small-talk-themen.de
Täglich ein aktuelles Thema
für Ihren Small Talk
Kaffeekasse
Smalltalk-TippsSmalltalk-Themagratis anmeldenSmalltalk-ShopBlogStartseite
Das Small Talk-Thema des Tages 

Jetzt kostenlos anmelden:  

Archiv-Ausgabe des Newsletters „Das Small Talk-Thema des Tages“:

Anzeige
small-talk-themen.de
                   Täglich ein aktuelles Thema
                                für Ihren Small Talk
Nutzen Sie für Ihren Small Talk am 15. Juli 2011 doch dieses Thema:
Versagen von Justiz und Presse

Heute hat Jörg Kachelmann Geburtstag. Eine ausgelassene Feier wird's beim 53-Jährigen kaum geben. Am Ende eines aufsehenerregenden Prozesses sprach ihn das Landgericht zwar vom Vorwurf der Vergewaltigung frei. Den Ausschlag gab allein die mangelnde Beweislage. Der Wettermoderator muss weiter mit dem Makel eines in dubio pro reo-Urteils leben. Bereits eine Woche nach Prozessende erschien im Schweizer Orell Füssli Verlag das Buch Die Akte Kachelmann.

Sein Autor Thomas Knellwolf hatte den Verhandlungsmarathon Tag für Tag verfolgt – und mit scharfem Blick von außen Beobachtungen gemacht, welche die deutsche Justiz in trübem Licht erscheinen lassen. Hauptvorwurf: Sie hat unprofessionell gearbeitet. Zu viele Zeugen seien vernommen worden – darunter viele, die nichts zur Klärung der eigentlichen Anschuldigung beitragen konnten –, zu viel Zeit habe man mit der Prüfung unwesentlicher Details beansprucht, zu umständlich die Sachverhalte geklärt: Das Gericht habe, statt zügig und straff vorzugehen, sich verzettelt.

Dies sei nicht zuletzt, räumt Knellwolf ein, dem deutschen Rechtssystem geschuldet. Darin ist das Unmittelbarkeitsprinzip vorgeschrieben: Erkenntnisse, die in der Hauptverhandlung gewonnen werden, sind allen übrigen vorzuziehen. Eine Zeugenvernehmung etwa ist viel höher gewichtet als die Verlesung eines Vernehmungsprotokolls. Das kostet natürlich Zeit. Zeit, die am Ende vielleicht für die intensivere Befragung wichtigerer Zeugen gefehlt hat. In der Schweiz wird dies anders gehandhabt: Zeugen, die nicht vor Gericht erscheinen, müssen keine Angst haben, dass ihnen weniger Glauben geschenkt wird.

An der großen Zahl der am Prozess Beteiligten leidet dessen Übersichtlichkeit. Ob dies bei den Beobachtern dazu führte, dass sehr rasch feste Positionen eingenommen wurden? Die Berichterstattung nicht nur im Boulevard, sondern auch in der Qualitätspresse war alles andere als ausgewogen: Bild und Bunte bellten gegen Kachelmann; Zeit, Süddeutsche Zeitung und Spiegel online nahmen fast ebenso eindimensional für den Wettermoderator Partei. Buchautor Knellwolf diagnostiziert eine Verletzung der Berichterstattungspflicht. Diese sollte wertfrei und unvoreingenommen sein. Statt Tendenzen zu verbreiten, hätte man sich besser an die reinen Fakten gehalten. Vorschub habe in diesem Fall die Justiz geleistet.

Was mag, fragt sich nicht nur der Autor, das Mannheimer Gericht geritten haben, eine Bild-Kolumnistin und Emma-Herausgeberin in den Zeugenstand zu laden? Alice Schwarzer verweigerte die Aussage, bescherte aber mit ihrem Auftritt dem Boulevardblatt die gewünschte mediale Aufmerksamkeit. Die hatte sie sich auch für die eigene Person erhofft. Oder warum verbreitete Schwarzer vor endlich einmal einem Millionenpublikum ihre unausgegorenen Ansichten über einen Fall, von dessen Sachverhalten sie keinerlei Kenntnis besaß?

Auf der Strecke blieb neben der Wahrheitsfindung ein Wettermoderator, dem ein Glaubwürdigkeitsproblem anhaftet, eine Klägerin, die ihr weiteres Leben mit der Gewissheit zubringen muss, dass sie ihr schlimmstes Erlebnis nie zweifelsfrei mitteilen und verarbeiten konnte, und – der Journalismus. Am deutschen Nachrichtenhimmel dämmert ein Schreckensszenario: Werden künftig die wirklich seriösen Informationen nur noch in Small Talk-Newslettern zu lesen sein?

Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen

Ihr

Ralf Höller
small-talk-themen.de
Kontakt:
Haben Sie Fragen? Schreiben Sie uns eine E-Mail: newsletter@small-talk-themen.de

Haftungsausschuss und Vervielfältigung
Sämtliche Beiträge und Inhalte sind journalistisch recherchiert. Dennoch wird eine Haftung ausgeschlossen. Weiterhin sind die Betreiber von small-talk-themen.de nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden. Diese Erklärung gilt für alle in diesem Newsletter angebrachten Links, die nicht auf unsere eigenen Webseiten zeigen. Vervielfältigungen jeder Art, als auch die Aufnahme in andere Online-Dienste und Internet-Angebote oder die Vervielfältigung auf Datenträger, dürfen nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung und Genehmigung erfolgen.

Sicherheitsgarantie
Wir wissen das Vertrauen, das unsere Leser/-innen in uns setzen, zu schätzen. Deshalb behandeln wir alle Daten, die Sie uns anvertrauen, mit äußerster Sorgfalt.

Abbestellen
Falls Ihnen unser Angebot nicht (mehr) zusagt und Sie sich wieder abmelden möchten oder Sie unwissentlich von einem Dritten angemeldet worden sind, können Sie sich einfach über folgenden Link wieder abmelden: Diesen Newsletter abbestellen.

Impressum
Das Small Talk-Thema des Tages ist ein kostenloser Service von

small-talk-themen.de – einem Projekt der
web suxxess factory
Markus Floßdorf
Hubertusstraße 19-21

53498 Bad Breisig

Tel.: 02633 470586
Fax: 02633 470596

E-Mail: info@small-talk-themen.de


Melden Sie sich am besten noch heute zu unserem neuen Newsletter „Das Small Talk-Thema des Tages“ an!

Zurück zur Archiv-Übersicht

 

   

Startseite | Tipps zum Small talk | Small talk-Themen | Newsletter-Anmeldung | Shop

Links aus unseren Newslettern | Über Ralf Höller | Blog | Buch-Rezensionen | Kontakt & Impressum | Presse

 

  
Diese Seite wurde vom McAfee SiteAdvisor auf Sicherheit überprüft Gelassenheits-Schaf
© 2005-2017, web suxxess factory   
Impressum