfus durch den New Yorker Großstadtdschungel hinterherirrt. Perfekte Voraussetzung für einen Woody-Allen-Film: Manhattan heißt der sehenswerte Streifen aus dem Jahr 1979. Benannt ist er nach jener – rechnet man die Wasserflächen ab – 60 Quadratkilometer kleinen Insel, auf der sich fast 1,7 Millionen Menschen drängeln – Touristen nicht eingerechnet.
10. September 2009Grand & Golden Slam
Der größte Erfolg, den ein Tennisprofi erzielen kann, ist der Grand Slam. Dazu müssen innerhalb eines Jahres die vier größten Turniere gewonnen werden. Den Anfang machen die Offenen Tennismeisterschaften von Australien in Melbourne, gefolgt von den French Open in Paris und den All England Championships in Wimbledon. Den Reigen beenden die Offenen Amerikanischen Tennismeisterschaften in Flushing Meadows, einem Vorort von New York.
9. September 2009Hochzeit am Schnapszahldatum
Charles Darwin, britischer Naturwissenschaftler und Begründer der Evolutionstheorie (dessen 200. Geburtstag weltweit in einem Darwin-Jahr begangen wird; siehe auch unseren Newsletter vom 11. Februar 2009 „Das Buch, das die Welt veränderte“), war für seine nüchterne Art bekannt. Einmal griff er zu einem großen Bogen Papier und malte darauf eine Senkrechte und eine Waagerechte. Links notierte er „Heiraten“, auf die rechte Hälfte schrieb er „Nicht heiraten“.
8. September 2009Der Zufall des Gelesenen
Weltweit können rund ein Fünftel der erwachsenen Menschen weder lesen noch schreiben. Diesem trostlosen Umstand widmet sich der heutige Weltalphabetisierungstag. Auch in Deutschland ist die Problematik nicht unbekannt: Zu den rund 500.000 totalen Analphabeten kommen im Land der Dichter und Denker noch einmal mindestens vier Millionen Erwachsene hinzu, die kaum lesen und schreiben können.
7. September 2009Die knappste aller Mehrheiten
Am 7. September 1949 nannte sich die Deutsche Reichsbahn in Deutsche Bundesbahn um, und die ebenfalls neu gegründete Deutsche Bundespost gab ihre erste Briefmarke heraus. Thema war das Ereignis, das ebenfalls heute vor 60 Jahren stattfand: Da trat in Bonn zum ersten Mal der Deutsche Bundestag zusammen. Dafür, dass dies in der doch recht beschaulichen Stadt am Rhein möglich war, hatten in einer Kampfabstimmung die Mitglieder des Parlamentarischen Rates – dieser hatte auch das Grundgesetz in Kraft gesetzt – beschlossen: Mit 33 zu 29 Stimmen entschieden sie sich gegen Frankfurt und für Bonn.
4. September 2009Die Erfindung der Currywurst
„Wurst ist eine Götterspeise“, meinte der deutsche Dichter und Satiriker Jean Paul, „denn nur Gott weiß, was drin ist.“ Erst recht gilt diese Feststellung für die Currywurst, denn anfangs wusste außer Gott nur Herta Deuwer, was hineingehörte.
3. September 2009„Er weiß alles“
Wer möchte Millionär werden? Diese Frage hätten 332 Menschen, die es tatsächlich geworden sind, am liebsten mit ‚Ich nicht‘ beantwortet: Zu unglücklich waren die Umstände, die zu diesem Prozess führten; denn exakt 332 Superreiche sind laut Forbes-Liste im Zuge der Finanzkrise vom Milliardär zum Millionär geworden. Positiv auf die Frage Who wants to be a millionaire? reagierten die Briten, die 1998 an der Erstausstrahlung der gleichnamigen Sendung im Privatsender ITV teilnahmen.
2. September 2009Was ist die Arbeit noch wert?
Was ist Arbeit heute noch wert? So lautet das Thema einer Tagung, die morgen im Kölner Hilton Hotel stattfin det. Veranstaltet wird sie von der Akademie des deutschen Beamtenbundes (Internet: www.dbbakademie.de). Um die Eingangsfrage gleich zu beantworten: Keine 4,50 €. So bescheiden – und oft noch geringer – ist der Stundenlohn von 1,2 Millionen Deutschen, schreibt die Wochenzeitung Die Zeit. „In vielen Branchen“, heißt es in dem Artikel (www.zeit.de) weiter, „finden die Arbeitgeber Wege, ihre Lohnkosten immer weiter zu senken – und sei es mit dubiosen Tricks.“
1. September 2009Niederlage des Geistes
„Der ungerechteste Frieden ist immer noch besser als der gerechteste Krieg“, fand Marcus Tullius Cicero, einer der brillantesten Köpfe der römischen Antike. Dennoch ließ er sich dazu hinreißen, die Angriffskriege des Gaius Julius Caesar zu rechtfertigen. Kein Wunder, dass seitdem immer wieder Krieg als Mittel der Politik angesehen wird, wenn auch für das letzte.
31. August 2009Der Monat, der den Himmel auf Erden verspricht
Der Monat, der morgen beginnt, „ist die Zeit glänzender Jagdgesellschaften und Bälle. Es ist der Monat, in dem Ehen geschlossen werden und zerbrechen, in dem die Nächte lang sind und ein wenig zuviel getrunken und getanzt wird, in dem man sich verliebt, sich den Himmel auf Erden verspricht und an gebrochenem Herzen zu sterben glaubt.“ So schildert die britische Schriftstellerin Rosamunde Pilcher den September.
28. August 2009Der Geburtstag des Dichters
„Eine Sammlung von Anekdoten und Maximen ist für den Weltmann der größte Schatz, wenn er die ersten an schicklichen Orten ins Gespräch einzustreuen, der letzten im treffenden Falle sich zu erinnern weiß.“ Diesen Ratschlag beherzigen wir zum 260. Geburtstag des Dichters und geben ein Zwiegespräch wieder, das sich am 28. August 1818 – oder war es der 27.? – in einem Hotelzimmer im böhmischen Karlsbad entspann.
27. August 2009Der Beginn des Jetzeitalters
Das Wörtchen jet heißt ‚tänzeln, stolzieren’ und war in der englischen Sprache ursprünglich ein Verb. 1420 wurde es erstmals erwähnt und 1692 um die Bedeutung ‚hervorschießen’ erweitert. Vier Jahre später verwendete man jet als Hauptwort, um einen Wasserstrahl zu beschreiben. Mit fortschreitender Technik wurde auch die Düse, durch die zunächst Wasser, später auch Gas oder Benzin schoss, als jet bezeichnet.
26. August 2009Wissen, was man übersehen muss
„Junge Leute leiden weniger unter eigenen Fehlern als unter der Weisheit der Alten.“ Diese Erfahrung des 1747 gestorbenen französischen Schriftstellers Luc de Clapiers, auch bekannt als Marquis de Vauvenargues, musste gestern Philipp Mißfelder machen. „Dabei besteht die Kunst der Weisheit“, folgt man dem amerikanischen Philosophen William James, „darin, zu wissen, was man übersehen muss."
25. August 2009Herzlichen Glückwunsch, Philipp Mißfelder!
Wenn es jemand bereits im zarten Alter von 30 in diesen Newsletter verschlägt, muss er entweder Sportler sein oder etwas Großartiges geleistet haben. Bei Philipp Mißfelder, der heute Geburtstag hat, ist beides nicht der Fall. Auch die Äußerungen des Bundesvorsitzenden der Jungen Union und Abgeordneten des deutschen Bundestags passen nicht in einen Small Talk-Newsletter, in dem Themen wie Politik, Krankheit und sozialer Sprengstoff nichts zu suchen haben. Vor allem dann nicht, wenn humorlos präsentiert werden wie von dem 1979 in Gelsenkirchen Geborenen.
24. August 2009Ein Platz, wo man seinen Hut aufhängen kann
Ein Zimmer war für den britischen Schriftsteller Bruce Chatwin (siehe unseren Newsletter vom 19. Januar 2009 „Tod in Nizza“) lediglich ein Platz, wo man seinen Hut aufhängen kann. Den Hut brauchte er für seine zweite Berufung, das Wandern. Ein Zuhause dagegen lähmte ihn und verursachte Schreibblockaden.
21. August 2009Der 50. Stern auf dem Banner
Heute vor 50 Jahren kam der bislang letzte Stern auf das amerikanische Banner. Die geschieht nur, wenn ein neuer US-Bundesstaat aus der Taufe gehoben wird. Am 21. August 1959 war es so weit für eine Inselgruppe, deren Metropole Honolulu exakt 7785 Kilometer von der Bundeshauptstadt Washington entfernt ist.
20. August 2009Wasser als Todesursache
Vornehme Hotels wie das Grand Hyatt in Berlin oder das Atlantic Kempinski in Hamburg leisten sich einen Wasser-Sommelier: Der betreut wie der Kollege oder die Kollegin bei vermeintlich edleren Tropfen (siehe unseren Newsletter vom 16. Dezember 2008 „Vom Mundschenk zur Sommelière“) die Auswahl des kohlensäurehaltigen, immer häufiger auch stillen Getränks. Jetzt sofort den Bogen zu unserem aktuellen Thema, der Weltwasserwoche, zu schlagen und darauf hinzuweisen, dass jeder Sudanese ein Drittel seines Tages opfern muss, um eine Ration Wasser zu holen (siehe Ausgabe vom 22. August 2008 „Bei uns verschwendet, andernorts dringend benötigt“), wäre nicht fair.
19. August 2009Paneuropa-Frühstück am Eisernen Vorhang
Was konnten DDR-Bürger 1989 tun, um in den Westen zu kommen? Sie konnten einen Ausreiseantrag stellen. Über 40 000 waren auf diesem legalen Weg in der ersten Jahreshälfte in die Bundesrepublik gelangt. Die große Mehrheit derjenigen, die ihrer ostdeutschen Heimat den Rücken kehrten, tat dies mit weniger Geduld. Viele reisten in die sozialistischen Bruderländer, um über die BRD-Botschaften nach Westdeutschland aufgenommen zu werden.
18. August 2009Aktuell und für die Öffentlichkeit interessant
Nichts ist so unwichtig wie die Nachricht von gestern. Deshalb bemühen sich die Zeitungen darum, täglich neue Meldungen zu verbreiten. Damit sie das können, hilft ihnen die Deutsche Presseagentur, kurz dpa genannt. Heute vor 60 Jahren wurde sie in Goslar gegründet. Inzwischen sammeln 456 fest angestellte Redakteure und, laut Eigendarstellung, rund tausend freie Journalisten weltweit „Informationen zu aktuellen Ereignissen und Themen, die für die Öffentlichkeit interessant sein könnten.“
17. August 2009Die Schrecken des Krieges und ihre literarische Verarbeitung
Als „rotbärtiger Kerl, der sich Christoffel Gelnhausen nannte und dessen schlaksiger Jugendlichkeit – er mochte Mitte Zwanzig sein – ein blattriges Gesicht widersprach“, beschreibt ihn Günter Grass in seinem Roman Das Treffen in Telgte. Und fügt hinzu: „In seinem grünen Wams unterm Federbuschhut wirkte er wie erfunden.“ Erfunden hatte Grass das Treffen aller namhaften deutschen Dichter im Münsterland, das der Autor am Ende des Dreißigjährigen Krieges spielen lässt.
14. August 2009Woodstock und die Woodstock-Legende
Zum Jubiläum wird im Fernsehen bestimmt wieder der Dokumentarfilm über das größte Rockmusik-Festival aller Zeiten gezeigt. An diesem Wochenende vor 40 Jahren lockte es in Woodstock eine halbe Million Besucher an. Doch es fand gar nicht in Woodstock statt, nicht einmal in der Nähe dieser kleinen Ortschaft im US-Bundesstaat New York. Dort hatten die Behörden den Organisatoren zu viele Probleme beschert.
13. August 2009Ein nicht erwarteter 50. Geburtstag
Morgen hat Earvin Johnson Geburtstag. Der neben Larry Bird beste Basketballer der 1980er Jahre – Johnson errang 5 Meistertitel mit den Los Angeles Lakers, Bird 3 mit den Boston Celtics – hätte vermutlich selbst nicht geglaubt, dass er ein halbes Jahrhundert alt werden würde.
12. August 2009Glanzloser Kick? Wichtiger Schritt? Vielleicht auch beides?
Heute abend tritt unsere Fußballnationalmannschaft in Baku an. Es ist nicht nur das erste Spiel einer deutschen Elf gegen Aserbaidschan. Meines Wissens hat es auch noch nie ein WM-Qualifikationsspiel einer DFB-Auswahl gleich zu Saisonbeginn gegeben – ohne ein vorangegangenes Freundschaftsspiel.
11. August 2009Ein Grund zur Panik?
„Der Mond kreist um die Erde, die Erde kreist um die Sonne. Also gibt es Momente, in denen sich Sonne, Mond und Erde auf einer Linie kreuzen. In genau diesem Moment verdeckt der Mond die Sonne und der Himmel verdunkelt sich“: So schön und so einfach erklärt die Webseite www.kindernetz.de das Phänomen der Sonnenfinsternis.
10. August 2009Beweis erbracht, aber dabei nicht überlebt
Es ging längst nicht mehr darum, ob die Erde eine Kugel war oder eine Scheibe. Letzteres hatte selbst im angeblich so finsteren und fortschrittsfeindlichen Mittelalter niemand mehr so recht geglaubt. Dass die Erde nicht flach war, war für alle Seefahrer bereits früh eine ausgemachte Sache. Wie auch für diejenigen, die ihnen vom Land aus zuschauten: Die Betrachter verloren beim Auslaufen zunächst den Schiffsrumpf aus den Augen, während die Segel noch gut zu erkennen waren. Als letztes verschwand die Mastspitze. Kehrte ein Schiff heim, erspähten Hafenbehörden oder Beobachter von Land aus zuerst die Mastspitze, dann tauchten die Segel auf, zuletzt war der Rumpf zu sehen. Wie sonst ließe sich dieses Phänomen erklären, wenn nicht mit der Kugelgestalt der Erde? Zumal es für das Erscheinungsbild keine Rolle spielte, in welche Richtung die Schiffe davonsegelten und aus welcher Richtung sie zurückkamen.
7. August 2009Alles schaut auf die Bayern
Heute beginnt die Fußball-Bundesliga mit dem Spiel des Titelträgers VfL Wolfsburg gegen den Vorjahresdritten VfB Stuttgart. Es ist die 47. Saison, und Favorit ist wie immer der Rekordmeister aus München. Ob die Bayern ihren 21 Titeln einen 22. hinzufügen können, halte ich für fraglich. Die Hoffnungen, die mit dem neuen Trainer Louis van Gaal verbunden werden, erinnern an die Aufbruchstimmung unter Jürgen Klinsmann im letzten Jahr. Die war schnell verflogen.
6 August 2009Die Antwort des Dichters
„Der Obrigkeit gehorchen, ist
Die erste Pflicht für Jud und Christ.
Es schließe jeder seine Bude
Sobald es dunkelt, Christ und Jude.
Wo ihrer drei beisammen stehn,
Da soll man auseinander gehen.
Des Nachts soll niemand auf den Gassen
Sich ohne Leuchte sehen lassen.“
5. August 2009Die Deutschen und ihre Vereine
„Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine, kürzt die öde Zeit, und er schützt uns durch Vereine vor der Einsamkeit.“ So heißt es in dem Gedicht Ruf zum Sport von Joachim Ringelnatz, über den dieser Newsletter ziemlich genau vor einem Jahr berichtete (siehe Ausgabe vom 7. August 2008 „Tragik des Lebens“). Anlass für unseren aktuellen Beitrag ist jedoch nicht der Dichter, sondern sein Gegenstand: Heute vor 45 Jahren beschloss der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Regelung des öffentlichen Vereinsrechts.
4. August 2009Ein schwieriges Jubiläum
Was ist von einem Literaturnobelpreisträger zu halten, der einen Tag vor Ende des Zweiten Weltkriegs einen positiven Nachruf auf Adolf Hitler verfasst? Darin bezeichnete der Norweger Knut Hamsun den deutschen Diktator, dessen Wehrmacht nicht nur sein Land überfiel, als „Krieger für die Menschheit und ein Verkünder des Evangeliums vom Recht für alle Nationen.“
3. August 2009Der höchste Berg Europas
Wie heißt der höchste Berg Europas? Das Matterhorn in den Schweizer Alpen? Oder der in Italien beheimatete Monte Rosa? Das fragten sich die Gelehrten und die Bergsteiger des 18. Jahrhunderts. Selbst die Erstbesteigung des wahren Champions am 8. August 1786 brachte keine Gewissheit, denn Jacques Balmat und Michel-Gabriel Paccard erreichten den Gipfel des Mont Blanc bei zu schlechtem Wetter, um einen Überblick zu gewinnen oder gar Messungen vorzunehmen.
31. Juli 2009Flug ohne Wiederkehr
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Diese Zeilen stammen aus Antoine de Saint-Exupérys Der kleine Prinz. Es ist Kinder- und Erwachsenenbuch in einem und verwebt eine wahre Geschichte mit einer erfundenen.
30. Juli 2009Der erste Prager Fenstersturz
Treue Leser dieses Newsletters wissen, dass es in der Geschichte der tschechischen Hauptstadt drei Fensterstürze gab (siehe dazu unsere Ausgabe vom 24. Oktober 2006 „Was wissen Sie über unsere Nachbarn?“). Das erste dieser seltsamen Ereignisse fand heute vor 590 Jahren statt.
29. Juli 2009Kleine Insel - großer Triumph
Von den Färöern war, anders als von anderen Kleinstaaten, in diesem Newsletter noch nie die Rede. Dabei kennt die Inselgruppe im Nordatlantik jedes Kind – sofern es in unserem südöstlichen Nachbarland lebt und sich für Fußball interessiert. Der Grund ist das erste Qualifikationsspiel zu einem großen Turnier, das die Kicker der Färöer im September 1990 bestritten.
28. Juli 2008Erfolgsgeschichte mit Do-it-yourself-Konzept
Wenn eine Frau in einem Modemagazin blättert, entdeckt sie meist sündhaft teure Kleider, die sie sich nicht leisten kann. Ganz anders in den Zeitschriften, die Aenne Burda herausgab: Sie warteten mit Schnittmustern und Arbeitsanleitungen auf, die es den Leserinnen ermöglichten, die begehrten Stücke eigenhändig zu nähen.
27. Juli 2009Was hat es mit dem Fettnäpfchen auf sich?
Vor zwei Jahrzehnten, als es die DDR noch gab, kursierte dort folgender Witz: Eine Brücke ist neu eingeweiht worden. Zur Feier des Tages soll der erste Autofahrer, der über sie fährt, mit einem Geldgeschenk von 1000 Mark belohnt werden. Nach kurzer Zeit halten die dafür abgestellten Volkspolizisten einen Trabant an. Sie eröffnen dem Fahrer die freudige Nachricht. Anschließend fragen sie ihn, was er mit dem unerwarteten Gewinn machen wolle. „Meinen Führerschein!“, kommt die spontane Antwort. „Glauben Sie dem Mann kein Wort, Genosse Volkspolizist“, mischt sich die Beifahrerin ein, „der ist total betrunken!“ Auf der Hinterbank meldet sich die Großmutter zu Wort: „Und den Wagen hat er vor einer halben Stunde geklaut!“ Plötzlich öffnet sich der Kofferraumdeckel, der Opa klettert hinaus und fragt: „Leute, sind wir schon im Westen?“
24. Juli 2009Bohemians gegen Bohemians
Stellen Sie sich einmal vor, die Bundesliga hat begonnen, und es spielt der 1. FC Köln gegen den FC Köln. In der ersten tschechischen Liga ist so etwas möglich. Dort spielen ab dieser Saison – sie wird morgen eröffnet – zwei Vereine unter dem Namen Bohemians Prag. Das kam so: Der Traditionsverein Bohemians, Meister des Jahres 1983, verlor vor einigen Jahren seine Lizenz und damit auch seinen Platz in der Liga. Als Bohemians 1905 Prag spielte die Mannschaft zunächst im Amateurbereich weiter. Die Lizenz, der Platz in der Zweiten Liga (Bohemians war inzwischen abgestiegen) und der Vereinsname wurden vom damaligen Drittligisten FC Střížkov Praha 9 erworben.
23. Juli 2009Harry Potter entwachsen
„Man hat einfach nicht genug Zeit, um nichts zu tun“: Aus diesen Worten des Schauspielers Daniel Radcliffe dürfen seine Fans schließen, dass ihm eine große Karriere bevorsteht und sie ihn in weiteren Rollen als nur der des Hauptdarstellers in Harry-Potter-Filmen bewundern dürfen. Den Anfang machte Radcliffe in New York: Dort trat er in einer Broadway-Inszenierung von Peter Schaffers Drama Equus auf – gleich in der Hauptrolle, noch dazu in einer Weise, die ihm die Kritik mit Wertschätzung und das Publikum mit Applaus honorierte.
22. Juli 2009Als Doping noch legal war
„Wenn du im Wald läufst, musst du ständig das Tempo und den Laufrhythmus ändern, um zum Beispiel Wurzeln auszuweichen, und das verlangt eine ständige Wachsamkeit, wie im Wettkampf“: So lautete das Erfolgsgeheimnis des Langstreckenläufers Lasse Virén, der bei den Olympischen Spielen 1972 und 1976 jeweils Gold über 5.000 und 10.000 Meter gewann.
21. Juli 2009Die Formel für ein langes Leben …
… gibt es noch nicht. Doch haben Wissenschaftler der amerikanischen Real Age-Bewegung vor einiger Zeit die Lebensgewohnheiten sehr alt gewordener Menschen ausgewertet. Einem Bericht des Magazins Simplify your life zufolge kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass wir unser Leben statistisch um bis zu 35 Jahre verlängern können: Wer einmal pro Woche Fisch isst, bekommt die notwendige Portion Kalzium, um 2,7 Jahre älter zu werden. Ballaststoffreiche Kost bringt 3,5 Jahre; ehrenamtliches soziales Engagement noch einmal so viel.
20. Juli 2009Eine Rede, die nie gehalten werden musste
„Das Schicksal hat es so gefügt, dass die Männer, die zum Mond flogen, um ihn in Frieden zu erkunden, dort in Frieden ruhen werden. Diese tapferen Männer, Neil Armstrong und Edwin Aldrin, wissen, dass für sie keine Hoffnung auf Rückkehr besteht. Doch sie wissen auch, dass ihr Opfer der Menschheit Hoffnung gibt“. Mit diesen Worten hätte die Traueransprache des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon begonnen, wenn den Astronauten der Apollo 11-Mission auf dem Mond etwas zugestoßen wäre.
17. Juli 2009Der Tod einer großen Sängerin
Warum gab es in der Geschichte des Jazz so viele gute Sängerinnen, aber kaum Frauen, die an einem Instrument brillierten? Die Antwort ist einfach: Es wurde ihnen in einem von Männern dominierten Business nicht zugetraut. Zum Spielen eines Instruments bedarf es einer gewissen Technik, deren Beherrschung freilich inzwischen auch Frauen unter Beweis gestellt haben.
16. Juli 2009Der Hafen, der seine Stadt berühmt machte
An welche Stadt denken Sie, wenn Sie den Begriff Tor zur Welt lesen? Das bahnbrechende Ereignis, das bis in die heutige Zeit die Haupteinnahmequelle der 1,8-Millionen-Metropole sichert, fand vor genau 820 Jahren statt: Am 16. Juli 1189 gab ein Kaiser mit rotem Bart die Erlaubnis für den Ausbau einer Flussmündung. Der hatte bereits zwei Monate zuvor begonnen, aber die von Kaiser Friedrich I., auch Barbarossa genannt, unterzeichnete Gründungsurkunde gab dem Hafenbau den höchsten Segen.
15. Juli 2009Eine Frage, die sich seit 140 Jahren stellt
Margarine oder Butter? Das ist die Frage, die sich ernährungsbewusste Zeitgenossen, zu denen auch Sie womöglich gehören, bis heute immer wieder gestellt haben. Die Antwort ist recht einfach: Die Entscheidung hängt davon ab, ob Sie Ihre Rettungsringe mit pflanzlichem oder tierischem Fett produzieren möchten. Tatsächlich ist die Kalorienzahl von Margarine und Butter nahezu identisch: rund 750 kcal pro 100 Gramm.
14. Juni 2009Startschuss für Demokratie und Parlamentarismus in Europa
„Die Wut des Volkes ist längst nicht gestillt durch den Tod des Gouverneurs der Bastille und die Zerstörung dieses berüchtigten Gefängnisses“, schreibt der Revolutionär François-Noel Babeuf aus der Hauptstadt Paris an seine Frau Marie. „Ich verstehe, warum das Volk zur Selbstjustiz greift, ich billige diese Justiz, der durch die Vernichtung der Schuldigen Genüge geschieht; wie sollte sie heute nicht grausam sein?“ Grausam war die Unterdrückung des französischen Volks durch Krone, Adel und Klerus. Grausam war aber auch die Revolution, die der Repression folgte.
13. Juli 2009Ein bunter Würfel, der die Welt beschäftigte
Nicht nur Salami und Paprika stammen aus Ungarn, sondern auch der Kugelschreiber und der Zauberwürfel. Das praktische Schreibgerät erfand der inzwischen nach Amerika ausgewanderte László Biró im Jahr 1938 (siehe dazu unseren Newsletter vom 10. Juni 2008 „Nicht nur Salami und Paprika“). Die Konstruktion der in beliebiger Richtung drehbaren bunten Steine – sie können so geordnet werden, dass die sechs Seiten des Würfels jeweils eine einheitliche blaue, weiße, rote, gelbe, grüne oder orange Farbe aufweisen – geht auf einen Budapester Ingenieur zurück.
10. Juli 2009Ein nicht so leicht zugänglicher Reformator
Die Religion drängt sich nicht gerade als Thema für den Small Talk auf. Wenn jedoch der 500. Geburtstag eines großen Reformators gefeiert wird, kann man ja mal eine Ausnahme machen. Am 10. Juli 1509 erblickte im nordfranzösischen Noyon Johannes Calvin das Licht der Welt, die er mit seiner strengen Auslegung von Gottes Schrift verändern sollte.
9. Juli 2009Eklat ums Bier
Das deutsche Reinheitsgebot für die Herstellung von Bier stammt vom 23. April 1516: Seinerzeit legte der bayerische Herzog Wilhelm IV. fest, dass als Zutaten beim Brauen allein Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden dürfen (siehe dazu unseren Newsletter vom 23. April 2007 „Die älteste lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt“).
8. Juli 2009Eine aktuelle Beschreibung bayerischer Politik?
„Bayern war ein autonomer Staat; bayerischer Politiker zu sein, das war was.“ So beschreibt der in München geborene Schriftsteller Lion Feuchtwanger seine Heimat: „Zerfiel nämlich damals Europa in zahlreiche souveräne Einzelstaaten, von denen einer das Deutsche Reich war, so zerfiel dieses Reich wiederum in achtzehn Bundesstaaten. Diese so genannten Länder, an ihrer Spitze das Land Bayern, wachten, wiewohl sie ihrer wirtschaftlichen Struktur nach längst Provinzen waren, eifersüchtig über ihre Eigenstaatlichkeit. Hatten ihre Tradition, ihre historischen Sentiments, ihre Stammeseigentümlichkeiten, ihre Sonderkabinette.
7. Juli 2009Als Schweden nicht mehr Weltmacht war
Heute vor 300 Jahren verlor Schweden seinen Weltmachtstatus. Den hatte es spätestens als – neben Frankreich – großer Gewinner des Dreißigjährigen Krieges erworben. Hinzu kamen im weiteren Verlauf des 17. Jahrhunderts der Sieg über den skandinavischen Rivalen Dänemark und die Eroberung Polens. Als nächstes Beutestück hatte sich Schwedenkönig Karl XII. in seinem schier unersättlichen Expansionsdrang Russland auserkoren. Doch an diesem Bissen sollte er sich, wie so mancher ambitionierte Feldherr nach ihm, kräftig verschlucken.
6. Juli 2009Stützen der Gesellschaft
Stützen der Gesellschaft heißt das wohl bekannteste Werk des Künstlers. Es entstand 1926 und ist in der Neuen Nationalgalerie in Berlin zu bewundern. Fünf Menschen sind auf dem Bild zu sehen: ein Mitglied einer schlagenden Verbindung, dem bereits das Hakenkreuz auf der Krawatte prangt; ein Verleger mit einem umgekehrten Nachttopf auf dem Kopf; ein Kapitalist, aus dessen Schädel ein Scheißhaufen quillt (bitte entschuldigen Sie den Begriff, aber ich konnte der Alliteration nicht widerstehen); ein Geistlicher, der Wasser predigt, aber selbst – das signalisiert seine rote Nase – den Wein bevorzugt; schließlich ein Soldat mit Blut am Bajonett.
3. Juli 2009Mütterchen mit Klauen
Seine Hauptstadt Wien war für ihn ein absterbendes Riesendorf, seine Heimatstadt Prag ein Mütterchen mit Klauen. Franz Kafka, dessen Geburtstag sich heute jährt (siehe auch unseren Newsletter vom 3. Juli 2008 „Unglücklich im Leben, reich nach dem Tod“), war halt ein unverbesserlicher Pessimist. „Hoffnung gibt es schon“, lautete seine Devise, „aber nicht für uns.“ Für Kafkas negative Atmosphäre, die sich wie ein roter Faden durch sein literarisches Schaffen zieht, wurde ein neues Wort erfunden: kafkaesk.
2. Juli 2009Dürfen Sie alte Witze erzählen?
Erzählen Sie gern Witze? Dann haben Sie ein Problem: Fast jeder Scherz wurde in der einen oder anderen Form bereits zum Besten gegeben. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie aus Angst, zum Wiederholungstäter zu werden, dem Humor komplett entsagen müssen. Wichtig ist nur, dass Sie einen Witz gut erzählen!
1. Juli 2009Kostenlose Geburtstags­­party für 150 Gäste
Wie schmeißt man eine Geburtstagsparty für 150 Gäste, wenn man in Berlin wohnt, aber außer einem klapprigen VW-Bus keinen Raum und schon gar kein Geld zur Verfügung hat? Ganz einfach: Man meldet die Party als Demonstration an, für „Friede, Freude & Eierkuchen“. So geschehen heute vor 20 Jahren. Das Geburtstagskind hieß Matthias Roeingh alias Dr. Motte, und seine 150 ravenden Kumpels bildeten die Staffage für Deutschlands erste Love Parade.
30. Juni 2009Die französischste Art, ein Omelette zu verzehren
Woher führt der kürzeste Weg von den USA nach Kanada? Dieser Frage ging der Franzose François Gravelet nach. Und fand für sich die Antwort: über den Niagarafluss. Dummerweise versperren Felsen den Weg durchs Flussbett, und zu allem Übel stürzt das Wasser auf seiner Strecke vom Ontario- zum Eriesee mehr als fünfzig Meter in die Tiefe. Es bedurfte also eines Hilfsmittels, dachte sich unser Mann.
29. Juni 2009Assyrer, Zimbern und Karaimen
Über Karl-Markus Gauß haben wir an dieser Stelle bereits einmal berichtet (siehe unseren Newsletter vom 12. Dezember 2007 „Wo Sie heute zwei alte Bekannte treffen können“). Bekannt wurde den Autor mit einem Buch über Minderheiten in Europa. Es heißt Die sterbenden Europäer und handelt von Albanern in Süditalien, jüdischen Sepharden in Sarajevo, Sorben in Ostbrandenburg und Ostsachsen und Deutschen in der südslowenischen Gottschee (slowenisch: Kočevje).
26. Juni 2009Volksmund, bitte melden!
Der Volksmund verbindet mit dem morgigen Datum eine alte Wetterregel: Fällt auf Siebenschläfer Regen ein, soll's für sieben Wochen sein (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 27. Juni 2006 „Oben grau, unten weiß – und sorgt nur für Verwirrung“). Sehr verlässlich sind solche Bauernregeln (siehe dazu die Ausgabe vom 11. Mai dieses Jahres „Warten auf Sophie“), darin sind sich unsere studierten Wetterfrösche ausnahmsweise einmal einig, nicht.
25. Juni 2009Wo leben die zufriedensten Europäer?
Gestern ging es um die Göttin des Glücks, heute wollen wir uns der weltlicheren Form dieses Zustandes widmen. Mit anderen Worten: Wo auf unserem Kontinent sind die Menschen am zufriedensten? Diese Frage stellte die Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen rund 30.000 privaten Haushalten vom Nordkap bis zur südlichsten Mittelmeerinsel Malta, von Portugals Westküste bis zum Ostrand der Türkei.
24. Juni 2009Der Tag der Schicksalsgöttin
Heute ist das Fest der Fortuna. Der Göttin waren in der römischen Antike zahlreiche Tempel geweiht. In der Sprache der alten Römer bedeutet fortuna nicht nur ‚Glück‘, sondern ebenfalls ‚Vorherbestimmung‘.
22. Juni 2009Das einzige Fußballspiel zwischen der BRD und der DDR
Es gab ein einziges Fußballspiel zwischen den Nationalmannschaften der BRD und der DDR. Heute vor 35 Jahren fand es in Hamburg statt, als letzte Begegnung in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 1974. Die westdeutsche Elf, bereits fürs Viertelfinale qualifiziert, war haushoher Favorit, der Gegner für die Bundesligastars ein nahezu unbekannter.
23. Juni 2009Keine Lust, im Winter zu feiern
Das Großherzogtum Luxemburg ist einer der wenigen Staaten, die ihren Nationalfeiertag aus rein klimatischen Überlegungen gewählt haben. Es ist der 23. Juni, und auf diese Festlegung wird wohl auch das Geburtsdatum zukünftiger Herrscher keinen Einfluss mehr haben.
19. Juni 2009Das erste Mobiltelefon
Die Firma Apple aus San Francisco bringt heute die dritte Generation des so genannten iPhone in den Handel. Die neuen Mobiltelefone verfügen über eine Videokamera, eine Autofokus-Funktion für Fotoaufnahmen und einen Kompass. Überrascht Sie das?
18. Juni 2009Die größte und die bevölkerungsreichste Insel der Welt
Die Welt der Inseln scheint Ihnen ja ganz gut zu gefallen; jedenfalls gab es keine negative Leserpost. Kein Grund also, das Thema zu wechseln. Noch weiter nördlich als die beiden Eilande, um die es in den letzten Ausgaben ging, liegt die größte Insel der Welt. Doch hat Grönland den Nachteil, dass es um den Polarkreis herum empfindlich kalt ist, weshalb zwischen der Hauptstadt Nuuk im Süden und dem an die USA verpachteten Luftwaffenstützpunkt Thule im Hohen Norden weniger als 60 000 Menschen leben.
17. Juni 2009Ein Geburtstag, der beinahe nicht gefeiert worden wäre
Das Thema unseres heutigen Newsletters ist mit dem von gestern fast identisch; doch geht es nicht um Irland, sondern um Island. Die 1000 Kilometer weiter nördlich gelegene Insel ist um ein Drittel größer, verfügt aber mit 300 000 Einwohnern gerade mal über ein Dreizehntel der irischen Bevölkerung.
16. Juni 2009Ein ganz besonderer Tag auf der grünen Insel
Leopold Bloom spaziert, phantasiert, trinkt, quatscht, prügelt sich, liest, gafft und trifft einen trübseligen Stephen Dedalus. Das alles geschieht am 16. Juni 1904 in Dublin. Der Ire James Joyce machte daraus seinen Roman Ulysses, der achtzehn Jahre später erschien und zu einem Welterfolg wurde.
15. Juni 2009Vierzig Jahre Oliver Kahn
Die Torhüter gelten als die schrägsten Vögel im Fußball. Diese Etikettierung wurde von den Meistern ihres Fachs gerne in Kauf genommen: "Wer besser sein will als der Durchschnitt", fand etwa die ehemalige Nummer eins der Münchner Bayern, "braucht dazu ein gewisses Maß an Besessenheit."
12. Juni 2009Ein Staat, der zweimal unabhängig wurde
Heute vor 111 Jahren wurde das Land, um das es heute geht, zum ersten Mal unabhängig. „Entdeckt“ hatten es die Spanier, die das Inselreich 1575 zur Kolonie machten und es nach ihrem damals regierenden König benannten. Doch war die Unabhängigkeit nach dem Abzug der Europäer nur von kurzer Dauer.Eine andere Macht trat auf den Plan, die zuvor selber Kolonie war: 1902 verleibten die USA sich die Eilande im Pazifik offiziell ein. Sie blieben vier Jahrzehnte, bis im Zweiten Weltkrieg die Japaner das Land in Besitz nahmen. Nach Kriegsende kam die gebeutelte Inselgruppe an die Vereinigten Staaten zurück, um 1946 endgültig unabhängig zu werden.
10. Juni 2009Was ist Kunst?
An der Beantwortung der Frage „Was ist Kunst?“ haben sich schon viele Experten die Zähne ausgebissen. Die Kunst verglich der russische Schriftsteller Leo Tolstoi mit dem „Mikroskop, das der Künstler auf die Geheimnisse seiner Seele einstellt, um diese allen Menschen gemeinsamen Geheimnisse allen zu zeigen.“ Reichlich verzwickt, diese Definition, meinen Sie nicht auch?
9. Juni 2009Wie ein deutscher Offizier einen Lachs fängt
Welche Städte kommen Ihnen in den Sinn, wenn Sie an die Toskana denken? Vielleicht Florenz, Siena oder Pisa? Bestimmt nicht Prato, obwohl diese, was die Wirtschaftskraft angeht, es locker mit der Konkurrenz aufnehmen konnte. Hier ist das Textilzentrums Italiens, das heute freilich fest in chinesischer Hand ist. Früher waren Einwanderer aus dem Norden willkommen, auch aus Deutschland. So kam es, dass ein sächsischer Textilingenieur sich dort niederließ. Seinem heute vor 111 Jahren in Prato geborenen Sohn gab Erwin Suckert den Vornamen Erich. Der Filius passte sich gut in die italienische Umgebung ein, ging aufs Gymnasium, machte erste Schreibversuche in einem Satiremagazin.
8. Juni 2009Die Geburt von Big Brother
„Big Brother is watching you“, heißt es in dem heute vor 60 Jahren erschienenen Zukunftsroman 1984. Die Vision vom großen Führer, der alles und jeden beobachtet, war auf das stalinistische Sowjetsystem gemünzt, das den Autor zutiefst enttäuscht hatte.
5. Juni 2009Pflanzen Sie einen Baum!
„Gehen Sie nie ohne Ihren Stoffbeutel aus dem Haus“, empfiehlt die UN-Webseite www.unep.org zum heutigen Weltumwelttag, „dann können Sie in jedem Geschäft, in dem Sie einkaufen, die angebotene Plastiktragetasche ablehnen.“ Andere Vorschläge erscheinen zumindest hierzulande etwas merkwürdig, da ein eigentlich selbstverständliches Verhalten angemahnt wird: „Wir können Wasser sparen, indem wir nicht die ganze Zeit über, während wir uns rasieren, das Gesicht waschen oder die Zähne putzen, den Kran aufgedreht lassen.“
4. Juni 2009Das erste osteuropäische Land mit neuer Demokratie
Vor 20 Jahren hielt die Demokratie Einzug ins östliche Europa. Die Sowjetunion unter Michail Gorbatschow setzte nicht nur im eigenen Land auf Reformen, sondern lockerte auch den Griff auf die Verbündeten. „Im Grunde brauchen wir diese Führung über sie gar nicht“, sprach der oberste Genosse vertraulich zu seinen kommunistischen Parteikollegen: „Das bedeutet nämlich, dass wir sie uns auf den Hals laden.“
3. Juni 2009Stay gold!
Anglizismen sind dem Verein Deutsche Sprache (VDS) häufig ein Ärgernis. Deshalb läuft, wer zu viele von ihnen verwendet, Gefahr, von den 31.000 Vereinsmitgliedern zum Sprachpanscher des Jahres gewählt zu werden. Letztes Jahr widerfuhr dem Regierenden Bürgermeister von Berlin die zweifelhafte Ehre: Klaus Wowereit warb mit dem Spruch „Be Berlin“ für seine Stadt. Dieses Mal stehen wieder 5 Kandidaten zur Auswahl.
2. Juni 2009Meister der Halbzeitansprache
Was passiert in der Halbzeitpause eines Fußballspiels? Nicht viel, sollte man meinen, wenn eine Mannschaft im Viertelfinale des Europapokals 1:3 hinten liegt und zusätzlich noch das 0:2 aus dem Hinspiel aufholen muss.
29. Mai 2009Ein Vorbild nicht nur für junge Leute
„Junge Leute können von meinem Beispiel erlernen, das etwas von nichts kommen kann. Was ich geworden bin, ist das Resultat meiner harten Bemühungen.“ Er hat tatsächlich sehr hart gearbeitet. Davon zeugen 24 Opern, 83 Streichquartette und 104 Symphonien.
28. Mai 2009Tiere im Weltall
Bevor Menschen ins All geschickt wurden, versuchte man es mit Tieren. Am 3. November 1957 wurde die Hündin Laika an Bord einer russischen Sputnik 2-Rakete in die Erdumlaufbahn geschossen. Das Tier überlebte nur wenige Stunden; dann starb Laika an Überhitzung und Stress.
27. Mai 2009Gibt es Hoffnung?
Noch ein Nachtrag zu unserem Newsletter von gestern und zum heutigen Champions League-Finale: „Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft.“ Diese Erkenntnis stammt vom Fußballfan Jean-Paul Sartre.
26. Mai 2009Der Tag, an dem Fußballgeschichte geschrieben werden kann
Sollte Manchester United das morgige Champions League-Finale gegen den CF Barcelona gewinnen, wäre dies in mehrfacher Hinsicht ein historisches Datum. Noch nie ist es seit Bestehen des Wettbewerbs einer Mannschaft gelungen, ihren Titel erfolgreich zu verteidigen. Dieses Kunststück würde United zudem einen Tag nach dem 100. Wiegenfest ihres berühmtesten Trainers vollbringen: Am 26. Mai 1909 wurde Matt Busby geboren. Den Schotte zog es nach Ende des zweiten Weltkriegs in Englands Norden.
25. Mai 2009Servicewüste Deutschland?
Wie finden Sie den Service in Deutschland, fragt jedes Jahr das Meinungsforschungsinstitut Allensbach   und erhält als Antwort: Es wird besser. Zumindest in einigen Branchen ist das der Fall: in Hotels, Bäckereien und Restaurants, bei Taxifahrern und Handwerkern. Verschlechtert hat sich die Dienstleistungsbereitschaft dagegen bei den Tankstellen und im Autohandel. Am zufriedensten sind die Deutschen mit ihrem Friseur. Auch die Buchhändler und Apotheker schneiden sehr gut ab.
22. Mai 2009Tag der Verfassung und der Bundespräsidentenwahl
Morgen ist, wie jedes Jahr am 23. Mai, Verfassungstag. Sollte Ihnen die Bedeutung dieses Datums auf den ersten Blick nicht klar sein, sei Ihnen an dieser Stelle schon mal verziehen. Lange Zeit hatte unsere Zweite Republik überhaupt keine Verfassung, sondern nur ein Provisorium. Dessen Geltungsdauer wurde in Artikel 146 festgelegt: „Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“
20. Mai 2009Wo Christi Himmelfahrt als Feiertag abgeschafft ist
Vierzig Tage lang, vom Ostersonntag an gerechnet, erschien Jesus seinen Jüngern und erzählte ihnen vom Reich Gottes, in das er bald einziehen würde. Danach erschien er ihnen wohl nicht mehr; jedenfalls berichten weder das Lukasevangelium noch die Apostelgeschichte Entsprechendes. Daraus lässt sich schließen, dass Jesus zu diesem Zeitpunkt aufgestiegen war. So entstand das Fest Christi Himmelfahrt.
19. Mai 2009Als England Republik wurde
England und sein Königshaus: Diese beiden Begriffe sind seit Jahrhunderten eng miteinander verbunden. Und doch gab es eine Zeit, in der das Land eine Republik war. Sie begann heute vor 360 Jahren und dauerte bis zur Inthronisation Karls des Zweiten 1660. Der erste englische König dieses Namens war am 30. Januar 1649 auf dem Schafott geendet.
18. Mai 2009Klein, aber wehrhaft
Malta liegt strategisch sehr günstig im Mittelmeer. Kein Wunder, dass die kleine Insel die Begehrlichkeiten des Osmanischen Reichs weckte. Heute vor 444 Jahren tauchte eine vom türkischen Sultan ausgestattete riesige Flotte vor der Hauptstadt Valletta auf, die damals noch St. Elmo hieß.
15. Mai 2009Wo die Grundwerte unserer Gesellschaft geprägt werden
„Familie ist der Ort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Sie ist der Ort, wo die Grundwerte unserer Gesellschaft geprägt und gelebt werden. Familienpolitik ist deshalb immer auch Zukunftspolitik.“ So steht es auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu lesen. Böse Zungen würden behaupten, der Stellenwert der Familie – ihr Internationaler Tag wird am heutigen 15 Mai begangen – in unserer Gesellschaft könne so hoch nicht sein, wenn das Ressort in vier Bereiche aufgesplittert ist.
14. Mai 200960 Jahre Recht auf Kriegsdienstverweigerung
Dieses Jahr feiern wir den 60. Geburtstag des Grundgesetztes. Der geht mit einem anderen Jubiläum einher, denn in §4 Absatz 3 unserer Verfassung heißt es:„Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“ Wichtig in diesem Satz war die Passage gegen sein Gewissen: Um herauszufinden, dass es der Verweigerer ernst meinte, besitzt der Staat das Recht auf eine Überprüfung.
13. Mai 2009Für Maria und alle Heiligen
Heute vor 1400 Jahren wurde zum ersten Mal Allerheiligen gefeiert. Ursprünglich war der Tag nur den römischen Göttern gewidmet, jetzt wurde er der Jungfrau Maria und allen christlich-katholischen Märtyrern geweiht. Dafür sorgte Papst Bonifatius IV (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 12. Mai 2006 "Warum morgen nicht Allerheiligen ist").
12. Mai 2009Ein Beruf, dem die Anerkennung lange versagt blieb
Heute ist der Internationale Tag der Pflege. Thema dieses Newsletters kann aber weder eine mögliche Unterversorgung der Patienten in unseren Krankenhäusern sein noch eine Diskussion der seitens der Großen Koalition in Angriff genommenen Pflegereform. Statt dessen widmen wir uns den Wurzeln dieses Gedenkdatums.
11. Mai 2009Warten auf Sophie
„Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter – oder bleibt, wie's ist“: Das ist die einzige Bauernregel, der niemand widersprechen kann. Die übrigren sind zwar wesentlich aussagefreudiger, doch hapert's häufig mit dem Wahrheitsgehalt. Der liegt, so hat ein Schlauberger einmal ausgerechnet, bei 50 Prozent.
8. Mai 2009Der schwedische Graf und seine kleine Insel
Anfang der Woche stand eine kleine Schwedin im Mittelpunkt unseres Newsletters. Heute kommt ein großer Landsmann von nobler Abstammung zu dieser Ehre. Geboren wurde er vor genau 100 Jahren in Stockholm. Doch wird er zumindest in Deutschland weniger mit seinem Geburtsort in Verbindung